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Ausgabe vom 28.04.2009

Seite 1

Unten links

Information ist Glückssache. Überall lauert das Missverständnis. Schon jubelt man über eine vermeintlich gute Nachricht, da stellt sich heraus, dass es ganz anders war. Für Momente durfte man denken, Herr Pofalla sei aus dem Kreisverkehr seiner ewig gleichen Phrasen genommen worden. Denn in der Zeitung frohlockte eine Schlagzeile: »Blindgänger bei Merkels Wohnung entschärft.« Leider stellte sich h...

Tobias Riegel

Pro Paganda

Die Berliner Verfechter des Religionsunterrichts haben viel von Gemeinsamkeit geredet – wollten aber die Schüler nach Konfessionen aufteilen. Sie erklärten sich zu Kämpfern für die Wahlfreiheit – wollten aber, dass das eine Schulfach das andere ausschließt. Sie gaben sich, Millionen Euro und den rechten Glauben im Rücken, als quasi »natürliche« Sieger, und sind nun – gottlob &nda...

Olaf Standke

Der Aufschwung ist da – für Waffen

Eine Branche boomt trotz Finanz- und Wirtschaftskrise, wie ein gestern vom Friedensforschungsinstitut SIPRI vorgelegter Report zeigt – der internationale Waffenhandel.

Seite 2

Schweine schießen den Vogel ab

Immer wieder springen Infektionskrankheiten von Tieren auf den Menschen über. Ein Klassiker ist dabei die von Influenzaviren ausgelöste Grippe. Denn Grippeviren kommen sowohl bei Vögeln und Schweinen als auch bei Menschen vor. Zudem sind diese Viren genetisch äußerst variabel, so dass sie beim Überspringen der Artgrenze nicht selten Erbgut anderer Virusstämme aufnehmen.Nach Angaben der US-Seuchens...

Andreas Heinz

Berlin: Wir haben genügend Grippemittel gelagert

Die Schweinegrippe hat Europa erreicht. Ein Fall in Spanien wurde gestern vom Bundesgesundheitsministerium bestätigt. Virologen befürchten, dass diese gefährliche Art der Influenza auch bald Deutschland erreicht. Wie aber sieht es in Berlin aus? Ist der Regierungssitz und Tourismusmagnet mit internationalem Publikum gefährdeter als andere Regionen?

Hauptsache »auslandskrankenversichert«
René Heilig

Hauptsache »auslandskrankenversichert«

Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko treffen immer mehr Länder mehr oder weniger untaugliche Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Vor Ort dagegen wachsen Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit – und Trauer. Bis zum gestrigen Abend beklagte die mexikanische Regierung 103 Menschen, die dem Virus H1N1 erlegen sind. Die Zahl der Verdachtsfälle wurde mit rund 1600 angegeben.

Seite 3
Um religiöse Inhalte ging es gar nicht

Um religiöse Inhalte ging es gar nicht

Das Berliner Modell eines verpflichtenden gemeinsamen Ethikunterrichts kombiniert mit dem zusätzlichen freiwilligen Besuch des Fachs Religion hat sich bewährt, meint Norbert Hocke von der Bildungsgewerkschaft GEW, der dort dem Vorstandsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit vorsteht. Der gelernte Erzieher, der in den 1970er Jahren als Bildungsreferent beim Bischöflichen Jugendamt Berlin und beim Bund der deutschen katholischen Jugend arbeitete, setzt sich für ein Pflichtfach Ethik/Religion/Weltanschaung ein, in dem konfessionell gebundene und ungebundene Lehrkräfte gemeinsam unterrichten.

Statistik kennt keinen Gott
ndPlusMartin Kröger

Statistik kennt keinen Gott

Das vorläufige amtliche Endergebnis für den Volksentscheid über die Einführung eines Wahlpflichtfaches Religion an den Berliner Schulen liegt vor. Demnach hat eine Mehrheit den Gesetzesvorschlag der Initiative Pro Reli abgelehnt. Deutliche Unterschiede im Wahlverhalten gab es zwischen dem Ost- und Westteil der Stadt. Ein Zusammenhang lässt sich auch zwischen der Zugehörigkeit zu einer christlichen Konfession und dem bejahenden Abstimmungsverhalten herleiten.

Seite 4

GEW: In Krippen keine Basteltanten

Nürnberg (dpa/ND). Für den von Bund und Ländern geplanten Ausbau der Kinderkrippen für unter Dreijährige fehlen nach einer Studie in den nächsten fünf Jahren rund 47 000 Fachkräfte. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte am Montag auf ihrer Konferenz in Nürnberg als Konsequenz aus der Analyse eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen, eine Aufwertung ihrer Ausbildung, mehr Studienplätze für diesen Beruf an Hochschulen sowie berufsbegleitende Umschulungs- und Weiterbildungsangebote der Bundesagentur für Arbeit.

Runder Bauerntisch in Berlin

Runder Bauerntisch in Berlin

Berlin (dpa/ND). Mit einem Runden Tisch haben am Montag Bauern aus allen Regionen Deutschlands auf dem Gendarmenmarkt in Berlin demonstriert. Sie forderten, dass ihre Probleme beim heutigen »Runden Tisch zur Lebensmittelwirtschaft« von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) ernstgenommen werden. Der Runde Tisch müsse konkrete Maßnahmen zur Belebung des Marktes beschließen, forderte Bauernverbands-Präsi...

ndPlusFlorian Osuch

SS-Mann beim Mai-Fest der NPD

Die zentrale NPD-Veranstaltung am 1. Mai ist in Berlin. Kameradschaften mobilisieren eher nach Hannover. Dieser Aufmarsch ist jedoch noch verboten, so dass dieses Spektrum auch in die Hauptstadt ausweichen könnte.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Chefaufklärer wittert eine Intrige

Karl Nolle, »Chefaufklärer« im sächsischen Landtag, ist ins Visier der Justiz geraten. Die angekündigte Ermittlung gegen den SPD-Mann wegen Subventionsbetrugs haben nach dessen Ansicht aber »politischen Charakter«.

Seite 5

LINKE hat über 75 000 Mitglieder

Berlin (ND). Im Unterschied zu den meisten anderen Parteien, die wie SPD und Union regelmäßig über Mitgliederverluste klagen, verzeichnet die LINKE weiterhin steigende Mitgliederzahlen. Wie der Bundesgeschäftsführer der Partei, Dietmar Bartsch, am Montag vor der Presse erklärte, sind per 31. Dezember 2008 exakt 75 618 Parteimitglieder registriert worden – davon mit 49 000 fast zwei Drittel i...

Martin Sommer

Wir wollen nicht quatschen

Im Saarland will die LINKE mit Oskar Lafontaine den großen Coup landen. Hier kandidiert er am 30. September auch als Spitzenkandidat, um wieder Ministerpräsident zu werden. Auf ihn ist der Wahlkampf zugeschnitten – am Montag wurde der Internet-Auftritt der Partei vorgestellt.

ndPlusLutz Debus, Köln

Köln pfeift auf Rechte

Die rechte Partei »pro Köln« versucht erneut in der Domstadt einen »Antiislamisierungskongress« zu veranstalten und muss nach den massenhaften Protesten im letzten Jahr auch diesmal mit lautstarkem Widerstand der Kölner rechnen.

Seite 6

»Schmelztiegel des Terrorismus«

Der Kampf gegen den Terrorismus konzentriert sich immer mehr auf das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan.Kabul/Islamabad (dpa/ND). Der britische Premierminister Gordon Brown nannte am Montag bei einem Überraschungsbesuch im Krisengebiet das Grenzland zwischen den beiden Ländern einen »Schmelztiegel des Terrorismus«. Seine Regierung werde am Mittwoch eine Strategie zum Umgang mit dem Terr...

Nahost: Kein Kurswechsel Teherans

Teheran/Ramallah (dpa/AFP/ ND). Eine angebliche Zustimmung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu einer Zwei-Staaten-Lösung in Nahost ist von Teheran umgehend als »total verzerrte« Auslegung relativiert worden. »Was der Präsident gesagt hat, ist meilenweit von dem entfernt, was die westlichen Medien mit soviel Ekstase berichtet haben«, schrieb die staatliche Agentur IRNA am Montag in ...

Links-linkes Treffen in Slubice
Daniela Fuchs-Frotscher

Links-linkes Treffen in Slubice

Es war schon eine kleine Sensation, die sich am Sonntag im Collegium Polonicum in der polnischen Grenzstadt Slubice ereignete. Parteigliederungen der polnischen Demokratischen Linksallianz (SLD) und der deutschen LINKEN trafen sich zur ersten gemeinsam veranstalteten offiziellen Konferenz. Die Vorreiterrolle gebührt hierbei der SLD der Wojewodschaft Lebuser Land und der Partei DIE LINKE des Landes Brandenburg.

Seite 7
Jindra Kolar, Prag

Tschechiens Roma im Neonazi-Visier

Die tschechischen Neonazis geben keine Ruhe. Im nordböhmischen Krupka trafen sie sich am Samstag zu einer Kundgebung, um gegen die Zuwanderung von Roma zu protestieren. Tausend Polizisten verhinderten gewaltsame Auseinandersetzungen.

ndPlusIrina Domurath, Reykjavík

Islands Linke: »Unsere Zeit ist gekommen«

Jóhanna Sigurdardóttir wird erste gewählte Premierministerin Islands. Die zunächst nur vorübergehend amtierende sozialdemokratisch-linke Regierungskoalition wurde von den Wählern bestätigt, während die Konservativen den höchsten Stimmenverlust in ihrer Geschichte hinnehmen mussten. Und noch eines ist nun klar: Die Mehrheit der Isländer will in die EU.

Seite 8
Gabriele Oertel

Billig-teure Abrechnung

Keine Frage, Hartmut Mehdorn ist einer von den Hartgesotteneren. Insofern musste Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee damit rechnen, dass der Bahnchef seinen erzwungenen Rücktritt mit einem kräftigen Tritt nach hinten quittiert. Ob der farblose Minister mit der Bahn gefremdelt hat – wie er das ja auch mit dem ihm anvertrauten Aufbau Ost oder der ihm ebenfalls obliegenden Bau- und Mietenpoliti...

Olaf Standke

Schmutziges Geschäft

Das ist doch mal eine Erfolgsmeldung der besonderen Art in Zeiten einbrechender Märkte: Deutsche Wertarbeit ist auch oder vielleicht gerade in stürmischen Zeiten gefragt, zumindest wenn sie aus den hiesigen Waffenschmieden stammt. Während die Bundesregierung so gern von vernetzter Sicherheit und ziviler Konfliktlösung redet, ist die Bundesrepublik zum drittgrößten Rüstungsexporteur der Welt aufges...

ndPlusRoland Etzel

Vergessenes Sri Lanka

Die Vertreter der 27 EU-Staaten haben sich am Montag in Luxemburg getroffen, um, wie es hieß, »einen Ausweg aus der humanitären Notlage im Krisengebiet Sri Lankas« zu finden. Drei Außenminister fliegen nun auf die Insel, in der Hoffnung auf eine Waffenruhe, wie verlautete. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie an politischer Konzeption tatsächlich nicht mehr im Köcher haben als diese vage Hoffnu...

ndPlusChristian Heinig

FC Feuerwehr

Jupp Heynckes und Uli Hoeneß haben eines gemeinsam: Bei starker Erregung nimmt ihr Gesicht des Öfteren eine beinahe schon beängstigende Rötung an. Heynckes hat sich deshalb in seiner langen Laufbahn als Fußballtrainer den Spitznamen »Osram« eingehandelt, in Anlehnung an den bekannten Glühlampenhersteller. Geht es nach Uli Hoeneß, dem Manager des FC Bayern München, dann soll Jupp Heynckes in den ko...

Damals im Unechtsstaat
ndPlusMathias Wedel

Damals im Unechtsstaat

Gewiss, über den Feldern der LPG schien gelegentlich die Sonne. Das ändert nichts daran, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Auch die Sonne hatte ihre dunklen Seiten. Bei propagandistischen Freiluftbegängnissen machte sie sich zum Helfershelfer des Regimes, strahlte mit E. Honecker, F. Schöbel und U. Freudenberg um die Wette. Manchmal schien sie nicht nur über der DDR, sondern lachte auch über sie...

Seite 9
ndPlusAlexander U. Martens

Aus dem Netz aufs Papier

Auf den Zeitgeist ist auch kein Verlass mehr: da drängt man uns Richtung Online – selbst Brockhaus hat die Überbleibsel unseres real existierenden Bildungsbürgertums vor einigen Monaten mit der Ankündigung verschreckt, seine Große Enzyklopädie künftig nicht mehr drucken, sondern nur noch ins Netz stellen zu wollen – und Wikipedia kommt auf einmal mit einem Lexikon in Buchform daher. Au...

Hans-Dieter Schütt

Prächtiger Barock aus der Prignitz

Es gibt geniale Kritikersätze. Etwa von Alfred Kerr, der erlebte »Don Carlos« und schrieb: »In der Ecke stand ein alter Eisenofen. Beim näheren Hinschauen sah ich, es war Don Phi-lipp.« Auch ND-Autor Volker Trauth gelang als jungem Rezensenten eine starke Beobachtung. Er sah im Berliner Maxim-Gorki-Theater Horst Sakowskis LPG-Schauspiel »Steine im Weg«: »Und dann gab es da noch den Schauspieler Ku...

Seite 10
Jürgen Amendt

Spiel nicht mit den Fabrikantenkindern

Zum 26. Gewerkschaftstag der GEW in Nürnberg war kein Vertreter des Unternehmens Bertelsmann eingeladen, dennoch war der Konzern omnipräsent. An der Person der nur mit knapper Mehrheit wiedergewählten stellvertretenden Vorsitzenden Marianne Demmer entzündete sich eine teils heftig geführte Debatte über die Grenzen gewerkschaftlicher Zusammenarbeit mit der für wirtschaftsliberale Positionen bekannt...

Verweile doch, du Augenblick?
ndPlusAnita Wünschmann

Verweile doch, du Augenblick?

Zeit ist ein ergiebiges Thema für die bildende Kunst, wenngleich es doch lange eher als Domäne von Musik oder Tanz galt. Seit Paul Virilios Beschleunigungstext, seit dem rasanten zwanzigsten Jahrhundert und dem allgegenwärtigen »Echtzeit«- Diktat des jungen 21. Jahrhunderts ist es ein Hauptthema geworden. Wie, so wird gefragt, ist die Zeit zu fassen, wie kann man sie erfühlen, das Unsichtbare sich...

Seite 11
ndPlusVelten Schäfer, Schwerin

Dong hisst die grüne Fahne

Überraschend schnell hat Dong Energy die vom Umweltamt geforderten Nachbesserungen seiner Antragsunterlagen für das geplante Lubminer Steinkohlekraftwerk vorgelegt. Laut Kraftwerksgegnern können sie noch gar nicht vollständig sein. Der dänische Staatskonzern schließt indessen nicht mehr aus, dass die Wirtschaftskrise das Projekt beenden könne.

Seite 12

Gelassene Verbraucher

Nürnberg (dpa/ND). Die Verbraucher reagieren auf die tiefste Wirtschaftskrise der Bundesrepublik weiterhin gelassen: Auch im April zeigt sich das Konsumklima robust, die Kauflaune bewegt sich unverändert auf überdurchschnittlich gutem Niveau. Neben der niedrigen Inflation regt auch die mittlerweile von anderen Branchen nachgeahmte Abwrackprämie zum Konsum an. Dies berichtete die Gesellschaft für K...

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Mit Billigautos gegen die Krise

Auch in Russland ist die Krise angekommen, aber es gibt ein Gegenmittel: Lada Kalina heißt die Wunderwaffe, mit der der russische Autohersteller AwtoWAS die Folgen der Flaute für Land und Leute mildern will.

Krankheit ist das bessere Geschäft

Seit 2005 ist der 46-jährige Universitätsprofessor Karl Lauterbach Mitglied des Bundestages. Er studierte in Aachen und Texas (USA), promovierte in Düsseldorf und Havard (USA) und doziert an der Harvard School of Public Health in Boston. Der streitbare Sozialdemokrat saß in Sachverständigenräten und Programmkommissionen und ist bekannt für provokante Äußerungen. Jakob Buhre und Tobias Goltz sprachen mit ihm über aktuelle Probleme in der Gesundheitspolitik.

Seite 13

Nord-Süd - Tipps

NAHOST: »Lesung mit Salim Alafenisch: Die Feuerprobe und andere Geschichten«, ein Abend mit dem Autor Salim Alafenisch. In seinem neuen Buch entführt dieser die Zuhörer in die Negev-Wüste, in der er in einer Beduinensippe aufwuchs. 29. April, 19 Uhr im Weltladen Connewitz in der Wiedebachpassage, Bornaische Str. 18, 04277 Leipzig. Eintritt fünf Euro/drei Euro ermäßigt. Karten: info@einewelt-leipzi...

Afrikas Ernten in Gefahr

Durban (IPS/ND). Angesichts der Gefahr, dass der Klimawandel die landwirtschaftlichen Erträge im südlichen Afrika in den kommenden 70 Jahren halbieren wird, fordern Experten der Region umfangreiche staatliche Investitionen in den Ausbau der Landwirtschaft.Mit dem erwarteten Anstieg der Temperaturen um bis zu sechs Grad Celsius und einem Rückgang der Niederschläge um 40 Prozent in einigen Regionen ...

Neue Schuldenfalle droht

Washington (AFP/ND). Angesichts der Weltfinanzkrise haben IWF und Weltbank vor einer entwicklungspolitischen Katastrophe gewarnt und Hilfen für arme Länder gefordert. Die Krise treffe die Entwicklungsländer besonders hart, erklärten die Institutionen auf ihrer Frühjahrstagung. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) warnte vor einer neuen Schuldenfalle für die ärmsten Länder.I...

Heimlicher Abschied von einem Ziel
Jürgen Vogt

Heimlicher Abschied von einem Ziel

Erinnert sich noch jemand an die Millenniumsziele? In einem gemeinsamen Bericht haben sich der Internationale Währungsfonds und die Weltbank am Rande ihrer Frühjahrstagung am Wochenende vom Millenniumsziel, die extreme Armut weltweit bis 2015 zu halbieren, verabschiedet. Das Zusammenwirken von Finanzkrise, Ernährungskrise und Treibstoffverknappung machen die Verwirklichung dieses Zieles unmöglich,...

Der Freihandel schafft Millionen von Verlierern
ndPlusJörn Hagenloch

Der Freihandel schafft Millionen von Verlierern

Mit der Forderung, gegen die Wirtschaftskrise mit dringend notwendigen ökologischen und sozialen Maßnahmen vorzugehen, endete am Sonntag der vierte McPlanet.com-Kongress mit rund 1700Teilnehmern aus globalisierungskritischen Bewegungen, Umweltverbänden, Politik und Kirche. Die indische Politologin Shefali Sharma präsentierte ihre Studie zu den sozialen Auswirkungen des Freihandels.

Indio oder Nicht-Indio?

Indio oder Nicht-Indio?

Mehr als 200 Familien der Tremembé-Indianer bangen um ihr Land im Nordosten Brasiliens. Die spanische Investorengruppe Afirma Housing Group will dort einen Tourismuskomplex namens Nova Atlântida an die Küste klotzen mit nicht weniger als 27 Luxushotels und sieben Golfplätzen. Afirma behauptet, das Land rechtmäßig erworben zu haben. Der wahre Aggressor seien die auf dem Gebiet lebenden, landlosen Brasilianer, die sich lediglich als Indianer ausgäben. Norbert Suchanek und die brasilianische Soziologin Márcia Gomes de Oliveira sprachen mit der Sprecherin der Tremembé, Adriana Carneiro de Castro, hier im Kreis ihrer Familie.

Seite 14
ndPlusElfi Schramm

Die Rezension - Zum Mitnehmen

Zwei kleine handliche Büchlein aus dem Knaur Verlag wollen das Wohlbefinden der Leserinnen steigern, indem sie an deren Bewegungslust appellieren. 122 Gesichtsmassagen stellt Beata Aleksandrowicz vor und empfiehlt diese beispielsweise vor dem Ausgehen, beim Duschen, im Bett oder am Schreibtisch. Was einfach erklärt und meistens auch schnell gemacht ist, tut nicht nur dem Anblick gut, sondern wirkt...

Nachrichten

Dengue-Fieber in Argentinien und Brasilien Aus Argentinien und Brasilien werden zurzeit schwere Ausbrüche von Dengue-Fieber-Erkrankungen gemeldet. Darauf weist das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf hin. In Argentinien sind besonders die nördlichen Provinzen Jujuy, Salta, Chaco, Cordoba, Santa Fe und Catamarca betroffen. Dort sind nach offiziellen Angaben fast 15 000 Menschen erkrankt. Das ist...

Elfi Schramm

Coaching macht stark

Immer wieder führt eine unzureichende Diagnose von Asthma zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Atemnot, blau angelaufenen Gesichtern oder endlosen Hustenanfällen. Nach einer Studie der Angestellten Krankenkasse verbesserte sich die Betreuung der Betroffenen in den letzten Jahren. Doch der Beginn der Behandlung erfolgt oftmals noch zu spät.

Walter Willems

Millimeterarbeit am Nukleus

Die Hirnstimulation bietet Parkinson-Patienten die Chance auf eine Besserung ihrer Beschwerden. Gleichzeitig birgt sie aber auch große Risiken.

Seite 15
Alexander Ludewig

Entzaubert

Selbst nachdem die Vereinsführung von Bayern München die Entlassung von Klinsmann beschlossen hatte, pochte der 44-jährige Schwabe auf das Gute seiner Arbeit. »Wir haben den Grundstein für die Zukunft gelegt«, rühmte er seine Verdienste. Was meint er damit? Er hat weder die Spieler, wie großspurig angekündigt, »besser gemacht«, noch hat er ein erkennbares Spielsystem hinterlassen. Das einzige, was...

Um Alles oder Nichts gegen Frankreich

Er ist seit fast einer Woche in Bern, aber richtig angekommen ist Jochen Hecht bei der Eishockey-WM noch nicht. Beim 2: 3 nach Verlängerung gegen die Schweiz hatte der deutsche Hoffnungsträger das Siegtor auf dem Schläger, doch es passte ins Bild, dass der NHL-Profi kurz vor Schluss scheiterte. »Es geht schon besser«, meinte der 31-Jährige von den Buffalo Sabres zwar, aber er wirkt in der Auswahl ...

Christian Heinig

Ende des großen Kribbelns

Als Uli Hoeneß auf Energie Cottbus zu sprechen kam, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. »Diese tollen Cottbuser«, schwärmte der Manager des FC Bayern. Mit ihrem 2:0-Sieg am Sonntag über den VfL Wolfsburg, der so die Chance verspielte, sich für den Meisterschaftsendspurt in der Fußball-Bundesliga auf fünf Punkte von der Konkurrenz abzusetzen, konnte schließlich niemand rechnen. Vielleicht, so un...

ndPlusMartin Ling, Valencia

Englische Woche der Wahrheit

Für Barcelonas erst 38-jährigen Erfolgstrainer Pep Guardiola ist es »die wichtigste Woche des Jahres«. Eine englische Woche, der bis zum Pokalfinale am 13. Mai gegen Atletico Bilbao ununterbrochen wichtige englische Wochen folgen, aber die wichtigste ist laut Guardiola die laufende. Mit guten Gründen: Auf das schwere Auswärtsspiel vergangenen Sonnabend beim heim- und formstarken FC Valencia (fünf ...

Seite 17

Desinteresse

Erstaunlich ist nicht unbedingt, dass die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner einen Umzug von Ost nach West und umgekehrt ablehnt. Die degewo-Umfrage bestätigt das Bauchgefühl, dass die Selbstbeschreibung »Ossi« oder »Wessi« Bestand hat – auch noch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer. Das ist schade. Die Hauptstädter sind offensichtlich wenig neugierig aufeinander. Von vielen im Westen wird d...

Stadtmitte soll grün bleiben
ndPlusBernd Kammer

Stadtmitte soll grün bleiben

Die Sehnsüchte Klaus Wowereits nach einer Rekonstruktion des alten Berlins vor seinem Amtssitz haben einen Dämpfer erhalten. Im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses setzten gestern SPD und LINKE mit Unterstützung der Grünen ihren Antrag durch, der den Senat auffordert, Grundsätze zur Gestaltung eines »grüngeprägten öffentlichen Stadtraums« zwischen Spree und Alex vorzulegen. Dabei geh...

ndPlusKatharina Zeiher

Viele möchten bleiben, wo sie sind

Zum Auftakt der Kampagne »Berlin bleibt nie Berlin« präsentierte das größte städtische Wohnungsunternehmen degewo gestern eine repräsentative Umfrage. Darin gaben 50 Prozent der 1016 Befragten an, nicht vom ehemaligen Ostteil der Stadt in den Westteil und umgekehrt umziehen zu wollen. Vorgestellt wurde auch die Jahresbilanz 2008 des Konzerns. Demnach hat sich die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jah...

Seite 18

Autos an die Steckdose

(ND). Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Energieunternehmen RWE und Vattenfall haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, in der sich alle Seiten zur Unterstützung eines Pilotversuchs zum Einsatz von Elektro-Fahrzeugen (E-Mobility) verpflichten. In den nächsten Wochen werden vor allem in den Bezirken Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf über 550 Ladestationen für Elektro...

Anja Sokolow

Große Literatur im Kleinformat

Platzprobleme kennt der Buchhändler Falk Thielicke nicht. In seinem kleinen Geschäft im Nikolaiviertel bringt er in wenigen Regalen mühelos Hunderte Klassiker und Neuerscheinungen unter. Thielicke hat sich auf Minibücher spezialisiert. Sein Geschäft »Minilibris« in der Spandauer Straße 27 ist nach Angaben seines Besitzers das einzige seiner Art in Europa. »Den nächsten Minibuchladen gibt es erst w...

Seite 19
ndPlusRichard Rabensaat

Unheimlich kreativ

Nur kurz blitzt »das Unheimliche«, so der Titel der Ausstellung, im Modulor-Haus am Moritzplatz auf. Knapp eine Woche, dann ist es schon wieder vorbei. Bleiben wird die Idee eines Kreativhauses, mit dessen Umbau der neue Eigentümer noch im Sommer dieses Jahres beginnen will. Innerhalb weniger Wochen und ohne Budget hat der Kurator Florian Müller-Klug eine Show zusammen gestellt, die von Clemens Kr...

Roter Teppich für den Nachwuchs
Lucía Tirado

Roter Teppich für den Nachwuchs

Wie geht's dem nationalen Kinder- und Jugendtheater? Welche Impulse kann es aus dem Ausland aufnehmen? Diesen Fragen will das 10. Deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen »Augenblick mal!« vom 5. bis 10. Mai an der Parkaue auf den Grund gehen. Zehn Kuratoren wählten die Inszenierungen des Festivalprogramms schon im Entstehungsprozess aus, denn es werden fast nur Uraufführungen und deutsche Ersta...

Seite 20
ndPlusWilfried Neiße

Gießerei könnte das Gewächshaus heizen

Der bloße Preisdruck bei Energie führt offenbar nicht zum gewünschten Ergebnis. Landesregierung und Zukunftsagentur Brandenburg luden gestern zu einer Konferenz »Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe« ein. Im September soll die Konferenz stattfinden. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sagte: »Ein ›Weiter so‹ darf es nicht geben«.Die Frage ist, wie angesichts tendenziell ste...

Andreas Fritsche

Wer Windräder sät, wird Sturm ernten

»Wir sind keine Windkraftgegner«, betonen 18 märkische Bürgerinitiativen. Sie haben sich für eine Volksinitiative gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windrädern zusammengeschlossen. Man wisse, das alternative Energien in Zeiten knapper werdender Ressourcen unerlässlich sind, sagt die Volksinitiative. Allerdings wende man sich energisch gegen die Art und Weise, in der die Windkraft in Branden...