Hochwasser an Oder und Weichsel

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) schließt für das Wochenende an der Oder die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4 nicht mehr aus. Auf jeden Fall sei ein "ordentliches Hochwasser" zu erwarten, so Tack am Dienstag im Inforadio des RBB.

Roland Koch tritt zurück

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) legt seine politischen Ämter nieder. Wie Koch am Dienstag auf einer Pressekonferenz mitteilte, wird er am 31. August von seinem Amt als Regierungschef zurücktreten.

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Unten links

Die Kanzlerin wird aufatmen. Nicht nur, dass die Vulkanasche diesmal kaum ihre Reisepläne durcheinander wirbeln wird. Allein die Aussicht, sich mal wieder aus den heimischen Zänkereien ausklinken zu können, dürfte ihr gut gefallen. Diverse Regierungserklärungen zu diversen Milliarden-Rettungs-Paketen hat sie noch flugs hinter sich gebracht, bevor sie den Abflug machte. Den daraus entstehenden Stre...

NRW-LINKE geißelt Wahlbetrug

Bottrop/Düsseldorf (ND/dpa). Nach den schnell gescheiterten Sondierungen zu Rot-Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen hat die LINKE der SPD und den Grünen »Wahlbetrug an der Bevölkerung« vorgeworfen. Der Landtags-Abgeordnete und Landesparteisprecher Wolfgang Zimmermann sagte am Pfingstsonntag bei einem Sonderparteitag in Bottrop: Wenn die LINKE bei den »Scheingesprächen« einen Fehler gemacht habe, dann ...

Kurt Stenger

Die Öl-Krise

Sisyphos-Arbeit im US-Bundesstaat Louisiana: Mit Plastiktüten und Spaten versuchen – von BP angeworbene – Freiwillige, Strände vom Öl zu säubern. Nur um wenige Stunden später von vorne anfangen zu müssen. Dies wird noch lange so weitergehen, denn bisher sind alle Versuche des Ölriesen gescheitert, das Bohrloch im Golf von Mexiko zu schließen. BP hat keinen Plan, sondern versucht alles,...

Großbritannien zeigt sich kriegsmüde

Die Taliban demonstrieren in Afghanistan weiter Stärke. Am Samstag beschossen sie den wichtigsten NATO-Stützpunkt im Lande bei Kandahar. Der neue britische Verteidigungsminister Liam Fox sprach sich für einen schnellen Rückzug aus. Eine für den 29. Mai geplante Friedensdschirga in Afghanistan ist unterdessen auf den 2. Juni verschoben worden.

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Viel Folklore und ein Hauch von Politik
Aert van Riel

Viel Folklore und ein Hauch von Politik

Den meisten Besuchern und Teilnehmern geht es beim Karneval der Kulturen vor allem ums Feiern, Tanzen und Trinken. Doch vereinzelt gibt es auch Gruppen, die hier ihre Kritik an sozialen Missständen künstlerisch umsetzen.

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ndPlusRené Heilig

Hände hoch! – Gott schütze euch

In Afghanistan sind bislang 43 deutsche Soldaten getötet worden. Töten oder getötet werden – so ist das im Krieg. Wohl jeder, der ohne geistigen Defekt in den Krieg zieht, hofft, beides möge ihm erspart bleiben. Das hoffen auch Frauen, Kinder, Freundinnen, Eltern, Verwandte.

Königreich im Umbruch
Silvia Ottow

Königreich im Umbruch

Seit Jahren steigt die Anzahl der Mediziner in Deutschland, nur aufs Dorf will keiner von ihnen. Geht hier der Doktor in Pension, findet sich häufig kein Nachfolger. Der Landarzt gilt als aussterbende Art, der allerhöchstens die Serienmacher der Fernsehsender in altmodischer Verklärung huldigen und für deren Erhalt Bundespolitiker ein paar unernste Vorschläge unterbreiten, deren Diskussion sich meistens schnell erschöpft.

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ndPlusMartin Ling

Die Saat der Garrisons

Die Loyalität der Anwohner ist ihm sicher: Christopher »Dudus« Coke, dem Don von Tivoli Gardens. Dass in Jamaika die Nachbarn Unterweltfiguren gegen die Polizei und damit gegen die staatliche Autorität verteidigen, hat Tradition und gute Gründe: Vom Staat können die Ghettobewohner so gut wie nichts erwarten, vom örtlichen Bandenchef und Gebietsfürsten bei Wohlverhalten jedoch paternalistische Unte...

ndPlusRoland Etzel

Zweifelhafter Auftritt

Der deutsche Außenminister besuchte am Wochenende die vier Nachbarstaaten Israels, und manche seiner Äußerungen, die er in Beirut und Damaskus tat, wird – die Gastfreundschaft ist im Orient ein hohes Gut – freundliche Verwunderung ausgelöst haben. Westerwelle schaffte es, Syrien in Libanon zum Verzicht auf Gewalt zu ermahnen, ohne auch nur zu erwähnen, dass die letzte massive Gewaltanw...

Fabian Lambeck

Wachstumsmarkt Krieg

Die modernen Söldnerarmeen sind auf dem Vormarsch. Allein im Irak sind etwa 20 000 »bewaffnete Freiberufler« engagiert, unter ihnen längst auch deutsche Elitesoldaten und Ex-Polizisten. So ist es kaum verwunderlich, wenn jetzt bekannt wird, dass ein umstrittener somalischer Politiker 100 deutsche Söldner anheuern ließ. Der Einsatz dieser »Sicherheitsberater« macht in einem asymmetrischen Konflikt ...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Stille Kraft

Ihr Geheimnis ist die – Klarheit; sie wirkt frei – und genau das erhebt sie zum Rätsel. Einer ihrer großen Regisseure, Louis Malle, nannte sie ein »natürliches Mysterium«; das leuchtende Madonnengesicht – es ist kein Widerspruch zu einem (freilich immer sanften!) Lodern, das Lebenswelten ins Wanken bringt. Sie ist in vielen Filmen die entsagungsvolle, aber hocherotische Problemfr...

Das Elend von Berlin
Vin Brigitte Zimmermann

Das Elend von Berlin

Manchmal ist Berlin eine einzige Bühne für das Elend der Welt.An der Straßenbahnhaltestelle steht wieder der Mann in seinem Rollstuhl, beide Füße dick verbunden, und versucht unverdrossen, Kontakte zu anderen Fahrgästen herzustellen. Er hat da ein Schema. Meist wagt er nach dem ersten Wortwechsel eine Prognose, aus welcher deutschen Weltgegend der Gesprächspartner stammen könnte. Mich hat er in Halle/Leipzig verortet, was ich als leicht kränkend empfand. Alle sind, soweit ich das beurteilen kan...

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Niels Seibert

»Zivile Todesstrafe«

Sogenannte Terrorismus-Listen existieren auf europäischer Ebene seit 2001. Zwischen 30 und 50 Organisationen und noch mal so viele Einzelpersonen sind im Laufe der Jahre darin erfasst worden. Kritische Juristen bewerten diese Listen als Feindstrafrecht.

Marcus Meier, Bottrop

Wie weiter in Nordrhein-Westfalen?

Zwei Transparente auf dem Podium wiesen den Weg: »Alle wollen regieren, wir wollen verändern«, stand da zu lesen und »Wir machen Druck!«. Das ist auch die Quintessenz der Debatten auf dem Parteitag der NRW-LINKEN, der am Sonntag in Bottrop stattfand. Derweil geht in Düsseldorf das Gezerre um mögliche Regierungsbündnisse munter weiter.

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Seehofer will nach Prag reisen

Augsburg (dpa/ND). Erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wird ein bayerischer Ministerpräsident offiziell nach Prag reisen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte am Pfingstsonntag beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg, er werde nach der Bildung einer neuen tschechischen Regierung in der zweiten Jahreshälfte das Nachbarland besuchen und dort Gespräche führen. Es sei Zeit für ein...

Karin Leukefeld

Kanzlerjet düst in die Golfstaaten

Mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation ist Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in die Golfstaaten aufgebrochen. Vier Tage lang wird die deutsche Handelskarawane die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien, Katar und Bahrain besuchen und über neue Geschäfte, Energielieferungen und Iran sprechen, hieß es in Berlin.

ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Keine Komplimente für die Warschauer Regierung

An Oder und Weichsel kämpfen in Polen die Menschen bis zum Letzten. Tausende mühten sich in Polen am Montag, gebrochene Dämme zu stopfen und Wassermassen von ihrem Hab und Gut abzuhalten. Für weite Abschnitte der Oder in Brandenburg hat das Landesumweltamt die erste von vier Alarmstufen ausgerufenTrotz der Katastrophenlage, die in Polen entlang von Oder und Weichsel wie deren Nebenflüssen vor fünf...

Spielraum beim Arbeitsetat?

Bei den Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Etat des Arbeitsressorts nicht verschonen. Kritik hagelt es von SPD-Chef Sigmar Gabriel und LINKEN-Chefin Gesine Lötzsch. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will mögliche Einsparungen beim Rüstungsetat prüfen. Die Finanztransaktionssteuer spaltet zudem weiter die Gemüter.

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Fristsetzung in Albanien

Tirana (dpa/ND). Die tief verfeindeten Parteien der regierenden Demokraten und der oppositionellen Sozialisten wollen eine zweiwöchige Frist zur Lösung der innenpolitischen Dauerkrise nutzen. Regierungschef Sali Berisha gab am Samstag in Tirana grünes Licht für die Neuauszählung der Stimmzettel der umstrittenen Parlamentswahl vom Juni vergangenen Jahres. »Die Regierung ist zu jedem normalen Kompro...

Bericht über Kinder in Kriegen

New York (dpa/ND). Noch immer werden Kinder in bewaffneten Konflikten vergewaltigt, verstümmelt und misshandelt. Die Vereinten Nationen zeigen jetzt erstmals mit dem Finger auf diejenigen Verantwortlichen, die besonders brutal und hartnäckig vorgehen. In dem UN-Jahresbericht, der am Freitag in New York von einer Arbeitsgruppe des Weltsicherheitsrats hinter verschlossenen Türen beraten wurde, werde...

Passagiermaschine in Indien abgestürzt

Nach dem Flugzeugabsturz in der indischen Stadt Mangalore haben Helfer alle 158 Todesopfer geborgen und 87 von ihnen identifiziert. Als Unglücksursache ist unklar.Mangalore (AFP/ND). Beim schwersten Flugzeugunglück in Indien seit 14 Jahren sind am Samstag mindestens 158 Menschen ums Leben gekommen. Eine Maschine der Air India Express schoss bei der Landung auf dem Flughafen der südindischen Stadt ...

Hilfszusage für Somalia

Eine von den Vereinten Nationen organisierte Konferenz in Istanbul hat der Übergangsregierung in Somalia weitere Unterstützung zugesichert.Istanbul/Mogadischu (dpa/AFP/ ND). Delegierte aus 55 Staaten haben am Wochenende mehr internationales Engagement zur Überwindung der humanitären Krise in dem afrikanischen Staat Somalia gefordert. »Somalia durchlebt gerade eine entscheidende Zeit«, sagte UN-Gen...

Über Pfingsten zurück zur Natur
Ralf Klingsieck, Paris

Über Pfingsten zurück zur Natur

Selten hat die Pariser Prachtavenue Champs-Elysées ihren Namen – Elysische Felder – mit soviel Recht getragen wie an diesem Pfingstwochenende. Für 48 Stunden haben Bauern aus dem ganzen Land die breite Paradestraße auf 1,2 km Länge mit Getreide, Gemüse, Blumen, Weinstöcken, Hecken und Bäumen bepflanzt.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Iwangorod probt den Aufstand

Mit Iwangorod wussten die meisten Russen bisher nichts anzufangen. Seit Anfang April ist die knapp 10 000 Einwohner zählende Stadt in vieler Munde. Grund ist eine Petition mit der Bitte um Anschluss an Estland.

Hans-Ulrich Dillmann, Santo Domingo

Kingstons Bewohner proben den Aufstand

Ausnahmezustand in Jamaika: Bei schweren Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gangstern sind am Wochenende mindestens zwei Polizisten getötet und sechs weitere verletzt worden. Für die Hauptstadt und die angrenzende Provinz rief Regierungschef Bruce Golding den Ausnahmezustand aus.

»Krieg ist als letzte Option nicht auszuschließen«

»Krieg ist als letzte Option nicht auszuschließen«

Salek Baba Hassena ist Minister für Entwicklung und Zusammenarbeit der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS). Der 57-Jährige schloss sich 1974 der Befreiungsbewegung Polisario an und absolvierte bis 1983 in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein Ökonomiestudium. Nach seiner Rückkehr übernahm er unterschiedliche Funktionen im westsahrauischen Freiheitskampf und der westsaharauischen Regierung. Mit ihm sprach für ND Martin Ling.

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Schlussverkauf bei Karstadt

Endspurt beim Verkauf der insolventen Kaufhauskette Karstadt: Am Freitag läuft die Frist für Angebote ab.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Spardebatte in Dänemark

Mit etwas über fünf Prozent ist das dänische Haushaltsdefizit, verglichen mit anderen EU-Ländern, eher klein. Doch Regierung und Opposition haben Pläne vorgelegt, wie die Maastricht-Kriterien künftig erfüllt werden.

René Heilig

ILA-Himmel »ausverkauft«

Die Internationale Luft- und Raumfahrtmesse (ILA) in Berlin-Schönefeld wird am 8. Juni durch die Bundeskanzlerin eröffnet. Mit 1150 Ausstellern ist die Show restlos »ausverkauft«.100 000 Quadratmeter Freigelände, 14 Messehallen mit über 50 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche – die ILA ist gerüstet. Doch im Grunde ist alles wie immer. Die erwarteten 200 000 Besucher – 125 000 davon sol...

ndPlusBirgit v. Criegern

»Jenseits des üblichen Toleranzdiskurses«

Migrantinnen arbeiten besonders häufig in prekären Arbeitsverhältnissen. Bei einer Veranstaltung der »Arbeitsgruppe Internationale Politik« des Bildungswerks der Heinrich-Böll-Stiftung wurden Beispiele gezeigt, wie Betroffene politisch in die Offensive gehen.

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Thomas Nitz

Stromkonzern macht Wellen

In den Wellen der Meere und in den Gezeiten steckt mehr Energie, als die Menschheit verbrauchen kann. Allerdings stecken die mehr als 100 patentierten Technologien zur Nutzung dieser Energiequelle noch in den Kinderschuhen. Ausgerechnet der hierzulande nicht gerade als Förderer der erneuerbaren Energiequellen bekannte Energiekonzern E.on investiert in Schottland in einen aussichtsreichen Kandidaten zur Stromproduktion aus Wellenenergie: eine 180 Meter lange und 1500 Tonnen schwere, stählerne Se...

ndPlusWolfgang Ewert, Potsdam

Nur schauen und staunen

Wildnis in einem zivilisierten Land? Für die einen ist das eine Horrorvorstellung, für andere faszinierend. Für viele Pflanzen- und Tierarten ist es sogar eine Existenzfrage. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg veranstaltete vergangene Woche eine Konferenz zu diesem Thema.

Benjamin Haerdle

Gehört der Wolf ins Jagdrecht?

In Sachsen hat Umweltminister Frank Kupfer (CDU) eine gleichermaßen spannende wie hitzige Diskussion losgetreten. Weil im Freistaat bis spätestens 2012 das Landesjagdgesetz novelliert werden muss, will Kupfer den Wolf unters Jagdrecht stellen. Sein Ansinnen: Die Jäger sollen sich stärker am Schutz des Wolfes beteiligen – moralisch wie finanziell.

ndPlusLutz Debus, Essen

Ein Gas für die mobile Zukunft

Eine Woche lang war Essen das Mekka der Wasserstoff-Welt. An Politprominenz herrschte auf der am Freitag zu Ende gegangenen 18. World Hydrogen Conference kein Mangel: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Chinas Forschungsminister Gang Wan sprachen, und auch die Wirtschaft war gut vertreten.

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Nachhilfe nicht nur für Kinder

Gleichungen, die man nach X, später auch nach Y auflösen muss, Limes der gegen Unendlich, Minus Unendlich oder auch schon mal gegen Null strebt. Mit abstrakten Formeln hat das Fach Mathematik schon etliche Schüler an der angeblich logischen Materie verzweifeln lassen. Nachhilfe in Mathe gehörte genauso zum Schüleralltag wie das Pausenbrot. Das hat sich bis heute nicht geändert. 44 Prozent aller Sc...

Nachhilfe schon in erster Klasse

(dpa). In Berlin erhalten immer mehr Grundschüler professionellen Nachhilfeunterricht – manchmal bereits von der ersten Klasse an. Die Gründe dafür sehen Nachhilfe-Institute unter anderem in der langen Diskussion um Bildungsreformen und Schulqualität. »Da geht ein massiver Leistungsdruck von Eltern aus, insbesondere in bildungsorientieren Familien«, sagt Olaf Bönick von der Aha-Nachhilfe. Da...

Familienfreundlicher Knast
Stefan Otto

Familienfreundlicher Knast

Auf dem verstaubten Metallspund vor dem Tor 1 des Tegeler Gefängnisses, dort wo die Besucher ihre Taschen einschließen, liegt ein Babyschnuller. Möglicherweise wurde er von einem Kleinkind dorthin geworfen, weil es nicht die Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen wollte. Denn die sind strapaziös.Der Nuckel passt nicht ganz in das Klischee eines Männerknastes mit seinen harten Jungs. Natürl...

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Beseitigung des Asbests in der Stabi bis Herbst

(dpa). Die Asbest-Reinigung in einem zentralen Magazin der Staatsbibliothek zieht sich noch bis in den Spätherbst hin. Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf sagte der Nachrichtenagentur dpa, der größere Teil der Bücher könne voraussichtlich bis August freigegeben werden. Ein zweiter Teil brauche jedoch bis Oktober oder November. »Nach Angaben der Experten sind die gemessenen Werte nicht gesund...

Tom Mustroph

Licht und Raum

Kunst soll ein Filter, ein Scharfsteller sein. Das jedenfalls wurde zum Anspruch der Künstler, denen es nicht mehr ausreichte oder die es ermüdete, weiterhin nur dem Schönen auf der Spur zu sein. Die Beuys-Schülerin Asta Gröting ist so eine Scharfstellerin.Der Neue Berliner Kunstverein (NBK) hat der jetzt an der Braunschweiger Kunsthochschule lehrenden Künstlerin eine Einzelausstellung gewidmet. Die Fensterfront des einen der beiden großen Räume im Erdgeschoss der Chausseestraße ist schwarz ver...

Andreas Fritsche

Rotarmisten, Kaugummis und das Sandmännchen

Sie waren Kinder, und da spielte es manchmal keine so große Rolle, ob sie in Ost- oder Westberlin lebten. Auf beiden Seiten sahen sie das Sandmännchen des DDR-Fernsehens und lauschten im Radio der Kindersendung mit »Onkel Tobias«. Dabei wurde »Onkel Tobias« immerhin vom RIAS ausgestrahlt. Der Sender galt der SED als Rundfunk im amerikanischen Sold, der Menschen mit Unterhaltungsmusik ködert und si...

Meister der lockenden Andeutung
ndPlusVolkmar Draeger

Meister der lockenden Andeutung

Wer Arbeiten von Dieter Goltzsche ausstellt, darf mit zweierlei rechnen: regem Besucherandrang, weil sein Name Klang hat unter den Künstlern der Gegenwart, und fröhlich verrätselten Werken, die den mitforschenden Betrachter fordern. Beides trifft auch auf »Promenade« in der Galerie Zeisler an der Gethsemanekirche zu. Rund 30 Zeichnungen, Drucke, Radierungen, Aquarelle vereint sie zu einem Spazierg...

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»Ertrag halbiert«

Dresden (dpa/ND). Das kühle und regnerische Mai-Wetter bereitet den Winzern, Landwirten und Spargelbauern in Sachsen Sorge. »Der Wein will nicht so richtig wachsen«, sagte der Vorsitzende des sächsischen Weinbauverbandes, Christoph Hesse.Vor allem die ungewöhnlich kalten Temperaturen tragen demnach dazu bei, dass der Austrieb der Reben nur zögerlich vorangeht. Der lange Winter hatte das Wachstum o...

Bischöfe für Erneuerung der Kirche

München (dpa/ND). Die bayerischen Bischöfe haben zu Pfingsten die Kirche zur Erneuerung aufgerufen. Dabei baten die Oberhirten die Gläubigen darum, der Gemeinschaft nicht den Rücken zu kehren und sich aktiv am Leben innerhalb der Kirche zu beteiligen. »Tretet nicht aus, sondern auf«, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in seiner Predigt zum Pfingstsonntag.Er rief die Gläubigen dazu auf, s...

Festival auf Plattdeutsch

Dömitz/Lenzen (dpa/ND). Der Auftakt der 6. Norddeutschen Tage in Dömitz (Mecklenburg-Vorpommern) hat am Sonntag mehr als 5000 Menschen in die Festungsanlage an der Elbe gelockt. Damit sei die Besucherzahl des Vorjahres mehr als verdoppelt worden, sagte der Sprecher des Landesheimatverbandes, Karl-Ludwig Quade. Die Besucher konnten ein Programm aus Heimatliedern, Shantys und Plattdeutsch-Veranstalt...

Hendrik Lasch, Magdeburg

Freie Wähler drängen in Magdeburger Landtag

Freie Wählergruppen in Sachsen-Anhalt schließen sich im Juni zu einer Partei zusammen. Sie wollen bei der Wahl im März 2011 in den Landtag einziehen. Experten geben ihnen bislang jedoch wenig Chancen.

ndPlusBarbara Staacke

Wo »Propetalum Berlin« wächst

»Tag für Tag bin ich von Schönheiten umgeben«, lächelt Dirk Jäger. In der Tat kann sich der Betrachter der geballten Blütenpracht kaum entziehen. Ob in Pink, Rosé, Weiß, Gelb oder Zartlila – eine Orchidee schöner als die andere zieht die Blicke auf sich.Versteckt im sogenannten Hühnerviertel im südwestlichsten Zipfel Rudows, am Putenweg 70, liegt die Farm von Dirk Jäger, die einzige noch pro...

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Nach Kampfhunde-Attacke schärfere Gesetze gefordert

Sachsenburg/Erfurt (dpa/ND). Nach der tödlichen Kampfhunde- Attacke auf ein dreijähriges Mädchen im thüringischen Sachsenburg ist eine Debatte um schärfere Auflagen für Hundehalter entbrannt. Die Deutsche Kinderhilfe und die Tierschutzvereinigung Peta forderten einen Hundeführerschein. Auch Thüringens Innenminister Peter Huber (CDU) schlug eine Prüfung für Hundehalter für Tiere von einer bestimmte...

Vandalismus auf dem Dachboden

Mainz (dpa/ND). Für den einen ist der Vierbeiner ein niedlicher kleiner Bär mit dickem Bauch, putzigem Gesicht und kleinen, menschenähnlichen Händen. Für andere ist der Waschbär mittlerweile ein regelrechter Plagegeist. Besonders in Hessen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ärgern sich häufig Stadtbewohner über umgekippte Mülltonnen, geklautes Obst und Vandalismus auf dem Dachboden. Auch in Rhei...

ndPlusAndreas Fritsche

Sagenhaft

»Vor langer Zeit lebte in Buschow ein Schweinehirt namens Nölte, ein sehr grausamer und hartherziger Mann, der seine Schweine oft und viel quälte ...« So beginnt eine der mehr als 520 Sagen, die Gisela Griepentrog in ihrer Sammlung »Havelsagen« veröffentlicht. Eines Tages trieb jener Nölte seine Tiere auf eine Weide mit vielen Sumpfstellen, steht in dem Buch. Als sich seine Schweine dort wohlig wä...

Mekka der Mini-Skater
ndPlusVelten Schäfer, Schwarzenbach

Mekka der Mini-Skater

Vor elf Jahren kam Martin Ehrenberger im fränkischen Schwarzenbach auf die Idee, Modellbau-Skateboardparks für Mini-Skateboards herzustellen. Inzwischen pilgern hunderte junge Menschen aus ganz Europa einmal im Jahr in den kleinen Flecken zur »Weltmeisterschaft«.

Marina Mai

Straftat Schulbesuch

Noch im April hatte die Härtefallkommission des Landes Brandenburg die Integrationsleistung des Walid Rezaei gewürdigt. Nun hat der Iraner Probleme mit der Justiz, weil er regelmäßig in Berlin zur Schule ging.

Wilfried Neiße

Wettlauf mit der chemischen Zündung

Für die Kampfmittelbeseitigung kann das Land Brandenburg im laufenden Jahr sechs Millionen Euro erübrigen. Ziehe man bestimmte Rücklagen noch hinzu, »werden wir neun Millionen Euro dafür einsetzen können«, erklärt Innenminister Rainer Speer (SPD).Die Landtagsabgeordnete Gerrit Große (LINKE) hatte gemeint, dass 25 Millionen Euro allein für die Beräumung im Raum Oranienburg zur Verfügung stehen müss...

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Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Herr Mosekund, inspiriert durch eine überraschende Gefühlsaufwallung, verfasste einige Gedichte. Es waren wabernde Verse, düstere Metaphern, flüchtige Reime, was ihn dazu bewog, sich das künstlerische Pseudonym »Friedrich Nebel« zu geben. Er schickte die Gedichte an Verlage und Redaktionen und hörte nichts mehr davon, sodass er seine lyrische Eskapade bald vergessen hatte. Eines Tages aber, Herr M...

Das Trauerspiel von Afghanistan

Fontane bedichtete die katastrophale Niederlage der Engländer, Januar 1842, im 1. afro-afghanischen Krieg. Eine Ballade, aktuell geblieben über Jahrhunderte hinweg .

Hans-Dieter Schütt

Die Besten und Beckett

Der Fußball war durch die Komplexität seiner Abläufe und deren Unberechenbarkeit stets ein verlockendes Medium, um Spielgeschehen auf Existenz zu übertragen: Keiner weiß, wie die Sache ausgeht; man setzt auf Schwarz oder Rot, der Ball aber rollt ins Bunte.Eine merkwürdige, mild stimmende Wendung des Schicksals: dass ausgerechnet Bayern München in den letzten Monaten, unter dem seltsam entrückt wir...

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ndPlusSabine Stefan

3.sat-Preis

Traumpaar im Albtraum: Lämmchen und Pinneberg in Falladas »Kleiner Mann – was nun?«, Regie: Luk Perceval (Münchner Kammmerspiele). Annette Paulmann und Paul Herwig (Foto: A. Pohlmann) erhielten den 3.sat-Preis des Theatertreffens. Ehrung für das Letzte, das in ausweglosen Zeiten bleibt: die Aushaltkraft durch Liebe. Dies »Habt euch lieb« sei als Botschaft doch sehr wenig, sagte ein Jurymitgl...

Hans-Dieter Schütt

Wäre nun 70: Joseph Brodsky

Er litt darunter, dass es auch in seiner Muttersprache Russisch so natürlich geworden war, über das Böse in der Politik zu sprechen. Er nannte seine sowjetische Geburtsstadt Leningrad, diese Unsterbliche, nur immer Sankt Petersburg: Als könne etwas, das überlebt, sonstwie – nur nicht nach Lenin heißen. Er hat nie vergessen können, dass er mit sieben Jahren, für einen Schulbibliotheksantrag, ...

ndPlusRené Heilig

Experiment in der Topographie

Mit über 500 000 Besuchern im Jahr gehört die »Topographie des Terrors« zu den meist besuchten Erinnerungsorten in Berlin. Dort, wo sich die Zentralen der Geheimen Staatspolizei, der SS und des Reichssicherheitshauptamts befanden, hat seit Anfang Mai ein Dokumentationszentrum geöffnet, das gerade von jugendlichen Besuchern der Hauptstadt besucht wird – in der Hoffnung, ein wenig zu begreifen...

Gunnar Decker

Theater sterben, das Geld lebt

Wir haben Kulturkampf. Man kann das Wort durchaus gebrauchen: im Sinne eines Kampfes um Kultur. Statt Kultur gibt es millionenschwere Events, siehe Ruhrgebiet. In Mecklenburg-Vorpommern sollen die längst fusionierten Bühnenverbände Stralsund/Greifswald und Neustrelitz/Neubrandenburg noch einmal fusionieren, so plant es das Land. Man fusioniert so lange, bis nichts mehr da ist? Der Neustrelitzer In...

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Volleyballer auf Kurs

Die deutschen Volleyballer sind beim ersten Qualifikationsturnier für die Europameisterschaft 2011 ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Gegen die Außenseiter Estland, Kroatien und Gastgeber Montenegro gab sich das Team von Bundestrainer Raúl Lozano am Pfingstwochenende im montenegrinischen Bar keine Blöße und feierte drei ungefährdete Siege.Beim Heimauftritt am kommenden Wochenende in Tübingen k...

Carsten Lappe

Tschechen schocken russische Wunderstürmer

Wie Kinder hüpften Tschechiens Eishockey-Weltmeister um Altstar Jaromir Jagr im goldenen Konfettiregen und feierten ihr Eismärchen. Die besiegten russischen Wunderstürmer um Alexander Owetschkin standen nach dem unerwarteten 1:2 im Finale von Köln frustriert abseits und rissen sich ihre Silbermedaillen vom Hals.»Das ist eine Star-Truppe, aber wir waren ein Team mit Herz«, jubelte Verteidiger Petr ...

ndPlusRupert Kaiser

46-minütige Sternstunde des Jesse Owens

Eine Woche und eine Stunde reichten aus, um dem farbigen USA-Leichtathleten Jesse Owens für immer einen Platz im Fundus der menschlichen Allgemeinbildung zu sichern. Die Woche, das waren die Leichtathletiktage der Olympischen Spiele von Berlin im August 1936, bei denen Owens vier Goldmedaillen eroberte. Die Stunde erlebte er knapp 15 Monate zuvor. Eigentlich waren es nur 46 Minuten …Ann Arbo...

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Ralf Jarkowski, dpa

Usain Bolt souverän in 19,76 s über 200 m

Mit nur zwei Anläufen schwang sich Stabhochsprung-Hoffnung Malte Mohr in Shanghai zum einzigen deutschen Sieg auf. Sieben Weltjahresbestleistungen ragten am Sonntag beim zweiten Diamond-League-Meeting der Leichtathleten heraus. Sprint-König Bolt krönte sein Debüt in der neuen Premium-Serie mit einem standesgemäßen Sieg. Der Weltrekordler gewann die 200 m souverän in 19,76 s. Bei leichtem Gegenwind...

ndPlusTom Mustroph

Basso jetzt Jäger

Kaum erreicht der Giro d'italia bergiges Terrain, spielt Team Liquigas bravourös seine Karten aus. Stellte sich am Sonnabend am Monte Grappa noch Italiens Jungstar Nibali als der stärkste Abfahrer des Pelotons und Etappensieger heraus, so triumphierte Teamkollege und Landsmann Basso am furchterregenden Monte Zoncolan. In einem wahren Parforceritt distanzierte Basso ganz gelassen im Sattel sitzend ...

ndPlusErik Eggers

Kiel düpiert Hamburg im Endspurt

Er verließ wieder flugs das Spielfeld. Große Emotionen sind seine Sache nicht. Dabei hatte Christian Zeitz entscheidend zum triumphalen 33:31 (15:14)-Sieg des THW Kiel beim HSV Hamburg beigetragen. Während seine Mitspieler noch im Jubel der mitgereisten Kieler Fans badeten, kratzte er sich bereits das Ballharz von den Fingern und analysierte nüchtern das Geschehen. »Wir waren sehr aggressiv, und d...

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»Die perfekte Taktik umgesetzt«

»Die perfekte Taktik umgesetzt«

Nach der Ausmusterung bei Real Madrid wechselte Wesley Sneijder (25, Foto: AFP) im August vergangenen Jahres zu Inter Mailand. Der niederländische Mittelfeldregisseur spielte eine überragende Saison und war auch im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München der Ideen- und Vorlagengeber – so wie beim 1:0 von Diego Milito.

ndPlusMark Wolter

Ohne Pause zum nächsten großen Ziel

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Keine zwölf Stunden nach Abpfiff des Champions-League-Finales waren die Großplakate am Estadio Santiago Bernabéu abmontiert, die Armada der Fernsehwagen verschwunden und die Spuren der Fanexzesse von der Madrider Stadtreinigung beseitigt. Im Stadionshop von Real Madrid gingen Endspiel-Shirts und Kappen schon für den halben Preis über die Theke, die Fan-Zone...

ndPlusMark Wolter, Madrid

Inter feiert das Triple

Das Finalwochenende in Madrid endete so, wie es begonnen hatte. Mit José Mourinho. Als die Spieler von Inter Mailand schon alle Siegerfotos und Interviews hinter sich hatten und in einer kleinen Gasse hinter dem Estadio Santiago Bernabéu endlich ihre Frauen, Familien und Freunde umarmten, hatte ihr Trainer seinen Auftritt. »Inter wollte mich. Vielleicht hatten sie das Gefühl, dass ich ihnen den Tr...