Patriotismus und engerer Gürtel

Russlands neuer Gesellschaftsvertrag bietet weniger Lebensstandard, aber alte Größe

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Russland befindet sich in einer schwierigen Welt- und Wirtschaftslage, doch Patriotismus und Putin haben Konjunktur.

Selten sind sie geworden: die freundlich lächelnden Tadschiken, die das Laub im Hof zusammenkehren, Schnee schippen und auf Bitten der Hausfrauen gegen ein geringes Entgelt oder sogar nur für eine warme Mahlzeit Kleinigkeiten reparieren. Straßenreinigung und Gebäudewirtschaft in Moskau haben nach eigenen Angaben inzwischen 93 Prozent aller Stellen mit Einheimischen besetzt.

Angesichts der Rubelschwäche und Wirtschaftsflaute ist Russland für Gastarbeiter aus dem postsowjetischen Raum derzeit wenig attraktiv. Wurden 2014 für Einwanderer noch drei Millionen Arbeitsgenehmigungen ausgestellt, waren es 2015 noch nicht einmal 1,7 Millionen. Das ist ein Rückgang von stolzen 44 Prozent. Die Volkswirtschaften der Ukraine, Moldovas und der zentralasiatischen früheren Sowjetrepubliken sind nach wie vor stark mit der russischen Ökonomie verflochten und ebenfalls auf Talfahrt.

Der Schwund an Arbeitskräften erkläre sich nicht durch die Rück...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.