Ausgabe vom 27.10.2009

Der Mörder ist doch nicht der Gärtner
Gabi Kotlenko

Der Mörder ist doch nicht der Gärtner

Der »Kriminaltango« ertönt, dunkle Gestalten erscheinen. Doch nicht in der berüchtigten Taverne, sondern in der »Hofperle« im Berliner Stadtbezirk Neukölln. Die lokale Prominenz hat sich versammelt, um den Geburtstag einer Mitbürgerin zu feiern. Bald fällt der ahnungslose Gast Herr Zänker mit dem Kopf auf einen Teller mit nicht für ihn gedachten und obendrein vergifteten Kaiserschmarrn und segnet ...

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Unten links

Wie erwartet, begleitet unqualifizierte Miesmacherei die gnadenreiche Geburt der neuen Regierung. Indes geht es mitnichten um eine »Tauschbörse« für Minister, sondern um optimale synergetische Effekte aus Gestern und Morgen. Ein exzellentes Exempel dafür ist die Berufung von Karl-Theodor zu Guttenberg zum Verteidigungsminister. Hat er es doch bereits in seinem bisherigen Ressort Wirtschaft bestens...

René Heilig

Der Russe war's!

Der Killer ist ein Russe. Aha, das passt! Der Russe kommt aus Perm ... Perm? Keine Ahnung, irgendwo in Sibirien... Nicht ganz? Egal, aber so sind die da ...alle. Und wie sind »die«, wenn sie hier sind? Als Deutsche »heimgeholt«, weil sie in die ach so christliche wie demokratische Wahlarithmetik passten. Bestenfalls »befördern« wir sie zu »Russlanddeutschen« oder »Deutschrussen«. Jetzt, denn für N...

ndPlusSilvia Ottow

In der Gesundheit alles beim Alten?

Wer die Koalitionsvereinbarungen der sozialen Kälte bezichtige, dem sei in seiner »Hirnverbranntheit« nicht zu helfen, hatte FDP-Chef Guido Westerwelle am Wochenende noch euphorisch ausgerufen. Doch einige »Hirnverbrannte« scheint es auch in der CDU und CSU zu geben.

Mörderischer Rassismus angeklagt

Knapp vier Monate nach der tödlichen Messerattacke in einem Dresdner Gerichtssaal auf die Ägypterin Marwa El-Sherbini muss sich ein 28-Jähriger seit Montag vor dem Landgericht der Elbestadt verantworten. Der Fall erregt internationales Aufsehen.

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Hermannus Pfeiffer

Bankenrettung

Infolge des Schwarzen Dienstags ziehen die USA in den Jahren 1929 und 1930 ihre Kredite aus aller Welt ab. Heute sind die USA der größte Schuldner, doch damals waren sie der größte Gläubiger der Welt. Außerdem schotten sich die Vereinigten Staaten durch Zollschranken vor Importen ab, um die heimische Industrie zu stärken.Dadurch kommt es auch in Deutschland, dem seinerzeit zweitgrößten Exportland,...

ndPlusKurt Stenger

Wachstum und höhere Steuern

Die künftige Bundesregierung verfährt nach der alten neoliberalen Mär: Steuersenkungen für Unternehmen und Gutverdienende sollen Wachstum generieren. Ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt jedoch, dass langfristiges und dauerhaftes Wachstum mit hohen Steuern sowie einer Umverteilung von oben nach unten einhergeht.

Hermannus Pfeiffer

Lehren aus der Großen Depression

Vor 80 Jahren stürzten an der Wall Street die Aktienkurse ab und trieben die Welt in eine Katastrophe. Ein Lehrstück für die Gegenwart?

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Auf der Suche nach dem weiten Zeithorizont

Auf der Suche nach dem weiten Zeithorizont

ND: Rot-Rot-Grün ist nun vereint – nicht in der Regierung, aber in der Opposition. Sind Sie zufrieden? Bartsch: Ich bedaure, dass Schwarz-Gelb eine Mehrheit errungen hat. Das wird der LINKEN viel abverlangen: Wir sind die soziale Opposition. Wieso bedauern Sie, dass Schwarz-Gelb regieren wird? Die LINKE hatte kein alternatives Wahlziel für die Regierung. Wir haben im Wahlkampf deutlich gesag...

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ndPlusGabriele Oertel

Aufbau abgesagt

Natürlich ist eigentlich egal, wie das Kind genannt wird. Wenn aber der künftige Bundesinnenminister schon vorab den in sein Ressort neu hinzugeholten Aufbau Ost nur unwillig annimmt, lässt das auf wenig hoffen. Es ginge jetzt vielmehr um Innovation und kluges Wachstum »übrigens nicht nur im Osten unseres Landes«, erklärte Thomas de Maizière. Das ist unbestritten – und dennoch eine klare Abs...

ndPlusOlaf Standke

Ab-, nicht Aufrüstung

Es kann nicht erstrebenswert sein, was da Muammar el Gaddafi vorschwebt: noch mehr Atomwaffen im Besitz von noch mehr Staaten. Aber wenn der libysche Revolutionsführer das Recht auch arabischer Staaten auf die ultimative Waffe einklagt, dann verweist er auf ein gravierendes Problem: Auf der politischen Weltbühne gibt es einen exklusiven Klub der Kernwaffenmächte und die große Schar der nuklearen H...

Silvia Ottow

Debatte vertagt

Die Debatte über die Gesundheitspolitik – wichtigste Baustelle von Schwarz-Gelb – wird auf 2011 vertagt. Das kennen wir schon vom Gesundheitsfonds. Der wurde auch bei der letzten Gesundheitsreform beschlossen, trat aber erst Jahre später in Kraft, weil er umstritten war und damals das Zustandekommen der Großen Koalition gefährdet hätte. Jetzt ist es mit seiner Abschaffung eine ähnliche...

Brutus Südwest

Die Bundespresse war überrascht, als es hieß, Südwest-Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) verlasse sein Amt. Im Land wurde dagegen schon tagelang spekuliert, die Quelle hieß Stefan Mappus, Spitzname: Brutus. In Baden-Württemberg, das die CDU behandelt wie die CSU Bayern, hat es Tradition, dass der Fraktionschef irgendwann am Stuhl des Ministerpräsidenten sägt. Das war zuletzt 2005 so, als de...

Das transparente Lügen

Das transparente Lügen

Ein Schlüsselwort in diesen wunderbaren Zeiten heißt Transparenz. Es wird verdächtig oft ins verbale Gefecht geschickt, allerdings scheint jeder etwas anderes darunter zu verstehen. Manche meinen gar, wenn sie heute das Gegenteil dessen verkünden, was sie gestern verkündet haben, handelt es sich dennoch um einen Beitrag zur Transparenz. Nach den Koalitionsrunden letzte Woche überraschte diesbezügl...

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Lob des Ehrenamtes

Ulm (dpa/ND). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will für die Arbeit in Gemeinden und Diakonie mehr Ehrenamtliche gewinnen. Auf seiner Jahrestagung in Ulm beriet das Kirchenparlament am Montag über den richtigen Einsatz von Menschen, die der Kirche ihre Unterstützung anbieten.Wegen schrumpfender Finanzen will die Kirche Ehrenamtlichen künftig mehr Verantwortung übertragen. Das Verhältnis...

Schweinegrippe-Impfung gestartet

In ganz Deutschland ist am Montag die Impfaktion gegen die Schweinegrippe angelaufen. Während in einigen Bundesländern zunächst nur Gesundheitsämter impfen, beteiligen sich andernorts auch schon niedergelassene Ärzte.

»Kampfauftrag« Putzstreik
ndPlusGünter Frech, Berlin

»Kampfauftrag« Putzstreik

Vor dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist am gestrigen Montag die 1. Staubfängerkompanie der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) mit roten Gewerkschaftsfahnen und Besen aufmarschiert. Der »Kampfauftrag« der aus 80 streikenden Gebäudereinigern bestehenden Kolonne war, den Mindestlohn in ihrem Gewerbe zu verteidigen.

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ndPlusPeter Liebers

Gemischtes Doppel in Thüringen

Thüringen wird in den nächsten fünf Jahren von einer CDU-SPD-Koalition regiert. Beide Parteien besiegelten Sonntagabend auf getrennten Parteitagen die schwarz-rote Verbindung, die im Vorfeld bei der SPD auf heftigen Widerstand gestoßen war.

Bremsklötze für das Wachstum beseitigen

ND: Nach 38 Jahren darf die FDP in Kiel wieder mitregieren. Ist die Partei politisch fit dafür? Kubicki: Wir haben in Schleswig-Holstein einen Riesenerfolg erzielt. Und während der Koalitionsverhandlungen hat sich gezeigt, dass die FDP sehr gut auf die Regierung vorbereitet ist. Die Vereinbarung zeigt eine eindeutige liberale Handschrift. Wir haben unsere Wahlversprechen umgesetzt. Sie bekleiden a...

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Karadzic boykottierte Prozessauftakt

Der frühere Präsident der Serbischen Republik in Bosnien, Radovan Karadzic, will seinen Prozess von dem Jugoslawien-Tribunal weiter boykottieren. Der Angeklagte werde auch am Dienstag nicht vor Gericht erscheinen, sagte Karadzics Rechtsbeistand.

Ben Ali in Tunesien wiedergewählt

Der tunesische Präsident Ben Ali ist erwartungsgemäß mit großer Mehrheit für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt worden. Auf den seit 22 Jahren regierenden Staatschef entfielen aber erstmals weniger als 90 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium am Montag mitteilte.

Stefan Thimmel, Montevideo

»Pepe« muss in die Stichwahl

Es hat nicht ganz gereicht für José »Pepe« Mujica. Am Sonntag verfehlte das Mitte-Links-Bündnis Frente Amplio mit gut 48 Prozent der Stimmen knapp die absolute Mehrheit. Am 29. November kommt es zur Stichwahl zwischen Mujica und dem früheren Präsidenten Luis Alberto Lacalle.

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Jindra Kolar, Prag

»Ja, aber …« zum Lissabon-Vertrag

Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft hat eine Hürde beseitigt, die dem EU-kritischen tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus bisher Anlass gab, den EU-Vertrag von Lissabon nicht zu unterzeichnen. Jetzt befasst sich das Verfassungsgericht in Brno erneut mit dem Abkommen.

Anna Maldini, Rom

Frischer Wind bei Italiens Demokraten

Pierluigi Bersani ist der neue Nationale Sekretär (Vorsitzende) der Demokratischen Partei Italiens (PD). Er wurde am Sonntag in einer Urwahl von fast drei Millionen Parteimitgliedern und -sympathisanten bestimmt. Bersani erhielt über 50 Prozent Zustimmung.

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Halloween lässt die Kassen klingeln

Nürnberg (dpa/ND). Das Geister- und Gruselfest Halloween entwickelt sich immer mehr zu einem lukrativen Zusatzgeschäft der deutschen Spielwarenbranche. Der Umsatz mit Halloween-Produkten war im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 um rund 40 Prozent auf 28 Millionen Euro gestiegen, berichtete die Fachgruppe Karneval des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) am Montag in Nürnberg. Da ...

Arbeitsagentur zieht bei Quelle ein

Nürnberg (dpa/ND). Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will nach dem Aus für Quelle die lukrativen Teile des insolventen Versandhauses möglichst schnell verkaufen. »Eine lange Hängepartie können wir uns nicht leisten«, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« am Montag. Laut seinem Sprecher Thomas Schulz sollen noch in dieser Woche Gespräche mit rund einem Dutzend Interessenten beginnen. Al...

John Dyer, Boston

Weißes Haus warnt vor Panik

Kliniken und Gesundheitszentren können unter dem Notstand bürokratische Hürden beiseite schieben. Dennoch bleibt die Sorge bei den Amerikanern: Gibt es überhaupt genug Impfstoff gegen den H1N1-Erreger?

ndPlusIna Beyer

Ökoinvestitionen als Jobmotor

Am Montag wurden in Berlin die Ergebnisse einer Studie zu ökologischen Wegen aus der Wachstumskrise vorgestellt, die noch der alte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) in Auftrag gegeben hatte. Inwiefern die darin enthaltenen Empfehlungen zu einem ökologischen Investitionsprogramm auch unter Schwarz-Gelb Berücksichtigung finden, ist fraglich.

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Nord-Süd - Tipps

HONDURAS – »Zwischen Revolution und Putsch«. Über die Hintergründe und die aktuelle Lage in Honduras berichtet der Lateinamerika-Journalist Harald Neuber 28. Oktober, 20 Unr, UJZ KORN, Verein zur Förderung politischer Jugendkulturen, Kornstraße 28/30, 30167 Hannover. VIETNAM – »Kriegsfolgen beseitigen, Armut bekämpfen: Der Aufbau der Siedlung Lim in Vietnam«, Einladung zum Fachgespräch...

Kolumbien ist kein Musterland
ndPlusMartin Ling

Kolumbien ist kein Musterland

20 000 Blumen wurden gestern in Berlin verteilt. Damit machte die ExpoKolumbien Werbung für das südamerikanische Land, das zum fünftgrößten Produzenten von Schnittblumen in der Welt aufgestiegen ist. Das werden die allermeisten der Beschenkten so wenig wissen, wie dass Kolumbien das Land ist, indem Jahr für Jahr Dutzende Gewerkschafter ermordet werden, das Land, in dem vier Millionen Menschen und ...

Botschafter ohne Diplomatenpass
ndPlusKai Walter

Botschafter ohne Diplomatenpass

Nach dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst »weltwärts« schickt nun das Auswärtige Amt junge Deutsche in die Welt hinaus. Unter dem Label »kulturweit« sollen sie ein zeitgemäßes Deutschlandbild vermitteln und in der direkten Begegnung interkulturelle Brücken schlagen.

Tobias Müller

Der Wasserspielplatz der Superreichen in Mosambik

Korruption, Verstöße gegen Umweltauflagen und Einschüchterung der Anwohner: Der Aufschwung des Tourismus in Mosambik treibt seltsame Blüten. Die Projektentwickler aber sehen dies als Entwicklungshilfe.

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Verwirrend

Die neuen Koalitionäre haben den Sparhammer wieder eingepackt, das Stadtschloss wird gebaut. Wenn auch alles etwas länger dauert, wie gestern die Schlossfreunde um den scheidenden Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) doch noch in einem Anflug von Realismus feststellen mussten. Der hielt sich ansonsten in Grenzen, die Pressekonferenz zum Schlossprojekt hätten sie sich deshalb sparen können. D...

Gezielt Firmenwagen in Brand gesetzt
Martin Kröger

Gezielt Firmenwagen in Brand gesetzt

Zufällig auf einer Routinestreifenfahrt entdeckten Polizeibeamte in der Nacht zum Montag aufsteigenden Rauch aus der Tiefgarage am Berliner Ostbahnhof – sie verständigten die Feuerwehr. Die löschte wenig später zwei direkt in Brand gesetzte Fahrzeuge der Deutschen Bahn (DB) sowie zwei danebenstehende Pkw des Konzerns.»Wir haben eine Stunde gebraucht, um den Einsatz zu beenden«, berichtet Feu...

Schlossbau braucht mehr Zeit
ndPlusBernd Kammer

Schlossbau braucht mehr Zeit

Nach all den Turbulenzen der vergangenen Tage um den Berliner Schlossneubau war Hermann Parzinger die Erleichterung anzumerken: »Wir sind froh, dass das Projekt weitergeht«, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei der Vorstellung der überarbeiteten Pläne für das Humboldt-Forum in den Schlossfassaden. Bei der neuen Bundesregierung hatte der Museumsbau in den Schlossfassaden ze...

Seite 12
ndPlusVolkmar Draeger

Auf poetischen Pfaden

Poesie muss gelesen, gehört und verstanden werden. Als sich die Visionäre einer Webseite für Poesie mit diesen guten Vorsätzen 1999 ins Internet aufmachten, konnten sie kaum ahnen, dass und wie folgenreich ihr Portal lyrikline.org werden würde. Heute, ein Jahrzehnt später, offeriert die Webseite gut 6000 Gedichte von rund 600 Dichtern aus 50 Sprachen, und zwar in der Originalsprache, in diversen, ...

Mord in höchstem Auftrag
Antje Rößler

Mord in höchstem Auftrag

Dienstwagenaffären? Unberechtigte Freiflüge? Über solche Verfehlungen der Mächtigen können Italiener nur lachen. Südlich der Alpen gerät das Konglomerat aus Staat, Kirche und Mafia nicht einmal durch Morde ins Wanken. So ist der Fall der vor 25 Jahren entführten Emanuela Orlandi noch immer nicht aufgeklärt. Obwohl die Ermittlungen ins Zentrum der Kurie weisen, verweigert der Vatikan jegliche Ausku...

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Andrea Barthélémy, dpa

Problemrotten durchwühlen Berlins Vorgärten

Sie stecken ihre Rüssel in Beete und Komposthaufen, durchpflügen Moore und naturgeschützte Sumpfgebiete. Zurück bleibt meist nur ein Haufen durchwühlter Erde. Seit einigen Jahren schon sind Wildschweine in der Hauptstadt auf dem Vormarsch, rund 400 Verkehrsunfälle verursachten sie im vergangenen Jahr. Dieser bundesweite Trend ist in Berlin besonders ausgeprägt. Der NABU mahnt nun eindringlich, ill...

Polizei sucht Neonazi-Angreifer

Leipzig/Brandis (dpa/ND). Nach einem Neonazi-Überfall auf Fußball-Fans im sächsischen Brandis hat die Polizei eine achtköpfige Ermittlungsgruppe gebildet. »Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft ermitteln wir wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung – zunächst gegen Unbekannt«, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen, Michael Hille, am Montag in Leipzig. ...

ndPlusBarbara Staacke

Eastgate-Brücke in Marzahn wird verlängert

Die Verlängerung der Eastgate-Brücke über den S-Bahnhof Marzahn hinaus bis zum Wiesenburger Weg kann gebaut werden. Finanzstaatssekretärin Iris Spranger (SPD) sagte in einem Forum mit Anwohnern und Politikern zu, dass der Senat für den noch offenen Eigenanteil von 250 000 Euro einspringen werde.Eigentlich sollte die Weiterführung der Brücke schon im Sommer 2008 gebaut sein. Die Verträge waren bere...

Susanna Gilbert-Sättele, dpa

Wider Schleier und Zwangsehe

Ihre Kanzlei hat die Berliner Anwältin und Autorin Seyran Ates geschlossen – aus Angst vor gewalttätigen türkischen Männern. Von den einen für ihre Zivilcourage bewundert, von anderen als Islamkritikerin und Nestbeschmutzerin beschimpft und verfolgt, lässt die 1963 in Istanbul geborene und seit vierzig Jahren in Deutschland lebende Ates dennoch nicht nach, sich für die Rechte der muslimische...

Velten Schäfer, Schwerin

Koalitionsvertrag bringt Länder in Not

Was kosten die schwarz-gelben Steuergeschenke die Länder? In Niedersachsen ab 2011 acht Prozent des Haushalts, in Mecklenburg-Vorpommern eine weitere Viertelmilliarde – und in Berlin 50 000 Studienplätze.

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Protest gegen Kohletagebau

Potsdam (Agenturen/ND). Mit der Aktion »Kein rot-roter Tagebau« haben Umweltschützer am Montag in Potsdam gegen die befürchtete Genehmigung neuer Braunkohletagebaue durch die künftige Koalition aus SPD und LINKEN protestiert. Dabei kamen am Ort der Koalitionsverhandlungen zwei »Partei-Bagger« und mehrere Tonnen Erde zum Einsatz, mit denen symbolisch die Abbaggerung von fünf bedrohten Lausitz-Dörfe...

Der Spargel sticht den Krautkopf aus

Frankfurt (Oder) (dpa). In Brandenburg wachsen immer weniger Kohlköpfe. Der Anbau sei seit Anfang der 1990er Jahre von 1800 Hektar auf 205 Hektar in diesem Jahr drastisch gesunken, sagte Jörg Lübcke, Referatsleiter Gartenbau im Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung in einem Gespräch mit der dpa. Die märkischen Anbauer könnten wegen der ungünstigen klimatischen Bedingun...

Kulturverein baut weiter

Nachdem am Wochenende das noch im Bau befindliche Gebäude eines türkisch-deutschen Kulturvereins bei Aschaffenburg mit roter Flüssigkeit und Tieraugen geschändet worden war, hält der Verein an seinem Vorhaben fest.

Rasanter Premierenparcours
ndPlusVolkmar Draeger, Dessau

Rasanter Premierenparcours

Dem frisch formierten Ballett des Anhaltischen Theaters gelingt mit »Lulu« nach Wedekind ein veritabler Erfolg.

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Ich grolle nicht
Stefan Amzoll

Ich grolle nicht

Ich grolle nicht ...«. Das berühmte Schubert-Lied ist trotz mancher Widerhaken ein fröhlich Lied. Doch manchmal ist Grollen angebracht. Bei bestimmter Musik fallen einem einfach die Ohren zu. Die Sinne klappen weg. Die Augen gähnen. Das Konzert am Mittwoch im Kleinen Saal der Philharmonie erschien wie ein wertvoller Teppich, durchlöchert von einem kalten Mondfleck. Das ist heute modisch. Flicken, ...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Zahnloser Erfolg

Ja, bestätigt Gysi, Journalismus werde immer skrupelloser. Ihm zum Beispiel böte man öfters Interviews an – unter der Voraussetzung, er habe eine »Nachricht«. Die vorgebliche Neuigkeit interessiert, nicht der Mensch. Der ist nur Transportmittel, wie für Viren. Nachrichtenjägerei ist ein Virus. Aber jetzt will Hape Kerkeling auch eine Nachricht hören: Geht Lafontaine nun ins Saarland zurück? ...

Seite 16
Bestes zum Schluss
ndPlusRoberto Becker

Bestes zum Schluss

Die Ankündigung im Dezember letzten Jahres reichte: Im Handumdrehen waren die gar nicht mal billigen, über 1400 Karten ausverkauft – als bekannt wurde, dass Cecilia Bartoli für ein Konzert in Händels Geburtsstadt kommen würde. Im weltweit vibrierenden 250. Todesjahr des Barockstars hat Halle seinen Standortvorteil einer jahrzehntelangen, lebendigen Händelpflege zwar nicht wirklich ausgespiel...

Ekkehard Krippendorff

Misslungener Exorzismus

Vielleicht liegt für Theater und Regisseure der Reiz, den »Kaufmann von Venedig« zu inszenieren darin, dass – neben dem »Hamlet« – kein Stück des Shakespeare-Kanons so überinterpretiert ist, wie dieses: Beim Googlen findet man 187 .000 Eintragungen ... In Deutschland kommt hinzu das bleierne historische Gewicht des Holocaust, der massenmörderische Antisemitismus, das jeden unbefangenen...

Seite 17
Die Rezension - Frühwarnzeichen

Die Rezension - Frühwarnzeichen

Dieser Ratgeber stellt individuelle Selbsthilfevarianten psychoerfahrener Menschen vor. Es sind Erfahrungsberichte von Menschen, die in verschiedenen Formen von Psychosen betroffen sind, aber nicht länger passiv bleiben wollen: »Und immer wieder stellt sich für mich die Frage, was denn (m)eine Psychose ist, woher sie kommt und wie ich ihr entgegentreten kann. Kann ich ihr Auftreten steuern oder b...

ndPlusUlrike Henning

Medikamente im Mülleimer

Beipackzettel lösen bei Patienten Angst, Zweifel, Unsicherheit und Unzufriedenheit aus – das ergab eine Studie der Universität Witten/Herdecke, in der diese Informationen für das Bundesforschungsministerium untersucht wurden.

Walter Willems

Guck mal, wer da spricht

Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist nicht immer einfach. Wer sich krank fühlt, hofft, dass der Mediziner nicht nur fachlich kompetent ist, sondern auch aufmerksam zuhört und sachlich über Vor- und Nachteile verschiedener Therapien aufklärt. Viele Ärzte wollen dagegen möglichst wirtschaftlich arbeiten und fürchten endlose Diskussionen mit dem Patienten.

Seite 19

Leise Töne von Lautsprecher Basler

Beim Pokalschreck Eintracht Trier ist ausgerechnet vor dem heutigen Achtelfinale gegen den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln Feuer unter dem Dach. Nach vier Niederlagen in Serie ist Teamchef Mario Basler in die Kritik geraten. Eine vergleichsweise Negativserie hat es beim West-Regionalligisten, der in den vorigen Runden des DFB-Pokals schon Hannover 96 und Arminia Bielefeld aus dem Wettbewerb gewo...

ndPlusEric Dobias, dpa

Billige Eintrittskarten für volle Stadien

Fünf Jahre nach dem »Sommermärchen« sollen die Fans bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 mit moderaten Ticketpreisen in die neun Stadien gelockt werden. Die günstigste Eintrittskarte ist schon für 10 Euro zu haben, das teuerste Ticket für das Finale in Frankfurt kostet 200 Euro. »Wir wollen möglichst ausverkaufte Stadien haben. Und wir benötigen 27 Millionen Euro zur Deckung des Gesam...

Herrlich soll es in Bochum werden

Jung, grün, unverbraucht: Fußball-Bundesligist VfL Bochum hat sich nach fünf Wochen intensiver Gespräche und Suche in der sportlich prekären Lage offenbar auf einen Bundesliga-Novizen als Kandidaten für den vakanten Trainerposten festgelegt. Der ehemalige Torschützenkönig Heiko Herrlich soll der Auserwählte für die Nachfolge des am 20. September entlassenen Schweizers Marcel Koller und Interimscoa...