Ausgabe vom 27.12.2008

Seite 1

Marx meinte

Es gibt eine Tatsache, die für dieses unser 19. Jahrhundert bezeichnend ist, eine Tatsache, die keine Partei zu leugnen wagt. Auf der einen Seite sind industrielle und wissenschaftliche Kräfte zum Leben erwacht, von der keine Epoche der früheren menschlichen Geschichte je eine Ahnung hatte. Auf der andern Seite gibt es Verfallssymptome, welche die aus der letzten Zeit des Römischen Reiches bericht...

ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

Im Gaza-Streifen droht neuer Krieg

Keine besinnliche Weihnacht im Heiligen Land: Es hagelte Raketen auf die israelischen Orte in der Umgebung des Gaza-Streifens. Israels Regierung hat deshalb Zustimmung für eine Armeeoperation gegeben, fürchtet sich aber vor einem langen, verlustreichen Krieg mitten im Wahlkampf. Deshalb soll nun Ägypten erneut vermitteln.

Links ist eine gute Wahl

Links ist eine gute Wahl

Der Herausgeber des ND ist Vorsitzender der Partei DIE LINKE und der Europäischen Linken (EL).

Marc Engelhardt, Nairobi

»Willkommen, Obama junior«

Die neue Militärregierung in Guinea wirbt um Unterstützung für ihr Putschisten-Regime. Sie wiederholte die Ankündigung von Wahlen 2010.

Seite 2

Ghana und das schwarze Gold

Seit Mitte 2007 vor der Küste Ghanas das größte Ölfeld Westafrikas entdeckt wurde, schießen die Fantasien ins Kraut, was mit den ab 2010 zu erwartenden Öleinnahmen alles Segensreiches geschaffen werden könnte. Nach bisherigen Testergebnissen soll das Feld 1,8 Milliarden Barrel (ein Barrel gleich 159 Liter) umfassen, rund ein Siebtel der Vorkommen Nigerias. Die ghanaische Ölgesellschaft GNPC geht d...

Karin Leukefeld

Zunehmende Machtkämpfe in Bagdad

Die Irakische Konsensfront, die größere von zwei sunnitischen Fraktionen im Bagdader Parlament, ist nach dem Rücktritt des aus ihren Reihen stammenden Parlamentspräsidenten Mahmud al-Maschhadani zerfallen. Der Nationale Dialograt, dem Al-Maschhadani angehört, kündigte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz seinen Austritt aus dem Bündnis an. Aber auch die Regierungsallianz in Bagdad zeigt sich zunehmend brüchig.

ndPlusMartin Ling

Die Goldküste kürt ihren Ölscheich

Im zweiten Anlauf wählen die Ghanaer morgen den Nachfolger des amtierenden Präsidenten John Agyekum Kufuor von der wirtschaftsliberalen Neuen Patriotischen Partei (NPP). Vor drei Wochen lag sein Parteifreund Nana Akufo-Addo bei der ersten Runde 1,21 Prozent vor John Evans Atta Mills vom sozialdemokratischen Nationalen Demokratischen Kongress (NDC). Es dürfte wieder knapp werden. Für Atta Mills spricht der Sieg des NDC bei den Parlamentswahlen am 7. Dezember. Einen Präsident ohne parlamentarische Mehrheit lehnen viele Ghanaer ab, doch die hat auch der NDC knapp verpasst.

Seite 3
Bäumepflanzen in schweren Zeiten
ndPlusN. Matassassa, Mutare

Bäumepflanzen in schweren Zeiten

In einer Zeit, in der das alltägliche Leben der Menschen in Simbabwe von Hyperinflation, Cholera und politischer Gewalt geprägt ist, fällt es lokalen Entwicklungshilfeorganisationen wie Environment Africa (Umwelt Afrika) zunehmend schwer, ihre Ziele zu erreichen.

Mark Wolter

Vom Stadion auf das diplomatische Parkett

Die Weihnachtstage hat Willi Lemke zu Hause verbracht, in Bremen – dort wo er nur noch selten anzutreffen ist, denn das Leben des Aufsichtsratsvorsitzenden des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen hat sich in diesem Jahr grundlegend gewandelt. Seit April ist der 62-Jährige als Sonderberater der Vereinten Nationen für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden unterwegs. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat ihn als Nachfolger des Schweizers Adolf Ogi vorerst für ein Jahr ausgewählt, die Armen dieser Welt zu unterstützen.

Seite 4
Jürgen Reents

Altersweisheit

Theo Waigel wird im kommenden Jahr 70. Vielleicht deswegen präsentierte er über Weihnachten eine rasante Idee: Deutschland braucht ein neues Verfassungsorgan, einen »Rat der Alten«, ehemals führende Polit-Köpfe, die dem Land sagen, wo's langgehen soll. Er nannte auch gleich (das muss ein schwäbisches Zahlen-Gen sein) sieben Kandidaten: Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Helmut Kohl, Hans-Diet...

Olaf Standke

Botschaften ohne Frieden

Tausende Gläubige aus aller Welt haben in diesem Jahr an den traditionellen Weihnachtsfeierlichkeiten in Bethlehem teilgenommen, jener Stadt im Westjordanland, in der nach christlicher Überlieferung der Gottessohn Jesus Christus geboren wurde. In seiner Weihnachtsbotschaft beschwor der neue lateinische Patriarch Jerusalems, Erzbischof Twal, so wie Papst Benedikt XVI. im fernen Rom Frieden, Vertrau...

ndPlusFabian Lambeck

Kampfansage

Die Kampfansage kam rechtzeitig. Noch vor Beginn der Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und den drei zuständigen Gewerkschaften geht der neue Transnet-Chef Alexander Kirchner in die Offensive. Er unterstellte der Gewerkschaftskonkurrenz »taktische Tricks«. Denn die Lokführer-Gewerkschaft GDL geht mit niedrigeren Lohnforderungen als Transnet in die Verhandlungen. Transnet ist derzeit auffällig be...

ndPlusTobias Müller, Amsterdam

Pannenhelfer

Der belgische Monarch ist als Krisenmanager gefragt.

Seite 5

Bezieher von ALG II im Stich gelassen

Bonn (AFP/ND). Die Empfänger von Arbeitslosengeld (ALG) II werden nach Ansicht des Erwerbslosen-Forums Deutschland »förmlich im Stich gelassen«. Gerade Weihnachten zeige, wie groß die Not bei den Betroffenen sei und dass es am Allernotwendigsten fehle, beklagte der Verband am Mittwoch. Das Forum rief die Bundesregierung und die Parteien auf, sich im kommenden Jahr »endlich ernsthaft mit der Armut ...

Huber attackiert Ackermann

Führende Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland haben zu Weihnachten angesichts der Finanzkrise materialistisches Denken und Profitgier scharf verurteilt.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Tauziehen am wankenden Leuchtturm

Groteskes Fingerhakeln in Dresden: Nachdem der SPD-Wirtschaftsminister ein Rettungspaket für den Chiphersteller Quimonda geschnürt hat, wurde er von der CDU angegangen. Die Opposition erinnert indes daran, dass 3000 Jobs auf dem Spiel stehen.

Seite 6

Großes Interesse an Entschädigung

Berlin (dpa/ND). Die neue Entschädigung für ehemalige Kriegsgefangene, die nach Ostdeutschland heimkehrten, stößt auf großes Interesse. Insgesamt wurden in diesem Jahr bislang 43 132 Anträge auf »Heimkehrerentschädigung Ost« beim Bundesverwaltungsamt in Köln gestellt, wie das Amt mitteilte. Davon wurde gut die Hälfte der Fälle (22 216) positiv beschieden und in den meisten Fällen eine einmalige En...

Arbeitgeber lehnen Arbeitsplatzgarantie ab

Die deutsche Wirtschaft will im Krisenjahr 2009 betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit vermeiden. »Eine generelle Arbeitsplatzgarantie gibt es aber nicht«, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

Keine heiße Spur zu Mannichl-Attentat

Zwei Wochen nach dem vermutlich rechtsradikalen Messerattentat auf Passaus Polizeichef Alois Mannichl wartet die 50-köpfige Sonderkommission weiter auf einen Fahndungserfolg.

Hans-Gerd Öfinger

Gefährliche »Rosa-Luxemburg-Frisur«

In der heißen Phase des hessischen Landtagswahlkampfs agitiert eine CDU-nahe Hilfstruppe mit Vokabular aus der Mottenkiste gegen den vermeintlichen Hauptfeind – die hessische LINKE.

Seite 7
ndPlusAnnette Reuther, London

Iranischer Präsident im britischen TV

Die Queen ist zu Weihnachten zwar Konkurrenz im Fernsehen gewöhnt. Dass jedoch in diesem Jahr ausgerechnet einer der weltweit umstrittensten Politiker gegen sie antrat – darüber mag auch die britische Königin »not amused« gewesen sein. Pünktlich zum Fest strahlte der britische Sender Channel 4 eine Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad aus – als Alternative zur traditio...

Hilmar König, Delhi

Keine Friedenstauben im Anflug

Einen Monat nach dem Terrorüberfall in der indischen Hafen- und Geschäftsmetropole Mumbai, bei dem über 170 Menschen umgebracht wurden, sorgen Beschuldigungen und Verdächtigungen zwischen Delhi und Islamabad für immer neuen Stoff, die Beziehungen zwischen beiden Nachbarstaaten zu vergiften.

Seite 8

Ringen um EU-Linie zu Guantanamo

Paris/Barcelona (dpa/ND). Frankreich und Spanien wollen eine gemeinsame europäische Linie im Umgang mit Häftlingen aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo erreichen. Die französische Regierung begrüße die Absicht des künftigen US-Präsidenten Barack Obama, das Lager zu schließen, teilte das Außenministerium am Freitag in Paris mit. Über den Grundsatz und die Bedingungen einer eventuellen Aufnahme von...

ndPlusMichael Lenz, Bangkok

Neue Regierung auf tönernen Füßen

Nach langem Politgerangel und Postenschacher, nach massiver Einflussnahme des Militärs und der Verteilung üppiger Geldgeschenke an Überläufer steht die neue Regierung Thailands, die dritte in ebenso vielen Monaten, die vierte seit dem Militärputsch gegen den Ex-Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra im September 2006.

Jan Keetman, Istanbul

Muss Abdullah Gül zum Gentest?

Die Diskussion um die Herkunft des türkischen Staatsoberhauptes Abdullah Gül hat sich so zugespitzt, dass inzwischen sogar ein Gentest im Gespräch ist, um die Abstammung des Politikers zu klären.

ndPlusReiner Oschmann

Chicago ist für Obama ein Minenfeld

Drei Wochen vor der Amtseinführung am 20. Januar fehlt es nicht an großen inneren und äußeren Herausforderungen für den künftigen USA-Präsidenten, doch zudem muss sich Barack Obama in seiner langjährigen politischen Heimat Chicago (Illinois) unversehens auch noch mit einem für ihn lästigen Nebenkriegsschauplatz auseinandersetzen: Sein Parteifreund, Gouverneur Rod R. Blagojevich, befindet sich in Untersuchungshaft.

Seite 9

Der Exportmotor kommt ins Stottern

Auch Japan bekommt die weltweite Wirtschaftskrise immer heftiger zu spüren: Die Industrieproduktion sank im November so stark wie noch nie.

Reiner Oschmann

Obama spielt den Feuerwehrmann

Die Nachrichten von der USA-Wirtschaftsfront werden täglich dramatischer, sodass sich der gewählte Präsident Barack Obama zunehmend in der Rolle des obersten Feuerwehrmannes findet, freilich eines Feuerwehrmannes, der den Überblick über die Zahl der Brandherde und die Löschmöglichkeiten zu verlieren droht.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Die unterschätzte Krise

Wer trägt die Verantwortung für das Desaster an den Börsen? Fest steht: Die Branche wähnte sich lange Zeit in trügerischer Sicherheit.

Seite 10

Erst Revanche, dann Debakel

Die Hannover Scorpions behaupteten am Tag vor Heiligabend ihre Spitzenposition in der Deutschen Eishockey-Liga und bauten sie am zweiten Weihnachtsfeiertag sogar noch aus. Der Spitzenreiter gewann zunächst das Topspiel des 32. Spieltages bei den Nürnberg Ice Tigers mit 2:1 und schlug drei Tage später zu Hause die Krefeld Pinguine mit 5:0. Damit führt Hannover vorübergehend mit sechs Punkten Vorspr...

Kiel jagt Lemgos Rekord

Der THW Kiel bestimmt die Gegenwart in der Handball-Bundesliga der Männer. Die Kieler feierten vor Weihnachten beim 41:32 (22:17) gegen Frisch Auf Göppingen ihren 16. Bundesligasieg in Serie und bleiben das einzige ungeschlagene Team der Liga.Nun will der deutsche Rekordmeister am Sonnabend mit der Revanche für den Auftaktpatzer (28:28) in eigener Halle gegen TSV Dormagen den sechs Jahre alten Sta...

Jürgen Holz

Schlierenzauer und Ammann im Duell ums Erbe

Die Austragung der 57. Vierschanzentournee, die am Sonntag mit der Qualifikation zum ersten Springen auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf beginnt, war so früh gesichert wie selten zuvor in der Tourneegeschichte. »Wir waren bereits Anfang Dezember auf der sicheren Seite«, erklärte Tourneepräsident Claus-Peter Horle (Oberstdorf). »Möglich machte das der frühe Wintereinbruch mit extrem kalten Nä...

Seite 11
Podolski auf der Flucht
Thomas Wieczorek

Podolski auf der Flucht

Das Sportjahr 2009 wird alles in den Schatten stellen, was die Menschheit an Rekorden, Skandalen, Sensationen und Unübertrefflichem je erlebt hat. BKA und ZDF fahnden nach dem Ausbrecher aus einem Münchner Hochsicherheitstrakt, der sich offenbar nach Köln durchschlagen will. Anstaltsleiter Hoeness gibt den Namen des Flüchtigen mit Lukas Podolski an. Bei der Vierschanzentournee gewinnt Deutschland ...

»Es stürmte eine Menge auf mich ein«

Ein grauer Tag im Berliner Dezember, ein italienisches Café am Kurfürstendamm, kaum ein Passant, der nicht mindestens zwei Einkaufstüten mit sich schleppt. Weihnachtsstress. Als Lena Schöneborn hereinkommt, hat sie die Hände in den Taschen ihres Mantels. Federnden Schrittes geht sie an den Tisch, ihren Bänderriss vom November merkt man ihr kaum an. Derzeit absolviert die Moderne Fünfkämpferin, die in Berlin lebt, aber für Bonn startet, ein Praktikum in einer Sportmarketingfirma – Bestandteil ihres Studiengangs »Business Administration« an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin. Sie hat jetzt Mittagspause, 40 Minuten hat sie fürs Gespräch mit ND eingeplant. Gut gelaunt bestellt die 22-Jährige ein Sandwich und einen Latte Macchiato. Hier im Café erkennt keiner die Olympiasiegerin. Das Interesse der Medien an der Modernen Fünfkämpferin ist jedoch ungewöhnlich stark. Einen Tag zuvor war sie zu Gast im Frühstücksfernsehen, etliche Interviewwünsche gibt es in diesen Tagen, denn es ist die Zeit der Jahresrückblicke. Und die Athletin Lena Schöneborn blickt gern auf 2008 zurück: Für sie war es das beste Jahr überhaupt.

Seite 12
ndPlusFranz Smets

Vom Laufsteg hinter Gitter

Missgeschick für die Miss aus Mexikos Drogenstaat Nummer eins: Statt das Land im kommenden Jahr bei der Kür zur Miss International 2009 zu vertreten, muss Laura Elena Zuñiga, die amtierende Miss Sinaloa, möglicherweise erstmal hinter Gitter. Die 23-jährige Schöne wurde am Tag vor Heiligabend in Begleitung von sieben mutmaßlichen Drogenkriminellen festgenommen. Die Truppe hatte ein Waffenarsenal, 1...

Kränze und Proteste zum Gedenken

Tausende Menschen haben am Freitag in Südasien der Opfer der verheerenden Tsunami-Katastrophe vor vier Jahren gedacht. Zum Jahrestag des Unglücks versammelten sich Einwohner der am stärksten betroffenen indonesischen Provinz Aceh zu einer islamischen Gebetszeremonie in der Küstenstadt Meulaboh. Auch in Thailand, Sri Lanka und Indien kamen Tausende zum Gedenken an die insgesamt 220 000 Toten zusamm...

Weihnachtsmann lief Amok

Als Alptraum hat der Heilige Abend für die Gäste einer Weihnachtsfeier in Kalifornien geendet. Ein als Weihnachtsmann verkleideter Amokläufer stürmte ein Haus bei Los Angeles und tötete nach Polizeiangaben acht Menschen, bevor er selbst später tot aufgefunden wurde. Demnach handelte es sich um das Haus der Ex-Schwiegereltern des mutmaßlichen Täters, das der Mann vor seiner Flucht noch in Brand ste...

Seite 13
Grenzüberschreitungen
Marion Pietrzok

Grenzüberschreitungen

Ist erstarrte Lava, zerrieben, auf die Leinwand aufgebracht worden? Mehrtoniges Grau und Schwarz beherrschen – so der erste Farbeindruck – die Ölgemälde Nuria Quevedos aus den letzten Jahren, die die Galerie der Berliner Graphikpresse präsentiert. Eine Düsternis, die nicht abweist, der eine Sogkraft innewohnt wie nächtlicher Stille nach lärmendem Tag. Den inhaltlichen Urgrund hinter de...

Seite 14

Ein Original

Die US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin Eartha Kitt ist tot. Nach Angaben ihres Freunds und Agenten Andrew Freedman starb sie am Donnerstag in einem New Yorker Krankenhaus, wo sie an Darmkrebs behandelt wurde. Sie wurde 81 Jahre alt. Bis zum Schluss pflegte sie ihr Image als Femme Fatale. Ihr sinnliches Timbre machte ihre Stimme unverwechselbar. Eartha Kitt erhielt zwei Emmys, den wichtig...

ndPlusUwe Schwentzig

Mit erkältetem Tenor

Es ist sicher löblich, zu Weihnachten mal nicht das Bachsche Weihnachtsoratorium oder den Messias aufs Programm zu setzen, sondern Monteverdis »Marienvesper« von 1610. Oft ist sie bei uns nicht zu erleben, und das ist gut so, denn ihre Aufführung ist schwierig.Achim Zimmermann und die Singakademie Berlin entschlossen sich für ihre Darbietung am 23. Dezember im Berliner Konzerthaus nicht für die re...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Welt von Dante

Seine Rede, als er im Dezember 2005 den Nobelpreis für Literatur erhielt, nannten einige »unangemessen«. Wie überhaupt die Preisvergabe an ihn. In dieser Rede forderte Harold Pinter Bush jr. und Blair als Massenmörder vor einen internationalen Gerichtshof. Der Preisträger war nicht anwesend in Stockholm. Er verlas, was er zu sagen hatte, per Video. Man sah ihn im Rollstuhl, eine Wolldecke über den...

Mariza: Terra
Knut Henkel

Mariza: Terra

Links und rechts von Lissabons Hausfluss, dem Tejo, liegt das Mekka des Fado. Der melancholisch schwermütige Gesang ist ein Markenzeichen Portugals – und der Superstar des Genres heißt Mariza. Sie hat den Fado erfolgreich in die Welt getragen und die Grenzen des Musikstils merklich erweitert. »Das Publikum in Lissabon ist der Gradmesser für meine Arbeit«, sagt Mariza und legt die Stirn sorge...

ndPlusSabine Neubert

Herkules hat Glück

Herkules ist kein Glücksritter, sondern ein Leibeigener, aber Herkules hat Glück. Rolf-Jürgen Orf hat einen Helden erfunden, von dem wir in der Literatur bisher noch nicht gelesen haben, einen Siegfried oder Sigurd des Geistes, einen Kämpfer mit Klugheit und Verstand statt mit dem Schwert, und deshalb wird er auch nicht hinterrücks erstochen, sondern alles geht für ihn gerade noch am Ende gut aus....

Seite 15

Mahnmal für Opfer der »Euthanasie«

(epd). Die Gestaltung eines Gedenkortes für die Opfer des nationalsozialistischen »Euthanasie«Programms ist Thema einer Tagung am 20. Januar in Berlin. Mit dem öffentlichen Symposium sollten nach der zeitlich begrenzten Aufstellung des Denkmals der »Grauen Busse« und einer Informationstafel auf dem Philharmonievorplatz entscheidende Impulse für einen zukünftigen Erinnerungsort entwickelt werden, t...

Martin Kröger

In den Kulissen

Jeder, der nicht komplett gedankenverloren durch die Stadt stolpert, dürfte die Kampagne »be Berlin« mitbekommen haben. Sind doch sogar komplette Bahnsteige mit den Wortkreationen »sei, sei, sei« überzogen. »Mit ›be Berlin‹ sind wir auf dem richtigen Weg. Sie hat die weit überwiegende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner erreicht und begeistert«, konstatiert der Regierende Bürgermei...

Weihnachtsbilanz: Ruhig und friedlich

(dpa/epd). Berlin hat überwiegend ruhige und friedliche Weihnachten erlebt. Diese Bilanz zogen am zweiten Feiertag Sprecher von Polizei und Feuerwehr sowie von Bahn und Flughäfen. Auch der Reiseverkehr verlief meist reibungslos. Es gab aber auch tragische Ereignisse: In einem Wohnheim in Mitte wurde ein Mitarbeiter mit Stichverletzungen tot gefunden. Eine Mordkommission ermittelt. In Reinickendorf...

»Vorzimmer des Westens« macht zu
Andreas Heinz

»Vorzimmer des Westens« macht zu

Nach drei Monaten sitzen die Filatovs schon wieder auf gepackten Koffern. Erst im September waren Peter und Irina mit ihren fünf Kindern aus Kasachstan gekommen. Die Familie aus Almaty gehört zu den letzten Spätaussiedlern, für die die erste Unterkunft nach der langen Reise das Aufnahmelager in Marienfelde ist. Ende dieses Jahres werden die Pforten der 1953 eröffneten Anlage für immer geschlossen....

Lachender Engel und folgenreiche Notlüge
Sonja Schön

Lachender Engel und folgenreiche Notlüge

»Diese schöne Stadt hat zwei Gesichter, eines aus Stein, das andere aus Wasser, nur von der Donau aus betrachtet, verschmelzen beide zu einem Ganzen«, schrieb die Regensburger Schriftstellerin Sandra Paretti. Mit dem »Gesicht aus Stein« meinte sie die über tausend historischen Gebäude, die in der Regensburger Altstadt dicht nebeneinander stehen. Unter ihnen befinden sich auch die Paläste reicher P...

Seite 16

Lächelnde Sauberkeit

(ND-Meyer). Pankow startet ab Januar 2009 als erster Bezirk mit einem »Smiley-System« für Lebensmittelbetriebe. Die Vergabe der Smileys (Logo: Bezirksamt) solle zu mehr Verbraucherschutz und Transparenz führen, hieß es in einer Mitteilung des Bezirksamtes. Hintergrund sei, dass es bei rund 30 Prozent der gastronomischen Betriebe in Pankow zu Beanstandungen komme. Dieser hohen Quote wolle man mit d...

Bernd Kammer

Ungewisse Zukunft für Neu Jerusalem

Eigentlich sind sie ein Kleinod: 21 Doppelhäuser an der Spandauer Heerstraße nahe der Stadtgrenze, die Anfang der 20er Jahre nach Entwürfen des Architekten Anton Gutkind für die Arbeiter des benachbarten Staakener Luftschiffhafens errichtet wurden. In ihren strengen Kuben, der Staffelung des Baukörpers und den Flachdächern entsprachen sie der weißen Moderne des Bauhauses. Im Volksmund hatte die Si...

Mit Frau Bach durch Leipzig

Mit Frau Bach durch Leipzig

Es stört Sie doch sicher nicht, wenn ich mich neben Sie setze. Danke! Wissen Sie, ich komme gern hierher in die Thomaskirche, um der Musik meines Mannes zu lauschen. Jetzt habe ich ja endlich auch Zeit dafür. Früher war das völlig unmöglich, da hatte ich mit dem Haushalt und vor allem den Kindern mehr als genug zu tun. 13 habe ich ihm geboren, leider wurden nur acht erwachsen. Und den vier Kindern...

Seite 17
Klaus Lederer

Vorsicht Nebenwirkungen!

Keine kupferne Ehrentafel erinnert am Haus Marienburger Straße 8 in Prenzlauer Berg an das denkwürdige Ereignis vom Juli 1986: die Gründung der Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot. Also muss das Orchester mit Schlagzeug, Bass, zwei E-Gitarren und 20 Blasinstrumenten zunächst wohl weiter selbst an seiner Verewigung arbeiten. Als jüngsten Meilenstein auf dem Weg zum unverrückbaren Platz in der ...

ndPlusVolkmar Draeger

Tango auf dem Schlappseil

Licht fällt durch die filigranen Türme des Märchenschlosses im fahrbaren Vorhang, dann sieht man auf der Bühne die Artisten, wie sie sich mit Spagat, Dehnungen, Requisiten eintrainieren. Wieder lädt das Traumtheater Salome, die Urform aller ähnlichen Unternehmungen von Roncalli bis Cirque du Soleil, zu einem Ausflug ins Land unserer verborgenen Wünsche, diesmal in einen »Zaubergarten«. Als weiser ...

Wenn die da oben richtig einheizt
Hendrik Lasch

Wenn die da oben richtig einheizt

Schon diese Wörter! Photovoltaik zum Beispiel. Viele Menschen, sagt Timo Leukefeld, »können das wahrscheinlich nicht einmal richtig schreiben«. Keine gute Voraussetzung, um sich für die damit bezeichnete Idee zu erwärmen. Mit Solarthermie verhält es sich nicht viel besser: Auch das sei »ein unmöglicher Begriff«, findet Leukefeld, dessen Freiberger Unternehmen allerdings mit eben dieser Solarthermi...

Seite 18

»Shared Space« Projekt geplant

Potsdam (dpa). Verkehrsschilder, Fußgängerinseln oder Ampeln soll es kaum noch geben und keiner soll Vorrechte genießen: In Brandenburg bereiten derzeit die Städte Potsdam, Luckenwalde (Teltow- Fläming) und Calau (Oberspreewald-Lausitz) ein neues Verkehrsprojekt vor. Mit jeweils 10 000 Euro an Fördermitteln sollen sie Machbarkeitsstudien für »shared space«-Projekte – zu deutsch »gemeinsam ge...

ndPlusImke Hendrich

So viel Weihnachtspost wie nie

Mehr als 280 000 Wunschzettel sind 2008 an den Weihnachtsmann und seine 20 Engel im nordbrandenburgischen Himmelpfort geschrieben worden. (Foto: dpa/Settnik) »Das sind etwas mehr als im Vorjahr«, sagte Post-Sprecher Rolf Schulz am Heiligabend. Kinder aus rund 80 Ländern schickten bunt bemalte Briefe an die einzige Weihnachtspostfiliale in den neuen Ländern. Sie wünschten sich vor allem klassisches...

ndPlusKlaus Walther

Spaziergänge, Wallfahrten

Natürlich kennt man als Fontane-Leser die hier versammelten Texte, seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg ebenso wie seine Besichtigungen der großen, weiten Welt. Und überall spürt man eben Fontane mit seinem Sinn für das Mittelmaß von Ereignissen und Erlebnissen, was freilich nicht mit Mittelmäßigkeit zu verwechseln ist. Fontane urteilte nicht nach Autoritäten, sondern nach seinen Erfahrung...

ndPlusRuth Eberhardt

Märchenballett und Drehorgeln

Ein Drehorgelorchester ist am 4. März im Schlosstheater Rheinsberg zu erleben. Daneben gehören zum Beispiel besinnliche Konzerte mit glanzvollen Opernarien, festliche Chormusik und Märchenballette zum Programm der Rheinsberger Musikakademie für das nächste halbe Jahr.Zunächst stimmt die Kammersymphonie Berlin unter Leitung von Jürgen Bruns mit einem wunderschönen Konzert auf das neue Jahr ein. Zu ...

Wilfried Neiße

Sex and the City kein Kinderprogramm

Mehrfach musste die Medienaufsicht Berlin-Brandenburg (mabb) in der jüngsten Vergangenheit jugendgefährdende Sendungen und Schleichwerbung im privaten Rundfunk anprangern. Künftig soll die mabb selbst Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz durchführen können.Seit August 2005 ist die Medienaufsicht insgesamt 28 Mal gegen Sendungen vorgegangen, die sie als jugendgefährdend einstufte, heißt es i...

ndPlusLeticia Witte

»Das große Kneipensterben ist ausgeblieben«

An einem Tisch hinter der Theke sitzen Frauen mit Kindern und unterhalten sich lebhaft. Vor der Eingangstür zum Café steht ein junger Mann, der eine Zigarette in der Hand hält und den Rauch in die Abendluft bläst. Seit Einführung des bundesweiten Rauchverbotes in Kneipen und Gaststätten vor gut einem Jahr hat das Café »Konsum« in Potsdam-Babelsberg durchaus neue Gäste gewonnen, sagt Mitarbeiter Ar...

ndPlusHorst Nalewski

»Gesang, mein freundlich Asyl«

Man könnte über eine Statistik staunen – und dann doch an sie glauben. Da ist ein poetisches Werk, vorrangig aus Gedichten bestehend, auch einem Roman, einem Drama, Aufsätzen, Übersetzungen und Briefen, das Werk Friedrich Hölderlins (1770-1843), des, wie Stephan Hermlin einmal meinte, vielleicht größten Lyrikers der Weltliteratur. Ein tragisches Leben, eine einzigartige Dichtung. Und da ist ...

Irmtraud Gutschke

Armer Adel, ewige Gier

Er ist nicht die erste Person der Literaturgeschichte, die ein heutiger Autor vom Schreibtisch wegzieht und auf Mörderjagd schickt. Jüngst erst musste E.T.A. Hoffmann Detektiv spielen und nun Theodor Fontane. Wer daran schuld ist? Natürlich der Leser! Der hat es lieber mit einer Berühmtheit als mit einem »Herrn X-Ypsilon« zu tun. »Fontanes erster Fall« garantiert Auflage und das sogar auf längere ...

Seite 19
Brand bei Thyssen-Krupp

Brand bei Thyssen-Krupp

Am 15. Januar 2009 beginnt in Turin der Prozess gegen sechs Thyssen-Krupp-Manager – über ein Jahr nach dem verheerenden Brand in einem Turiner Werk am 6. Dezember 2007. Damals waren sieben Arbeiter umgekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist es das erste Mal, dass in einem solchen Fall wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt wird. Kollegen, die die Opfer damals retten wollten, sagten, die Feuerlöscher seien leer gewesen. Die Produktion in Turin ruht seit dem Vorfall und soll auch nicht wieder aufgenommen werden. Über die Tragödie schrieb der Turiner Dichter, Essayist, Übersetzer und Kritiker Giorgio Luzzi ein Gedicht. Volker Braun hat es ins Deutsche übertragen.

Der Krieg der Wanzen
Wolfgang Schmidt

Der Krieg der Wanzen

Voraussichtlich schon im Januar 2009 wird mit einem »modernen BKA-Gesetz« nun auch der »große Spähangriff«, insbesondere die heimliche online-Durchsuchung von Computern ermöglicht. Nachdem sich die Bundesrepublik bereits von ihrem Anspruch verabschiedet hat, als Sozialstaat zu gelten, stellt sie nun auf dem Weg in einen Überwachungsstaat auch ihre rechtsstaatlichen Grundsätze zur Disposition. Prof...

Seite 20
Hans-Georg Schleicher

Ein Morgen in Darfur

»Es war ein schöner Morgen am Ende der Regenzeit. Die Vögel sangen, und ich schloss daraus, dass wir noch für mindestens eine Stunde in Sicherheit waren. Dann aber hörte ich ein seltsames Geräusch … ein dumpfes Rattern wie von einer großen Trommel, dann heftiges, sehr schnelles Schlagen dieser Trommel.« Es ist das Rattern von Hubschraubern, mit dem für Daoud Hari der Angriff sudanesischer R...

Knechtschaft – in sechster Generation

E. Benjamin Skinner, geboren 1976 in Wisconsin, USA, studierte an der Wesleyan University im Bundesstaat Connecticut. Er schreibt für die »Newsweek International«, »Foreign Affairs« sowie weitere amerikanische Zeitungen und Zeitschriften und lebt in Brooklyn.

Seite 21
ndPlusMartin Koch

Hommage an Darwin

Das Jahr 2009 wird aus der Sicht der Naturwissenschaften ganz im Zeichen eines Mannes stehen: Charles Darwin. Im Februar jährt sich dessen Geburtstag zum 200. Mal. Darüber hinaus veröffentlichte Darwin vor 150 Jahren sein Werk »Über die Entstehung der Arten«, das den Biologen eine wegweisende Erkenntnis vermittelt hat: Nichts in der lebendigen Natur ergibt einen Sinn, es sei denn, man betrachtet e...

Der Diesel-Pilz
Reinhard Renneberg, Hongkong

Der Diesel-Pilz

Ich traue meinen Augen kaum: Schützenpanzer der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) umstellen eine Tankstelle in China! Soldaten mit MPi stehen davor und winken freundlich. In der Boomzone Shenzhen, der chinesischen Nachbarprovinz von Hongkong, fahren kaum noch Autos auf den Straßen. Der Treibstoff ist knapp geworden – die Folge: Panikkäufe! Das Plankomitee der Provinz soll sich, sagt ma...

Zellen, Pannen und Planeten
Steffen Schmidt

Zellen, Pannen und Planeten

Das Wissenschaftsjahr 2008 brachte in Deutschland zuletzt mehrere etwas eigenartige Schlagzeilen. So freuten sich Politiker aller Couleur mit dem Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen über den Medizinnobelpreis, doch kaum war der bekannt gegeben, kritisierten einige Fachkollegen die »zu schnelle Einführung« der auf zur Hausens Entdeckung beruhenden Impfung. Damit sollen junge Mädchen noch v...

Seite 22

Testspiel

Wer sagte es? Marx geht es wie der Bibel: Er wird viel zitiert und kaum verstanden. Wer war es? Wer begann am 27. Dezember 1831 mit der »Beagle« eine Forschungsweltreise? Was war es? Was veranstalteten die Brüder Lumière am 28. Dezember 1895 in Paris? Wann war es? Wann wurde in einem mitteleuropäischen Land ein Dramatiker zum Staatspräsidenten gewählt? Wie ging es? Wodurch wurde Sowjetrussland am ...

Nadelbaum ohne Zapfen
ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Nadelbaum ohne Zapfen

Nadelbäume sind zur Zeit allgegenwärtig; wir haben uns so an die aufgeputzten Geschöpfe in Konsumtempeln und auf Märkten gewöhnt, dass uns kaum noch bewusst wird, wie wenig lebendig sie sind, und dabei sehen sie auch noch alle so gleich aus. Also nichts wie raus in den Wald! Dort tief durchatmen und genießen: Bäume verschiedenster Art, wie sie sich im Wind wiegen und uns Geschichten zuflüstern ......

Neuer Stern
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Neuer Stern

Die Ukraine hatte schon immer großes Schachpotenzial. Ihre Kapazität, neue Talente hervorzubringen, war schon zu sowjetischen Zeiten erstaunlich. Bei der nationalen Meisterschaft im Dezember begann ein neuer Stern aufzugehen: Illya Nyzhnyk, ganze zwölf Jahre alt. Sein 12. Platz nimmt sich zwar nicht spektakulär aus, doch der war mehr fehlender Turniererfahrung auf diesem Niveau geschuldet. Nach ei...

ndPlusHans-Ulrich Keller

Orion dominiert als himmlischer Jäger

Der winterliche Fixsternhimmel ist reich bestückt mit hellen Sternen und einprägsamen Sternbildern. In keiner anderen Jahreszeit sieht man so viele himmlische Glanzlichter. Senkrecht über unseren Köpfen leuchtet gegen 22 Uhr ein auffallender, gelblicher Stern. Er heißt Kapella und ist der Hauptstern des Fuhrmanns; er gilt als Erbauer des Himmelswagens. Der Große Wagen steigt soeben im Nordosten em...

Seite 23
Axel Eichholz, Moskau

Dollars von Väterchen Frost

Russisches Weihnachten wird nach dem alten Julianischen Kalender erst am 7. Januar begangen, so fallen die Hauptfeier und die Bescherung auf den Silvesterabend. Im Land der Abergläubischen erzählen sich die Leute, dass mindestens 15 Prozent aller Wünsche an den Weihnachtsmann »Ded Moros« tatsächlich erfüllt würden. Nicht nüchterner, aber sachlicher geht es in den Unternehmen zu: Da wird am Betriebsfest gespart.

ndPlusAnke Stefan, Athen

Exarcheia, das Kreuzberg Athens

Das Viertel liegt im Herzen der Hauptstadt und trotzdem verirren sich selten Touristen hierher. Exarcheia – der Name geht auf ein im 19. Jahrhundert hier eröffnetes Handelshaus zurück – grenzt an Kolonaki, ein von Boutiquen, Cafés und anderen Konsumtempeln beherrschtes Einkaufsviertel der Gutbetuchten. Nicht weit entfernt liegt der Syntagma-Platz mit dem Parlament, an den sich die Plak...

Seite 24
20 Jahre nach 1989

20 Jahre nach 1989

7.5. Bei den Kommunalwahlen in der DDR registrieren Bürgerrechtler Wahlfälschung. 19.8. Anlässlich eines »Paneuropäischen Picknicks« an der ungarisch-österreichischen Grenze flüchten die ersten 900 DDR-Bürger in den Westen. 4.9. In Leipzig beginnen die Montagsdemonstrationen. 9./10.9. In Grünheide bei Berlin wird der Gründungsaufruf »Aufbruch 89 - Neues Forum« unterzeichnet; am 12.9. folgt der Grü...

2009 - woran zu erinnern ist

Januar 1.1. 1999 Vor 10 Jahren In fünf von elf EU-Mitgliedstaaten tritt als neue Währung der Euro in Kraft. 1./2.1. 1959 Vor 50 Jahren Kubanische Revolutionäre unter Fidel Castro und Che Guevara stürzen das reaktionäre Batista-Regime. 5.1. 1949 Vor 60 Jahren In Moskau wird die Gründung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) beschlossen. Die konstituierende Tagung findet vom 26. bis 30.4...