Ausgabe vom 21.09.2009

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Unten links

Angela Merkel leidet schwer darunter, nicht mehr unerkannt eine Kaufhalle betreten zu können, zum Beispiel um Artischocken zu kaufen. Immer fände sich jemand, der ihr mit gut gemeinten Ratschlägen die Freude am Einkauf verdirbt, klagte sie. Prominentenleid oder Koketterie? Wieso schreibt Frau Merkel die Artischocken nicht auf den Einkaufszettel, den sie sonst ihrem Mann hinterlässt? Familienzwist?...

Uwe Kalbe

Ampel ist aus

Nach dem FDP-Parteitag vom Wochenende dürfte die Ampel endgültig abgeschaltet sein, auch wenn mancher Sozialdemokrat es nicht wahrhaben will. Nach der Bundestagswahl in einer Woche wird es keine Koalition aus SPD, FDP und Grünen geben. Zu offensiv hat Guido Westerwelle die Koalitionsfrage schon bei der letzten Bundestagswahl mit seiner eigenen Glaubwürdigkeit verknüpft, schon da hätte es zur Ampel...

FDP schwört der Union die Treue

Die FDP hat sich eine Woche vor der Bundestagswahl festgelegt: Die Freien Demokraten bekannten sich klar zu einem schwarz-gelben Bündnis mit der Union und lehnten eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen ab.

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Wenn der Permafrostboden auftaut

Wenn der Permafrostboden auftaut

Unter den flachen Küstengewässern der Arktis schlummern große Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases Methan. Paul Overduin forscht an der Potsdamer Außenstelle des Alfred-Wegner-Instituts für Polar- und Meereswissenschaften Permafrostböden und arktische Küstenmeere über die mit diesen Gaslagern verbundenen Gefahren. Mit dem Geophysiker sprach Wolfgang Pomrehn.

Wolfgang Pomrehn

Die Öffnung der Nordostpassage

Durch das Abschmelzen des Arktis-Eises eröffnen sich für die Schifffahrt neue Handelswege. Gleichzeitig wird dadurch aber auch die Erderwärmung weiter beschleunigt.

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Aufbruch 89

Als im Herbst 1989 der Gründungsaufruf des Neuen Forums zunächst konspirativ, bald auch öffentlich die Runde machte, fand er ein riesiges Echo. Darin wurden Fragen gestellt und Probleme benannt, die viele Menschen bewegten, aber in den Staatsmedien keine Rolle spielten. Im Folgenden Kernsätze aus dem Papier, das mit dem Satz »Die Zeit ist reif« endete:

Eine Insel in Thüringen
Wolfgang Hübner

Eine Insel in Thüringen

Im Herbst 1989 schossen Oppositionsgruppen wie Pilze aus dem Boden. Die wichtigste: das Neue Forum. Sein Einfluss war erheblich, aber von kurzer Dauer. Teil 38 unserer Serie erzählt, wie sich das Neue Forum im thüringischen Schmölln bis heute etabliert hat. Eine Insel in Thüringen, in der das Neue Forum 20 Jahre nach seiner Gründung stärker denn je ist.

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ndPlusIna Beyer

Hass durfte siegen

Zum ersten Mal seit 2001 hätte es gestern in Serbiens Hauptstadt einen Pride geben sollen – eine Parade für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern, wie es sie in Deutschland auch in Form des CSD gibt. Einen Tag zuvor jedoch ist das Event abgeblasen worden, angeblich, weil die Polizei für die Sicherheit der Teilnehmenden plötzlich nicht mehr garantieren könne. Dabei hat...

Peter Kirschey

Villa Kunterbunt

Deutschland hat gewählt. Die SPD wird mit Grünen, Piraten und Tierschützern eine Vielfarbenkoalition eingehen. Aber auch andere Bündnisse sind möglich. So liebäugeln CDU/CSU mit LINKEN und Grünen. Nur die FDP ist wieder einmal stinksauer, sie ist draußen beim Poker um die Macht. In Berlin scheitert sie gar an der Fünf-Prozent-Hürde. Heute noch Fiktion, doch in ein paar Jahren könnten solche Konste...

Harald Neuber

Um des Friedens willen

Der Abzug der USA-Streitkräfte aus Ecuador ist ein Akt des Friedens in einer Region, die von zunehmenden Spannungen geplagt wird. Souverän hatte die Regierung von Präsident Rafael Correa das Ende der Militärpräsenz besiegelt: Mit der Reformverfassung von 2008 wurde jedwede dauerhafte ausländische Armeepräsenz verboten. Keine Ausnahme übrigens, denn auch Bolivien, Venezuela und Nicaragua haben eine...

Fabian Lambeck

Der Botschafter

Einer musste den Drecksjob erledigen und die sozialpolitische Kassandra mimen. Einer musste verkünden, was dem Wahlvolk nach dem Urnengang am 27. September bevorsteht. Die unfrohe Botschaft überbrachte nun einer, der sich auskennt: Thomas Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Der gebürtige Schweizer durfte am vergangenen Freitag in der Online-Ausgabe des »Spiegel« gro...

ndPlusRalf Klingsieck

Niemand darf größer sein

Er wäre so gern der Größte, doch hat die Natur Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy nur eine Körpergröße von 1,68 m auf seinen ehrgeizigen Lebensweg mitgegeben. Doch hat er ja seit zwei Jahren ein Amt, in dem man einiges korrigieren kann. Und dieses nutzt er weidlich zur Pflege seiner Eitelkeiten. So Anfang September beim Besuch eines Werks eines Autoteileherstellers. Bei der später vom Fernseh...

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FDP mokiert sich über Lafontaine

Berlin (dpa/ND). Forderungen des Linkspartei-Vorsitzenden Oskar Lafontaine nach härteren Protesten in Deutschland stoßen auf scharfen Widerspruch beim politischen Gegner. Lafontaine hatte im »Hamburger Abendblatt« dazu aufgerufen, bei sozial ungerechten Reformvorhaben der Regierung den Verkehr zu blockieren oder die Produktion in Betrieben lahmzulegen. »Der Linken-Chef gebärdet sich im Wahlkampf-E...

Velten Schäfer

Hetzplakate sollen verschwinden

In Mecklenburg-Vorpommern ein Angriff auf die Menschenwürde, in Sachsen kein Problem? Der Umgang mit Plakaten der NPD, die polnische Zuwanderer als »Invasoren« diffamieren, gibt weiter Rätsel auf.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Generalabrechnung eines Gewerkschafters

Ein Jahr nach seinem Ausschluss aus der Wiesbadener SPD-Rathausfraktion ist der Stadtverordnete, Hartz-IV-Kritiker und IG BAU-Gewerkschaftssekretär Veit Wilhelmy aus der SPD ausgetreten.

Seite 6

Saarlands Grüne halten alles offen

Saarbrücken (dpa/ND). Die Grünen im Saarland halten sich nach einem Sondierungsgespräch mit der CDU weiter alle Koalitionsmöglichkeiten offen. In der zweiten Woche nach der Bundestagswahl soll es ein erstes Gespräch mit allen drei Partnern einer möglichen schwarz-gelb-grünen Jamaika-Koalition geben, also unter Einschluss der FDP. Das kündigten Ministerpräsident Peter Müller als CDU-Landeschef und ...

Ramelow fordert von SPD Klarheit

Berlin (dpa/ND). Vor dem ersten rot-rot-grünen Sondierungsgespräch in Thüringen fordert der Spitzenkandidat der LINKEN, Bodo Ramelow, von der SPD ein klares Bekenntnis zu einer gleichberechtigten Partnerschaft. Dieses Prinzip wolle er »geklärt haben«, sagte Ramelow der »Leipziger Volkszeitung«. »Mein Vorschlag lautet: Drei Partner erarbeiten gleichberechtigt einen Personalvorschlag« für das Amt de...

Einsame Entscheidung ab Mitternacht

Einsame Entscheidung ab Mitternacht

Mit 66 Jahren ist Edith Franke, die Chefin der Dresdner Tafel und Abgeordnete der LINKEN, die Alterspräsidentin des neuen Landtags. Sie hält eine Rede zur Eröffnung – und lädt zur ersten Sitzung ein. Um den Termin ist ein heftiges Tauziehen entbrannt, weil die Regierung von CDU und FDP ihre Arbeit unbedingt noch vor der Bundestagswahl aufnehmen soll. Doch es gibt rechtliche Bedenken. Über ihre Zwickmühle sprach mit Edith Franke ND-Korrespondent Hendrik Lasch.

Dieter Hanisch, Hamburg

Einheitsschule als Schimpfwort

Gegensätzlicher konnte das Szenario am Samstag in Hamburg nicht sein: Auf der einen Seite demonstrierten in der Innenstadt rund 5000 Hanseaten gegen die Schulreformpläne des CDU/GAL-Senats, auf der anderen Seite traf sich zeitgleich die Gemeinnützige Gesellschaft für Gesamtschule (GGG) zu ihrer Bundesversammlung.

Seite 7
Julian Bartosz, Wroclaw

Polen trauert wieder um »Wujek«-Kumpel

Nach der Explosion in einer Grube des Kohlebergwerks »Wujek« in Oberschlesien, die am Freitag 13 Kumpel in den Tod riss und 40 verletzte, erklärte Staatspräsident Lech Kaczynski für heute und Dienstag nationale Trauer.

ndPlusHarald Neuber

USA-Basis in Ecuador geschlossen

Die letzten USA-Soldaten haben am Freitagnachmittag (Ortszeit) die Luftwaffenbasis Eloy Alfaro in der Hafenstadt Manta an der Pazifikküste Ecuadors verlassen. In einer kurzen Zeremonie übergaben 15 Militärs die Einrichtung an den ecuadorianischen Außenminister Fander Falconi. Damit wurde ein jahrelanger Streit um die Stationierung US-amerikanischer Truppen in Ecuador zugunsten der linksgerichteten Regierung unter Präsident Rafael Correa entschieden.

ndPlusHilmar König, Delhi

Gewaltexplosion zum Ende des Ramadans

Neuerliche Gewaltexplosion im Nordwesten Pakistans: am Sonnabend eine Attacke auf einen Armeekontrollposten bei Dara Adam Khel, am Freitag die gewaltige Explosion von 150 Kilo Sprengstoff auf dem Marktplatz von Ustarzai, kurz danach im Nachbarort ein Anschlag auf eine Moschee. Insgesamt kamen am Wochenende mindestens 48 Menschen ums Leben.

Mark Teufel, Bangkok

Zerrissenes Thailand

Drei Jahre nach dem Militärputsch vom 19. September 2006 offenbarten sich erneut die doppelte Moral und der Riss, der sich durch die Gesellschaft Thailands zieht.

Seite 8
ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Pressefreiheit kontra Sicherheit

»Jäger – im Kampf gegen die Elite«, heißt das Buch eines dänischen Irak- und Afghanistan-Soldaten. Doch dessen Veröffentlichung sucht die Militärführung des Landes wegen Sicherheitsbedenken zu verhindern. Das stößt auf Widerstand, denn seit dem Konflikt um die »Mohammed-Karikaturen« 2005 reagiert die Öffentlichkeit sehr sensibel in Sachen Pressefreiheit.

Karin Leukefeld

Syrien bestreitet irakische Vorwürfe

Die Türkei war in der vergangenen Woche Schauplatz wichtiger politischer Gespräche, in denen es sowohl um den stockenden israelisch-arabischen Friedensprozess als auch um die syrisch-irakischen Spannungen ging.

Villepin muss Sarkozys Rache fürchten
ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Villepin muss Sarkozys Rache fürchten

Beim sogenannten Clearstream-Prozess, der am heutigen Montag in Paris beginnt und einen Monat dauern soll, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf eine Randfigur der Affäre – Frankreichs ehemaligen Premierminister Dominique de Villepin. Weil in dem Verfahren Präsident Nicolas Sarkozy als Nebenkläger auftritt, wird eine Staatsaffäre daraus.

Seite 9

IWF verkauft ein Achtel seines Goldes

Washington (dpa/ND). Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich von rund einem Achtel seiner Goldreserven trennen und 403,3 Tonnen des Edelmetalls verkaufen. Mit dem Erlös – bei derzeitigem Goldpreis etwa 13 Milliarden US-Dollar (8,8 Mrd Euro) – solle der Währungsfonds unabhängiger bei der Finanzierung seiner Aufgaben werden, teilte der IWF mit. Ein Teil des Geldes solle für Kred...

ndPlusChristian Bunke

Rotorenblätter als Druckmittel

Auf der britischen Isle of Wight kämpfen Arbeiter weiter um die Wiederöffnung der Vestas Windturbinenfabrik. Vestas will die Fabrik voraussichtlich stilllegen und erst bei besserer Wirtschaftslage wiedereröffnen. Für die Arbeiter sind derlei Pläne nicht hinnehmbar, denn Vestas ist der einzige stabile Arbeitgeber auf der südenglischen Insel. Daneben gibt es nur prekäre, saisonale Jobs im Tourismus.

Peter Liebers

Vage Hoffnung für Eisenachs Opelaner

Der angekündigte Verkauf von Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna hat in Thüringen höchst unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während Politiker den Erhalt des Automobilbau-Standortes Eisenach gesichert sehen, herrscht bei der Belegschaft eher Unsicherheit.

Seite 10
Peter Nowak

Kampf um den Wassercent

Macht die CDU-FDP-Landesregierung von Nordrhein-Westfalen der Industrie wieder einmal ein Geschenk? Diesen Eindruck könnte man haben, wenn sie jetzt die schrittweise Abschaffung des Wassercent beschließt. Der wurde 2004 von der damaligen rot-grünen Landesregierung eingeführt. Seitdem müssen für entnommenes Grund- und Oberflächenwasser zwischen 0,3 und 4,5 Cent pro Kubikmeter gezahlt werden. Ziel w...

ndPlusBenjamin Haerdle

Streit um »Knick« am Feldrand

Wallhecken sind eines der Natur-Wahrzeichen Schleswig-Holsteins: Die oft auf Erdwallen wachsenden Gehölze ziehen sich kilometerlang über die Felder Norddeutschlands. Der Zustand dieser Refugien für viele bedrohte Tierarten allerdings ist schlecht.

ndPlusBenjamin Beutler

»El Niño« und das Wasser

Die schwerste Dürre in Mexiko seit 70 Jahren, über 500 Hungertote in Guatemala, Hitzerekorde in Peru und Ecuador, Waldbrände in Kolumbien – Lateinamerika bekommt den Klimawandel durch extremes Wetter dieses Jahr besonders hart zu spüren.

Tom Mustroph

Die letzten Giganten

Die Straße von Gibraltar ist ein Naturparadies. Das ist angesichts des unermüdlich stampfenden Schiffsverkehrs durch diese Meerenge kaum zu vermuten. Der gerade in die Kinos gekommene Film »The Last Giants. Wenn das Meer stirbt« stellt dieses Meeresbiotop und seine Gefährdungen durch Schifffahrt und Fischerei vor.

Seite 11
Harald Loch

Leben. Prisma

Wer ich bin« heißt ein 1966 in New York entstandenes großes selbstbekennendes Poem von Pier Paolo Pasolini (1922–1975). Nach den Stationen dieses Gedichts ist die Ausstellung gegliedert, die jetzt im Literaturhaus Berlin gezeigt wird. In schräg stehenden, schwarzen Prismen auf einer dreieckigen Grundfläche wurden flache Vitrinen montiert, in denen Dokumente aus Leben und Werk des hierzulande...

ndPlusHans-Dieter Schütt

KATYN

Es ist schwer auszuhalten. Die Blutlache, in die aus Versehen ein Stiefel tritt. Wasser aus Eimern klascht gegen Wände, an denen es rot herabrinnt. Fensterlose Lkw schieben sich wie große schwarze Käfer in den Wald. Stricke schnüren sich um Hälse und Hände. Angst reißt Augen auf. Letzte Formalitäten an einem Tisch, dahinter ein Stalinporträt. Eine Kapuze über einen Kopf. Das Stammeln eines Vaterun...

Seite 12
Bajazzo trifft Turandot
Roberto Becker

Bajazzo trifft Turandot

Auf die Idee, Ruggiero Leoncavallos »Bajazzo« ausgerechnet bei der unnahbaren Prinzessin »Turandot« unterhaken zu lassen, ist noch niemand gekommen. Aber hier geht es nicht um Puccinis letzten, bedeutungsschwangeren China-Opernwummer, sondern um Ferruccio Busonis (1866-1924) kaum gespielten, gerade mal fünf Viertelstunden währenden Zweiakter. Das Werk klingt zum Teil wie ein Satyrspiel auf Puccini...

ndPlusGunnar Decker

Der Spiegel, der zerspringt

»Immer noch kein Öl.«Eva KahmerW ir haben es weit gebracht. Kein Zweifel sei erlaubt an Wachstum, technischem Fortschritt, Vernunft und Moral, an Demokratie und Freiheit. Wenn man die Augen schließt, ja, dann könnte man es glauben. Wenn man sie öffnet, dann kann man wissen: Was zu wachsen vorgibt, das zerfällt bereits; was zu blühen meint, das welkt; was sich für Vernunft hält, ist längst Irrsinn ...

Seite 13
Tom Mustroph, Madrid

Dem Sieger droht die Aberkennung

Spanien feiert, der Rest der Welt stutzt: Mit Alejandro Valverde hat ein Mann die 64. Vuelta gewonnen, der bei logischer Betrachtung der Dinge nicht einmal eine Startnummer hätte erhalten dürfen. Sportlich war der Sohn eines Truckfahrers aus Murcia das Maß aller Dinge bei dieser Spanienrundfahrt. Seine homogen besetzte Caisse d’Epargne-Truppe hielt das Peloton im Schach.Mithalten konnte da a...

ndPlusPeter Hübner, dpa

Wu springt für Boll in die Bresche

Überraschungs-Europameisterin Jiaduo Wu vom FSV Kroppach ist für den entthronten Titelverteidiger Timo Boll in die Bresche gesprungen. Zum Abschluss der schwarz-rot-goldenen EM in Stuttgart steuerte die 32-jährige Angriffsspielerin den dritten EM-Titel für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) bei.Den hatten sich die 6000 Fans in der Porsche-Arena eigentlich von Boll erhofft. Doch dem zehnfachen E...

ndPlusJürgen Holz

Haile Gebrselassies Ein-Mann-Show

Auch ohne Weltrekord war der 36. Berlin-Marathon mit rund 41 000 gemeldeten Startern aus 122 Ländern das Topereignis in der deutschen Hauptstadt. Hunderttausende Zuschauer entlang der 42,195 km langen Strecke jubelten der endlosen Läuferkette von Jung und Alt zu – selbst Stunden später, als der Sieger das Ziel auf der Straße am 17. Juni bereits passiert hatte. Der Sieger hieß erneut Haile Ge...

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Mark Wolter

Anspruch und Wirklichkeit

Mit hohen Ansprüchen ist Claus-Dieter Wollitz im Juni als Trainer bei Energie Cottbus gestartet. Ein neues Gesicht, eine neue Identität solle der Lausitzer Fußball bekommen – weg vom »Stolper- und Ekelfußball« der vergangen Jahre. Doch die Aufbruchstimmung die Wollitz mit markigen Ankündigungen entfacht hatte, ist schnell verpufft, die Wirklichkeit in Cottbus derzeit eine andere.Von verbesse...

Bundesliga

Logan Bailly (Foto links: dpa) hatte keinen guten Samstag im heimischen Borussia Park. Erst fehlte dem Mönchengladbacher Torhüter bei einem eigentlich harmlosen Freistoß von Hoffenheims Salihovic der Durchblick, dann musste er in den letzten fünf Minuten des Spiels den Ball gleich dreimal aus dem Netz holen. Maicosuel, Obasi und Ba drehten die Partie noch. »Wenn sie wollen, kommen sie ins Rollen«,...

ndPlusMatthias Koch, Koblenz

Ein Drittel Klassenerhalt

Im Fußball ist häufig von der Körpersprache die Rede. Beim Zweitligisten 1. FC Union Berlin war in dieser Beziehung Torsten Mattuschka am Freitagabend beim Auswärtsspiel in Koblenz ein richtiges Plappermaul.Während viele seiner Mannschaftskollegen vor allem in der ersten Hälfte große Defensivprobleme hatten, rannte, kämpfte und spielte der Mittelfeldspieler wie aufgezogen. Und nicht zufällig erzie...

Elisabeth Schlammerl, München

Hinten Chef, vorne Aushilfe

Louis van Gaal scheut kein Risiko, nicht einmal jenes, unsanft auf dem Boden zu landen. Als der FC Bayern München am Samstag acht Minuten vor dem Ende zum zweiten Mal gegen den 1. FC Nürnberg in Führung ging, sprang der Trainer entfesselt auf und stürmte zur Seitenlinie, keinen Gedanken daran verschwendend, welche Folgen solch ein Jubel für ihn haben könnte. Denn da sausten schon seine Spieler auf...

Seite 15

Bunte Bilder

Ein Aufschrei geht durch die Reihen der Parteien: Sachbeschädigung! Vandalismus! Gemeint sind die Wandlungen, die einige Wahlplakate in den letzten Wochen auf wundersame Weise und meist in der Nacht genommen haben. Knollennasen, Zahnlücken und Monsterbrillen – sie passen so gar nicht in die Wahleitelkeiten. Es ist eherner Parteiwille: Die Kandidaten müssen makellos und unbefleckt von ganz we...

Götz wehrt sich

Falko Götz kämpft mit allen Mitteln um seinen Ruf. Nach der fristlosen Kündigung durch den Drittligisten Holstein Kiel wehrt sich der frühere Bundesliga-Trainer gegen den Vorwurf, er habe einen Spieler geschlagen. »Ich möchte an dieser Stelle unmissverständlich darstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt weder einen Spieler von Holstein Kiel geschlagen noch eine Tätlichkeit begangen habe«, teilte Göt...

Mit dem ND links rum ins Grüne
ndPlusAndreas Fritsche

Mit dem ND links rum ins Grüne

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) grinst in der Nähe der Treskowallee von einem Plakat. »Wir haben die Kraft«, behauptet sie. Tatsächlich beweisen hier andere, dass sie stark sind. 750 ND-Leser wanderten gestern durch die Wuhlheide zur Trabrennbahn Karlshorst. In der Gegend hat die CDU keine Chance. Den Lichtenberger Bundestagswahlkreis wird wohl Gesine Lötzsch (LINKE) gewinnen – »wenn am 27. Se...

ndPlusHarald Neuber

Über die blaue Pille gestolpert

Ein halbes Jahr nach der »Bio-Viagra«-Affäre werden am Universitätsklinikum Charité personelle Konsequenzen gezogen. Wie die Pressestelle der Klinik am Donnerstagnachmittag bekannt gab, wurde der Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, Holger Kiesewetter, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Die Absetzung des führenden Mediziners erfolgte drei Wochen nachdem die Staatsanwaltschaft Institut und ...

Oliver Händler, Leipzig

Der Meister marschiert

20 Minuten waren gespielt, als Karolina Kudlasz trotz Überzahl ihre Trierer Gegnerin Svenja Huber erneut sträflich frei stehen ließ. Die Polin in Diensten des deutschen Handballmeisters HC Leipzig fluchte daraufhin so laut, dass es jeder Zuschauer bis in die obersten Ränge der Leipziger Arena hören konnte. Der Hallensprecher sprach später vom »schönen Wort mit Sch…«, das die Spielerinnen des...

Seite 16

Wo die Rechnung ankommt

(ND-Meyer). Ungestört konnte der Bund der Vertriebenen (BdV) seinen Festakt »Von Konrad Adenauer bis Angela Merkel – 60 Jahre Vertriebenenpolitik« am Sonntag nicht abhalten. Ein bald zwei Meter großer Plüschhase, der »Pink Rabbit«, lief plötzlich quer durch den Saal der katholischen Akademie in Mitte. Menschen riefen Parolen, derweil draußen weitere Protestierer ein Transparent halten mit de...

Zehn Tricks in drei Minuten
Steffi Bey

Zehn Tricks in drei Minuten

Ausruhen oder Schwitzen, Sitzen oder Rollen, Jonglieren oder Stehen: Alles was Spaß macht ist erlaubt. Denn feste Regeln gibt es beim neuen Zeitvertreib namens Hockern nicht. Wichtig ist ein spezieller Hocker – ein preisgekröntes Sportgerät, das die Brüder Stephan und Michael Landschütz erfunden haben. Seit Mai leben die beiden Produkt-Designer in Friedrichshain. In der Liebigstraße eröffnet...

Seite 17
ndPlusLucía Tirado

Szenen voller Zärtlichkeit

Wortlos ist das Spiel von Uta Gebert bei ihren zwei kurzen Stücken »Cocon/Jakusch« für Erwachsene und Jugendliche. Dafür sind die Szenen – zeitweise begleitet durch wie leise murmelnde Musik – voller Zärtlichkeit. Dunkel und geheimnisvoll ist das Bühnenbild, in dem sich unter den Augen einer Urmutter eine Sagengestalt mit Vogelkopf aufrichtet und sich einem Cocon widmet. Der entpuppt s...

Basisdemokratie und »Markt«-Wirtschaft
Antje Rößler

Basisdemokratie und »Markt«-Wirtschaft

Normalerweise ist ein Orchester ähnlich hierarchisch wie eine Armee organisiert. Nicht so die Junge Deutsche Philharmonie (JDPh): Hier wird Basisdemokratie großgeschrieben; die Rangordnung zwischen ersten und zweiten Geigen ist aufgehoben; der Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern des Orchesters. »Wir beraten selbst über das Repertoire und die regelmäßigen Auftragskompositionen, über die Auswahl v...

Seite 18
Rainer Funke

Sonnenhungrig und abwasserscheu

Für gewöhnlich machen sich, wenn Wahlen nahen, die Hilfskräfte der bisher regierenden Kandidaten und Parteien auf, um herauszufinden, wie ihre Chefs beim gewöhnlichen Wähler in ein günstiges Licht gerückt werden können. Als geeignet dürften sich Erntedankfeste erweisen. Inmitten des geborgenen Korns vermag man sich trefflich als politischer Erntehelfer darzustellen und den Landwirten gleich noch v...