Ausgabe vom 10.03.2009

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Unten links

Heute will die Bundeswehr-Fregatte »Rheinland-Pfalz« neun als Piraten gekidnappte somalische Seeleute in Kenia der Polizei übergeben. Zuvor gab es noch einen Fototermin: Die Fregatte begleitete das ZDF-Traumschiff MS »Deutschland« im Golf von Aden auf Sichtweite, so dass die Passagiere die Piraten »in Augenschein nehmen« konnten. Das sei »ganz schön aufregend« gewesen, berichtete jemand. Nach Keni...

Postbank: Elf Millionen für Manager

Bonn (dpa/ND). Wegen des Einstiegs der Deutschen Bank hat der Postbank-Vorstand 2008 trotz eines Gewinneinbruchs einen Bonus von 11,5 Millionen Euro erhalten. Diese Summe ist im Geschäftsbericht 2008 der Postbank genannt, den das Geldinstitut am Montag in Bonn veröffentlichte.Die Sonderprämie – genehmigt vom Postbank-Aufsichtsrat mit Postchef Frank Appel an der Spitze – liegt in etwa b...

Martin Ling

Szenarien des Schreckens

Die Schreckensszenarien nehmen kein Ende. Der Welthandel werde den stärksten Rückgang seit 80 Jahren erleben, prognostiziert die Weltbank und warnt vor einer Katastrophe in den Entwicklungsländern. Aus gutem Grund: Eine Faustregel besagt, dass ein Prozent weniger Wachstum 20 Millionen mehr Arme nach sich zieht. Was sich in den Zentren mehr und mehr in massiv steigender Arbeitslosigkeit niederschlä...

Lohnverzicht für Opel-Rettung

Zur Rettung von Opel sollen die Beschäftigten des Konzerns mit einem Lohnverzicht beitragen. Weiterhin wird über eine Insolvenz des Autobauers debattiert. In Polen werden erste Stellen gestrichen.

Martin Ling

Bankenkrise verschärft Hunger

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg droht die gesamte Weltwirtschaft zu schrumpfen, warnen die Ökonomen der Weltbank in einer am Sonntag veröffentlichten Studie.

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ndPlusKurt Stenger

Die 50-Billionen-Luftnummer

Die Finanzkrise hat längst alle Teilbereiche der Finanzmärkte erfasst. Die Verluste summieren sich auf aberwitzige Dimensionen.

Hochspannung auf dem Dach der Welt
Anna Guhl

Hochspannung auf dem Dach der Welt

China hat seine Truppen entlang der Südgrenze des Autonomen Gebiets Tibet verstärkt, in Lhasa patrouillieren bewaffnete Polizisten. »Wir werden alles tun, um Sicherheit und Stabilität aufrechtzuerhalten«, erklärte Fu Hongyu vom Ministerium für öffentliche Sicherheit. Die Sorge vor einer »Gewaltexplosion« 50 Jahre nach der Flucht des Dalai Lamas aus Tibet ist nicht nur in Peking groß.

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Kesselschlacht gleich Holocaust?

Kesselschlacht gleich Holocaust?

Von Vertreibungen und Vertriebenen ist dieser Tage hierzulande wieder viel die Rede. Ein Dokumentationszentrum soll in Berlin entstehen. Und jüngst gab es Streit mit Polen um die Besetzung des Stiftungsrates »Flucht, Vertreibung, Versöhnung«. Anlass für ND, Romani Rose (Jg. 1946), Vorsitzender des Zentralrates der Sinti und Roma in Deutschland, sowie den Historiker Hannes Heer (Jg. 1941), Initiator und Leiter der Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«, zu befragen. Romani Rose verlor 13 Familienangehörige in NS-Vernichtungslagern. Hannes Heer gehört zu jener Generation, die in den 60er Jahren nach Schuld und Verstrickung der Väter und Großväter fragten. Das hier in Auszügen dokumentierte öffentliche Gespräch im Gebäude der ND-Redaktion führte Karlen Vesper.

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Schwerer Ausstieg aus Hartz IV

Millionen Hartz-IV-Empfänger schaffen die Rückkehr in ein normales Berufsleben nicht, geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg hervor.

ndPlusFabian Lambeck

Im Zweifel für den Angeklagten

Jörg Tauss, der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, soll »kinderpornografische Materialien« besessen haben. Zwar betonen mittlerweile selbst die Ermittler, dass Tauss mitnichten überführt sei, doch der Ruf des Sozialdemokraten ist durch die aggressive Medienkampagne der letzten Tage endgültig zerstört. Bleibt die Frage: Wer hat die Informationen zum Fall Tauss an die Presse weitergegeben?

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Verblutet in deutschem Gefängnis

Die aktualisierte Dokumentation der Antirassistischen Initiative (ARI) zur deutschen Flüchtlingspolitik enthüllt, wie rücksichtslos Behördenvertreter bei der Abschiebung von Flüchtlingen agieren.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Tillichs Auskunftsfreude blieb begrenzt

Zum Verkauf der SachsenLB gab es nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Ende keine Alternative mehr. Auf Auskünfte zur genauen Situation der Bank hoffte nicht nur die LINKE indes vergebens.

ndPlusConrad Taler

Olaf Henkels Hoffnungsträger

Die so genannten Freien Wähler, die bei der Landtagswahl in Bayern auf Anhieb 10,2 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnten und damit zur drittstärksten politischen Kraft des Freistaates wurden, haben Rückenwind aus dem Arbeitgeberlager bekommen.

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Anna van Ommen, London

Morde einhellig verurteilt

In Nordirland fahndet die Polizei nach Mitgliedern der pro-irischen Splittergruppe »Wahre IRA», die am Wochenende zwei Soldaten getötet haben. Alle Parteien sind sich einig: Der Mord darf den Friedensprozess nicht gefährden.

Seite 7
Axel Reiserer, London

Wer ließ Binyam Mohamed foltern?

Der britische Geheimdienst soll seine US-amerikanischen Kollegen gebeten haben, einen britischen Staatsbürger zu foltern. Der Betroffene wurde in CIA-Geheimgefängnissen in Marokko, Afghanistan und in Guantanamo misshandelt. Die Londoner Regierung hält die Akten geheim.

ndPlusMarc Engelhardt, Nairobi

Zweifel an Kenias Rechtswesen

Deutschland hat Kenia gestern das Gesuch auf Übernahme von neun Piraten überreicht. Sie sollen dort verurteilt werden, nachdem die EU am Freitag mit Nairobi ein Abkommen zur Strafverfolgung von Piraten geschlossen hat. Es ist umstritten, da die Einhaltung von Rechtsstandards in Kenia »zweifelhaft« sei, so Amnesty International. Gerade sind zwei bekannte Menschenrechtler auf offener Straße erschossen worden und die Polizei wird verdächtigt, für den Mord verantwortlich zu sein.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

»Linksfront« rüstet sich für Wahlkampf

Mit einem Treffen von mehr als 6000 Menschen im Pariser Zenit-Saalbau haben die Kommunistische Partei und die Partei der Linken ihren gemeinsamen Wahlkampf für die Europawahl Anfang Juni eingeleitet.

Seite 8
ndPlusOlaf Standke

Fehlschläge

Die Suche nach den Terroristen, die in Nordirland zwei britische Soldaten getötet haben, geht weiter. Gefunden haben alle Parteien in Belfast, Dublin und London eine gemeinsame Sprachregelung, die gestern auch vom britischen Premier Brown beim Tatortbesuch bemüht wurde: Das schwerste Attentat seit Abschluss des »Karfreitagsabkommens« vor elf Jahren könne den Friedensprozess nicht erschüttern. Weni...

ndPlusUwe Kalbe

Kein Grund zur Panik

Plötzlich greift Panik um sich. Die Krise konnte der Union nichts anhaben. Erst die angebliche Führungsschwäche von Angela Merkel schafft das. Die Umfragewerte sinken und die Stimmung folgt ihnen direkt auf dem Fuße. Die CSU distanziert sich empört von der Schwesterpartei. Und die arg gezauste SPD nutzt den unbeobachteten Moment, um sich aus der Schusslinie zu flüchten und hämische Kommentare in R...

Dieter Janke

Alles völlig legal

In Sachen staatlicher Beihilfen für die in schwere Wasser geratene Adam Opel AG ist die deutsche Nation gespalten bis in die Spitze der regierenden Koalition. Was für die einen ein krasser Verstoß gegen die Selbstheilungskräfte des Marktes ist, ist für die anderen ein Gebot patriotischen Pflichtbewusstseins. Einige pfiffige Journalisten haben indes nunmehr ermittelt, dass es der Autohersteller off...

Jürgen Holz

Überflieger

»Ich halte mich nicht an Rekorden auf, sondern setze mir meine eigenen Ziele.« Das sagte Sebastian Bayer vor gut einer Woche, als er beim Leichtathletik-Hallenmeeting in Chemnitz mit 8,17 m im Weitsprung die drittbeste Weite erzielte, die je ein deutscher Springer unterm Hallendach erreichte. Nun stieg er am Sonntag bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin zum Helden in der deutschen Mannscha...

Mit der Kraft der zwei Lebern
Ernst Röhl

Mit der Kraft der zwei Lebern

Sagt über den Mehdorn, was ihr wollt, Leute, Humor hat er! Jahrelang ließ er, eifrig wie Big Brother Erich Mielke, seine Belegschaft bis runter zum kleinsten Azubi ausspähen und durchleuchten, derzeit schreddert er Akten im Akkord. Und neulich sollte er dem Verkehrsausschuss des Bundestags trotz der schmerzlich fehlenden Akten Rede und Antwort stehen. Er reiste mit einem Triumphzug der Deutschen B...

Seite 9
... und aus tiefer Schuld erwuchs eine Idee
Volkmar Schöneburg

... und aus tiefer Schuld erwuchs eine Idee

Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden«. Als dieser Artikel des Grundgesetzes plötzlich inmitten einer Finanz- und Wirtschaftskrise aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wurde, rieb sich nicht nur manch Pol...

Eine Idee verliert ihre Unschuld ...
ndPlusHans-Dieter Schütt

Eine Idee verliert ihre Unschuld ...

Gleichsam aus dem Riesenrad des Aufbauschwungs ins Räderwerk des NKWD. Der neue Mensch glänzt auf Plakaten, strahlt aus Fotos; das Pendant dieser Sauberkeit, dem Schmutz der Geschichte abgerungen, ist die Säuberung. Dieses Jahr 1937 wirft Moskau in ein gigantisches Arbeitsfieber, das den Kulturpalast hochwuchtet, die Arktis ansteuert, den Gorki-Park zum Disneyland des proletarischen Paradieses erh...

Seite 10

Glossiert

Die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« gab jetzt Tipps: »Wie bestimme ich den Wert meiner Bücher?« Vier Ratschläge: Den Zustand des Buches prüfen; im Internet Vergleiche anstellen; zum Antiquariat gehen – oder zum Auktionshaus. Ach so, es geht um den Verkauf von Büchern aus der heimischen Bibliothek – schön, dass man das rechtzeitig entdeckt. Verkauf ist gut und erspart das Umstä...

Interveniert

Erst ging Dieter Hildebrandt. Dann Georg Schramm. Dann Richard Rogler. Nun geht auch der Name: Rechteinhaber Hildebrandt montiert den 29 Jahre alten ARD- »Scheibenwischer« ab. Der neue Chef Matthias Richling will nämlich auch Comedians mitwirken lassen. Um jüngeres Publikum zu gewinnen. Hildebrandt: der Aufstand der Alten. »Satire Gipfel« heißt die RBB-Sendung nun. Leute wie Ingolf Lück sind dabei...

Kommentiert

Er ist wieder da. Also: Er war dann mal weg. Er heißt nicht Kerkeling, er heißt Günter Wallraff. Im jüngsten »Zeit«-Magazin erzählt er: vom Winter als Obdachloser. Dicke Hornbrille (kaputtes Glas), Bart, wie eine zerfrorene Version von Helge Schneider. Köln, Frankfurt, Berlin, Hannover. Suff, Stolz, Sterben, Schuld und Schulden, Scheiße und Späße, Schikanen beim Amt. Ein Report aus Innenstädten, a...

Nissrine Messaoudi

Gefangen

Es sind naive Bilder, die den kurzen Animationsfilm »Closed Zone« (nur im Internet) von Yoni Goodman auszeichnen. Die Thematik ist jedoch alles andere als naiv. Wie der Titel verrät, geht es um Schranken. Schranken, die im Gaza-Streifen zum Alltag gehören.Die Zeichentrickfigur – ein schlanker Junge mit schwarzen Haaren und orangenem T-Shirt – verlässt ein Haus in der tristen Landschaft...

Der Überwachungsstaat
ndPlusVolker Trauth

Der Überwachungsstaat

Einen »weiblichen George Orwell« nannten Kritiker die 34jährige Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh. Wie Orwell warf sie einen kühnen Blick in die Zukunft: Ihr Theaterstück »Corpus delicti« zeigt die Schreckensvision von einer Zwangsgesellschaft, in der ein rigides Gesundheitskontrollsystem das Recht auf selbst bestimmtes Leben nimmt. Die junge Naturwissenschaftlerin Mia Holl, die bisher eine A...

Höhe, Höhle

Höhe, Höhle

VERACHTETE FREIHEIT? In der »Zeit« schreibt der ehemalige Dissident Adam Michnik, Chefredakteur der Tageszeitung »Gazeta Wyborcza«, über den Katzenjammer nach der Befreiung des Ostblocks (»Wir waren das Volk«). Er fürchtet ernste Bedrohungen der Demokratie: »Was bedroht Europa heute? Auf der einen Seite ein zu Schwäche führender Zynismus, der jede Wertlehre aushöhlt, auf der anderen Seite die neue...

Seite 11

Neuer Boykott droht

Angesichts des Preisverfalls bei Milch und Milchprodukten schließen die Bauern einen neuen Lieferboykott nicht aus.

Marcus Schwarzbach

Kein Sozialplan ohne Betriebsrat

Staatsgarantien für Banken und Unternehmen sind an der Tagesordnung. Der von den Gewerkschaften geforderte »Schutzschirm für Arbeitsplätze« ist jedoch für die Bundesregierung kein Thema.

ndPlusReimar Paul

Gefahr aus dem Zechstein

Schon seit Jahrzehnten schwappen teilweise radioaktiv belastete Flüssigkeiten durch das Atommülllager Asse. Nun bedrohen Laugenzuflüsse offenbar auch den Salzstock Gorleben.

Seite 12

Regierung: Steueroasen austrocknen

Berlin (dpa/ND). Die Bundesregierung macht im Kampf gegen Steueroasen ernst. Privatpersonen und Unternehmen, die mit bestimmten Staaten und intransparenten Finanzzentren Geschäfte machen, müssen künftig den Fiskus umfassend informieren. Wer sich weigert, soll in Deutschland in bestimmten Fällen steuerlich stärker belastet werden und Vorteile verlieren. Das geht aus dem am Montag bekannt gewordenen...

Susanne Götze, Brüssel

Misstrauen gegen die Kommission

Wegen ihrer gentechnikfreundlichen Politik drohen grüne Europaabgeordnete der EU-Kommission nun mit einem Misstrauensantrag. Sie bestehen darauf, dass Staaten selbst entscheiden können, ob sie gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) verbieten.

Hermannus Pfeiffer, Hamburg

Trittbrettfahrer sollen abstürzen

260 Euro mehr bekommen Gewerkschafter im Hamburger Hafen als ihre unorganisierten Kollegen. Ein Gericht billigte kürzlich den Lohnbonus für Gewerkschafter.

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Nord-Süd - Tipps

HEUTE IN BERLIN – »Solidarische Ökonomie«. Der Staat vertritt vor allem die Interessen der Kapitaleigner. Mittels Solidarischer Ökonomie sollen deshalb – insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge – profitfreie Räume geschaffen werden, in denen die Kreditexpansion und damit der Kapitalertrag reduziert bzw. eliminiert wird. 19 Uhr, Offene Uni Philippstr. 13 (Haus 20), (U-Bhf. Ora...

Marina Litvinski, Washington

Ghana will Ölfluch entgehen

Die Entdeckung des Jubilee-Ölfeldes vor Ghanas Küste im Sommer 2007 stellt den westafrikanischen Musterstaat auf eine harte Probe. So steht die neue Regierung von John Atta Mills vor der großen Aufgabe, den Ölsegen zum Nutzen aller werden zu lassen und aus abschreckenden Beispielen zu lernen. In Staaten wie Äquatorialguinea, Angola, Gabun, Nigeria, Sudan und Tschad hat der Ölreichtum einer gravier...

Spaniens Hatz auf die Migranten
Martin Ling

Spaniens Hatz auf die Migranten

»Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, er kann gehen.« Dieser Devise folgt neuerdings die Ausländerpolitik der spanischen Regierung. Noch 2005 war Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero in die Schusslinie der EU-Hardliner um Otto Schily gekommen, als er die größte Legalisierungsinitiative für Migranten ohne Papiere in Spaniens Geschichte startete. Unter bestimmten Bedingungen wie den Nachw...

Immer auf das Leben gesetzt
ndPlusPeter Nowak

Immer auf das Leben gesetzt

Die uruguayische Stadtguerilla Tupamaros hat linke Geschichte geschrieben und ist inzwischen als Bewegung für Volksbeteiligung eine wichtige Fraktion im Regierungsbündnis Frente Amplio. Eine der Tupamaros-Protagonistinnen, Yessie Macchi, starb kürzlich an Herzversagen.

Faire Chancen für Frauen in Vietnam
ndPlusIlona Schleicher

Faire Chancen für Frauen in Vietnam

Der Solidaritätsdienst-international und die Vietnamesische Frauenunion in der Provinz Nghe An verbinden berufliches Training mit Aufklärung und Beratung für Arbeit suchende Frauen und Existenzgründerinnen sowie mit der Vergabe von Kleinkrediten. Das Programm wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

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Niedrigste Zahl bei Abtreibungen

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland erreichte 2008 den niedrigsten Stand seit der gesetzlichen Neuregelung 1996. Im vergangenen Jahr zählte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden rund 114 500 Schwangerschaftsabbrüche. Das waren zwei Prozent oder 2400 weniger als 2007, wie die Behörde am Montag berichtete. Seit 2004 sinkt die Zahl. 2001 gab es 134 964 Abtreibungen.Jede 20. Frau, die eine Schw...

Die Rezension - Im Schwitzkasten
Silvia Ottow

Die Rezension - Im Schwitzkasten

Noch ist es nicht soweit, dass uns die Außentemperaturen das Schwitzen lehren würden. Zum Glück gibt es die aus den kalten Gegenden der Erde bekannten Bretterbüdchen, in denen früher das Holz und heute eine zweckmäßige Heizung für geharnischte Hitze sorgen und in denen der Mensch glücklich seine Poren öffnen kann, auf dass ihm der Schweiß munter aus denselben rinne. Saunieren ist gesund – un...

Martin Koch

Säure gegen Schmerzen

Am Anfang stand, wie so oft in der Pharmazie, ein Naturheilmittel: Schon die alten Griechen verkochten die Rinde von Weidenbäumen zu einem Sud, den sie tranken, um auf diese Weise Kopf- oder Gliederschmerzen zu lindern. Das war durchaus vernünftig, wie Wissenschaftler im 19. Jahrhundert herausfanden. Denn Weidenrinde enthält ein Derivat der schmerzstillenden Salicylsäure, die allerdings höchst übe...

ndPlusRosemarie Kappler

Krankenhaus auf Rädern

Im November letzten Jahres wurde an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg (UKS) die weltweit erste »Mobile Stroke Unit« (Schlaganfall-Rettungswagen) stationiert. Das Fahrzeug bringt alle für die Schlaganfall-Behandlung erforderlichen Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten zum Patienten hin.

Seite 15
Müller beurlaubt

Müller beurlaubt

Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies betrat fünf Minuten vor zwölf die Geschäftsstelle, kurz darauf war die Uhr von Andreas Müller (Foto: dpa) beim FC Schalke 04 abgelaufen. Der Fußball-Bundesligist beendete am Montag die Hängepartie mit dem seit Monaten in der Kritik stehenden 46-jährigen Manager und beurlaubte Müller, der fast 21 Jahre für den Verein tätig war. Tönnies und das Aufsichtsr...

Kiels Manager am Flughafen abgefangen

Die Staatsanwaltschaft hat in der angeblichen Korruptionsaffäre beim deutschen Handballmeister THW Kiel das Heft des Handelns in die Hand genommen und soll nun Licht in die Affäre um Vorwürfe und Behauptungen bringen. Es bestehe der Verdacht der Untreue, teilte Oberstaatsanwalt Uwe Wick am Montag in Kiel mit und leitete Ermittlungen gegen THW-Manager Uwe Schwenker ein. Gegen den Ex-Trainer Zvonimi...

ndPlusJürgen Holz

In Europa wieder konkurrenzfähig?

Ist die deutsche Leichtathletik besser als ihr Ruf? Der war in den letzten Jahren reichlich rampioniert und hatte endgültig an Glanz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking verloren. Dort gab es mit nur einer Bronzemedaille durch die Speerwerferin Christina Obergföll das schlechteste Abschneiden bei Olympia seit 1904. Der erhoffte Aufwind von den WM ein Jahr zuvor in Osaka mit je zweimal Gold u...

ndPlusChristian Heinig

Alles außer komfortabel

Volkes Mehrheit glaubt an Jürgen Klinsmann. Oder muss man sagen, glaubte? Als der schwäbische Daueroptimist im Januar vergangenen Jahres als Trainer beim FC Bayern München vorgestellt wurde, sagten nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Emnid 46 Prozent der Deutschen, Klinsmann könne mit den Münchnern die Champions League gewinnen. Das war vor mehr als einem Jahr. Schade, dass es keine ak...

Seite 16
Sexto Sentido – Fidels Liebe

Sexto Sentido – Fidels Liebe

Sie lassen den Bossa Nova auferstehen und bringen die Comandantes in Partylaune: die vier jungen Frauen der kubanischen Formation Sexto Sentido. Mit ARLETY VALDÉS (26), MELVIS ESTÉVEZ (26), YUDELKIS LAFUENTE (26), ELIENE CASTILLO (26), die auf ITB in Berlin auftreten und ihre neue CD »Mi Feeling« vorstellen, spricht ND-Autor RENÉ GRALLA.

Seite 17

Empörung über NPD-Parteitag

(ND). Mit Empörung hat die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) darauf reagiert, dass sich der Bezirk Steglitz-Zehlendorf nicht in der Lage sieht, der NPD bezirkseigene Räume zu verweigern. Die rechtsextreme Partei will, wie berichtet, am kommenden Sonnabend in einem Seniorenfreizeitheim in Lankwitz ihren Landesparteitag abhalten. Im Gegensatz zur B...

Schnauze

Na, wenn det mal klappt. Per staatlicher Weisung soll die Freundlichkeit in der Stadt eingeführt werden – quasi über Nacht. In den Wunschträumen der Macher der Hauptstadtkampagne klingt das folgendermaßen: »Gäste aus aller Welt sollen freundlich empfangen und durch die Stadt begleitet werden«, beschreiben sie das Ziel des neuesten »Be Berlin«-Unsinns. Als Vorbilder hat der Senat die großen D...

ndPlusAndreas Heinz

»An den Rotkreuz-Kliniken droht Ärztemangel«

Mit einem Warnstreik wollen Mediziner der Rotkreuz-Krankenhäuser Westend, Mitte und Köpenick auf die ihrer Ansicht nach weiterhin prekäre finanzielle Situation aufmerksam machen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) fordert eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent und damit eine Angleichung an die aktuellen Tarifverträge des Bundes.Die Ärzte wollen sich deswegen heute gegen 11.30 Uhr zu einer ze...

Gewalt, Pöbeleien und Propaganda
ndPlusMartin Kröger

Gewalt, Pöbeleien und Propaganda

Einfache Erklärungen für die Zunahme rechter Gewalt gibt es nicht. Täglich werten Sabine Seyb und ihre Kollegen von der Opferberatungsstelle Reach Out Zeitungen und Pressemeldungen aus, überprüfen Polizeinachrichten und spüren den Informationen nach, die Opfer und Zeugen über Gewaltvorfälle geben. »Trotzdem ist das Bild, was wir zeichnen können, immer nur ein Ausschnitt aller Angriffe«, sagt Sabin...

Seite 18
A 100-Weiterbau »anachronistisch«

A 100-Weiterbau »anachronistisch«

(ND). In den Rathäusern Treptow und Neukölln können Bürger seit gestern Einsicht in die Pläne für die Verlängerung der Stadtautobahn A 100 nehmen. Grüne und die Bürgerinitiative Stadtring Süd (BISS) kritisierten gestern das Projekt erneut als überteuert, klimaschädlich und anachronistisch. An ihm werde festgehalten, »weil dem Senat der Mut für eine verkehrlich sinnvolle Kehrtwende fehlt«, so die B...

Jörg Meyer

Keine verhältnismäßige Reaktion

Ann Löwin ist stinksauer. Wer bezahlt ihr die kaputte Scheibe und die aufgebrochene Tür? Die 32-Jährige wurde Donnerstagnachmittag von einem Kunden zu ihrem Büro in der Kreuzberger Ohlauer Straße gerufen. Polizei und Feuerwehr »gehen gerade in dein Büro«, sagte der Anrufer, der vor der Tür stand.Als Ann Löwin nach fünf Minuten dort ankam, standen zwei Polizisten sowie Feuerwehrleute vor dem Schauf...

Mellowpark hofft weiter
ndPlusKevin Dürr

Mellowpark hofft weiter

Ob der Köpenicker BMX- und Skatepark auf das Gelände des ehemaligen Paul-Zobel-Stadions ziehen darf, bleibt weiter ungewiss. Ein zeitlicher Aufschub wurde gewährt, aber auf einen neuen Standort konnten sich die Beteiligten noch nicht einigen.Die TLG Immobilien GmbH gewährte all eins e. V., dem Träger des Mellowparks, am 6. März offiziell eine Frist bis zum 30. November, um einen neuen Standort zu ...

Seite 19

Sandmännchen wird 50

(ND). Anlässlich des 50. Geburtstages des Sandmännchens erscheint am 12. März das Buch »Das Sandmännchen – Alles über unseren Fernsehstar«. Neben Autor Volker Petzold führte auch Anne Knabe die Feder, die das Sandmännchen beim RBB seit vielen Jahren betreut. Für das Jubiläumsjahr sind ebenfalls vier Sonderbriefmarken mit Sandmann-Motiven geplant. Wichtigster Termin ist der Start eines Sandma...

Spanien in der Pyramide

(ND-Liebigt). Mit Saxofonklängen eröffnete die Ausstellung mit Werken des spanischen Malers und Fotomonteurs Josep Renau.Das Leben und Schaffen des Künstlers war geprägt von den großen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts. Seine Lebensstationen und – wie er es selbst formulierte – auch sein Herz waren dreigeteilt: das erste Drittel seines Lebens verbrachte er in seinem Mutterland ...

Volkmar Draeger

Subtiler Meister der knappen Form

Er zeichne sehr gründlich an einem Motiv, mit dem Ziel, dass alles möglichst einfach wird, bekannte Arno Mohr in einem Text zu seinem 75. Geburtstag. Das ist rund ein viertel Jahrhundert her. Von der Richtigkeit dieser Aussage und von der bleibenden Qualität seines Werks kann man sich derzeit in der Galerie der Berliner Graphikpresse überzeugen. Dort stehen in 45 Beispielen Malerei und Druckgraphi...

Seite 20
Wilfried Neiße

Koalition streitet über Kulturkosten

Der Kulturfinanzbericht 2008 für Bund und Länder löste in Brandenburg Meinungsverschiedenheiten zwischen SPD und CDU aus. Für den SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Kuhnert ist das »unterdurchschnittliche Abscheiden« Brandenburgs ein paar Nachfragen wert. Die von Kuhnert vorgebrachten Zahlen scheinen für sich zu sprechen. Brandenburg wende nur 74,40 Euro je Einwohner für Kultur auf. In Sachsen seien...

ndPlusAndreas Fritsche

Unterricht inmitten einer Gartenschau

Wo ist der Agrarminister? Im Amtshauptmannhaus, in das eingeladen war, fehlt jede Spur von ihm. Niemand dort weiß etwas über den Verbleib des SPD-Politikers. Zum Glück kann Dietmar Woidkes Fahrer, der am Dienstwagen wartet, so ungefähr erklären, wo er seinen Chef abgesetzt hat. In einem Saal der Oranienburger Stadtverwaltung sitzt Woidke dann in einer Runde mit Bürgermeister Joachim Laesicke (SPD)...