Hamburg und das autonome Gespenst

Übergriff auf Polizeiwache vor zwei Jahren in der Hansestadt fand offenbar nie statt

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Für den Boulevard waren die Ereignisse rund um die Hamburger Davidwache am 28. Dezember 2013 schnell klar. »Brutaler Angriff auf DavidwacheJustiz entlarvt linke Legende«, titelte etwa »Bild« über einen angeblichen Angriff von 40 vermummten Autonomen auf das wohl bekannteste Revier der Hansestadt. Bei dem Angriff soll sogar ein Beamter schwer verletzt worden sein. Für »Bild« stand der Täter fest: »Bei der hinterhältigen Aktion wurden mehrere Polizisten verletzt, einer von ihnen schwer. Ein Chaot schleuderte ihm aus nächster Nähe einen Stein ins Gesicht«, erklärte das Springer-Blatt überzeugt, schließlich habe die Staatsanwaltschaft dies so ermittelt.

Die angeblichen Ereignisse blieben in Hamburg nicht ohne Folgen: Der vermeintliche Angriff musste als Begründung für die »Law and Order«-Politik der Polizei herhalten, die den westlichen Teil der Innenstadt vom 4. bis zum 13. Januar 2014 zum »Gefahrengebiet« erklärte, darunter bekannte Kieze wie St. Pauli. Für die Sicherheitsbehörden ergaben sich dadurch weitreichende Befugnisse, etwa die Möglichkeit anlassloser Personenkontrollen.

Zwei Jahre später teilte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft nun mit, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt worden ist, wie die taz berichtet. Selbige Sprecherin hatte im November 2014 noch gegenüber der »Bild« erklärt: »Ja, die Wac...

Die angeblichen Ereignisse blieben in Hamburg nicht ohne Folgen: Der vermeintliche Angriff musste als Begründung für die »Law and Order«-Politik der Polizei herhalten, die den westlichen Teil der Innenstadt vom 4. bis zum 13. Januar 2014 zum »Gefahrengebiet« erklärte, darunter bekannte Kieze wie St. Pauli. Für die Sicherheitsbehörden ergaben sich dadurch weitreichende Befugnisse, etwa die Möglichkeit anlassloser Personenkontrollen.


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