Ausgabe vom 04.05.2002

ndPlusWolfgang Weiss

Bei »Gogwärgini« und Murmeltier

Es war einmal eine Hebamme, die half im Gomser Tal (Oberwallis) einer Zwergenfrau bei der Entbindung. Als Dank erhielt sie eine Schürze voller Holzkohle. Auf dem Heimweg schmiss die Geburtshelferin nacheinander die Kohlestücke weg. Denn, so dachte sie, davon habe ich zu Hause selbst genug. Der Zwergenehemann, der dies beobachtete, lief hinter der Hebamme her, sammelte die weggeworfene Kohle auf un...

Hans Rehfeldt

In El Medano kann man aufatmen

Wer einmal nach El Medano in den Süden Teneriffas kam, wird die schroffe Schönheit dieser größten Kanaren-Insel im blauen Atlantik und die große Freundlichkeit ihrer Bewohner nicht so rasch vergessen. Dazu Erfahrungswerte eines ND-Leserreisen- »Erstreisenden«: Man fliegt ab in Berlin-Schönefeld. Wer mit dem Auto zum Flughafen kommt, findet ausreichend Parkplätze vor, auch wenn es dort wie überfüll...

ndPlusWolfgang Richter

Jetzt lockt die Beautywoche

Die härtesten der harten Skifahrer stehen immer noch auf den Brettern, aber ihr weißes Terrain oben im Riesengebirge schmilzt immer mehr zusammen. Wenngleich der Reifträger (1362 m) und die ihn flankierenden Höhenzüge noch ihren Winterpelz tragen, ist unten in Szklarska Poreba (Schreiberhau) längst der Frühling zu Hause. Die Wintergäste sind weg, die Sommergäste noch nicht da - ideale Zeit, die Ru...

Jochen Fischer

Faszination zwischen Land und Meer

Mecklenburg-Vorpommern ist schön; auch fortwährend steigende Gästezahlen unterstreichen das. Deutschlands größte Insel ist noch schöner, entgegnen die Rüganer. Die Halbinsel Mönchgut aber ist ein Traum, muss man hinzufügen. Wer diesen Zipfel, an dem sich Land und Meer immer wieder begegnen, richtig in sein Herz schließen möchte, tut das am allerbesten vom 66 m hohen Bakenberg aus. Den höchsten Pun...

Tipps & Trends

Badeparadies umgestaltet Im neuen Gewand präsentiert sich der Ostsee-Ferienpark Weissenhäuser Strand seinen Gästen. Das subtropische Badeparadies wurde umgestaltet und auf 5500 Quadratmeter vergrößert. Info: Touristinfo, Seestr. 1, 23758 Weissenhäuser Strand, Tel. (04361) 55-0. Durch die Täler Colorados Valhalla Tours, einer der führenden Fahrradreisen-Veranstalter weltweit, baute sein Programm we...

Siegfried Neumann

Gen-Defekt und Stress treiben an die Flasche

Wer mit Stress schlecht zurecht kommt, gerät leicht in die Fänge einer Suchtkrankheit. Besonders legale Drogen wie Alkohol spielen da eine Rolle. Soweit die Beobachtung im Alltag. Doch nun konnten Wissenschaftler vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie zeigen, dass dahinter möglicherweise eine spezielle Genvariante steckt. Denn Stress kann nicht nur Menschen zur Flasche treiben, auch bei ...

ndPlusSteffen Schmidt

Tödliche Gutachten

Der Schuldnachweis in Mordsachen beruht oft auf Spuren, die der Täter am Tatort hinterließ - Fingerabdrücke, Haare, Fasern der Bekleidung etc. Wurde der Mord mit einer Schusswaffe begangen, kommen noch die Kugeln aus der Mordwaffe hinzu. Diese weisen neben charakteristischen Spuren aus der Waffe auch eine spezifische chemische Zusammensetzung auf. Neben Blei finden sich variierende Spuren von Anti...

Bewaffneter Überfall?

Lange galten die Neandertaler als Inbegriff des tumben Urmenschen, der mangels ausreichender Intelligenz den Vorfahren der modernen Menschen unterlag und ausstarb. Erste Kratzer bekam dieses Bild, als man im heutigen Israel Überreste einer Neandertalerkultur mit verzierten Werkzeugen fand. Nun legen Untersuchungen von Schweizer und französischen Wissenschaftlern nahe, dass die Neandertaler vor run...

ndPlusKerstin Koch

Moleküle des Lebens aus dem All

Wie kam das Leben auf die Erde? Jahrtausende lang beantworteten sich die Menschen diese Frage mit dem Verweis auf allmächtige Götter. Doch wenn man keinen Schöpfergott bemühen möchte, muss man eine natürliche Erklärung finden. Einen originellen Versuch dafür lieferte im Jahre 1906 der schwedische Physikochemiker Svante August Arrhenius mit seiner Panspermie-Lehre. Diese besagt, dass das Leben im W...

Erich Schmidt-Eenboom

Ungebrochene Selbst-Sicherheit

Zunächst vorab: Das einigende Band aller Beiträge dieses zweibändigen Werkes, das zwanzig führende Mitarbeiter des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS) zur Abwehrarbeit verfassten, ist der unerschütterliche - und durch 40 Jahre DDR nicht erschütterte - Glauben, eine legale und legitime Schutzfunktion für einen sozialistischen Staat auf deutschem Boden ausgeübt zu haben. Dies ...

ndPlusMartin Koch

Selbst ist das Kind

Kinder lernen nur, so scheint alle Schulerfahrung zu belegen, wenn man sie dazu zwingt. Und sie lernen häufig schlecht, weil ihnen der Unterricht keinen Spaß macht. Folglich kann nur weiterer Druck sie dazu veranlassen, die geforderten Leistungen zu erbringen. Obwohl dieser Teufelskreis in der pädagogischen Theorie permanent beklagt wird, geschieht in der Praxis zu wenig, um ihn zu durchbrechen. ...

Gerhard Dilger

Wo Bildung eine Frage des Geldes ist

Brasiliens schlechtes Abschneiden bei der PISA-Studie war nur der jüngste Beleg: Trotz quantitativer Fortschritte in den 90er Jahren spiegelt das Bildungssystem nach wie vor die ungleichen Lebenschancen der Brasilianer wider.

Fritz Rudolf Fries

Ein vollkommen altmodischer Verleger

Wer kennt sie nicht, die schwarzen Quart-Hefte des Berliner Wagenbach Verlags, die auch nach Jahrzehnten mit Gewinn zu konsultieren sind; ihnen folgte die knallrote Salto-Reihe, handlich, gut durch den Zoll zu schmuggeln, falls irgendwo in der Welt sich heute noch ein Zollbeamter, die USA und Nordkorea ausgenommen, für die Lektüre der Reisenden interessiert. Knallrot, heißt es, sei die bevorzugte ...

ndPlusGunnar Decker

Landkarte für Utopia

Jürgen Teller starb unverhofft leicht«, notiert Volker Braun 1999 zum Tod des Freundes. Sein Leben war genau das nie: leicht. In »Kleine Autobiographie« (1993) resümierte Teller, seine geistigen Produkte seien »mehr verstreut als vielfältig«. Im Bewusstsein des Scheiterns - enttäuschter Hoffnung - aber entsteht das Bleibende, über den Beifall des Tages Hinauswachsende. Zum Motto dieses Nachlassbuc...

Ich will den Druck spürbar machen

Ein Buch über van Gogh habe bei ihm wie der Blitz eingeschlagen, sagt der aus Klingenthal stammende Künstler. Rolf Biebl, Jahrgang 51, war zu der Zeit gerade Abiturient an einer Sportschule. Die van Gogh-Abbildungen hätten ihn dermaßen berührt, dass er begonnen habe zu zeichnen. Biebl studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Wilfried Fitzenreiter und Werner Stötzer, war Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Ludwig Engelhardt. Seit 1979 stellt er in kontinuierlicher Folge seine Plastiken in Ausstellungen und öffentlichen Räumen vor. 1992 erhielt er den Lammert-Preis der Akademie der Künste.

ndPlusManfred Weißbecker

Gefahr im Verzug

Nüchtern, erwartungsvoll und in gewohnter Klarheit zog Carl von Ossietzky in seiner »Weltbühne« vom 3. Mai 1932 eine Bilanz der vorausgegangenen Wahlen: In Preußen hätten die Parteien der Weimarer Koalition eine unleugbare Niederlage erlitten, die Nazis jedoch keine absolute Mehrheit erreicht. Doch diese würden gewiss den Sturm auf die Republik bald wieder aufnehmen. Neue Gefahren sah er am politi...

Klaus Gietinger

Wer hat uns verraten?

Zunächst das Positive: Manfred Scharrers Buch über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stellt eines klar: Sie waren Revolutionäre. Jetzt das Negative: Der Rest ist übel, sehr übel. Tenor: Die Ermordeten sind schuld und nicht die Mörder. Und woran sind sie schuld? Am »Verrat« ihrer »Prinzipien«. Riefen aber nicht die Arbeiter 1919, schrien nicht die 68er (inclusive Scharrer) und schrieb nicht der ko...

ndPlusHorst Groschopp

»...daß Ihr vor allem Euch selbst verantwortlich seid«

Regelmäßig im Frühjahr zog in den letzten Jahren eine inszenierte Empörung durch Deutschland, besonders seinen ostdeutschen Teil. Ihr Gegenstand waren die Jugendweihen und Jugendfeiern. Dabei ging es vor allem um die angebliche Fortsetzung der DDR mit den Mitteln der Jugendarbeit. Dieses Jahr fiel das ganz große Gezeter aus. Denn erneut begehen fast 100000 Jugendliche dieses Fest; mit teilnehmende...

Renate Bormann, Ulan-Bator

»Gerüchte, nichts als Gerüchte«

Mit schöner Regelmäßigkeit tauchen in den Medien rund um den Erdball Meldungen auf, wonach das Grab von Dschingis Khan (1162-1227), des Begründers eines der größten Weltreiche in der Geschichte der Menschheit, nun endlich entdeckt worden sei.

ndPlusMichael Müller, Kapstadt

Hochmut, Hass und Hoffnung

Jetzt ist zwar Herbst in Kapstadt, aber Tom (24) rinnt dennoch der Schweiß von der schwarzen Stirn. Sein Moderatoren-Shack ist ein Blechcontainer, und der heizt sich bei jeder Sonne schon jeden Vormittag fürchterlich auf. »Nun was fürs Herz...«, röhrt er ins Mikro und schiebt den Regler hoch. Just like home von Caiphus Semenya, ein Oldie. »Schwarze Musik ist genial.« Tom schnalzt genüsslich. Und ...

Thomas Wieczorek

Wieso wird Dopen nicht legal?

Die Einigung zwischen dem Leichtathletik-Weltverband IAAF und Katrin Krabbe, die der einigen noch als Weltklassesprinterin erinnerlichen Neubrandenburgerin rund 0,5 Mio. Euro einbringen dürfte, lässt die verschiedensten Reaktionen zu: von nachdenklicher Genugtuung (»Was ist schon der schnöde Mammon gegen den verpassten Ruhm?«) über bewundernden Neid (»Coole Nummer, sich beim Doping erwischen zu la...

ndPlusMatthias Ende

Klar für Kanada

Deutschland verlor erwartungsgemäß gegen Kanada 1:3, und Finnland, Kanada und Tschechien stehen bereits im Viertelfinale. Mit dem 3:0 gegen die Schweiz nahm auch der Olympia-Zweite USA Kurs dorthin. Dem mit 13 Spielern aus der nordamerikanischen Profiliga NHL angetretenen US-Team, am Sonntag Gegner der deutschen Mannschaft, reichte eine mäßige Leistung zum Erfolg über die Schweizer, die nach den V...

Matthias Koch

Dortmund, Leverkusen oder Bayern?

Da die Würfel im Abstiegskampf längst gegen Freiburg, Köln und St. Pauli gefallen sind, kann sich das Fußball-Volk ganz auf die Tabellenspitze konzentrieren: Am Sonnabend wird definitiv entschieden, wer die 39. Bundesligasaison gewinnt. Erstmals seit zehn Jahren - 1991/92 gingen Frankfurt, Dortmund und der spätere Titelgewinner Stuttgart punktgleich in die Schlussrunde - können sich nun mit Dortmu...

»Unprofessionell«

Rad-Olympiasieger Jan Ullrich rammte in der Nacht zum 1. Mai mit seinem Porsche vor dem Freiburger Bahnhof einen Fahrradständer, wurde von der Polizei gestoppt und musste den Führerschein abgeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Es ginge um 1,5 Promille, heißt es. Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig: »Der Vorfall hat uns enttäuscht. Das ist unprofessionelles Verhalten.« »Ich habe Mist gebaut, und...

Matthias Oehme

Eulenspiegel aus Bebersee

Als ich Heinz Jankofsky 1993 kennenlernte, stellte er sich dem neuen Eulenspiegel-Verleger höflich als »Pressezeichner« vor. Mir fiel auf: Er hielt für möglich, dass man nicht wüsste, wer er sei. Und: Er verbarg hinter der unbestimmten Berufsbezeichnung, was sein Talent und seine Popularität ausmachte. Auf die Seite 2 und in den Kasten der politischen Tageskarikatur war sein Streben nicht gerichte...

Hans-Dieter Schütt

Gefeuert und erleuchtet

Die Buchstaben eines Schriftbandes jagen, vor Beginn der Aufführung und in deren ersten Momenten, mit Hochgeschwindigkeit über die gesamte Bühnenbreite. Brechts »Lob des Kommunismus«. Rast da nur ein Gedicht vorüber, oder drängt sich nicht eher die Assoziation auf, auch das, was die Verse meinen, habe bloß Augenblicke gedauert? Als schnelle da also der Zug der Zeit vorbei. Einige Zuschauer sehen d...

Hermannus Pfeiffer

Börse setzt Regeln für Rauswurf aus

Die Deutsche Börse hat ihre eigenen Ausschlussregeln für schwächelnde Aktiengesellschaften ausgesetzt. Dadurch können Firmen nun nicht mehr gegen ihren Willen von der Börse rausgeschmissen werden.

ndPlusFriedrich Siekmeier

Ungebildetes Sparen?

In drei Wochen soll der ver.di-Gewerkschaftsrat über die Zukunft von 17 Schulen entscheiden. Diese hatte die vor gut einem Jahr gegründete Dienstleistungsgewerkschaft von den Gründungsorganisationen übernommen. Eine Vorlage des bei ver.di zuständigen »Lenkungsausschusses Bildungsstätten« schlägt jetzt die Schließung von sechs Schulen vor.

Theodor Bergmann und Karl Walcher

Ein Leben lang Revolutionär

Drei Wochen der Erinnerung an einen Kommunisten - das ist nicht gerade typisch in (west)deutschen Landen. Im oberschwäbischen Wain wird dieser Tage des Gewerkschafters und Revolutionärs Jacob Walcher gedacht.

Im Moment kein Grund zur Schlichtung

Der gelernte Maschinenschlosser ist seit 1998 Zweiter Vorsitzenden der IG Metall, die ab Montag mit ihren Streiks beginnt. Peters gilt in der Gewerkschaft als hartnäckiger Linker.

Thomas Wieczorek

Casting entscheidet

Seit in Sachsen-Anhalt die rund 13 Prozent obligatorischer Nonsenswähler diesmal die Spaß-durch-Sozialabbau-Vereinigung FDP angekreuzt haben, läuft deren Kampf um die Machtergreifung auch in Berlin auf Hochtouren. Über Wahlkampfstrategie und Kandidaten-Casting sprachen wir mit einem Wahlkampftüftler von Mr. 18 Prozent Guido »Container« Westerwelle.

ndPlusHolger Wagenknecht

Kleider machen Schüler

Viele von ihnen sehen wirklich schmuck aus, wenn sie am Morgen in ihrer Bildungseinrichtung vorbeischauen: Markenjeans, Marken-T-Shirt, Markensocken bzw. Markenstrumpfhosen. Unterwäsche (wahrscheinlich) von Bruno Banani. Schuhe von Allen-Edmonds, Schuhcreme von Dior, Meise von Lagerfeld. Und sie sind ausgerüstet, wie sich das gehört: Schultasche von Gucci, Tintenkiller von Chopard, Löschblätter vo...

Berlin-TIPPS

Politik Am 5.5., 10.30 Uhr, findet auf dem Parkfriedhof Marzahn, Wiesenburgstraße, eine Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung statt. Es sprechen Petra Wermke und Fred Löwenberg. Diskussion zum Thema »Berlin braucht die Hilfe der Bürger« mit Prof. Dr. Christoph Stölzl, am 5.5., 11 Uhr, in der Rudi-Sturm-Schule, Alte Jacobstraße 124 (3. Stock), Kreuzberg. »Sozialer Kahlschlag, Privatisierung, Po...

ndPlusPeter Richter

Rapid Response - wer zieht zuerst

Einst hieß es »Flexible Response« und meinte eine nordatlantische Militärstrategie, mit der der Feind im Osten niedergerungen werden sollte. Sicherheitsfirmen drohen auf Schildern, die sich betuchte Villenbesitzer an die Eisentore schrauben lassen, mit der »Armed Response«, die Ungebetene zu erwarten haben. Und die CDU hat in diesem Wahlkampf eine »Rapid Response« erfunden, mit denen sie blitzschn...

Jan Keetman, Istanbul

Euphorie über neue EU-Terrorliste

Mit großer Genugtuung haben türkische Medien auf die Nachricht reagiert, die EU werde die Partei der Arbeiter Kurdistans (PKK) und die maoistische Revolutionäre Volksbefreiungspartei - Front (DHKP-C) auf die Liste der terroristischen Organisationen setzen.

ndPlusThomas Berger

Aung San Suu Kyi bald in Freiheit?

Ein »Ereignis von hoher politischer Bedeutung« stehe bevor, lassen Vertreter von UNO und EU, von Opposition und der Militärjunta Myanmars (Burma) die internationale Presse seit einigen Tagen wissen.

Martin Schwarz, Wien

Starke Wortgefechte Milosevic - Rugova

Zwischen dem jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic und dem kosovo-albanischen Präsidenten Ibrahim Rugova kam es am Freitag zu heftigen Wortgefechten vor dem Haager Tribunal.

ndPlusKatrin Lengwinat, Caracas

Chávez setzt auf nationalen Dialog

Auf den ersten Blick hat sich die Lage in Venezuela wieder normalisiert. Die Demonstrationen am 1. Mai verliefen friedlich, die Läden sind wieder offen und Hugo Chávez hat die Regierungsgeschäfte in seiner Hand. Doch so richtig traut noch keiner dem Frieden.

Hendrik Lasch, Plauen

Babystrich: Unrecht, aber billig

Der »Babystrich« an der deutsch-tschechischen Grenze boomt. Für die Verfolgung deutsche Kinderschänder und den Schutz ihrer Opfer fehlen die Mittel.

ndPlusUwe Kalbe

Acht plus x - Grüne suchen nach sicherer Rechnung

Acht Themen haben die Grünen für ihr Wahlprogramm gewählt - quasi für jeden angestrebten Wähler-Prozentpunkt eines. Denn »Acht plus x« heißt das Ziel für den 22. September. Am Wochenende in Wiesbaden entscheidet ein Bundesparteitag über das Programm, mit dem die Grünen vier weitere Jahre in der rot-grünen Koalition mitregieren wollen.

Hendrik Lasch, Dresden

M. & M.

Manager und Minister: Der 57-Jährige bekam vom Chiphersteller AMD Urlaub, um in Sachsens Regierung das Wirtschaftsressort zu leiten.

Trauer um Opfer in Erfurt

In einer bewegenden Trauerfeier auf dem Erfurter Domplatz nahmen gestern über 100000 Menschen Abschied von den Opfern der grausamen Bluttat am Gutenberg-Gymnasium.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Frankreich steht vor der Wahl

In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag stehen sich erstmals in der Geschichte Frankreichs ein bürgerlich-demokratischer Politiker und ein Führer der Rechtsextremen gegenüber.

»Arafat war einer von uns«

Julia Deeg stand zusammen mit anderen ausländischen Friedensaktivisten im Amtssitz des palästinensischen Präsidenten 32 Tage lang unter Belagerung der israelischen Armee. Yasser Arafat (72) war dort seit Beginn des Einmarsches am 29. März eingeschlossen. Peter Schäfer sprach am Donnerstag nach Abzug der israelischen Truppen aus Ramallah mit der 21-jährigen Kindergärtnerin aus Berlin.

ndPlusWolfgang Rex

Buchungstricks

Unbestritten, in diesem Land gibt es stinkreiche Städte und stinkreiche Dörfer. Im Durchschnitt geht es den Kommunen derzeit jedoch schlecht bis nicht gut. Mit einem Buchungstrick versuchte gestern der CDU-orientierte Steuerzahlerbund fast alle bundesdeutschen Städte gesund zu reden. Die Steuereinnahmen von 160 großen Städten würden in diesem Jahr im Vergleich zu 2001 nur ganz gering sinken, erkl...

Larissa Schulz-Trieglaff

Ziemlich lahm

Mecklenburg-Vorpommern wird irgendwann menschenleer sein. Nur noch ein paar Schafe und Touristen ziehen dann durch die sanfte Hügellandschaft, hält die Abwanderung unter den Jugendlichen an. Immerhin die Hälfte der Mädchen und Jungs klagt über Perspektivlosigkeit und fehlende Jobs. Ein Teil von ihnen zieht vielleicht nach Bayern, die Eltern und Großeltern bleiben. Das passt ins Konzept - Flexibili...

ndPlusOlaf Standke

Es knirscht

Nun ist es nicht so, dass es zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union keine Übereinstimmung mehr gäbe. Die internationale Nahost-Konferenz, die jetzt für den Frühsommer angekündigt wurde, ist das Ergebnis enger Konsultationen zwischen Washington, Brüssel, Moskau und der UNO. Der Brandherd war ein Hauptthema auf dem jüngsten Gipfel USA-EU. Wie Präsident Bush betonte, ...

Hanno Harnisch

Hilflos?

Gewalt im Internet und auf der CD-Rom scheint nur virtuell. Beim sinnlosen Ballern mit Superkanonen und Pumpguns, beim Sprengen von Bunkern und Versenken von Schiffen sterben nur Pixel. Bei Gewalt im Film ist es schon anders. Da werden Menschen von Menschen gequält, vergewaltigt, ermordet. Aber es ist »nur« fiktiv. Die alltägliche Gewalt ist real. Es ist richtig, wenn Journalisten darüber berichte...

ndPlusJohannes M. Becker

Le Pen - noch korrigierbar

Der promovierte Frankreich- und Abrüstungsexperte forscht und lehrt an der Marburger Philipps-Universität.

Heidi Diehl

...auch für Kinder

Dieses Buch ist jeden Cent wert. Und nicht nur etwas für Kinder! Obwohl es in der Reihe des Berliner Nicolai-Verlags »Museum für Kinder« erschien, wird jeder Erwachsene, der darin blättert, fasziniert sein von »Sanssouci - Ein Schloss, ein Park, ein König und seine Hunde«. Und er wird vieles erfahren, was er bislang nicht wusste, vieles sehen, was er nie sah, selbst wenn er schon öfter mit viel zu...

ndPlusKira Taszman

Bürgerschreck macht sich im Babylon breit

»Bürgertum und Verbrechen sind identisch«, lautet das Credo des listigen Altmeisters des französischen Kriminalfilms Claude Chabrol. Seit mehr als vier Jahrzehnten führt der Mitbegründer der »Nouvelle Vague« in seinen Werken mit meist unverhohlener (Schaden-)Freude Bürger vor, hinter deren scheinbar rechtschaffener Fassade sich moralische Abgründe auftun. So bringt ein angesehener Geschäftsmann in...

Jack Rodriguez

Denkzeichen für Josef Garbáty

Hoch über dem Platz vor dem S- und U-Bahnhof Pankow soll ab 29. Juni der Name Garbáty zu lesen sein. Der knapp ein Meter hohe und zwölf Meter lange Schriftzug aus Aluminium wird auf etwa vier Meter hohen verzinkten schlanken Stahlstützen ruhen. Die Bildhauerin Susanne Ahner lässt damit das bauchige Firmensignet der gegenüber in der Berliner Straße beheimateten Zigarettenfabrik leicht verkleinert w...

ndPlusAnja Probe

Ostberliner leben im Schnitt ein Jahr länger

Nicht nur Sport und eine ausgewogene Ernährung sollen ein langes Leben sichern, auch die sozialen Lebensumstände sind nach Untersuchungen der Gesundheitsberichterstattung Berlin maßgeblich für das Erreichen eines hohen Alters. Gestern legte die Senatsverwaltung für Gesundheit eine Statistik zu den neuesten Lebenserwartungsberechnungen für die einzelnen Stadtteile vor. In den letzten zehn Jahren i...

Bernd Kammer

Eine Frage der Bildung

Preisfrage: Wie heißt ein bekanntes (Kreis-)Kulturhaus in Russland? Wer jetzt an das berühmte »Dom Junisti« in Tobolsk oder das großartige »Dom Kulturi« in Noworossisk denkt, liegt leider falsch. Gemeint ist tatsächlich die Philharmonie im Kulturforum. Die Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder hatte über das von keinem geringeren als Hans Scharoun errichtete Bauwerk gesagt, es ähn...

ndPlusRainer Funke

Krawalle sind Krawalle, nicht linke Aufstände

Entgegen jedwedem Mythos gibt es den politisch motivierten Straßenkämpfer längst nicht mehr, der am 1. Mai jedes Jahres mit Fackel, Flasche und Stein in der Hand in Kreuzberg für die Gerechtigkeit unterwegs ist. Keineswegs handele es sich bei den jeweiligen Gewaltausbrüchen um einen linken Angriff auf den Rechtsstaat. Zu diesem Schluss kommt eine interne Studie der Landespolizeischule, fußend auf ...

»Kulturland Brandenburg 2002«

(ddp). Am Samstag wird im Kloster Chorin bei Eberswalde die Kampagne »Kulturland Brandenburg 2002« eröffnet, bei der sich alles um die Romantik dreht. Zahlreiche Ausstellungen sowie Theateraufführungen, Konzerte, Feste, aber auch wissenschaftliche Konferenzen sind geplant. Die Vernetzung des Romantik-Programms mit der von Berlin einmal geplanten, breit angelegten Klassik-Reihe platzte. Der Beirat...

ndPlusBernd Baumann

Oberbürgermeister treten ihr Amt an

Die drei neuen Oberbürgermeister der kreisfreien Städte Cottbus, Brandenburg/ Havel und Frankfurt (Oder) werden am Montag in ihren Stadtparlamenten vereidigt und treten ihre achtjährige Amtszeit an. Gestern verkündeten sie in Potsdam ihre politischen Vorhaben und Ziele. Größtes Problem für die Kommunalpolitiker sind die leeren Kassen. Die neue Cottbuser Oberbürgermeisterin Karin Rätzel (parteilos)...

Katharina Sexauer

Vom Fasten zum Kulitsch

Was wird aus den eigenen Bräuchen, wenn man in einem anderen Land lebt? Wie wird etwa das russisch-orthodoxe Osterfest in Berlin gefeiert, das nach dem julianischen Kalender dieses Jahr auf den 5. Mai fällt? Viele orthodoxe Zuwanderer suchen die Verbindung zur Heimat in der Kirche und deren Traditionen, sagt Erzbischof Theofan von der Russisch-orthodoxen Diözese Berlin und Deutschland. Er ist Geis...

39 Haftbefehle nach Unruhen

(ddp). Nach dem Mai-Krawallen sind 39-Haftbefehle gegen mutmaßliche Randalierer erlassen worden. Allerdings erhielten 20 von ihnen Haftverschonung. Insgesamt waren bei den Ausschreitungen 158 Personen festgenommen worden, darunter drei strafunmündige Kinder. Der Älteste war 31 Jahre alt. Am stärksten vertreten war laut Polizei die Gruppe der 16- bis 24-Jährigen. In 62 Fällen erfolgte die Festnahme...

Todesstrafe abgeschafft

Vilnius (dpa/ND). Mit einem Zusatz zur Europäischen Menschenrechtskonvention haben 36 europäische Staaten die Todesstrafe endgültig abgeschafft. Die außenpolitischen Vertreter der Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, unterzeichneten am Freitag in der litauischen Hauptstadt Vilnius ein entsprechendes Protokoll zum Auftakt der Außenministertagung des Europarats. Damit wird die ...

Zwei Sitze an Rechte

London (dpa/ND). Bei den Kommunalwahlen in England hat die rechtsextreme British National Party (BNP) erstmals seit neun Jahren wieder Mandate für zwei Stadträte gewinnen können. Die Labour-Partei von Premier Tony Blair büßte etwa acht Prozentpunkte im Vergleich zu den Parlamentswahlen vor einem Jahr ein. Die oppositionellen Konservativen legten unter ihrem neuen Parteichef Iain Duncan Smith 1,5 P...

Jochen Bülow

Wuppertals OB kämpft um sein Amt

»Die Bürger haben mich gewählt und nur die Bürger können mich auch wieder abberufen« - so sieht Wuppertals Oberbürgermeister Hans Kremendahl seine Perspektiven nach den massiven Vorwürfen wegen Vorteilsnahme. Und zumindest bei den »Treffpunkt Rathaus« genannten Bürgergesprächen mit dem OB überwiegt die Zustimmung.

ndPlusMarcus Schwarzbach

Auch in Gorleben gilt Demonstrationsrecht

Das Komitee für Grundrechte hat beim niedersächsischen Landtag eine Petition wegen Gefährdung des Demonstrationsrechtes durch staatliches Vorgehen gegen Protestaktionen beim Castortransport im November 2001 eingereicht.