Ausgabe vom 22.01.2008

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Unten links

»Mit Gesetzen ist es wie mit Würstchen. Es ist besser, wenn man nicht sieht, wie sie gemacht werden«, sagte Bismarck. Er hatte einige Gesetze verzapft, fiese und gute, so das Gesetz gegen die »Gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie«, das Unionspolitiker gern wiederauflegen würden, aber auch Sozialgesetze, die mittlerweile arg verschlankt worden sind, von den gemeinen »Sozis« deroselb...

ndPlusKurt Stenger

Keine Panik!

»Hier herrscht die nackte Panik.« Mit diesen Worten kommentierte ein Händler auf dem Frankfurter Parkett den heftigen Absturz der Aktienkurse am Montag. Mal wieder zeigt sich, dass ein eigentlich nur punktuelles Problem, in diesem Falle die Krise zweitklassiger US-Hypothekenkredite, auf den deregulierten Finanzmärkten weltweit zum Crash führen kann. Umso erstaunlicher ist es, dass wirtschaftsnahe ...

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Auftakt zum Kampf um Nokia in Bochum

Auftakt zum Kampf um Nokia in Bochum

ND: Für heute hat die IG Metall zu einer Demonstration aufgerufen. Ist sie Auftakt zu einer härteren Auseinandersetzung mit Nokia? Kemper: Uns haben in den letzten Tagen Solidaritätsbekundungen aus dem ganzen Land erreicht. Natürlich hier aus der Stadt, aus dem ganzen Ruhrgebiet, ja sogar bundesweit zum Beispiel von Opel Rüsselsheim oder VW aus Wolfsburg, aus den Kirchen, von Politikern quer durch...

ndPlusBoris Kanzleiter, Belgrad

Freudenfeiern bei den serbischen Radikalen

Böller knallten und Feuerwerksraketen schossen in den Nachthimmel, als am späten Sonntagabend die Ergebnisse der ersten Runde der serbischen Präsidentschaftswahlen im Fernsehen übertragen wurden.

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Erleuchtung in der Zelle?

Erleuchtung in der Zelle?

Am Sonntag ist der Swingmusiker Andrej Hermlin, verheiratet mit einer gebürtigen Kenianerin, wohlbehalten nach Berlin zurückgekehrt. Er war mit zwei weiteren Europäern zwei Tage in Nairobi in Haft. Über die Umstände seiner Arretierung und die Lage in Kenia befragte ihn KARLEN VESPER.

Franz Kafka auf der Deponie
Hendrik Lasch

Franz Kafka auf der Deponie

Fünf Görlitzer Kommunalpolitiker sollen zahlen – für einen Vertrag, den sie als Aufsichtsräte eines kommunalen Betriebs billigten. Die Geschichte wirkt grotesk, ist aber bitterernst: Es geht um 375 000 Euro.

Seite 4
ndPlusGabriele Oertel

Bartsch: Einzug noch nicht gesichert

Trotz »ermutigender Umfragewerte« für die LINKE in Hessen und Niedersachsen hat der Bundesgeschäftsführer der Partei, Dietmar Bartsch, am Montag seine Genossen vor vorschneller Selbstzufriedenheit gewarnt.

Jürgen Amendt

Gegen das Vergessen von Unrecht und Verbrechen

Wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag stellte gestern der Verein »step 21« in Berlin die zweite Ausgabe der Zeitung »step 21 [Weiße Flecken]« vor. 70 Jugendliche aus Polen, Tschechien und Deutschland präsentieren darin ihre Forschungsergebnisse zu NS-Verbrechen und zum Umgang damit in ihren Heimatländern nach 1945.

Velten Schäfer, Schwerin

Ost-Zeitung mit West-Brille?

Die Zeitungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern steht vor einschneidenden Veränderungen. Rostocker »Ostseezeitung« und »Lübecker Nachrichten« bekommen einen gemeinsamen Mantelteil. Droht langfristig die Einheitszeitung im Norden und Nordosten?

Seite 5
Peter Nowak

In der EU geschützt und dennoch verfolgt

Seit knapp acht Monaten sitzt Binali Yildirim in spanischer Auslieferungshaft. Dabei ist der Kurde in Deutschland als politischer Flüchtling anerkannt.

ndPlusInes Wallrodt

Wohnortzwang ist rechtswidrig

Anerkannte Flüchtlinge dürfen ihren Wohnort frei wählen, auch wenn sie Sozialhilfe bekommen. Das Bundesverwaltungsgericht räumt mit diesem Urteil mit einer diskriminierenden Praxis der Bundesländer auf.

ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Oben und unten attraktiv bleiben

Die LINKE soll in der gesamten Gesellschaft um Zustimmung werben und nicht nur Angebote für sozial Schwache unterbreiten. Dafür plädiert der Landesverband Sachsen-Anhalt in der Programmdebatte.

Seite 6
ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Der Motor Europas wurde zum Tandem

In den vergangenen Monaten verstärkte sich die deutsche Kritik an Frankreichs Außen- und Europapolitik, in Paris fühlt man sich von den Vorwürfen »genervt«. 45 Jahre nach Unterzeichnung des »Freundschaftsvertrags« ist das bilaterale Verhältnis denkbar schlecht.

Seite 7
ndPlusHilmar König, Delhi

Schatten auf Bhutans Weg zu ersten Wahlen

Am Sonntag explodierten im südasiatischen Königreich Bhutan vier Sprengsätze. Zwar fällt dadurch ein Schatten auf den Weg von der absoluten zur konstitutionellen Monarchie, auf dem sich das Land befindet, doch die ersten Parlamentswahlen am 24. März werden kaum beeinträchtigt.

Tom Mustroph

Schuldig ja – Rücktritt nein

In Palermo wurde der Regionalpräsident von Sizilien für schuldig befunden, der Mafia geholfen zu haben – zurücktreten will er aber nicht.

Thomas Berger

Thaksins Vertraute kehren zurück an die Macht

Fast 16 Monate nach dem Militärputsch ist in Thailand am Montag erstmals wieder ein gewähltes Parlament zusammengetreten. Die kurze Zeremonie fand in Anwesenheit von Kronprinz Vajiralongkorn statt. Heute wollen die Abgeordneten einen Parlamentspräsidenten wählen, Ende der Woche den neuen Premierminister.

Seite 8
ndPlusMartin Kröger

Sauerei

Sauerei«, tönte gestern Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Kraftausdruck bezog sich auf die grüne Opposition, der der Senator andichtete, sie würde unterstellen, dass die Polizei der Hauptstadt gemeinsame Sache mit Rechtsextremen mache. So allgemein hatten die Grünen das nicht gemeint – doch bei gewissen Teilen des Polizeiapparates ist ma...

ndPlusRené Heilig

Unstimmigkeiten

Das ebenso Wichtige wie Dumme an einer demokratischen Verfasstheit sind Wahlen. Dann nämlich entscheiden wir kleinen Lichter, wie viele Sitze eine Partei im Parlament zusammenrafft, wer welchen Minister-Schreibtisch behalten darf und wer ihn räumen muss. Gewiss, wir Lichter haben – wenn wir mal die anstehenden Landtagswahlen ignorieren – noch ein wenig Zeit, um unsere Bundesfürsten zu ...

Dieter Janke

Kommunal-Placebo

Wer auch nur einen flüchtigen Blick auf den Zustand der kommunalen Finanzen geworfen hat, weiß, wie dürftig es seit Jahren um sie bestellt ist. Die viel gepriesene Idee des »Kommunalkombis«, bei dem der Bund bis zu 500 Euro pro Beschäftigten zuschießt, der Rest der Lohnkosten jedoch von den Städten und Gemeinden aufgebracht werden soll, konnte so nur ein Rohrkrepierer werden. Ganze 15 Anträge wurd...

Ingolf Bossenz

Kein »Kadaver«

»Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich von der göttlichen Vorsehung mittels des Oberen führen und leiten lassen, als sei er ein toter Körper, der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt ...« Als sei er ein toter Körper – es ist diese Stelle aus den Konstitutionen der Jesuiten, auf die der Begriff des Ka...

Der Irrenhaus-Faktor
Brigitte Zimmermann

Der Irrenhaus-Faktor

Wissen eigentlich alle, dass wir hier in einem Irrenhaus leben? Der Irrenhausfaktor ist zwar nicht immer wahrnehmbar, aber präsenter als mitunter die Kanzlerin. Die sieht nach eigenem Eingeständnis gern dem Kampf der Tiger im Tale zu und studiert dabei Fragen der politischen Stilistik. Schöner Zeitvertreib – vor allem dann, wenn ausgewiesene Stilisten wie ihr Parteifreund Roland Koch das Niv...

Seite 9
Was weg ist, ist weg
ndPlusThomas Maier

Was weg ist, ist weg

Seine Charaktere sind meist durchschnittliche Figuren, die sich mit den Widrigkeiten des modernen Lebens herumschlagen. Unspektakulär, aber mit scharfem Blick seziert Wilhelm Genazino wie unter einem Mikroskop den Alltag seiner Anti-Helden. Diese mühen sich bei der Suche nach dem kleinen Glück im eher traurigen Berufs- oder Liebesleben redlich ab. Es sind eigenwillige und melancholische Bücher, di...

Martin Koch

Physiker versus Stalin

Für seine Schüler war er das Musterbeispiel eines weltfremden Gelehrten, der ganz in seiner Wissenschaft aufging: der sowjetische Physiker Lew Davidowitsch Landau (Foto: Archiv). In Wirklichkeit jedoch, so enthüllten unlängst die Archive, rief er 1938 zum Sturz Stalins auf und entging nur knapp einem Todesurteil.Wie viele junge Sowjetwissenschaftler war auch Landau, der am 22. Januar 1908 in Baku ...

ndPlusLaura Naumburg

Mörderischer Maskenball

Jossi Wiehler und Sergio Morabito, das hoch gelobte Regie-Duo arbeitete zum ersten Mal in Berlin. Die Erwartungen an den »Maskenball« in der Staatsoper waren also hoch. Barbara Ehnes hatte als Location für die fatale Ballnacht die Lounge eines amerikanischen Provinzkinos auf die Bühne gebaut. Im Saal war wohl gerade renoviert, denn außer allerlei Flitter, Plastikmobiliar, einem Bar-Tresen und eine...

Seite 10
ndPlusKlaus Bellin

Der Feuerkopf Fabrizio, »unser Held«

So konzentriert, so besessen und wie im Rausch hat er vorher nie gearbeitet. Am 4. November 1838 entwarf er die ersten Seiten. Er beschrieb die Schönheiten der oberitalienischen Seen und schickte seinen jungen Helden dann in die Schlacht von Waterloo. Vier Tage brauchte er, um den Waterloo-Bericht zu überarbeiten. Danach diktierte er weiter, jeden Tag zehn Stunden lang. Sein Schreibgehilfe ermatte...

Hans-Dieter Schütt

Das verschleierte Gretchen

Die Inszenierung bleibt auf dem Teppich. Auf dem Teppich kniet Gretchen. Gen Mekka gerichtet. »Meine Ruh ist hin.« Gretchen ist eine streng und weiß Verschleierte. Die Liebe aber schafft es, dass die Muslimin den Gebetsteppich mit den Füßen, aufgeregt und erwartungsvoll, wegstoßen wird. Mit Faust gemeinsam löst sie das Schleiertuch. Dessen Spangen fallen auf den Boden, knallen geradezu in diese st...

Seite 11
Susanne Härpfer

Versicherung gegen schmutzige Bombe

Der englische Container-Versicherer TT Club bietet gegen das unwahrscheinliche Risiko eines Terroranschlags mit chemischen oder biologischen Waffen eine Police an.

Hilmar König, Delhi

Vogelgrippe in Westbengalen

Im indischen Unionsstaat Westbengalen grassiert die Vogelgrippe. Landwirtschaftsminister Sharad Pawar sprach von einer alarmierenden Lage, ergänzte aber: »Im übrigen Land besteht kein Grund zur Panik.«

ndPlusKurt Stenger

Wall Street in Düsseldorf

Erneut schlägt die US-Hypothekenkrise auf die deutsche Geldbranche durch. Die öffentlich-rechtlichen Eigentümer retten die WestLB.

Seite 12
Thomas Nitz

Zölle im südlichen Afrika fallen

Trotz eines Freihandelsabkommens ist die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) noch weit von einer Integration entfernt.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Weiter Abriss im Altbau

Sachsen will private Hauseigentümer stärker am Stadtumbau beteiligen – nicht zuletzt, weil es vor allem in deren Beständen noch enorme Leerstände gibt. Am umstrittenen Abriss von Altbauten hält der Freistaat fest.

ndPlusThomas Klatt

Grüne Revolution in Afrika?

Mit der »Fördergemeinschaft Nachhaltige Wirtschaft« werben die großen Agrarmultis auf der Grünen Woche für ihre Ziele.

Seite 13

ZUM LESEN

iz3w 304: »Lange Schatten – Kriege in Afrika«. Anhand von Beispielen aus afrikanischen Ländern geht der Themenschwerpunkt der Frage nach: Wie »funktionieren« (Bürger-) Kriege und bewaffnete Konflikte aus einer sozioökonomischen Perspektive? Welche internen und welche externen Akteure treffen aufeinander, wie sind sie an den Konflikten und Kriegsökonomien beteiligt? Bezug: Aktion Dritte Welt ...

Frieden im Osten von Kongo?
Martin Ling

Frieden im Osten von Kongo?

»Es scheint sich ein historischer Augenblick in Ostkongo abzuzeichnen.« So optimistisch wie Anneke van Woudenberg von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bewerten zwar nicht alle das unterschriftsreife Rahmenabkommen, das den Ost-Kongo dauerhaft befrieden soll. Aber allein, dass sich rund 20 Rebellengruppen, die Regierung Kabila und zivile politische Vertreter auf die Grundlagen für ...

Carl Ordnungs Weltordnung
Jochen Reinert

Carl Ordnungs Weltordnung

Der Berliner Solidaritätsdienst International (SODI) und die Stiftung Nord-Süd-Brücken ehrten am Wochenende in Berlin mit dem Symposium »Leben für Frieden und Solidarität« den engagierten Christen Carl Ordnung, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzende von SODI.

ndPlusTobias Müller

Weltstars oder Fußball-Boatpeople?

Afrika gilt als unerschöpfliche Quelle junger Fußballtalente für europäische Vereine. Doch die Umstände, unter denen sie nach Europa transferiert und hier behandelt werden, sind nach wie vor oftmals dubios, wenn nicht sogar kriminell. Mit dem Africa-Cup hat nun eine neue Runde des Schaulaufens für die Spieler begonnen.

Seite 14

Freie Fahrt fürs Krankenbett

Das Foto ermöglicht den seltenen Blick durch die Tür eines Operationssaales in der Chirurgie der Universitätsklinik Freiburg während einer Operation. Wenn sich die Tür zu diesem Raum öffnet, herrscht bei den Patienten Hochspannung. Nur die wenigsten von ihnen betreten den Saal selbstständig, zumeist werden sie auf einem Bett liegend hineingeschoben. Die Operation erleben sie unter Narkose. In alle...

Richtig schauen

Immer wieder stellen die Präventionsexperten der gesetzlichen Unfallversicherung VBG bei Beratungen in verschiedenen Unternehmen fest, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Bildschirm auf den Rechner oder sogar auf einen Stapel Papier stellen. Das ist ungünstig und kann Beschwerden verursachen.Ergonomisch günstig steht der Bildschirm direkt auf dem Schreibtisch. Denn die natürliche Kopfhaltu...

Simone Bartsch

Die Rezension - Ermutigt & erklärt

Das Handbuch Krebs ist ein Buch, mit dem man am liebsten nichts zu tun hätte. Und doch ist es zu empfehlen. Ungefähr 428 000 Menschen erkranken pro Jahr an einer der zahlreichen Krebsarten – darunter 218 000 Männer und 206 000 Frauen. Krebs ist nach wie vor eine Krankheit, die den meisten Menschen Angst macht. Der Begriff legt den Gedanken an den unausweichlichen Tod nahe, an Siechtum, unert...

Religion als Medizin?
Walter Willems

Religion als Medizin?

Nützt es der Gesundheit, wenn ein Mensch religiös ist oder schadet der Glaube eher? Seit Langem befassen sich Forscher mit dieser Frage. Die wissenschaftliche Datenlage dazu ist dürftig – trotz vieler Studien.

Seite 15

Trainer als Bremse

Nachdem »Scharfschütze« Sulley Muntari mit seinem Sonntagsschuss das Gastgeberland Ghana doch noch in einen kollektiven Jubel versetzt hatte, mimte Trainer Claude Le Roy die Spaßbremse. Mehr Freudentänze als den nach dem 2:1 (0:0)-Siegtreffer in letzter Minute zum Auftakt des Afrika-Cups gegen Guinea erlaubte der Franzose seinen Spielern nicht. Schließlich wartet auf die Black Stars im Streben nac...

Jörg Mebus

Mit Jenny Wolf in eine goldene Zukunft?

Als Jenny Wolf mit einem Lächeln auf das Siegerpodest in der Thialf-Halle von Heerenveen (Niederlande) stieg, war der Wachwechsel im deutschen Eisschnelllauf endgültig vollzogen. Dass die Berlinerin mit ihrem sensationellen Triumph bei der WM im Sprint-Vierkampf den Superstar Anni Friesinger aus Inzell vom Sprint-Thron stieß, hatte Symbolcharakter. Wolf trägt ab sofort auch die einzigen Hoffnungen...

ndPlusJirka Grahl

Wirren Auftritt vergessen machen

Bei der Handball-EM in Norwegen hat sich das Feld sortiert: Nur Olympiasieger Kroatien, Titelverteidiger Frankreich und Gastgeber Norwegen sind verlustpunktfrei in die heute beginnende Hauptrunde eingezogen, Russland ist ausgeschieden, Montenegro hingegen hat gleich beim Debüt das Weiterkommen geschafft. Der Titelverteidiger aus Deutschland muss sich Gedanken machen, wie er nach der 22:30-Niederla...

Seite 17

Korrektur

(ND). Über 170 000 Unterschriften für ein NPD-Verbot sammelte die Vereinigung der Opfer des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) im vergangenen Jahr. Wir bitten, unsere falsche Zahlenangabe in der Ausgabe vom Montag zu entschuldigen.Zudem wies Hans Coppi, Vorsitzender der Berliner VVN-BdA, darauf hin, dass eine »Organisation Opfer des Faschismus«, wie es in unserem Bericht über die VVN-B...

Martin Kröger

Polizeichef räumte Fehler ein

Was am Wochenende noch als ungeheuerlicher Vorwurf durch die Medien geisterte, bestätigte sich gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Polizei hat im Zuge von Ermittlungen gegen drei Antifaschisten deren Namen an mutmaßliche Neonazis übermittelt. »Wir haben am 27. September 2007 die Geschädigten mit einem Fragebogen angeschrieben, auf dem die drei Beschuldigten mit Vor- und Familienn...

ndPlusKarin Nölte

Wasserpreise steigen jedes Jahr

Die Berliner Wasserpreise werden wohl jedes Jahr weiter ansteigen, die Wasserbetriebe (BWB) werden aber »versuchen, unterhalb der Inflation zu bleiben«. Das teilte BWB-Vorstandsvorsitzender Jörg Simon gestern vor dem parlamentarischen Wirtschaftsausschuss mit.Wenig Erhellendes, einiges Wässriges erfuhr der Ausschuss zu den Wasserpreisen, einem Thema, das durch geheime Verträge bei der Teilprivatis...

Seite 18
Wolfgang Weiß

Hauptmannsgarde marschiert wieder

Vor dem historischen Rathaus wird wieder marschiert, vorerst aber nur am Sonnabend. Wenn es jedoch nach dem ehrenamtlichen Verein der Hauptmannsgarde geht, werden sich die preußisch-blauen Uniformträger ab März auch wieder mittwochs um 11 Uhr präsentieren.Seit dem Jahr 2000 spielen die »Gardisten aus der Kaiserzeit« für Touristen und Einheimische die berühmte Köpenickiade von 1906 nach. Damals hat...

Seite 19
Volkmar Draeger

Gaukelspiel um die Wahrheit

Zwei verhangene Kammern flankieren einen armselig vermüllten, engen Raum mit abgewetztem Mobiliar. Dort leben notgedrungen, ausweglos und in fragilem Gleichgewicht Franz und Ben. Franz, der zerknittert Ältere, präpariert Tiere, der gehbehinderte Ben arbeitet als Leichenwäscher. Geld ist nie da, weil Franz seinen Anteil stets beim Kakerlakenrennen verspielt. Das klingt so absurd, wie der ganze 70-m...

ndPlusAnouk Meyer

Der Alltag interessiert

Schmecken koschere Gummibärchen anders als normale? Kann man die in Berlin kaufen? Und: Was genau heißt eigentlich »koscher?« Über solche und andere Fragen zu jüdischer Tradition und Geschichte klären in dieser Woche Mitarbeiter des Jüdischen Museums Berlin (JMB) an fünf Berliner Schulen auf. Die deutschlandweite Tour, die an 55 Schulen in 11 Bundesländer führen wird, begann gestern mit einem Besu...

Seite 20
Wilfried Neiße

Nasse Prignitz, trockene Uckermark

Die Niederschläge in Brandenburg verteilen sich sehr ungleich. Am meisten regnet es in der Prignitz und im Kreis Elbe-Elster, sagt Umweltminister Dietmar Woidke (SPD). Bei den Regionen, die im Schnitt mit weniger Niederschlägen auskommen müssen, nennt er die Uckermark, den Hohen Fläming, das mittlere Havelland und die Niederlausitz.Klimaforscher vermuten insgesamt einen Trend zu nasseren Wintern u...

ndPlusAndreas Fritsche

Bisky ist Sachse, Kaiser am Zug

Von 1990 bis 2005 gehörte Lothar Bisky dem brandenburgischen Landtag an, die meiste Zeit als PDS-Fraktionschef. Doch inzwischen ist der Bundesvorsitzende der Linkspartei gewissermaßen Sachse geworden. Er baute seine Datsche in der südlich von Torgau gelegenen Stadt Schildau aus und machte sie zu seinem Hauptwohnsitz. Vorher lebte Bisky in Hohen Neuendorf im Berliner Umland. Bisky sei deswegen inzw...