Ausgabe vom 21.01.2008

Ingolf Bossenz

Kreuzritter in Sektenlaune

»Sekten«, das weiß der Medienkonsument, sind schlimm. Noch schlimmer sind »totalitäre Sekten«. Am allerschlimmsten: »totalitäre Sekten«, die eine »diktatorische Weltregierung« anstreben. Zum Glück fällt unter letztere Kategorie nur ein einziger Verein: Scientology. Wahlweise als Krake, Moloch, Seelenfänger oder Psychokonzern etikettiert, wurde die 1954 vom US-amerikanischen Science-Fiction-Autor ...

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Unten links

Viele wissen mehr als einer, meint Günther Jauch. Man kann dem Superstar aber auch nichts verheimlichen. Ein kluges Kerlchen, der oberste Quiz-Master Deutschlands. »Jetzt traut er sich etwas ganz Neues«, hieß es vorab. Am Sonntagabend war herauszufinden, ob die Zuschauer klüger sind als ein einzelner Experte. Nun, es kommt aufs Publikum an. Ist es identisch mit dem der Vera am Mittag, Britt am Nac...

NATO: Einsatz für Deutsche wird tödlich

Berlin (dpa/ND). Die Deutschen müssen sich bei einem Bundeswehreinsatz der schnellen Eingreiftruppe in Nordafghanistan nach Ansicht der Führung des bisherigen norwegischen Kampfverbandes auf Tote einstellen. Die Soldaten seien darauf vorzubereiten, Krieg zu führen und das eigene Leben zu verlieren, sagte der Chef der Schnellen NATO-Eingreiftruppe, Rune Solberg, dem Berliner »Tagesspiegel«. Die Bu...

Uwe Kalbe

Alles nur Staub

Der Wahlkampf lässt die »Volksparteien« heftig mit dem sozialen Mäntelchen wedeln. Doch außer Staub wirbeln sie damit nicht viel auf. Mehr als Regierungspartei kann man schließlich nicht werden, um soziale Politik umzusetzen. Immerhin ist es beachtlich, in welchem Maße die Wahlkämpfer von der eigenen Politik zu abstrahieren vermögen. Wie zuvor bei der Verabschiedung der sozialen Grausamkeiten in F...

Schönfärber übernehmen Wahlkampf

Schönfärber übernehmen Wahlkampf

Eine Woche vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen schlagen die Wahlkampfwogen höher. Während die hessischen Hauptkontrahenten Andrea Ypsilanti (SPD) und Roland Koch (CDU) im TV-Duell aufeinandertrafen, übertrumpfen sich beide Parteien mit sozialen Vorschlägen.

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ndPlusBirgit von Criegern

Als Freiwild in fremden Haushalten

Haushaltsarbeit als Ausbeutung – das spielt in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Dabei arbeiten viele Frauen ohne legalen Aufenthaltsstatus als Angestellte in betuchteren deutschen Privathaushalten.

Gipfelgegner planen Sommer-Camps
Niels Seibert

Gipfelgegner planen Sommer-Camps

Am Wochenende fand das erste spektrenübergreifende Treffen von Globalisierungskritikern nach den G8-Protesten statt. Ein gemeinsames Projekt, zu dem alle Strömungen wieder zusammenkommen, wird es voraussichtlich nicht geben.

Birgit von Criegern

Hilfe ist Sache persönlicher Courage

Trotz eines Prüfauftrages, den sich die Große Koalition zum Thema »Illegalität« selbst verordnet hatte, hat sich die Lage betroffener Migranten nicht gebessert. Und immer noch sind es vor allem Nichtregierungsorganisationen, die sich ihren Nöten widmen.

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Oliver Eberhardt, Jerusalem

Ausnahmezustand in Gaza und Sderot

Die Gewalt in und um Gaza dauerte auch am Wochenende an: Israels Militär flog erneut Angriffe auf den Landstrich, während die israelischen Städte in der Nachbarschaft von Kämpfern der Hamas mit Raketen beschossen wurden.

ndPlusThomas Ruttig

Stoppschild für den Drachenläufer

Wenn es in Afghanistan einen Volkssport gibt, dann sind das weder Fußball noch Buzkaschi, das viel beschriebene Reiterspiel, bei dem zwei Teams zu Pferde inmitten einer riesigen Staubwolke um einen mit nassem Sand gefüllten Kalbskadaver kämpfen. Absoluter Gewinner wäre – Drachen steigen lassen. Kommt am Nachmittag Wind auf, steigen die Gudiparan, wie sie hier heißen, in den mindestens 50 Woc...

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ndPlusJürgen Reents

Geschäfte bei Licht

In Schweden rammte kürzlich ein Schneescooter einen Elch, er war plötzlich aus der Dunkelheit aufgetaucht. In Afghanistan starben zwei niederländische Soldaten in »freundlichem Feuer«, die Situation war nach Einbruch der Dunkelheit unübersichtlich geworden. Als die »Titanic« am 14. April 1912 sank, war der Eisberg, mit dem sie kollidierte, in der Dunkelheit zu spät gesehen worden. Das alles wäre n...

ndPlusDetlef D. Pries

Balance des Schreckens

Etliche Jahre sind vergangen, seit aus Moskau spektakuläre Abrüstungssignale um die Welt gingen. Vom Einfrieren der nuklearen Arsenale war damals die Rede, mehr noch: Die Vorstellung von einer Welt ganz ohne Atomwaffen sei keine Träumerei, sondern realistisches Ziel. Inzwischen behält sich Russland das Recht auf den atomaren Erstschlag. vor. Und obwohl Generalstabschef Juri Balujewski in seiner jü...

Michaela von der Heydt

Wellenreiter

Der Fall Nokia lässt die Emotionen gerade mal wieder hochschlagen und Politiker reiten auf dieser Gefühlswelle, wohl wissend, dass der Entschluss der Finnen, die Produktion nach Rumänien zu verlagern, kaum mehr zu kippen ist. Keine Steuergelder mehr für Firmenansiedlungen, proklamiert da jetzt sogar EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD). Auf den ersten Blick scheint es ein erstaunlicher Vor...

Markus Drescher

Lord »Paddy«

Jeremy John Durham Ashdown, Lord Ashdown of Norton-Sub-Hamdon oder einfach »Paddy« Ashdown soll der neue Sondergesandte der Vereinten Nationen in Afghanistan werden. Als Jeremy John Durham 1941 in Neu-Delhi als Sohn eines Offiziers in der Kolonialverwaltung geboren, erhielt er den Spitznamen »Paddy« aufgrund seines irischen Akzents – er wuchs in der Nähe von Belfast auf – während seine...

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Bei Nokia in Bochum erste Entlassungen

Bochum (Agenturen/ND). Während erste Mitarbeiter nach dem angekündigten Aus für das Bochumer Nokia-Werk die Kündigungen erhalten haben, hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen die staatliche Subventionspolitik insgesamt infrage gestellt. Nokia gebe dafür den Anlass, sagte Verheugen in der »Welt am Sonntag«. Es habe »keinen Sinn, dass der Staat Subventionen zahlt, um Unternehmen anzulocken«. Nok...

Reimar Paul

Koch und Wulff im Gleichschritt

Trotz anhaltender Kritik: Roland Koch hält an seiner polarisierenden Wahlkampfstrategie fest. Doch Härte zeigt nicht nur er, sondern auch sein Kollege Christian Wulff, wie Wahlveranstaltungen der beiden CDU-Spitzenkandidaten am Wochenende zeigten.

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Tausende gegen Neonazis

Tausende gegen Neonazis

Tausende Menschen sind am Wochenende in Magdeburg, Frankfurt (Main) und in mehreren niedersächsischen Städten gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass auf die Straße gegangen. Anlass waren Kundgebungen von rechtsextremen Parteien und Gruppierungen.

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Kandidatengerangel bei US-Vorwahl

Bei den Vorwahlen für die US-Präsidentschaftskandidatur in den Bundesstaaten Nevada und South Carolina haben die demokratische Anwärterin Hillary Clinton und der Republikaner John McCain ihre Positionen gestärkt.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Georgien streckt die Hand aus

Georgien strecke Russland die Hand zu Partnerschaft und Zusammenarbeit entgegen, erklärte Michail Saakaschwili, der am Sonntag in Tbilissi zur zweiten Amtszeit vereidigt wurde.

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Günther Bading, Madrid

José Sócrates verliert Gunst der Portugiesen

Als EU-Ratspräsident konnte der portugiesische Regierungschef José Sócrates glänzen. Innenpolitisch gerät er inzwischen aber stark unter Druck. Die Portugiesen sind enttäuscht. Seine Sozialistische Partei bekäme heute keine Mehrheit mehr.

ndPlusJürgen Cain Külbel

Indianermarsch in die Freiheit

»Wir sind nicht länger Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika«, heißt es in einer Note, die eine Delegation der Lakotah Freedom Movement (LFM), einer indianischen Bewegung, im Dezember 2007 dem Außenministerium der USA übergab. Die Aktivisten proklamierten die unabhängige Republik Lakotah.

»Wir werden verhandeln«

Oyate Wacinyapin, bisher als Russel Means bekannt, Indianer vom Stamm der Oglala-Sioux, wurde am 10. November 1939 in der Pine-Ridge-Reservation in South Dakota geboren. Bereits 1964 erhob er mit 40 indianischen Gefährten in einer Besetzungsaktion Anspruch auf die Gefängnisinsel Alcatraz. 1968 traf er auf Dennis Banks, Mitbegründer der American Indian Movement (AIM), und führte fortan viele AIM-Proteste an. 1973 wurde er durch die Besetzung des Örtchens Wounded Knee in der Pine-Ridge-Reservation berühmt. Die AIM hatte damals die unabhängige Oglala-Nation ausgerufen und einen bewaffneten Konflikt mit FBI und US-Armee provoziert, dem zwei Indianer zum Opfer fielen. Means, der auch als Anwalt und als Schauspieler tätig war, trennte sich später vom AIM, blieb jedoch einer der Wortführer der Indianerbewegung. Gute Kontakte pflegte er zur Schriftstellerin Liselotte Welskopf-Henrich (»Die Söhne der Großen Bärin«), die ihre Bekanntschaft mit Means in den letzten Bänden ihrer Pentalogie »Das Blut des Adlers« verarbeitete.

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Dieter Hanisch, Kiel

Foto-Großlabore machen dicht

Der EU-weit tätige Fotodienstleister Cewe Color schließt in Schleswig-Holstein ein Großlabor, und die Konkurrenz tut es ihm gleich.

ndPlusDieter Janke

USA am Rand einer Rezession?

Steht mit den USA die weltgrößte Volkswirtschaft am Rand einer Rezession? Hierfür mehren sich die Anzeichen. Die Bush-Administration will ein riesiges Rettungspaket schnüren. Doch die Börsen sind im Sinkflug.

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Peter Nowak

Umweltsünder müssen zahlen

Acht Jahre nach dem Untergang des Tankers »Erika« vor der bretonischen Küste wurde der Ölkonzern Total vergangene Woche von einem französischen Gericht zur Zahlung von 3 750 000 Euro verurteilt. Außerdem müssen der Konzern und drei weitere Angeklagte Schadenersatz in Millionenhöhe zahlen. Die Verurteilten – so die Richter – haben fahrlässig die Havarie und die darauf folgende Umweltkat...

ndPlusGünter Queißer

Mehr Biomarkt auf Grüner Woche

Der Präsident des Verbandes Bioland Thomas Dosch zeigte sich auf einer Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin einerseits zufrieden mit der Entwicklung des Biomarktes im vergangenen Jahr, andererseits enttäuscht über die Politik.

Volker Macke

Windräder versus Kleinwale

Offshore-Windenergieanlagen leisten einen zunehmenden Beitrag zur Energieerzeugung in Deutschland. Doch für die deutschen Schweinswale könnten sie das Ende bedeuten.

ndPlusBenjamin Haerdle

Zuviel im Trüben gefischt?

Seit einigen Tagen gehen Polens Fischer wieder auf Dorschfang. Rund 9000 Tonnen des Dorschs, an der Nordsee auch als Kabeljau bekannt, dürfen die polnischen Ostseefischer in diesem Jahr an Land holen. Vielen Fischern sichert der »Brotfisch der Ostsee« damit die Existenz. Weil vom Fangerfolg der rund 430 Trawler insgesamt 5000 Beschäftigte abhängig sind, hat der Dorsch für die Fischindustrie beim östlichen Nachbarn eine sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung.

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Keine »T-Frage«

Stutzig kann einen der offizielle Spielbericht des Spiels Ungarn gegen Deutschland machen: 60 Minuten Einsatzzeit werden dort für Torwart Johannes Bitter angegeben, zwei Minuten hingegen für seinen Kollegen Henning Fritz. Nein, es werden nicht neuerdings 62 Minuten gespielt im internationalen Handball.Eigentlich hat Johannes Bitter durchgespielt, doch durch eine Zwei-Minuten-Strafe für den 2,04-m-...

ndPlusLiesel Markowski

Apotheose des Klanges

Er ist der kommende Generalmusikdirektor in Berlins Komischer Oper, übernimmt in der nächsten Saison das klingende Geschehen des Hauses in der Behrenstraße: Carl St. Clair, gebürtiger Texaner, international erfahrener und – auch in Europa – bewährter Dirigent, zur Zeit als Chef am Deutschen Nationaltheater Weimar wirkend. Mit einem Konzert am Pult seines neuen Orchesters stellte er sic...

Antje Rößler

Graf im Kugelklang

Der Graf stammt aus süditalienischem Adelsgeschlecht. Er wuchs auf einem Schloss auf und lernte vornehmlich Fechten, Schach und Latein. Sein Alltag war bestimmt von Reisen und Partys. Äußerlich führte Giacinto Scelsi ganz das Leben eines aristokratischen Dandy mit gewissen Spleens wie Theosophie und Vegetarismus. Hinter dieser schillernden Fassade verbarg sich jedoch ein Komponist, der sich mit de...

Nur mit markigen Worten ist es nicht getan

Pascal Hens lief mit starrem Blick zur Bank. Über diesen Treffer konnte er sich nicht mehr freuen, nein, wirklich nicht. Dabei war es ein schönes Tor, das der Hamburger dem spanischen Keeper Jose Javier Hombrados da ins Netz gewuchtet hatte. Aus dem Rückraum war er gekommen, hatte voll durchgezogen und links oben getroffen. Doch Hens ahnte wohl, dass dies nichts mehr nutzen würde: Es war bereits d...

ndPlusKarl-Heinz Kersten

Erinnerungen an Jenny

Vom Kinomärchen um einen vermeintlichen Alien bis zum traschigen Splattermovie für 20 000 Euro aus Österreich reichte das Angebot des 29. Filmfestivals Max Ophüls-Preis in Saarbrücken. Als wichtigstes Forum des deutschsprachigen Filmnachwuchses ist es auch immer so etwas wie ein Seismograph für gesellschaftliche Befindlichkeiten, wobei diesmal neben der Reflexion privater Probleme auch ein stärker...

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Daniela Fuchs

Gelassen

Politik braucht die Provokation radikaler Kunst. Alfred Hrdlickas Kunst ist radikal. Davon konnten sich am Samstag die Besucher zur Eröffnung seiner Ausstellung »A.H. Plastiken Zeichnungen Grafiken« in der Galerie Berlin in der Auguststraße 19 überzeugen. Anschließend ehrte die Linkspartei den großen streitbaren Künstler anlässlich seines bevorstehenden 80. Geburtstages am 27. Februar mit einem Em...

Harald Kretzschmar

Die Welt im Pinselstrich

Er war ein ganz außergewöhnlicher bildender Künstler: Josef Hegenbarth, 1884 bis 1962. Früh aus dem böhmischen Raum in die Kunstmetropole Dresden gekommen, entfaltet sich spät sein künstlerisches Ingenium zu einer größeren Ausstrahlung. Zeichnerisch scharf und malerisch bewegt inszeniert er voller Phantasie menschliche und tierische Lebensabläufe. Vital hochgespannt und doch hypersensibel zerbrech...

ndPlusKlaus Bellin

Im Grünen fing's an ...

Im heißen Sommer 1911, er war noch wunderbar jung und sehr verliebt, fuhr er mit seiner Claire, die in Wirklichkeit Else Weil hieß und eine putzmuntere Medizinstudentin war, für drei Tage nach Rheinsberg. Sie amüsierten sich, turtelten und lachten, hinterher ging's an die Ostsee, und dann schrieb er eine kleine, heitere Geschichte, die vom unbeschwerten Rheinsberg-Aufenthalt handelte. Die schickte...

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Jürgen Holz

Nach 16 Jahren Olympia-Zaungast

Noch vor dem vorentscheidenden Halbfinalspiel der deutschen Volleyballerinnen beim europäischen Olympiaqualifikationsturnier in Halle (Westfalen) gegen Weltmeister Russland hatte sich verhaltener Optimismus breit gemacht, dass der Einzug ins Finale auch gegen den übermächtigen Turnierfavoriten zu schaffen sei. Denn nur das hätte die Hoffnung auf das Olympiaticket erhalten, das lediglich der Turnie...

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Klaus Joachim Herrmann

Nur Absurd?

... über Ämterspiele in der Justiz.

Martin Kröger

Spielte Polizei Neonazis Daten zu?

Der Vorwurf wirkt ungeheuerlich. Gaben Beamte der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes (LKA) persönliche Daten wie Namen und Adressen an einschlägig verurteilte Neonazis weiter? Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) vermutet diese Möglichkeit nach einer Razzia bei drei ihrer Mitglieder.Die Wohnungen der Antifas waren am vergangenen Mittwoch von der Polizei durchsucht worden. Zwar zogen...

ndPlusTobias Riegel

60 Jahre Kampf gegen das Vergessen

Zu Beginn ruckeln alte DEFA-Filme schwarz-weiß über die Leinwand. Berlin, 1948: Aus aller Welt kommen Naziverfolgte in die Hauptstadt des Holocaust. Sie demonstrieren hunderttausendfach, dass während der faschistischen Diktatur neben unaussprechlichem Leid auch Solidarität und Kampfeswille entstanden. Als die wahren Helden des Zweiten Weltkrieges sagen sie: »Nie wieder!«Viele der Demonstranten von...

Dagobert Kohlmeyer,

Schachstars trauern um Bobby Fischer

Wijk aan ZeeEr hatte einen höheren Intelligenzquotient als Albert Einstein und war die schillerndste Figur des Schachs. Kein Weltmeister beeinflusste das Spiel so wie Bobby Fischer. Beim Schachturnier der Weltelite im holländischen Wijk aan Zee löste die Nachricht von seinem Tod am Wochenende besondere Betroffenheit aus. Es war still in der De Moriaan Halle, als über 1000 Spieler und Zuschauer bei...

ndPlusMark Wolter

Eine Kür war das nicht

»Wir haben die Pflicht erfüllt.« Das nüchterne und knappe Fazit von Hartmut Nickel traf sowohl auf die Spieler der Eisbären zu als auch auf ihn selbst und den zweiten Co-Trainer der Berliner, Jeff Tomlinson. 7:3 gewannen die Eisbären am Freitagabend in eigener Halle gegen die Augsburger Panther. Nach dem Sieg in Straubing der zweite Erfolg für Nickel und Tomlinson im kurzen Intermezzo als Verantwo...

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ndPlusMeta Werner

Die Trikots des letzten Länderspiels

Der erste Berliner Bezirk erhält in diesem Jahr ein »Haus des Sports«. Es soll Ende des Jahres in Marzahn-Hellersdorf öffnen. Neben der Heimstätte für 43 Vereine dient das Gebäude als Kommunikationszentrum. Außerdem wird ein Sportmuseum eingerichtet und es gibt eine Sporthalle. Die Idee für das Projekt wurde vor mehr als zehn Jahren geboren. So lange beschäftigt sich Wolfgang Turowski, Geschäftsfü...

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ndPlusPeter Kirschey

Der ewige Werner Holt

Es war die Rolle seines Lebens. Alles, was danach kam, wurde an der Darstellung dieser Figur gemessen. Die Rolle des Werner Holt nach dem Roman von Dieter Noll in »Die Abenteuer des Werner Holt« war für den Schauspieler Klaus-Peter Thiele, Jahrgang 1940, eine gigantische Herausforderung. Diese Figur mit ihrer Nachdenklichkeit und Unsicherheit, dem gespielten Heldentum, den falschen Idealen, Hoffnu...

Tom Mustroph

Neugierde soll das Lernen vorantreiben

Montessori-Pädagogik vermag vieles. Das erste sichtbare Zeichen ist die Verwandlung finsterer Schulklötze in Wohlfühllandschaften. Von außen schaut das alte Gehäuse einer früheren POS in der Köpenzeile in Köpenick zwar noch nicht sonderlich attraktiv aus. Die Inneneinrichtung der im Februar 2004 eröffneten Montessori-Schule aber verblüfft. Im Kinderhaus der 2 bis 6-Jährigen wechseln sich Ruheräume...

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ndPlusWilfried Neiße

Doppelt so viele und doch nicht mehr

Nachdem Brandenburg nun wieder auf ein Abitur nach zwölf Jahren umlenkte, gibt es in vier Jahren einen doppelten Abiturjahrgang. Dann verlassen gleichzeitig jene die Schule, die das Abitur als letzte nach 13 Jahren machten, und jene, die es als erste nach zwölf Jahren ablegten. Doch das Problem der doppelten Absolventenzahl ist nur halb so schlimm, wie einer Mitteilung von Bildungsminister Holger ...

Andreas Fritsche

Gropius' erster Großauftrag

Es war der erste große Auftrag des namhaften Architekten Martin Gropius (1828-1880). Er entwarf im Auftrag der kurmärkischen Landarmendirektion die Irrenanstalt in Eberswalde. In den Jahren 1862 bis 1865 wurde der seinerzeit moderne Gebäudekomplex gebaut und später mehrfach ergänzt. Jens Fehlauer beschreibt die Vorgeschichte und die Hintergründe in seinem Buch »Architektur für den Wahnsinn«. Die e...