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Weimarer Verhältnisse

Die Debatte nach den Angriffen auf Frauen in Köln zeigt, wie gespalten die öffentliche Meinung mittlerweile ist

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Anfang Januar beschäftigte sich der Verleger und Journalist Jakob Augstein via Facebook mit einem Text von Arthur Koestler, den dieser nach 1933 im Exil verfasst hatte. Der österreichisch-ungarische Schriftsteller habe sich, so Augstein, in besagtem Text an die Auswirkungen des Auflösungsprozess der Weimarer Republik auf die Zeitungsarbeit im Jahr 1931 erinnert. Zu dieser Zeit war Koestler stellvertretender Chefredakteur der »B.Z. am Mittag«, einer liberalen Boulevardzeitung des Ullstein-Verlags. »Sang- und klanglos« habe die Zeitung 1931 ihre Kampagne gegen die Hinrichtung des Massenmörders Fritz Haarmann aufgegeben, wird Koestler von Augstein zitiert. Zur Begründung habe die Verlags- und Redaktionsspitze ausgeführt, »Harmann (sic) sei ein unsympathischer Charakter, und wenn wir für seine Begnadigung einträten, so würde das die Öffentlichkeit gegen uns aufbringen«. Gegen diese Entscheidung habe es seitens der Redakteure »keinen einzig...


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