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Berlin spart das Wegfahren

Nicolas Šustr ist beim Yoga noch nicht so weit wie BSR und BVG

Während sich der gemeine Berliner früher kugeln konnten, wenn in London, Amsterdam oder Florenz nach drei Schneeflocken das allgemeine Chaos ausbrach, muss er dafür gar nicht mehr wegfahren. Zugegeben: Es waren mehr als drei Flocken, aber total überraschend kam die weiße Pracht ja nicht. Menschen und Material lechzten doch sicherlich seit Monaten danach, sich austoben zu dürfen.

Was sich heute morgen auf den Berliner Straßen abspielte machte aber eher den Eindruck, als habe ein selten beobachtetes Naturphänomen nun auch hier zugeschlagen. Stundenlange Staus auf den Ausfallstraßen, ein Verkehr, der teilweise an Römer Verhältnisse erinnerte, inklusive Polizei und Krankenwagen mit Blaulicht, die minutenlang nicht vorwärts kamen. Und die Busse der BVG mittendrin, was bedeutete, dass mancherorts eine halbe Stunde keiner kam.

Und die S-Bahn? Ach. Jahrelangen ritualisierten Pressemitteilung zum Trotz, die den Abschluss der Wintervorbereitungen verkündeten, gab es neben den üblichen Weichenstörungen eine Überraschung: Schwierigkeiten beim Antrieb, die Züge konnten nicht vollständig beschleunigen. Es war wohl wieder dieser böse Flugschnee, der uns schon vor ein paar Jahren beschäftigt hatte.

Auch die Straßenbahn entzieht sich nicht den Widrigkeiten, am Alexanderplatz ließ ein Eisblock sogar einen Zug entgleisen. Als »völlig normal« bezeichnet die BVG die Lage. Sie will nicht, dass ich mich sorge, weil sie mich ja neuerdings liebt. Ich sorge mich.

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