Jetzt kommt die Nagelprobe

Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, über die Erinnerung ohne Zeitzeugen

Prof. Dr. Günter Morsch ist Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen sowie Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und lehrt am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin. Er ist Autor zahlreicher Bücher, u. a. »Sachsenhausen. Das «Konzentrationslager bei der Reichshauptstadt», «Terror in der Provinz Brandenburg», «Medizin und Verbrechen», «Mord und Massenmord im Konzentrationslager Sachsenhausen». Mit ihm sprach Karlen Vesper.

Professor Morsch, was wird aus der Erinnerung an die Nazidiktatur und den Widerstand gegen sie, wenn es es keine Zeitzeugen mehr gibt, die Auskunft geben können?
Die Gedenkstätten haben sich darauf schon seit geraumer Zeit eingestellt. Spätestens seit Mitte der 1990er Jahre haben wir uns in vielfältiger Weise vorbereitet. Zum einen durch aufwendige Oral-History-Projekte. Tausende Zeitzeugen sind befragt worden. Zum anderen durch die systematische Sammlung von Nachlässen aller Art, die konservatorisch korrekt aufbewahrt und sukzessive akribisch erschlossen werden. Archive wurden angelegt; das betraf weniger die Gedenkstätten in den neuen Bundesländern, denn da waren solche bereits vorhanden, sondern vielmehr die Gedenkstätten in den alten Bundesländern. Und drittens wurde mit einer intensiven Erforschung der Geschichte der Konzentrationslager begonnen. Bis dato haben sich die professionellen Historiker – und das gilt für die beiden deutschen Staaten sowie die internationale Community – gar nicht oder wenig um die Konzentrationslager gekümmert. Deren Geschichte haben sie lange Zeit den Zeitzeugen allein überlassen, beispielsweise einem Eugen Kogon.

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