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Ausgabe vom 03.12.2009

Seite 1

Unten links

Mielkes Rache? Die Tragikomödie spitzt sich zu. Die können im Kreml am Potsdamer Hauptbahnhof schon eine KD (MfS-Kreisdienststelle) aufmachen. Da muss sich der Knabe von Hohenschönhausen bestätigt fühlen: »Die Täter sind unter uns.« Ganz Ostelbien Stasiland. Das wusste aber schon der ostdeutsche Volkswitz: »Alle Stasi, außer Mutti.« Bis er sich eines Tages korrigieren musste: »Auch Mutti.« Aber ni...

ndPlusRené Heilig

Das Schweigen

Ein Untersuchungsausschuss soll klären, ab wann wer in der Regierung was über den von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff bei Kundus gewusst hat. Schon die Frage ist falsch gestellt. Eigentlich müsste sie lauten: Ist ein deutscher Oberst zum Kriegsverbrecher geworden, weil Deutschland das Völkerrecht gebrochen hat? Diese Frage überfordert die meisten Mitglieder des nun in Selbstvollkommenheit zu...

Konjunkturgipfel gegen Kreditklemme

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lud gestern Abend Vertreter von Unternehmen, Banken und Gewerkschaften zum Konjunkturgipfel ins Kanzleramt. Beraten werden sollte dort über Konsequenzen aus der Finanzkrise. Ergebnisse waren bei ND-Redaktionsschluss gestern noch nicht bekannt.

ndPlusRené Heilig

Friedensnobelpreisträger auf dem Kriegspfad

US-Präsident Barack Obama hat in der Nacht zum Mittwoch seine neue Afghanistan-Strategie bekannt gegeben. Um die erstarkten Taliban zurückzuschlagen, schickt er bereits Anfang nächsten Jahres 30 000 zusätzliche US-Soldaten an den Hindukusch. Auch verlangt er mehr Einsatz von den Verbündeten. Gestern konstituierte sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages zum Untersuchungsausschuss. Gegenstand: Der Bombenangriff vom 5. September bei Kundus.

Seite 2
ndPlusChristian Klemm

Deutliche Mehrheit für den Rückzug

Die Friedensbewegung in Deutschland hat ihre eigene Umfrage zum Afghanistan-Krieg organisiert: 95 Prozent der Befragten stimmten dabei für den Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch.

Olaf Standke

Der teure Krieg

»Kriege machen jeden vernünftigen Haushalt kaputt«, weiß Gordon Adams, einst unter Präsident Bill Clinton im Etatbüro für die Militärausgaben zuständig. Die Feldzüge der Bush-Ära haben die Finanzen der Supermacht jedenfalls arg strapaziert und entscheidend dazu beigetragen, dass das Haushaltsdefizit in diesem Herbst erstmals auf mehr als zwölf Billionen Dollar (über acht Billionen Euro) angewachse...

René Heilig

Die missratene Nationalarmee

Mit geballter NATO-Macht will Obama nun in Afghanistan eiligst für eine starke Verhandlungsposition gegenüber den Taliban und den mächtigen Warlords sorgen. Irgendwo dazwischen entsteht eine neue afghanische Nationalarmee, deren künftiger Status ebenso unsicher ist wie ihre Kampfkraft.

ndPlusMax Böhnel, New York

Die Enttäuschten setzen Zeichen

Das Schild, das Diane Brzywczy in den stockdunklen kalten Abend reckt, enthält nur das eine Wort »Disappointed!«. Die USA-Friedensbewegung ist tief enttäuscht über Präsident Obama.

Seite 3
Ein Boot für die Schwächsten
Karin Leukefeld

Ein Boot für die Schwächsten

Seit dem 3. Dezember 1993 gibt es den UNO-Tag für Menschen mit Behinderungen. Die UNO-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde 2006 verabschiedet. Die Zahl dieser Menschen wird weltweit auf rund 650 Millionen geschätzt, etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung.

ndPlusHilmar König, Delhi

Bhopal und sein »zweites Desaster«

Vor 25 Jahren wurde Bhopal, die Hauptstadt des Unionsstaates Madhya Pradesh, von der schlimmsten Industriekatastrophe in Indiens Geschichte heimgesucht. Auf dem Gelände der Union Carbide-Düngemittelfabrik, einer Tochterfirma des US-amerikanischen Chemiekonzerns, explodierte ein mit 50 Tonnen Methylisocyanat (MIC) gefüllter Tank. Eine Giftgaswolke waberte durch die Stadt und brachte Tausenden Einwohnern den Tod. 25 Jahre danach plagen Spätfolgen noch weit über 100 000 Überlebende.

Seite 4
ndPlusIna Beyer

Freie Fahrt für Daimler?

Die Globalisierung schlägt zurück. Die Sicherung des Standortes Deutschland, wie sie über Jahre politisch beschworen wurde, um von den Gewerkschaften Zugeständnisse zu einer bescheidenen Lohnpolitik zu erzwingen – sie bröckelt immer weiter. Nun will auch Daimler einen Teil seiner Produktion vom Traditionsstandort Sindelfingen in den gewerkschaftlich schwachen Süden der USA verlagern und dadu...

Roland Etzel

Zeit für Diplomatie

Abbruch der Atomgespräche oder doch Fortsetzung? Verschiedene Äußerungen des iranischen Präsidenten innerhalb von nur 24 Stunden lassen beide Deutungen zu. Und so soll es wohl auch sein. Ahmadinedschad beherrscht die Klaviatur des diplomatischen Versteckspiels. Dass er damit recht erfolgreich ist, hat aber noch einen zweiten Grund – die fehlende oder zumindest wenig sachdienliche Strategie d...

ndPlusFabian Lambeck

Krokodilstränen

Es hätte so schön werden können: Drei Oppositionsparteien, die gemeinsam eine Normenkontrollklage vor dem Bundesverfassungsgericht anstrengen. Auf diese Weise hätte man die fragwürdige Zusammenstellung des ZDF-Verwaltungsrates und dessen Entscheidung in Sachen Brender noch einmal höchstrichterlich prüfen lassen können. Nebenbei eine gute Gelegenheit, die CDU mal so richtig vorzuführen. Doch die SP...

Atomlobbyist
ndPlusAert van Riel

Atomlobbyist

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die Aufgabe, die im Koalitionsvertrag festgelegte Laufzeitverlängerung von Atomreaktoren zu organisieren. Vergangene Woche hatte der Umweltminister jedoch in den eigenen Reihen für Missstimmung gesorgt. Röttgens Aussage, wonach Atomenergie auf Dauer nur genutzt werden könne, wenn die Mehrheit der Bevölkerung die Kernenergie akzeptiere, wurde ihm von U...

Wer darf den Landrat wählen?

Wer darf den Landrat wählen?

ND: Im Brandenburgischen Landkreis Uckermark übergab eine Bürgerinitiative jetzt 17 000 Unterschriften für die Direktwahl des Landrats. Was ist der Hintergrund dafür? Krause: Nach der Ende des Jahres 2007 vom Landtag novellierten Kommunalverfassung werden die Landräte in Brandenburg künftig in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl von den Bürgern bestimmt. Bisher wählten d...

Seite 5

Dresden mobilisiert gegen Rechts

Dresden (ND). Der Widerstand formiert sich. Ein Bündnis von Gewerkschaften und Parteien über zivilgesellschaftliche Initiativen bis zu Antifagruppen will am kommenden Samstag in Dresden die Protestvorbereitung für den jährlichen Naziaufmarsch im Februar konkretisieren. Das teilte »NoPasarán«, ein bundesweiter Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen, mit.Bei einer Konferenz Anfang November verab...

Vielen Selbstständigen droht Altersarmut

Berlin (dpa/ND). Der Sozialbeirat der Bundesregierung dringt darauf, von Altersarmut bedrohte Selbstständige stärker als bisher in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Insgesamt zwei bis drei Millionen Selbstständige seien ohne obligatorische Alterssicherung, geht aus der Stellungnahme der Regierungsberater zum Rentenversicherungsbericht 2009 hervor.Die Schutzbedürftigkeit dieser Pers...

Hendrik Lasch

Daehre und die Knollen

Karl-Heinz Daehre ist im Kabinett Sachsen-Anhalts nicht für Landwirtschaft zuständig, sondern für Bau und Verkehr. Trotzdem legt sein jetzt erfolgter Sinneswandel eine Redewendung aus den Agrarbereich nahe: Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Keine zwei Wochen ist es her, da entschied sich Daehre, die Ärmel aufzukrempeln und auf den Acker zu gehen: Der schon 65-Jährige verblüffte sein...

Dieter Hanisch, Husum

Spaßguerilla macht kurzen Prozess

Luftballons und Konfetti im Gerichtssaal, ein Streit, ob Dienstwaffen tragende Polizisten etwas im Zuhörerraum zu suchen haben und schließlich ein Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter: So sah der erste Verhandlungstag in Husum aus.

Gabriele Oertel

Rätselraten um künftiges Mietrecht

Nachdem die FDP bereits in der Vorwoche ihren ersten – wenn auch zunächst nur verbalen – Angriff auf das Mietrecht gestartet hatte, machte die CSU gestern klar, dass derlei mit ihr nicht stattfinden wird. Und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzt wieder einmal zwischen allen Stühlen.

Seite 6

Fall Brender: SPD will nicht in Karlsruhe klagen

Dürfen Regierungsvertreter missliebige Journalisten kaltstellen? Grüne und LINKE wollen den Fall des ZDF-Chefredakteurs Nikolas Brender vor das Bundesverfassungsgericht bringen. Dazu benötigen sie auch Stimmen aus der SPD-Fraktion. Doch die Sozialdemokraten mauern.

Sinti und Roma warnen vor Abschiebungen

Im Vorfeld der Innenministerkonferenz in Bremen haben Menschenrechtsorganisationen und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma im Streit um das Bleiberecht vor Abschiebungen gewarnt.

Hendrik Lasch, Dresden

»Nicht Randale, sondern Attacke auf eine Idee«

Eine Viertelstunde prügelten Neonazis Ende Oktober auf Spieler und Fans von »Roter Stern Leipzig« ein. Der Vorfall weist auf ein ernstes Problem in Sachsens Fußball hin.

Seite 7

Israel wird Hamas Angebot machen

Im Bemühen um Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit soll nach Angaben aus Verhandlungskreisen ein deutscher Vermittler ein israelisches Verhandlungsangebot für einen Gefangenenaustausch übergeben.

Iran: Atom-Thema abgeschlossen

Iran will nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad trotz einer Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA keine weiteren Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm führen.

ndPlusJan Keetman, Istanbul

»Die Schweiz hat Schlimmes gemacht, aber …«

Als die Schweizer Stimmbürger am Sonntag überraschend ein Minarettverbot guthießen, befand sich die Türkei wie die gesamte islamische Welt noch in den Ferien nach dem Opferfest. Das erklärt die verzögerte Reaktion, wobei die Überraschung ebenfalls eine Rolle gespielt haben mag.

ndPlusHarald Neuber

Berlin akzeptiert Putschwahlen in Honduras

Der Europäische Rat sieht in der Abstimmung in Honduras am vergangenen Sonntag einen Schritt zur Lösung der tiefen politischen Krise des Landes. Die Bundesregierung will offenbarPorfirio Lobo als künftigen Präsidenten anerkennen, während auf dem Iberoamerika-Gipfel unterschiedliche Positionen deutlich wurden.

Seite 8

System Berlusconi baut auf die Mafia

In der italienischen Presse wird derzeit viel über die Verbindungen von Silvio Berlusconi zur Mafia gesprochen. Welche Verbindungen gab es, welche gibt es, ist der Regierungschef vielleicht sogar mit Hilfe des Organisierten Verbrechens an die Macht gekommen? Mit dem Publizisten und Experten für Mafia und Schattenwirtschaft ROLF UESSELER sprach darüber in Rom ANNA MALDINI.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Kein START am 5. Dezember?

Eigentlich wollten Russland und die USA am Sonnabend ein Folgeabkommen für den am selben Tag auslaufenden START-1-Vertrag zur Begrenzung strategischer Offensivwaffen unterzeichnen. Doch daraus scheint nichts zu werden.

Seite 9

GM-Chef Henderson muss gehen

Detroit (ND/dpa). Nach nicht einmal einem Jahr an der Spitze des krisengeschüttelten US-Autobauers General Motors (GM) ist Fritz Henderson zurückgetreten. »Es müssen Veränderungen her«, sagte Verwaltungsratschef Ed Whitacre am Dienstagabend in Detroit. Der mächtige Chef des Kontrollgremiums erklärte, die 25-jährige Zugehörigkeit Hendersons zu General Motors behindere die notwendigen Reformen. Im V...

ndPlusAnnegret Mathari, Genf

WTO nimmt Kurs auf Doha

Die 153 Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) wollen bis zum Frühjahr eine Bestandsaufnahme der Doha-Handelsrunde machen. Auf ihrer am Mittwoch zu Ende gegangenen Ministerkonferenz in Genf bekräftigten sie, die Runde bis Ende 2010 abschließen zu wollen.

ndPlusJutta Blume

Keimfrei mit Risiko

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat erneut auf die unerforschten Risiken der Nanotechnologie hingewiesen.

Elfi Schramm

Wird Vorsorge überschätzt?

Der medizinische Fortschritt hat in den letzten 20 Jahren bei allen Krebserkrankungen zu einer Vervierfachung der Überlebenszeit geführt – allerdings bei einer Verhundertfachung der Kosten. Ist das gerechtfertigt? Das fragten am Dienstag Referenten aus Politik, Medizin und Wissenschaft bei einer von der Interessenvertretung der Innungskrankenkassen (IKK) e.V. organisierten Tagung.

Seite 10
STARporträt

STARporträt

An psychopathischen Finsterlingen ist die Filmgeschichte wahrlich nicht arm, aber Jigsaw stellt mit seinen ausgeklügelt sadistischen Folterfallen in »SAW« die meisten in den Schatten – nun schon zum sechsten Mal von Tobin Bell (Foto: AFP) verkörpert. Der US-amerikanische Schauspieler, Sohn der britischen Schauspielerin Eileen Bell, wurde am 7. August 1942 in Queens, New York, geboren und unt...

Angelika Nguyen

Im Schatten der Napola

Merkwürdig beginnt dieser Dokumentarfilm. Eine Frau, Marva Karrer, fährt mit dem Filmteam zum Haus ihrer Eltern, die gemeinsam Selbstmord begingen. Stockend versucht sie sich und der Kamera die Gründe dafür zu erklären. Warum nur haben sich die Eltern umgebracht? Dann wechseln Protagonisten und Interviewstruktur. Mehrere ältere Herren berichten über ihre Erlebnisse als Schüler. Hier fällt erstmals...

Katharina Dockhorn

Die bösen Kritiker

Mit seinem Lächeln wickelt er alle um den Finger, Schwiegermuttertraum Til Schweiger, Schauspieler, Produzent und Regisseur. Der 45-Jährige ist auch ein Meister im Marketing der eigenen Person, der die Spielregeln selbst bestimmen will, nach denen über ihn berichtet wird. Er verrät gerne, wie er Weihnachten feiert. Oder flirtet mit den Kameras vor der Premiere seiner Komödie »Zweiohrküken«. Zur Fi...

Gunnar Decker

(K)eine Frage der Intelligenz?

Dies ist ein Großstadt-Sommernachtstraum, eine pure Entfesselungsgeschichte. Die bürgerlich gefesselten Triebe, sie befreien sich immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet, immer so, wie man es sich nie vorstellen konnte. Es gibt also Hoffnung? Das ist noch sehr die Frage, denn das Chaos plötzlicher Begierden, wie es in »Whatever Works – Liebe sich wer kann« ausbricht, ist keines, neben ...

Seite 11

Verquerer Unfug

Die Welt des Berliner FDP-Abgeordneten Sebastian Kluckert muss ziemlich verquer sein: Klaus Wowereit sei nur dank Linksextremisten im Amt, meint der nämlich. Der Beweis für diesen Unfug: Bei der gescheiterten Wahl der ehemaligen Staatssekretärin Hella Dunger-Löper zur Präsidentin des Landesrechnungshofs vor einigen Wochen habe die linksextreme Unterstützung gefehlt, deswegen sei diese auch durchge...

Gerechtere Welt braucht in Nord und Süd Veränderung
ndPlusMartin Ling

Gerechtere Welt braucht in Nord und Süd Veränderung

In Berlin nahm er einst seinen Anfang, in Berlin hat er bis heute seinen Sitz: Der Weltfriedensdienst. So nimmt es wenig Wunder, dass der Empfang zum 50. Geburtstag des Weltfriedensdienst (WFD) am Dienstagabend im Roten Rathaus stattfand – auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD, der sich von seinem Staatssekretär Jens-Peter Heuer vertreten ließ. Nichtsdestotrotz spr...

Martin Kröger

Heftige Kontroverse über Umgang mit linker Gewalt

Normalerweise geht es sachlich zu im Verfassungsschutzausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Parlamentarier informieren sich in dem Gremium über die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes zu staatsgefährdenden Phänomenen, fragen nach und diskutieren ausführlich: Über Rechtsextremismus, die NPD oder islamistische Vereinigungen, die der Geheimdienst als gefährlich einstuft. In diesem Jahr auch häufig ü...

Mit dem Bürgeretat durch die Lande

Mit dem Bürgeretat durch die Lande

Die gebürtige Leipzigerin Christina Emmrich ist seit 2002 für die Linkspartei Bürgermeisterin im Berliner Bezirk Lichtenberg. Im Jahr 2004 wurde dort der erste Bürgerhaushalt Berlins eingeführt.

Seite 12
Tom Mustroph

Harfenspieler statt Mauerspecht

Vom Osten aus wurde die Mauer gebaut, vom Westen aus wurde sie bespielt. An eine poetische Intervention des Künstlerduos Per Lüke und Wieland Speck aus dem Jahre 1978 erinnert eine Ausstellung in der Kreuzberger Galerie Exile. Am 13. August 1978 erkletterte Per Lüke mit einer Harfe die Berliner Mauer im Abschnitt Wolliner Straße. Er setzte sich rittlings auf das dort tatsächlich noch gemauerte und...

Busenwunder und Lustgreise
Volkmar Draeger

Busenwunder und Lustgreise

Bis ins England des 19. Jahrhunderts sollen die Wurzeln dessen zurückreichen, was nun in aufgefrischter Form den geschlossenen »Wintergarten« belebt. Sollten damals aristokratische Sitten karikiert werden, hat sich die »Burlesque«, also gezügelte Erotik-Shows, zur Unterhaltung der Sinne gemausert. Als New-Burlesque feiert sie seit einigen Jahren international ihre Renaissance, geknüpft nicht zulet...

Seite 13

Immer mehr Orte mit Stolpersteinen

Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Naziregimes liegen bereits in mehr als 480 Orten Deutschlands. Mancherorts gibt es, wie in Trier, inzwischen bereits Rundgänge auf den Spuren der Stolpersteine.

Antje Stiebitz

Bonusprogramm für Senioren

Zirka 61 000 Senioren über 65 Jahre reisen – seit seiner Einführung im April 2009 – mit dem VBB-Abo 65plus durch ganz Berlin und Brandenburg. »Das Ticket ist ein großer Erfolg, eigentlich schade, dass wir es nicht schon früher eingeführt haben«, zeigte sich VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz gestern sehr zufrieden. Ab dem 1. Dezember wird das 65plus-Ticket durch ein Bonusprogrammhef...

ndPlusKemal Hür, dpa

Geschieden, allein erziehend, türkisch

Es ist Montag, kurz nach 18 Uhr. Im Büro des Psychologen Kazim Erdogan in Neukölln sitzen 25 türkische Männer um einen runden Tisch. Vor jedem von ihnen steht ein Gläschen schwarzer Tee. Einer der Männer erzählt, dass seine Frau ihn verlassen und mit zwei Kindern zurückgelassen habe. Die anderen hören ihm zu, erzählen dann von eigenen Erfahrungen. Viele von ihnen sind alleinerziehend.Seit knapp zw...

Später Mauerfall am Blocksberg
ndPlusHendrik Lasch

Später Mauerfall am Blocksberg

Im Tal waren alle Grenzen offen, der Brocken aber war Anfang Dezember 1989 noch dicht – bis 800 Wanderer auch auf dem höchsten Berg im Harz die Mauern durchlässig machten.

Seite 14
Mirko Knoche, Hamburg

Hamburgs Mieten steigen rasant

Bezahlbarer Wohnraum wird in Hamburgs Innenstadtquartieren immer knapper. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Große Anfrage der Hamburger Linksfraktion hervor.

Linkspolitiker soll wegen Wachregiments geradestehen

Potsdam (ND/dpa). Gegen die Landtagsfraktion der Linkspartei richtet sich ein neuer Stasi-Vorwurf. Die Berliner Birthler-Behörde hat am Mittwoch Akten herausgegeben, wonach der Abgeordnete Michael Egidius Luthardt Ende der 70er Jahre als Soldat im Stasi-Wachregiment »Feliks Dzierzynski« gedient hat. Das Wachregiment unterstand dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit. Der stellvertretende Linksfra...

»Verschweigen gefährdet Rot-Rot«

»Verschweigen gefährdet Rot-Rot«

ND: Am Montag verriet die Brandenburger Landtagsabgeordnete Renate Adolph (LINKE), dass sie Informelle Mitarbeiterin des Ministeriums für Staatssicherheit war, und legte – weil sie das nicht, wie in der Partei vorgeschrieben, vor ihrer Nominierung gesagt hatte – ihr Mandat nieder. Damit stieg die Zahl der Stasi-Fälle in der Linksfraktion auf sechs. Waren das jetzt alle? Nord: Wir sind ...

Seite 15

György Dalos

Der Historiker und Publizist György Dalos erhält in diesem Jahr den mit 15 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung. Mit der Auszeichnung wird sein bisheriges Werk, besonders aber sein 2009 erschienenes und spannungsreiches Buch »Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa« gewürdigt. Der Preis wird am 17. März zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse überr...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Gnade des Naturells

Es ist das Buch von Hans-Dieter Schütt. Aber dass der Münzenbergsaal im ND-Gebäude am Dienstagabend kaum alle Besucher fassen konnte, lag vor allem an Ursula Karusseit. Deren Gesicht man aus »Wege übers Land« und »Daniel Druskat« kennt – auch aus heutigen Fernsehserien, die sich mancher nur ihretwegen anschaut. Da ist man neugierig, ob die Schauspielerin wirklich der Mensch ist, den man in i...

Hans-Gerd Öfinger, Erfurt

Der Letzte aus dem Osten

Für erhebliche Unruhe in der Thüringer Zeitungslandschaft sorgt in diesen Tagen die Meldung von der überraschenden Abberufung des langjährigen Chefredakteurs der zum Essener WAZ-Konzern gehörenden Tageszeitung »Thüringer Allgemeine« (TA), Sergej Lochthofen. Nachfolger Lochthofens in Erfurt ist seit Mittwoch Paul Josef Raue (59), bisher Chefredakteur des WAZ-Ablegers »Braunschweiger Zeitung«. Damit...

Sternstunden und Sternschnuppen
ndPlusHans-Dieter Schütt

Sternstunden und Sternschnuppen

Jede Sternstunde des Theaters ist nur eine Sternschnuppensekunde – denn das Theater rast vorwärts, überholt sich quasi immer wieder selber, ein Handwerk des Um- und Umschaufelns von Ereignissen, das Unsterblichkeit einzig in der Meisterschaft erlangt, Vergänglichkeit zu produzieren. Aber auch Sternschnuppen ziehen mitunter eine lange Bahn. Vor über vierzig Jahren war es: »Coriolan«-Premiere ...

Seite 17
ndPlusGerd Kaiser

Viel Geschrei

Es gehört zum Anliegen des Christoph Links Verlags, der seinen Sitz dort hat, wo Berlin am berlinischsten ist, im alten Prenzlauer Berg, seiner wachsenden Leserschar nicht nur den Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des eigenen Landes zu öffnen, sondern auch für die Nachbarländer im Osten Europas. Reinhold Vetter hat als Journalist knapp zwei Jahrzehnte lang aus und über Polen berichtet...

ndPlusKlaus Steinitz

Aus eigener Kraft Not lindern

Es gibt zahlreiche Publikationen über die ökonomische und soziale Entwicklung in Ostdeutschland seit der Vereinigung. Sie lassen sich in etwa zwei Gruppen unterteilen. Die erste Gruppe bilden die regierungsoffiziellen Berichte zum Stand der deutschen Einheit und andere Veröffentlichungen des Mainstreams, die ein insgesamt schöngefärbtes Bild der bisherigen Ergebnisse zeichnen und »noch vorhandene ...

ndPlusHeinz-Dieter Winter

Gute Zäune, gute Nachbarn?

Vor sechs Jahren reisten kurz hintereinander Palästinenserpräsident Abbas und der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon nach Washington, um dem US-Präsidenten ihre Sicht über die seit dem Jahr 2002 im Bau befindliche Sperrmauer darzulegen. Scharon präsentierte »wunderschöne Fotos des im Bau befindlichen Sperrwalles, die beweisen sollten, dass es sich nicht um Mauer handelte, sondern...

Seite 19

Ausweg über Lettland

Während Werder Bremen seinem heutigen Europa-League-Spiel gegen die Portugiesen von Nacional Funchal als Gruppenerster gelassen entgegenblicken kann, steht für Hertha BSC bei Lettlands Vizemeister FK Ventspils viel auf dem Spiel. Ein Erfolg könnte dem Tabellenletzten der Bundesliga neben Selbstvertrauen auch das Weiterkommen und dringend benötigte Einnahmen sichern. »Wir haben noch nicht aufgegebe...

Alba siegt erneut knapp

Zwei Zitterpartien, nur ein glücklicher Sieger: Während Alba Berlin im zweiten Gruppenspiel des Basketball-Eurocups in den Schlussminuten beim ukrainischen Meister Asowmasch Mariupol den Sieg einfuhr, verlor Vizemeister Telekom Baskets Bonn bei Besiktas Istanbul in der Verlängerung. Das 74:73 (40:41) der »Albatrosse« war bereits der zweite Krimi in Folge. »Wir weigern uns derzeit standhaft, solche...

Jürgen Holz

Verloren, aber Spitze

Es hätte ein schöner Eishockeyabend werden können. 14 200 Fans kamen am Dienstagabend in die Arena am Berliner Ostbahnhof, ausverkauftes Haus. Und dann wurde Publikumsliebling Stefan Ustorf – seit 2004 bei den Eisbären – für sein 500. DEL-Spiel mit einem Jubiläumstrikot mit dem Aufdruck »500« geehrt. Obendrein fiel dem 35-Jährigen eine besondere Rolle zu: Er übernahm vom verletzten Ste...