Ausgabe vom 19.09.2009

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Unten links

Kurz vor Toresschluss sind viele noch unentschlossen, an welcher Stelle sie ihr Kreuz machen sollen. Das ist verständlich, schließlich könnte die richtige Wahl Großes bewirken: das Ende sozialer Ungerechtigkeit, die schnelle Überwindung der Finanzkrise, Zugang zu bester Kultur und Bildung. Trotz der unermesslichen Reichweite unserer Entscheidung erwägen hartgesottene Pessimisten, gar nicht erst hi...

Das Prinzip Hinsehen und Wegschauen
Diana Golze

Das Prinzip Hinsehen und Wegschauen

Es scheint unbegreiflich – ein Mensch, der die Courage hat, Kinder vor Gewalt zu schützen, verliert genau deswegen selbst sein Leben. Es ist unfassbar und unerträglich, dass sich in einem öffentlichen Raum wie einem S-Bahnhof kein engagierter Bürger fand, der bereit war einzugreifen, als sich Gewalt exzessiv entlud. Wegschauen gehört zu unserem Alltag. Die Politik macht es vor – indem ...

Ramelow lockt SPD und Grüne mit Amtsverzicht
ndPlusGabriele Oertel

Ramelow lockt SPD und Grüne mit Amtsverzicht

Linkisch oder gelinkt – der Thüringer Ministerpräsidentenkandidat der LINKEN hat gestern mit seinem Verzicht auf das Amt des Regierungschefs eine Woche vor der Bundestagswahl seine Partei in Aufregung versetzt . Und die möglichen Koalitionspartner bei SPD und Grünen in Zugzwang gebracht.

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ND braucht neue Abonnenten

ND braucht neue Abonnenten

Liebe Leserinnen und Leser, unsere Mitte August gestartete Abokampagne zur Bundestagswahl geht, wie der Wahlkampf selbst, in seine letzte Phase. Mit einer guten Zahl: In der letzten Woche haben wir 351 bezahlte Abonnements hinzugewonnen, davon 325 Aktionsabos. Abzüglich der Aboverluste hatten wir so mit netto 319 Abos die erfolgreichste Woche seit dem Kampagnenstart. Auch unser Unterstützerkonto f...

Aus Medizinern werden Kaufleute

Aus Medizinern werden Kaufleute

Einmal genehmigen sich die Vertreter der Kassenzahnärztlichen Vereinigung unverhältnismäßige Übergangsgelder, ein anderes Mal werden Ärzte der Abrechnungsmanipulation überführt, in weiteren Fällen machen sich Apotheken des Betrugs schuldig. Auch der Missbrauch von Chipkarten durch Patienten ist schon aktenkundig geworden. Allein die Barmer Ersatzkasse deckte im vergangenen Jahr 271 Betrugsfälle auf und forderte 100 000 Euro von Leistungserbringern und Patienten zurück. Momentan stehen Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte am Pranger, die aus der Überweisung von Patienten in die Klinik ein Geschäft gemacht haben. Mit dem Vorsitzenden des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Prof. Wulf Dietrich, sprach Silvia Ottow über die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitssystems, in dem aus Medizinern Kaufleute werden und einige davon zu kriminellen Mitteln greifen.

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Wie weiter in der Autoindustrie?

Wie weiter in der Autoindustrie?

Die Autoindustrie samt Zulieferer stecken in einer tiefen Krise. Besonders betroffen ist Niedersachsen, viele Arbeitsplätze sind hier in Gefahr. Über die Vorgänge um die Continental AG sowie die Fusion von VW und Porsche sprach Michael Fleischmann mit Manfred Sohn, dem Vorsitzenden der Linksfraktion im Landtag.

»Wissmanns Erzählungen« und die große IAA-Show
ndPlusHans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main

»Wissmanns Erzählungen« und die große IAA-Show

Auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung präsentieren sich die Hersteller besonders »grün«. Außerhalb der Ausstellungshallen hat sich am Trend zum Luxus und zu schweren Spritfressern aber trotz Krise nicht allzu viel geändert.

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ndPlusFabian Lambeck

Komplizen

Zwei Tage nach dem Amoklauf von Ansbach rätseln Medien und selbst ernannte Experten noch über das Motiv des Täters. Dabei wissen Polizeipsychologen längst, was junge Männer zu solchen Wahnsinnstaten treibt: der Reiz am posthumen Medienspektakel. Die Täter suchen die mediale Aufmerksamkeit, denn sie waren Außenseiter, die in der Schule kaum Beachtung und Anerkennung fanden. Die Bluttat verschafft i...

ndPlusKurt Stenger

Malus für Merkel

Manchmal würde man gerne Mäuschen spielen, wenn sich die Staats- und Regierungschefs zu ihren »Gipfeln« treffen. Nicht dass man etwas Wichtiges erführe, was man sonst verpassen würde. Aber wie Vereinbarungen ausgemauschelt werden, könnte erhellend sein. Beim Brüsseler EU-Sondertreffen, so heißt es, schwang die deutsche Wahlkämpferin Angela Merkel das Zepter. Nach drei Stunden Parlieren beim gepfle...

Roland Etzel

Nichts zu vermitteln

Eine Vermittlungsmission, deren Erfolgschancen selten größer als Null waren, hat gestern ihr erwartet klägliches Ende gefunden. Die Nahost-Pendelei des in diplomatischen Diensten ergrauten Ex-Senators George Mitchell wird vorläufig nicht fortgesetzt; eine überfällige Mitteilung, denn sie hatte schon seit Wochen kaum noch Sinn. Der US-Amerikaner war gezwungen zu agieren wie ein Makler zwischen zwei...

Irmtraud Gutschke

Herzenssache

Henning Mankell / Der schwedische Autor erhielt den Remarque-Friedenspreis

Wie steht es um die Kinderrechte?

Wie steht es um die Kinderrechte?

ND: Am 20. September wird auch in Kolumbien der Weltkindertag gefeiert. Wie steht es um die Kinderrechte in ihrem Heimatland? Garcia Martínez: In Kolumbien werden die Rechte der Kinder nicht respektiert. Es gibt keine qualitativ hochwertigen Bildungsangebote für alle Kinder, auch das Gesundheitssystem lässt mehr und mehr zu wünschen übrig. Ein zentrales Problem ist jedoch die Gewalt gegenüber Kind...

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Merkel dementiert Pläne für neue AKW

Berlin (dpa/ND). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verdächtigungen von SPD und Grünen zurückgewiesen, die Union plane nach der Bundestagswahl den Ausbau der Atomenergie. Sie habe keinen Auftrag erteilt, Kernkraftwerks-Neubauten von den Ministerien sondieren zu lassen, sagte die Kanzlerin am Freitag vor der Bundespressekonferenz. »Wir haben festgeschrieben: Wir wollen keine neuen Kernkraftwer...

Aert van Riel

Bunte Hände gegen Kinderarmut

Der Verein »Gegen Kinderarmut e.V.« will am Sonnabend in Berlin mit der Aktion »Wir umspannen den Reichstag« auf soziale Missstände hinweisen: In Deutschland leben circa 2,5 Millionen Minderjährige in Armut.

Hendrik Lasch, Leipzig

Diplomat ist nicht gleich Täter

Die Erben Ottos II. von Bismarck haben im Streit um Entschädigung für ein während der Bodenreform enteignetes Gut einen Teilsieg errungen. Diese darf nicht nur verwehrt werden, weil ihr Vorfahr Diplomat in NS-Diensten war.

Seite 6

Gysi an »Spiegel« mit »eher unfreundlichen Grüßen«

Die Bundestags-Linksfraktion machte am Freitag einen Briefwechsel zwischen dem »Spiegel« und dem Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi öffentlich. Das Hamburger Magazin kündigte Gysi einen »aktuellen Artikel« über seine »Rolle als Rechtsanwalt und insbesondere als Vorsitzender des Berliner Kollegiums« im Jahr 1989 an.

Von Schulobst bis Erbrecht

Der Bundesrat hat am Freitag den Begleitgesetzen zum Vertrag von Lissabon zugestimmt. Damit hat die EU-Reform in Deutschland die letzte Hürde genommen. Bei seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl ließ der Bundesrat auch das Schulobstprogramm passieren und billigte weitere Gesetze. Die wichtigsten Beschlüsse:

Marian Krüger

Schwarz-gelbe Arbeitsteilung

Das Versprechen, das Problem der Arbeitslosigkeit zumindest ernsthaft angehen zu wollen, eint alle fünf Bundestagsparteien. Die Wege könnten jedoch kaum unterschiedlicher sein.

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Nordkorea will verhandeln

Peking/Seoul (dpa/ND). Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il ist nach chinesischen Angaben zu neuen Gesprächen über das Atomwaffenprogramm seines Landes bereit. Bei einem Treffen mit dem hochrangigen chinesischen Außenpolitiker Dai Bingguo am Freitag in Pjöngjang habe Kim Jong Il seinen Willen bekundet, »die betreffenden Probleme durch bilaterale oder multilaterale Gespräche zu lösen«, wie ihn die chi...

Martin Dolzer

Kurden im Visier

In den kurdisch besiedelten Gebieten der Türkei dauert eine Welle von Verhaftungen an.

Iran hält an zivilem Atomprogramm fest

Irans Staatschef schließt die Entwicklung von Atomwaffen nicht aus, hält sie aber für ein Relikt der Vergangenheit. Am Freitag leugnete Ahmadinedschad erneut den Holocaust.

Pendeldiplomatie ohne Erfolg

US-Vermittler Mitchell reist ohne greifbares Ergebnis aus dem Nahen Osten ab. Ein Dreiergipfel zwischen USA, Israel und Palästinensern erscheint damit unwahrscheinlich.

Seite 8

Russland verzichtet auf Raketen

Moskau/Brüssel (AFP/dpa/ND). Nach dem Verzicht der USA auf den umstrittenen Raketenschild in Osteuropa hat Russland offenbar endgültig seinen Plan zur Stationierung von Iskander-Raketen in seiner Exklave Kaliningrad aufgegeben. Das verlautete am Freitag aus Militärkreisen. Moskau hatte mit der Stationierung gedroht, sollte Washington an seinen Plänen zum Bau eines Raketenabwehrsystems in Polen und...

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Havanna freut sich auf Juanes

Havanna fiebert dem Open-Air-Ereignis mit dem Titel »Frieden ohne Grenzen« entgegen. 15 in- und ausländische Bands treten unentgeltlich auf dem Platz der Revolution auf, darunter der kolumbianische Rockstar Juanes und der spanische Popsänger Miguel Bosé.

Tom Beier

»Romero im Herzen, Lula im Blick«

Die Abwahl der ultrarechten ARENA-Partei im März bedeutete einen Epochenbruch für El Salvador. Seit gut 100 Tagen regiert nun Mauricio Funes, der Kandidat der ehemaligen Guerilla FMLN. Mit linken Akzenten und mit Vorsicht, wozu der Putsch im Nachbarland Honduras gemahnt.

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Milchstreit wogt weiter

Eisleben (dpa/ND). Die Agrarminister von Bund und Ländern haben sich auf ihrer Herbstkonferenz gegen nationale Alleingänge bei der Bewältigung der Milchkrise ausgesprochen. Sie sähen kaum nachhaltig wirksame Möglichkeiten, den Milchmarkt durch staatliche Eingriffe kurzfristig zu stabilisieren, erklärten sie. Einseitige Maßnahmen seien keine Garantie dafür, dass die Milchpreise wirklich stiegen. Di...

Ratiopharm wird stückweise verkauft

Ulm (dpa/ND). Das Merckle-Pharmaunternehmen Ratiopharm könnte in mehreren Teilen verkauft werden. Man sei darauf vorbereitet, Unternehmensteile an unterschiedliche Interessenten abzugeben, wenn sich dadurch bessere Perspektiven für die Veräußerung aller Konzerngesellschaften ergäben, teilte die Muttergesellschaft VEM Vermögensverwaltung am Donnerstag mit. Der Verkauf der Ratiopharm-Gruppe als Ganz...

Protest der Werftarbeiter

Hamburg (dpa/ND). Mehrere hundert Mitarbeiter des Werftenverbundes Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) haben am Freitag gegen eine Zerschlagung der Werftstandorte im Norden protestiert. Bei einer Kundgebung vor der Firmenzentrale von Blohm & Voss im Hamburger Hafen wollten die Beschäftigten auch gegen einen massiven Arbeitsplatzverlust demonstrieren. Aus Emden und Kiel reisten Beschäftigte der...

Hermannus Pfeiffer

Rechtsanwälte fahren auf Schiffe ab

Rechtsanwälte haben eine neue Einnahmequelle entdeckt: Investoren, die Geld in geschlossene Schiffsfonds angelegt und Verluste erlitten haben. Mancher versucht, sein Geld mit juristischer Hilfe wieder zurückzuerhalten. Derweil zieht die Flotte weiter.

André Stahl (dpa), Brüssel

Wahlkampf via Brüssel

Erneut gibt es in diesen Tagen Gipfeltreffen, bei denen Staat- und Regierungschefs über die Lehren aus der Finanzkrise beraten.

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Dicker Patzer in der Europa League

Von Tom Vaagt und Andreas Frank, SIDDie einen tappten 90 Minuten im Dunkeln, bei den anderen ist es schon zappenduster: Nach ihren blamablen Auftritten zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League ist die Stimmung beim Hamburger SV und Hertha BSC im Keller. Auch Werder Bremen setzte durch einen 3:2-Pflichtsieg bei CD Nacional Funchal nicht gerade ein Glanzlicht. Die Bundesliga stolpert mit Ru...

Mark Wolter

Torjäger wandelt auf historischen Pfaden

Wie geht es eigentlich Patrick Helmes? Während seine Leverkusener Kollegen in der Liga von Erfolg zu Erfolg eilen, müht sich der mit 21 Treffern beste Bayer-Torjäger der Vorsaison mit Reha-Trainer Marcel Abonoz: Stabilisationsübungen und erste Trainingsläufe nach seinem Kreuzbandriss im Juni dieses Jahres. »Momentan sieht es gut aus. Ich habe keine Schmerzen«, ließ der 25-Jährige vor einigen Tagen...

Unser Ziel ist der Europacup

ND: Sie sind seit 1971 Trainer bei Turbine Potsdam. Wie sehr unterscheidet sich die Saisonvorbereitung heute von damals? Schröder: Also von den Methoden einst sind wir Lichtjahre entfernt. Was wir heute an Leuten und Gerätschaften zur Verfügung haben. Wir haben dieses Jahr dreimal am Tag trainiert: Kraft, Schnelligkeit, Koordination. Und zwischendurch immer Sauna und solche Sachen. Am Ende gab es ...

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ndPlusJürgen Holz

Wackelt der Weltrekord?

»Ich kann noch schneller laufen«, verabschiedete sich vor genau einem Jahr der Äthiopier Haile Gebrselassie, nachdem er zuvor als Sieger des Berlin-Marathons mit 2:03:59 h einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte. Nun tritt der zweifache Olympiasieger und vierfache Weltmeister am Sonntag beim 36. Berlin-Marathon erneut an und will seine Ankündigung wahr machen. »Ich bin gut in Form«, sagte der 36-...

Tom Mustroph, La Granja

Valverde kaum vom Thron zu stürzen

Wer darauf gewettet hat, dass der Spanier Alejandro Valverde die 64. Spanien-Radrundfahrt für sich entscheiden wird, kann sich schon auf einen großen Zahltag freuen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass ihn der Zweite der Gesamtwertung, der Niederländer Robert Gesink (Team Rabobank), noch vom Thron stürzen wird. Die in den letzten Tagen gefallenen Temperaturen vertreiben auch beim Italiener Ivan Bass...

Die »Kleine Friedensfahrt« hält die Erinnerung wach

Die »Kleine Friedensfahrt« hält die Erinnerung wach

Gustav Adolf Schur, Jahrgang 1931, war 1959 der erste Straßenradsport-Weltmeister der DDR. Er nahm an 12 Friedensfahrten teil und wurde zweimal Einzelsieger. Neunmal wurde »Täve« zum »DDR-Sportler des Jahres« gewählt. Von 1998 bis 2002 saß er als PDS-Abgeordenter im Bundestag. Jürgen Holz unterhielt sich mit dem Vorsitzenden des Kuratoriums Course de la Paix.

Seite 12
ndPlusJochen Fischer

Die Ostsee – größter Wrackfriedhof der Welt

Die Ostsee ist nicht nur eines der am meisten befahrenen Meere, sie ist zugleich auch ein sehr kompliziertes Schifffahrtsrevier. Wohl auch deshalb ist sie der weltweit größte Wrackfriedhof. In den vergangenen zweieinhalb Jahrhunderten sind Angaben von Meeresarchäologen zufolge nur im deutschen Ostseeraum rund 1200 Schiffe gesunken. Erinnert sei an das Passagierschiff »Wilhelm Gustloff«, bei deren ...

Seite 13
ndPlusRalf Schenk

Herz für Kinder

Wer Walter Beck sucht, wird ihn jetzt manchmal im Bundesarchiv finden. Inmitten der hohen Aktenberge von Berlin-Lichterfelde recherchiert er für ein Buchprojekt zur Geschichte des DEFA-Kinderfilms. Was er vor Jahren mit Einzelaufsätzen über seine Kolleginnen und Kollegen Regisseure begann, soll nun in eine umfassende, penible Gesamtdarstellung münden. Auch sein eigenes Werk dürfte darin eine wicht...

Marlow trifft Kurtz
Hans-Dieter Schütt

Marlow trifft Kurtz

Alles Reisen gerät bei Joseph Conrad in die Isolation. Kühle Logistik, die weit zielender Ortsveränderung dienen soll, führt in lähmend fiebrige Selbstfesselung. Der Mensch zieht aus, um im Fremden jammernd einzugehen. Fahrten ins gewinnbringende Geheimnis der Kontinente enden im Sinnverlust. Die Anker werden gelichtet, um im Dunkel jeden Halt zu verlieren. Die entfesselte Kraft, die ins Abenteuer...

Seite 14
ndPlusGunnar Decker

Vom einfachen Leben

Manchmal sind die ungedrehten Filme die wichtigsten. Sie sind Lebenswunden, die nicht aufhören zu brennen, und was nun entsteht, ist Beschreibung dieses Schmerzes. Mitte der 60er Jahre steckte das Kino weltweit in der Krise, das Fernsehen stahl ihm die Zuschauer – und so entstanden in Hollywood ebenso wie bei Mosfilm immer aufwendigere Produktionen im Breitwandformat. Auch Heiner Carow konzi...

Seite 15
ndPlusTobias Riegel

Juhnke-Blüten

Ungewohnt kritische Töne zu allgemeiner Vorverurteilung waren am Donnerstag vom innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, zu hören. »Pauschalverdacht« lehne er ab, angeblichem »Kontrollwahn« müsse entgegengetreten werden. Wohl wahr. Nur leider bezogen sich die Äußerungen nicht auf Rasterfahndung, Lauschangriff, Datensammelwut oder andere von der CDU propagierte...

Rainer Funke

Mehr Druck für Überwachungsdruck

Die Analyse über die Arbeit des Berliner Geheimdienstes 2008 – genannt Verfassungsschutzbericht – stammt zwar vom Mai dieses Jahres. Doch waren die Abgeordneten des Verfassungsschutz-Ausschusses aufgrund aktueller Geschehnisse nicht dazu gekommen, das umfängliche Papier zu bewerten. So konnte sich Claudia Schmid, Chefin des Amtes, gestern am ungewohnt einhelligen Lob von SPD, Linkspart...

Marina Mai

Wertpapiere für Bundespräsidenten

Am Sonntag ab 20 Uhr soll es in Marzahn für 20 Minuten ein riesiges Kerzenkreuz geben. Es reicht von der Endstation der Straßenbahn M8 bis zum Freizeitforum sowie auf dem Fahrradweg an der Mehrower Allee vom S-Bahnhof zum Blumberger Damm. Geboren wurde die Idee eines Lichterkreuzes gegen Armut und Ausgrenzung in der evangelischen Kirche in Marzahn.»Es gab viele Episoden, die mich nachdenklich mach...

Durch die Schokotür ins Geschichtenreich
ndPlusAxel Pinck

Durch die Schokotür ins Geschichtenreich

»Hexen hexen«, »Küsschen, Küsschen!«, »Charlie und die Schokoladenfabrik«, »Mathilda«, wer kennt nicht die skurrilen Geschichten von Roald Dahl für Kinder und Erwachsene. Lange hat er in der englischen Kleinstadt Great Missenden westlich von London gelebt. Hier, ganz genau im Gartenhäuschen seines Grundstücks, sind fast alle seine wunderbaren Erzählungen entstanden. Drei Dinge konnte Roald Dahl ni...

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Kraftakt bei der U-Bahn

(ND). Eine wichtige Etappe bei der Sanierung des Hochbahnviadukts der U 2 in der Schönhauser Allee ist geschafft: Zwei 500-Tonnen-Kräne hievten gestern an der Kreuzung Bornholmer Straße ein 170 Tonnen schweres neues Brückenteil auf die Widerlager. Das war zuvor an der Ostseestraße vormontiert worden. Jetzt muss die neue Bahntrasse eingebaut werden. Die Kreuzung ist noch bis Montag, 5 Uhr, voll ges...

ndPlusAndreas Fritsche

Am Sonntag ist wieder ND-Wandertag

Start: Von acht bis elf Uhr auf dem Gelände der Trabrennbahn Karlshorst an der Treskowallee. Der ND-Stand mit den kostenlosen Start- und Wanderkarten befindet sich hinter der Zuschauertribüne. Diese liegt etwa 700 Meter vom S-Bahnhof Karlshorst entfernt. Man kann in Bahnhofsnähe gleich das große Eingangstor der Rennbahn nehmen. Dann muss man sich auf dem parkartigen Gelände in der Nähe der Treskow...

Unterwegs auf biblischem Boden
Hilmar König

Unterwegs auf biblischem Boden

Mit dem Kajalstift schwärzt sich die 20 Jahre alte Nasrin al Fakir schnell noch einmal die Augenränder. Auch die ohnehin schwarzen Augenbrauen werden nachgezogen, dann das Kopftuch zurechtgezupft. Zufrieden schaut sie in den Spiegel. Nun ist sie bereit für ein Foto. Die junge jordanische Beduinin unterhält einen Souvenirshop auf dem weiten Gelände der verlassenen Stadt Petra, auf der es nur so von...

Seite 17
Anouk Meyer

Ritter der Konserve

Rosinante wackelt. Etwas hat sich verhakt, einen Moment lang drohen Ross und Reiter umzukippen, doch Sancho Pansa zieht und schwitzt und schafft es schließlich, den störrischen Gaul durch die Tür zu schieben. »Also wirklich, Rosi«, murrt der treue Diener vorwurfsvoll, während Don Quijote völlig unberührt im Sattel bleibt, den Blick stolz in die Ferne gerichtet. Einen Ritter bringt so leicht nichts...

Tanzend auf der Blutspur
ndPlusVolkmar Draeger

Tanzend auf der Blutspur

Stil prägende Filme hat Jean Cocteau hinterlassen, Gedichte, Zeichnungen, Theaterstücke. Frankreichs Multitalent aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat beeinflusst und angeregt. Eines seiner Bühnenwerke fasziniert bis heute: der Einakter »Die geliebte Stimme« von 1930 mit gerade 20 Seiten Umfang. Aktricen wie Edith Piaf, Anna Magnani, die Knef, Sabine Sinjen brillierten in diesem letzten T...

ndPlusUlrike Gramann

Frau Scharffs drittes Leben

Susanne Scharffs erstes Projekt ist eines, wie sie zu Dutzenden um die Wendezeit im Osten gegründet wurden, mit großer Ambition. Nicht alle überlebten, MONAliesA schon. »Sachen, die unlösbar scheinen«, sagt Scharff, »spornen mich richtig an.« Mit Bücherspenden von Verlagen und aus privater Hand baute Scharff damals die Bibliothek auf: Belletristik, Sachbücher, Zeitschriften, historische Dokumente ...

Seite 18

Mehr gepflanzt als gefällt

Potsdam (ND). Die Pflanzung neuer Alleebäume hatte im vergangenen Jahr Vorrang vor Fällungen. Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) verwies darauf, dass 2007 insgesamt 5048 Alleebäume gefällt und 5933 gepflanzt wurden. Ein Jahr später seien 3696 Bäume gefällt und 5157 neu gepflanzt worden. Orte möglicher Neupflanzungen wurden zuvor hinsichtlich der Verkehrssicherheit überprüft, betont er.Vor dr...

ndPlusWilfried Neiße

Ehrliche Lieder und unwahre Märchen

Nun dauert es zum Glück nur noch gut eine Woche bis zum Urnengang. Ja doch, Urnengang, so heißt der Wahlakt in der Demokratie mitunter, und wer über die Doppeldeutigkeit dieses Wortes mal nachdenkt, der tut dies auf eigene Gefahr. Aber die Parteien haben sich um Wichtigeres zu streiten als um den Doppelsinn von Worten. Um die künftige Machtverteilung nämlich. Wie wird es aussehen, nach der Wahl? R...

Seite 20

WochenChronik

18. September 1814: In Wien treffen sich Monarchen und Politiker aus 200 Ländern, um nach der Abdankung Napoleons über eine staatliche Neuordnung Europas zu beraten. 20. September 1819: Die Karlsbader Beschlüsse des Deutschen Bundestages sollen den reaktionär-absolutistischen Staatenverbund gegen fortschrittliche Kräfte, die nationale und liberale Ideen vertreten, schützen; Beginn der »Demagogenve...

ndPlusGünter Benser

Arbeitswelt

Die Arbeitswelt erscheint heute weltweit als eine Gemengelage von Lohnarbeit, selbstständiger Arbeit, prekären Arbeitsverhältnissen, Tagelohn, Saisonarbeit, Verlagswesen und Heimarbeit, bäuerlicher Subsistenzwirtschaft, Leibeigenschaft, Zinsknechtschaft oder gar Sklaverei sowie familiärer Hausarbeit. In ein Endprodukt gehen oft sehr unterschiedliche Formen der Arbeit ein, was es schwierig macht, d...

»Wo immer er war, gab es Glanz«
Dieter Janke

»Wo immer er war, gab es Glanz«

Es scheint die »List der Geschichte« zu walten. Just in Zeiten, in denen der Krisenkapitalismus Fragen der gesellschaftlichen Alternativen auf die politische Agenda setzt, Theorie und Praxis eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts zur Debatte stehen, Marx wieder en vogue scheint und die LINKE mit ihren verschiedenen Politik- und Denktraditionen programmatisches Profil finden muss, fällt der 100. Ge...

ndPlusArmin Jähne

Als Arminius den Varus verriet ...

Drei Jahre währte der Aufstand in Pannonien. Endlich ist er niedergeschlagen. Rom triumphiert. Ehrenbeschlüsse werden gefasst, die siegreichen Feldherren gewürdigt. Große Festlichkeiten stehen bevor. Dennoch ist man nicht glücklich. Der Krieg hat viele Opfer gekostet und kaum Beute gebracht. Und noch etwas beunruhigt: Die Verwaltung der neuen Provinzen scheint nicht zu funktionieren. »Ihr schickt ...

Seite 21

Erster Exoplanet aus Gestein

Garching (dpa/ND). Astronomen haben erstmals einen Planeten aus Gestein außerhalb des Sonnensystems nachgewiesen. Der Himmelskörper mit der kargen Bezeichnung »CoRoT-7b« sei 500 Lichtjahre entfernt und habe die gleiche Dichte wie die Erde, teilte die Europäische Südsternwarte ESO in Garching bei München mit. Die Masse sei fünfmal größer als die der Erde. An der Entdeckung waren auch Astronomen der...

Mini-Tyrannosaurus

Mit seinen kräftigen Kiefern und den Stummelärmchen sieht er aus wie eine eine Miniaturausgabe des Tyrannosaurus rex: Raptorex kriegsteini, Vorfahr des tonnenschweren Räubers, entdeckt bei Ausgrabungen im Nordosten Chinas. Gerade einmal so schwer wie ein Mensch und knapp drei Meter lang, habe er bereits die typischen Merkmale des T. rex besessen, schreiben US-Forscher im Fachmagazin »Science« (onl...

Martin Koch

Sparsame Nervenzellen

Obwohl das Gehirn des Menschen nur etwa zwei Prozent der Körpermasse ausmacht, verbraucht es fast 20 Prozent der Energie. Dieser Wert läge vermutlich weitaus höher, würden unsere kleinen grauen Zellen nicht gewissermaßen im Sparmodus arbeiten. Zumindest bei der Weiterleitung von Informationen benötigen sie weniger Energie als bisher angenommen. Das hat ein Forscherteam um Henrik Alle vom Max-Planc...

ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Meine DNA-Fahndung (3)

Eine E-Mail der Firma iGENEA aus Zürich ist angekommen, die zweite Rate der Ergebnisse meiner genetischen Ahnenforschung: »Lieber Reinhard! Wir haben die genetischen Werte analysiert. Es hat sich auf der väterlichen Linie eine mögliche jüdische Herkunft ergeben, wobei diese mit einem ›Deep Clade Test‹ bestätigt oder ausgeschlossen werden müsste. Die genetischen Werte haben noch kein ...

ndPlusSteffen Schmidt

Wenn Licht Atome zerlegt

Teilchenbeschleuniger begegnen dem Normalverbraucher bestenfalls bei der Lektüre des Wissenschaftsteils seiner Zeitung, wenn mal wieder ein neues Großprojekt startet oder ein Elementarteilchen entdeckt wird. Menschen mit einem Tumor allerdings, der sich operativ nicht entfernen lässt, kann ein Protonen- oder Schwerionenbeschleuniger zukünftig durchaus auch im Krankenhaus begegnen. Denn vom Beschus...

Seite 22
Gläserner Patient

Gläserner Patient

In diesem Jahr soll die elektronische Gesundheitskarte eingeführt werden. In Nordrhein Westfalen bekommt jetzt jeder Krankenversicherte die Aufforderung, ein Foto abzugeben, welches in Zukunft seine Versichertenkarte zieren soll. Angeblich um den Missbrauch von Kassenleistungen zu verhindern, in Wirklichkeit wird »Big IT« hier eine allumfassende Transparenz herstellen. Die neue Karte ist der Schlü...

Elektronische Fesseln

Elektronische Fesseln

Für die herrschende Politik gibt es eine analoge Welt mit Diktatoren, Terroristen, Kinderschändern, Wirtschaftskriminellen und Rechtsextremisten. Bedienen die sich digitaler Techniken, so die Logik, dann muss eben überwacht und zensiert werden. Dabei ist den Politikern zumeist nicht ansatzweise bewusst, dass sie mit völlig untauglichen Mitteln vorgehen, und dass sie zur Verteidigung unserer analog...

Rauche, mag Tiere und die Piraten

Rauche, mag Tiere und die Piraten

Hier haben sich die Menschen versammelt, denen Freiheit etwas bedeutet. Denen Datenschutz etwas bedeutet. Und gleichzeitig haben sich hier die Leute versammelt, die bedeutend mehr als die Restbevölkerung im Internet über sich preisgeben.Ich habe gestern Nacht mal bei Twitter nur eine Minute nach dem Hashtag fsa09 (Schlagwort »Freiheit statt Angst«, Motto der Demo) gesucht. Da schreibt ein Mensch, ...

Kontrollwahn

Kontrollwahn

Früher sprach man davon, dass uns die neuen Informationstechniken mehr Demokratie bringen würden. Und selbstbestimmteres Arbeiten. Doch heute stehen wir hier, und ringen darum, unsere mühsam erkämpften Grundrechte zu erhalten. Mit dem Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik ist der Kontrollwahn ausgebrochen – in Staat, Wirtschaft und Arbeitswelt.Arbeitgeber behandeln ihre Mitarbe...

Permanenter Ausnahmezustand

Permanenter Ausnahmezustand

»Angst ist das Schmieröl der Staatstyrannei« – es ist diese Erkenntnis, die uns antreibt, hier und heute zu demonstrieren: gegen politische Angstmacherei, gegen Überwachungswahn und den Angriff auf die Bürgerrechte.Ein ausufernder Antiterrorkampf bescherte uns eine dramatische Einschränkung der Freiheitsrechte. Eine wahre Flut sogenannter Antiterrorgesetze hat die Kontrolldichte in Staat und...

Seite 23
Perspektiven für die »Üfüs«
Harald Lachmann, Forst

Perspektiven für die »Üfüs«

Die Auftragslage hatte sich gut entwickelt, Gerd Roloff musste seine Service- und Recyclingfirma SRD in Drebkau bei Cottbus um vier Mitarbeiter aufstocken. Es ging um Entsorgungsdienstleistungen bei einem großen Büroartikelhersteller. Dafür brauchte er »positive Leute«, erinnert er sich: Menschen mit Lebenserfahrung, Verantwortungsgefühl und auch einem gewissen Standing gegenüber Jüngeren. Kurzum:...

Geschichtsnachhilfe aus den Banlieues ...
ndPlusDavid Siebert

Geschichtsnachhilfe aus den Banlieues ...

Oberhausbergen liegt zwar im Ballungsgebiet von Straßburg, doch Fachwerkhäuser, Winzerstuben und Geranientöpfe versprühen bereits den Charme elsässischer Dorfidylle. Vor dem nagelneuen lokalen Kulturzentrum »PreO« absolviert ein Breakdancer mit Muskelshirt und Trainingshose Aufwärmübungen. »Als wir jung waren, haben wir ganz ohne Schutz auf dem Beton getanzt. Schau: so!« Majid wirbelt grinsend mit...

Seite 24

Testspiel

Wer schrieb es? Da verstand ich auf einmal, dass es dem Volke eine große Freude bereitet, im Chore zu brüllen, und dass die Ursache des Gebrülls keine große Rolle spielt, denn jeder fühlt sich dabei stark und hegt die Überzeugung, die Sache, derentwegen er brülle, sei die einzige gerechte. Wann war es? Wann verließ der letzte sowjetische Soldat die sowjetische Besatzungszone in Österreich? Woher k...

Udo Bartsch

Kinderbuch

Leonie, Flora und Johan haben Glück: Sie gehen auf eine alternative Waldschule, und ihrer Meinung nach ist sie die beste der Welt. Sie liegt mitten im Grünen, kommt ohne Lernstress aus und setzt auf die kreativen Potenziale der Kinder. Doch das Einzugsgebiet ist klein, und weil für die Minimalbesetzung der ersten Klasse nicht mehr genügend Schüler zusammenkommen, soll die traumhafte Lehranstalt je...

Nach nur 29 Zügen
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Nach nur 29 Zügen

Egal ob mit Weiß oder Schwarz, die Gegner von Levon Aronian (Armenien, 27) konnten seinen Sieg bei dem 2. Grand Slam Masters in Bilbao nicht aufhalten. Die Veranstaltung in der nordspanischen Stadt fand auf der idyllischen Plaza Nueva statt, in einem schallgedämpften, lichtdurchlässigen Glaskubus. Wie bereits bei der ersten Auflage des Turniers wurde nach den »Bilbao-Regeln« gespielt: Nur nach der...

Kerzenschein im Staudenbeet
ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Kerzenschein im Staudenbeet

Langsam klettert der Herbst auf die Leiter und malt Früchte und Blätter bunt. Im Staudenbeet gesellt sich dazu ein klares Weiß: Cimicifuga racemosa, die Septembersilberkerze (Foto: B. Müller), zündet ihr Licht an. An einem Stiel können locker zehn einzelne Flammen lodern. Da das nacheinander passiert, ist die Blütezeit lang. Und so lange kann man auch den intensiven Duft genießen. Wahrscheinlich i...

Ergrauende Klötzchenstapler
ndPlusRené Gralla

Ergrauende Klötzchenstapler

Das Lächeln des vietnamesischen Flohmarkthändlers glaube ich beinahe körperlich im Nacken zu spüren. Im Schneidersitz hocke ich vor einer Grabbelkiste und wühle mich durch LEGO-Steine. Findet der mich peinlich? Ich habe einen triftigen Grund, in derlei Kinderkram zu wühlen: Ich möchte mir ein Chinaschach-Spiel zusammensetzen. Doch der Spaß, den ich hinterher zu Hause beim Sichten meiner Schnäppche...