Metropolis: Kleine Ouvertüre
ndPlusCharlotte Noblet

Metropolis: Kleine Ouvertüre

Am Brandenburger Tor unter Schnee, am Friedrichstadtpalast unter Scheinwerfern, oder im Fernsehen, alles dreht sich um das Meisterwerk von Fritz Lang. Die Premiere von Metropolis gab es schon 1927. Einzelteile des Films sind danach aber „verschwunden“ und erst nach einer umfangreichen Restaurierung „re-integriert“ worden. Bei der Berlinale 2010 wird im großen Stil das Endpr...

Auf die kanadische Art
Oliver Händler

Auf die kanadische Art

OK-Chef John Furlong hatte angekündigt, mit dem Todesfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili auf die beste kanadische Art umzugehen, die nur irgendmöglich sei. Damit konnte ich zunächst nichts anfangen. Doch nach der mitreißenden Eröffnungsfeier bekomme ich langsam eine Ahnung davon, was Furlong meinte. Feiern mit Respekt. Fröhlichkeit ohne Vergessen. Als hatten die Zuschauer nur auf de...

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Ab heute geht's um Olympiagold

Die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver haben begonnen: Nach der Eröffnungsfeier am Freitagabend – die erstmals in der olympischen Geschichte unter einem Hallendach ausgetragen wurde – starten heute die Skispringer auf der Normalschanze im Olympic Park von Whistler (Foto: AFP) als Erste in das Rennen um die Medaillen. 86 Mal Gold wird in den kommenden 16 Tagen in Kanada vergeben...

Unten links

Allmählich wird der visionäre Charakter der Energie-Strategie von Bundesumweltminister Norbert Röttgen deutlich. Während Freund und Feind noch an seinen Äußerungen über die Perspektiven der Atomkraft herumnörgeln, sickern Details über vorwärtsweisende Großversuche durch. Schon der nächste CDU-Parteitag soll vollkommen klimaneutral ablaufen. Der Clou: Alle Delegierten werden beim Betreten des Versa...

Jan Hoffmann

Gastkolumne

In Vancouver haben die Olympischen Spiele begonnen –. das spannende, herausragende Event des Weltsports. Ich selbst habe die Kanadier 1972 in Calgary und 1978 in Ottawa als sympathische und begeisterte Gastgeber von Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften erlebt. Das wird bei den Spielen 2010 sicher nicht anders sein. Olympia! Ich hatte das Glück, gleich sechsmal dabei zu sein: viermal als Eiskunst...

Lafontaine setzt Programmpunkte

Im Interview mit Neues Deutschland hat der im Mai aus dem Amt scheidende Parteivorsitzende Oskar Lafontaine sich über den Zustand der LINKEN und deren Debatte um ein Grundsatzprogramm geäußert. Erstmals konkretisierte er dabei öffentlich seinen Konflikt mit Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.

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Rechte Gewalt im Vorfeld

Im Vorfeld des Dresdner Naziaufmarsches häuften sich Anschläge und Übergriffe von Neonazis, stellt stellt Ulli Jentsch fest. Er ist Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin.Eine Woche vor dem Naziaufmarsch versuchten etwa 15 mit Handschuhen und Sonnenbrillen bekleidete Nazis, eine antifaschistische Kundgebung in der sächsischen Landeshauptstadt zu stören. Nach Ang...

»Es gibt Vorwürfe«

»Es gibt Vorwürfe«

ND: Was ist »Watch the Police«? Lichdi: Es handelt sich um einen Ad-hoc-Zusammenschluss von Anwälten, die von Politikern unterstützt werden und es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Polizeieinsatz zu beobachten und gegebenenfalls Regelverletzungen zu dokumentieren und zu veröffentlichen. Ist es notwendig, Polizei zu beobachten? Ja. Wir wollen der Polizei zwar nicht unterstellen, dass sie rechtswi...

Nazis sollen nicht unter sich bleiben

Zum Protest gegen den für heute geplanten Aufmarsch, zu dem über 7000 Nazis nach Dresden kommen wollen, werden Zehntausende Demonstranten erwartet.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Vorsichtig, aber entschlossen

»Jetzt erst recht«, sagt sich der 43-jährige Gewerkschafter aus Nordhessen (auf Wunsch bleibt er anonym d. R.), der vor einem Jahr auf der Rückfahrt von der Demonstration gegen den Neonazi-Aufmarsch in Dresden am Autobahnrasthof Teufelstal bei Jena von Nazis angegriffen und dabei schwer verletzt wurde. Der Tat verdächtigt werden schwedische Neonazis. Ein Jahr später ist er auch heute in Dresden wi...

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Rückzug ins Schleusenhäuschen
Roland Heine

Rückzug ins Schleusenhäuschen

Es war ein Novum für beide Seiten: Am 9. Februar 1990 druckte das »Neue Deutschland« ein langes Interview mit Rolf Henrich, Autor der spektakulären DDR-Analyse »Der vormundschaftliche Staat«, Mitbegründer des Neuen Forums. Noch wenige Monate zuvor war Henrich als Verräter behandelt worden, er verlor die Zulassung als Anwalt, es folgte der SED-Ausschluss. Zum Zeitpunkt des Interviews wurde der Jurist, der auch am Runden Tisch saß, noch als Mann für höhere Ämter gehandelt. Kaum jemand ahnte, dass er bereits an Rückzug aus der Politik dachte.

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

Keine Entwarnung

Dass ein gestandener Konservativer wie Verkehrsminister Peter Ramsauer an den »gemeinwirtschaftlichen Auftrag« der Deutschen Bahn erinnert und einen Börsengang über Jahre ausschließt, klingt nach Ironie der Geschichte. Ist der CSU-Mann zum Schutzpatron einer Bürgerbahn geworden? Vorsicht und Misstrauen sind angebracht. Ramsauer stimmte 2008 im Bundestag der Bahnprivatisierung zu. Und der von ihm m...

René Heilig

Bundeswehr ist draußen

Ach, was war es ehedem mit dem Schäuble doch bequem ... Nun ist sein Parteikollege Thomas de Maizière Bundesinnenminister und von dem hört man Seltsames. Beispielsweise, dass er die sture Forderung nach einem direkten Einsatz der Bundeswehr im Innern nicht mehr offensiv vertreten wird. Zwar halte auch er – so die Verbeugung in Richtung seines Vorgängers – eine entsprechende Grundgesetz...

Roland Etzel

Teheraner Autismus

Man kann es nur immer wiederholen: Auch die jüngste iranische Prahlerei in Sachen Urananreicherung im eigenen Land, das scheinbar lockere Nachdenken über eine Atombombe bedeuten keine Verletzung internationaler Vereinbarungen zur Atomnutzung, solange die entsprechende Behörde Kontrollen ausüben kann. Das Lamento Guido Westerwelles und anderer im Westen, die wie er gestern ihre »ernsthafte Sorge« ü...

ndPlusAndreas Fritsche

Der Rechner

Der Brandenburger Helmuth Markov ist der erste und bislang einzige Finanzminister der LINKEN. 100 Tage ist er jetzt im Amt. Nun gut, die Linkspartei hat ihren Oskar Lafontaine, der bekanntlich kurz als Finanzminister in einer rot-grünen Bundesregierung saß. Doch da gehörte er schließlich noch der SPD an. Nicht mehr lange dauert es, dann ist Markov länger Finanzminister, als Lafontaine es war. Ende...

Mehr als nur Noteinsätze?

Mehr als nur Noteinsätze?

ND: Herr Galvan, Sie waren bei den verschiedensten Katastrophen-Einsätzen dabei und haben erlebt, wie unterschiedlich gut die Hilfsarbeit funktioniert. Probleme mit der Koordination der Hilfsarbeiten gibt es derzeit auch in Haiti. Warum gibt es so viele Organisationen, obwohl auch die UNO mit ihren Unterorganisationen tätig wird? Galvan: Die Vereinten Nationen sind eine politische Organisation, si...

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CSU: Kein Einstieg in die Kopfpauschale

Berlin (dpa/ND). Die CSU hat den Auftrag der zur Ausarbeitung der Gesundheitsreform eingesetzten Regierungskommission infrage gestellt. »Mit der CSU wird es keine Kopfpauschale geben. Und auch keinen Einstieg«, sagte der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder der »Süddeutschen Zeitung«. Das sei ganz klar und unstrittig. Der Arbeitsauftrag der Kommission sollte deshalb geändert werden. »Die Ko...

ndPlusHaidy Damm

Erfolgloses Anpreisen von Dämonisierten

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin erneut gefordert, auch in der Bundesrepublik Gefangene aus Guantanamo aufzunehmen. Nur so könne die Schließung erreicht werden, sagte Julia Duchrow, Referentin bei Amnesty für Menschenrechte und Terrorismusbekämpfung.

FDP-Chef zündelt am sozialen Frieden

Mit seiner Kritik an der Hartz-IV-Debatte hat FDP-Chef Guido Westerwelle weithin Empörung ausgelöst. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) distanzierte sich von der Wortwahl ihres Vizekanzlers. Aus der SPD kam die Forderung nach einer Entschuldigung. Westerwelle lehnte dies ab. Gewerkschaften und Sozialverbände sehen in seinen Äußerungen die Diffamierung von Millionen Langzeitarbeitslosen.

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Bundeswehr im Innern vorerst passé

Berlin (AFP/ND). Eine Grundgesetzänderung zur Ermöglichung von Bundeswehreinsätzen im Inneren ist einem Zeitungsbericht zufolge vorerst vom Tisch. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will dieses Ziel laut »Süddeutscher Zeitung« mangels einer Mehrheit im Bundestag nicht mehr offensiv vertreten. Er selbst halte eine Verfassungsänderung zwar für richtig, sehe im Parlament aber nicht die dafür notw...

Iran sieht sich unter den Top 15

Teheran (dpa/ND). Iran wähnt sich unter den Top 15 der Atomstaaten in der Welt. Der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, meinte am Freitag nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars: »Im Konzert der 150 Mitgliedstaaten der IAEA sind wir unter den ersten 15.« Iran sei zwar noch nicht auf dem Stand von beispielsweise Japan. »Aber in der islamischen Welt sind wir die Nummer eins – a...

Weiter Brosamen für SED-Opfer

Berlin (epd/ND). Der Bundesrat will SED-Opfer mit Kindern bei der Opferrente besserstellen. Das Kindergeld soll nach dem am Freitag beschlossenen Gesetzentwurf nicht mehr als Einkommen gerechnet werden. SED-Verfolgte erhalten nur dann eine Opferrente, wenn ihr Einkommen eine bestimmte Höhe nicht überschreitet. Der Bundestag muss sich jetzt mit dem Gesetzentwurf befassen.

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ndPlusThomas Berger

Anklage gegen Hotelbomber

Über ein halbes Jahr nach den Anschlägen auf zwei Luxushotels in Jakarta hat der Prozess gegen einen der überlebenden Attentäter begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft Amir Abdillah vor, dem Terrornetzwerk des getöteten Islamisten Noordin Mohammed Top angehört zu haben.

André Anwar, Stockholm

Rasmussen im Fettnäpfchen

Dänemarks Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussens wackelt zunehmend. Dem chaotischen UN-Klimagipfel folgten weitere Fehltritte. Selbst aus den eigenen Reihen wird ihm Amtsmüdigkeit vorgeworfen.

Ralf Klingsieck, Paris

Die nukleare »Wüstenspringmaus«

Der Tarnname »Gerboise bleue« (Blaue Wüstenspringmaus) klang harmlos, doch die Stärke der ersten französischen Atombombe, die am 13. Februar 1960 in der algerischen Sahara explodierte, entsprach vier Mal der von Hiroshima.

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Wirtschaft stagniert wieder

Wiesbaden (AFP/ND). Nach Monaten der Erholung ist die deutsche Wirtschaft zum Jahresende ins Stocken geraten: Die Wirtschaftsleistung verharrte zwischen Oktober und Dezember auf dem Stand des Vorquartals, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Für den Jahresauftakt 2010 rechnet Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mit einem verhaltenen Start.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), mit dem die Wirt...

Umweltbundesamt warnt vor Klimaanlagen-Mittel

Dessau (AFP/ND). Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Autoindustrie aufgefordert, bei Pkw-Klimaanlagen auf die Verwendung eines brennbaren Kältemittels zu verzichten. Mit dem Einsatz des synthetischen Mittels HDFKW-1234yf in Autoklimaanlagen könnten »nicht ausreichend bewertete Risiken« verbunden sein, warnte UBA-Präsident Jochen Flasbarth am Freitag. Wenn sich das brennbare Mittel etwa bei einem Mot...

ndPlusHermannus Pfeiffer, Hamburg

Einfallstor im Norden

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) ist alt und erfolgreich. Zudem ist die größte Sparkasse Deutschlands eine Aktiengesellschaft. Auch darum könnte der Norden zum Einfallstor für die privaten Banken in die deutsche Sparkassenlandschaft werden. Das befürchten der Sparkassenverband und die Opposition im Kieler Landtag.

»Sachleistungen entmündigen Menschen«

»Sachleistungen entmündigen Menschen«

ND: Sie haben in einer Pressemeldung geschrieben, dass nach der Karlsruher Entscheidung zu Hartz IV die Regelsätze für Asylbewerber ebenfalls verfassungswidrig sind. Wo ist da der Zusammenhang? Pelzer: Das Bundesverfassungsgericht hat bezogen auf Hartz IV entschieden, dass die Leistungen nicht auf »offensichtlich freihändig geschätzten« Zahlen beruhen dürfen. Was bei Hartz IV bemängelt wird, ist b...

Seite 9

»Der Weg nach Ithaka ist lang«

Brüssel/Athen (Agenturen/ND). Als Reaktion auf die Schuldenkrise in Griechenland will die EU-Kommission die Wirtschaftspolitik der Euro-Staaten künftig strenger überwachen. Es sei dringend eine strengere und umfassendere Aufsicht nötig, erklärte Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel. Das schuldengeplagte Griechenland werde kämpfen, um seine Glaubwürdigkeit wieder zu ge...

Eurostaaten am Pranger

Analysten scheren Staaten schnell über einen Kamm, auch wenn es nur geringe Parallelen gibt. Als »PIGS« (Anfangsbuchstaben von Portugal, Irland, Griechenland und Spanien; engl. für »Schweine«) werden die Eurostaaten bezeichnet, die derzeit hohe Risikoprämien für Staatsanleihen an internationale Investoren zahlen müssen. Dies verschärft die angespannte Haushaltslage. Ein Überblick über die Probleme...

Ralf Streck

Moody's warnt vor »langsamem Tod«

Auch Portugal gilt an den Finanzmärkten derzeit als unsicherer Kantonist. Mit der realen wirtschaftlichen und fiskalischen Lage hat dies freilich wenig zu tun.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Palais in Paris zu verkaufen

Die EU-Länder versuchen mit unterschiedlichen Mitteln, ihre Haushaltsprobleme in den Griff zu kriegen – etwa durch Verkauf von Tafelsilber.

ndPlusAnke Stefan, Athen

Keine Endzeitstimmung

Die Griechen haben wegen der Wirtschaftskrise schon einige Abstriche von ihrem Lebensstandard machen müssen. Das Sparprogramm der Regierung würde dies noch verschärfen.

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Egon Günther

Egon Günther

Einer der prägenden deutschen Regisseure (Foto: dpa), schreibt über Wettbewerbsfilme. Er drehte »Die Schlüssel«, »Der Dritte«, »Lotte in Weimar«, »Die Braut«. * Throne können bersten oder Reiche bersten, wie es bei Goethe steht, aber Utopien sind nicht außer Kraft zu setzen. Die DEFA war mein Leben. Sie war Heimat. Es gibt den Geist eines Ortes – den konnten die Oberkommunisten nicht zerstör...

Kira Taszman

Mitläufer

Ghostwriter sind keine greifbaren Gestalten. Sie arbeiten im Dunklen, sind anonyme Schreiber ohne eigene Meinung, die ihren Auftraggebern zu Diensten sein müssen. Eigentlich existieren sie nicht. So bleibt auch der Ghostwriter (Ewan McGregor) in Roman Polanskis gleichnamigem Thriller namenlos. Sein lukrativer neuer Job: Er soll die Memoiren des britischen Premierministers a. D., Adam Lang (Pierce ...

Egon Günther

Nur ein Wort, stundenlang

Es war wieder soweit. Im Berlinale-Palast ging der Lappen hoch. Wie erwartet tauchte die »L'Oreal«-Werbung auf. Nur mal so hingesagt, könnte die Firma nicht heimlich spenden? Die Zuschauer möchten doch das Kinostück sehen. Aber schon recht, ich will ja keinen Stunk machen. Man kam sofort zur Sache. Zunächst hatte man ein aufrührerisches Musikstück zu ertragen und mit dem Cine-Format zu kämpfen, de...

Liebende in einem geteilten Land
ndPlusCaroline M. Buck

Liebende in einem geteilten Land

Der chinesische Autorenfilmer Wang Quan’an wollte immer Filme machen, die etwas mit dem Lebensgefühl seiner Generation zu tun haben. »Lunar Eclipse«, sein erster Spielfilm (Berlinale 2002) tat das im Rückgriff auf die erzählerischen Mittel eines internationalen Kunstkinos: aufgelöste Erzählstrukturen, Doppelgängermotive und ein kunstvoll verunklärtes Verhältnis der Figuren zueinander. Mit »J...

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Also doch ..

W as wir immer schon wissen wollten: Hatte er oder hatte er nicht? Der Hitler eine Libido. Jetzt ist es heraus: Er hatte eine. Die »Basler Zeitung« teilt dies unter der uns froh stimmenden Überschrift: »Adolf und Eva liebten sich« mit (11.2.). Damit ist auch Joachim C. Fest widerlegt, der da meinte, Freude, Liebe, Leidenschaft habe es in Hitlers Leben nicht gegeben. Dieses Bild gelte es zu revidie...

PLATTENBAU
Knut Henkel

PLATTENBAU

Die Schiebermütze sitzt keck auf den grauen Locken, die Gitarre ist locker unter den Arm geklemmt und ein zurückhaltenes Lächeln spielt um die Lippen von José Cobles. So kennt man den 86-jährigen Musiker in Santiago de los Caballeros, seiner Wahlheimat und obendrein die zweitgrößte Stadt der Dominikanischen Republik. Hier begann die musikalische Karriere von Puerto Plata alias José Cobles. Mit 27 ...

ndPlusKai Agthe

... dann Totenstille

Thomas Kunze hat in seiner 2001 erschienenen Biographie Nicolae Ceausescus detailliert gezeigt, wie es der halbgebildete Schuster aus der rumänischen Provinz zu einem der kaltblütigsten Diktatoren in der östlichen Hemisphäre nach Stalin bringen konnte. Als Leser blieb einem nur, ungläubig den Kopf schütteln über die Auswüchse an Personenkult, der alles in den Schatten stellte, was man über die For...

Seite 14
Oliver Händler, Vancouver

Mama, ich bleibe

»Ich hab erst am nächsten Morgen aus den Medien erfahren, dass ich schwer verletzt bin«, sagt Robin Szolkowy mit einem immer breiter werdenden Grinsen im Gesicht. »Dann hat mich sogar noch meine Mama angerufen, ob ich nicht lieber nach Deutschland zurückkommen will, um meine Hand von einem Experten untersuchen zu lassen. Dabei hat der Kratzer nicht mal geblutet.« Agenturen hatten gemeldet, der Che...

Olympia-Meldungen

Proteste von Olympia-Gegnern haben wenige Stunden vor der Entzündung des Feuers den Fackellauf durch Vancouver gestört. Bei der Stafette über das Universitätsgelände demonstrierten rund 150 Personen mit Parolen wie »Armut ist kein Spiel!«. Falscher Alarm in Vancouver: Ein Paket, das am Vorabend der Eröffnungsfeier nahe einer Fähranlegestelle gefunden worden war, hat sich als harmlos herausgestell...

ndPlusLars Becker und Thomas Häberlein (SID)

Jagd auf das erste Olympiagold

Die Biathleten – oder doch Maria Riesch: Wer holt das erste Gold für den »Titelverteidiger«? Dank ihrer zahlreichen Hoffnungsträger hat die deutsche Olympiamannschaft am Wochenende gleich mehrfach die Chance auf einen Auftakt nach Maß bei den Spielen von Vancouver. »Wir hoffen auf viele goldene Momente«, sagt DOSB-Generalsekretär Michael Vesper. »Natürlich ist Platz eins unser Ziel.« Vor vie...

Seite 15

20 Prozent mehr Autos zugelassen

(dpa). Die Abwrackprämie hat der Hauptstadt im vergangenen Jahr ein Plus von 20 Prozent bei den Auto-Neuzulassungen beschert. Das teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Freitag in Potsdam mit. Es wurden 93 381 fabrikneue Pkw für den Verkehr zugelassen, 15 717 mehr als im Jahr 2008. Die Zahlen für Motorräder (minus 12 Prozent) und Lastwagen (minus 22 Prozent) gingen dagegen zurück. Bund...

Mord an Millionär: lebenslange Haft

(dpa). Im Indizienprozesses um den Mord an einem Millionär sind die Angeklagten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Der 32-jährige Bauunternehmer und sein 47-jähriger Bauleiter sind nach Überzeugung des Berliner Landgerichts vom Freitag als Anstifter für den Tod des 59-jährigen Immobilienmaklers verantwortlich. Der Millionär wurde am 3. November 2008 bei einem Spaziergang auf der Fische...

Beratung zu Hartz IV gefragt

(dpa). Der Beratungsbedarf ist nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den Hartz-IV-Sätzen riesengroß: Die Warteschlangen reichten bis vor die Tür. Zehn Berliner Anwälte berieten am Freitag im Bezirk Mitte kostenlos Hartz-IV-Empfänger. Nachdem die höchsten Richter am Dienstag die aktuellen Regelungen für gesetzeswidrig erklärt hatten, könnten Betroffene schon jetzt zusätzliche Sonderbeda...

Tobias Riegel

Vagabunden

Vom internationalen Filmfestival Berlinale haben sich wohl die Organisatoren einer Diskussionsrunde zur geplanten Berliner Schulstrukturreform in der vergangenen Woche inspirieren lassen. Wurde doch der Titel der Veranstaltung, an der unter anderem Steffen Zillich, bildungspolitischer Sprecher der LINKEN, teilnahm, einem Science-Fiction-Streifen entliehen: »Odyssee 2010«. Dass diese Wahl besonders...

Rainer Funke

Mehr Unfälle, weniger Tote

Den Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit, missachtete Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen, Fahrten unter Alkohol und Drogen, Passieren von Kreuzungen trotz Rotlicht an Ampeln sowie Unachtsamkeiten von Senioren, etwa beim Überqueren von Straßen – das waren anno 2009 die prägendsten Ursachen für Verkehrsunfälle in Berlin. Nach einer Bilanz, die Polizeipräsident Dieter Glietsch gest...

Marina Mai

Mädchen unerwünscht

Wenn in diesen Tagen viele Wochenmarktstände und Asia-Imbisse verwaist bleiben, dann liegt das nicht nur an Kälte, Schnee und Eis. Viele vietnamesische und chinesische Standinhaber gönnen sich ein paar freie Tage. Sie feiern das Neujahrsfest. Am Sonntag löst für 13 000 Vietnamesen und 6000 Chinesen in der Stadt das Jahr des Tigers das Büffel-Jahr ab. Zählt man den Silvestertag am Samstag dazu, dan...

Seite 16
Kira Taszman

Festival-Splitter

Was fehlt: Manieren. Lag es am Bonus für den Eröffnungsfilm? Jedenfalls hatte das Filmteam des chinesischen Beitrags »Apart Together« auf der Pressekonferenz am Donnerstag eine gute halbe Stunde Verspätung. Der Andrang der Bericht erstattenden Zunft hielt sich ohnehin in Grenzen, so dass es nicht zu nennenswerten Verstimmungen kam – auch Journalisten können buhen, wenn es sein muss. Zwar war...

»ND erwähnte mich nur im Nebensatz«

»ND erwähnte mich nur im Nebensatz«

»Paula« taufte der Progress-Filmverleih seinen Filmpreis, der zu seinem 60. Jubiläum am Sonntag in Berlin das erste Mal verliehen wird. Geehrt werden Künstler, die sich um das Filmschaffen der DDR verdient gemacht haben. Erste Preisträgerin ist Katrin Sass, die für »Bürgschaft für ein Jahr« 1982 den Silbernen Bären der Berlinale gewann. 1987 war sie mit »Haus am Fluss« und 2003 mit »Good Bye, Lenin!« im Wettbewerb vertreten. Mit Sass sprach Katharina Dockhorn.

Traumreise im Schlafrock
ndPlusLucía Tirado

Traumreise im Schlafrock

Irgendwann droht der Verstand, ihn zu verlassen. Mühsam versucht er, sich an den Namen seiner Liebsten zu erinnern. Er hört Stimmen und unterhält sich mit einem Föhn und einer Wärmflasche. An dieser Stelle in Henrik Ibsens auf einem Märchen basierenden 1876 uraufgeführten Werk »Peer Gynt« ist der Titelheld in einem Kairoer Irrenhaus gelandet. 30 Jahre sind vergangen, seit er Solvejg in Norwegen zu...

Seite 17

Datenskandal bei der BKK

Frankfurt am Main (dpa/ND). Die BKK Gesundheit hat nach Berichten über ein Sicherheitsleck Versäumnisse beim Umgang mit Krankendaten eingeräumt. Den Mitarbeitern eines externen Telefondienstleisters sei Zugriff auf Datensätze gewährt worden, die weiter gingen als notwendig gewesen wäre, sagte eine Sprecherin der mit 1,5 Millionen Versicherten größten deutschen Betriebskrankenkasse am Freitag in Fr...

ndPlusStefan Kruse, dpa

170 Tage Schau im Garten

Vor drei Jahren erhielt Aschersleben den Zuschlag für Sachsen-Anhalts dritte Landesgartenschau. Seither investierte die Stadt dafür 32 Millionen Euro. Am 24. April soll es losgehen.

Fabian Wahl, dpa

Liebesgrüße aus dem Knast

Eigentlich möchte Uwe den Tag der Liebe mit seinem Lebenspartner verbringen. Doch Uwe sitzt im Gefängnis. »Am Valentinstag würde ich meinen Schatz am liebsten in den Arm nehmen und feste drücken«, sagt der 46-Jährige, an dessen rechtem Ohr ein kleiner Stecker blitzt. Stattdessen bastelt der gestandene Mann mit seinem Kumpel, dem Wiederholungstäter Enrico (36), in der Justizvollzugsanstalt Charlott...

Schneeballschlacht der Politiker
ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Schneeballschlacht der Politiker

»Wir machen den Weg frei!«, rief gestern die LINKE in Treptow-Köpenick bürgernah. Ihr Oberschöneweider Ortsverband rief zum Treffpunkt Wilhelminenhofstraße 81-83, um an diesem Sonnabend ab 12 Uhr Eis zu hacken. Gedacht ist die Aktion als gutes Beispiel für säumige Wohnungsbaugesellschaften und private Eigentümer.Es geht aber ebenso um ein politisches Ausrufezeichen. Die Genossen wollen nämlich dar...

Leonhard Seidl, Nürnberg

Schlechte Noten für Bayerns Gymnasien

Gestern gab es in Bayern Zwischenzeugnisse. Und einen landesweiten Schülerstreik mit Demonstrationen in sechs Städten gegen das neue Schulsystem G8, das achtjährige Gymnasium. Am Donnerstag begann im Nürnberger Dürer-Gymnasium zudem eine Schulbesetzung.

Seite 18

Mainz wählt grünen Vize-OB

Mainz (ND-Luchs). In der Vergangenheit hatten CDU und SPD in Mainz die Bürgermeisterämter unter sich aufgeteilt, nun stellen die Grünen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt erstmals einen Dezernenten. Bei der Wahl im Stadtrat in dieser Woche erhielt Günter Beck (53), der als Stellvertreter von Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) die Ressorts Finanzen und Sport betreuen soll, die Stimmenza...

Alles falsch?

Die Grünen werfen Rot-Rot vor, in 100 Tagen ein »kaum zu unterbietendes schlechtes Bild« abgegeben zu haben. Warum? Das neue Regierungsbündnis hat fast keines seiner Versprechen eingelöst. Rot-Rot zeichnet sich durch handwerkliche Fehler, politische Unerfahrenheit und einen zunehmend dünnhäutigen Ministerpräsidenten aus. Die Schonfrist ist vorbei. Trotz des verpatzten Starts muss die Regierung n...

Kaum Erfolge?

Es heißt, die rot-rote Regierung sei bislang getrieben gewesen von Stasi-Enthüllungen und könne kaum Erfolge vorweisen. Wie sehen Sie das? Rot-Rot hat ein Gesetz zur Stasi-Überprüfung auf den Weg gebracht, nicht die CDU, die zehn Jahre in Regierung kein Interesse daran hatte. Das Gleiche gilt für die Wahl von Ulrike Poppe zur Landesbeauftragten. Wir stellen uns der Vergangenheit. Was haben Sie ...

Andreas Fritsche

Gute Umfragewerte trotz schlechter Presse

Nach den ersten 100 Tagen seiner Regierung sieht Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die Entscheidung für eine Koalition mit der Linkspartei bestätigt. Die meisten Brandenburger stehen hinter dem rot-roten Bündnis, so Platzeck.

Seite 19
I come from Germany
Christina Matte

I come from Germany

Vor zwanzig Jahren war der Ostberliner Karl-Heinz Wernicke achtundvierzig, ein Mann im besten Alter. Wenn er zurückblickte, war er nicht unzufrieden: Als Ingenieur für Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen hatte er in einem »tollen Kollektiv« gearbeitet, von Jugendbeinen an Sport getrieben – zuerst geturnt, dann Gewichte gehoben, denen er einen Bizeps verdankte, dem Frauen kaum widerstehen...

Seite 20
Man muss DIE LINKE an dem erkennen, was sie in keinem Fall machen wird

Man muss DIE LINKE an dem erkennen, was sie in keinem Fall machen wird

Gemeinsam mit Gregor Gysi war er vier Jahre lang Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, gemeinsam mit Lothar Bisky führt er die LINKE seit zweieinhalb Jahren. Wegen einer Erkrankung verzichtete er auf das Fraktionsamt bereits im Oktober, sein Bundestagsmandat legte er im Februar nieder. Für das Parteiamt wird er im Mai nicht erneut kandidieren. Doch als Vorsitzender der Landtagsfraktion im Saarland will er sich gelegentlich auch weiter bundespolitisch einmischen. Mit OSKAR LAFONTAINE sprach JÜRGEN REENTS über den Streit in der LINKEN und ihre Programmdebatte

Seite 22
Hermann Kant: Deutsche und ein Tisch

Hermann Kant: Deutsche und ein Tisch

Hermann Kant hat einen neuen Roman geschrieben: »Kennung«. Er beginnt damit, dass bei dem »aufstrebenden Kritiker« Linus Cord ein Genosse mit Klappkarte erscheint, um sich nach der Nummer von Cords Wehrmachts-Erkennungsmarke zu erkundigen. »Ein zur Groteske getriebenes Spiel um Einfluss, Beschränktheit und Arroganz eines Machtapparats«, nennt der Aufbau-Verlag das Buch, das noch im Februar ausgeliefert werden soll. Der ganze Roman Kennung, dem dieser gemütliche Ausschnitt entnommen wurde, handelt von drei Tagen im noch mauerlosen Berlin und von einer bösen Möglichkeit. Zwar liebt der Autor es lieblicher, doch zwang sich ihm die arge Erfindung auf. Wenn die Zeiten danach wären und Zeit dazu bliebe – beides sei wohl nicht zu viel verlangt – wolle er gern erbaulich sein. Sagt er und grüßt vom festen Standpunkt her, wen immer es betrifft.

Seite 23

WochenChronik

12. Februar 1825: Im Abkommen von Indian Springs werden die Creek-Indianer gezwungen, ihr Land in Georgia aufzugeben und nach Westen abgedrängt. 14. Februar 1950: Stalin und Mao Tsetung unterzeichnen einen Freundschafts- und Beistandspakt zwischen der UdSSR und der VR China. 15. februar 1880: Charles Summer Tainter und Alexander Graham Bell präsentieren in Washington das erste Funkgerät, das Sprac...

Altmark
ndPlusHorst Diere

Altmark

Als am Abend des 19. August 1939 das Panzerschiff »Admiral Graf Spee« Wilhelmshaven verließ, um für einen gegen England zu führenden Handelskrieg Wartestellung im Südatlantik zu beziehen, befand sich das ihm zugeordnete Troßschiff »Altmark« bereits seit dem 5. August auf Fahrt dorthin. Die »Altmark« traf nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs neun Mal mit der »Graf Spee« zusammen und übernahm 303 ...

»Kehrt zurück nach Deutschland!«
ndPlusIlona Schleicher

»Kehrt zurück nach Deutschland!«

»Kämpft nicht gegen den Freund des deutschen Volkes, Vietnam, kommt nach Hause, kehrt zurück nach Deutschland, hier wartet auf Euch ein ehrenhaftes und sinnvolles Leben.« – Mit diesem Aufruf wandte sich die damals noch provisorische Regierung der DDR vor 60 Jahren, am 2. Februar 1950, an die deutschen Soldaten in der französischen Fremdenlegion. Die DDR-Regierung erklärte ihre »Sympathie und...

Das Feind- und das Selbstbild
ndPlusManfred Weißbecker

Das Feind- und das Selbstbild

Im Wilhelminischen Kaiserreich und bis in die Zeit der nazifaschistischen Diktatur hinein formierten sich – in zahlreichen und zumeist kleineren Vereinen, Bünden, Orden, Glaubensgemeinschaften usw. – Kräfte, die sich selbst als »Völkische« bezeichneten und als »völkische Bewegung« in die Geschichte eingegangen sind. Mancher zweifelt vielleicht, ob man sich heute überhaupt noch mit den ...

Seite 24
Eine Flucht ins Leben

Eine Flucht ins Leben

Dem von den Nazis zum Tode verurteilten Widerstandskämpfer Alfred Schellenberger (Foto: privat) gelang im Inferno von Dresden vor 65 Jahren die Flucht. Seine Tochter Anneliese Schellenberger sandte uns die Erinnerungen ihres Vaters, die er kurz vor seinem Tod am 22. Februar 1963 niedergeschrieben hatte.

Armageddon über Elbflorenz
ndPlusRobert Allertz

Armageddon über Elbflorenz

An der bretonischen Atlantikküste finden sich noch einige Befestigungsbauten aus dem Zweiten Weltkrieg. Und Städte wie Brest, Lorient und Nantes bestechen durch die architektonische Einfalt der 50er Jahre. Nachdem die Hafenstädte durch alliierte Bomben fast ausradiert worden waren, versuchte man die Weltkriegswunden rasch zu schließen. Dem Verbrechen folgte die Sünde. Dass die U-Boot- und andere S...

Seite 25

Schnelles Auf und Ab

Die Frage, wie schnell die Gletscher des Himalaja tatsächlich schmelzen, brachte jüngst den UNO-Klimarat IPCC ins Schleudern. In solchen schwer zugänglichen Gebieten gibt es umfassende Daten zum Gletscherrückgang erst seit wenigen Jahrzehnten dank der Satellitenfotos. Deshalb sind Langzeitprognosen noch recht spekulativ. Die Erdgeschichte muss aber durchaus schnelle Veränderungen der Eisbedeckung ...

ndPlusMichael Lenz

Die Farbe der Hummer

Hummer-Essen ist ein teures Vergnügen. Und eines, bei dem man großzügig über die grausame Zubereitungsart hinwegsehen muss. Das arme Tier wird bekanntermaßen lebend in siedendes Wasser gesteckt und gekocht, bis es orange-rot ist. Die natürliche Farbe der bis zu neun Kilo schweren Krebstiere ist ganz anders: Je nach Ernährung reicht das Spektrum der Panzerfarbe von Hummern, Krabben und Garnelen vom...

Medikament oder Droge?
Reinhard Renneberg, Hongkong

Medikament oder Droge?

Marihuana aus der Hanf-Pflanze (auch Cannabis oder Haschisch genannt) wurde erstmals vor ca. 5000 Jahren medizinisch genutzt. Damals gab man es kranken und alten Menschen, um Schmerzen zu lindern. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist es im Großteil der Welt verboten, so auch in den USA. Die American Medical Association (AMA), die konservative Vereinigung amerikanischer Ärzte pochte bish...

Martin Koch

Das Atom der Elektroniker

Das wohl wichtigste und vielseitigste Bauelement der Elektronik ist der Transistor. Ganz gleich, ob dieser als Einzelstück in Leistungsverstärkern und Netzteilen zur Anwendung kommt oder milliardenfach in Computern – ohne Transistor würde heutzutage kein elektronisches Gerät funktionieren.Allgemein gesprochen dient ein Transistor der Schaltung und Verstärkung elektrischer Signale. Als Bauele...

Seite 26
Urlaubsfreuden im Packeis
ndPlusHeidi Diehl

Urlaubsfreuden im Packeis

Das ist einer jener Tage, an denen es überhaupt nicht hell werden will: Blauschwarzer Himmel, diffuses Licht, dichtes Schneetreiben, und ein scharfer Seitenwind peitscht den Frost wie spitze Nadeln ins Gesicht. Niemand geht an so einem Morgen freiwillig aus dem Haus. Nur einer läuft durch den knirschenden Schnee. Die Mütze tief ins Gesicht gezogen, kämpft Till Jaich gegen den Sturm an. Die Gäste i...

Seite 27
Die Maske verdeckte manch Peinlichkeit
Sandra Rauch

Die Maske verdeckte manch Peinlichkeit

Schnabelschuhe und Dreispitzhüte stapeln sich in den Regalen vom Atelier Nicolao in Venedigs Stadtteil Cannaregio. Auf mehreren Dutzend Metern Kleiderstangen hängen pastellfarbene Schleppröcke, steife Korsagen, seidene Umhänge. Hier ein Mantel aus der Oper »Cosi fan tutte«, dort ein Oberhemd aus Hollywoods »Kaufmann von Venedig«. Stefano Nicolao macht Kostüme. Für berühmte Filmproduktionen, für da...

ndPlusAxel Pinck

Ausflug ins Krankenhaus

Eine Frau als Direktorin im patriarchalischen Feudalstaat Abu Dhabi – geht das? Margit Müller, studierte Veterinärmedizinerin aus Bayerisch-Schwaben und Chefärztin im bedeutendsten Falkenhospital der Welt, hat damit keine Probleme. Über 4000 kostbare Jagdfalken kommen jährlich zu ihr ins Wüstenhospital. Auch die Herrscherdynastie des Emirats vertraut ihr die eigenen Greifvögel an. »Ein helle...

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Junge Astronomen

Mit seinem »Arbeitskreis Astronomie« baut Georg Gläßel, Physiklehrer an der Murnauer Max-Dingler-Hauptschule (Kr. Garmisch-Partenkirchen) das wohl größte Schulteleskop Deutschlands. Die 17 000 Euro für das Projekt streckte der weltraumbegeisterte Lehrer vor, schreibt die dpa. Er hoffe aber auf Sponsoren. Herzstück des Teleskops ist ein ultra-präziser Spiegel aus Pyrexglas mit einem Durchmesser von...

Jugendbuch
Udo Bartsch

Jugendbuch

Freundschaft und Mut, Toleranz und Weisheit. All dies steckt in einer kleinen Geschichte über – Hunde! Auf die Gefühle von Vierbeinern achtet normalerweise niemand. Die Tiere müssen hinnehmen, was die Menschen über sie bestimmen. Und weil der Golden Retriever Artur mit seiner Familie in die Stadt zieht, verliert der Mischlingshund Johnny von einem Tag auf den nächsten seinen besten Freund. D...

Testspiel: Wissen, lernen und gewinnen!

Preisfrage heute: Welches war es? Am 14. Februar 1918 wurde in Sowjetrussland ein Dekret verabschiedet, das bis heute gilt. Welches war es? Auflösung immer bis Donnerstag: testspiel@nd-online.de oder kurzweil@nd-online.de oder Fax: (030) 29 78- 16 00 oder Postkarte: Neues Deutschland, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Kennwort: Testspiel. Wer schrieb es? Es ist daher kein Wunder, wenn Ihr sehr...

Testspielauflösung vom 06./07. Februar

Preisfrage: Ab wann war es? – Das Gesetz wurde am am 6. Februar 1875 verkündet und trat am 1. März des Jahres in Kraft. Die drei Gewinner der ND-Überraschung, die unter allen Einsendern ausgelost wurden, sind: Gudrun Hübner, Berlin; Axel Schmidt, Buxtehude; Horst Helfen, Hamburg. Wer schrieb es? – Bertolt Brecht (10. Februar 1898 – 14. August 1956), Wo war das? – Beim 1. We...

Aufgeheizt
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Aufgeheizt

Beim Finale des »8. Gibtelecom Chess Festival« trafen auf Gibraltar Francisco Vallejo Pons (Spanien; 27) und Michael Adams (England; 38) aufeinander. Es ist schwer, die historische Bedeutung dieser Begegnung zu ignorieren: Seit 1713 ist die ehemals spanische Insel britisches Territorium. Die Stimmung des Finales war deshalb so aufgeheizt wie in einem Fußballspiel zwischen England und Argentinien ....

Wunderbare Winterzeit ...
Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Wunderbare Winterzeit ...

… oder nicht? Wenn wir uns über die andauernde weiße Pracht (die zugegeben auch zur Last werden kann) grämen, geht sie auch nicht schneller vorbei. Wir sollten uns lieber an ihren kalten Kunstwerken, die sie uns gratis (!) bietet, erfreuen. Nebenbei können wir noch Gutes tun, z. B. wenn wir uns um kleine und größere gefiederte Gartengäste kümmern. Bei dichter Schneedecke ist Füttern angesag...

Das hat was von Kaffeefahrt im digitalen Zeitalter ...

Das hat was von Kaffeefahrt im digitalen Zeitalter ...

Schon mal eine geniale Idee für ein richtig cooles Spiel gehabt? Aber nicht gewusst, was dann tun? Wie bringe ich mein Konzept auf den Markt, wen spreche ich an? Verspielte Computerbastler mit Ambitionen finden in Hamburg Hilfe: ND-Autor RENÉ GRALLA erfährt Genaueres von ACHIM QUINKE (36), Projektleiter der Initiave »gamecity:Hamburg«.