Auf der Suche nach Zukunft und Sinn

Er sorgte für den Hype des Literaturjahres. Doch ist der Erfolg von Karl Ove Knausgård Ausdruck einer neuen Spießigkeit?

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Man kann alles erzählen, nur nicht sein wirkliches Leben«, schrieb Max Frisch. Karl Ove Knausgård kann nichts erzählen, nur sein wirkliches Leben - könnte man meinen. Der norwegischer Erfolgsautor - Übersetzungen in 30 Sprachen, hervorragende Verkaufszahlen - hat aus seiner Unfähigkeit, ein richtiger Schriftsteller zu werden, eine Tugend gemacht. Er beschreibt in seinem sechsbändigen Großprojekt »Min Kamp« (ja, zu deutsch Mein Kampf!) mit exhibitionistischem Eifer nichts anderes als - sein Leben. Seine Bücher »Sterben«, »Lieben«, »Spielen« »Leben« und »Träumen« behandeln einzelne Lebensabschnitte des 47-Jährigen. In »Sterben« etwa geht es um den Tod des früh an Alkoholismus verstorbenen autoritären Vaters. In »Lieben« um das Familienleben mit seiner zweiten Frau, einer manisch-depressiven Schriftstellerin, und den Konflikt zwischen Vaterrolle und literarischen Ambitionen.

Der zuletzt erschienene Roman »Träumen«, der auch Deutschla...

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