Ausgabe vom 18.07.2005

Berlin-TIPPS

Kinder »Bring deinen Spunk für die Spunkgalerie mit« - Veranstaltung im Rahmen der »Machmit-Ausstellung - Volles Recht auf Spunk und Spiel«. 19.7., 9 bis 18 Uhr, Kindermuseum Labyrinth, Osloer Straße 12 (Wedding). »Mäuseken Wackelohr allein zu Haus« - musikalisches Puppenspiel am 19.7. bis 21.7., jeweils 10 Uhr im Puppentheater »Die Schaubude«, Greifswalder Straße 81-84. »SpieloFEZien« - Berlins g...

Terminbörse

Magdeburg 18.Juli, 17.30Uhr, Domplatz: Ein Jahr Montagsdemonstrationen. Mit Mike Warner, Wulf Gallert und einem prominenten Gastredner der Linkspartei. Hannover 18.Juli, 20Uhr, Vortrag und Diskussion zu Repressalien gegen Linke. Veranstaltung der Roten Hilfe und der FAU. UJZ, Kornstraße28-30. München 18.bis24.Juli, Projektwoche der Initiative Historische Lernorte zur Erforschung der Stadtteilgesch...

Bayer soll haften

Düsseldorf (ND). Australische Behörden haben in einer für Japan vorgesehenen Ladung Raps eine Verunreiniung durch genmanipulierten Raps festgestellt, berichtet die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG). Darüber herrscht helle Empörung bei australischen Landwirten. Für rund 400 Millionen Dollar exportieren sie konventionellen Raps in alle Welt. Nun befürchten sie den Verlust von Absatzmärkten, da...

Knut Henkel

Gemischte Noten vom Währungsfond

Gut erholt habe sich die argentinische Wirtschaft von der Finanzkrise des Jahres 2001 und deren Folgen, attestieren die Spezialisten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Eine bemerkenswertes Eingeständnis, denn die argentinische Regierung hatte sich nicht an die IWF-Rezepte gehalten. Beeindruckt zeigen sich die Finanzexperten aus Washington angesichts eines Wirtschaftswachstums von rund neun ...

ndPlusWolfgang Kühn

Freilandexperiment Niedriglohngebiet

Die europäische Regionalpolitik soll eine harmonische Entwicklung der Mitgliedsländer und ihrer Regionen befördern. Ein Sammelband betrachtet die Zeit von 1980 bis 2000. Als Zwischenfazit von 20 Jahren europäischer Regionalpolitik lässt sich festhalten, dass die Entwicklung der 167 untersuchten Regionen der EU sowohl durch weitere Polarisierung als auch Egalisierung gekennzeichnet ist. Zu diesem ...

Norbert Suchanek

Nach dem Tsunami ist vor dem Tsunami

Auch ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe in Süd- und Südostasien haben Reiseindustrie und Tourismuspolitiker aus dem Unglück nichts gelernt. Statt die bisherige Tourismusentwicklung in den betroffenen Ländern zu überdenken, setzen sie weiter auf den üblichen Massentourismus. Doch mehr Tourismus ist nicht die Lösung, sondern das Problem, sagen zunehmend Einheimische und kritische Tourismusexperten vor Ort.

Traurige Realität

Madagaskar: Im seit Ende vergangener Woche laufenden Trickfilm »Madagascar« als malerisches Naturparadies dargestellt, ist die Insel im Südosten Afrikas in Wahrheit ein von Naturzerstörung und -Plünderung gebeuteltes Land. Die ehemals üppigen Regenwälder werden rücksichtslos abgeholzt. Viele der hier lebenden Arten sind zudem durch die ungebremste Nachfrage des internationalen Handels bedroht: 99 ...

Volker Stahl

Streichen, vergrämen, töten

In keinem anderen Ressort setzt die neue CDU-Landesregierung so deutliche Akzente wie in der Umweltpolitik. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen fährt einen rigorosen Sparkurs und will bisher geschützte Vogelarten zum Abschuss freigeben. Auch die Ökobauern fürchten um ihre Existenz.

ndPlusUwe Witt

Klimagas-Handel erweitert

Allem Unken zum Trotz: Der Bundestag arbeitet noch. Ende Juni hat er ein Gesetz beschlossen, das die so genannten flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls für deutsche Unternehmen verfügbar machen soll. Danach können sich deutsche Investoren künftig Einsparungen von Treibhausgasen, die aus zertifizierten Auslandsprojekten stammen, auf eigene Reduktionsverpflichtungen anrechnen lassen.

Fünf Zentimeter zur Traumgrenze

Eine Traumgrenze der Leichtathletik rückt immer näher. Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa aus Russland hat am Sonnabend beim Grand-Prix-Meeting in Madrid mit 4,95 m den 15. Stabhochsprung-Weltrekord ihrer Karriere aufgestellt. Die 23-Jährige steigerte ihre erst elf Tage zuvor in Lausanne erreichte Marke von 4,93 m diesmal um zwei Zentimeter. Für die deutschen Leichtathleten hat es b...

Thomas Lurz - erster Goldjunge

»Goldjunge« Thomas Lurz hat dem deutschen Team bei den 11. Schwimm-WM in Montréal mit einem unwiderstehlichen Kraftakt über 5 km einen Traumstart beschert. »Das hat doch ganz gut geklappt«, sagte der 25 Jahre alte Student aus Würzburg, als er am Sonntag nach 51:17,2 min angeschlagen hatte. Am Mittwoch will er seinen Titel über 10 km verteidigen. Wütend stieg Britta Kamrau aus dem Wasser. Platz se...

Der Laie staunt und wundert sich

Die teuersten Karten bei den World Games gab es bei den Bodybuildern - 65 Euro kostete ein Platz in der ersten Reihe. Die insgesamt 1000 im Theater am Marientor waren an beiden Tagen komplett ausverkauft. Eine eingeschworene Gemeinschaft der Kenner. Die Königsklasse der Bodybuilder ist das Schwergewicht, ab 85 Kilo. Auf der Bühne fünf tiefbraun glänzende Männer in knappen Badehosen, die mit grima...

Familienbande

Er ist 48 und eine Legende des Tauziehens: James Kehoe aus Wexford im Südosten Irlands. Mit dem Team Boley, das identisch mit der irischen Nationalmannschaft ist, gehört er zu den Weltrekordhaltern im »Tug of war«, wie Tauziehen im Englischen heißt (aus dem germanischen »toga werra«, etwa: Wettkampf im Ziehen). In Duisburg wurde sein Team Dritter. ND-Mitarbeiter JIRKA GRAHL sprach mit ihm.

unserem Berichterstatter Jirka Grahl, Duisburg

Brüllen, Fluchen, Männerschweiß

Die World Games 2005 haben ihre ersten Publikumslieblinge: die Tauzieher. 1200 Zuschauer waren auf der Dreieckswiese im Duisburger Sportpark dabei, als die erste Konkurrenz dieser Jahrhunderte alten Kraftsportart ausgetragen wurde. Vor den Toren des kleinen Stadions drängelten sich noch die Neugierigen, die keine Karte mehr bekommen hatten. Mancher erkletterte einen der umstehenden Bäume, um wenig...

Wer bestimmt Trikotfarben?

Mir ist aufgefallen, dass die deutschen Sportler mehr oder weniger deutlich schwarz-weiß-rote Trikots tragen. Ist diese Farbgebung Absicht? Wer ist verantwortlich für die Gestaltung und Farbgebung der Sportlerkleidung? Barbara Lindemann, 15537 Erkner Für das Design der Nationalmannschaftsbekleidung tragen die einzelnen Sportverbände die Verantwortung. Die jeweiligen nationalen Fachverbände segn...

Auf Armlänge mit Georg Totschnig

Ganz Agde scheint an diesem Sonnabendmorgen auf den Beinen. Die Strände liegen jedoch verlassen darnieder. Die gesamte Bevölkerung der Küstenstadt ist an die Straße geströmt, um die Teilnehmer der Tour de France auf ihrem Weg in die Pyrenäen zu verabschieden. Menschenmassen drängen sich auf Fußgängerbrücken, die sich über den abgezäunten Parcours spannen. Urlauber, die den Canal du Midi entlangzie...

ndPlusGerhard Wagner

Das neue Wunder von Bern

Der in Münchenbuchsee bei Bern geborene Maler Paul Klee (1879-1940) bewohnte von 1934 bis 1940 drei Zimmer eines Mietshauses im Elfenauquartier der schweizerischen Hauptstadt. Das neue Haus ist heute kein Museum, keine Gedenkstätte, sondern eine »Immobilie« in einem vornehmen, beschaulichen Viertel. Es liegt abseits der durch graugrünen Berner Sandstein, barocke Stadtpaläste, Patrizierhäuser und d...

Kurt Wernicke

Abendlandideologie

Der 60. Jahrestag der Potsdamer Konferenz mit dem dort gefassten Beschluss, die außerhalb von Nachkriegsdeutschland verbliebenen Deutschen aus ihren Siedlungsterritorien nach dem übrig gebliebenen Deutschland auszusiedeln, lässt die Wellen zum Thema »Vertreibung und Aussiedlung« wieder einmal lebhafter aufschlagen. In Tschechien ist jetzt gar ein Streit zwischen Staats- und Ministerpräsident entbr...

ndPlusRonald Schumacher

The Wall - wider die Barbaren

Die Heidelberger Altstadt hat es noch nicht geschafft, aber der Limes ist nun auf die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste gesetzt. Das könnte der Beginn auch für ein größeres Projekt sein: ausgeweitet auf den Balkan, nach Arabien und Nordafrika - eine über nationale Grenzen hinweg wirkliche Internationalisierung. Das lateinische Wort »limes« bezeichnete ursprünglich einen Grenzweg zwischen zwei Grundstüc...

Wolfgang Rex

Aus der Brache wurde ein Baderevier

Der Stausee der Spree südlich von Cottbus hat sich in den letzten Jahren zu einem rege besuchten Baderevier entwickelt. In seinen ersten Jahrzehnten war der See vor allem durch das phenolhaltige Wasser aus dem damaligen Braunkohlenkombinat Schwarze Pumpe in Verruf geraten. Badestellen an unbefestigten Ufern entwickelten sich natürlich auch schon in den 60er Jahren sporadisch und wild. Noch belieb...

ndPlusUwe Werner

Es fehlen der Konsum und die Post

Bis zum Jahr 2020 wird in der Uckermark die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren drastisch sinken, und zwar um fast 19 000 Personen. Gab es im Landkreis im Jahr 2002 noch 91 333 Personen in dieser Altersgruppe, so werden es im Jahr 2020 nach jetzigen Prognosen nur noch 72 430 sein. Das geht aus einer Studie der Agro-Öko-Consult GmbH hervor, die in Lychen vorgestellt ...

Matthias Busse

Zeitreise mit dem Bus

Wie man es auch wendet: 60 Jahre Frieden haben ihren Ausgangspunkt immer am Ende des Krieges. So beginnen die zahlreichen Museumsausstellungen im Themenjahr »Zwischen Krieg und Frieden« mit der Befreiung vom Faschismus und dem unmittelbaren Wirken der jeweiligen alliierten Mächte. Dennoch soll im zweiten Themenhalbjahr der Fokus auf der Nachkriegsentwicklung liegen. Das wollte der Museumspädagogis...

ndPlusVolkmar Draeger

So unauffällig, dass es auffällt

Gern kaufte man seinen Döner unter den Kronen des Wäldchens Karl-Liebknecht-Straße/Ecke Hirtenstraße, neben der riesenhaften Plastik eines Arbeiters, dessen Arm seherisch, fast segnend gen Alexanderplatz weist. Eines Tages fand man den Kiosk niedergebrannt, einen der Bäume hatte das Feuer halb versengt. Ein Dutzend Sommer mag das her sein. Längst ist die Brandruine beseitigt, den Baum ließen seine...

Matthias Nicko

Verhaltensberatung für Vierbeiner

Das Kommen auf Zuruf soll klappen. Fremde Besucher dürfen nicht mehr angebellt werden, und das Zerren an der Leine muss endlich ein Ende haben. Noch besser: Rex, Hasso und Polly lernen, sich in der Stadt auch ohne Leine zu bewegen. Helfen kann dabei Insa Gaudszun. Seit Mai 2000 hat sie eine eigene Schule. Motto: »Für den Hund und seinen Menschen - Erziehung mit Vertrauen und Verständnis.« Die 41-...

ndPlusAlmut Schröter

Sale, Sale, Sale!

Beim Abschied werden Dinge, von denen man lassen soll, noch einmal reizvoll. Dem Handel scheint es so zu gehen. Weil es ihn nicht mehr gibt, haben Handelsverbände jetzt zum »freiwilligen gemeinsamen Sommerschlussverkauf« ab 25. Juli aufgerufen. Inoffiziell habe der allerdings längst begonnen. Und überhaupt verfolgt uns der Schlussverkauf das ganze Jahr hindurch. Schon morgens wird man aus der Radi...

Uta Herrmann

Rollend durch das Stelenfeld

»Beängstigende, bewegende, bedrückende Stimmung - vor allem, wenn man zwischen den Stelen ist und keinen Straßenlärm mehr wahrnimmt«, schilderte Helmut Rebmann seine Empfindungen als er in seinem Rollstuhl durch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Sonntagvormittag rollte. Gemeinsam mit anderen Teilnehmern der Sommeruniversität der Technischen Universität (TU) »Sinne schärfen... Barrier...

ndPlusBernd Kammer

Ein Matternhorn und andere Träume

»Der Abriss des Palastes ist so gut wie sicher«, glaubt auch Phillipp Oswalt von der interdisziplinären Plattform Urban Catalyst (UC), »aber das Schloss wird nicht kommen«. Oswalt ist einer der Kuratoren der Ausstellung »X Ideen für den Schlossplatz«, die seit dem Wochenende zwischen dem Stahlskelett des Abrisskandidaten zu besichtigen sind. Stattdessen drohe sich die Geschichte des Ortes als Farc...

Ralf Streck, San Sebastián

Urteil im Falle des 193. Opfers

Der Bäcker Angel Berrueta ist das vergessene Opfer der islamistischen Anschläge vom 11. März 2004 in Madrid. Er taucht in der Statistik der 192 Toten nicht auf, im Unterschied zu einem Guardia-Civil-Beamten, der Wochen später starb, als sich einige der Attentäter in die Luft sprengten.

ndPlusGerhard Dilger, Porto Alegre

Lulas Basis fordert Kurswandel

Trotz Korruptionsaffären bescheinigen Umfragen dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio »Lula« da Silva eine unverändert große Popularität. Die Opposition verschärft unterdessen ihre Attacken.

Waffenhandel gehört unter Kontrolle

Die Australierin Rebecca Peters ist Chefin des 1998 gegründeten Internationalen Aktionsnetzwerks zu Kleinwaffen (IANSA), eines Dachverbands von weltweit rund 700 Organisationen. Gemeinsam mit Amnesty International und Oxfam hat IANSA die Kampagne »Control Arms« gegen die unkontrollierten Waffenhandel gestartet. Mit Peters sprach Stefan Mentschel.

Reimar Paul, Göttingen

Peilsender gegen Castorgegner

Wenn die Castortransporte in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet und auf dem Weg ins Wendland sind, dann richten Atomkraftgegner und Polizeistrategen ihren Blick auch auf das »Nadelöhr Göttingen«. Schon mehrfach gelang es Umweltschützern, hier - trotz Verbotes - an den Schienen zu demonstrieren und den Atomzug für kurze Zeit zu stoppen. Einmal rauschte der Zug bei Götti...

Museum Peenemünde in Not?

Wolgast (ND-Heilig). Forscher, Kulturwissenschaftler und Politiker aus Deutschland und den USA sorgen sich um die Zukunft des Museums in Peenemünde. Sie fordern eine leistungsfähige Trägerschaft für die Bildungsstätte. An dem westlichen Zipfel der Halbinsel Usedom hatten die Nazis ein Raketenforschungszentrum aufgebaut. Die hier entwickelten »Wunderwaffen« V 1, V 2 und andere dienten zur Terrorisi...

Claus Dümde

Kippt Karlsruhe den EU-Haftbefehl?

Das Bundesverfassungsgerichts verkündet heute sein Urteil. über die erste Verfassungsbeschwerde gegen die Auslieferung eines deutschen Staatsbürgers aufgrund eines Europäischen Haftbefehls. Die Entscheidung kann über den konkreten Fall hinaus weit reichende Bedeutung haben. Dass die erste Beschwerde In Karlsruhe gegen den Europäischen Haftbefehl, zu dessen Vollstreckung auf Verlangen anderer EU-S...

ndPlusGabriele Oertel und Wolfgang Hübner

Der erste Schritt zum zweiten Aufbruch

Ein Außerordentlicher PDS-Parteitag. Der nicht nur ein außerordentliches Unterfangen mit der Umbenennung der Partei hatte. Sondern aus gewohnter Ordnung fiel, weil er mit ganzen vier Stunden Dauer kürzer als alle bisherigen Parteitage war, von einem neuen Mitglied und nicht wie bislang vom Ehrenvorsitzenden eröffnet wurde - und entgegen manch früherer Selbstzerfleischung immer wieder die große Chance beschwor.

PDS heißt jetzt »Die Linkspartei.«

Mit einem klaren Ergebnis hat sich die PDS am Sonntag einen neuen Namen gegeben: 74,6 Prozent der Sonderparteitags-Delegierten votierten für den neuen Namen »Die Linkspartei.«, der in den Ländern um den Zusatz PDS ergänzt werden kann und mit dem die demokratischen Sozialisten in den Bundestagswahlkampf ziehen werden. Damit ist der Weg geebnet für eine Zusammenarbeit mit der WASG, deren Basis mit 81,8 Prozent für eine Kandidatur auf Linkspartei-Listen gestimmt hatte.

ndPlusRené Heilig

Haltet das Monster!

Die Meldung soll einkehrende Rechtstaatlichkeit symbolisieren: Saddam Hussein, einst Iraks starker Mann und seit Dezember 2003 in den Händen der USA, wird demnächst - endlich - angeklagt. Die bislang formulierten Vorwürfe betreffen Verbrechen aus den Jahren 1974, 1982, 1983, 1988, 1990, 1991 - Attentate gegen politische Widersacher, Massaker unter Minderheiten, Überfälle auf Nachbarn. Es geht um p...

Wolfgang Hübner

Schönbohm-Doubles

Als Brandenburgs CDU-Innenminister Jörg Schönbohm kürzlich in der ihm eigenen Forschheit vorschlug, den WASG-Frontmann Oskar Lafontaine wegen dessen Fremdarbeiter-Äußerungen vom Verfassungsschutz beobachten zulassen, da regte sich beim Koalitionspartner SPD kaum jemand auf. So ist der eben, mögen sich viele gedacht haben, und mancher sah es vielleicht mit etwas Schadenfreude. Brandenburgs Minister...

ndPlusDetlef D. Pries

Unrecht ist rechtens

Trotz aller Misserfolge im »Antiterrorkrieg« - im eigenen Land feiert der oberste Antiterrorkrieger durchaus noch Erfolge: Nach einigen gegensätzlichen Urteilen befand ein Bundesberufungsgericht der USA, dass die »Militärkommissionen«, die George Bush als Sondergerichte zur Aburteilung der »Schlimmsten der Schlimmen« (der Gefangenen von Guantánamo) einrichten ließ, rechtens seien. Diese Militärko...

Wolfgang Hübner

Linke Hoffnungen

Nicht einmal acht Wochen ist es her, dass Oskar Lafontaine mit seinem Angebot, für eine Kooperation von PDS und Wahlalternative zur Verfügung zu stehen, eine Lawine in Bewegung setzte. Beide Parteien mussten über Nacht neu planen und die Demoskopen konnten ihre bisherigen Rechenkunststücke in den Papierkorb werfen. Dass die Linkspartei einen solch rasanten Aufschwung erlebt, hat wohl vor allem zw...

ndPlusLorenz Matzat

Großrazzia wegen Korruption

Nach Hausdurchsuchung in der Konzernzentrale und mehreren Privathäusern trat Infineon-Vorstand von Zitzewitz zurück. Er soll für die Vermittlung von Sponsorverträgen eine sechsstellige Summe kassiert haben. Bei einer Großrazzia mit einem Aufgebot von über 100 Polizeibeamten wurden am vergangenen Freitag 14 Büros und Privathäuser in Deutschland und der Schweiz durchsucht. Die Staatsanwaltschaft er...

Irmtraud Gutschke

Selbstversuch

»Nun ist ja Schreiben ein Sich-Heranarbeiten an jene Grenzlinie, die das innerste Geheimnis um sich zieht und die zu verletzen Selbstzerstörung bedeuten würde, und es ist auch der Versuch, die Grenzlinie nur dem wirklich innersten Geheimnis zuzuerkennen, und die diesen Kern umgebenden, teils mit ihm zusammenhängenden anderen "Geheimnisse", die oft nur Peinlichkeiten, schwer zu gestehende Verfehlungen sind, nach und nach von dem Verdikt des Unaussprechlichen zu befreien, also nicht Selbstzerstörung, sondern Selbsterlösung zu betreiben.« Christa Wolf