Werbung

Irans Botschaft in Jemen von Saudis bombardiert

Teheran wirft Riad Absicht vor und verfügt Importstopp

  • Von Siavosh Ghazi, Teheran
  • Lesedauer: 2 Min.
Mit dem Angriff der saudischen Luftwaffe auf Irans Botschaft in Jemen hat sich die Krise zwischen Iran und Saudi-Arabien verschärft.

Am Donnerstag warf ein Sprecher der iranischen Regierung der saudi-arabischen Luftwaffe vor, die iranische Botschaft in Jemen bombardiert zu haben. Das Botschaftsgebäude sei »absichtlich« angegriffen worden, es habe unter dem Botschaftspersonal mehrere Verletzte gegeben, sagte ein Außenamtssprecher. Iran verfügte zudem ein Einfuhrverbot für sämtliche Produkte aus Saudi-Arabien.

Riad habe mit dem Angriff in Sanaa »gegen alle internationalen Konventionen zum Schutz diplomatischer Einrichtungen verstoßen«, sagte der Sprecher Hussein Dschaber Ansari. Die Islamische Republik Iran behalte sich das »Recht zur Verteidigung ihrer Belange in dieser Angelegenheit« vor.

Auf ihrer Internetseite kündigte die Regierung in Teheran an, dass die Einfuhr oder der Transit sämtlicher saudi-arabischer Waren in beziehungsweise durch Iran untersagt sei. Die Regierung bekräftigte überdies ein Verbot für Pilgerreisen nach Mekka auf unbefristete Zeit. An der muslimischen Pilgerfahrt nehmen gewöhnlich Hunderttausende iranische Gläubige teil.

Der am Samstag durch die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien aufgebrochene Konflikt zwischen den beiden Regionalmächten erreicht damit eine neue Eskalationsstufe. Aus Protest gegen die Enthauptung von Scheich Nimr Baker al-Nimr hatten aufgebrachte Menschen die saudi-arabische Botschaft in Teheran angegriffen und angezündet.

Zwar nahmen die iranischen Behörden mehr als 40 Menschen fest, aber Riad reagierte auf den Vorfall mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Iran. Bahrain, Sudan und Dschibuti folgten. AFP

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln