Der CDU-Kurs

René Heilig fragt, wohin eine Julia Klöckner das Land führen könnte

Die CDU-Führung ist in Klausur. Zwei Tage bieten wenig Zeit, um alle drängenden Probleme anzusprechen. Köln ist nur ein Stichwort auf der Liste mit Flüchtlingsproblemen. Angst vor Terror heißt ein anderes. Börsen signalisieren, dass sie mehr zu bieten haben als Aufschwung. Europa zerfällt ... Die Zeiten sind hart. Die CDU ist es auch. Noch härter ist die CSU. Angela Merkel wirkt nicht nur wie eine Getriebene. Sie ist es.

Julia Klöckner lächelt. Sie ist Gastgeberin der Mainzer Klausur. Aufgeräumt und charmant wie immer. Die rheinland-pfälzische Landeschefin und stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU steht immer öfter vor Kameras und Mikrofonen. Derzeit verteidigt sie mit wohlgesetzten Worten Frauen aller Schichten und Kulturen vor Erniedrigung. Sie will die Integration von Flüchtlingen nicht weiter dem Zufall überlassen, sondern schärferen Gesetzen. Nur wer genau hinhört, läuft nicht Gefahr, Klöckner zu unterschätzen. Es heißt, sie ist loyal zur Chefin, doch was sie sagt, klingt sehr oft nach Seehofer. Nur viel verdaulicher, gerade für eine Klientel, die - derzeit von der CDU gefrustet - politisch bei der AfD überwintert. Wenn es Klöckner demnächst bei den Landtagswahlen gelingt, Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) aus dem Amt zu drängen, könnte eine neue CDU entstehen. Das muss - so sich die Umfragewerte nicht dramatisch ändern - noch nicht 2017 Konsequenzen haben. Mit einem Gabriel wird Merkel locker fertig. Doch der Kurs Deutschlands weiter nach rechts ist gesetzt - verbindlicher, als das in Polen geschah und in Frankreich geschehen wird.

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