Guido Speckmann 19.12.2015 / Kultur

Frankreichs Feinde sind wie Jeanne d’Arc

Am Maxim-Gorki-Theater hat Mikaël Serre Schillers »Die Jungfrau von Orleans« aktualisiert

Der Pariser Regisseur Mikaël Serre inszeniert am Berliner Gorki-Theater »Die Jungfrau von Orleans«. Ein schwieriges Stück. Doch Serre geht frei mit dem Stoff um und reflektiert die französische Debatte nach den Pariser Anschlägen.

Es gilt als schwer zu spielen: Friedrich Schillers »Die Jungfrau von Orleans« wurde wegen seines nationalistischen Pathos von Intendanten oft links liegen gelassen. Derzeit allerdings findet es an deutschsprachigen Bühnen ein kleines Revival. Nach den Inszenierungen am Schauspielhaus Zürich und dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg feierte am Donnerstagabend am Maxim-Gorki-Theater die Inszenierung des französischen Regisseurs Mikaël Serre ihre Premiere. Der Titel allerdings lautet: »Je suis Jeanne d’Arc. Frei nach Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller.« Auf die Betonung »frei« kommt es hier an. Schillers Text ist nur Ausgangspunkt für das, woran bereits der Haupttitel erinnert: an den Slogan »Je suis Charlie«, mit dem viele Franzosen ihre Solidarität nach den Anschlägen auf die Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« zum Ausdruck brachten. Serres Stück wird zu einer Selbstbefragung darüber, was Frankreich und den Westen eigentlich ausmacht. Und diese wurde nach den Anschlägen vom 13. November - da befand sich das Ensemble mitten in den Proben - noch einmal radikalisiert.

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