Spezialeinheit rettet entführte Mädchen im Jemen

Zwei im Jemen entführte Mädchen aus Sachsen sind frei. Eine Spezialeinheit aus Saudi-Arabien rettete die beiden Töchter einer vor knapp einem Jahr entführten sächsischen Familie. Ein saudisches Sondereinsatzkommando fand die Mädchen am Montagnachmittag in einem jemenitischen Dorf nahe der saudischen Grenze.

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Unten links

Helmut Kohl kürzlich 80, Thomas Gottschalk heute 60, Lena Meyer-Landrut nächsten Sonntag 91, Pardon, 19. Ganz klar: Deutschlands Hauptproblem bleibt die Alterung. Trotz aller Appelle und Applikationen werden die Menschen immer älter. Nicht nur jährlich, wie uns gewisse Medien weismachen wollen, sondern täglich, ja, wie Forscher jetzt herausfanden, sogar stündlich. Und das mit verheerenden Folgen. ...

DGB übt bei Kongress Einigkeit

Der 19. Ordentliche DGB-Bundeskongress demonstrierte Einigkeit und wählte Michael Sommer am Montag in Berlin mit 94,1 Prozent der Stimmen erneut zum Bundesvorsitzenden. Sommer bekräftigte die Forderung nach 8,50 Euro Mindestlohn und einer Finanztransaktionssteuer sowie die Ablehnung der Kopfpauschale.

Olaf Standke

Standpunkt von Olaf Standke

Vom ersten NATO-Generalsekretär Hastings Lionel Ismay stammt das Bonmot, der Nordatlantik-Pakt habe die Aufgabe, die Amerikaner drinnen, die Russen draußen und die Deutschen klein zu halten. Das faschistische Deutschland war noch nicht ganz besiegt, da entwarf der britische Baron in Churchills Auftrag schon einen Kriegsplan, der die militärische Unterwerfung der damaligen Sowjetunion zum Ziel hatt...

Iran akzeptiert Urananreicherung im Ausland

Iran hat in dem seit Jahren schwelenden Streit um sein Atomprogramm angesichts schärferer Sanktionsdrohungen eingelenkt. Bei einem Dreiergipfel mit Brasilien und der Türkei in Teheran wurde am Montag ein Abkommen unterzeichnet, das die Anreicherung iranischen Urans im Ausland vorsieht.

ndPlusOlaf Standke

Mehr Krieg mit »NATO 2020«

Mit einer eigenen Raketenabwehr, Atomwaffen und flexibleren Truppen für noch mehr Einsätze auch weit außerhalb ihres Bündnisgebiets soll die NATO den vermeintlichen Bedrohungen des 21. Jahrhunderts künftig schlagkräftiger begegnen. Das geht aus einem am Montag in Brüssel vorgestellten Strategieentwurf »NATO 2020« hervor.

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Chronik

Rio de Janeiro machte den Anfang: Am 28. und 29. Juni 1999 trafen auf europäische Initiative die Staats- und Regierungschefs aus der Europäischen Union (EU) in Rio de Janeiro zum ersten Mal ihre Widerparte aus Lateinamerika und der Karibik. Alle wurden von der EU eingeladen, denn keiner soll vom globalen Markt der Möglichkeiten ausgeschlossen werden, zumindest nicht formell. De facto konzentriere...

Andreas Behn, Madrid

Evo Morales nimmt auch am Gegengipfel teil

Die Zeichen setzt in Madrid bisher der Gegengipfel »Enzalando Alternativas« (Alternativen verbinden). Mit einer Großdemonstration gegen den Kapitalismus in Europa am Sonntag und dem »Permanenten Tribunal der Völker«, das am Montag zu Ende ging, wurde den Staatschefs vor dem EU-Lateinamerikagipfel der weit verbreitete Unmut dokumentiert. 27 transnationale Unternehmen waren angeklagt. Während die of...

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Anna Maldini, Rom

Andrang zum »Köder Gottes«

In Turin ist noch bis zum 23. Mai das angebliche »Grabtuch Christi« ausgestellt. Dann werden nach 44 Tagen wohl an die zwei Millionen Menschen das Textil betrachtet haben.

Ein bisschen Sozialutopie
ndPlusFolke Havekost

Ein bisschen Sozialutopie

Obwohl der FC St. Pauli in die Bundesliga aufsteigt: Dass der 100. Geburtstag des Hamburger Stadtteilvereins ein großer Grund zum Feiern ist, liegt vor allem an seinen Fans

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ndPlusRené Heilig

Absurde Militär-Medaille

Medal for holding fire?« lautet eine Überschrift in der »Navy Times«. Das US-Wochenblatt berichtet aus Afghanistan, dass man im dortigen ISAF-Hauptquartier über die Stiftung einer völlig neuen Tapferkeitsmedaille nachdenke. Das blinkende Blech soll an Soldaten in Afghanistan wie in Irak verliehen werden, die – statt gleich loszuballern – das Ihre versuchen, um Zivilisten zu schonen. Wa...

ndPlusRoland Etzel

In der Schmollecke

Durchbruch hin zu einer Verständigung im Atomstreit oder fieses Ablenkungsmanöver? Sowohl das eine wie das andere wird der Vereinbarung Irans mit Brasilien und der Türkei zur Urananreicherung unterstellt. Da es schlicht unmöglich ist, dies einen Tag nach dem Treffen von Teheran schlüssig zu beantworten, sind alle Politikerworte dazu nicht mehr als Äußerungen von Freude oder eben Missmut darüber. D...

Jürgen Amendt

Ein Versprecher

Es ist ein großes Versprechen, das die Bundesregierung dem Volk gab: Ab 2015 sollen jährlich 13 Milliarden Euro in Kitas, Schulen und Universitäten fließen – annähernd die doppelte Summe dessen, was heute von Bund und Ländern für Bildung ausgegeben wird. Und es soll noch besser kommen: 2013 schon wird es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Unter-Dreijährige geben. Im internationale...

Querkopf

Er ist ein scharfer Kritiker Israels. Das ist auch dem Innenministerium des Judenstaates bekannt, das Noam Chomsky am Wochenende die Einreise in das Westjordanland verweigerte. Der Sprachforscher aus dem US-Bundesstaat Massachusetts musste nach mehrstündigem Verhör an der jordanischen Grenze zurück in die Hauptstadt Amman reisen. Er wollte vier Tage in den besetzten Gebieten bleiben und in Ramalla...

Auf dem Gedanken-Strich
Ernst Röhl

Auf dem Gedanken-Strich

Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen. Die Herrschaften von der Mövenpick-Partei erliegen bereitwillig dem Irrtum, andere Leute wären noch ein bisschen dümmer als sie. Diesen Eindruck gewannen sie bei der Bundestagswahl; er geht auf das Konto des Wählers, der seine Stimme der FDP gegeben hat. Nun ist sie weg, die Stimme, logisch. Reden kann der Wähler zwar noch, aber er hat nichts mehr zu sagen...

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Brandanschlag auf Synagoge in Worms

Worms (dpa/ND). Auf die Wormser Synagoge ist in der Nacht zum Montag ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte entzündeten an mehreren Stellen des Gebäudes Feuer, eine Fensterscheibe wurde mit einem Molotow-Cocktail eingeworfen, wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Mainz, Klaus-Peter Mieth, am Montag in Worms erklärte. Verletzt wurde niemand, die Schäden an dem Gebäude in der Judengasse halten ...

Jürgen Amendt

Uni-Gipfel fast ohne Studenten

Die Bologna-Konferenz, auf der Vertreter von Politik, Verbänden und Hochschulen gestern in Berlin über Reformen der neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master diskutierten, endete ohne greifbares Ergebnis. Der Gipfel war als Reaktion auf die Studentenproteste der letzten Monate einberufen worden.

ndPlusJörg Meyer

Sommer will eine neue Ordnung

Nach den Personalquerelen um den DGB-Vizevorsitz beim Bundeskongress 2006 zeigt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund in dieser Woche in trauter Einigkeit. Das 19. »Parlament der Arbeit« wählte Michael Sommer mit 94,1 Prozent erneut zum DGB-Bundes-Vorsitzenden. »Ich bedanke mich für das Vertrauen, natürlich nehme ich die Wahl an«, sagte ein bis über beide Ohren strahlender Michael Sommer vor den Delegierten des 19. DGB-Bundeskongresses.

ndPlusReimar Paul

Längere AKW-Laufzeiten ohne die Länderkammer?

»Grüne wählen«, forderte Fraktionsvize Jürgen Trittin vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. »Grüne wählen, die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat kippen und so die von der Bundesregierung geplante Verlängerung der AKW-Laufzeiten kippen.« Bei der Wahl stimmten viele Menschen für die Grünen, Schwarz-Gelb in Düsseldorf ist passé ? aber ob der Atompolitik von Union und FDP über die neuen Mehrheiten in der Länderkammer tatsächlich beizukommen ist, steht in den Sternen. Politiker und Juristen streiten heftig darüber, ob die Bundesländer von längeren Kraftwerkslaufzeiten betroffen sind und deshalb die Frage mitentscheiden müssen.

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2009 neuer Tiefstand bei Geburten

Wiesbaden (epd/ND). Die Zahl der Geburten in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefststand gesunken. Nach vorläufigen Zahlen wurden 2009 rund 651 000 Kinder in Deutschland lebend geboren, wie das Statistische Bundesamt am Montag teilte. Das bisherige Rekordtief lag 2006 bei 673 000 Geburten. Die aktuelle Entwicklung ist nach den Worten von Bundesfamilienministerin Kristina Schröd...

Gnadengesuch Hogefelds endgültig abgelehnt

Berlin (dpa/ND). Bundespräsident Horst Köhler hat das Gnadengesuch der zu lebenslanger Haft verurteilten ehemaligen RAF-Terroristin Birgit Hogefeld endgültig abgelehnt. Köhler habe dies auf der Grundlage der eingeholten Stellungnahmen und eines persönlichen Gesprächs mit ihr nach Abwägung aller Gesichtspunkte entschieden, teilte das Bundespräsidialamt am Montag in Berlin mit. Köhler hatte das aus ...

Keine Zuschläge für Zivis

Im monatelangen Streit über eine freiwillige Verlängerung des Zivildienstes haben Union und FDP sich am Montag geeinigt.

Die Ost-Karte stach auf dem Parteitag nicht
Uwe Kalbe

Die Ost-Karte stach auf dem Parteitag nicht

Der Parteitag in Rostock ist zu Ende. Dass der Führungswechsel in der Linkspartei nach dem Abschied von Lothar Bisky und Oskar Lafontaine schon gelungen wäre, wäre eine verfrühte Behauptung. Die Wahl des neuen Vorstands selbst bot vielen Mitgliedern Gelegenheit zu zweifeln.

Martin Lejeune

Andersartigkeit als Bereicherung

Am Montag trafen sich 32 Teilnehmer zur konstituierenden Sitzung der zweiten Deutschen Islamkonferenz (DIK), zu der Innenminister Thomas de Maizière (CDU) nach Berlin eingeladen hatte.

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Millenniumsziele der UNO gefährdet

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Anstrengungen für die hochgesteckten sogenannten Millenniumsziele der Vereinten Nationen angemahnt. Viele könnten beim bisherigen Tempo nicht erreicht werden, hieß es am Montag in Genf bei der Eröffnung der Weltgesundheitsversammlung, dem höchsten Entscheidungsgremium der UN-Organisation. Trotz deutlicher Fortschritte verliefen vor allem im Gesundheitsbereich die Verbesserungen zu langsam.

Streit in Paris um »Gefangenentausch«

Frankreich will den Mörder des früheren iranischen Regierungschefs Tschapur Bachtiar freilassen. Innenminister Brice Hortefeux werde die Ausweisung von Ali Wakili Rad nach Iran veranlassen, hieß es am Montag aus Kreisen seines Ministeriums.

Italienische Soldaten der ISAF getötet

Kabul/Rom (dpa/ND). Bei einem Sprengstoffanschlag im Westen Afghanistans sind am Montag zwei italienische Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden. Italienische Medien berichteten, zwei weitere Soldaten seien bei dem Anschlag auf einen Konvoi schwer verletzt worden, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Unter den Verletzten befinde sich eine Frau. Die NATO-geführte ISAF bestät...

Mark Teufel

Rothemden ignorierten Ultimatum

Bürgerkriegsähnliche Zustände in Bangkok: Soldaten gegen Rothemden, brennende Autoreifen, Steinschleudern, Feuerwerkskörper und Brandflaschen gegen Scharfschützen. Beobachter schätzen die Zahl der seit Beginn des Konflikts im März Getöteten bereits auf rund 70.

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Andreas Knudsen, Kopenhagen

Rot-Grün will mehr Einfluss in Dänemark

An Selbstbewusstsein fehlte es den Delegierten des Jahreskongresses der Rot-Grünen Einheitsliste (EL) mit gutem Grund nicht. Die Wahlkrise der vergangenen Jahre ist überwunden, und die Meinungsumfragen zeigen die Partei nicht nur stabil über der parlamentarischen Sperrklausel, sondern weisen sogar in Richtung zusätzlicher Mandate. Ohne die erwarteten vier bis sechs EL-Sitze nach den nächsten Wahlen wird es keine Mitte-Links-Mehrheit im dänischen Parlament geben. Doch will die Partei dieses Mal nicht nur »Stimmenvieh« sein, wie unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Poul Nyrup Rasmussen in den 1990er Jahren, sondern Mandate in Einfluss umsetzen.

ndPlusGábor Kerényi, Budapest

Neue Freiheit in Ungarns Parlament

Rechtsradikale Propaganda im Hohen Haus. Ungarns neu gewählte Nationalversammlung wurde Ende vergangener Woche vereidigt. Die Zeremonie lieferte einen Vorgeschmack auf kommende Ereignisse.

ndPlusJan Keetman, Istanbul

Atomstreit: Durchbruch oder Zeitspiel?

Iran will sein Uran jetzt im Ausland anreichern lassen. Ein entsprechendes Abkommen wurde am Montag mit Brasilien und der Türkei unterzeichnet. Teheran hat damit im Atomstreit mit dem Westen einen Schritt in Richtung eines Kompromisses mit seinen Kritikern gemacht.Nach Dreiergesprächen zwischen dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Si...

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Widerstand bröckelt

Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zur Eindämmung von Spekulationen entzweit die schwarz-gelbe Koalition. Während die CDU und FDP eine vor allem von SPD, Grünen und Linkspartei geforderte Finanztransaktionssteuer weiter überwiegend ablehnen, spricht sich die CSU dafür aus.

Dissens in der Euro-Zone

In der EU gibt es weiter höchst unterschiedliche Ansichten über die richtige Strategie im Kampf gegen die Euro-Krise. Zur besseren Abstimmung fordert Frankreich weiter eine europäische Wirtschaftsregierung ? was Deutschland seit Jahren ablehnt.

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Norwegen rüstet und verkauft still

Norwegen rüstet auf: Firmen aus dem Land der Fjorde haben Nischen für hoch spezialisierte Produkte gefunden. So stellt Industriegigant Kongsberg komplexe Waffensysteme her und kooperiert bereits mit den USA.

ndPlusRudolf Hickel

Besteuern, aber auch regulieren

Als der Wirtschaftsnobelpreisträger James Tobin 1978 so nebenbei anregte, die Spekulationen mit Währungen zu besteuern, da konnte er nicht ahnen, dass die Tobin-Steuer breite Kreise ziehen und zu einer Finanztransaktionssteuer verallgemeinert werden würde. Die Idee ist auf den beiden letzten G20-Gipfeln 2009 in London und Pittsburgh – mit Unterstützung der Bundeskanzlerin – aufgegriffe...

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Isolda Agazzi, Genf, IPS

Arme Länder wollen bei G 20 mitreden

Die ärmsten Staaten der Welt (LDCs) fordern mehr politische Mitsprache. Wie sie nun auf einem Symposium der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf erklärten, wollen sie künftig zu den Verhandlungen der G 20-Industrie- und Schwellenländer zugelassen werden. Die globale Finanzkrise habe die Notwendigkeit einer umfangreichen Reform der internationalen Wirtschaftspolitik offenbart, h...

EU: kohärent in der Inkohärenz
ndPlusMartin Ling

EU: kohärent in der Inkohärenz

Die Europäische Union ist sich des Mankos bewusst: Die Entwicklungspolitik innerhalb der EU ist zu wenig koordiniert und generell fehlt es an Kohärenz auf allen Ebenen – nationalstaatlich, bei den Nationalstaaten untereinander und in Bezug auf die Europäische Kommission, die auch in eigener Verantwortung Entwicklungspolitik betreibt. Statt einer effektiven Arbeitsteilung herrscht ein Durchei...

Caroline M. Buck

Mit Beethoven gegen die Armut ansingen

Es gibt viele Gründe für Verzweiflung für die Bürger des einstigen Zaire. Dass es auch Gründe für vorsichtigen Optimismus geben könnte, beweisen die Filme, die junge Filmemacher aus Kongo in München präsentierten.

ndPlusPhilipp Gerber, Oaxaca

Indigene Autonomie ist in Oaxaca unerwünscht

Im mexikanischen Oaxaca haben Paramilitärs freie Hand. Mit der Rückendeckung des PRI-Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz gehen sie gegen Menschenrechtler und die Widerstandsbewegung vor.

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IHK: Holding für Klinik-Konzerne

(dpa). Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) will den politischen Stillstand bei der Zukunftsplanung von Charité und Vivantes beenden. Deshalb lege die IHK Anfang Juni ein Konzept vor, nach dem die beiden landeseigenen Klinik-Konzerne von einer gemeinsamen Holding geleitet werden, sagte Marion Haß, IHK- Geschäftsführerin für Innovation und Umwelt, am Montag. Die Holding solle Einsparunge...

CDU kritisiert Fahrpreise

(ND). Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Cornelia Seibeld, und der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Oliver Friederici, erklärten am Montag, die Fahrpreiserhöhungen in Höhe von 10 bis 20 Cent pro Fahrschein seien angesichts des immer noch anhaltenden S-Bahnchaos nicht zu rechtfertigen. Der Senat sollte vielmehr die, aufgrund des S-Bahnchaos, einbehaltenen Geld...

Ostberliner für Ausbau der A 100

(ND). Könnten sie direkt selbst entscheiden, würden rund 63 Prozent der Ostberliner Bevölkerung und 70 Prozent der Ostberliner Autofahrer für eine umfassende Modernisierung des Straßennetzes und den Weiterbau der A 100 stimmen. Nur 25 Prozent aller Befragten sprachen sich gegen einen Weiterbau der A 100 aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen FORSA-Umfrage, die der ADAC Berlin-Brandenburg ...

Anklage gegen BSR-Finanzchef

(dpa). Die Berliner Staatsanwaltschaft hat den Finanzvorstand der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) wegen Bestechlichkeit und Verrats von Dienstgeheimnissen in acht Fällen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sowie einem mitangeklagten Lobbyisten der Abfallwirtschaft vor, zwischen März 2005 und Februar 2007 das Planungs- und ab Dezember 2006 das Ausschreibungsverfahren zur Modernisieru...

Langsam mit der Autobahn

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Autofahrer für den Bau einer Autobahn aussprechen. Der Gedanke, schnell vorwärts zu kommen, klingt ja ziemlich verlockend und überzeugt offensichtlich auch Menschen, die selbst gar nicht am Steuer sitzen. Die Ergebnisse einer Meinungsumfrage im Auftrag des Automobilclubs ADAC sind ziemlich eindeutig. Trotzdem könnte der Weiterbau der Stadtautobahn A 100 falsch ...

Kein schnelles Ende im Rockerkrieg

(dpa). Im jahrelangen »Rockerkrieg« zwischen »Hells Angels« und »Bandidos« ist nach Einschätzung der Berliner Polizei kein schnelles Ende abzusehen. Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte am Montag im Innenausschuss: »Auch künftig ist mit Angriffen zu rechnen, auch mit Schusswaffen.« Innenstaatssekretär Ulrich Freise (SPD) sagte, das Thema werde auch auf der Innenministerkonferenz am 27. und 28. M...

Chef der Gewerkschaft der Polizei tritt ab
ndPlusRainer Funke

Chef der Gewerkschaft der Polizei tritt ab

Seit 40 Jahren dient er in der Polizei. Die letzten 14 führte er den Berliner Landesvorsitz der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Nun tritt Eberhard Schönberg (57) auf dem 50. Delegiertentag nicht noch einmal zur Wahl an. Er habe über all die Jahre seine Pflicht getan. Nun sind andere dran. Ein normaler Vorgang, sagt Schönberg. GdP-Landeschef zu sein, ist kein einfacher Job. Noch dazu in Berlin, wo sich soziale Probleme mehr als anderswo ausgebreitet und auch das Polizeiwesen ergriffen haben.

Nissrine Messaoudi

Berlin braucht junge Migranten

Samira, Dimitrij, Hung und Mehmet. Das sind einige der Namen, die in blauer, gelber, grüner und oranger Schrift das pinke Plakat zur neuen Ausbildungskampagne für junge Migranten zieren. Unter dem Motto »Berlins Wirtschaft braucht dich!« sollen junge Migranten in den nächsten Monaten gezielt angesprochen werden, um sie zu ermutigen, eine Ausbildung zu beginnen. Wer glaubt, es handle sich dabei um reine Nächstenliebe, irrt. Denn Deutschland und damit auch die Hauptstadt stehen vor einem gewaltigen Problem: Es gibt kaum genügend Fachkräfte.

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AdK lädt zu Benefiztag für Zossen

(epd). Unter dem Titel »Brennpunkt Zossen. Demokratie verteidigen« lädt die Berliner Akademie der Künste am 26. Mai zu einer Benefizveranstaltung für die brandenburgische Initiative »Zossen zeigt Gesicht« ein. Auf dem Programm steht unter anderem eine Diskussion über die aktuellen Gefahren des Rechtsextremismus mit dem ungarischen Autor und Leipziger Buchpreis-Träger György Dalos, der Vorsitzenden...

ndPlusVolkmar Draeger

Nahtlos verschweißter Tanz-Kosmos

Lichtkegel strukturieren den Raum, darin einzelne Tänzer wie im Kampf mit dem eigenen Körper, Dehnungen, Pirouetten im Spagat, Ausfallschritte. Percussion treibt sie, das Licht nimmt sie mit auf eine Reise. Athletisch durchtrainiert ist die Dansgroep Amsterdam, bravourös gelingen den fünf Frauen, sieben Männern die pausenlosen 75 Minuten. Erst seit 2009 gibt es die Gruppe, entstanden durch Fusion....

Strippende Stahlträger
Lucía Tirado

Strippende Stahlträger

Nackte Tatsache ist, dass die Inszenierung dieses Stücks nur mit Herz gelingen kann. Das hat Folke Braband mit »Ladies Night« der Neuseeländer Stephen Sinclair und Anthony McCarten geschafft. In welcher prekären Situation sich die arbeitslosen Arbeiter Craig, Barry und Norman befinden, wird in den ersten Szenen deutlich. Ihre englische Provinzstadt ist voll mit Männern wie ihnen, seit die Stahlwer...

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Straftatprüfung bei Thierse

(dpa). Noch ist unklar, ob Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) wegen seiner Sitzblockade am 1. Mai gegen eine rechtsextremistische Demonstration in Berlin mit juristischen Folgen rechnen muss. »Die Staatsanwaltschaft prüft den Anfangsverdacht auf eine Straftat. Das kann einige Tage dauern«, sagte deren Sprecher Martin Steltner am Montag. Geprüft werde ein Verstoß gegen das Versammlungsg...

Uta Herrmann

Das Recht auf Asyl

»Schwarz oder weiß, arm oder reich, die Menschenrechte sind für alle gleich. Gehst du weg, kommst du an, bleibst du hier?...« Die Worte des rhythmischen Sprechgesangs sind einprägsam. Schülerinnen und Schüler der Wilmersdorfer Rudolf-Diesel-Oberschule haben diesen Menschenrechtssong verfasst und zur Eröffnung ihrer Ausstellung »Station Berlin« in der Galerie des Kurt Schumacher Hauses in Wedding v...

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Gewalt gegen psychisch Kranke

München (dpa/ND). Wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen müssen sich seit Montag der Leiter einer psychiatrischen Einrichtung und zwei Mitarbeiter vor dem Landgericht München II verantworten. Die 28 bis 51 Jahre alten Angeklagten kamen allerdings zum Auftakt nicht zu Wort: Der Prozess wurde gleich nach der Verlesung der 31 Seiten starken Anklage unterbrochen. Die Verteidigung hatte die Besetzung ...

Dieter Hanisch, Niebüll

Der polizeiliche Reflex: Anzeige wegen Widerstandes

Können aus Opfern Täter werden? Immer wieder müssen sich Gerichte mit Fällen wie dem von A. aus Westerland/Sylt beschäftigen, wenn nach einer Strafanzeige gegen Polizeibeamte die Uniformträger mit einer Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollzugsbeamte reagieren.Eine unkluge oder missverständliche Bemerkung in einer Stresssituation, das Nicht- oder zu langsame Befolgen einer Anordnung oder eine fals...

ndPlusWilfried Neiße

Die Wildnis soll sich verdreifachen

Was sich bislang als schleichender Prozess vollzog, das erhält nun regierungsamtliche Weihen: Die Verwilderung Brandenburgs. Wie am Rande der Wildniskonferenz in Potsdam bekannt gegeben wurde, soll sich der Anteil der Wildnis im Land fast verdreifachen. Wolf und Luchs kehren dorthin zurück, wo der Mensch geht und der Natur Platz macht. Rund 350 000 Menschen werden die Randregionen Brandenburgs in ...

Gier im idyllischen Graefekiez
ndPlusNicolas Šustr

Gier im idyllischen Graefekiez

Im Kreuzberger Graefekiez werden Wohnungen angeboten, deren Miete den Mittelwert des Mietspiegels um 120 Prozent übersteigt. Das Viertel ist seit einiger Zeit auch bei der Mittelschicht sehr beliebt.

Gudrun Janicke, dpa

Freiwillig »Lange Kerls« in Potsdam

Das Gardemaß von 1,88 Meter ist heute wie vor Jahrhunderten Bedingung für einen »Langen Kerl«. Vor fast 300 Jahren unter König Friedrich Wilhelm I. wurden sie in die Truppe gezwungen. Seit 20 Jahren machen sie freiwillig in einem Verein mit. Sie fallen auf. Große Männer in historischen Uniformen.Bei zackigen Befehlen marschiert die Truppe in Reih und Glied. Ein wesentlich kleinerer Trommler gibt d...

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Fischerkiez und Hinterhof
Peter H. Feist

Fischerkiez und Hinterhof

In vielen Ausstellungen heutiger bildender Kunst geben uns Werke absichtlich Rätsel auf. Weshalb sehen sie so aus? Was ist gemeint? Bei dem, wovon hier die Rede ist, stellen sich diese Fragen nicht. Man kommt dennoch ins Grübeln. Für wen kann die Ausstellung wichtig sein? Otto Nagel ? Berliner Bilder. Die zeigten 1954 die Ostberliner Akademie der Künste, 1964 das Märkische Museum, 1994 das nachher geschlossene Otto-Nagel-Haus am Märkischen Ufer und 2003 das Käthe-Kollwitz-Museum in Charlottenburg. Dort sind jetzt abermals Nagels Berliner Bilder zu sehen, und zur Vernissage kamen sehr viele Leute

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Barbara Schweizerhof, epd

Zu viel Katastrophe

Um die Verdorbenheit der großen Geldgeschäfte darzustellen, spielt das Kino am liebsten die große Liebe dagegen aus. Hollywood-Regisseur Oliver Stone baut die Handlung in seinem in Cannes präsentierten Film »Wall Street – Money never sleeps« auf diesem Gegensatz auf. Und genauso macht es Christoph Hochhäusler in seinem »Unter dir die Stadt«, dem einzigen Beitrag eines deutschen Regisseurs in...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der kleine Garten

Ich? » … bleibe wie angewurzelt stehen/ unter dem kahlen Geäst und horche den Wörtern nach,/ die mit dem Wind gingen und mit ihm kommen werden.« Schön ausgedrückt, mit welcher Methode da ein Mensch mit der alltäglichen Existenzprüfung zwischen Verlust und Gewinn zurechtkommt: im Daseinsschmerz darüber, was nicht aufzuhalten ist, Gelassenheit ausbilden; in der Wahrheit dessen, was nicht zu e...

ndPlusIrene Constantin

Besser bissig

Eine luxuriöse Petitesse dieses Angebot der Berliner Staatsoper als letztes Spiel, bevor sie ihr Haus Unter den Linden zur Großrenovierung schließt. Simon Rattle am Pult der Berliner Staatskapelle ließ seine Ehefrau Magdalena Kozena im leichten französischen Stil von Emmanuel Chabriers komischem Operchen »L'Etoile« (Der Stern) glänzen. Sie singt den anfangs etwas windigen, später heftig verliebten Straßenhändler Lazuli, unterwegs in Sachen Schönheitspflästerchen, Puderquasten, Haarfärbe-Elixiere.

Relativ ratlos
Martin Hatzius

Relativ ratlos

Wer ein Kochbuch inszenieren will, sollte das in der Küche tun. Eine Kfz-Reparaturanleitung dramatisiert man am besten in der Werkstatt. Und die Umsetzung eines Theaterskripts, selbstverständlich, gehört auf die Bühne.

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Die Rezension
ndPlusAntje Stiebitz

Die Rezension

Der Mensch ist nie allein, er ist viele. Damit meint der Biologe und Wissenschaftsautor Jörg Blech nicht etwas den Menschen als Herdentier umringt von seinen Mitmenschen, sondern den Menschen als ein wandelndes Ökosystem. Auf unserer Hautoberfläche leben so viele Mikroben wie Menschen auf unserem Planeten, in einem Milliliter unseres Speichels wohnen rund eine Milliarde Bakterien. Und wir brauchen...

ndPlusElfi Schramm

Therapie ohne Haarausfall und Erbrechen

Bei Brustkrebs im frühen Stadium erleichtert eine Laboruntersuchung seit kurzem die Entscheidung, ob nach der Operation und Bestrahlung noch zusätzlich eine Chemotherapie notwendig ist.

Angela Stoll

Die irrationale Angst

In diesen Tagen melden sich in Kinderarztpraxen oft aufgelöste Eltern mit der Nachricht: »Mein Kind hat eine Zecke!« Sie befürchten das Schlimmste: Krankheiten, Behinderungen, sogar den Tod. Doch die Gefahren sind weit geringer als von vielen Menschen angenommen.

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Oliver Händler

Als plötzlich alles klappte

Es ist die Eigenheit von Basketballspielen, dass sie meist erst in den letzten fünf Minuten entschieden werden, manchmal sogar in der letzten Sekunde. 71:68 lag Alba Berlin im dritten Viertelfinalspiel gegen die Frankfurt Skyliners in Führung. Endlich, dachten die Fans, können die Berliner einen Sieg einfahren und das Ausscheiden verhindern, doch der kleine Frankfurter Aubrey Reese warf einen ungl...

Tom Mustroph, Rom

Inter feiert den fünften »Scudetto« in Folge

Der Unterkiefer geht lang nach unten. Die Zähne blitzen. Der Mund ist etwas schief gedehnt. Diego Milito setzt wieder sein Sylvester-Stallone-Lachen auf. Der Argentinier hat mit seinem Treffer zum 1:0 beim Absteiger Siena seinen Arbeitgeber Inter Mailand in den Himmel der Glückseligkeit gehoben. Klubbesitzer Massimo Moratti befreit sich stürmisch von seiner Regenjacke und nimmt seinen Sohn in die ...

ndPlusChristoph Ruf, Augsburg

Aufrüsten für besseres Image

Nach getaner Arbeit vergaß mancher Nürnberger Spieler seine gute Erziehung. Dass man »einen Klassenunterschied« zwischen den unterlegenen Augsburgern und den überlegenen Nürnberger hatte feststellen können, wie Keeper Raphael Schäfer betonte, war keine sehr höfliche Aussage. Falsch war sie allerdings nicht, wie auch Jos Luhukay, der Augsburger Trainer, etwas nüchterner feststellte: »Nürnberg hat s...

ndPlusThomas Lipinski und

Wieder Endspiel für DEB-Team

Ulf Zimmermann, SIDNur wenige Minuten nach dem »plötzlichen Tod« waren die deutschen Eishockey-Nationalspieler schon wieder quicklebendig. »Dieser Punkt ist Gold wert«, sagte Torschütze Marcel Müller nach dem unglücklichen 1:2 in der Verlängerung des WM-Zwischenrundenspiels gegen Belarus. »Jetzt haben wir ein schönes Endspiel um das Viertelfinale«, sagte der Kölner mit Blick auf das heutige Duell ...

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Moskaus Metro feiert 75. Geburtstag

Mit roten Fahnen und Blumen geschmückt ratterte am 15. Mai 1935 der erste Zug der Metro durch den Moskauer Untergrund. 11,2 Kilometer lang war die erste Linie, eine Ost-West-Tangente, die vom Sokolniki-Park zum Kulturpark führte und dabei das Stadtzentrum unterquerte. Ende 1935 gab es 13 Stationen, 1954 wurde der erste Teil einer Ringlinie in Betreib genommen. Sie folgt im Wesentlichen der alten S...