Werbung

Volksanwältin

Personalie: Susana Barreiros, Schreckgespenst der venezolanischen Rechten

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Revolutionäre des 21. Jahrhunderts verlassen ihren Arbeitsplatz sauber und ordentlich, wie es sich gehört.

So nutzte die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) die ihr noch bis 5. Januar verbleibende Zeit an der Regierung, um die von der Opposition verhasste Richterin Susana Barreiros zur Anwältin des Volkes zu ernennen.

Barreiros steht mit ihren 34 Jahren bereits im internationalen Rampenlicht. Sie war es, die im September den Oppositionsführer Leopoldo López zu knapp 14 Jahren Gefängnis verurteilte. López war 2014 an den gewalttätigen Protesten gegen die Regierung Maduro beteiligt, bei denen über 40 Menschen ums Leben kamen. Barreiros verurteilte ihn wegen Aufstachelung zur Gewalt und Verschwörung und ordnete an, dass López in einem Militärgefängnis außerhalb von Caracas eingesperrt wird. Die UN nannten seine Inhaftierung willkürlich, was Barreiros zurückwies.

Schon vor der Verurteilung von López wurde die Richterin zum Schreckgespenst der jetzigen Opposition mit parlamentarischer Mehrheit. 2012 wurde sie an den Obersten Gerichtshof berufen und war dafür bekannt, hart gegen Korruption vorzugehen. Unter anderem verurteilte sie die Bankiers José Tovar Jiménez, Ramón Heraldo Paredes und Alejandro Tineo Salas zu 18 Jahren Haft. Sie sollen in der Bank für landwirtschaftliche Entwicklung öffentliche Gelder veruntreut haben.

Das Oppositionsbündnis MUD wirft Barreiros vor, Handlangerin der Regierung von Präsident Nicolás Maduro zu sein. Der rechte Politiker Antonio Rivero twitterte ein Foto, das Barreiros mit dem PSUV-Politiker Diosdado Cabello zeigt - mit dem Kommentar: »Es ist eine einzige Sauerei.«

Als Volksanwältin ist Barreiros die nächsten sieben Jahre dafür verantwortlich, allen Bürgern das Recht auf juristischen Beistand zu garantieren. Theoretisch. Der bereits aufschreiende MUD wird mit seiner künftigen Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament vermutlich einen Weg finden, sie wieder los zu werden - zumal er bereits ein Absetzungsreferendum gegen Maduro plant.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!