Angst, die tötet

Das Freund-Feind-Denken muss überwunden werden, schreibt unsere Autorin. Ihr Bruder wurde von der RAF ermordet

  • Von Kathleen Pequeño
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Als der US-Soldat Edward F. Pimental 1985 von RAF-Terroristen ermordet wurde, war seine Schwester Kathleen 15 Jahre alt. Nach den IS-Anschlägen in Paris hat sie gemeinsam mit einem ehemaligen RAF-Mitglied darüber gesprochen, wie man den Hass auf die Täter überwinden kann.

Am Tag nach den Terroranschlägen in Paris saß ich gemeinsam mit einem Deutschen, den ich gerade erst kennengelernt hatte, in einer Kneipe im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und aß Spaghetti. Wir tauschten uns über unsere Sorge aus, dass diese Toten zu einer stärkeren Eskalation in puncto politischer Gewalt führen würden, insbesondere durch Reaktionen der USA und einiger europäischer Staaten, die noch mehr Tote zur Folge haben würden.

Wir waren allerdings ein ungewöhnliches Gesprächsduo. Mein Gesprächspartner ist ein ehemaliges Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF) und ich bin eine US-Amerikanerin, deren einziger Bruder Edward 1985 von der RAF im Zusammenhang mit dem Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main Air Base der US-Army ermordet wurde (meine Begleitung in der Kneipe war damals bereits wegen eines anderen Mordes inhaftiert). Aus diesem Grund ist der Schmerz der Familien in Paris, Beirut, Syrien und vielen anderen Orten in...


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