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Unten links

Wenn jemandem nach seinem Rücktritt Respekt bekundet wird, ist Vorsicht geboten. Respekt wurde noch jedem hinterher geworfen, der sich längst hätte davon machen sollen. Korrupte Minister und verantwortungslose Manager durften sich abschließend in Respektsbekundungen sonnen. Nun hat Deutschlands oberster Katholik, Erzbischof Robert Zol-litsch, seinem Bischofsbruder Walter Mixa Respekt gezollt, der ...

ndPlusWolfgang Ehmke

Kettenreaktion gegen Kernenergie

Sechs Monate hatten Union und FDP Zeit, um sich über die künftige Energiepolitik zu verständigen. Herausgekommen ist eine schwarz-gelbe Kakophonie. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle versprach den AKW-Betreibern gleich nach dem Wahlsieg einen zügigen Beschluss über längere Laufzeiten. Er verlangte als Gegenleistung mehr als die Hälfte der zusätzlichen Gewinne für den Staatshaushalt. In Interviews...

NATO blockiert atomare Abrüstung

Die NATO-Staaten sind in der Frage der Abrüstung von Atomwaffen in Europa uneins. Bei einem Treffen in Tallinn (Estland) versprachen die Außenminister der 28 Paktmitglieder einander aber angesichts starker Meinungsunterschiede, jede Entscheidung auch über die in einzelnen Ländern stationierten taktischen US-Atomwaffen werde nur von allen NATO-Staaten gemeinsam getroffen.

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Chef von Vattenfall droht

Die abgeschalteten Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel werden voraussichtlich in diesem Jahr nicht mehr ans Netz gehen. »Wir arbeiten daran, beide Anlagen wieder anfahren zu können«, sagte der Vorstandschef des Betreibers Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka. »Es ist aber unwahrscheinlich, dass dies in diesem Jahr passieren wird.« Die beiden Meiler in Schleswig-Holstein sind nach mehreren Pannen se...

Hamburger Grüne eiern

Die von CDU und Grünen dominierte Hamburger Bürgerschaft macht sich nicht für die heutige Anti-Atom-Menschenkette stark. Die Grünen-Fraktion – in Hamburg: GAL –, eigentlich eine vehemente Gegnerin der Kernkraft, verhinderte am Donnerstag aus Koalitionsräson entsprechende Anträge von SPD und Linksfraktion. Die SPD hatte verlangt, dass das Parlament die Menschenkette zwischen den Pannenr...

Gábor Kerényi, Budapest

Ungarn harrt seines Nachwahlschicksals

Niemand in Ungarn erwartet in der zweiten Runde der Parlamentswahlen am Sonntag Überraschungen. Alles Wesentliche wurde in der ersten Runde am 11. April entschieden. So ist der ohnehin laue Wahlkampf so gut wie zum Erliegen gekommen.

ndPlusReimar Paul

Zug um Zug gegen das Atomprogramm

In Schleswig-Holstein und Hamburg werden sich heute anlässlich des Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe Zehntausende zum sichtbaren Protest gegen die Atomkraft die Hand reichen.

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»Es geht um Kontrolle«

Pro Familia berät an rund 180 Stellen in Deutschland zu Sexualität und Familienplanung. Gisela Notz ist Vorsitzende des Bundesverbands.

Grenzenloses Unbehagen
ndPlusRegina Stötzel

Grenzenloses Unbehagen

Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, in denen Abtreibungen in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft noch rechtswidrig sind. Doch statt gegen den Paragrafen 218 wird heutzutage gegen Abtreibungen demonstriert.

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ndPlusKurt Stenger

Historisch

Barack Obama hatte den Ort für seine Grundsatzrede zur Finanzmarktreform geschickt gewählt: Im altehrwürdigen Cooper-Union-College, nahe beim New Yorker Finanzdistrikt, wurde schon so manche historische Rede gehalten. In für einen US-Präsidenten bemerkenswert scharfem Ton las Obama den Bankern die Leviten: Er trug ihnen auf, wieder zu lernen, verantwortlich mit dem Geld der einfachen Bürger umzuge...

Roland Etzel

Ein schroffes Nein

Sie bedaure das aufrichtig, betonte die Außenministerin. Aber, so Hillary Clinton, leider gehe es nicht anders: Solange es Atomwaffen gebe, müssten auch die USA ein sicheres und wirksames Arsenal davon aufrechterhalten ... Hillary Clintons Logik ist eine Beleidigung jeder gesunden Wahrnehmung. Es waren damals die USA, die Kernwaffen als erste entwickelt und dann als einzige eingesetzt haben. Und e...

ndPlusMartin Ling

Gipfel der Denkanstöße

Finale Antworten wurden nicht in Aussicht gestellt, finale Antworten hat es nicht gegeben. Die Klimakonferenz der Völker in Cochabamba hat wichtige Anstöße für eine neue Qualität in der Klimawandeldebatte gebracht. Diese drehte sich bisher arg quantitativ um die technische Bewältigung einer notwendigen Begrenzung der Treibhausgasemissionen und der Folgen des Klimawandels. Quantitativ und zudem erf...

Atomlobbyist
Kurt Stenger

Atomlobbyist

Wenn sich heute zehntausende Atomkraftgegner zu einer Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel die Hand reichen, wird Ralf Güldner alles andere als begeistert sein. Sein Arbeitgeber, die E.on Kernkraft GmbH, Europas größter privater AKW-Betreiber, ist Miteigentümer der beiden besonders störanfälligen Uralt-Reaktoren. Auch in seiner neuen Funktion – Mitte der Woche wurde er zum neuen Präsid...

Neue Perspektiven für die Unis?

ND: Die »taz« lädt für den heutigen Samstag unter dem Titel »Welche Universitäten wollen wir?« zu ihrem ersten sogenannten Zukunftslabor. Was ist das Besondere an dem Kongress? Pohl: Es ist kein Kongress im klassischen Sinn, wir wollen echte Diskurse führen, nicht von oben nach unten. Wir begegnen uns mit offenen Ohren, aber nicht mit geballter Faust. Es soll endlich etwas Neues passieren und die ...

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Stabile soziale Selektion

Berlin (AFP/dpa/ND). Die Aufnahme eines Studiums hängt in Deutschland weiter sehr stark vom Elternhaus ab. Im Jahr 2007 studierten von hundert Akademikerkindern 71, von hundert Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund dagegen nur 24, wie das Deutsche Studentwerk (DSW) am Freitag in Berlin mitteilte. DSW-Präsident Rolf Dobischat kritisierte, die soziale Selektion im deutschen Hochschulsys...

Auch Bischof Mixas Medienmann muss gehen

München (dpa/ND). Nach dem Rücktrittsangebot des Augsburger Bischofs Walter Mixa an den Papst werden in der Diözese weitere Konsequenzen gezogen. Der bisherige Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Augsburg, Dirk Hermann Voß, wurde von seinen Aufgaben entbunden.Voß hatte die öffentliche Debatte um die Prügel- und Finanzaffäre als eine Medienkampagne gegen die Kirche bezeichnet, durch...

Michael Fleischmann, Hannover

»Ministerrentenoptimierung«

Nach gerade einmal der Hälfte der Legislaturperiode hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vier der sieben CDU-Minister in zentralen Bereichen der Landespolitik ausgewechselt. Dieses Eingeständnis einer verfehlten Regierungspolitik kostet Steuergelder und lässt seine Fraktion schlecht aussehen.

Regina Stötzel

Delegiert in die Arbeitsgruppen

Die Ministerinnen für Familie, Justiz und Bildung stellten in Berlin die Ergebnisse der ersten Sitzung des Runden Tischs Kindesmissbrauch vor.

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ndPlusAnne-Beatrice Clasmann (dpa), Mossul

Maliki wegen Folterungen unter Druck

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki ist angezählt. Eine Affäre um eine geheime Haftanstalt in Bagdad, in der mutmaßliche sunnitische Aufständische gefoltert wurden, könnte das Ende der Karriere des gewieften schiitischen Politikers bedeuten. Denn die 2. Division der irakischen Armee, die im vergangenen Oktober in der Provinz Ninive mehr als 400 Verdächtige gefangen genommen und in das geheime Muthanna-Gefängnis gesteckt hatte, ist ihm unterstellt.

Andreas Behn, Cochabamba

»Systemwechsel« als einzig gangbarer Weg

Ein für Gipfeltreffen ungewöhnlicher Dialog von Regierungen und Zivilgesellschaft leitete den Abschluss der Klimakonferenz in Cochabamba ein.

René Heilig

Einer kam übers Minenfeld

Bei einem Verteidigungsminister ist das Bild gestattet. Für Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestand am Donnerstag vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss mehrmals die Gefahr »hochzugehen«. Doch den von der Opposition verlegten Minen fehlte das Wichtigste: taugliche Zünder.

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Haiti-Beben beispiellos in der Geschichte

Port-au-Prince (AFP/ND). Zwischen 250 000 und 300 000 Menschen sind durch das Erdbeben im Januar in Haiti ums Leben gekommen. »In der Geschichte der Menschheit hat es nie eine Naturkatastrophe dieses Ausmaßes gegeben«, sagte der UNO-Gesandte in Haiti, Edmond Mulet, in Port-au-Prince. Mehr als eine Million Menschen hätten ihr Zuhause verloren, fügte Mulet auf einer Pressekonferenz 100 Tage nach der...

Henri Rudolph, Delhi

Pakistan tilgt das Erbe Musharrafs

Seit Anfang der Woche ticken die Uhren in Pakistan anders. Präsident Asifs Verfassungsreformen sollen die islamische Republik zurück auf den Weg bürgerlicher Demokratie bringen und das Erbe der Musharraf-Militärdiktatur auslöschen.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Armenisch-türkische Versöhnung eingefroren

Als Armenien und die Türkei am 10. Oktober vergangenen Jahres unter Schweizer Vermittlung die »Zürcher Protokolle« über die Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichneten, warnten Beobachter vor überzogenen Hoffnungen: Die Kuh sei erst vom Eis, wenn beide Parlamente die Abmachungen ratifizieren.

ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

Scud-Raketen – viel Wind, keine Beweise

Syrien wird beschuldigt, schwere Waffen an die libanesische Hisbollah zu liefern. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Tallinn, es handele sich dabei um Scud-Raketen, die der Hisbollah den Beschuss israelischen Gebietes erleichtern würden.

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Windige Werbelügen bei Zott

Mertingen (AFP/ND). Der bayerische Molkerei Zott will nach der Verleihung des Goldenen Windbeutels für die dreisteste Werbelüge des Jahres durch die Organisation Foodwatch die Rezeptur des Kindergetränks Monte Drink ändern, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Bei der Internetabstimmung zum Goldenen Windbeutel hatten Verbraucher den Monte Drink auf Platz eins gesetzt. Von den rund 81 000 Teilneh...

Obama warnt vor neuer Finanzkrise

New York (AFP/ND). Angesichts des Widerstands der Finanzindustrie und der republikanischen Opposition hat US-Präsident Barack Obama vor einem Scheitern der Finanzmarktreform gewarnt. Sollten die Parteien die Gelegenheit für eine Neuordnung verstreichen lassen, werde sich die Finanzkrise wiederholen, sagte Obama am Donnerstag in einer Rede in New Yorks Finanzdistrikt. Die Banken rief Obama zur Mita...

Pipeline: Erfolg für Umweltverbände

Dem Bau der Ostseepipeline im Greifswalder Bodden steht nichts mehr im Weg: Am Freitag zogen WWF und BUND ihre Klage zurück. Grund dafür sind weitere Naturschutzzugeständnisse des Betreiberkonsortiums.

Anke Stefan, Athen

Athen zieht die Notbremse

Griechenland will das Hilfspaket von EU und IWF in bislang unbekannter Höhe in Anspruch nehmen. Damit reagiert die Regierung auf das anhaltende Misstrauen der Märkte.

John Dyer, Boston

Krake der Wall-Street

Goldman Sachs ist für viele Amerikaner zum Symbol für alles Negative an der Wall Street geworden. Die Investmentbank scheint immer zu gewinnen, was auch kommt.

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Der langsame stille Tod des Meeres

Aus der gesunkenen Bohrinsel vor der Küste der USA strömt derzeit nach Angaben der Küstenwache kein Öl aus. Dennoch fürchten Umweltexperten eine Katastrophe. Präsident Obama kündigte Hilfen an.

ndPlusMartin Ling

Währungsfonds lebt in der Krise auf

Was Griechenland noch vor sich hat, ist dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bereits gelungen: der Zahlungsunfähigkeit zu entrinnen. 2007 war es um die Finanzen des IWF schlecht bestellt: Mit Argentinien, Brasilien, den Philippinen und Indonesien hatte die 1944 in Bretton Woods gegründete Institution durch vorfristige Rückzahlung vier seiner fünf größten Schuldner verloren, es blieb nur noch die Türkei als Großkreditnehmer. Durch die entfallenden Schuldendienstzahlungen kam der laufende Haus...

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Kein Urteil in Abwesenheit

Für Starregisseur Roman Polanski rückt eine Abschiebung in die Vereinigten Staaten näher. Ein US-Berufungsgericht urteilte am Donnerstag, dass der 76-jährige Oscar-Preisträger in seinem mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte laufenden Vergewaltigungsverfahren nicht in Abwesenheit verurteilt werden kann. Polanski steht in der Schweiz unter Hausarrest, wo er auf Betreiben der USA verhaftet wurde. Ihm...

In der Tat, brav gefallen!
Gerhard Armanski

In der Tat, brav gefallen!

Als es noch die beiden deutschen Staaten gab, schien Krieg nur und erfreulicherweise ein geschichtliches, vor allem die beiden Weltkriege betreffendes Thema zu sein. Es gab zwar den Korea- und Vietnamkrieg sowie eine Unzahl weiterer und ebenso blutiger militärischer Konflikte in der Welt. Aber sie tobten doch »weit hinten in der Türkei, wo die Völker aufeinander schlagen« (Goethe, »Faust«), und wi...

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PLATTENBAU
ndPlusAndreas Kötter

PLATTENBAU

Noch immer kann man Musik nicht sehen – leider! Denn was bleibt so von der bezaubernden R'n'B-Künstlerin Monica? Der gazellengleiche Körper, die kühn geschwungenen Brauen über mandelförmigen Augen – nichts davon ist auf ihrer CD »Still Standing« zu hören. Ein Sound, gegenüber dessen synthetischer Überfrachtung Monica stimmlich nicht in der Lage ist, sich zu behaupten, blubbert vom erst...

Im Fluss der Linien und Farben
Astrid Volpert

Im Fluss der Linien und Farben

Linde Bischof, die seit einem halben Jahrhundert in Berlin lebt, hat die künstlerische Potenz dieser Stadt nachhaltig mitgeprägt, selbst wenn das die Museen bisher verschlafen haben. Zwei Bilderschauen von unterschiedlicher Ausrichtung um ihren 65. Geburtstag machen ihre Rolle und Bedeutung deutlich. Sich keiner der agierenden Künstlergruppen im Sinne einer festen Bindung zuordnend, zieht die im t...

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Nur zwei von drei Mannschaften dürfen nach Köln

Drei Handball-Bundesligisten, ein Ziel: Eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Der THW Kiel, die Rhein-Neckar Löwen und der HSV Hamburg wollen in ihren Viertelfinalhinspielen der Champions League vorlegen. Doch nur maximal zwei der drei Klubs können sich für das erste Final Four der Königsklassen-Geschichte qualifizieren, da der deutsche Rekordmeister aus Kiel am Sonntag beim Ligakonkurrenten a...

ndPlusJirka Grahl, Hamburg

Hamburg ohne Herz

Wie oft wohl hat Ruud van Nistelrooy schon mit sich gehadert seit der Winterpause? Seit er sich entschloss, Real Madrid zu verlassen, um beim Hamburger SV Spielpraxis zu sammeln, um endlich einen internationalen Titel zu gewinnen, um sich einen WM-Platz in Hollands Nationalelf zu erkämpfen? Bisher hat der 33-Jährige stets beteuert, beim HSV gut aufgehoben zu sein. Doch am Donnerstag, als etwa 75 M...

ndPlusMichael Müller, Sofia

Das ganze Drumherum hat heute ein Ende

Heute wird es im neoklassizistischen Sofioter Militärklub endlich ernst. Das Duell um den Weltschachthron beginnt. Und zwar nach manch peinlichem Vorgeplänkel und manch ermüdendem Galavorempfang. Der bulgarische Herausforderer Wesselin Topalow zieht gegen den indischen Titelverteidiger Viswanathan Anand mit den weißen Steinen an. Es wird auch höchste Zeit für den sportlichen Teil. Dann rücken zumi...

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Mehr Gewalt an Schulen

(epd). Im vergangenen Schuljahr sind an den Berliner Schulen 1817 Gewalttaten registriert worden. Wie aus einer am Freitag verbreiteten Antwort der Senatsbildungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, entspricht das einem Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie von über 100 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2004/2005. Allerdings spiegelten die Zahlen vorrangig das Me...

Bombenfund am Standesamt

(dpa/ND). Am Standesamt Charlottenburg-Wilmersdorf ist am Freitagnachmittag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Wie die Polizei mitteilte, hatten Bauarbeiter am Mittag die russische Sprengbombe nahe des Fundaments bei Trockenlegungsarbeiten entdeckt. Wegen der Entschärfung des Blindgängers mussten mehrere Wohnhäuser, Teile des Rathauses Charlottenburg und die Zentrale des Malte...

Sarah Liebigt

Reisen auf Umwegen durch die Wolke

Wie so viele andere hing auch Klaus Lederer, Landeschef der Linkspartei, in der isländischen Aschewolke fest. Seine Rückfahrt von einer dreiwöchigen Reise in den USA wurde am vergangenen Samstag zunächst abgesagt und auf den heutigen Samstag verlegt. Was für Lederer eher ungünstig wäre, findet doch heute der Berliner Linksparteitag statt. Schließlich konnte er jedoch mit Hilfe des Deutschen Konsul...

»Zug der Erinnerung« ausgebremst
ndPlusAert van Riel

»Zug der Erinnerung« ausgebremst

Ob der »Zug der Erinnerung«, eine fahrende Ausstellung über von der Reichsbahn in der NS-Zeit deportierte Kinder und Jugendliche, wie geplant am 8. Mai in den ehemaligen Deportationsbahnhof Berlin-Grunewald einfahren wird, ist fraglich. Denn bisher hat die Deutsche Bahn AG (DB) dem Gedenkzug keine Freigabe für die Gleise erteilt. Die ebenfalls geplante Einfahrt in Spandau hat die DB bereits unters...

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ndPlusTobias Riegel

Pressestelle

Ob nicht auch Berlins Freiheit am Hindukusch verteidigt werde, fragt Gerd Nowakowski im »Tagesspiegel« vom 23. April und versucht so, Peter Strucks Unwort von »Deutschlands Freiheit«, für die man dort kämpfe, zum Faktum zu erklären. Nowakowski geißelt in dem Beitrag die folgerichtige Entscheidung, den in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten nicht auch im Berliner Parlament mit einer Schweigemi...

Brücken zwischen den Welten
Kira Taszman

Brücken zwischen den Welten

Alle Jahre wieder bringt der schnöde Mammon das Jewish Film Festival an den Rand einer Existenzkrise. Dabei ist das alljährlich stattfindende deutschlandweit einzige jüdische Filmfest seit 16 Jahren eine unverwechselbare Größe in der Berliner und Potsdamer Festivallandschaft. Da in diesem Jahr der langjährige Geldgeber Hauptstadtkulturfonds absprang, fehlten dem Festival nun mehr als 50 Prozent se...

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Kein Verfahren gegen NPD

Görlitz (epd/ND). Die Staatsanwaltschaft Görlitz (Sachsen) hat das Verfahren um NPD-Wahlplakate mit polenfeindlichem Inhalt eingestellt. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, wurde das Verfahren am 15. April abgeschlossen. Es bleibe auch unter Berücksichtigung entsprechender Urteile des Bundesverfassungsgerichts offen, ob und in welchem Umfang die Wahlwerbung der rechtsextremen Partei den Tatbesta...

Zeugnisse kirchlicher Zwangsarbeit

Zeugnisse kirchlicher Zwangsarbeit

(epd). Am 65. Jahrestag der Befreiung des Friedhofslagers für Zwangsarbeiter in Berlin-Neukölln durch die Rote Armee wird an diesem Sonnabend auf dem Gedenkstättengelände ein neuer Ausstellungspavillon eröffnet. Wie die evangelische Landeskirche am Mittwoch in Berlin mitteilte, soll der Pavillon in der Gedenkstätte an der Neuköllner Hermannstraße als Bildungs- und Informationszentrum genutzt werde...

ndPlusUta Herrmann

Rollende Kultur mit dem RussoMobil

»Dass man mit Russisch erfolgreich im Studium und in der künftigen Karriere sein kann, werden wir auch während der 4. Deutsch-Russischen Festtage zeigen«, meinte Steffen Schwarz, Vorsitzender des Vereins Deutsch-Russische Festtage, beim gestrigen Pressegespräch. Vom 11. bis 13. Juni werden sich daher im Erlebnisbereich Bildung die verschiedensten Einrichtungen mit ihren Angeboten zur russischen Sp...

ndPlusAnja Hübner, dpa

Unverbrauchte Landschaften

Spielfilme, die komplett in Rheinland-Pfalz gedreht werden, sind die Ausnahme. Dabei steckt in der Landschaft zwischen Rhein und Mosel, Eifel und Pfälzer Wald aus Sicht von Filmemachern einiges Potenzial.

Velten Schäfer

Seemannsgarn und Falteschiffchen

Die Rostocker Häfen werden 50 beziehungsweise 60 Jahre alt. Einst waren sie der Stolz der DDR-Schifffahrt, nach 1989 haben sich beide Hafenbetriebe vergleichsweise gut über die Wende gerettet.

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Der Fall Gatersleben

Magdeburg (dpa/ND). Das Landgericht Magdeburg hat die Anklage gegen vier Journalisten, die die Zerstörung eines Genweizen-Feldes unterstützt haben sollen, nicht zugelassen. Es gebe keine klaren Anhaltspunkte dafür, dass sich die Journalisten an der Aktion beteiligt hätten, teilte das Gericht am Freitag in Magdeburg mit.Dagegen wurde die Anklage gegen sechs Gentechnik-Gegner – vier Frauen und...

BASF nahm neue Anlage in Betrieb

Schwarzheide (dpa). Die Produktion von Pflanzenschutzmitteln im Chemiewerk Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) kann jetzt kräftig ausgebaut werden. Dafür nahm die BASF Schwarzheide GmbH am Freitag einen Erweiterungsbau der Anlage zur Produktion des Wirkstoffes F 500 offiziell in Betrieb. Der Bau ist mit mehr als 100 Millionen Euro die bislang größte Einzelinvestition am Standort Schwarzheide. Dor...

Magdeburg hatte einst zwei Dome

Magdeburg (dpa/ND). Vor rund 1000 Jahren hatte Magdeburg wohl zwei Dome zur gleichen Zeit. Diese Ansicht vertrat Projektleiter Rainer Kuhn von der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt bei der Vorstellung des Zwischenberichts zu den archäologischen Grabungen im Magdeburger Dom.»Die Befunde lassen vermuten, dass am Standort des heutigen gotischen Doms ab 1004 unter Erzbischof Tagino mit dem...

Wo Jesse Owens 1936 schlief
ndPlusAndreas Fritsche

Wo Jesse Owens 1936 schlief

Das Haus auf dem Gelände des Olympischen Dorfes in Elstal (Havelland) sieht reichlich verfallen aus. Hier wohnte während der Spiele 1936 in Berlin Jesse Owens (1913-1980). Der identisch aussehende Flachbau nebenan ist leidlich saniert und beherbergt nun eine Fotoausstellung über den legendären Leichtathleten. Die Ausstellung wurde im vergangenen Jahr bereits auf dem Gelände des Berliner Olympiasta...

Viktoria Wagensommer, dpa

München huldigt dem Reisigbesen

300 Besen sind in der bayerischen Landeshauptstadt täglich im Einsatz. Da sie aus natürlichem Material sind, gelten die Besen als umweltfreundlich. Und sie sind vergleichsweise billig. Der Einsatz moderner Technik bringt besonders in verwinkelten, gepflasterten Straßen und Gassen oft nicht den gewünschten Effekt.

Uwe Kraus, Aschersleben

Abenteuer mit Olearius

Aschersleben, die älteste Stadt Sachsen-Anhalts, hat sich hübsch gemacht. Am Wochenende beginnt dort die Landesgartenschau, mit der auch an Ascherslebens berühmten Sohn Adam Olearius (1599-1671) erinnert werden soll. Im Rahmen der Ausstellung begegnet man auf unterschiedlichste Art und Weise dem Schriftsteller, Gelehrten und Diplomaten.

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Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett
ndPlusAndrea Gerecke

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett

Warum gerade Frauen so ein Faible für Mord und Totschlag haben, wird wohl weiterhin von Geheimnissen umwittert bleiben. Fest steht, die Damen machen bei Lesungen die große Überzahl der Zuhörer aus. Sie sind es, die man in den Öffentlichen mit einem Buch in der Hand antrifft, die sich einen Urlaub ohne entsprechende Lektüre nicht vorstellen können, die immer wieder Bücher verschenken. Frauen eben! ...

Seite 20

Der soziale Ironiker

Egon Erwin Kisch, bekannt als »Rasender Reporter«, hat in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mit seinen Reportagen aus der Arbeitswelt Maßstäbe gesetzt, die bis heute ihre Gültigkeit haben. Den 125. Geburtstag des kommunistischen Jahrhundert-Journalisten aus einer traditionsreichen deutsch-jüdischen Familie in Prag – geboren am 29. April 1885 im berühmten Haus »Zu den zwei goldenen Bären« – nahm Kisch-Forscher KLAUS HAUPT zum Anlass, um über weniger bekannte Einzelheiten aus Kischs frühen Verbindungen zur Arbeiterbewegung zu berichten.

Seite 21
ndPlusStefan Bollinger

Bloß nicht weiter so

Wenige Monate vor seinem Tode wurde Georg Lukács, inzwischen als Parteimitglied rehabilitiert, ins ZK gebeten, um seine Positionen zur Politik der Ungarischen Sozialistischen Arpeiterpartei (USAP) darzulegen. Er diktierte im Januar 1971 ein Tonbandprotokoll, worin sich Erfahrungen und Einsichten eines unverbesserlichen Kommunisten offenbarten. Das Gespräch entstand nach der Niederschlagung des Pra...

Diether Dehm, Wolfgang Gehrcke, Stefan Liebich und Thomas Nord

Über Strömungen, Gemeinsamkeit und Widerspruch

Unterschiede in den Traditionen Strömungen haben in unserer Partei DIE LINKE ihren Platz. Sie existieren in den Statuten, aber auch in unserer politischen Debatte. Zu den Mitgliederrechten gehört, sich in innerparteilichen Zusammenschlüssen zusätzlich zur allgemeinen Parteimitgliedschaft zu organisieren. Dies brachte aber auch ein gewisses Maß an Undurchschaubarkeit mit sich. Insbesondere im Vorfe...

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WochenChronik

22. April 1915: Während der zweiten Ypern-Schlacht im Ersten Weltkrieg setzen deutsche Truppen an der Westfront erstmals Giftgas ein. Das Chlorgas tötet 5000 Soldaten. 24. April 1935: Die NS-Reichspressekammer erlässt drei Anordnungen »gegen ungesunden Wettbewerb und die Skandalpresse«, mit denen nach SPD- und KPD-Blättern nun auch bürgerliche Zeitungen ausgeschaltet werden. 25. April 1945: In San...

Bonhoeffer
ndPlusHeinrich Fink

Bonhoeffer

Nach dem schweren Bombenangriff im April 1945 in Berlin war das Gestapo- Gefängnis so zerstört, dass die Häftlinge evakuiert werden mussten. Unter ihnen auch der Sonderhäftling Dietrich Bonhoeffer. Er wurde eilig mit einigen anderen Prominenten in das KZ Buchenwald transportiert. Bonhoeffer kam in eine Kellerzelle unterhalb des Kommandantengefängnisses. Bei den KZ-Bewachern war bereits Nervosität ...

Nie mehr Schlachtvieh sein
Oliver Matz

Nie mehr Schlachtvieh sein

Der Niederländer Anton Pannekoeks (Foto: Archiv), dessen 50. Todestag sich am 28. April jährt (1873-1960), gehörte zu den bedeutendsten Theoretikern eines emanzipatorischen Sozialismus. Schon während seines Studiums der Astrologie in Leiden hatte Pannekoek ein starkes Interesse für den Marxismus gezeigt. Bereits kurz nach seinem Beitritt zur holländischen Arbeiterpartei SDAP, wo er auf dem äußerst...

Enttäuschte Hoffnungen
Andreas Herbst

Enttäuschte Hoffnungen

Das im Frühjahr 1945 territorial schon stark geschrumpfte »Dritte Reich« taumelte deutlich sichtbar seinem Untergang entgegen, doch die NS-Justiz wütete gnadenlos weiter. Im März 1945 verhandelte das Berliner Kammergericht in getrennten Verfahren, am 20./21. und am 23./24. des Monats, gegen die letzte große betriebliche Widerstandsgruppe in der deutschen Hauptstadt. Sie hatte in den AEG-Werkstätte...

Stolz und rührend

Stolz und rührend

In Plötzensee starben auch viele Mitglieder der sogenannten »Rote Kapelle«, darunter Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack sowie der Funker Hans Coppi (1916-1942) und seine Frau Hilde (1909-1943), die in der Haft ein Kind gebar: Hans Coppi, heute Vorsitzender der VVN-BdA Berlin.

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Militärische Wende in US-Raumfahrt

Es sieht aus wie ein Space-Shuttle im Mini- Format, ist gerade mal 8,80 Meter lang mit einer Flügel-Spannbreite von rund 4,60 Metern. Es hat eine kleine Ladebucht, wiegt fünf Tonnen und fliegt unbemannt. Viel mehr weiß die Öffentlichkeit nicht über das Raumflugzeug X-37B: Es gehört zu den sorgfältig gehüteten Geheimnissen der US Air Force. In der Nacht zum Freitag ist das »Space Plane« vom militär...

»Hubble« wird 20

Washington/Garching (dpa/ND). Wohl kaum ein wissenschaftliches Instrument ist so bekannt wie das Weltraumteleskop »Hubble«. Vier Jahrhunderte nach der Erfindung des Fernrohrs haben »Hubble« und seine Geschwister-Observatorien im Orbit unser Bild vom Kosmos erneut revolutioniert. Seit 20 Jahren kreist der Veteran der großen Weltraumteleskope um die Erde. »›Hubble‹ hat viel mehr geleiste...

Die zweite  Menschwerdung
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Die zweite  Menschwerdung

Im vergangenen Jahr gab es heftigen Wirbel um eine Karikatur in der »New York Post«. Sie zeigte einen erschossenen Schimpansen, und den Schützen, der kommentiert: »Sie werden wohl jemand anderen finden müssen, der das nächste Konjunkturprogramm schreibt.« Die Zielrichtung ist klar: Präsident Obama. Doch offenbart die Karikatur nicht nur den Rassismus seines Schöpfers, sondern auch ein gehöriges Ma...

Martin Koch

Ein Kopf und ein Kerl

Ohne eine gehörige Portion Glück, so lehrt die Geschichte, hätten auch berühmte Wissenschaftler einige ihrer wichtigsten Entdeckungen verfehlt. Nur leider besaßen nicht alle die Größe, darüber im nachhinein offen zu reden. Lieber deckten sie den Mantel des Schweigens über ihren Weg der Erkenntnisfindung.Ein solches Verhalten war dem deutschen Physiker Max von Laue fremd, der 1912 eines der folgenr...

Seite 24
ndPlusOtfried Nassauer

Drei Schritte vor und mindestens zwei zurück

Der Präsident der USA wird von Politikern und Medien für seine Abrüstungsinitiativen gelobt. Unterm Strich jedoch fällt die Rüstungsreduzierung viel geringer aus als angenommen – Modernisierungsprogramme für Nuklearsysteme werden sogar fortgesetzt. Zudem wird die deklaratorische Politik Obamas an der praktischen Atomstrategie in den nächsten Jahren nichts ändern.

Seite 25
Jugendbuch
Udo Bartsch

Jugendbuch

Anton ist der Stärkste der Klasse, er ist sportlich, hilfsbereit und trotzdem nicht eingebildet. Mit seinen überaus geschickten Händen beherrscht er Zaubertricks wie ein Profi. Die zehnjährige Josefine ist deshalb überglücklich, als Anton sich ausgerechnet mit ihr anfreundet. Doch je näher sie ihren Klassenkameraden kennen lernt, desto seltsamere Dinge fallen ihr an ihm auf: Nie nimmt Anton sie mi...

Testspielauflösung vom 17./18. April

Preisfrage: Wer war es? - Max Weber (21. April 1864 - 14. Juni 1920), Soziologe, Jurist, Nationalökonom. Als Gewinner der ND-Überraschung wurden diesmal ausgelost: Helmut Zschommler, Frankenthal; Alicia Moll, Berlin; Petra Krahn, Berlin. Wer schrieb es? - Vladimir Nabokov (22. April 1899 - 2. Juli 1977); russisch-US-amerikanischer Schriftsteller. Wie ist der Kurzname? - Aprilthesen wurde der Text ...

Mit 14 Jahren schon Großmeisterin
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Mit 14 Jahren schon Großmeisterin

Innerhalb von zwei Wochen sind gleich zwei prominente Schachspieler gestorben: Wassili Smyslow und Elena Tairowa. Smyslow wurde in der Sowjetunion geboren und wurde 1957 der 7. Weltmeister. Nachdem er 1950 durch die Aufnahmeprüfung für das Bolschoi-Theater fiel, begann seine professionelle Schachkarriere. Er starb am Samstag, den 27. März 2010, drei Tage nach seinem 89. Geburtstag. Die auch in Rus...

Testspiel: Wissen, lernen und gewinnen!

Testspiel: Wissen, lernen und gewinnen!

Preisfrage heute: Wer war es? Das Wichtigste für den Erfolg sind Schicksal und guter Schlaf, lässt Leo Tolstoi in »Krieg und Frieden« den russichen Oberbefehlshaber vor der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz sagen. Wer war der Mann? Auflösung immer bis Donnerstag: testspiel@nd-online.de oder kurzweil@nd-online.de oder Fax: (030) 29 78 - 16 00 oder Postkarte: Neues Deutschland, Franz-Mehring-Platz 1...

Kartöffelchen, Kartoffel ...
ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Kartöffelchen, Kartoffel ...

Oh, wie niedlich – ein Kartoffelentchen; kommt das jetzt in die Erde und wachsen dann neue Entchen? Carlotta und Lisbeth fanden diese Laune der Natur lustig, wollten dann aber lieber auf den benachbarten Hühnerhof zu dem Geflügel mit echten Federn, wo auch schon ein Huhn ihr einziges Küken hütete. Ich hoffe, dass der Nachwuchs meiner Kartoffelente (Foto: B. Müller) etwas üppiger ausfallen wi...

Sternschnuppen erobern den Maihimmel
ndPlusHans-Ullrich Keller

Sternschnuppen erobern den Maihimmel

Bald nach Sonnenuntergang leuchtet tief am Westhimmel ein heller Lichtpunkt auf. Viele vermuten, die internationale Raumstation zu sehen. Das mit zunehmender Dunkelheit immer auffälliger strahlende Licht stammt jedoch vom Abendstern, der Venus. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Gestirn am irdischen Firmament. Wenn keine andere Lichtquelle in der Nähe ist, wirft das Venuslicht sogar Schatte...

Seite 26
Europas letztes Abenteuer
Michael Müller

Europas letztes Abenteuer

Der größte Supermarkt auf dem Balkan sei in Sofia eröffnet worden, schrieb ein bulgarisches Boulevardblatt dieser Tage. Stoßen wir uns nicht an dem marktschreierischen Superlativ, erfreuen wir uns des bekennenden politisch-geografischen Selbstbewusstseins. Balkan. Kaum ein Land in Südosteuropa will das heute noch definitiv sein. Denn Balkan klingt in westlichen Ohren anrüchig. Offizielle Stellen d...

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Im Eilzugtempo durch zwei Jahrhunderte Australien
ndPlusHeidi Diehl

Im Eilzugtempo durch zwei Jahrhunderte Australien

24 Stunden braucht der »Spirit of the Outback« (Geist des Outbacks) von Brisbane an der australischen Ostküste bis Longreach, dem »Tor zum Outback«. Auf 1325 Kilometern Zugfahrt genießt man nicht nur fantastische Ausblicke, sondern bekommt auch einen Einblick in 200 Jahre Geschichte des fünften Kontinents.

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Veilchen blau und wild

Veilchen blau und wild

Zur Frühlingszeit am Wiesenhang lauf ich der Nase nach entlang. Im leichten Wind fängt sich ein Duft er würzt damit die Frühlingsluft. Es duftet würzig zart und mild da blühen Veilchen blau und wild. Mein Auge hängt nun wie gebannt an diesem blühenden Stück Land.

ndPlusHeidi Diehl

In einer Woche ist Einsendeschluss

Langsam füllt sich die Mappe mit immer mehr interessanten Geschichten zum Frühling. Die Sichtweisen sind schon sehr verschieden, es macht unglaublichen Spaß, sie zu lesen. Heidi Huß aus Chemnitz schrieb uns: »Ich wünsche Ihnen viele Zuschriften und der Jury die angenehme Qual der Wahl«.

Gewinner dürfen auf den Ochsenweg
Vom Matthias Zwirner

Gewinner dürfen auf den Ochsenweg

Für den einen ist es ein lächerliches Hügelchen, für andere ein richtiger Berg. Es ist eben alles Ansichtssache. Für Heiko Frost jedenfalls ist der Knivsberg in Genner mit seinen 97 Metern ganz im Süden Dänemarks auf jeden Fall der schönste Berg weit und breit.

Archie und der hinkende Waschbär

Die Sonne zog langsam höher nach einem bitterkalten Winter. Es wurde wärmer, obwohl es noch gelegentlich erheblich kühl war und Graupel- und Hagelschauer auf die Hütte niederprasselten. Der alte Mann mit der grauen Schiebermütze und dem grauen Bart nestelte bunte Ostereier an die Birke.