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Fußball ist eine Störung

In seinem neuen Roman erzählt Imran Ayata von Aufstieg und Fall eines Berliner Vorzeigeklubs

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Imran Ayata gelingt es, seinen vielstimmigen Chor so konzis zu verdichten, dass auf gerade einmal 200 Seiten ein 
lebendiges Bild des Vereinslebens entsteht, in dem es um so viel geht – am wenigsten jedoch um Fußball.

Eines ist klar: »Kartoffelboys« sind in diesem Verein nicht gern gesehen. Schon in Jugendtagen mussten sie den Fußballkäfig immer früher verlassen als die »Kanaken«. So sieht es zumindest Arda Toprak: »Die hatten einen Stundenplan für ihr Leben, selbst die Kinder von Hartz-IV-Deutschen. Hausaufgaben machen. Zum Abendbrot antreten. Solche Sachen standen in deren Pflichtenheft. Mein Heft hatte nur eine Seite: Leben für den Fußball.«

Da beginnt auch schon das Problem. Denn dem spielerisch hochtalentierten Arda fehlt damit nach seiner noch vor dem ersten Profispiel erlittenen schweren Verletzung eine berufliche Option jenseits des Leistungssports. In jungen Jahren von einer »Christoph-Daum-Kopie« entdeckt, dem kuscheligen Kiezklub entrissen und in die Bundesliga transferiert, stand ihm die ganz große Karriere offen - und seine Familie wollte von Beginn an materiell daran teilhaben.

Während die Schwester ihre Hoffnungen in eine Mo...


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