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»Schwerstes Jahr seit der Wende«

Sachsens Landwirte machen deutlich weniger Gewinn

Dresden. Landwirte in Sachsen hatten in diesem Jahr mit Gewinneinbrüchen und Preisverfall zu kämpfen. Für Milchviehbetriebe sowie Schweine- und Geflügelhalter sei es das »schwerste Jahr seit der Wende« gewesen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes, Manfred Uhlemann, der dpa. Die Gewinne mancher Betriebe seien im Vergleich zum Vorjahr um etwa 35 Prozent gesunken - und damit drastisch eingebrochen. Lediglich im Ackerbau stünden die Landwirte besser da.

Uhlemann verwies auf gesunkene Agrarpreise und den Wettbewerb im Lebensmittelhandel, der auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werde. So bekämen Landwirte derzeit zwischen 25 und 26 Cent pro Liter Milch, die Kosten für die Produktion lägen aber bei 35 Cent. »Beim Schweinefleisch sieht es nicht besser aus«, so Uhlemann. Im Schnitt machten die Landwirte ein Minus von 40 Euro pro Schwein. Auch der Verkauf von Eiern sei für Geflügelhalter ein Verlustgeschäft.

Hinzu komme noch, dass die Landwirte wegen der Wirtschaftssanktionen nicht mehr nach Russland liefern könnten und die Kunden in China weniger kauften. Angesichts dieser Entwicklung fürchtet Uhlemann, dass zunehmend Landwirte in Existenznot geraten. »Manche Betriebe sind auch schon an dieser Stelle.«

Etwa 20 Milchviehbetriebe seien sachsenweit in Schwierigkeiten, schätzt Uhlemann. Mit einigen sei der Verband im Gespräch, um bei der Suche nach neuen Standbeinen zu helfen. Für die Bewirtschaftung von Grünflächen sei etwa die Umstellung auf Mutterkuhhaltung denkbar, die wenig Technik und Arbeitskraft erfordere. Das funktioniere allerdings nur bei Landwirten, die nicht in die Milchproduktion investiert hätten und ihre Schulden bei der Bank abbezahlen müssten. dpa/nd

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