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Ohne Job und Perspektive

Kosovos Unabhängigkeit bedeutet nicht, dass das Balkanland lebensfähig ist

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Die interviewte Nizaqete Bislimi ist aus Kosovo geflohen. Das Balkanland gilt seit Kurzem auch offiziell als sicheres Herkunftsland gilt. Weshalb Flüchtlinge dorthin abgeschoben und damit in die Perspektivlosigkeit gedrängt werden.

Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 völkerrechtlich anerkannten. Der Jubel ist lange verhallt. Heute wird schöngefärbt: Die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern »sind vielfältig und gut«, schätzt das Auswärtige Amt in Berlin ein. Tatsache aber ist: Die Kosovo-Regierung ist korrupt, das Parlament handlungsunfähig, Minderheiten werden unterdrückt. Fremde Soldaten - auch deutsche - versuchen seit 1999 als KFOR die innere Sicherheit zu gewährleisten. Ausländische Polizisten, Richter, Staatsanwälte mühen sich, ein Rechtssystem aufzubauen. Die Wirtschaft dümpelt vor sich hin, dabei bestehen aus Unternehmersicht eigentlich beste Bedingungen für Investitionen. Die Körperschaftssteuer liegt bei zehn Prozent, zudem wurde ein regional konkurrenzfähiges dreistufiges Einkommensteuersystem von unter zehn Prozent eingeführt. Der Arbeitsmarkt ist flexibel, es gibt ausreichend junge, motivierte Arbeitskräften, die zum Teil über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Das monatliche Durchschnittsgehalt liegt zwischen 350 und 400 Euro.

Doch das alles reizt ausländischen Investoren kaum. Nach offiziellen Angaben liegt die Arbeitslosigkeit bei über 35 Prozent, bei Jugendlichen sogar deutlich höher. »Wirtschaftliche Kernprobleme bleiben die unzureichende Energieversorgung und ein unterentwickelter Industriesektor, welcher eine massive Exportschwäche und ein hohes Außenhandelsdefizit zur Folge hat«, schätzt die deutsche Botschaft in Pristina ein. Da wird es schon als großer Erfolg gewertet, wenn - wie Ende 2013 - ein deutscher Fahrstuhlproduzent und ein deutscher Hersteller für Biomasseheizanlagen ihre Fertigung aufgenommen haben. hei

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