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Beschwörung am Flugfeld

MEINE SICHT

Was machen Fußballer, wenn es um alles geht? Sie stecken am Spielfeldrand die Köpfe zusammen und murmeln irgendwelche Beschwörungsformeln. So etwas Ähnliches fand gestern im Roten Rathaus statt, nur dass es sich nicht um Kicker, sondern um Mitspieler am BER handelte. »Wir schaffen das«, lautete hinterher die Parole, ausgegeben vom Kapitän, pardon, Regierenden Bürgermeister und BER-Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD). Und gemeint war damit die Fertigstellung des Pannenflughafens bis Ende 2017.

Es muss schon ziemlich wacklig stehen um die Realisierung dieses Ziels, wenn Müller die Firmen bei sich zur Vergatterung antreten lässt. Und es muss vor allem nötig sein. Immer würde der Flughafengesellschaft der Schwarze Peter zugeschoben, hatte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld vor dem Krisentreffen geklagt. Über die großen Baufirmen habe er noch nichts gelesen. In der Tat hatte erst vergangene Woche im BER-Untersuchungsausschuss ein Projektsteuerer von »schwierigen Kantonisten« unter den Firmen gesprochen, die die Situation für sich auszunutzen versuchten. Indem sie zum Beispiel ein paar Millionen mehr einstreichen.

Doch zum Ausnutzen gehören immer zwei: Einer der ausnutzt, und der andere, der ausnutzen lässt. Es ist die Verantwortung der Flughafengesellschaft, für ein gutes Zusammenspiel aller zu sorgen. Das »Motivationstreffen« vom Mittwoch, wie es Müller nannte, könnte man in dieses Bemühen einordnen. Man könnte es aber auch als Versuch werten, den Schwarzen Peter loszuwerden. Falls es mit dem Eröffnungstermin doch nicht klappt, hat eben die Motivation nicht ausgereicht. Natürlich die der anderen.

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