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Willkommen im Sport

Der diesjährige Sonderpreis der nd-Sportlerwahl ist der Flüchtlingsarbeit gewidmet

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Bei der 18. Sportlerwahl bittet »nd« um Vorschläge für unseren Sonderpreis »Engagement für Flüchtlinge«, mit dem wir einen Verein oder Ehrenamtlichen ehren wollen. Erste Kandidaten kommen aus Postdam, Eberswalde und Berlin.

Sport ist simpel. Regeln, die für alle gelten und Werte, auf die sich alle einigen können: Respekt. Fairness. Ehrlichkeit. Und natürlich Leidenschaft! So unbändig die Freude bei dem einen, so riesig die Enttäuschung bei dem anderen. Nirgendwo werden wiederkehrend so starke Emotionen produziert wie im Sport. Kein Wunder also, dass er in diesen Tagen einen so großen Beitrag zur Integration von Geflüchteten leistet.

Der organisierte Sport in Deutschland zeigt sich vielerorts solidarisch: Sowohl im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als auch in den Landesportbünden steht das Thema Integration an erster Stelle. Voller Stolz verweist der DOSB auf sein Programm »Integration durch Sport« (IdS), das ursprünglich für Menschen mit Migrationshintergrund gedacht war - und in Grundzügen bereits 1989 begonnen wurde.

In 750 IdS-Vereinen in ganz Deutschland wird derzeit interkulturelle Arbeit geleistet. Am Donnerstag ist noch dazu das Programm »Willkommen im Sport« angelaufen, an dem der DOSB, die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und Internationales Olympisches Komitee beteiligt sind. Mit mindestens einer halben Million Euro werden gezielt Sportvereine gefördert, die sich um ein Willkommen kümmern für jene Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung hier gelandet sind. Die Vereine bieten »niedrigschwellige Bewegungsangebote« in den Gemeinschaftsunterkünften an oder nehmen Geflüchtete in ihre Sportkurse auf: Cricket, Schwimmen, Boxen, Fußball - vielerorts trainieren künftig vielerorts Syrer, Iraker und Eritreer mit.

Auch auf den Abstimmungskarten für den nd-Sportpreis schlagen uns die nd-Leserinnen und -Leser gelungene Flüchtlingssportprojekte vor. Natürlich wird der Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 immer wieder genannt, der mit seinem schon im Sommer 2014 begonnenen Fußballprojekt »Welcome United 03« zu landesweiter Bekanntheit gelangte. Ebenso der FC Treptow, dessen Ligamannschaft wir im »nd« bereits ausführlich vorgestellt haben.

Eine Menge Leser finden den 1. FC Union Berlin besonders lobenswert, der vorläufig auf den Ausbau eines »Fanhauses« verzichtet und in einer neuerworbenen Immobilie lieber 114 Flüchtlinge beherbergt. In unserer Weihnachtsausgabe werden wir das Fanhaus und seine Bewohner ausführlich vorstellen.

Auch in kleineren Städten gibt es Initiativen, die die Leser begeistern: In Eberswalde (Brandenburg) beispielsweise tun sich gleich zwei Fußballvereine hervor. Zum einen der FV Preussen, der im Westendstadion den Flüchtlingen ein Training anbietet. Zum anderen der Brandenburgligist FSV Lok Eberswalde, der eigens eine Integrationsmannschaft gegründet hat - eine dritte Männermannschaft, in der ehemalige Lokspieler, Studenten und Freizeitkicker gemeinsam mit Geflüchteten Fußball spielen. In Thüringen gefällt den Lesern das Engagement des VfL 06 Saalfeld, der übrigens zum »Integration durch Sport«-Programm gehört, in Sachsen tut sich der VfC Plauen hervor, der mit seinem Integrationsteam namens »1903% Respect« Flüchtlingen eine sportliche Heimat bietet.

Alle bisher vorgeschlagenen Ehrenamtlichen oder Vereine stammen bisher aus dem Fußball. Kennen Sie auch tolle Beispiele aus anderen Sportarten, liebe Leserinnen und Leser? Gespannt warten wir auf weitere Vorschläge, aus denen unsere Jury dann einen Preisträger auswählt - stellvertretend für unzählige großartige Flüchtlingssportprojekte. Den nd-Sportpokal verdient haben sie alle: Wer als Geflüchteter mit Einheimischen Sport treiben kann, kann sich auch in der Fremde viel schneller dazugehörig fühlen. Wo man schwimmt, springt, läuft oder Fußball spielt, ist man zuhause.

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