Ausgabe vom 06.06.2009

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Unten links

»Die Welt schaut auf Sachsen«, verkündete gestern stolz der Ministerpräsident des Freistaates, Stanislaw Tillich. Damit der US-Präsident, dem diese globale Gunst »bis nunder nach Bulgarchen« und darüber hinaus zu verdanken ist, die umtriebigen Sachsen stets in guter Erinnerung behält, gab's ein zünftiges Erinnerungsgeschenk: ein Paar Manschettenknöpfe aus Meissener Porzellan. Für Barack Obama hat ...

US-Präsident ehrt Naziopfer

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag in der Gedenkstätte Buchenwald der Opfer des Naziterrors gedacht. Zuvor hatte er in Dresden mit Kanzlerin Angela Merkel gesprochen.

ndPlusHans Canjé

Gauck im Olymp

Auf der nach oben offenen Rangliste der Delegitimierer der DDR hat Pfarrer Joachim Gauck, einst Leiter der mit seinem Namen verbundenen »Bundesbehörde für die Verwaltung der Unterlagen des DDR Ministeriums für Staatssicherheit«, seinen Hut in den Ring geworfen. Am letzten Sonnabend wurde er in diesem Blatt so zitiert: »Wir können nicht zulassen, dass die sozialistischen Globkes in ihren Ämtern und...

Europawahl beginnt mit Rechtsruck

Während in Deutschland und den meisten anderen EU-Staaten die Parteien am Freitag noch einmal für ihre Politik um die Wählergunst warben, wählten Irland und Tschechien an diesem Tag. Und es gab bereits Wahlergebnisse aus den Niederlanden und Großbritannien.

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Wie links ist Europa?

Irland Die bedeutendste Linkskraft in Irland ist die Partei Sinn Féin. Die Zahl ihrer aktiven Mitglieder wird auf etwa 3500 geschätzt. In erster Linie stammt die Parteibasis aus den geringer verdienenden Schichten der Gesellschaft, insbesondere aus der städtischen Arbeiterklasse. Als einzige Partei der irischen Linken hat Sinn Féin auch in den ländlichen Gegenden Irlands eine starke Anhängerschaft...

Seite 3
»Die Krise ist die Stunde der Linken«

»Die Krise ist die Stunde der Linken«

ND: Vor welchen Herausforderungen steht die Linke in Europa? Daiber: Die Linke steht insbesondere vor der Aufgabe, sich mit der derzeitigen Krise zu beschäftigen. Diese dramatische Entwicklung im Wirtschafts- und Finanzbereich wird noch gar nicht von Europa »bearbeitet«. Die Linke muss auf europäischer Ebene stark sein, um eine Regulierungspolitik und eine Sozialpolitik, die diesen Namen auch verd...

Uwe Sattler

Kosmische Werbung und irdisches Desinteresse

Rund 375 Millionen Europäer sind zur Abstimmung über die 736 Abgeordneten des Europaparlaments aufgerufen. Deutschland wird wieder mit 99 Parlamentariern das größte Kontingent in der EU-Volksvertretung stellen.

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Silvia Ottow

Auf Leben und Tod

Vielen Schwerkranken ist es nicht vergönnt, ein Spenderorgan für die kranke Niere oder das kranke Herz zu bekommen. Mediziner gehen davon aus, dass jährlich ca. 1000 Patienten deswegen sterben. Öffentliche Appelle zum Tag der Organspende bewegen nicht genügend Menschen, ihre Bereitschaft in einem Ausweis zu dokumentieren. Initiativen für Gesetzesänderungen blieben erfolglos, zu sensibel das Thema,...

Olaf Standke

Rechtsruck

Die Europäische Kommission ist sauer. Denn nach herrschenden EU-Regeln dürften wir noch gar nicht wissen, wie die Niederländer, die die Europawahlen am Donnerstag traditionell gemeinsam mit den Briten eröffnet haben, abstimmten. Doch sollte der Wahlauftakt bei unseren Nachbarn einen Trend setzen, was so manche Meinungsumfragen und Politprognosen nahe legen, stehen der Union ganz andere Probleme in...

ndPlusRené Heilig

Mangel an Visionen

Versuchen wir's erst einmal mit Konsens. Das, was in Nordkorea in punkto Atomwaffen läuft, ist nicht harmlos. Und dass die Russen sagen, sie wollten ihr Atomwaffenpotenzial so lange nicht verringern, wie die USA an ihrem Plan für einen Raketenschild in Tschechien und Polen festhalten, klingt auch nicht entspannend. Nehmen wir das Thema Iran hinzu, addieren Israel, Nordkorea, Pakistan, China und an...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der Mächtige

Mächtiger Journalismus: Zensurengeber sein. Goethe, den Antirevolutionär, abstempeln zum »Stabilitätsnarren«, Hegel adeln zum Geisteskönig der Gegenwart. Zensuren geben, die stimmen. Ludwig Börne (1786 – 1837) erfand gleichsam das Feuilleton, erfand es als Messinstrument am Puls der Zeit. Zeitungsmacher aus Lust an der Weltsekundenfülle. Da die Sekunde schnell vorbei ist, muss immer gearbeit...

Show gegen Menschenwürde?

Show gegen Menschenwürde?

ND: Am Sonntag wollen Sie mit rund 20 evangelischen Pfarrer-Kollegen und -Kolleginnen gegen die Berliner »Körperwelten«-Ausstellung protestieren. Dort werden Verstorbene als so genannte Plastinate präsentiert. Wie lautet Ihre Kritik? Schuppan: Unsere Kritik ist, dass dort mit gestorbenen Menschen Dinge getan werden, die dem nicht Rechnung tragen, dass es Menschen sind, die gelebt haben, so wie Sie...

Seite 5
Hartz IV ist ein ungeheuer europafeindliches Gesetz

Hartz IV ist ein ungeheuer europafeindliches Gesetz

Als Oskar Lafontaine 2005 über die WASG zur LINKEN kam, zitierte er gern Victor Hugo: »Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist«. Der 65-Jährige – einst Oberbürgermeister in Saarbrücken, saarländischer Ministerpräsident und SPD-Parteichef – ist heute Ko-Partei- und Fraktionvorsitzender der LINKEN. Und machte inzwischen bisweilen weniger euphorische Erfahrungen: Mit den Medien, der politischen Konkurrenz und auch innerhalb der eigenen Partei. Über all das sprach mit ihm Gabriele Oertel.

Seite 6

Innenminister sorgen sich um Aggressivität

Die Bundesländer wollen ihre Polizeieinsätze bei Demonstrationen künftig besser koordinieren. Das haben die Innenminister auf ihrer Frühjahrskonferenz in Bremerhaven als Konsequenz aus den jüngsten Mai-Krawallen in mehreren Großstädten beschlossen.

Marian Krüger

Linke prüfen Verfassungsklage

Die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen der LINKEN haben auf ihrer turnusmäßigen Konferenz am Freitag in Hannover über mögliche Verfassungsklagen gegen die »Schuldenbremse« gesprochen.

ndPlusHendrik Lasch, Leipzig

Schiller ins Grundgesetz

Der Deutsche Mieterbund fordert, das Recht auf Wohnen in das Grundgesetz aufzunehmen. Die Politik sieht das damit verfolgte Anliegen indes bereits verwirklicht und lehnt das ambitionierte Vorhaben ab.

Seite 7
Mahnmal für NS-Opfer nicht erwünscht
ndPlusPeter Nowack

Mahnmal für NS-Opfer nicht erwünscht

Nur wenige Tage hat das Denkmal für die NS-Opfer auf dem Bahnhofsvorplatz des bayerischen Ortes Mittenwald gestanden. Am Pfingstsamstag war das Mahnmal von dem antifaschistischen Bündnis »AK Angreifbare Traditionspflege« gemeinsam mit Überlebenden aus NS-Konzentrationslagern aufgestellt worden. Am 4. Juni wurde es von der Gemeinde entfernt und eingelagert.

Amnesty verlangt Machtwort an Colombo

Wegen der Not der tamilischen Flüchtlinge in Sri Lanka drängt Amnesty International den Weltsicherheitsrat, endlich ein Machtwort mit der Regierung in Colombo zu sprechen.

Seite 8

Weiterer Minister Browns geht von Bord

Nach dem vierten Ministerrücktritt in vier Tagen kämpft Großbritanniens Premier Brown um sein politisches Überleben. Binnen weniger Stunden legten Verteidigungsminister Hutton und Arbeitsminister Purnell ihre Ämter nieder.

ndPlusGregor Putensen

Nordischer Rat in der Sinnkrise

Spätestens mit dem EU-Beitritt Finnlands und Schwedens im Jahre 1995 geriet der Nordische Rat – das Forum der nordeuropäischen Staaten und ihrer Autonomien* – in eine Sinnkrise. Jetzt wird nach Auswegen gesucht.

Gerangel an der Wahlurne im zerrissenen Zedernstaat
ndPlusKarin Leukefeld, Beirut

Gerangel an der Wahlurne im zerrissenen Zedernstaat

Für die Parlamentswahl am Sonntag in Libanon zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der noch amtierenden Mehrheit um Saad Hariri, dem Bündnis 14. März, und den Oppositionskräften um Hisbollah, dem Bündnis 8. März, ab. Zünglein an der Waage dürften die zerstrittenen Christen sein, die sich nicht auf gemeinsames Vorgehen einigen konnten.

Seite 9

GM fordert Milliarden

Rüsselsheim/Berlin (dpa/ND). Opel muss nach der Trennung von General Motors (GM) offenbar mit Milliardenzahlungen an seine bisherige Konzernmutter rechnen. Laut »Handelsblatt« kommen auf Opel in den kommenden zehn Jahren Zahlungen von 6,5 Milliarden Euro zu. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte, er könne keine absoluten Angaben zu finanziellen Lasten machen.Das »Handelsblatt« berichtete , das...

Arcandor: Zukunft offen

Berlin/Brüssel/Essen (dpa/ND). Die Zukunft des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor ist auch nach einem Spitzengespräch in Berlin weiter offen. Bei dem Treffen zeichnete sich keine Lösung ab. Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba sagte, es seien verschiedene Lösungsansätze besprochen worden. Dazu gehöre auch ein mögliches Zusammengehen mit dem Metro-Konzern und eine Fusion des Warenhausgesc...

Velten Schäfer, Schwerin

Pleite trotz Staatsmillionen

Die Wadan-Werften in Wismar und Warnemünde haben Insolvenz angemeldet. Über 2500 industrielle Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern sind in Gefahr. Die Hintergründe sind undurchsichtig; seit Herbst hatten Bund und Land Hilfen von über 200 Millionen Euro geleistet.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Flickenteppich Europa

Im Vorfeld der Europawahl wird Kritik an der Sozialpolitik der Europäischen Union laut. Wie wird das Thema innerhalb der EU gehandhabt?

Knut Henkel

Brasilien unter Anlegern begehrt

Ausländische Anleger sorgen derzeit an Brasiliens wichtigstem Börsenplatz für ein Kursfeuerwerk bei Aktien. Um mehr als ein Drittel ist der Leitindex Bovespa seit Jahresbeginn gestiegen. Auch Staatsanleihen gelten als stabil.

Seite 10

Dreikampf in der Ferne

Die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft wird zum spannendsten Showdown in der Geschichte der Fußball-Bundesliga der Frauen. Vor dem letzten Spieltag am Sonntag (14 Uhr) haben noch Turbine Potsdam, Bayern München und der FCR Duisburg die Chance auf den Titel. Der einzige Titel der Münchnerinnen stammt aus der Gründerzeit des Frauenfußballs und liegt 33 Jahre zurück. Da haben die »Torbienen« ...

ndPlusEric Dobias, dpa

Ein Trio kann es heute schaffen

Die Holländer wollen mit einem Sieg in Island als erstes europäisches Team das Ticket zur Weltmeisterschaft buchen, Portugal und Schweden droht dagegen das frühe Ende aller WM-Träume. Während sich die deutschen Fußball-Nationalspieler an fernen Urlaubsstränden von den Saisonstrapazen erholen, stehen am Sonnabend in der WM-Qualifikation erste Entscheidungen an und einige Etablierte gehörig unter Dr...

ndPlusErik Eggers, Kairo

Präsident Moustafa wiedergewählt

Der Rahmen ist festlich. Riesige Kronleuchter zieren den Saal »Tutenchamun« im JW Marriot, einem Fünf-Sterne-Hotel in Kairo, und die Flaggen der 167 Mitglieder der Internationalen Handball-Föderation (IHF) hängen an den Decken. Doch es wird kein Fest des Handballs gefeiert. Der 32. Kongress der IHF, der am heutigen Sonnabend endet, entpuppt sich als sportpolitische Farce und trägt chaotische Züge:...

Seite 11
Gäbs Worte in Gottes Ohr
ndPlusThomas Wieczorek

Gäbs Worte in Gottes Ohr

Hans Wilhelm Gäb ist 73 und Aufsichtsratschef der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Seit Jahrzehnten gilt er als ein Beobachter des deutschen Sports, »der nüchtern analysiert und auf den Punkt kommt« (FAZ). Konsequenz bewies er auch im Beruf, als er 1998 den Aufsichtsratsvorsitz der Adam Opel AG aus Protest gegen den Kurs der Konzernmutter General Motors aufgab. Nun schlägt Gäb Alarm wegen der Gefahr ...

Michael Müller

»Das schönste Spiel nach Fußball«

Kaum eine sportlich-spielerische Disziplin hat in den letzten Jahren soviel vom Computer und Internet profitiert wie Schach. Eines ist im Zuge des virtuellen Fortschritts indes echt zu beklagen: Es gibt leider kaum noch die einstigen, so opulent aufgemachten und gediegen gedruckten Text-Bild-Bände über die wichtigsten und größten Turniere. Nun aber hält man seit langem mal wieder ein Exemplar &nda...

Sport gegen den Schwulenhass
Oliver Händler

Sport gegen den Schwulenhass

Erkut Ergiligür ist ein mutiger Mann. Der Fußballer des Berliner Traditionsvereins Türkiyemspor ließ sich sich vor zwei Jahren gemeinsam mit ein paar Mitspielern in einer Art Solidaritätsaktion für ein Schwulenmagazin oberkörperfrei ablichten. Das Foto mit Fußball in der Hand hing später als Werbeplakat für die Respect Gaymes 2008 und 2009 überall in Berlin. Diese Veranstaltung will den respektvol...

ndPlusJürgen Holz

Selbstversuch eines Trainers mit Oral-Turinabol

Anfang April waren fünf Leichtathletik-Bundestrainer Rainer Pottel (Berlin), Klaus Schneider (Magdeburg), Klaus Baarck (Neubrandenburg), Gerhard Böttcher und Maria Ritschel (beide Halle) an die Öffentlichkeit gegangen und hatten in einer von ihnen unterschriebenen Erklärung eine Beteiligung am Dopingsystem im DDR-Sport eingeräumt und zugleich erklärt, seit der Wende für einen »sauberen deutschen S...

Seite 12
Reizende Blätter und spielende Züge
Gabi Kotlenko

Reizende Blätter und spielende Züge

Altenburg reizt – und zwar mehrfach. Köhler, Merkel, Lafontaine, Westerwelle. Oder Schäuble, Schwan, zu Guttenberg und Zypries. Steinbrück, von der Leyen, Seehofer und Jung. Und das letzte mögliche »Quartett«: Steinmeier, Schmidt, Müntefering und Künast. Alles beliebig mischbar. Die Skatspieler allerdings sagen dann wohl doch lieber Bube, Dame, König und Ass oder Unter, Ober, König, Daus. Es...

Seite 13
PLATTENBAU
Antje Rößler

PLATTENBAU

In den Klassik-Studiengängen deutscher Musikhochschulen sind Studenten aus Asien keine Seltenheit. Aber eine koreanische Jazzsängerin gilt hierzulande noch immer als exotisch. Youn Sun Nah stammt aus Seoul; die ersten Karriereschritte unternahm sie in Richtung Musical. Ihre Debüt-Hauptrolle war ausgerechnet eine Partie in der koreanischen Version des Berlin-Musicals »Linie 1«. Später beschloss die...

Krise, Aufstieg
ndPlusRicarda Bethke

Krise, Aufstieg

Es gibt Texte und Geschichten über Geschichte, von denen man gerade heute in der »Krise«, aus der die Gewinner ungeheuerliche Gewinne ziehen, dringender denn je wünscht, sie würden vorgelesen, ausgerufen und auswendig gelernt werden. »Die Geschäfte des Herrn Julius Cäsar« von Bertolt Brecht, das ist so ein Text, er wurde nun beim Antike-Projekt der Berliner Volksbühne von Silvia Rieger inszeniert....

Harald Kretzschmar

Beliebig ist anders

Endlich gibt es mal eine Plakatausstellung mit Hand und Fuß, sprich mit Pfiff und Geist. Humor ist angesagt. Und da wird nicht zu viel versprochen. Ja, es wird im Doppelpack gleich handfeste Satire mitgeliefert. Plakate, die vom Einerlei der gemeinhin denkbar platten Werbeideologie mit ihrer vermanschten Ästhetik abweichen, können ja gar nichts anderes als geistreich sein. Diese Rufer in der Wüste...

Seite 14
ndPlusRegina General

Der Aufbruch und die Verzweiflung

Eindeutig vorbei an unserer Auffassung von einer vielseitigen Kultur und Kunst gehen jene Werke, die die Weltoffenheit, in der wir leben, als Einladung zum geistigen Pluralismus missverstehen. Ein fatalistisches Verhältnis zu dem, was gestern geschah, heute geschieht und morgen geschehen wird, hat keinen Platz in unseren Begriffen von Kultur und Kunst. Für derartige Positionen gibt es bei uns kein...

Seite 15
ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Termine

Die Hochzeit von Klaus Lederer und seinem langjährigen Lebensgefährten Oskar geriet am Freitag irgendwie in die Termine. Denn um 12 Uhr war das Standesamt im Rathaus Lichtenberg dran, dann das gemeinschaftliche Sägen nach altem Brauch. Doch statt ungestörter Vorbereitung auf die private abendliche Feier ging es noch einmal in den Europawahlkampf. Für die Party am Sonntag war immerhin von der LINKE...

Sternfahrt darf auf Autobahn

(ND). Das polizeiliche Verbot für die Fahrradsternfahrt, den südlichen Autobahnring der A 100 zu benutzen, wurde vom Verwaltungsgericht aufgehoben. Die 33. Fahrradsternfahrt führt nun wie in den Vorjahren auch an diesem Sonntag über den Südring zwischen Buschkrugallee und Alboinstraße.Damit führt die Fahrradsternfahrt, so der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC), über eines der wichtigsten Infr...

Vom U-Bahnhof nach Europa
Klaus Joachim Herrmann

Vom U-Bahnhof nach Europa

»Nicht hängen lassen – Wählen gehen!«, lautete gestern die Ansage. Auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz wurde im Mittelgeschoss zwischen allen Linien das Ziel Europa ausgerufen. Als Botin der Senatskanzlei und von Staatssekretärin Monika Helbig als Europabeauftragter des Landes Berlin machte sich die »Euro Wahl Gang 09« mit 40 000 Flyern auf den Weg. Die wurden nach Art der »Nicht stören«-Schild...

Harald Neuber

Bio-Potenzpille macht kräftig – Ärger

Mitte März sorgte eine »Bio-Potenzpille« für Furore. Nun ermittelt die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Charité wegen einer mutmaßlich illegalen Arzneimittelstudie. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde gegenüber ND. Es werde derzeit geklärt, ob ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vorliege. Diese Position hatte die Abteilung für Pharma...

1100 Kilometer durch die Mark
ndPlusAndré Micklitza

1100 Kilometer durch die Mark

Zu zweit. Allein. In einem Schloss mit Park und Seeblick im Osten Brandenburgs. Um Mitternacht schrecken wir aus dem Schlaf, weil die Hausgeister ihren Schabernack auch mit müden Radlern treiben. Es weht kaum ein Lüftchen, aber die geöffneten Fenster klappen plötzlich laut und der mit Perlen verzierte Schnurvorhang davor tanzt wie wild hin und her. Kino im Kopf Das Frühstück serviert Sabine Kirste...

Seite 16
Kettensägenspektakel im Forst
Steffi Bey

Kettensägenspektakel im Forst

Es ist ein lautes Kräftemessen mitten im Müggelheimer Forst. Kettensägen kreischen durch das Waldstück nahe dem Seddinsee und immer wieder fallen Kiefern. 125 Bäume sind es insgesamt, die bei der 9. Deutschen Waldarbeitermeisterschaft umkippen. Genauso viele Teilnehmer hat dieses Mal das alle zwei Jahre stattfindende Spektakel. Erstmals richtet Berlin den Wettbewerb aus, bei dem sich Waldarbeiter ...

Wenig Angebot bei guter Nachfrage
ndPlusDiana Engel

Wenig Angebot bei guter Nachfrage

Sprich deutsch, sagt die Politik. Diese Aufforderung ist bei MigrantInnen angekommen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Allein an der Volkshochschule Kreuzberg-Friedrichshain finden derzeit 71 Deutschkurse statt. Doch das Kursangebot soll im Herbst um 40 Prozent reduziert werden, weil kein Geld mehr da ist. Gekürzt wird sowohl bei den Integrationskursen als auch bei Deutschkursen, die ...

Wolfgang Weiß

Onkel Ho ist an jeder Ecke präsent

Der Stadtpark von Ho-Chi-Minh-Stadt zieht allabendlich Liebespärchen magisch an. Artig Händchen haltend bevölkern sie nach Einbruch der Dunkelheit, die hier am Saigon-Fluss kurz nach 18 Uhr einsetzt, Promenaden und Bänke. Anders als in unseren Breiten produziert man sich in Vietnam nicht freizügig in der Öffentlichkeit. Den jung Verliebten reicht es schon, für kurze Zeit den meist engen häuslichen...

Seite 17
Volkmar Draeger

Angstschreie geschundener Körper

Sein Mitgefühl für die Menschheit habe zugenommen, seit er mit Menschen an Produktionen zusammenarbeite. Das tut Alain Platel seit über zwei Jahrzehnten und hat sich durch ungezählte Stücke den Ruf als einer der radikalen Theatermacher Europas erworben. In »Pitié« macht der Belgier das Erbarmen zum Hauptthema und versichert sich dabei der Mitarbeit Johann Sebastian Bachs. Freilich erklingt dessen ...

Verabredung zum Angeln im Sperrgebiet
René Heilig

Verabredung zum Angeln im Sperrgebiet

Die Einladung »steht«. 2014 werden wir uns treffen. In der Saida-Bucht, zum Fischessen. »Und Sie werden sehen, der Fisch schmeckt fantastisch.« Anatoli Pawlowitsch Warnarwin lacht: »Glauben Sie's, die Natur wird sauber sein, wie am ersten Tag der Schöpfung.« Warnarwin ist ein kleiner Mann, doch da Länge keine Größe ist, täuscht man sich allzu leicht, was seine Energie betrifft. Der Mann war in der...

Seite 18
Menschen des Weges

Menschen des Weges

Der Schriftsteller Joachim Seyppel, der in diesem Jahr neunzig wird, ist in seinem Leben selbst viel unterwegs gewesen. Erst Studium in Berlin, Lausanne, Rostock, wo er 1943 promovierte, danach gleich Einberufung als Soldat im Sanitätsdienst. 1944 wurde er von einem Kriegsgericht wegen Wehrkraftzersetzung zu neun Monaten Haft mit »Frontbewährung« verurteilt, im Mai 1944 geriet er in sowjetische Kr...

ndPlusJoachim Seyppel

Szene

Lesen unsre Kinder überhaupt noch Märchen, wer aber hat sie geschrieben?, musste ich denken, als ich am Ufer des für Märchenerzählerinnen bekannten Hafenstädtchens meinen Nachmittagsspaziergang unternahm. Hinter zerfallender Mauer das Meer, das Hinterland wirkte überwuchert. Möwen, heisere Schreie vom Busbahnhof. Einige Schritte die Gasse vom Ufer hinauf zum Tor »Sterblicher Friede«. Gleich dahint...

Joachim Seyppel

Muss i' denn

Unerkannt streift der alte Mann umher, mit leeren Händen, einen Beutel über der Schulter mit Brot, Zwiebeln und Wein. Der alte Mann wandert, mit dem Himmel auf gebeugtem Rücken, über die Krümmung der Erde. Der Mensch des Wissens? So spät noch?, sagen die Leute. Ein alter Mann, sagen die Leute an der Ecke. Nein, erklärt ein Neunmalkluger, ein junger, der an seinem Auto herumbastelt, ein Mensch der ...

ndPlusWilfried Neiße

Internet-Anzeigen nicht mehr anonym

Die Anzeige bei der Polizei via Internet erfreute sich in der Vergangenheit wachsender Beliebtheit. Weil der Arbeitsaufwand bei der Polizei dadurch jedoch offenbar sprunghaft zunahm, wird eingedämmt. Ein sicherer Weg: Die Beschuldiger müssen ihre Netz-Visitenkarte zurücklassen.Als Quelle für Informationen über Straftaten und Korruption war das Internet ein voller Erfolg. Gingen im Jahr 2006 noch 5...

ndPlusJoachim Seyppel

Bon voyage

Nach einem Tag im Herbst, der Arbeit in der Stadt überdrüssig, kehrte ich nun im ruhigen Gasthof »Zur Post« ein. In meinem Zimmer im ersten Stock fehlten Handtücher, fließend warmes Wasser, und die Lampe auf dem Nachttisch war defekt. Nach dem Spaziergang dann entlang des verschmutzten Baches setzte ich mich, abends, an den Kamin und trank einen Federweißen. Der Gastwirt trat ein, zündete Kerzen a...

Joachim Seyppel

Das Reisebüro

Trotz guter Erfahrungen mit Reisebüros entschloss sich Struk, nach dem er sich von seiner Frau getrennt hatte, endlich einmal wirklich auf Reisen zu gehen. Nach strapaziöser Fahrt, über den Großen Strom erreichte er sein Ziel, das Alte Hochgebirge. An Pauschalreisen gewöhnt, hatte er versäumt, genug Bargeld mitzunehmen, und da er zu wissen glaubte, was Touristen gern hören, erzählte er Landsleuten...

»Der Choriner Musiksommer ist mein Leben«

ND: Der Choriner Musiksommer, der gerade wieder beginnt, zieht Scharen von Musikfreunden an. Er hat sich zu einem der populärsten Musikfeste entwickelt. Sie waren von Anfang an dabei. Wie begann es? Vahl: Es begann mit einer wissenschaftlichen Konferenz am Institut für Forstwissenschaften in Eberswalde. Das erste Konzert war der kulturelle Höhepunkt. Gespielt hat das Erben-Quartett. Es war ein gro...

Seite 19
ndPlusHelge Buttkereit

Zwischen allen Stühlen

Lateinamerika ist immer schon eine der wichtigsten Projektionsflächen der europäischen Linken gewesen. Hier ging, was in Europa scheiterte. Hier siegte die Revolution in Kuba, entfacht von einer radikalen Minderheit. Hier ergriffen die Sandinisten durch geschickte Basisarbeit, flankiert von einer Guerilla-Armee, die Macht in Nicaragua. Hier versuchte Salvatore Allende, gestützt auf einer Volksfron...

Sozialismus ist konsequente Demokratie

Sozialismus ist konsequente Demokratie

ND: Der Parteivorsitzende der FDP, Guido Westerwelle, hat jüngst auf dem Parteitag der Liberalen gesagt: »Es macht einen Riesenunterschied für Deutschland, ob am Ende des Jahres die Linkspartei unter Oskar Lafontaine etwas zu sagen hat oder wir, die Kraft der Freiheit.« – Herr Brandt, wie reagieren Sie, wenn eine sogenannte linke Gefahr heraufbeschworen wird? Viele Bürger haben verstanden, d...

Seite 20

WochenChronik

6. Juni 1944: US-amerikanische und britische Truppen landen an der französischen Kanalküste und eröffnen die Zweite Front gegen die deutschen Okkupanten in Europa. 7. Juni 1494: Im Vertrag von Torde-sillas teilen Spanien und Portugal die Welt unter sich auf: Die Gebiete westlich der Azoren requiriert Spanien für sich, Portugal die östliche Hälfte der Welt. 7. Juni 1914: Nach 30-jähriger Bauzeit pa...

Martin Meier

Magenta

Kaum ein anderer Staat ähnelte in seiner innenpolitischen Entwicklung Deutschland im 19. Jahrhundert so sehr wie Italien. Gemessen an der Einwohnerzahl gebührte ihm im europäischen Mächtekonzert ebenso wie dem nördlichen Nachbarn ein gewichtiger Platz. Und hier wie dort stritten zwei Mächte um die Vorherrschaft innerhalb der künftig zu einigenden Nation. Gleichsam trafen sich auf italienischem Bod...

Nicht brennender geliebt?
ndPlusGerhard Armanski

Nicht brennender geliebt?

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Paulus an die Epheser 6,12 Die christliche Haltung gegenüber dem NS-Regime wird noch immer gelegentlich als »Kirchenkampf« bezeichnet. Davon kann jedoch von geringen Ausnahmen abgesehen nicht...

Günter Agde

Ein Stoff, zwei Filme und ein Vorwurf

Vor 60 Jahren wurden die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik gegründet. ND offeriert zum Doppeljubiläum eine Artikelserie, die monatlich erscheint.

Seite 21

Die Spur der Schiffe

Schiffe sind inzwischen für viele Umweltschadstoffe einer der Hauptverursacher. Deswegen hat die Europäische Raumfahrtagentur ESA mit dem hochauflösenden Radar des Umweltsatelliten Envisat die Schiffsbewegungen in den Jahren 2002 bis 2009 registriert. Das Ergebnis zeigt die Karte links. Interessant ist nun der Vergleich mit den Messdaten des ebenfalls von der ESA kommenden »Ozone Monitoring Instru...

ndPlusSteffen Schmidt

Utopische Terroristen

Seit einigen Tagen haben all jene, die im Teilchenbeschleuniger des Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf eine Weltuntergangsmaschine sehen, wieder neue Nahrung: In dem gerade angelaufenen Film nach Dan Browns Thriller »Illuminati« soll nämlich der Vatikan mit einer Antimaterie-Bombe in die Luft gejagt werden. Die Quelle des exotischen Sprengstoffs ist in Film und Buch das CERN. So eine...

Martin Koch

Alles nur geklaut

Eine Neuigkeit ist es gewiss nicht, dass Wissenschaftler bisweilen gefälschte Daten publizieren. Man denke nur an den Südkoreaner Hwang Woo-Suk, der 2004 einer erstaunten Öffentlichkeit mitteilte, er habe embryonale Stammzellen geklont. Oder an den norwegischen Arzt Jon Sudbø, der ein Jahr darauf im renommierten Medizinblatt »The Lancet« einen Aufsatz publizierte, worin es hieß, dass die langfrist...

Margit Mertens

Wie Vögel singen lernen

Verschwenderisch hat die Natur Vögel mit vielfältigen Stimmen und Melodien ausgestattet. Dieser Aufwand hat viele Funktionen. Zunächst markiert ein Vogelmännchen sein Revier mit Hilfe seiner Lieder und warnt Nebenbuhler vor dem Eindringen: »Besetzt!« Da macht es Sinn, dass jede Art ihren speziellen Gesang hat, der nur von den Artgenossen verstanden wird. Das gilt auch für die potenzielle Partnerin...

Seite 22
»Mehrmals gab es Gerüchte«
ndPlusNarihiko Ito

»Mehrmals gab es Gerüchte«

Mathilde Jacob (1873-1942), private Sekretärin Rosa Luxemburgs während des Ersten Weltkriegs, beschreibt in ihren Erinnerungen, wie sie im Juni 1919 die Leiche Rosa Luxemburgs identifiziert hat: »Zwar waren schon mehrmals derartige Gerüchte aufgetaucht, die sich bei Nachforschung stets als falsch erwiesen hatten, diesmal aber schien die Nachricht zu stimmen. Ich erkannte die mir gezeigten Gegenstä...

Rätsel um Rosa Luxemburg

Die Tochter rief an und witzelte: »Mutti, gib doch endlich die Locke von Rosa Luxemburg raus.« Doch Annelies Laschitza war am vergangenen Wochenende nicht zum Lachen zumute. »Das geht mir alles unter die Haut«, sagte sie gegenüber ND. Die international renommierte Luxemburg-Expertin war überrascht, als die Medien am 29. Mai die Nachricht vermeldeten: Bei einem im Keller der Berliner Charité aufbew...

Klaus Gietinger

Die Leiche im Landwehrkanal

Alfred Kock war Tauchermeister. Mehrfach hatte er im Januar 1919 seine Dienste dem untersuchenden Kriegsgerichtsrat der Garde-Kavallerie-Schützen-Division (GKSD) Paul Jorns angeboten. Doch der hatte ihn immer vertröstet. Kocks Angebot bestand darin, das trübe Wasser des Landwehrkanals auf der Strecke zwischen der Lichtensteinbrücke und der Freiarchenbrücke, also etwa 400 Meter, nach der Leiche von...

Seite 23
»Willkommen« im Dschungel von Calais
ndPlusElif Kayi, Lille

»Willkommen« im Dschungel von Calais

»Welcome«, ein Film des französischen Regisseurs Philippe Lioret, erzählt die Geschichte Bilals, eines jungen Kurden aus Irak. Bilal kommt illegal nach Calais und will schwimmend den Ärmelkanal überqueren, um seine Geliebte in London wiederzusehen. Dafür trainiert er in einem Schwimmbad. Der Bademeister, der ihm Unterkunft anbietet, wird später wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt angeklagt.Nac...

Strukturwandel in Flaschen
Uwe Kühnert

Strukturwandel in Flaschen

Tatort Olympiastadion im Juni 2005, sonntags in aller Herrgotts Frühe nach drei Tagen »Weinwelt München«. 10 000 zwischen die Sitzschalen gepresste Rebstöcke verwandeln die Arena in einen riesigen Steilhang. Cabernet Mitos ist relativ winterhart und lässt sich als Rotwein gut im Fass ausbauen. Wer morgens rechtzeitig vorfährt, kann die Rebstöcke zu einem Schnäppchenpreis erwerben, wenn er sie glei...

Seite 24
Testspiel

Testspiel

Wer schrieb es?Die Dressierbarkeit der Menschen ist in diesem demokratischen Europa sehr groß geworden; Menschen, welche leicht lernen, leicht sich fügen, sind die Regel: das Herdentier, sogar höchst intelligent, ist präpariert.Was war es?Was gründeten die vier Architekturstudenten Erich Heckel, Ernst L. Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl am 7. Juni 1905 in Dresden?Wie geschah es?Wie ...

Kinderbuch
ndPlusUdo Bartsch

Kinderbuch

Gerade morgens ist es im Bett am gemütlichsten. In aller Herrgottsfrühe aufzustehen – und dann auch noch wegen der Schule – kommt für Lucy und Will überhaupt nicht in Frage. Doch ihre Mutter ist anderer Meinung, und um die beiden Langschläfer aus den Federn zu holen, wiederholt sich täglich derselbe Kampf. Decke wegreißen, Drohungen, Diskussionen. Alltag bei den Quigleys. Die sympathis...

In den Sternen steht's
Heiko Frings

In den Sternen steht's

Jetzt kommt was für Fans: Wer den kosmischen Horror des Howard Phillips Lovecraft liebt, trifft hier böse alte Bekannte aus seinen Romanen: Cthulhu, Hastur, Chaugnar Faugn und Tsathoggua – grauenerregende Götter von jenseits unserer Realität – warten voller Vorfreude darauf, unsere Welt zu vernichten. Als wahnsinnige Kultisten sind wir ihnen dabei natürlich nur zu gern behilflich, denn...

Drei-Bauern-Wunde
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Drei-Bauern-Wunde

Zu oft müssen wir leider über dieses Thema schreiben: über den genialen jungen Schachprofi Magnus Carlsen (Norwegen, 18), der ein Turnier fast gewonnen hätte .... Dieses Mal verpasste er den Sieg beim GM-Turnier in Sofia (ND, 28.5.). Vor der letzten Runde lag er einen halben Punkt vor Alexej Shirow (Spanien, 37), gegen den er eben diese letzte Partie spielte. Obwohl ihm ein Remis gereicht hätte, o...

Sandkastenstrategie reicht nicht
René Gralla

Sandkastenstrategie reicht nicht

In der Bundesliga auflaufen quasi aus dem Stand? Und obendrein um ein Ticket zur WM kämpfen? – Welcher Freizeitkicker, Mensch-ärgere-Dich-nicht-Zocker oder Computerfreak träumt nicht davon? Ausgerechnet eines der anspruchsvollsten Spiele, die schlaue Köpfe jemals ausgetüftelt haben, bietet dieser Tage in Deutschland tatsächlich eine derart unglaubliche Chance. Es geht um das »Chinaschach«, »...