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Unten links

Jede halbe Stunde stirbt ein afrikanisches Nashorn von Wildererhand. Eine traurige Nachricht, zumal wenn man weiß, dass die Jäger es allein auf das Horn des Tieres abgesehen haben, das in Asien wegen angeblicher Wunderkräfte einen riesigen Gewinn abwirft. Unwillkürlich erwacht der Wunsch zu helfen, dem Recht auf Leben weltweit Geltung zu verschaffen. Hierzulande darf die Bundeswehr ja nicht einges...

Frankreichs Protest ist ungebrochen

Das Kräftemessen zwischen Regierung und Gewerkschaften um die Rentenreform in Frankreich ist am Freitag in die entscheidende Runde gegangen. Der Senat sollte bis zum Abend über das Projekt entscheiden, gegen das seit Wochen Millionen Franzosen protestieren.Paris (AFP/ND). Bereits am Donnerstag hatte die Regierung zu einem Verfahrenstrick gegriffen, mit dem die abschließende Debatte im Senat verkür...

Gretchenfrage auf der Tagesordnung
ndPlusOtfried Nassauer

Gretchenfrage auf der Tagesordnung

In vier Wochen wird der Schleier der Geheimhaltung gelüftet. Beim NATO-Gipfel am 19./20. November stellt die Allianz ihr neues Strategisches Konzept vor. Es soll aufzeigen, warum es weiter Bedarf für die NATO gibt und wie sie mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen will. Der Anspruch ist hehr, doch das Ergebnis wird kaum überzeugen. Die Ursache ist so einfach wie komplex: Die NATO muss ihre ...

Vom Bahnhofsprotest zum Diskussionsmarathon
Velten Schäfer

Vom Bahnhofsprotest zum Diskussionsmarathon

Unter der Leitung von Heiner Geißler trafen sich am Freitag erstmals Befürworter und Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 im Stuttgarter Rathaus. Statt der Emotionen sollten die Sachfragen im Mittelpunkt stehen.

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Klagen stoppen Erkundung

Gorleben (epd/ND). Die Klagen einer Kirchengemeinde, von Anwohnern und Umweltverbänden stoppen zunächst die weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches atomares Endlager. »Die Klagen haben aufschiebende Wirkung. Es dürfen keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden«, sagte der Sprecher des Verwaltungsgerichtes Lüneburg, Wolfgang Siebert, am Freitag. Greenpeace, die Salinas GmbH, der ...

Merkel will Russland nicht in der NATO

Berlin (AFP/ND). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einer zu schnellen Annäherung zwischen der NATO und Russland gewarnt. »Wir sollten uns gegenseitig nicht überfordern«, sagte sie am Freitag nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Berlin. »Eine Einbindung in die NATO« sei » wieder sehr viel«, betonte Merkel mit Blick auf die Bemühungen um eine bessere Verständigung...

Regina Stötzel

Zukunft der NATO noch geheim

»Wohin mit der NATO?« Das fragten die Grünen bei einer Konferenz in Berlin Generalsekretär Rasmussen persönlich. Der wollte aber über die künftige Strategie seiner Organisation nicht allzu viel preisgeben.

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Steinbach will Ober-Vertriebene bleiben

Berlin (dpa/ND). Erika Steinbach will erneut Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) werden. Der BdV wählt heute in Berlin turnusgemäß eine neue Spitze. Die 67-Jährige ist seit 1998 Präsidentin des Verbandes. »Für Frau Steinbach gibt es bisher keinen Gegenkandidaten«, sagte ein Sprecher am Freitag. »Wir rechnen auch damit, dass keiner kommt.« Vor zwei Jahren erhielt sie 82,3 Prozent der gült...

Freispruch für Polizisten nach Faustschlägen bei G8

Rostock (dpa/ND). Faustschläge gegen einen Demonstranten beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm bleiben für einen Polizisten ohne juristische Folgen. Das Amtsgericht Rostock wertete das Vorgehen als geeignet, um den Widerstand des damals 24-jährigen Demonstranten gegen seine Festnahme zu brechen. Es sprach den heute 34-jährigen Beamten am Donnerstag nach der Anhörung weiterer Zeugen vom Vorwurf der K...

»Richter trieb doppeltes Spiel«

»Richter trieb doppeltes Spiel«

Oury Jalloh ist 2005 in einer Polizeizelle verbrannt. Eine Gedenkinitiative ruft am Montag um 16 Uhr zur Demonstration nach Magdeburg auf. Mit MOUCTAR BAH, Mitgründer der Initiative, sprach BIRGIT V. CRIEGERN.

Marcus Meier

Burka-Verbot für höchstens 15 Frauen

Nach einer Monate langen Abwehrschlacht gegen ein radikal-islamistisches Zentrum trifft in Mönchengladbach die Forderung nach einem lokalen Burka-Verbot auf einen gut gedüngten Nährboden. Thilo Sarrazin würde keine Freude daran haben: Die meisten vollverschleierten Damen vor Ort sind autochthone Deutsche.

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»0,7 Prozent für'n Arsch«

Berlin (epd/ND). Unter dem Motto »Nackte Tatsachen: 0,7 Prozent für'n Arsch« hat die Hilfsorganisation Oxfam am Freitag in Berlin gegen die verfehlte Entwicklungspolitik der Bundesregierung demonstriert. Zum 40. Jahrestag des sogenannten 0,7 Prozent-Entwicklungshilfe-Versprechens stellten dabei acht Männer und Frauen am Spree-Ufer das berühmte Kommune-1-Foto nach. Am 24. Oktober 1970 hatten Deutsc...

Grüne sollen konkreter werden

Berlin (dpa/ND). Der Grünen-Nachwuchs hat die eigene Partei aufgefordert, auch angesichts des Höhenflugs in den Umfragen am Ziel gesellschaftlicher Veränderung festzuhalten. »Die Umfragewerte dürften nicht dazu führen, dass wir uns zurücklehnen«, sagte der Chef der Grünen Jugend, Max Löffler. Am Freitag begann in Gelsenkirchen ein dreitägiger Bundeskongress der Nachwuchsorganisation.Zwar sei es ri...

Pro Haushalt einmal Rundfunkgebühr

Die Ministerpräsidenten haben bei ihrer Jahreskonferenz am Freitag in Magdeburg beschlossen, am staatlichen Lotteriemonopol festzuhalten. Am Donnerstag einigten sie sich bereits auf ein neues Finanzierungsmodell für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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André Anwar, Stockholm

Heckenschütze jagt Zuwanderer

In Malmö wächst die Angst vor einem Heckenschützen, der Menschen mit dunkler Hautfarbe jagt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden in der Nacht erneut zwei junge Frauen mit Migrationshintergrund verletzt, als der Unbekannte durch ihr Wohnungsfenster schoss. Seit Ende 2009 hat es nach Polizeiangaben bis zu 15 derartige Anschläge in Schwedens drittgrößter Stadt gegeben.

ndPlusKarin Leukefeld, Beirut

Libanon steht vor einer neuen Zerreißprobe

Die Stabilität Libanons steht erneut auf dem Spiel. Das sagt die Internationale Krisengruppe in einem neuen Bericht voraus, der in Libanon mit Sorge zur Kenntnis genommen wird.

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Bill Clinton verlor angeblich Nuklearcode

Washington (dpa/ND). Bill Clinton hatte während seiner Amtszeit als USA-Präsident angeblich den nuklearen Code verloren, der zum Abschuss nuklearer Raketen erforderlich ist. Monatelang war die Karte mit dem Zahlensystem verschwunden, behauptet der pensionierte General Hugh Shelton nach Medienberichten in seinen gerade veröffentlichten Memoiren.Die Sache sei erst aufgeflogen, als die Karte durch ei...

Afrikaner fordern Blockade Somalias

New York (AFP/ND). Die Afrikanische Union (AU) fordert von den Vereinten Nationen Unterstützung für eine See- und Luftblockade Somalias. So solle verhindert werden, dass weitere ausländische Kämpfer und Waffen in das Land am Horn von Afrika gelangten, sagte der Friedenskommissar der Organisation, Ramtane Lamamra, am Donnerstag in New York vor dem UN-Sicherheitsrat. Zudem forderte er Unterstützung ...

Weitere Katastrophe in Haiti – Cholera

Saint Marc (AFP/ND). Neun Monate nach dem schweren Erdbeben in Haiti ist im Norden des Karibikstaates offenbar die Cholera ausgebrochen. Schon 135 Menschen seien an der Infektionskrankheit gestorben, etwa 1500 weitere erkrankt, teilte der nationale Gesundheitsverband am Donnerstag (Ortszeit) mit. Befürchtet wurde, dass sich die Krankheit von der nördlichen Stadt Saint Marc in die 100 Kilometer ent...

El Salvador will sein eigenes Modell entwickeln

El Salvador will sein eigenes Modell entwickeln

ND: Herr Außenminister, sind Sie sicher, dass die salvadorianische Regierung ihre Amtszeit bis 2014 überstehen wird? Martínez Bonilla: Ja, selbstverständlich. Warum denn nicht? Vor einem Jahr wurde in Honduras Präsident Manuel Zelaya gestürzt, erst vor Tagen musste sich Ecuadors Präsident Rafael Correa meuternder Polizisten erwehren. Beide Länder wurden erst kurze Zeit von linksgerichteten Präside...

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ndPlusRené Heilig

Zurückgeblieben

Immer nur Krieg? Die Menschen wollen auch mal was Positives aus Afghanistan hören. Beispielsweise wie es da nach zehn Jahren militärischer Besatzung vorangeht mit dem Wiederaufbau. Ganz oben auf der Liste deutscher Entwicklungshilfe steht die Bildung. Noch vor Beginn des Winters, so gab die Bundesregierung dieser Tage bekannt, soll mit dem Bau von 17 Schulen in der nördlichen Provinz Sar-e-Pol beg...

ndPlusMartin Kröger

In greifbarer Nähe

Selbst wenn es nicht klappen sollte, ist es bereits jetzt ein riesen Erfolg. 172 000 gültige Unterschriften braucht die Bürgerinitiative »Berliner Wassertisch« bis zum Dienstag, um einen Volksentscheid über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB) zu erzwingen. 165 000 Unterschriften sind beisammen. Das ist enorm, das Ziel in greifbarer Nähe. Selbst we...

Olaf Standke

Ein dickes Ding

Spätestens seit Dr. Seltsam in Stanley Kubricks gleichnamiger bitterbösen Atomkriegssatire lernte, die Bombe zu lieben, weiß man um das Pandämonium des nuklearen Irrsinns. Was der frühere US-amerikanische General Hugh Shelton in seinen gerade erschienenen Memoiren enthüllt, liest sich da wie ein verloren gegangenes Kapitel aus dem vielfach preisgekrönten Drehbuch. Doch es ist das wirkliche Leben i...

Christian Heinig

Kickerkönig

Nationalspieler Mesut Özil war da, der Bundestrainer, der Bundespräsident, ja sogar die Bundeskanzlerin. Alle hatten sie sich vor gut zwei Wochen nach dem Türkei-Länderspiel in Berlin im Heiligtum der DFB-Elf getroffen, der Mannschaftskabine. Es wurde gratuliert zum 3:0, geplaudert, gelacht – was man eben so macht an einem erfolgreichen Fußballabend. Es wurde auch fotografiert, der halbnackt...

Ist die UN zu reformieren?

Ist die UN zu reformieren?

ND: Wichtigstes Gesprächsthema in Indien, schreiben Sie auf Ihrer Website, sei die Reform der Vereinten Nationen gewesen. Welches Ziel verfolgen Indien und Deutschland in den nächsten zwei Jahren? Liebich: Indien und Deutschland sind jetzt neu gewählte nichtständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, wo auch Südafrika und Brasilien derzeit einen Sitz haben. Ziel der deutschen und der indischen Re...

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Zerstörtes Ackerland

New York (AFP/ND). Durch Umweltschäden, Industrialisierung und Verstädterung sind einem UN-Bericht zufolge allein im vergangenen Jahr bis zu 30 Millionen Hektar Ackerland verloren gegangen. 500 Millionen Kleinbauern litten bereits Hunger, weil ihr Recht auf Land verletzt werde, sagte der Sonderberichterstatter Olivier De Schutter am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung in New York. Die Kombinatio...

Immobilienfonds Degi Europa wird aufgelöst

Frankfurt am Main (dpa/ND). Der milliardenschwere Immobilienfonds Degi Europa wird aufgelöst. Es sei nicht garantiert, dass die vorhandenen Barmittel des Fonds ausreichten, um die gewünschten Anteilsrückgaben bei einer Wiederöffnung zu bedienen, teilte die Fondsverwaltung Aberdeen am Freitag in Frankfurt mit. Der Fonds mit einem aktuellen Volumen von 1,3 Milliarden Euro war Ende Oktober 2008 wegen...

Armin Osmanovic, Johannesburg

Wie den Rand schützen?

Auch wenn sich der internationale Währungsstreit meist auf China kapriziert – auch andere Schwellenländer sind betroffen. Südafrikas Regierung ist noch zögerlich, wie sie der Aufwertung des Rand entgegenwirken kann.

ndPlusVelten Schäfer

Generation Maßnahme

Die Wirtschaft ruft nach neuen Fachkräften und weigert sich gleichzeitig seit Jahren, dieselben auszubilden: Die Geschichte des »nationalen Ausbildungspaktes« ist ein Trauerspiel auf Kosten einer ganzen Generation.

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Zwei Klassen

Die Ministerpräsidenten der Länder haben entschieden, das Programmsponsoring bei ARD und ZDF ab 2013 werktags nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zu verbieten. Wohlgemerkt jegliches Programmsponsoring, nicht nur bei Sportsendungen. Eigentlich ist die Entscheidung begrüßenswert, doch das Problematische steckt mal wieder im Detail. Beginnen wir mit dem Positiven: Endlich kein »Diese Sendung wu...

ndPlusElmar Dreher, dpa

VfB hofft auf Europaschwung

Dank der gelungenen »Generalprobe« gegen Getafe gehen die Fußballer des VfB Stuttgart zuversichtlich ins Schlüsselspiel gegen den FC St. Pauli. »Wir nehmen das Selbstbewusstsein aus dem Dreier mit«, sagte der neue Trainer Jens Keller nach dem verdienten 1:0-Sieg über die Spanier, wodurch die Schwaben fast sicher in der Europa League die Zwischenrunde erreicht haben. »Wir haben den Aufwärtstrend fo...

Frank Thomas, dpa

»Da ist noch mehr Musike drin«

Mit einer Disco-Tour durch Rotterdam feierten drei der deutschen Turn-Helden ihr Sensations-Bronze – der Rest des Erfolgsteams bemühte sich um den Fokus für die nächsten Finals. »Mir macht das weniger. Jetzt kommt das Reckfinale und dann geht die Post erst richtig ab«, meinte Fabian Hambüchen nach der großen Show der deutschen Mannschaft am Donnerstagabend in der Ahoy-Arena. »Da kann ich dan...

Christian Heinig

Auf ein Tänzchen in Stockholm

Beinahe hätten Psychologen alles verhindert. Sie hatten Pelé, diesen 17-jährigen Ballvirtuosen, ebenso wie Garrincha, seinen 24 Jahre alten Klubkollegen beim FC Santos, vor der Fußball-WM 1958 für untauglich erklärt. Diagnose: »infantil«. Zwei Spätpubertierende, kurzum: unreife Risikofaktoren. Sie durften zwar mit nach Schweden reisen, kauerten jedoch die ersten Spiele auf der Bank. Es benötigte e...

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Sarah Liebigt

In den Kulissen

Mitten hinein in den auflammenden Wahlkampf um Berlins Bürgermeisterposten gibt jemand seinen Ausstieg aus der Politik bekannt, der jenen Kampf einst schmerzlich verlor. Friedbert Pflüger (CDU) zieht sich aus dem politischen Geschehen endgültig zurück. Vor vier Jahren trat Pflüger gegen Amtsinhaber Klaus Wowereit (SPD) an und verlor mit nur 21,3 Prozent der Stimmen. Nach seiner Niederlage versucht...

Nissrine Messaoudi

Sorgentelefon für muslimische Bürger

Fehlende Intelligenz und der Unwille zur Integration. Muslimische Mitbürger wurden in letzter Zeit immer wieder zur Zielscheibe verbaler Attacken. Die öffentliche Debatte sei jedoch nur eine Zuspitzung dessen, was Muslime oft erleben. Diskriminierungen im Alltag gebe es schon lange, meint Mohammad Imran Sagir, der Geschäftsführer des Muslimischen SeelsorgeTelefons (MuTeS) in Berlin. »Die Debatte i...

Die Grünen haben noch nicht gewonnen

Die Grünen haben noch nicht gewonnen

ND: Die Grünen liegen in allen Umfragen zur Wahl des Abgeordnetenhauses vorn. Hat Renate Künast eine Chance, erste Regierende Bürgermeisterin zu werden? Niedermayer: Durchaus, angesichts der Flexibilität der Wählerschaft ist das Ergebnis aber noch lange nicht klar. Die momentane politische Stimmung lässt sich nicht so einfach bis zum nächsten Herbst verlängern. Da können noch ganz viele Dinge pass...

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Berlin-Premiere von Queen-Musical

(dpa). Vor vielen prominenten Gästen hat das Queen-Musical »We will rock you« am Donnerstagabend seine Berliner Premiere gefeiert. Unter den Besuchern im Theater des Westens in Charlottenburg waren auch die Queen-Musiker Brian May und Roger Taylor.In dem Musical kommen legendäre Queen-Hits auf die Bühne. Die Geschichte von »We will rock you« spielt in einer künftigen Welt mit gleichförmiger Comput...

ndPlusTobias Riegel

Pressestelle

Noch etwas flacher und das Recht auf kritische Information noch heftiger verhöhnend als ohnehin schon wird sich am kommenden Dienstag die Berliner Boulevard-Landschaft darstellen. Denn dann wird die Mannschaft des Quatsch-Comedy-Clubs für einen Tag den »Berliner Kurier« übernehmen.Darüber könnte man sich einerseits empören – andererseits sollte man aber gelassen abwinken. Denn erstens merkt ...

Volksbühne zeigt Polit-Spektakel

(dpa). Als politisches Widerstandsnest will sich die Berliner Volksbühne mit einem zweitägigen Spektakel in, um und vor dem Theater profilieren. Der Hauptstadt-Mensch behaupte sich mit Denken, der Berliner, wo es ihn noch gebe, mit Schnauze, lautet die These zum Spielzeitschwerpunkt »Berlin«. Unter dem berlinischen Motto »Extrem jerne politisch« gibt es am 29. und 30. Oktober Theater, Film, Musik ...

Zu schön für die Hölle
Katja Herzberg

Zu schön für die Hölle

Die Spannung lag nicht in der Dramaturgie des ersten Stückes des Italienischen Theaterherbstes 2010, der vermutlich der letzte seiner Art ist, sondern im Auftritt seines Hauptdarstellers: Roberto Saviano. Das Publikum war gekommen, um ihn einmal live zu sehen. Den Mann, der sich kaum in die Öffentlichkeit traut, weil er von der neapolitanischen Mafiaorganisation Camorra bedroht wird.Als Saviano de...

ndPlusWerner Herpell, dpa

Vom Krach zur Kunst

Ein großes Ding für die Charts waren sie nie, dennoch ist ihr Einfluss weit über die deutsche Rock-Szene hinaus kaum hoch genug einzuschätzen: Die Band Einstürzende Neubauten haben aus Krach Kunst gemacht. Jetzt feiern Blixa Bargeld und Co. 30-jähriges Bestehen. »Zumeist sorgsam zusammengestohlen« von Schrottplätzen und Baustellen waren ihre Instrumente, als sie vor 30 Jahren von Berlin aus zunäch...

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Hochwasser-Hilfe gefordert

Magdeburg (dpa/ND). Die Bauern im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) haben wegen des Hochwassers der Schwarzen Elster erhebliche Ernteverluste erlitten. So konnte Mais großflächig nicht geerntet werden, Kartoffeln und Rüben seien auf den Feldern verfault, erklärte der Präsident des Landesbauernverbandes, Frank Zedler. Betroffen seien insbesondere drei Landwirtschaftsbetriebe bei Jessen mit zusa...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Wenn zur Pflege keiner kommt

Der Mangel an Alten- und Krankenpflegern wird von Jahr zu Jahr größer – auch in Rheinland-Pfalz. Zugleich sinkt die Zahl der Bewerber für diesen durchaus krisenfesten Beruf an den Schulen, die Pflegekräfte ausbilden.

Der Mord an einem Polizeidiener
Rainer Funke

Der Mord an einem Polizeidiener

Man schreibt das Jahr 1911. Polizeilich gesehen gehört es zur Ära der Pickelhaube. Überall im Lande wird gegen Arbeitslosigkeit und Not demonstriert. Deliktbereiche schwellen an, die für Zeiten massenweiser sozialer Verwerfungen typisch sind. Es werden Läden geplündert, auf Feldern Kartoffeln geklaut. Während damals (wie heute) Kriminalwissenschaft und andere Fachkompetenz darüber streiten, ob auc...

ndPlusKlaus Tscharnke, dpa

Noch ein Drehkreuz Europas

Schon seit Jahren versuchen Politiker in den wirtschaftlich schwachen Teilen Frankens, Geld und Wirtschaftskraft in die Region zu ziehen. Bei Feuchtwangen ist ein riesiges Gewerbegebiet geplant – Kritiker warnen.

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Seehofer warnt die CSU

München (dpa/ND). CSU-Chef Horst Seehofer hat seine Partei davor gewarnt, bei künftigen Wahlen weiterhin das Ziel absoluter Mehrheiten auszugeben. »Absolute Mehrheiten können immer nur das Ergebnis besonderer Situationen und bester Arbeit sein« und seien »auf jeden Fall nicht möglich, wenn man sie als Ziel ausgibt«, sagte der bayerische Ministerpräsident der »Bild«-Zeitung. Heftige Kritik übte See...

Finale für Konjunkturpaket

Potsdam (dpa). Die Brandenburg zugesagten Mittel des Konjunkturpakets II müssen bis Jahresende an konkrete Projekte gebunden sein. Daran hat Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) am Freitag in Potsdam erinnert. Was bis dahin nicht begonnen sei, könne nicht gefördert werden.Im Land seien bereits 434 Millionen Euro oder nahezu 95 Prozent der zur Verfügung stehenden Gelder an konkrete Vorhaben gebund...

Woidke: Schnelle Entscheidung zu Polizeiwachen

Frankfurt (Oder) (dpa). Über Zahl und Standorte der neuen Polizeiwachen und Dienststellen in Brandenburg soll im zweiten Quartal 2011 entschieden werden. Das sagte Innenminister Dietmar Woidke am Donnerstagabend in Frankfurt (Oder). »Ich will die Entscheidung so schnell wie möglich treffen.« Das sei nötig, um die Beschäftigten der Polizei nicht weiter zu verunsichern.Woidkes Besuch im Polizeipräsi...

Verzicht auf Bewerbung für Erbeliste

Neubrandenburg (dpa/ND). Die Stadt Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) gibt ihre Pläne auf, die mittelalterliche Stadtmauer ins Weltkulturerbe der UNESCO aufnehmen zu lassen. Nachdem Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) die Stadtvertreter über die geringen Erfolgsaussichten informiert hat, ist offenbar auch der Elan im Stadtparlament erlahmt. Man ziehe die Konsequenzen aus Krügers Bericht, sagt...

ndPlusKatja Herzberg

Für Transparenz und Glaubwürdigkeit

Bio ist in. Das gilt in Brandenburg bereits seit Jahren. Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen liegt mit über einem Zehntel an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes bundesweit am höchsten. Das sind rund 140 000 Hektar, die nach den Kriterien des ökologischen Landbaus bearbeitet werden. Bislang hinkt die Verarbeitung von Biogemüse, -obst und -milch diesem Trend jedoch noc...

Plötzliche Eile um Flugrouten

Potsdam (dpa / ND). Im Streit um die BBI-Flugrouten erhöht die Politik den Druck auf die Deutsche Flugsicherung. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) forderte von der Deutschen Flugsicherung detaillierte Karten zu den Flugrouten vom künftigen Großflughafen in Schönefeld. Die Landesregierung will wissen, wie hoch die Maschinen fliegen und welche Lärmgrenzwerte zu erwarten sind. Da...

ndPlusMartina Rathke, dpa

Im Stau zur Insel um die Ecke

Die Ostseeinseln Rügen und Usedom gehören zu Deutschlands beliebtesten Ferienzielen. Doch vor dem ersten entspannten Ferientag stehen Touristen meist in megalangen Staus. Wie soll das Chaos bei An- und Abreise künftig vermieden werden?

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Auf ein Tässchen Espresso
ndPlusChristina Matte

Auf ein Tässchen Espresso

Frankfurt, an der Oder. Den Geranien auf dem Balkon der Stadt- und Regionalbibliothek hat der Regen gutgetan; sie stehen noch in voller Blüte. Ein Herbstfeuer, das einem vor Augen tanzt, lässt man sich auf einem der Stühle nieder, welche ein rundes Tischchen flankieren. Ein stiller, ein idyllischer Ort. Mancher Besucher, sagt Dr. Dirk Wissen, finde hier seinen Lieblingsplatz. Und: Dreißig Jahre la...

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Mit dem Bürger muss man rechnen
Jörg Meyer

Mit dem Bürger muss man rechnen

Noch bis Ende nächster Woche können die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger über den Bürgerhaushalt 2012 abstimmen. Das Beteiligungsmodell im Berliner Bezirk ist ein Erfolgsprojekt. »Es ist gut, wenn die Bürger und Bürgerinnen darüber mitentscheiden können, was mit den Geldern passiert«, sagt Christina Heese. Sie ist die Leiterin der Anton-Saefkow-Bibliothek im Berliner Bezirk Lichtenberg. Dort s...

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Porto Alegre gab den Startschuss
ndPlusGerhard Dilger, Porto Alegre

Porto Alegre gab den Startschuss

Der Beteiligungshaushalt, das Markenzeichen der Millionenstadt Porto Alegre, ist weit über Südbrasilien hinaus bekannt geworden und findet Nachahmer in aller Welt. In Porto Alegre selbst nutzen seit 1989 Jahr für Jahr Tausende Bürger die Möglichkeit, über einen Teil des Gemeindehaushalts mitzuentscheiden. In Versammlungen beschließen sie, was für ihr Viertel am wichtigsten ist: Die Asphaltierung e...

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Kalifornische Paranoia

Kalifornische Paranoia

Larry »Doc« Sportello betreibt in der Stadt der Engel, im imaginären Vorort Gordita Beach des Molochs Los Angeles, ein Detektivbüro. Er nennt es anzüglich LSD – Location, Surveillance, Detection (Lokalisierung, Überwachung, Ermittlung). Doc ist 29 Jahre alt, ein waschechter weißer Amerikaner, der sich den Spaß leistet, seine Haare zu einer afroamerikanischen Rasta-Frisur zu verdrehen. Sein L...

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Verspätete ostdeutsche Heimkehr
ndPlusHans-Christoph Rauh

Verspätete ostdeutsche Heimkehr

Geht man heute über den stadtinneren Holzmarkt von Naumburg, so begegnet einem, denkmalgerecht sitzend, der nachdenklich-lesende Friedrich Nietzsche (1844–1900), denn hier verlebte er seine Schuljugendzeit und spätere Krankheitsjahre. Ein vergessenes Fahrradschloss und eine rote Rose zieren ihn weit sichtbar, ein Wasserspiel fließt – Gedanken übertragend? – an ihm vorbei. Doch di...

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»Dann muss ich entschieden protestieren«
Alexander Vatlin

»Dann muss ich entschieden protestieren«

Unter den Papieren, die Georgi Dimitroff am 19. Juni 1939, einen Tag nach seinem Geburtstag, auf seinem Schreibtisch in Barwicha vorfindet, ist ein Brief der Kaderabteilung des Exekutivkomitees der Komintern, der eine ungewöhnliche Bitte enthält und beim Generalsekretär Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckt. Dimitroff wird gebeten, seine Meinung über das »Verhalten von Willy Kleist (Kerff...

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»Er hat konterrevolutionäre Witze erzählt ...«
ndPlusAlexander Vatlin

»Er hat konterrevolutionäre Witze erzählt ...«

»Hier spricht Berlin, hier spricht Berlin, ich rufe Moskau!« Immer wieder spricht der junge Mann diese Worte ins Mikrophon. Das Funkgerät steht in seiner kleinen, bescheiden eingerichteten Wohnung in der Berliner Friedrichstraße. Es soll eine operative Nachrichtenverbindung zum Hauptquartier des Exekutivkomitees der Komintern in Moskau hergestellt werden. Im Generalstab der Weltrevolution Wir schr...

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ndPlusBarbara Reitter

Im Lift das Sehnsuchtsziel Amerika

Es war weder der Start mit einem Paukenschlag noch der überwältigend große Wurf – auch wenn das Publikum applaudierte, als hätte es gerade einer inszenatorischen Sensation beigewohnt. Der Jubel galt einem hinreißend geführten Ensemble. Und war wohl als frenetischer Willkommensgruß für den neuen Kammerspiel-Intendanten Johan Simons gedacht.Alles auf Anfang an den Kammerspielen. In der »Spielh...

Der Feuille-Ton ...

»Multikulti« versus »Leitkultur« – die politische Debatte um Christian Wulffs Rede in Ankara wird in den Feuilletons fortgeführt. Scharf polemisiert Thomas Assheuer in der »Zeit« gegen das Wort von der »christlich-jüdischen Leitkultur«, mit dem Horst Seehofer seine Ablehnung einer »Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen« begründet: Seehofers Angstgemälde hat eine lange Tradition, sein paranoi...

Rosemarie Schuder

Das Leid mit der Leitkultur

Der »Zeitgeist« wird oft und gern zu Erklärungen von Umständen im Geschichtsablauf herangezogen. Er soll für die Sicht auf Vergangenheit und Gegenwart als Erkenntnisgewinn dienen. Der »Zeitgeist« ist kein mysteriöses, anonymes Wesen. Er erscheint in Menschengestalt.So tritt beim Blick in vergangene Tage der Komponist Richard Wagner (1813-1883) ins Licht der Öffentlichkeit. Sieben Jahre nach der Re...

Seite 25
Hans-Dieter Schütt

Unsichtbarer Vorhang: Eis, Eisen

Goethe proklamierte die Unspielbarkeit des Stücks. Schon der Redestrom, der aus Odysseus hervorbricht, kündigte die neue Mode an, den epischen Überblick: wie sich Penthesilea an der Amazonen Spitze zwischen kämpfende Griechen und Trojaner gemengt habe, für keine Seite hilfreich, sondern konträr zu beiden, die Schlachtordnung verheerend, als ob der Teufel diese Frau ritte, und wie sie gegenüber dem...

Plattenbau

In seinem zweiten Leben restaurierte er Fachwerkhäuser; im Rheinland, wo er seit 1977 lebt, wurde Klaus Lenz Unternehmer. In seiner alten Heimat freilich, dem Osten Deutschlands, verbindet man mit seinem Namen bis heute etwas ganz anderes als herausgeputzte Fassaden: Modern Jazz, made in the GDR.Klaus Lenz war der unangefochtene Spiritus rector der DDR-Jazz-Szene. Seit den frühen sechziger Jahren ...

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Fehlerquelle Tageszeitung

Der Tageszeitungs-Journalismus ist anfällig für Fehler. Der Drang nach Aktualität und die Konkurrenz lässt oft die nötige Sorgfalt bei der Recherche und beim Schreiben vermissen. Wie groß dieses Problem ist, zeigt ein Forschungsprojekt aus der Schweiz. Untersucht wurden Artikel, die in Schweizer und italienischen Regionalzeitungen sowie in den USA erschienen sind. Ergebnis des Vergleichs: Faktisch...

Solidarität im Ruhrpott

Duisburg 1977: Nachdem sie jahrelang vergeblich gegen den geplanten Abriss ihrer Zechenhaussiedlung in Duisburg-Homberg protestiert hatten, sahen die Bergarbeiterfamilien keine andere Möglichkeit mehr, als in einen siebentägigen Hungerstreik zu treten. Starke Unterstützung durch andere Zechenhausinitiativen, die ihre Bergarbeitersiedlungen ebenfalls von Abriss und danach geplanten Hochhaus-Neubaut...

Anne Roth

Hoffmanns Zensur

E.T.A. Hoffmann dürfte den meisten allenfalls aus der Schule als lästig in Erinnerung geblieben sein. Mir auch. Bis eine Kollegin von Andrej neulich auf seinen »Meister Floh. Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde« hinwies. Es geht um die juristische Relevanz verdächtiger Worte. E.T.A. Hoffmann war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Jurist (und Musiker). Da die brotlose Kunst auch dam...

Katja Eichholz

Sorglos im Netz unterwegs

Die Debatte um den Datenschutz in sozialen Netzwerken nimmt kein Ende. So geriet das Unternehmen Facebook Anfang dieser Woche erneut in die Kritik, nachdem bekannt geworden war, dass es möglich ist, mehrere Kontakte eines Nicht-Mitglieds ausfindig zu machen, wenn man mit dessen E-Mail-Adresse ein Profil erstellt. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte Konsequenzen aus Datenschutzmä...

ndPlusMartin Lejeune

Denken Sie an die Lieben zu Hause

Als ich mich kürzlich um acht Uhr morgens wie üblich auf dem Nachrichtensender Euronews über das Neueste aus dem Weltgeschehen informieren wollte, stellte ich fest, Euronews gibt es nicht mehr auf dem entsprechenden Kanal. Stattdessen verkauft ein Herr mit akkuratem Seitenscheitel dort, wo vorher über Beschlüsse des europäischen Parlaments zum Verbraucherschutz und die neueste Richtlinie der EU-Ko...

Seite 27
Streitfrage: Wie muss eine Reform der Bundeswehr aus linker Sicht aussehen

Streitfrage: Wie muss eine Reform der Bundeswehr aus linker Sicht aussehen

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat die Verkleinerung und Umstrukturierung der Bundeswehr sowie die Aussetzung der Wehrpflicht auf den Weg gebracht. Die Bundesregierung müsse, so die offizielle Lesart, auch bei der Verteidigung Gelder einsparen. Bis Ende dieses Monats wird eine Kommission unter der Führung von Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit und Oberst der Reserve, einen Bericht mit Vorschlägen zur Umstrukturierung der Streitkräfte vorlegen. Anschließend werden Parteien und gesellschaftliche Akteure dazu Stellung nehmen.

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Satellitenschwarm misst Magnetfeld

Mit drei baugleichen Satelliten soll die Erdbeobachtungsmission SWARM ab Juni 2012 das Magnetfeld unseres Planeten beobachten. Im Rahmen des »Living Planet«-Programms der Europäischen Raumfahrtagentur ESA wird die bisher präziseste Vermessung des geomagnetischen Feldes vorgenommen, um Vorgänge im Erdinnern und im erdnahen Weltraum zu verstehen. Das Projekt wird vom Deutschen GeoForschungsZentrum G...

Martin Koch

Vater der Fraktale

Der Begründer der fraktalen Geometrie, der französisch-amerikanische Mathematiker Benoît Mandelbrot, ist tot. Er starb letzte Woche in Cambridge, Massachusetts, im Alter von 85 Jahren an einem Krebsleiden.Als seine populärste Entdeckung gilt das sogenannte Apfelmännchen, dessen geometrischer Formenreichtum sogar Menschen fasziniert, die sich ansonsten von jeglicher Mathematik fernhalten. Die augen...

Stammzellen-Therapie für Bello
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Stammzellen-Therapie für Bello

»Ich habe meinen alten Hund wieder!« jubelt Mr. Chan. Sophie, eine 11-jährige Collie-Hündin, hatte Entzündungen in Hüft- und Kniegelenken. Die Sprünge ins Auto und wieder hinaus fielen ihr immer schwerer. Entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel halfen nicht mehr. Nun, nur einen Monat nach der Stammzelltherapie, kann Sophie wieder rennen, springen und das Hundeleben genießen. Die Hongkong...

Guido Sprügel

Der Traum vom Laufen

Vielleicht ist Jesus bald überflüssig. Lahme zum Laufen zu bringen, Blinde zum Sehen ... das alles geht in Zukunft vielleicht auch ohne Wunder. So zumindest sieht die US-amerikanische Biotech-Firma Geron die schöne neue Welt. Das Unternehmen hat in der vergangenen Woche weltweit erstmals in einem spektakulären Versuch einen querschnittsgelähmten Patienten mit abgewandelten embyronalen Stammzellen ...

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Schach
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Schach

Das jüngste »Bilbao Masters« war das bislang spielstärkste Turnier in der Schachgeschichte: Der Wertungsdurchschnitt der Teilnehmer betrug 2788,75 ELO-Punkte – das gab es nie zuvor. In die Endrunde kamen Weltmeister Viswanathan Anand (Indien, 41), die damals aktuelle Nr. 1 der Weltrangliste Magnus Carlsen (Norwegen, 20), Wladimir Kramnik (Russland, 35) und Alexei Shirow (Spanien, 38). Gesamt...

Maxi dreht auf

Maxi dreht auf

Flo ist Kikis ältere Schwester, und das ist ein aufreibender Ganztagsjob. Beispielsweise heißt Kiki eigentlich Maxi, doch eines Tages beschließt sie, von nun an Kiki zu heißen. Weil jeder in der Familie weiß, wie unerträglich Maxi, pardon: Kiki wird, wenn es nicht nach ihrem Willen läuft, spielen sie dieses Spielchen mit. Und alle anderen Spielchen auch, die Kiki innerhalb kürzester Zeit in den Si...

Gewinnspiel: Oktober Wochenrunde 4

An vier Wochenenden hintereinander stellen wir jeweils drei Fragen, vor allem zu zeithistorischen Ereignissen. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Ende ist die Gesamtpunktezahl entscheidend für die Preisvergabe. Bei Gleichstand wird gelost. Auflösungen der jeweiligen ...

Einige schaffen Gleichschritt nur schleppend

Sie gehören wie die Spinnen zu den ältesten Landtieren und leben in jedem Garten, aber man kennt sie – wenn überhaupt – kaum. Sie treten selten in Massen auf, leben am oder im Boden und sind nachtaktiv. Nur ab und an erregen sie Aufsehen; unlängst kletterte eine sonst nur am Boden lebende Art bei einem Nachbarn in größerer Zahl an der Hauswand bis zum Dach hoch. Ihre vielen Beine mache...

Öko-Rettung der Welt per Mausklick
ndPlusRené Gralla

Öko-Rettung der Welt per Mausklick

Szenario und Story haben alles, was ein futuristischer Ökothriller so brauchen kann:Tief in die Berge Norwegens hat er sich zurückgezogen, der ehemalige Bioingenieur Bent Svensson. Einst war er nahe dran gewesen, den Schlüssel für die Energieprobleme der Welt zu finden, eine grüne Technologie auf Basis von Mikroalgen, die Wasserstoff produzieren. Doch der massive Widerstand der Atomlobby hat den I...

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Als Gott der Sack mit Steinen platzte
ndPlusMichael Müller

Als Gott der Sack mit Steinen platzte

Der Genius loci hält sich sehr bedeckt. Man meint zwar, ihn ob der historischen Dramatik schon von weitem spüren zu müssen, doch da ist nur dieser profane Weg zu einer Friedhofsmauer. Und dann ist da der Zaun und nur der Zaun. Hinzu noch das von diesem kargen Ort geradezu entrückende Panorama der montenegrinischen Adria, des sanften Ufersaums, des schroffen Gebirges. Eher Raum für eine Ode an die ...

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Heute: Ulli Winkler

Heute: Ulli Winkler

ND: Warum Fotografie? Winkler: Meine Möglichkeit für Wahrheiten. Wie viele Wahrheiten? Auf einem Foto eine, das ist schon viel. Auch Bilder lügen. Nein, höchstens Fotografen lügen. Die Liebe auf den ersten Kamera-Blick – wären das Menschen oder Landschaften? Erste Antwort: Das sind keine wirklichen Alternativen. Zweite Antwort: Menschen. Ich mag besonders Porträts. Jetzt paar Stichworte: Dun...

Kopf-Geburten

Kopf-Geburten

DER FÜHRENDE KOPF. Seltsam schaut Weizsäcker über die Landschaft der Helme. Die sind hell wie sein Haar. Dunkler Gedanke unter Helmen und Haar: Wir sind das Volk – nicht. Der Landesvater: kein Ober-Haupt mehr, die Uniformen schlucken ihn. Sein Blick ist furchtsam, er baut aber auch Brücken. Als fühle sich der Präsident nicht beschützt, sondern abgedrängt. Als glimme ihm Lust auf Seitenwechse...