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Der Spion, der aus der Garage kam

Kurt Stenger über die ungelöste Frage des Datenschutzes im Auto

Allerlei Elektronik ist aus dem Auto schon lange nicht mehr wegzudenken. Dies macht die Gefährte störungsanfälliger, aber auch zu Sammlern gewaltiger Datenmengen. Man muss gar nicht über Multimediaanlage oder Navi ständig »online« sein. Auch »offline« werden Daten gespeichert, die dann in der Werkstatt oder vom Hersteller ausgelesen werden können. Das Erstaunliche: Digitale Technik im Auto ist, wie auch der VW-Abgasskandal gezeigt hat, alles andere als neu. Aber was wer mit dem Datenschatz anstellt, ist weder bekannt noch gibt es gesetzliche Schranken dafür.

Zwar ist es positiv, dass sich die Datenschutzbehörden mit der Autoindustrie auf erste Eckpunkte verständigt haben. Und es wird auch an technischen Lösungen gearbeitet, die dem Fahrer mehr Selbstbestimmung über seine Daten bringen sollen. Doch es ist wie einst bei Gurt oder Katalysator: Die Autohersteller werden ohne gesetzliche Vorschriften bestimmt nicht tätig werden. Diese sind nicht in Sicht, denn in der Regierung scheint man zu glauben, dass die Problematik erst mit der Realisierung der Träume vom autonomen Fahren akut wird. Dabei weiß das Auto schon jetzt sehr viel mehr über den Fahrer, als diesem lieb sein kann. Nicht zu vergessen, dass die vernetzten Spione auf vier Rädern ihre Umgebung gleich mit überwachen.

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