Ausgabe vom 29.03.2008

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Unten links

Ach ja, die Zeit. Sie fließt dahin, gnadenlos. Verfliegt, wie irritierend. Könnte man sie anhalten, wie lange stünde sie? Sie ist willkürlich. Kant meinte: »reine Anschauungsform«. Wir können sie uns nicht wegdenken. Aber auch nicht fassen: v.Chr. oder n.Chr., v.u.Z., n.u.Z. Vor oder nach Christi, vor oder nach unserer Zeitrechnung? Eine Weltanschauungsfrage. Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, ...

Filmische Anstachelung zum Hass

Ein anti-islamischer Film des rechtspopulistischen niederländischen Oppositionspolitikers Geert Wilders ist am Freitag im In- und Ausland auf heftige Kritik gestoßen. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden erklärte, die Veröffentlichung des Films erhöhe die Gefährdung auch für Deutschland.

Gute Arbeit – Gute Rente
ndPlusMichael Schlecht

Gute Arbeit – Gute Rente

Es droht ein massiver Anstieg der Altersarmut. Beschäftigte, die in den nächsten 20 Jahren weniger als drei Viertel eines Durchschnittsverdienstes erhalten – das sind nach heutigem Geldwert knapp 1900 Euro im Monat – bekommen zukünftig nur eine Grundsicherung. Das sind rund 650 Euro. Besonders bedroht sind Frauen. Und die Menschen in den neuen Bundesländern. Sozialverbände schlagen des...

ndPlusGeorg Krase

Spannung in und um Harare

Erstmals gibt es am Sonnabend in Simbabwe gleichzeitig Präsidenten-, Parlaments- und Lokalwahlen. Die Aussichten auf ein Ende der Ära Mugabe sind ernüchternd.

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Rivalen des alten Mannes

Die Herausforderer Mugabes, nahezu gleichaltrig und fast 30 Jahre jünger als der Autokrat, könnten unterschiedlicher kaum sein: Morgan Tsvangirai brach die Schule ab, wurde Bergarbeiter und stieg in der Gewerkschaft bis zum Generalsekretär des Dachverbandes ZCTU auf. Als solcher kappte er die Bindungen der Gewerkschaft an die regierende ZANU (PF) und gründete 1999 die Bewegung für Demokratischen W...

ndPlusVictor Grossman

Das Leben Mumia Abu-Jamals ist weiterhin bedroht

Das Leben Mumia Abu-Jamals ist weiterhin bedroht, auch wenn die Todesstrafe gegen ihn erst einmal aufgehoben wurde. Bleibt es dabei, soll der schwarze Journalist und Autor mit den wachen Augen und den langen Locken lebenslänglich eingesperrt werden.

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»Sie mögen diese Farbe nicht«
ndPlusTim Zülch

»Sie mögen diese Farbe nicht«

Ein hoher Zaun, ein Eisentor. Ein Pförtner kontrolliert in Berlin-Spandau in der Motardstraße den Zugang: »Zu Edward Lino*, bitte.« Hinein in das Asylbewerberheim kommt man nach Voranmeldung oder wenn man den Namen eines Bewohners nennen kann.Auf dem Gelände stehen fünf dreistöckige Containerbauten und ein Bürogebäude. In einer Ecke ein kleiner Spielplatz für die Kinder. Die Wohnblocks sind hellgr...

Hans-Gerd Öfinger

Weibliches Gegengewicht zu den Drei S

Andrea Ypsilanti will nicht aufgeben. Zwar hat das strikte »Nein« der Darmstädter Abgeordneten Dagmar Metzger die Hoffnung der hessischen SPD-Landeschefin jäh durchkreuzt, bei der konstituierenden Sitzung des Landtags Ende nächster Woche als erste Ministerpräsidentin in der Geschichte des Landes gewählt zu werden und drei Tage später ihren 51. Geburtstag in der Staatskanzlei am Wiesbadener Kranzpl...

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ndPlusGabriele Oertel

Blickpunkt September

Dass in einer Woche bei der Klausur des CSU-Vorstandes in Wildbad Kreuth ein ähnlich großes Gemetzel losgeht wie im Januar 2007, als am gleichen Ort zu Edmund Stoibers Sturz geblasen wurde, steht nicht zu fürchten. Dass aber sonderlich aufgeräumte Stimmung herrschen wird, auch nicht. Denn die Nachfolger des Ex-Ministerpräsidenten und Ex-CSU-Vorsitzenden haben seit ihrer Inthronisation wenig glückl...

ndPlusIngolf Bossenz

Vorbild Al Qaida

Deutschlands »mutigstes Theater« (»Bild«), das Hans Otto Theater Potsdam, bringt am Sonntag Salman Rushdies »Satanische Verse« als Bühnenfassung zur Uraufführung. Für seinen islamkritischen Roman hatte sich der Autor seinerzeit immerhin ein Todesurteil des iranischen Staatsführers Khomeini eingehandelt, es gab Anschläge und gewaltsame Proteste, bei denen Dutzende Menschen starben. Rushdies »Verse«...

Martin Ling

Poker mit Betancourt

Das Angebot klingt verlockend: Lassen die Bewaffneten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ihre prominenteste Geisel, Ingrid Betancourt, frei, kommt im nächsten Zug eine noch zu definierende Anzahl mehrerer FARC-Gefangener in den Genuss der Freiheit. So wünschenswert es unter humanitären Gesichtspunkten wäre, dass dieser Tausch vonstatten geht, so relativ unwahrscheinlich ist er. Der einz...

ndPlusKatharina Dockhorn

Die Mutter

Von einem Comeback will Christine Schorn wegen ihrer Rolle in »Frei nach Plan« nicht sprechen. Die Bühne des Deutschen Theaters war für die 1944 in Prag geborene und in Kiel und Berlin aufgewachsene Tochter eines Schauspielerpaares stets das erste Zuhause. 1963 wurde sie sofort nach der Ausbildung an der Berliner Schauspielschule dort verpflichtet. Nur für die Betreuung ihrer Tochter unterbrach si...

Theaterarbeit im Strafvollzug?

Theaterarbeit im Strafvollzug?

ND: Vor drei Jahren haben Sie das Prison Art Network (PAN) gegründet, ein europäisches Netzwerk für Kunst im Gefängnis. Warum? Clarke: Bildungs- und Kunstprojekte im Gefängnis gibt es noch nicht lange. Die Idee einer sozialen wie künstlerischen Arbeit für Inhaftierte muss sich erst etablieren. Dafür leistet unser Netzwerk, dem sich mittlerweile 18 Organisationen angeschlossen haben, einen Beitrag....

Seite 5

Ab 1. April drohen Streiks bei der Post

Berlin (AFP/ND). Parallel zu den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Post hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut mit Streiks gedroht. Wenn die Post kein akzeptables Angebot vorlege, würden die Beschäftigten ab dem 1. April die Arbeit niederlegen, sagte ein ver.di-Sprecher.Am Freitagvormittag hatte die zweite Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Post begonnen. Das Ergebnis der Ve...

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ndPlusFolke Havekost

»Wir haben auch viel erreicht«

Der Politologe und Essayist Albrecht von Lucke (»68 oder neues Biedermeier«) diskutierte im Literaturhaus Hamburg mit dem Schriftsteller und Zeitzeugen Peter Schneider (»Rebellion und Wahn. Mein 68«) und der WDR-Redakteurin Irmela Hannover.

Hendrik Lasch, Dresden

Nach Rückkehr überstimmt

NS-Opferverbände verweigern seit 2004 die Mitarbeit in der sächsischen Gedenkstättenstiftung. Nur ein kleiner Leipziger Verein entschloss sich zum Wiedereintritt – und wurde prompt bei einer Gremienwahl gedemütigt.

Seite 7

Offensive der Taliban

Dubai (AFP/ND). Die radikalislamischen Taliban haben den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive in Afghanistan bekannt gegeben. Ziel der verstärkten Angriffe sei es, dem Feind mit schmerzhaften und überraschenden Treffern eine »ermahnende Lektion« zu erteilen, heißt es in einer auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Erklärung, wie das USA-Institut SITE jetzt mitteilte. Es ordnete die Erk...

Kämpfe und Ausgangssperre in Bagdad

Der irakische Ministerpräsident Nuri el Maliki hat den schiitischen Milizionären für die Niederlegung der Waffen Geld geboten. Das Öffentliches Leben in Bagdad steht nach einer Ausgangssperre still.

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ndPlusHilmar König, Delhi

KPI-Chef A.B. Bardhan bleibt im Amt

Der 82 Jahre alte Ardendhu Bhu-shan Bardhan wurde zum Abschluss des 20. Nationalkongresses der KP Indiens am Donnerstag in Hyderabad wieder zum Generalsekretär gewählt.

Karin Leukefeld

Libanonzwist gipfelt in Absage

Ein Zeichen der »arabischen Solidarität« sollte der zweitägige Gipfel der Arabischen Liga setzen, der an diesem Sonnabend in der syrischen Hauptstadt Damaskus beginnt. Doch Zwist und Misstrauen zwischen den Staaten, genährt vom Druck der USA-Regierung auf ihre arabischen Verbündeten, haben tiefe Risse zutage gefördert.

Leo Burghardt, Havanna

Schach den Problemen Kubas

Wer auf den baldigen Bankrott des kubanischen Staates gehofft hat, sieht sich wieder einmal getäuscht. Ungeachtet dessen sind die Probleme groß.

Seite 9
Andreas Knudsen, Kopenhagen

Reedereien unter Volldampf

Dänemark kontrolliert als eine der wichtigsten Schifffahrtsnationen rund zehn Prozent der Welthandelstonnage. Der Jahresbilanzen der Reedereien sagen daher nicht nur etwas aus über die finanzielle Lage der maritimen Industrie des Landes, die etwa 100 000 Menschen beschäftigt, sondern auch über die Exportbilanz. Der Außenhandelsüberschuss Dänemarks stammt zu einem guten Teil aus den internationalen Aktivitäten der Reedereien.

ndPlusMichael Lenz, Singapur

Licht aus – Bewusstsein an

Die Umweltstiftung WWF ruft für heute zur »Earth Hour«. Zahlreiche Großstädte auf allen Kontinenten beteiligen sich an der Aktion.

Hendrik Lasch, Leipzig

DHL geht von 50 auf 100

Die Posttochter DHL nimmt jetzt ihren Frachtknoten am Flughafen Leipzig voll in Betrieb: Mit Inkrafttreten des Sommerflugplans werden jede Nacht 57 Maschinen abgefertigt – zum Leidwesen der Anwohner.

Seite 10
Gabi Kotlenko

Gerangel um den zweiten Platz

Die Bayern beherrschen derzeit die Szene – und das vor allem neben dem Spielfeld. Denn der Kampf um die Meisterschale gilt als (fast) entschieden. Nationalspieler Lukas Podolski hat einen möglichen Abschied aus München im Sommer nicht ausgeschlossen. »Ich habe die Nase voll von der Bayern-Bank«, sagte der 22-Jährige in einem Interview. Über einen Wechsel mache er sich am Saisonende Gedanken....

Seite 11
Trendsportart Dart
Thomas Wieczorek

Trendsportart Dart

Das Wetter der zu Ende gehenden Woche bot geradezu ideale Vorlagen für Ausreden, wenn es darum ging, sich vor etwaigem Freizeitsport zu drücken: Für Fußball im Park oder Minigolf, Joggen oder Nordic Walking ist es erstens viel zu kalt, und zweitens regnet es oder es kann jeden Moment anfangen. Bei diesen extremen Witterungsbedingungen kann man sich selbst auf dem Weg zur Sporthalle den Tod holen. ...

»Steamon«: Nicht nur durch Weltrekorde verbunden

In ihrer Heimat Australien werden Stephanie Rice und Eamon Sullivan nur noch kurz »Steamon« genannt. Es ist eine Anlehnung an das Wort »Brangelina», das von dem Schauspielerduo Brad Pitt und Angelina Jolie geprägt worden ist. Nicht nur Hollywood hat ein Traumpaar – der Schwimmsport hat es auch.Sullivan und Rice sind nicht nur zwei Turteltauben – sie sind im Moment das schnellste Paar d...

ndPlusErik Eggers

Etwas ganz Großes

Das beste, aufregendste Handballturnier der Welt? Ja, sagt Thorsten Storm, der Manager der Rhein Neckar-Löwen, »hier wird Handball geradezu zelebriert«. Das Final Four, das an diesem Wochenende zum sechsten Mal in der modernen Hamburger ColorLine Arena ausgetragen wird, sei »etwas ganz Großes«, schwärmt auch Stefan Lövgren. Den 37-jährigen Kapitän vom Champions League-Sieger THW Kiel fasziniert vo...

»Kämpfen gehört dazu«

Das deutsche Eiskunstlaufen lebt noch. Nach einer elfjährigen Pause standen deutsche Kufenkünstler bei einer WM wieder ganz oben auf dem Siegerpodest. Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy heißen die Weltmeister im Paarlauf. Eine glückliche Stunde bei der WM 2008 für das Paar und ihren Trainer Ingo Steuer. ND sprach mit Aljona Sawtschenko.

Seite 13
ndPlusLiesel Markowski

Kaukasische Kolossalklänge

Kultur, besonders auch Musik, aus dem Kaukasus ist hierzulande weitgehend unbekannt. Entdeckungsreisen sind daher nützlich. Sie können umfassend informativ sein, so zu erwarten vom gerade begonnenen Kulturjahr Aserbaidschans in Deutschland. Ein Novum für beide Seiten, das gegenseitiges Kennenlernen herausfordert. Dieses Jahr der Begegnung mit dem »Land des Feuers«, wie »Aserbaidschan« übersetzt la...

Endlich Klarheit? Wohl kaum.

Bernd F. Lunkewitz zählt seinen Berliner Aufbau-Verlag zu den »wenigen unabhängigen Editionshäusern in Deutschland«. Der einst führende DDR-Verlag spiegelt auch die wechselvolle Geschichte der DDR-Kulturpolitik und ihrer Literatur mit Hausautoren wie Anna Seghers, Bertolt Brecht und Christa Wolf wider. Der Verlag habe einen »guten Teil ostdeutscher Identität und europäischer Kultur in das vereinig...

Seite 14
Vermisst
Harald Loch

Vermisst

Seit Karfreitag ist in Berlin die russische Regimekritikerin Anna Mikhalchuk verschwunden, die unter dem Namen Anna Alchuk bekannt geworden ist. Sie ist die Ehefrau des derzeit zu einer Gastprofessor an der Humboldt-Universität eingeladenen Philosophen Michail Ryklin. Das Thema seiner Antrittsvorlesung hatte »Terror und Utopie« geheißen. Seine Frau verließ am Nachmittag des 22. März ihre gemeinsam...

Unter die Dusche!
ndPlusHans-Dieter Schütt

Unter die Dusche!

Brussig ist kein Dramatiker des Aufeinanderpralls. Er ist ein Chronist jener Einsamen, denen als letzte Zuflucht ein geduldiges Publikum bleibt. Der Monolog als das große Lied nach dem noch größeren Leid. Die ununterbrochene Rede, die aufgeladene Ansprache an ein Rund von Zuschauern: Es ist gleichsam die Schlacht gegen alle Gegner – nachdem so ziemlich alle Schlachten verloren gingen. Das pr...

Seite 15
ndPlusGünther Frieß

Lebensader von Istanbul

Istanbul, die Millionen-Metropole am Bosporus verbindet Europa und Asien nicht nur geografisch, sondern auch symbolisch. Dafür stehen zahlreiche Brücken, die die alte Stadt der Kaiser und Sultane durchqueren. Darunter auch die »Galata köprüsü«, die die langgestreckte Meeresbucht, das »Goldene Horn«, überspannt. Die etwa 500 Meter lange und zweigeschossige Auto- und Fußgängerbrücke trennt die beide...

BVG-Streik: Entscheidung am Montag

(ND-Kammer). Ob bei der BVG wieder gestreikt wird, entscheidet sich am Montag. Dann treffen sich die ver.di-Vorsitzende Susanne Stumpenhusen und BVG-Chef Andreas Sturmowski beim Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) zu einem Spitzengespräch, um über eine Lösung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zu beraten. Zuvor akzeptierte die Große Tarifkommission von ver.di am Donnerstagabend einen Kompromissvor...

Rainer Funke

Wachs und Lüge

Jetzt Ticket kaufen, im Juli hingehen – das Wachsfigurenkabinett Unter den Linden 74 wirft Schatten voraus. Wer blasse Gestalten mag und wem die zahllosen Politiker mit denselben nicht ausreichen, sollte jetzt im Internet über www.madametussauds.com/berlin Karten bestellen. Denn man erwartet moma-typische Warteschlangen. Das Ticket kostet 18,50 Euro, Kinder von drei bis vierzehn Jahren zahle...

Vokabeln ganz nebenbei am Strand lernen
Andreas Guballa

Vokabeln ganz nebenbei am Strand lernen

Wer eine Sprachreise macht, kann bisweilen böse Überraschungen erleben. Dem Lehrer fehlt jegliche Unterrichtserfahrung und die Minigruppe hat die Größe einer Fußballmannschaft. Wir geben Auskunft, worauf man achten sollte und wo es Rat gibt.

Auf einem Rundkurs durch das MyFest
ndPlusRainer Funke

Auf einem Rundkurs durch das MyFest

Reichlich einen Monat vor dem 1. Mai, der dieses Jahr auch Himmelfahrt aufnimmt, laufen die Vorbereitungen auf den Tag der Arbeit in Berlin auf Touren. Wie aus dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg verlautet, wird das MyFest in ähnlichen Dimensionen wie im vorigen Jahr vonstatten gehen. Auf den etwa 20 nahezu gleichen Orts wie 2007 stationierten Bühnen – in der Oranienstraße und am Oranien...

Seite 16
ndPlusSteffi Bey

Volleyball wie am Strand

Wie das Wetter auch wird – in einer eigens dafür gebauten Halle kann man bald Beachvolleyball in einer wohltemperierten Umgebung spielen. Im Sportforum Hohenschönhausen entsteht gerade ein neues Gebäude, das ab Ende Mai von Spitzensportlern, aber auch Vereinen genutzt werden kann. Der Olympia-Stützpunkt Berlin erhält damit als erster in Deutschland eine separate, witterungsunabhängige Anlage...

Andreas Fritsche

ND-Wanderer am Grab Bobrowskis

Die Glocke läutet. Die Trauergesellschaft tritt aus der Kapelle. Sie folgt dem Mann mit der Urne gemessenen Schrittes. Berlin zählt 251 Friedhöfe, von denen noch etwa 190 als Begräbnisplätze geöffnet sind. Der Friedhof der evangelischen Christophorus-Gemeinde Friedrichshagen ist einer davon. Die Anlage an der Ecke Aßmannstraße, Peter-Hille-Straße zeichnet sich unter anderem durch eine Reihe von re...

... nicht so dicht an die Eisbären
ndPlusHeidi Diehl

... nicht so dicht an die Eisbären

»An den Nordpol? Was um Himmels willen willst du denn dort«, fragte Mutter etwas ängstlich. Und setzt gleich nach: »Versprich mir wenigstens, nicht so dicht an die Eisbären zu gehen.« Das tat ich leichten Herzens, denn bis zum Nordpol sollte die Reise nicht führen, nur auf den Polarkreis. Und von dort, bis zu den Eisbären, sind es noch ein paar Kilometer. Dachte ich! Doch genau auf dem Polarkreis ...

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Ende gut ...

(ND-Schröter). Heute ab 19.30 Uhr gibt es als krönenden Abschluss in den Hütten auf dem Mäusebunkerdach einen Märchenmarathon im Monbijoupark. Bevor der Bär, das Maskottchen der Wintersaison 2007/2008, abwandert, werden die Schauspieler des Hexenkessel Hoftheaters in der großen Märchenhütte neun und in der kleinen sechs Märchen zeigen. Da wird die Großmutter mit einem Haps verspeist, Ilsebill zum ...

Nissrine Messaoudi

Ein Schuldrama in Kreuzberg

»Die Deutschstunde« ist ein erschreckender und zugleich aufklärender Film, der über den Klassenraum hinaus geht. Von 2003 bis 2006 hat der Dokumentarfilmer Theo Teucher den Deutschunterricht an der Robert-Koch-Oberschule in Kreuzberg begleitet. Gelungen ist ihm nicht nur das Einfangen des Schulalltags. Vielmehr spiegelt das Kreuzberger Gymnasium die Probleme der sogenannten »Parallelgesellschaft« ...

Gefängnis als Drehort

ND). Die Türkische Filmwoche Berlin, 2003 ins Leben gerufen, wird in diesem Jahr vom 3. bis 12.4. in den Kinos Delphi Filmpalast am Zoo, Broadway und Neues OFF neueste Produktionen aus der Türkei in Charlottenburg und Neukölln präsentieren. 15 Filme zeigen das türkische Kino in seiner Vielfalt. Regisseure, Autoren und Darsteller stellen sich Fragen und Diskussionen.3500 Besucher hatte die Türkisch...

Das Gärtnerprinzip
Christina Matte

Das Gärtnerprinzip

Arbeitslos wurde Hartmut Noack 1996, seit einigen Jahren bezieht er ALG II. Er würde nie sagen: Ich lebe von ALG II, denn leben kann man von ALG II nicht. Von ALG II kann man bestenfalls existieren, zum Leben braucht es mehr. Was er sofort unterschreiben würde: Man kann mit ALG II leben, wenn man es will. Wenn man mehr tut, als ALG II zu beziehen. Deshalb besteht er auch darauf zu sagen: Ich bin n...

Seite 18
ndPlusWilfried Neiße

SPD für LINKE kein Junior

Mit Fassungslosigkeit haben Brandenburgs Sozialdemokraten auf eine Forsa-Umfrage reagiert, die ihnen landesweit noch einen Zuspruch von 25 Prozent zuweist, während die Linken mit 33 Prozent und also großem Abstand an der Spitze in der Gunst der Befragten liegen. Mangelnde Seriosität glaubte SPD-Generalsekretär Klaus Ness dem Meinungsinstitut vorwerfen zu können. Und bezogen auf die designierte Spi...

Seite 19
Joachim Nowotny

Von der Verstrickung

Anthologien hatten es auch in der DDR nicht leicht. Dennoch sind erstaunlich viele erschienen. Manche brachte es sogar zu Nachauflagen. Das Buch, von dem ich hier reden will, konnte sich 1977 einer größeren Aufmerksamkeit nicht erfreuen. Vielleicht lebte man ja unter dem Eindruck anderer Dringlichkeiten. Die innenpolitische Krise der DDR stand im merkwürdigen Kontrast zu den außenpolitischen Erfol...

Hinter dem Schleier ...

Im Westen ebben die Diskussionen über das Wesen des Islam nicht ab, entzünden sich immer wieder an Karikaturen oder Kopftuch. Der niederländische Rechts-Populist Geert Wilders hat jetzt einen Anti-Islam-Film ins Internet gestellt. Die an der Humboldt-Universität Berlin lehrende Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun macht in ihrem, gemeinsam mit Bettina Mathes verfassten Buch »Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen« (Aufbau, 476 S., geb., 24,90 EUR) deutlich, dass sich in unserer Sichtweise auf die »andere Welt«, mehr als wir zugeben wollen, das Selbstverständnis des Westens offenbart.

Seite 20

WochenChronik

28. März 1898: Der Deutsche Reichstag entscheidet sich für den Aufbau einer Schlachtflotte als Teil der neuen Weltpolitik. 29. März 1848: König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen muss in Berlin ein liberales Ministerium mit einem bürgerlichen Politiker an der Spitze, Ludwig Camphausen, berufen. 1. April 1933: In allen deutschen Städten kommt es, von den Nazis organisiert, zum Boykott gegen jüdische...

Ronald Sprafke

Saba-Tempel

Die reiche und weise Königin von Saba, bekannt aus Bibel und Koran, wird wohl auch weiterhin als eine faszinierende, dennoch nur sagenumwobene Gestalt in unserer Erinnerung bleiben. Anders aber das Königreich von Saba, dessen Geschichte und Kultur durch neuere Forschungen immer deutlicher und prächtiger aus dem Dunkel der Vergangenheit hervortritt. Seit 2001 erforschen Mitarbeiter des Deutschen Ar...

Klaus Hemmo

Vermählt und verhasst

Die antichinesischen Unruhen in Tibet haben den Dalai Lama, dessen Flucht aus Lhasa sich am 23. März zum 59. Mal gejährt hat, veranlasst, erneut beide Seiten zur Gewaltlosigkeit aufzurufen und Peking Gespräche anzubieten. Wie eine echte Lösung des Tibet-Problems aussehen könnte, ist freilich offen. Eine mögliche Variante wäre die Bildung einer Konföderation zwischen China und Tibet. Ähnliche Verbi...

ndPlusGerd Fesser

Mit »Michael« an die Marne

21. März 1918, 4.40 Uhr. An der Westfront herrschte zwischen Arras und La Fère tiefe Ruhe. Dichter Nebel lag über dem Gelände. Da zerriss ein gewaltiges Donnergrollen die Stille. 6500 deutsche Geschütze eröffneten auf einen Schlag das Feuer. Sekunden später schlugen die Granaten und Giftgasgeschosse in den gegenüberliegenden Stellungen der Briten ein. Die Angriffsoperation »Michael« begann.Bislang...

Keine Liaison mit Kommunisten
ndPlusGerhard Feldbauer

Keine Liaison mit Kommunisten

Am Morgen des 16. März 1978 wurde der Vorsitzende der Democrazia Cristiana, Aldo Moro, in Rom mit seiner Eskorte von einem Terroristenkommando überfallen und entführt. Unter dem Feuer der Attentäter waren vier der Leibwächter sofort tot, der fünfte verstarb im Krankenhaus. Der unverletzte Moro wurde aus seinem Wagen gezerrt und in einen 132er FIAT gestoßen. In einem in mehreren Zeitungen nach etwa einer Stunde übermittelten Kommunique erklärten sich die linksextremen Brigate Rosse als Täter.

Seite 21
Zähne vom ältesten Westeuropäer

Zähne vom ältesten Westeuropäer

In einer Höhle im Nordosten Spaniens haben Forscher nach eigenen Angaben die bisher ältesten Überreste der ersten Westeuropäer entdeckt. In der Atapuerca-Grotte nahe der Stadt Burgos wurden Zähne und der Unterkiefer eines Frühmenschen gefunden, der vor rund 1,2 Millionen Jahren in der Region lebte. Das berichtet ein Forscherteam um die spanischen Paläontologen Eudald Carbonell vom Katalanischen In...

ndPlusWalter Willems

Schwerer Start für Jungs

Jungen haben in Industrieländern eine wesentlich höhere Säuglingssterblichkeit als Mädchen. Eine internationale Studie zeigt, dass gegenwärtig fast ein Viertel mehr Jungen als Mädchen im ersten Lebensjahr sterben. Diese Differenz ist den Forschern zufolge mitverantwortlich für die im Vergleich zu Frauen kürzere Lebenserwartung von Männern.Die Forscher um Caleb Finch von der Universität von Souther...

Der Berg als Prophet
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Der Berg als Prophet

Professor Hermann Berg ist für mich ein Prophet. Der heute 83-jährige Bioelektrochemiker war gut befreundet mit Manfred von Ardenne und schuf in den 60er Jahren die Grundlagen der photodynamischen Krebstherapie. Er prophezeite die elektrische Zellfusion in der Biotechnologie und die Krebshemmung durch elektromagnetische Felder. Für einen unabhängigen kritischen Geist wie ihn war es damals in der D...

Martin Koch

Das esoterische Gehirn

Telepathie und Hellsehen sind für die Vertreter der Parapsychologie Formen der Außersinnlichen Wahrnehmung (ASW). Einer Wahrnehmung also, die per definitionem über keinen der uns bekannten fünf Sinneskanäle läuft. Auch fehlt bislang jeder wissenschaftliche Nachweis, dass ASW-Phänomene real existieren. Dennoch ist die gegenteilige Auffassung in unserer Gesellschaft erstaunlich weit verbreitet. Nach...

Seite 22
Der Pakt mit dem Teufel

Der Pakt mit dem Teufel

Ohne Zweifel, sein neues Buch wird viele begeisterte Leser finden, es wird ihm aber nicht nur freudige Zustimmung einbringen. Mit leidenschaftlicher Polemik prangert Olaf Baale deutsche Zustände an. Auf der Leipziger Buchmesse präsentierte er seine analytische Streitschrift »Abbau Ost. Lügen, Vorurteile und sozialistische Schulden« (dtv, 302 S., br., 12,90 EUR). Mit dem 1959 in Wolgast geborenen Autor von Büchern und Radio-Features sprach Karlen Vesper.

Seite 23
Julia Ohlendorf

Rettungsaktion per Computer

In dem nordchilenischen Andendorf Parinacota gibt es viel zu staunen: Zuerst über den gleichnamigen »Hausberg« mit seiner weißen Mütze aus Schnee, der wegen der weichen Formen nicht wie ein 6348 Meter hoher Vulkan wirkt. In der Lagune nebenan sonnen sich rosafarbene Flamingos, auf der anderen Seite grast eine Gruppe Lamas auf der Andenhochebene. Dann steht mitten im Ort eine weiß getünchte Kirche ...

Zwölf Dörfer hat Lusi schon verschlungen
ndPlusMichael Lenz

Zwölf Dörfer hat Lusi schon verschlungen

Ajis und seine Gattin Muslikah leben mit vier erwachsenen Kindern in einem zehn Quadratmeter großen Bretterverschlag auf dem Marktplatz des Dörfchens Porong. Ajis weiß genau, wie lange schon: »Seit einem Jahr und zwei Monaten.« Damals versank mit dem Haus und Ajis' Tischlerwerkstatt die Lebensgrundlage, die Zukunft der Familie in heißem, schweflig stinkenden Schlamm. Der stammt aus 3000 Meter Tief...

Seite 24

Testspiel

Wer schrieb es? Denn ein Herz voll Freude sieht alles fröhlich an, ein Herz voll Trübsal alles trübe. Was geschah an den Fällen? Was ereignete sich an den Niagarafällen am 29. März 1848? Wie geht es? Wenn man alle Zahlen von 1 bis 1000 zusammenzählt, ist das Ergebnis 500 500. Von 1 bis 1500 gleich 1 125 750 oder von 1 bis 6 gleich 21. Wie kann man das auf die Schnelle im Kopf berechnen? Testspiel...

ndPlusUdo Bartsch

Jugendbuch

Im Jahr 2040 besitzt die Menschheit ein Wissen, von dem wir heute nur träumen: Sämtliche Geräte des Alltags sind computergesteuert, Roboter agieren wie Lebewesen, sogar Tote lassen sich wiedererwecken. Nur hat kaum jemand etwas davon. Denn all diese Fortschritte dienen der staatlichen Überwachung oder dem Militär. Die Waise Tabea gilt als schwer erziehbar. Als ihren Aufpasser setzt man den ehemali...

Grüner Cocktail
Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Grüner Cocktail

Dieses Jahr bekam Meister Lampe ziemlich kalte Füße, musste er doch mancherorts durch den Schnee hoppeln, um seine bunten Eier zu verstecken. Eingebrockt hat ihm das der Mond, der schon einen Tag nach Frühlingsanfang dick und rund vom Himmel strahlte. Und der Sonntag nach dem ersten Lenzvollmond ist eben immer Ostern. Aber Lenzens Sonne nahm schnell Krokussen, Hyazinthen, Narzissen, Veilchen und v...

Wunder wie im Schlaf
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Wunder wie im Schlaf

Der türkische Schachverband kann stolz sein: Das Atatürk-Schachturnier ist auf Anhieb das wichtigste Frauenturnier der Welt. Jedes Jahr sollen künftig wie 2008 die zehn weltbesten Spielerinnen eingeladen werden. In der ersten Auflage gewann das 14-jährige chinesische Wunderkind Hou Yifan. Ihre Leistung während des Turniers betrug 2674 ELO! Heute gibt es wenige, die nicht daran glauben, dass sie de...

Hans-Ulrich Keller

Prominente Frühlingsbilder

Der abendliche Sternenhimmel zeigt nun seinen typischen Frühlingscharakter. Wer in der Dunkelheit – die wegen der Umstellung auf die Sommerzeit nun später einsetzt – steil nach oben blickt, entdeckt auf Anhieb das markante Sternbild Großer Wagen. Es hilft, den Polarstern zu finden. Blickt man zum Polarstern, so ist das Gesicht nach Norden gerichtet. Im Rücken hat man dann Süden, linker...