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Ausgabe vom 07.11.2005

Dierk Jensen

Gas aus der Bio-Tonne

Während die Abfallwirtschaft die Biogaserzeugung aus der Vergärung von Abfällen schon seit vielen Jahren nutzt, boomt derzeit der Anbau von Energiepflanzen für Biokraftwerke. Doch auch im Abfall steckt noch mehr Bioenergie drin, als bisher genutzt wurde.

ndPlusFabian Lambeck, Rostock

Schutzgebiete an Stiftung übertragen

Am vergangenen Freitag ging die 65. Bundesumweltministerkonferenz (UMK) in Rostock zu Ende. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte stand die Konferenz unter der Schirmherrschaft eines PDS-Ministers, des Umweltministers von Mecklenburg-Vorpommern Wolfgang Methling (PDS). Aber parteipolitische Differenzen spielten bei der Beschlussfindung keine Rolle.

Günter Queißer

Island: Wilde Schlucht wird Wasserkraftwerk geopfert

Für Naturschützer ist das Projekt eine Schurkerei, für seine Befürworter ein Segen: Der Bau des großen Wasserkraftwerkes am Berg Kárahnjúka im zentralen Hochland von Island, eines der letzten verbliebenen großen Wildnisgebiete Europas. Dort, wo seit Jahrtausenden Wasser in eine Felsschlucht stürzt, werden Staudämme errichtet, bis zu 193 Meter hoch, 730 Meter lang. Ein Kraftwerk soll Strom für ein Aluminiumwerk liefern, das der US-Konzern Alcoa an der Ostküste der Insel baut. Auch deutsche Banken sind beteiligt.

ndPlusKarlen Vesper

Das Elend der Politik

Deutschland ist unregierbar geworden«, schrieb die italienische Zeitung »La Stampa« am Tag nach der Wahl. Was damals noch als verwegene, vielleicht auch hämische Prophezeiung erschien, ist eingetroffen. Wer trägt die Schuld? Das Volk? Die Politiker? Deren Leumund ist nicht von ungefähr ein schlechter. Und doch mokiert sich Hans Peter Bull, Professor für Öffentliches Recht, in seinem jüngst erschie...

Michael Kegler

Personen wie Dinge, Dinge wie Personen

Zum Abschluss der traditionellen Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist am Samstag in Darmstadt zum 54. Mal der Georg-Büchner-Preis, Deutschlands angesehenster Literaturpreis, vergeben worden. Diesmal erhält ihn die in Hamburg lebende Schriftstellerin Brigitte Kronauer, eine, wie es im Urkundentext heißt, »spielerisch sichere Erzählerin, die ihren Sinn für das scheinbar B...

Irmtraud Gutschke

Wie wir miteinander leben wollen

Da strömen sie aus der Berliner Auferstehungskirche hinaus in die Nacht. Zweieinhalb Stunden haben diese Leute dicht gedrängt gesessen, immer wieder geklatscht und gelacht, und die meisten werden jetzt nicht gleich schlafen gehen. Die Debatte - veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung - hat wach gemacht; nun möchte man weiter miteinander reden, auch wenn man weiß, dass man nichts klären kann. ...

Top-Manager sparen 400 Millionen jährlich

Berlin (ND). Den Rentenkassen gehen jährlich etwa 400 Millionen Euro dadurch verloren, dass Top-Manager keine Beiträge zahlen müssen. Das teilte die Bundesregierung auf eine Frage der Linksfraktionsabgeordneten im Bundestag Gesine Lötzsch mit. Da die Zahl der Begünstigten nicht erfasst wird, berechnete das Ministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung die Summe für den Mindestfall von zwei Vors...

Markus Bickel

IWF macht Druck auf Serbien

Der IWF mischt sich in die serbische Politik ein und fordert geringere Renten sowie weniger Gehalt im öffentlichen Sektor. Ob die Belgrader Minderheitsregierung das durchsetzen könnte - wenn sie denn wollte - ist indes ungewiss.

ndPlusPeter Liebers

Gesetze gegen Armutslöhne?

Von den rund 200 000 Thüringer ALG-II-Empfängern ist fast die Häfte berufstätig - aber Billiglohn-Empfänger. Wie sich diesen Verhältnissen rechtlich begegnen ließe, berieten am Freitagabend Experten im Landtag.

Lorenz Matzat

Datenautobahn könnte Privatstraße werden

Die Telekom droht, den Ausbau eines schnellen Internet-Breitbands aufzugeben, falls die Regulierer der Bundesnetzagentur weiterhin verlangen, den Zugang zum Netz für Wettbewerber öffnen zu müssen.

Rainer Funke

Kommentiert

Neuerlich hat - in Potsdam wie in Berlin - geschlossener Bürgerprotest bewirkt, dass ein Aufmarsch der NPD und Kameradschaften blockiert wurde und letztlich abgebrochen werden musste. Das ist ein Hinweis darauf, dass sich vor allem auch in der Hauptstadt-Region der Widerstand gegen das Gedankengut der Neu-Nazis, gegen Versuche, das braune Unheil zu verherrlichen, gegen ihre Gewalt sich immer besse...

ndPlusVelten Schäfer

Kommentiert

Wenn es darum geht, V orteile zu erhalten, die auf der Vergangenheit als Staatsbetrieb beruhen, kennt die Deutsche Telekom ihre Geschichte nicht. Aktuell beim erweiterten Glasfasernetz: Die schnelle Internetverbindung, mit der demnächst alle größeren deutschen Städte verkabelt sein sollen, möchte der Ex-Monopolist auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt am liebsten allein verkaufen. Die Konkurre...

Stefan Mentschel

Kommentiert

Iran beginnt sich international mehr und mehr zu isolieren. Nachdem Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor wenigen Wochen zurecht die heftige Empörung der Weltgemeinschaft auf sich gezogen hat, als er damit drohte, Israel von der »Landkarte tilgen« zu wollen, sagte nun auch Kofi Annan seinen für Ende dieser Woche geplanten Besuch in Teheran ab. Dabei wollte der UNO-Generalsekretär eigentlich dazu be...

Marina Flämig, Panamá-Stadt

Proteste in Panama

George Bush kommt nach Panama - und die Studenten des Landes machen mobil. Schon in vergangenen Woche gab es Zusammenstöße.. Hochschüler hatten die Fernverkehrsstraße Vía Transístmica blockiert und sich danach in der Wirtschaftsfakultät verbarrikadiert, von wo aus sie die Polizei mit diversen Gegenständen bewarfen. Die Reaktion der Polizei in Panama auf solche Aktionen ist generell hart. Ähnliche ...

ndPlusTommy Ramm, Bogotá

Ringen um neue Verfassung in Ecuador

Nachdem Präsident Alfredo Palacio vor der obersten Wahlbehörde mit einem Antrag zu einem Referendum gescheitert ist, das den Weg für eine neue Verfassung frei machen sollte, stehen die Politiker Ecuadors vor einem neuen Schlagabtausch.

Reimar Paul

»Politik hat Tschernobyl vergessen«

In Lüneburg versammelten sich am Sonnabend Tausende zum Protest gegen längere AKW-Laufzeiten und Castortransporte. Dabei wichen die Zählungen von Polizei und Veranstaltern wieder einmal stark voneinander ab - von 7000 Demonstranten sprachen die Atomgegner, nur 2600 waren es nach Schätzungen der Polizei.

ndPlusJürgen Vogt, Mar del Plata

Gipfel der Völker kontra Amerika-Gipfel

Am Ende gingen die 34 amerikanischen Staats- und Regierungschefs in Mar del Plata zwar nicht baden. Aber der 4. Amerika-Gipfel ist ohne Konsens bei der Frage der Freihandelzone ALCA zu Ende gegangen. Alternativen zeigte ein Völkergipfel auf.

ndPlusHaidy Damm

»Also wir bleiben. Punkt«

Es ist herbstlich am Berliner Mariannenplatz. Ein Spaziergänger führt seine Hunde in der Sonne aus. Kinder toben durch die Blätter. Ein geradezu idyllischer Nachmittag. Michael und Katrin haben es sich auf einer Bank bequem gemacht. »Endlich! Ich war den ganzen Tag noch nicht draußen«, sagt der 38-Jährige. Denn es gibt viel zu tun in diesen Tagen im Künstlerhaus Bethanien. Genauer gesagt, seit ver...

René Heilig

Mit »Black Jets« in »Black Sites« verschleppt

Eine deutliche Mehrheit der US-Bürger hat Zweifel an der Ehrlichkeit ihres Präsidenten. 58 Prozent, so eine vom Sender ABC Ende vergangener Woche veröffentlichte Studie, denken, dass Bush junior lügt und betrügt. Nur 40 Prozent der Befragten schätzten den ersten Mann im Staate als ehrlich und vertrauenswürdig ein. So etwas hat es bislang noch nicht gegeben. Bush hat willige Helfer. Fast immer wen...

ndPlusMarina Mai

Politikverbot hilft nicht gegen Neonazis

Trotz des Scheiterns rechter Parteien bei den Bundestagswahlen sind sie langfristig weiter auf dem Vormarsch. So lautete der Befund von Rechtsextremismus-Experten auf einer Konferenz der bündnisgrünen Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter am Samstag in Oranienburg.

Uwe Kalbe

Standpunkt

Die Bilder brennender Autos und Supermärkte in Paris verschrecken. Kann so etwas auch bei uns geschehen? Na sicher, warnen die einen. Keine Panik, beruhigen die anderen. Prinzipiell sollte man den Warnern zustimmen. Nicht, weil sie Recht hätten - vermutlich sind türkische Parallelgesellschaften in deutschen Großstädten viel weniger Laboratorien für Gewaltphantasien als manche Zeitungsredaktion. So...

Jürgen Holz

Eisbären wie gewohnt mit Berg- und Talfahrt

Es schien, als würde sich der deutsche Eishockeymeister Eisbären Berlin nach den teilweise peinlichen Schlappen endlich der Wiedergutmachung gegenüber den Fans bewußt werden. Denn die Zuschauerzahlen sind in dieser Nach-Meister-Saison merklich zurückgegangen. Für einen Titelverteidiger durchaus ungewöhnlich, dass kein einziges Heimspiel bislang ausverkauft war. Genau das aber war am Freitagabend d...

ndPlusMatthias Koch

"Wir haben keine Krise"

Nur 13 Zuschauer verließen zufrieden das Stadion der Freundschaft. Die wenigen mitgereisten Anhänger des Tabellenvorletzten LR Ahlen konnten mit dem 0:0 bei Energie Cottbus am Freitagabend sehr gut leben. Die restlichen 11000 Besucher suchten allerdings mit Verärgerung das Weite. Das Pfeifkonzert richtete sich nicht nur gegen den sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Norbert Grudzinski aus Hamb...

Berlin-TIPPS

Politisches Beratung der BO-Vorsitzenden der Linkspartei Treptow-Köpenick mit Petra Pau heute, 17 Uhr, in der Köpenicker Fröbelschule, Lindenstraße 1. »Künstler im Ghetto Theresienstadt und im KZ Dachau« - Gespräch mit Daniela Uher am 7.11., 19 Uhr, im Tschechischen Zentrum, Friedrichstraße 206. »Stand der kommunistischen und marxistischen Bewegung Anfang 1934 - Analyse eines Gestapo-Dokuments« - ...

ndPlusWilfried Neiße

Mehr Gewalt, weniger Sozialarbeiter

Die Landesregierung hat jetzt den Fahrplan aufgestellt, mit dem sie das 610-Stellen-Programm der Jugendarbeit auf 510 Stellen reduzieren will. Geburtenschwache Kreise müssen deutliche Einschnitte hinnehmen, bei denen in Berliner Randnähe ändert sich allerdings wenig, geht aus den von Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) vorgestellten Plänen hervor. Der Abbau der 100 Vollzeitstellen soll in den...

Ralf Fischer

Nachmittags endete der braune Spuk

Anwohner wunderten sich über die martialische Szenerie am Samstagmittag: Von der Polizei isoliert standen die Neonazis auf dem Schillerplatz. Nur 250 waren dem Aufruf des Hamburger Naziaktivisten Christian Worch nach Potsdam gefolgt, um gegen die von ihnen so genannte »Diffamierung« durch die Linke auf die Straße zu gehen. Vor einem Jahr waren es rund 100 Teilnehmer mehr. Zur gleichen Zeit fand d...

ndPlusMatthias Busse

Der unteilbare Mensch

Der gefallene Engel ist von feister Selbstsicherheit, ein rotes Rüschenhemd gibt ihm die Eleganz der Unterwelt, der schwarze Spazierstock mit Silberknauf macht ihn zum Zeremonienmeister der Oberwelt. Dort, auf der Erde, tobt ein Kampf zwischen Rom und Alba, zwischen dem Geschlecht der Horatier und dem der Kuratier. Ihre erhobenen Waffen sind Mordinstrument und Richtbeil zugleich. Martialisch form...

Volkmar Draeger

Wo einst Korn zum Trocknen rieselte

Neben Veit Didczuneits Büro steht das Modell jener Plastik, die das Dach des Museums für Kommunikation in der Leipziger Straße bekrönt: Drei fast sechs Meter hohe Giganten wuchten dort die Erdkugel auf ihren Schultern - Symbol des weltumspannenden Wirkens von Post und Telekommunikation. Abseits des Ausstellungsorts sitzt der in Leipzig promovierte Historiker aus Havelberg als wissenschaftlicher Mi...

ndPlusSteffi Bey

Palmengarten in alter Industriehalle

Urlaubsfeeling in einer alten Industriehalle: Wo einst Transformatoren hergestellt wurden, wachsen jetzt mediterrane Pflanzen. 350 sind es insgesamt: Palmen, Oliven- und Zitrusbäume und Oleander. Die Späthsche Baumschule macht aus ihrem neuen Winterquartier in der Rathenauhalle an der Wilhelminenhofstraße einen Palmengarten. Außer der Raumhöhe von acht Metern erinnert nichts mehr an die ehemalige...

Hans-Jürgen Neßnau

Bewegen statt fernsehen

Wandertouren, die direkt vor der Haustür beginnen - in Lichtenberg gibt es sie. Fünf Touren zwischen vier und acht Kilometern sind vom Bezirksamt und dem Arbeitskreis Umwelt und Bildung ausgesucht und in einem handlichen Format gedruckt worden. Die Karten sollen vor allem Schulen ansprechen, Wandertage sinnvoll zu nutzen. Es geht doch vor allem um Bewegung. Nicht nur Lichtenberger Kinder sind häu...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Nun macht Linkspartei-Basis bei Straßen mobil

Neben Widerstand in der eigenen Fraktion, hat es die Linkspar- tei.PDS beim innerparteilich immer heftiger umstrittenen Straßenausbaubeitragsgesetz inzwischen auch mit der eigenen Basis in den vornehmlich betroffenen Bezirken zu tun bekommen. Fast wortgleich werden von den Bezirksorganisationen Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick der Landesvorstand und die Vertreter im Abgeordnetenhaus zur Ab...

Bernd Kammer

Mein Gott

Den neuen Unterricht Ethik gibt es erst ab 2006, aber kritisiert wird schon kräftig. Das ist vielversprechend und wieder nicht. Denn einerseits soll man sich über neue Sitten austauschen, bevor sie Brauch sind. Andererseits sind Zweifel angebracht, ob wirklich an dem jetzt unter www.lisum.de im Internet lebenden Entwurf noch Wesentliches geändert wird. Wenn das Lehrwesen einmal etwas hervorgebrach...

ndPlusBernd Kammer

Die Weichen werden neu gestellt

Bahnkunden können sich jetzt schon mal auf die neue Bahnzeit einstellen, die ab 28. Mai 2006 anbricht. An diesem Tag werden in Berlin mit dem Nord-Süd-Tunnel drei neue Fernbahnhöfe in Betrieb genommen und die Weichen von Fern- und Regionalbahn neu gestellt. Für einen Bahnhof geht dabei eine Ära zu Ende: Für den Bahnhof Zoo ist der Zug abgefahren, er wird vom Fernverkehr der Deutschen Bahn abgekopp...

Irmtraud Gutschke

Wie wir miteinander leben wollen

Da strömen sie aus der Berliner Auferstehungskirche hinaus in die Nacht. Zweieinhalb Stunden haben diese Leute dicht gedrängt gesessen, immer wieder geklatscht und gelacht, und die meisten werden jetzt nicht gleich schlafen gehen. Die Debatte - veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung - hat wach gemacht; nun möchte man weiter miteinander reden, auch wenn man weiß, dass man nichts klären kann. ...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Ein kleiner Funke hat genügt

Die Vorstädte von Frankreichs Metropolen sind seit langem soziale Brennpunkte. Doch erst durch die Unruhen wird ihnen die Aufmerksamkeit zuteil, die sie so dringend nötig haben. »Stille Tage in Clichy« nannte der US-amerikanische Schriftsteller Henry Miller die Erinnerungen an seinen Pariser Aufenthalt in den 20er Jahren. Doch nicht von diesem einst so beschaulichen Vorort ging die gegenwärtige We...

Terminbörse

Berlin 11.11., 19 Uhr, »Zu den bestimmenden Aspekten der Fusion von Linkspartei.PDS und WASG«. Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Michael Brie im Karl-Liebknecht-Haus, Kleine Alexanderstraße 28. Berlin 11.11., 19.30 Uhr, »Die vergebliche Hoffnung der Bertha von Suttner auf Friedensvernunft: Die Waffen nieder - Gegen die Barbarisierung der Luft«. Kreuzberger Jerusalemkirche, Lindenstraße 85. Braunschweig...