»Reiner Hohn« für Nazi-Opfer

Forscher kritisiert die Weigerung des Berliner Zoos, Entschädigungszahlungen zu leisten

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Berliner Zoo hat angekündigt, sich seiner Geschichte im Nationalsozialismus stellen zu wollen. Doch der Zooforscher und Psychologe Colin Goldner kritisiert: Der Umgang mit den Opfern reicht längst nicht aus.

Der Berliner Zoo will sich seiner NS-Vergangenheit stellen. Unter anderem wurde, wie von Ihnen gefordert, ein Hinweisschild an der Ehrenbüste des ehemaligen Zoodirektors Lutz Heck angebracht. Dieser hatte das Amt von 1932 bis 1945 bekleidet. Sind Sie mit der Tafel zufrieden?
Sie ist besser als gar nichts. Allerdings ist mit keinem Wort die Rede davon, dass unter der Ägide Hecks jüdische Aktionäre gezwungen wurden, ihre Anteile zu Spottpreisen zu verkaufen, auch nicht davon, dass ab 1939 Juden der Zutritt zum Zoo verboten wurde. Auch der Umstand, dass Heck seit 1940 in führender Funktion für den Nazistaat tätig war, wird verschwiegen.

Als »Geste der Wiedergutmachung«, so Direktor Andreas Knieriem, sei die Tafel sowie die angekündigte Ausstellung und das Stipendienprogramm zu verstehen.
Auch das ist besser als gar nichts, selbst wenn es Jahrzehnte zu spät und keineswegs aus eigenem Antrieb erfolgt. Ohne den Druck einer Medieniniti...

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