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Ausgabe vom 06.05.2006

Lösungen:

Wer schrieb es? - Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge (* 16. Oktober 1752 - 6. Mai 1796), deutscher Schriftsteller, in »Über den Umgang mit Menschen«, besser bekannt als »der Knigge«. Was war es? - Das Kulturabkommen zwischen beiden Staaten. Welches Bündnis? - Die NATO. Was war es? - Die elektrische Schreibmaschine....

Testspiel

Wer schrieb es? Gar zu leicht missbrauchen oder vernachlässigen uns die Menschen, sobald wir mit ihnen vertraulich werden. Um angenehm zu leben, muss man fast immer ein Fremder unter den Leuten bleiben. Was war es? Welchen Vertrag unterzeichneten BRD und DDR am 6. Mai 1986 nach zwölfjähriger Verhandlungszeit? Welches Bündnis? Welcher Organisation trat die BRD am 6. Mai 1955 bei? Was war es? Welche...

Kartenspiel

Im englischen Städtchen Nottingham nähert sich die Amtszeit des Sheriffs ihrem Ende. Und wer wird sein künftiger Nachfolger? Wenn es nach den jetzigen Sheriff geht, dann er selbst. Doch um sich das Amt ein weiteres Mal zu kaufen, benötigt er dringend Geld. Tja, jetzt rächt es sich, dass er lieber im warmen Büro herumgesessen hat, anstatt mal die überfälligen Steuern einzutreiben. Wer von den Mitsp...

Tom Mustroph

Fliegen mit Schily-Air

Eine gottverlassene Insel im Mittelmeer, irgendwo zwischen Italien und Afrika. In die Schlagzeilen kommt sie regelmäßig, weil vollgepfropfte Boote aus Tunesien dort anlanden und jene, mal von Not, Elend und Unterdrückung Vertriebenen, mal auch nur wild zum sozialen Aufstieg Entschlossenen ausspucken, die Europa zu ihrer neuen, zumindest zeitweiligen Heimat machen wollen. Für sie hat die italienisc...

Kleine Ungenauigkeit

Die Schachwelt ist derzeit in Bewegung: So gibt es beispielsweise zwei neue europäische Champions: Zdenko Kozul (*1966, Kroatien) und Jekaterina Atalik (*1982, Türkei). Noch wichtiger ist aber ein historisches Match, das bevorsteht, ein Match zwischen zwei Weltmeistern: Weselin Topalow (*1975, Bulgarien) und Wladimir Kramnik (*1975, Russland) werden vom 21. September bis 13. Oktober 2006 in der St...

Pflegeleichte Südamerikanerinnen

Der Mai lässt die Knospen knallen. Im Garten blüht nach dem langen Winter vieles gleichzeitig, was sonst nacheinander zu erleben ist - von den zarten Anemonen auf der Wiese bis hoch hinauf zu Magnolie, Pfirsich, Zierkirsche und Felsenbirne. Auf der Fensterbank beeindrucken meine Blattkakteen (Epiphyllumhybriden) in diesem Jahr mit 40 besonders großen tiefroten Blüten (Foto: B: Müller). Sie erreich...

ndPlusSebastian Krüger

Es geht auch ohne den Hammer

Man trägt gedeckte Farben, spricht gedämpft und duftet nach Parfüm - auch in diesem Jahr strömt das Publikum zahlreich zu den Frühjahrskunstauktionen.

Anatol Ahrens

Iowa - wo Schweine nach Geld riechen

Iowa gehört zu den wenigen Weltregionen, wo Stallgeruch noch adelt: »Smells like Money« (riecht wie Geld) - diesen Spruch dürfen sich Schweinefarmer hier häufig anhören, wenn sie ihre Höfe verlassen. Einer von ihnen ist Dave Struthers. Rund 300 Schweine liefert der Landwirt aus der Ortschaft Collins pro Woche bei seinem Schlachthaus Swift im 30 Kilometer entfernten Marshalltown ab. Struthers ist e...

Riskante Kombination

Heidelberg (ND). Liegt eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori vor, so steigt bei hohem Fleischkonsum das Magenkrebsrisiko auf das Fünffache. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie »EPIC« (European Investigation into Cancer and Nutrition). Bei dieser Studie geben die rund 500 000 Studienteilnehmer aus zehn europäischen Ländern seit 1992 im Rahmen von »EPIC« Auskunft über ihre Ernähr...

Insektenauge aus dem Labor

Insekten sehen mit ihren Facettenaugen nicht unbedingt besser als wir, aber einen bedeutend größeren Bereich. Das verdanken sie der Konstruktion ihrer Augen aus einer großen Zahl kleiner Einzelaugen, die halbkugelförmig aneinandergereiht sind. Libellen beispielsweise haben durch zwei Mal 30 000 solcher Einzelaugen praktisch Rundumsicht. Das schaffen nicht einmal aufwändige Fischaugenobjektive. Wis...

ndPlusMartin Koch

Unbewusstes bestimmt das Bewusstsein

Angenommen, Sigmund Freud würde heute leben. Was wäre an der Psychoanalyse anders? Oder schärfer gefragt: Müsste nicht jeder Versuch, eine solche Theorie zu entwickeln, schlicht an den Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften scheitern? Nicht unbedingt, meint der Londoner Neurologe Mark Solms, denn Hirnforschung und Psychoanalyse stünden sich keineswegs mehr so ignorant gegenüber wie noch v...

Harald Pätzolt

Freiheit will gelernt sein

Der Soziologe Ralf Dahrendorf stellt die sehr merkwürdige Frage, was manche Menschen in Zeiten von Faschismus und Kommunismus immun machte gegen die totalitären Versuchungen. Wir sind so zu fragen nicht gewohnt. Geht es um den Nationalsozialismus, dann verfallen wir stets auf die pädagogische Lieblingsfrage der Nachkriegsdeutschen: Warum haben so viele mitgemacht von 1933 bis 1945? (Die Frage nach...

Die Freude, überlebt zu haben

ND: Welche Erinnerung haben Sie an den 8. Mai 1945? Nossen: Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen: Nach meiner Flucht aus einem schlesischen Lager, wo wir im Februar 1945 schon für die »Endlösung« in Marsch gesetzt waren, lebte ich im Untergrund. Die Flucht war möglich geworden, weil genau zur richtigen Zeit ein russisches Bombenflugzeug erschien und seinen Angriff begann. Die Bombe empfan...

Christfried Tögel

Die Stimme des Intellekts ist leise

Wir kennen Freud als den Begründer der Psychoanalyse, als Autor der »Traumdeutung«, der »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie« und der »Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse«. Auch dass er hier und da über Kunst und Literatur geschrieben hat, ist vielen geläufig. Und seine Bücher über Gesellschaft und Religion wie »Massenpsychologie und Ich-Analyse«, »Die Zukunft einer Illusion« und »Das ...

ndPlusChristina Matte

Töpfermarkt

Beim Anblick der bunten Marktstände flimmerte mir unversehens eine Szene aus dem Märchenfilm »König Drosselbart« durch den Kopf, die mich als Kind ziemlich verschreckte: Die Prinzessin steht mit den Tontöpfen ihres Gemahls auf dem Markt, als ein Reiter an ihr vorbeiprescht und sie inmitten von Scherben zurücklässt. Mit solch einem Reiter war hier natürlich nicht zu rechnen, nicht mehr. Drei Jahrhu...

André Scholz

Verstand schafft Leiden

Pfingsten vorigen Jahres war ich mit meiner Mutter in Willingen. Dort habe ich mein großes Vorbild, den Schach-Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi getroffen, gegen ihn Schach gespielt und ein Autogramm von ihm erhalten. Das war sehr schön. Jetzt habe ich das Wichtigste schon gesagt und es fehlen noch immer 57 Zeilen, um im Wettbewerb zu siegen. Deswegen muss ich doch etwas weiter ausholen. Als ein...

ndPlusHeidi Diehl

Mit Witz und Charme auf Achse

Einige Premieren gab es zur Abschlussveranstaltung des 4. ND-Geschichtenwettbewerbs am Donnerstagabend. Erstmals fand sie im alten neuen ND-Gebäude statt, sie war gleichzeitig der Auftakt der Veranstaltungsreihe »ND im Club«, die künftig einmal im Monat zu kulturellen, politischen oder künstlerischen Themen stattfinden wird, wie Verlagsdirektor Olaf Koppe mitteilte. Zum ersten Mal waren unter den ...

Bauerngärten

»Der Reisende in der Mark muss sich mit einer feineren Art von Natur- und Landschafts-Sinn ausgerüstet fühlen... wenige Punkte sind so arm, dass sie nicht auch ihre sieben Schönheiten hätten. Man muss sie nur zu finden verstehn.« Das empfiehlt uns Theodor Fontane für das Land Brandenburg. Ach, wie recht er hatte. Und damit der Besucher die Schönheiten und mehr findet, nehme er die Broschüre »Grün ...

ndPlusWolfgang Weiss

Wo Carmen tanzte und Kolumbus plante

Inmitten endloser Erdbeerplantagen erhebt sich auf einem Hügel ein weißes Herrenhaus, die »Hacienda Valdeflores«. Hier, im Südwesten der spanischen Region Andalusien, an der Costa de la Luz, feierte der Reiseklub für die Volkssolidarität in diesem Jahr sein traditionelles Frühlingsfest. Jeden Sonntag, zwischen Ende März und Mitte Mai, trafen sich in der umgebauten ehemaligen Lagerhalle des Landgut...

PLATTENBAU

Popularisierung durch Trivialisierung - seit der USA-Übersiedlung der brasilianischen Jazz-, Pop- und Bossa-Nova-Legende Sergio Mendes 1964 verwandelt der Pianist und Bandleader diese Losung konsequent in klingende Münze. Die Kreuzung von international erfolgreichem Pop und brasilianischer Musik war das Erfolgsrezept sowohl der Arbeit mit Brasil 66, als auch von zahlreichen Beatles-Adaptionen und ...

ndPlusLiesel Markowski

Säulen des Genres

Seit mehr als 30 Jahren konzertieren sie in den Musikmetropolen der Welt: Die Streicher des Alban Berg Quartetts. Das künstlerische Höchstmaß ihres Spiels blieb erhalten, als im vergangenen Jahr der Tod des Bratschisten Thomas Kakuska eine schmerzliche Lücke aufriss. Dessen Meisterschülerin Isabel Charisius musiziert nun mit den Geigern Günter Pichler und Gerhard Schulz und dem Cellisten Valentin ...

Ina Beyer

Moralische Werte als Phantomschmerz

Der politische Wind hat sich gedreht am Obersten Gerichtshof der USA. Seit einiger Zeit sitzen zwei konservative Wunschkandidaten von Präsident George W. Bush in der quasi gesetzgebenden Instanz. Im September 2005 wurde John G. Roberts jr. an das Court berufen, Ende Januar 2006 der bekennende Abtreibungsgegner und Todesstrafenbefürworter Samuel A. Alito. Alito ersetzt die gemäßigte Richterin Sandr...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Blattlaus und Willi Mensch

Schicksal des Schauspielers: Kein Werk hinterlassen zu können. Alle Energie, alle Besessenheit, alle Kunst verfällt der Flüchtigkeit. Des Schauspielers letzte Überlebenschance ist das Gedächtnis der anderen. Im letzten Jahr verstarb der deutsche Brecht-Darsteller Ekkehard Schall, die Kraft der Erinnerung wird tragen, was seine schauspielerische Größe, seine obsessive Ausdrucksmagie ausmachte. Inde...

F.-B. Habel

Von Frankfurt nach Frankfurt

Bei »Ostwind«, der gemeinsamen Reihe von RBB und ZDF, ist ein starker, diskussionswürdiger und durchaus nicht oberflächlicher Film entstanden, der die Verbindungen von gesellschaftlichen Bedingungen und Spielarten der Jugendkultur anspricht. Mit 16 von Frankfurt nach Frankfurt. Weil sein Vater an der Oder ein deutsch-polnisches Einkaufszentrum leiten soll, verlässt Georg die Main-Metropole, gerad...

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Ökonomie auf dem Vulkan

Islands Finanzmärkte haben in den vergangenen Jahren große Summen internationaler Investoren angelockt. Jetzt droht ein Crash.

Claudia Wangerin, München

Neue Verhandlungen im Mai

Nach dem monatelangen Arbeitskampf im öffentlichen Dienst will die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) noch in diesem Monat eine neue Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft ver.di beginnen.

ndPlusVelten Schäfer

Handwerk stoppt Sinkflug

Im Handwerk scheint der wirtschaftliche Sinkflug aufgefangen zu sein. Immer mehr Betriebe bezeichnen ihre Lage als gut, während die Zahl der Verzagten abnimmt. Dennoch steigen die Umsätze nur bei einer Minderheit, und ein Beschäftigungsaufbau lässt weiter auf sich warten.

Thomas Berger

Gegenwind für Lee junior

Wenn am heutigen Sonnabend im Stadtstaat Singapur gewählt wird, hat die regierende Partei der Volksaktion (PAP) erstmals seit zwei Jahrzehnten den Sieg nicht von vornherein mangels Konkurrenz in der Tasche. Zudem gilt die Abstimmung als erste große Bewährungsprobe für Premier Lee Hsien Loong.

ndPlusDinah Stratenwerth, Cancún

Zapatisten rufen Alarmbereitschaft aus

Das Zapatistische Nationale Befreiungsheer (EZLN) hat »Alarmstufe Rot« ausgerufen. Die mexikanische Rebellenorganisation solidarisiert sich mit ambulanten Händler, die Repressionen der Polizei ausgesetzt sind.

Renate Bormann, Ulan-Bator

Hungerstreik im Jurtenviertel

Pferde und Jurten auf dem zentralen Platz der mongolischen Hauptstadt bieten einen durchaus ungewöhnlichen Anblick. Denn der Platz ist sonst festlichen Anlässen wie dem Empfang von Staatsgästen oder Kranzniederlegungen am Denkmal des Revolutionsführers Damdiny Suche-Bator vorbehalten. Werktags hasten Hauptstädter darüber, an Feiertagen schlendern sie.

WochenChronik

5. Mai 1821: Napoleon stirbt auf der Atlantikinsel St. Helena. 5. Mai 1891: An der Seventh Avenue in New York wird der Konzertpalast Carnegie Hall eröffnet. 5. Mai 1891: Das Stamp Distribution Syndicate stellt in London die ersten Briefmarkenautomaten auf. 5. Mai 1961: Als erster US-Amerikaner startet Alan Shepard mit »Mercury 3« in den Orbit; die USA ziehen mit der UdSSR beim Wettlauf ins All gle...

Martin Stolzenau

Jeannette Wolff

Jeanette Wolff (1888 bis 1976) hat die Torturen verschiedener KZ durchlitten. Nach dem Krieg engagierte sie sich als Mitglied des deutschen Bundestages, als Vorstandsmitglied der Deutschen Angestelltengewerkschaft und stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland überaus engagiert für die Durchsetzung von sozialer Gerechtigkeit sowie sozialem Frieden, für die Gleichberecht...

ndPlusAndreas Herbst

Feiertag gegeben, Freiheit geraubt

Vor kurzem erschien der dritte und letzte Band des von Siegfried Mielke und Günter Morsch herausgegebenen »Biographischen Handbuchs« über Gewerkschafter in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sachsenhausen. Ein verdienstvolles Projekt, zustande gekommen ohne große finanzielle Förderung, getragen allein vom Engagement des Leiters, seiner Mitarbeiter und Studenten am Otto-Suhr-Institut der Frei...

Hans Canjé

Tausende Nummern entschlüsselt

Sie hat den polnischen Zwangsarbeiter Wladislaw Maslyk geliebt - die Elsa Santos aus dem Dorf Grafenhausen in der Ortenau. Das war 1941. Als sich ein Kind ankündigt, flieht sie aus Angst vor der Strafe für die verbotene Liebe zu den Eltern des Mannes nach Wlodawa in Polen. Hier bringt sie am 1. März 1943 ihre Tochter Johanna zur Welt. In Grafenhausen ist die Liebe nicht geheim geblieben. Wladislaw...

Vorbild für heutige Linksbündnisse?

ND: Was ist Ihrer Ansicht nach die Ursache dafür, dass die Linken in Chile 1973 den Militärputsch nicht vereiteln konnten? Bustos: Unter anderem lag es an Meinungsverschiedenheiten. Zuerst waren die Sozialisten die Radikalen und die Kommunisten die Moderaten. Die Sozialisten hatten aber auch nur schöne revolutionäre Reden parat und keine Konzepte für die politische Konfrontation. Und die Kommunist...

Johnny Norden

Die Unidad Popular musste nicht scheitern

Seit März des Jahres wird Chile von einer Frau regiert, der Sozialistin und Kinderärztin Michelle Bachelet. In ihrer ersten Rede nach dem Wahlsieg des Mitte-links-Bündnisses hatte die nach dem Pinochet-Putsch zeitweilig inhaftierte und dann in die DDR emigrierte 54-Jährige sichtlich gerührt vor Tausenden jubelnden Menschen in Santiago ausgerufen, Chile werde »wieder einmal die Welt beeindrucken«. Das hat das Andenland in der Tat vor über 30 Jahren geschafft - unter der Regierung der Unidad Popular, eines Zusammenschlusses von Kommunisten, Sozialisten, Radikaler Partei, MAPU, Sozialdemokratischer Partei sowie der Unabhängigen Volksunion. Mit Salvador Allende an der Spitze hat sie einen friedlichen, demokratischen Weg zum Sozialismus versucht. Warum scheiterte die Regierung der »Volkseinheit«? Welche Lehren hinterlässt das chilenische Experiment für Linksbündnisse und Linksregierungen heute? Dies sei im Folgenden diskutiert im Rahmen der neuen ND-Serie »Volksfront - Linksbündnisse«, die wir mit einer Erinnerung an den Wahlsieg der Front populaire in Frankreich vor 70 Jahren (s. ND v. 4./5. März 2006) starteten.

Jürgen Vogt, Buenos Aires

»Souveräne Entscheidung Boliviens«

Ein Bild der Geschlossenheit zeigten die Präsidenten von Argentinien, Brasilien, Bolivien und Venezuela bei ihrem Treffen am Donnerstag im argentinischen Puerto Iguazú.

Das Camp der jungen Dichter

Die meisten Kinder fahren ins Ferienlager, um die Bücher endlich zu vergessen. Nicht so im besonderen Camp des Schriftstellers NEDELJKO TERZIC (51) aus dem serbischen Sremska Mitrovica: Der preisgekrönte Autor lädt jedes Jahre 20 hoffnungsvolle Jungschreiber ein, zu Wandern und Verse zu schmieden. Mit dem Mann, der gleichzeitig im fernen Japan als Verfasser von Haikus geschätzt ist, hat ND-Autor RENÉ GRALLA gesprochen.

Thomas Wieczorek

... wenn nichts dazwischen kommt

Je näher die Fußball-WM rückt, desto hektischer werden die einen, während die anderen im Chaos versinken und wieder andere die Panik befällt. Der ultimative Countdown der letzten beiden Wochen geht voraussichtlich so oder so ähnlich: Noch 12 Tage: Nachdem ein Elektromarkt für jedes deutsche Tor zehn Euro Rabatt auf Fernseher gewährt, spendiert ein Autohaus für jede Rote Karte gegen Brasilien sog...

ndPlusTom Mustroph, Mailand

Anstieg zum Plan de Corones sprengt alle Dimensionen

Heute beginnt der Giro d'Italia - und wer Rang und Namen hat in der Radsportwelt, ist dafür diesmal nach Belgien gefahren. Die Organisatoren der Italien-Rundfahrt sind nämlich dem Marketingkonzept der Tour de France gefolgt und verlagern den Auftakt ins Ausland. Gleich vier von 21 Etappen werden vom 6. bis 9. Mai in Belgien ausgetragen. Marketing dominiert also. In Italien grummelt das Fanvolk de...

»Im günstigsten Fall Platz 2 bei EM«

Jürgen Mallow, 61 Jahre, geboren in Wustrow unweit von Wittenberge, war drei Jahre Cheftrainer beim LAC Quelle Fürth, von 1982 bis 1985 Cheftrainer der DLV-Junioren und jeweils ein Jahrzehnt Leitender Landestrainer in Berlin und Bayern, ehe er die »Großbaustelle« beim DLV übernahm.

ndPlusClaus Dümde

Quatsch - mit Methode

Quatsch« hat die Bundesgesundheitsministerin jene Meldung genannt, in der großen Koalition werde erwogen, von den gesetzlich Versicherten statt zehn Euro »Praxisgebühr« im Vierteljahr bei jedem einzelnen Arztbesuch ein Eintrittsgeld von fünf Euro zu verlangen. In Koalitionskreisen sei darüber noch nie gesprochen worden, behauptet Ulla Schmidt. Woher will sie das wissen? Schließlich war sie selbst ...

Dieter Janke

Verkehrte Welt

Der designierte SPD-Chef Kurt Beck hat offenbar Orientierungsprobleme. In einem Anflug von Realitätssinn hatte er noch vor wenigen Wochen die chronische Unterfinanzierung des bundesdeutschen Gemeinwesens beklagt. Nunmehr springt er seinem Parteikollegen, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, zur Seite, der die nominellen Steuersätze für Unternehmen weiter senken will. Wie in einer verkehrten Welt ...

ndPlusUwe Sattler

Abschied von Labour

Anthony Blair reagierte, wie man es von von ihm erwartet hatte: Nach den dramatischen Verlusten seiner Labour Party bei den englischen Kommunalwahlen am Donnerstag nahm der Premier eine große Rochade in Regierung und Parteispitze vor. Die in Skandale und Skandälchen verwickelten Minister sind vorerst aus der Schusslinie der Presse. Es entspricht dem Regierungsstil Blairs, die Schuld für das vorau...

Uwe Kalbe

Friedhof der Kuscheltiere

Im Rheinischen kann man sich seit gestern auf einem Friedhof beerdigen lassen, der keiner Kommune gehört, sondern sich in Privatbesitz befindet. In einem Park, der zu einem Respekt heischenden Unternehmen namens Trauerakademie gehört, wird den Verblichenen und ihren trauernden Angehörigen etwas Besonderes geboten: eine »Begegnungs- und Aktionsstätte für sinnliche Erfahrungen mit der eigenen Endlic...

Kleinere Brötchen

Egal, wie die Landtagswahl am 17. September in Mecklenburg-Vorpommern auch ausgeht - für den jetzigen Staatssekretär im Schweriner Sozialministerium Wolfram Friedersdorff ist die Perspektive schon klar: Er wird kleinere Brötchen backen. Mit deutlicher Mehrheit wurde der 56-jährige Linkspartei-Politiker kürzlich in das Amt des Baudezernenten und damit zum 1. stellvertretenden Oberbürgermeister der ...

Claus Dümde

Recht für Arme nur auf Pump?

Ein »Prozesskostenhilfebegrenzungsgesetz« war diese Woche Thema im Bundesrat. Die Länder erhoffen sich davon »wesentliche Einsparungen«. Doch für Arme wird es künftig noch schwieriger, Recht zu bekommen.

Forschung nur noch mit Mäzen?

ND: Wie abhängig ist Wissenschaft heute vom Mäzenatentum respektive von Sponsoring? Wieviel finanzielle Unterstützung fließt vom Staat, wieviel von privaten Förderern in die Forschung? Stock: Etwa 70 Prozent der Gelder werden von der Industrie, 30 Prozent vom Staat bereit gestellt. Der staatliche Anteil muss steigen. Auf der heutigen Festsitzung Ihrer Akademie zum Leibniz-Tag wird Arend Oetker, u....

ndPlusSusanne Götze, Athen

Pläne für den freundlichen Krieg

»Wir müssen den Weg hin zu einer alternativen Politik mutig weitergehen, dem Zorn der Götter trotzen - auch wenn sie uns mit Unwettern drohen.« Wenn Nicos Houndis vom griechischen Sozialforum über die Leitidee des Europäischen Sozialforums (ESF) spricht, wird es pathetisch. Bereits zum vierten Mal treffen sich Polit-Aktivisten, um - diesmal in Athen - in über 200 Seminaren über ein alternatives Eu...

Mark Wolter

Nicht immer den Namen wert

Jessica Przytula dribbelt mit dem Ball auf das Tor zu. Eine Spielerin der gegnerischen Mannschaft stürmt hinter ihr her und stößt sie auf den Boden der Berliner Werner-Seelenbinder-Halle, die bis auf Schulmannschaften, Lehrer und Schiedsrichter leer ist. Es laufen die Platzierungsspiele im Frühjahrsfinale von »Jugend trainiert für Olympia«. »Handball ist zwar ein harter Sport, aber man darf trotzd...

ndPlusHeinrich Fink

Erinnerung nach vorn

Zum 61. Mal seit Kriegsende jährt sich der 8. Mai: Der Tag, an dem Europa aus den Fängen der deutschen Okkupation befreit wurde. An dem der Herrschaftsanspruch der Nazis, sich als »arische Elite« einen ganzen Kontinent zu unterwerfen und selektiv Millionen Menschen auszurotten, in der bedingungslosen Kapitulation zu Fall kam. Es bleibt leider eine unverständliche und unangemessene Entscheidung des...

Blair bildet Regierung »nahezu brutal« um

Nach der seit Jahrzehnten schwersten Niederlage der Labour-Partei bei Kommunalwahlen hat Premierminister Anthony Blair am Freitag seinen Innenminister entlassen und die Regierung radikal umgebildet.

ndPlusKonrad Lindemann

Champion unter den Brutalen?

10 000 sollen es sein. Es gibt auch Quellen, die von lediglich 2500 sprechen, und welche, die die Zahl 20 000 für realistisch halten. Und das ist das größte Problem. Niemand weiß wirklich, wie viele gewaltbereite Fans es in Polen gibt.

Matthias Koch

Panikmache allerorten

Ich musste vom Stadion Jose Arvelade in Lissabon kilometerweit laufen. Und doch genoss ich es auch in diesen Minuten, Besucher der Europameisterschaft in Portugal 2004 zu sein. Nach dem 1:0-Vorrundensieg der Portugiesen gegen Spanien hing jeder Bus, jedes Taxi im schier unendlichen Jubelkorso fest. Mit waghalsigen Manövern wurden Fahnen aus den fahrenden Autos geschwenkt. Ein ganzes Land nahm bis ...

ndPlusRené Heilig

Das Nörgeln über die schönste Nebensache

Es war eine Nebensache beim Treffen in Garmisch-Partenkirchen: Die Innenminister der Länder und der des Bundes segneten die Sicherheitspläne für die Fußball-Weltmeisterschaft ab. Sie wird an zwölf Austragungsorten in Deutschland stattfinden.

Berlin-TIPPS

Politisches Am 8.5., 16 Uhr, lädt der Bund der Antifaschisten Lichtenberg zu einem Gedenken am Panzer im Karlshorster Deutsch-Russischen Museum, Zwieseler Straße, ein. Kundgebung des VVN/BdA und der Linkspartei.PDS Friedrichshain-Kreuzberg anlässlich des 61. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus am 8.5., 15 Uhr, vor der Gedenktafel für Nikolai Bersarin, Petersburger Straße 86-90. »Aufstehen - F...

ndPlusSebastian Krüger

Ein altes Dorf schlägt neue Wurzeln

Blickfang an der Straße ist ein wuchtiges Holzgerüst mit Glocke. Dahinter steht ein kleines Häuschen mit hohen Fenstern und spitzem Dach. Drinnen riecht es nach Farbe und Lack. Das Parkett im neuen evangelischen Gemeindezentrum von Haidemühl bei Spremberg blitzt. Die Gemeinde zählt 50 Gläubige, die hierher umsiedelten. Die 35-jährige Pfarrerin Debora Marschner muss der alten Gemeinde helfen, an ne...

Wilfried Neiße

Polnisch-Lehrbücher aus DDR-Zeit

Große Teile Brandenburgs haben nur eine Zukunft, wenn sich das Land stärker zu der Grenzregion zu Polen hinwendet. Dies ist die Ansicht der Linkspartei. Die Landtagsfraktion besuchte am Dienstag die drei Euroregionen Pro Europa Viadrina (Frankfurt), Spree-Neiße-Bober (Guben) und Pomerania (Mecklenburg-Vorpommern und Uckermark). Die europapolitische Sprecherin der Fraktion, Gerlinde Stobrawa, mein...

ndPlusMatthias Busse

Das Friedenslied kehrte zurück

Wer zu spät kommt, zieht an einer Wasserflasche. Eine lange Schnur verbindet sie mit einer Klingel im 4. Stock der Elisabeth-Shaw-Grundschule an der Grunowstraße in Pankow. Dort probt dienstags der Gemischte Chor Pankow. Derzeit üben die Freizeit-Sänger noch intensiver, beginnen schon um 19 Uhr. Denn die bevorstehenden Auftritte sind für die 63 Musikfreunde etwas Besonderes: Es sind Jubiläumskonze...

Andreas Fritsche

Am Sonntag ist wieder ND-Wandertag

In den vergangenen Tagen gab es etliche Anfragen zur ND-Wanderung, die jetzt am Sonntag, 7. Mai, stattfindet. Ein Leser wollte wissen, ob er die kurze Strecke mit Zwillingen im Kinderwagen bewältigen kann. Die Antwort lautet: prinzipiell ja. Es gibt allerdings eine problematische Stelle an der Südostallee-Brücke. Unter der Brücke befindet sich ein Kontrollpunkt mit Quizfragen. Hinter der Brücke f...

ndPlusAndreas Heinz

Vertraglich gutes Klima

Schwungvoll signierte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern den Vertrag, der Berlin weiterhin bessere Luft sichern soll. Damit vereinbarte sie ein weiteres Kooperationsabkommen mit der Gasag. Mit diesem dritten Vertrag seit 1998 zwischen Senat und Gasversorger solle weiterhin für gutes Klima in der Stadt gesorgt werden, erklärten die Senatorin und Gasag-Vorstandssprecher Ge...

Ines Wallrodt

Integration beginnt im Kiez

»Integration beginnt im Kiez«, betonte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Die Linke.PDS) gestern. Deshalb unterstütze der Senat mit seinem Programm »Vielfalt fördern - Zusammenhalt stärken« Projekte, in denen Stadtteileinrichtungen und Migrantenorganisationen zusammenarbeiten. Integrationsbeauftragter Jürgen Piening setzt darauf, dass die Migrantenvereine »Brücken zu den Gemeinschaften« bilden. S...

ndPlusKarin Nölte

Sozialticket für 18 Euro - unter Voraussetzungen

Die Berliner Linkspartei.PDS befasst sich heute auf einem Landesparteitag mit einem Papier, das die Wähler interessieren sollte - aber wer studiert schon Wahlprogramme der Parteien. Das der Linken ist mit 50 Seiten auch wieder recht üppig ausgefallen. Kürzer und prägnanter hätte es sich Landesvorsitzender Klaus Lederer gewünscht, doch den Fachpolitikern dürfte es wie immer zu knapp und unpräzise a...

Rainer Funke

Mai-Annotation

* Der Mai ist diesmal bekanntlich eher friedfertig dahergekommen. So wird in den Kulissen mehr über Anekdoten geredet denn über revolutionsverdächtige Barrikaden. Linkspartei-Fraktionschef Stefan Liebich wurde auf der DGB-Demo, die rote Fahne seiner Partei schwenkend, von einigen Herren in auffälliger Weise verfolgt. Sie entpuppten sich als Touristen aus den USA, denen es die Fahne angetan hatte. ...

ndPlusPeter Kirschey

Mehr Schaden als Nutzen

Parlamentarische Wege sind mitunter unergründlich und für einen Außenstehenden kaum nachvollziehbar. So geschehen auch am letzten Donnerstagabend, als das Schicksal der von der Abschiebung bedrohten Familie Aydin im Abgeordnetenhaus zur Debatte stand. Die Fraktion der Grünen hatte dazu einen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis eingebracht. Was eigentlich positiv klingt und im Sinne de...