Die Welt als Irrenhaus

Genie der Nachkriegsliteratur: Friedrich Dürrenmatts Stücke in einem Band

  • Von Klaus Bellin
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Er hat die Geschichte gern und unter Lachen erzählt: wie er eines Tages im Mai 1946 vor seine Eltern trat und erklärte, er werde das Mädchen, mit dem er verlobt sei, nicht heiraten, er habe ein anderes Mädchen kennengelernt, und er werde auch das Studium an den Nagel hängen und seine Doktorarbeit nicht zu Ende schreiben. Er wolle Schriftsteller werden. »Mein Vater«, der Herr Pfarrer, so sein Bericht im Band »Stoffe I - III. Turmbau«, »war bestürzt, meine Mutter, wie immer mutig, vermittelte, sie wusste, dass es für mich kein Zurück mehr gab.«

Schon Jahre zuvor, 1942, hatte er an die Tür seiner Studentenbude in Zürich einen Zettel gehängt, auf dem stand: »Nihilistischer Dichter«. Er schrieb damals ein paar Erzählungen und dann auch einen ersten dramatischen Versuch, natürlich eine Weltuntergangskomödie. Im Herbst 1946 machte er seine Ankündigung wahr: Er heiratete und wurde Schriftsteller. Er wurde es aus Leidenschaft, wie er 1971 ...


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