Falsche Prioritäten

Michail Gorbatschow will sich sein Scheitern nicht eingestehen und beharrt auf den Maximen der Perestroika

  • Von Karl-Heinz Gräfe
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Im März 1985 bestimmte die KPdSU-Führung Michail Gorbatschow zum mächtigsten Mann der Supermacht UdSSR. Der fühlte sich berufen, den Sozialismus grundlegend zu erneuern. Denn, so Gorbatschow, Lenins Nachfolger Stalin, Chruschtschow und Breshnew hätten den sozialistischen Weg durch Personenkult, Voluntarismus und Stagnation gebremst und entstellt.

In seiner Schrift »Perestroika und Neues Denken« von 1987 hat Gorbatschow den Umbau in der UdSSR und in der sozialistischen Staatengemeinschaft gefordert. Der sei nur durch ein »Neues Denken« möglich. Nicht das Klassen- und Machtinteresse, sondern das »Allgemeinmenschliche« müsse Motiv und oberstes Gebot künftigen politischen Handelns werden. Das gelte vornehmlich für den europäischen Kontinent, der - befreit von den militärisch-politischen Blöcken - als ein gemeinsames Haus der Völker neu gestaltet werden müsse, wenngleich man weiterhin in getrennten Wohnungen lebt. Das beträfe auch die ...


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