Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Viele Glanzlichter

Sonne, Mond und Sterne im Januar 2016

  • Von Hans-Ulrich Keller, Stuttgart
  • Lesedauer: 4 Min.
Im Januar zeigt sich ein prächtiger Sternenhimmel. Viele Sternschnuppen regnen vom Himmel. Die Tage werden wieder länger.

Alle hellen Planeten schmücken im Januar den Morgenhimmel - außer Merkur. Der sonnennächste Planet zeigt sich in den ersten drei Januartagen kurz in der Abenddämmerung tief am Südwesthimmel. Gegen 17 Uhr wird Merkur in der zunehmenden Dunkelheit sichtbar. Eine dreiviertel Stunde später ist er in den dichten, horizontnahen Dunstschichten nicht mehr zu sehen.

Als erster heller Planet erscheint Jupiter im Sternbild Löwe eine Stunde vor Mitternacht über dem Osthorizont. Er strahlt weißes Licht aus und ist vor Aufgang der Venus am Morgenhimmel der bei weitem hellste Planet. Sein Glanz übertrifft die Fixsterne. Zwei Stunden nach Mitternacht kommt Mars auf der Himmelsbühne. Der Rote Planet steigt im Südosten empor. Kurz nach Monatsmitte wechselt Mars aus dem Sternbild Jungfrau in die Waage. Im Laufe des Monats nimmt seine Helligkeit deutlich zu, da sich die Erde dem Mars nähert.

Venus eröffnet den Jahresreigen als Morgenstern. Gegen halb sechs Uhr morgens steigt sie über den Südosthorizont. Bis Ende Januar verspätet sie ihre Aufgänge auf Viertel nach sechs. Sie zieht am 6. Januar weit nördlich an Antares, dem Hauptstern des Skorpions, vorbei. Einen Tag später sieht man die extrem schmale Sichel des abnehmenden Mondes nahe Venus. Venus übertrifft sogar noch Jupiter und alle Sterne an Glanz. Nur Mond und Sonne sind heller als sie.

Saturn taucht ebenfalls am Morgenhimmel auf: Anfang Januar um sechs Uhr tief am Südosthorizont, zu Monatsende fast zwei Stunden früher. Der Ringplanet wandert gemächlich durch das Sternbild Schlangenträger. Am 9. kommt es zu einer engen Begegnung mit Venus, die knapp nördlich am fernen Saturn vorbeiläuft. Der abnehmende Mond passiert die morgendliche Planetenparade: Am 4. wandert er an Mars vorbei und am 7. an Venus und Saturn - ein hübscher Himmelsanblick knapp über dem Südosthorizont gegen sieben Uhr morgens.

Am 14. Januar überholt der schnelle Merkur die Erde auf der Innenbahn. Von uns aus betrachtet zieht er nördlich an der Sonne vorbei, da seine Bahn um sieben Grad zur Erdbahnebene geneigt ist.

Anfang Januar flammen am Morgenhimmel die Meteore des Quadrantidenstromes auf. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Bootes. Im Mittelalter sah man in dieser Sternenfigur einen Mauerquadranten. In der Nacht vom 3. auf 4. tritt etwa drei Stunden nach Mitternacht das spitze Maximum auf. In dieser Stunde ist mit bis zu hundert Sternschnuppen zu rechnen. In manchen Jahren wurden stündlich zweihundert Meteore gezählt. Allerdings stört in diesem Jahr helles Mondlicht die Beobachtung.

Der winterliche Sternenhimmel entfaltet gegen zehn Uhr abends seine volle Pracht. Der Orion passiert halbhoch im Süden die Mittagslinie. Er ist das Leitsternbild des Winterhimmels. Auffällig leuchten seine hellsten Sterne, der rötliche Schulterstern Beteigeuze und der bläuliche Fußstern Rigel. Zwischen ihnen bilden drei Sterne in gerader Linie den Gürtel des Jägers. Dem Orion folgen die beiden Hunde. Im Großen Hund flackert bläulich-weiß Sirius, der hellste Stern am irdischen Himmel. Nur noch Venus, Jupiter und gelegentlich Mars leuchten heller als Sirius. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung zählt Sirius zu den Nachbarsternen der Sonne. Ein wenig höher stößt man auf Prokyon, Hauptstern des Kleinen Hundes. Am Osthimmel erblickt man die beiden Sternenketten der Zwillinge mit ihren hellen Sternen Kastor und Pollux an den Enden der Ketten.

Fast senkrecht über uns steht die gelblich leuchtende Kapella im Fuhrmann. Sie ist eine Doppelsonne in 42 Lichtjahren Entfernung. Der Stier hat den Meridian durchschritten und steht im Westen. Aldebaran, sein Hauptstern, leuchtet orange und steht im Vordergrund des Sternhaufens der Hyaden. Ein wenig nordwestlich davon sieht man das Sternengrüppchen der Plejaden. Plejaden und Hyaden bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die sechs hellen Sterne Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux und Kapella bilden das Wintersechseck.

Am 10. tritt um 2.31 Uhr die Neumondphase ein. Vollmond wird am 24. um 2.46 Uhr im Sternbild Krebs erreicht. Zweimal passiert der Mond im Januar seinen erdfernsten Bahnpunkt. Am 2. trennen ihn 404 280 Kilometer von uns und am 30. wiederum 404 550 Kilometer. Mit 369 620 Kilometer Entfernung befindet sich der Mond am 15. in Erdnähe.

In der Nacht von 2. auf 3. erreicht die Erde um Mitternacht ihre geringste Distanz von der Sonne. Ihre Entfernung vom Zentralkörper des Sonnensystems beträgt zu der Zeit 147 Millionen Kilometer. Diese Strecke legt das Licht in acht Minuten und zehn Sekunden zurück. Anfang Juli, wenn die Erde sich in Sonnenferne aufhält, ist das Sonnenlicht 17 Sekunden länger zu uns unterwegs.

Die Sonne hat mit ihrem Aufstieg zum Frühlingspunkt begonnen. Am 20. verlässt sie mittags das Sternbild Schütze und wechselt in das Sternbild Steinbock. Nur drei Stunden später tritt sie in das Tierkreiszeichen Wassermann. Die Tageslänge wächst um eine gute Stunde. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im Januar um knapp sechs Grad zu. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln