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Winterzeit

Winterzeit

Berlin (ND). Es ist wieder so weit: Die Winterzeit beginnt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Das geschieht exakt um 3 Uhr. Wenn die Zeiger die Drei erreichen, springen sie also auf die Zwei zurück bzw. müssen zurückgestellt werden. Der Vorteil: Diese eine Nacht verlängert sich um eine Stunde. Der Nachteil: Schlagartig gehen wir einer früheren Abendd...

Unten links

Einer der Vorteile, den die Deutsche Bahn bei Projekten wie Stuttgart 21 verspricht, sind kürzere Haltezeiten der Züge in Bahnhöfen. In Kopfbahnhöfen seien bei Fernzügen drei bis vier Minuten Haltezeit nötig, in Durchgangsbahnhöfen nur ein bis zwei, für den Regionalverkehr reiche sogar eine halbe Minute – so Bahnvorstand Volker Kefer. Man stelle sich vor, man braucht für eine Reise von Flens...

ndPlusKurt Stenger

EU instabil

»Eine Politik der Stabilitätskultur in Europa ist das A und O für ein gutes Zusammensein in der EU.« Mit diesem Ausspruch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Gipfel in Brüssel das ganze Elend der Europäischen Währungsunion auf den Punkt gebracht. Alles hat sich einer monetaristischen Stabilität unterzuordnen, wonach harte Maßnahmen zur Geldwertstärkung den äußeren Rahmen für das Gedeihen des li...

Stuttgarter Schlichtung wird fortgesetzt

Nach einem Krach um die Einhaltung der Friedenspflicht konnten die Schlichtungsgespräche um den Stuttgarter Bahnhof fortgesetzt werden. Der Stuttgarter Grünen-Fraktionschef zog ein kritisches Zwischenfazit.

Merkel sieht sich als Retterin des Euro

Die Europäische Union schmiedet einen neuen Stabilitätspakt für den Euro. Gut ein Jahrzehnt nach dem Start der Gemeinschaftswährung sollen Schlupflöcher im Regelwerk gestopft und Strafen für chronische Schuldenmacher verschärft werden.

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Walter Willems

Rückkehr des Schwarzfußiltis

Die Rede ist bereits von einem Massensterben: Ein Fünftel aller Wirbeltierarten – Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien oder Fische – sind inzwischen gefährdet. Und der Trend beschleunigt sich rasant. Jedes Jahr rücken 52 Wirbeltierarten auf der Gefährdungsskala eine Stufe weiter nach oben, also näher ans Aussterben. Dies berichten Forscher im Magazin »Science« nach einer weltweiten ...

ndPlusGerhard Dilger, Porto Alegre

Alle Umfragen sprechen für Dilma Rousseff

Am Sonntag findet in Brasilien die Stichwahl zum Präsidentenamt statt. Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei PT liegt zwölf Prozentpunkte vor dem rechten Sozialdemokraten José Serra.

ndPlusAndreas Behn, Nagoya

Formelkompromiss gegen den Artenschwund

Eineinhalb Wochen lang verhandelten Vertreter aus 193 Staaten im japanischen Nagoya über die Stärkung des Artenschutzes. Doch erst am Abschlusstag kam es zu Bewegung.

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Seltsame wörtliche Windungen: »verstrickt«, »verwickelt«
Kurt Pätzold

Seltsame wörtliche Windungen: »verstrickt«, »verwickelt«

Ihre Geschichte beginnt 2005 mit einem Auftrag, erteilt von Außenminister Joseph Fischer. Fünf Historiker, drei Deutsche, ein US-Amerikaner und einer aus Israel, begaben sich mit Mitarbeitern auf die Dokumentenspur, die dieses einst in der Berliner Wilhelmstraße etablierte Amt hinterlassen hatte und verfolgten sie in etwa 30 Archiven, deutschen und solchen im Ausland.Hervorgegangen ist aus einer Kärrnerarbeit, an der ein Stab von Mitarbeitern beteiligt werden musste, ein Bericht, der mehr als 8...

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G8: Prozess um Faustschläge geht weiter

Rostock/Berlin (epd/ND). Die gerichtliche Auseinandersetzung um die Vorwürfe gegen einen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm geht weiter. Der Geschädigte habe Rechtsmittel gegen den Freispruch des Polizisten eingelegt, teilte dessen Anwältin am Freitag in Berlin mit. Ob es sich dabei um eine Berufung oder eine Revision handeln wird, werde erst entschieden, ...

Ministerin: Neue Regeln ausgewogen

Berlin (dpa/ND). Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat die geplante Neuregelung der Sicherungsverwahrung von Schwerverbrechern als ausgewogenes Gesamtkonzept verteidigt. »Wer seine Strafe verbüßt hat, der kann nur in Ausnahmefällen noch eingesperrt werden. Auf der anderen Seite sind berechtigte Sicherheitsinteressen der Bevölkerung in die Überlegungen mit einbezogen worden«...

CSU-Parteitag im Zeichen des Barons

München (dpa/ND). Die Basis grummelt, die Öffentlichkeit spekuliert bereits über einen möglichen Nachfolger – doch CSU-Chef Horst Seehofer gibt sich vor dem Parteitag kämpferisch. »Über Wahlen reden wir, wenn sie anstehen«, sagte er am Freitag in München. »Was bin ich alles gefragt worden zu Umfragen, zu Personen oder zu Angst (...). Ich bin guten Mutes, dass wir einen Parteitag hinlegen wer...

Röslers Sparpaket steht

Berlin (Agenturen/ND). Die schwarz-gelbe Koalition hat sich auf letzte Einzelheiten der Spargesetze von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geeinigt. »Unsere wesentlichen Ziele sind erreicht«, sagte Rösler am Freitag vor Journalisten in Berlin. »Wir bleiben auf jeden Fall bei unseren Sparzielen.« Zu den letzten Details, die in einer Marathonsitzung in der Nacht zu Freitag vereinbart wur...

ndPlusFabian Lambeck

Jeder sechste Deutsche ist arm

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am Freitag die Zahlen einer EU-Erhebung, wonach mehr als 15 Prozent der Bundesbürger als arm gelten. Zeitgleich diskutierte der Bundestag heftig über die geplante Hartz-IV-Regelsatzerhöhung um nur fünf Euro und das Bildungspaket für arme Kinder.

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Velten Schäfer

Tag der Mahnung im Stuttgarter Rathaus

Nach anfänglichen Irritationen wegen der fortgesetzten Bautätigkeit am Stuttgarter Hauptbahnhof wurden die Schlichtungsgespräche fortgesetzt. Hauptsächlich ging es erneut um die Leistungsfähigkeit des geplanten Durchgangsbahnhofs.

Alexanders Lösung – Schwert oder Verstand?

Handys aus, keine Bild- und Tonaufzeichnungen, Interviews nur nach Anfrage an die Symposiumsleitung – der Bundesnachrichtendienst (BND) betrieb am Donnerstag in Berlin Aufklärung. Das ist sein Auftrag, mag man einwerfen, doch das vom BND organisierte Symposium war anderer Natur. Die Spitzen des deutschen Auslandsgeheimdienstes – und mit ihm Kollegen aus zahlreichen anderen Staaten – wollten von Experten wissen, wie man den Gordischen Knoten, der sich in der Region um Afghanistan und Pakistan gebildet hat, zerschlagen kann. Ein Überblick von René Heilig.

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Michel Koffi, Abidjan

Wahlen der Hoffnung an der Côte d'Ivoire

Einst war die Côte d'Ivoire eines der wohlhabendsten Länder Afrikas. Nach acht Jahren Konflikt ist es verarmt. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 65 Prozent. Nun wecken die mehrfach verschobenen Präsidentschaftswahlen am Sonntag Hoffnung auf Besserung.

ndPlusKarin Leukefeld

Jerusalem bleibt Hauptstreitpunkt

Um den Aufbau staatlicher Strukturen der Palästinensischen Autonomiebehörde zu unterstützen, stellt die Bundesregierung 2010 mehr als 140 Millionen Euro zur Verfügung. Das geht aus einer Erklärung des Außenministeriums zur Tagung des Deutsch-Palästinensischen Lenkungsausschusses am Donnerstag in Ramallah hervor.

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Unklarheit in USA über Hilfsgelder

Washington (AFP/ND). Die USA können laut einem Prüfbericht zu ihrer Entwicklungshilfe nicht zurückverfolgen, ob Hilfsgelder für Afghanistan in Höhe von 17,7 Milliarden Dollar ordnungsgemäß verwendet wurden. Dieses Geld wurde 2007 bis 2009 an insgesamt 7000 Auftragnehmer vergeben, wie der US-Sonderinspektor für den Wiederaufbau in Afghanistan, Arnold Fields, mitteilte. Die zuständigen US-Behörden k...

Immer mehr Tsunami-Tote zu beklagen

Nach dem Tsunami infolge eines Erdbebens in Indonesien beträgt die Zahl der Todesopfer jetzt mehr als 400. Und sie wird wohl weiter steigen.

Julian Bartosz, Wroclaw

»Eine reife Zusammenarbeit«

In der vergangenen Woche tagte in Warschau das »Gemeinsame polnisch-russische Komitee zur Erarbeitung der Strategie der Zusammenarbeit«. Es war dessen sechste Sitzung.

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ndPlusRené Heilig

Auflösung des Wahnsinns

Es war schon immer die heimliche Freude vieler Kritiker, die Abkürzung für den Militärischen Abschirmdienst mit angelsächsischem Akzent auszusprechen. MAD, das klingt toll – also toll im Sinne von ein wenig wahnsinnig. Und dann noch groß geschrieben, also wie... Na lassen wir den Spott. Wie man hört, soll der Bundeswehr-Geheimdienst demnächst ohnehin aufgelöst werden. Zumindest ist wohl von ...

ndPlusFabian Lambeck

Arm trotz Arbeit

Mag es Zufall sein oder nicht: Just an dem Tag, an dem der Bundestag die völlig unzureichende Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze diskutierte, veröffentlichte das Statistische Bundesamt erschreckende Zahlen. Demnach gilt jeder sechste Bundesbürger als arm. Beim Blick auf die Zahlen aus Wiesbaden wird vor allem deutlich, dass die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre einen entscheidenden Anteil a...

Olaf Standke

Kriegsgewinnler

Die Bundesregierung hat in dieser Woche die ersten zehn Millionen Euro für die Reintegration von Taliban-Kämpfern in die afghanische Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Ob sie am Ende wirklich in dieses wichtige Projekt für die Zukunft am Hindukusch fließen, bleibt jedoch abzuwarten. Gestern wurden Einzelheiten aus dem ersten umfassenden Prüfbericht über die US-amerikanischen Hilfsgelder für Kabu...

Oliver Händler

Vernünftig

Dass Jon Stewart 2009 zum vertrauenswürdigsten Nachrichtenmenschen der USA gewählt wurde, ist ihm Grund genug für eine Demonstration. Er ist schließlich Satiriker, kein Journalist. Täglich findet er neue Gründe für seine Großdemo »zur Wiederherstellung der Vernunft«, zu der am heutigen Samstag in Washington über 200 000 Menschen erwartet werden. Stewart hat Macht, auch wenn der TV-Moderator es nic...

Programmentwurf ist keine Bibel
Caren Lay

Programmentwurf ist keine Bibel

Ein neues Programm ist für DIE LINKE von entscheidender Bedeutung. Es geht um die Identitätsbestimmung der jungen Partei – um das, was uns eint und verbindet, und darum, welche Ideen wir der Gesellschaft anzubieten haben. Wir müssen unsere Vision einer Gesellschaft ohne kapitalistische Ausbeutung, patriarchale Unterdrückung und rassistische Vorurteile beschreiben – und das für alle verständlich. Es geht darum, unsere Vorstellung des demokratischen Sozialismus zu bestimmen. Dabei werden wir nur ...

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Deutsche legen mehr beiseite

Frankfurt am Main (dpa/ND). Die Deutschen sparen wieder mehr. In den ersten sechs Monaten 2010 legten sie 93,1 Milliarden Euro auf die hohe Kante, wie das Statistische Bundesamt zum heutigen Weltspartag berichtete. Das waren im Schnitt 190 Euro pro Monat und Bürger, 10 Euro mehr als in der ersten Hälfte 2009. Die Sparquote stieg innerhalb eines Jahres um 0,3 Punkte auf 11,5 Prozent – ein rel...

Koch macht Karriere bei Baukonzern

Mannheim (dpa/ND). Vom Landesvater zum Konzernlenker: Hessens ehemaliger Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wird neuer Chef des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger. Der 52-Jährige wird zum 1. März 2011 Vorstandsmitglied und übernimmt zum 1. Juli den Vorsitz, entschied der Aufsichtsrat am Freitag. Koch war Ende August nach elf Jahren an der hessischen Regierungsspitze aus dem Amt g...

Bahnunternehmen: Bewegung im Tarifstreit

Frankfurt am Main (dpa/ND). Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) lehnt den Vorschlag eines gemeinsamen Schlichtungsverfahrens im Tarifkonflikt ab. »Wir verweigern uns nicht generell«, sagte eine Sprecherin am Freitag. Da die GDL ausschließlich die Lokführer vertrete, mache das aber »relativ wenig Sinn«.Aus Kreisen der Deutschen Bahn (DB) und der Privatbahnen war zuvor bekannt geworden,...

Fünf Bieter zeigen Interesse an Steag

Essen (dpa/ND). Für die Mehrheitsbeteiligung an der Evonik- Energiesparte Steag mit knapp 5000 Mitarbeitern bewerben sich fünf Kaufinteressenten. Das war am Freitag zum Auslaufen der Abgabefrist aus Branchenkreisen zu hören. Evonik selbst wollte sich zum Verkaufsprozess nicht äußern. Die Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.Steag betreibt Steinkohlekraftwerke in Deutschland und im Ausland....

Barbara Martin, Stuttgart

Von Niederlagen und Siegen

Am Freitag begann eine Tagung der LINKEN und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Unter dem Titel »Auto.Mobil.Kri- se« beraten bis heute Abend Gewerkschafter und Wissenschaftler über die Zukunft der Mobilität.

ndPlusHellmut Dietrich

Wem gehört das deutsche Gold?

Die Bundesbank hortet Gold. Laut ihrer Ansicht darf die Regierung aber über dessen Verkauf nicht bestimmen. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages sieht das anders.

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Erfolgreiches Casting
Oliver Händler, Wolfsburg

Erfolgreiches Casting

In den Monaten vor der Heim-WM der Fußballerinnen hat Bundestrainerin Silvia Neid die Qual der Wahl, ähnlich wie Jürgen Klinsmann vor dem Männerturnier 2006. Der Unterschied besteht nur in der Art der Qual. Hatte Klinsmann in einer desaströsen Vorsaison ohne Qualifikationsdruck kaum Spieler, die auch nur ansatzweise auf Weltniveau spielten, kann sich Neid davor nicht retten. Ein Testspielsieg jagt...

Treffen der Trendsetter

Von Eric Dobias und Heinz Büse, dpaDas Bundesliga-Gipfeltreffen zwischen dem FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund wird auch zum Duell zweier unkonventioneller Trainer – und fast die ganze Welt schaut zu. Wenn der frühere Mainzer Kult-Coach Jürgen Klopp am Sonntag mit dem Tabellenzweiten Dortmund auf seinen Nachfolger Thomas Tuchel trifft, werden Fußballfans in 185 Ländern die Partie live verfo...

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ndPlusBernd Kammer

Mit Blaulicht

Wenn einer eine Reise tut – Uwe Doering, parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, besuchte vor einer Woche ein Treffen der Linkspartei-Fraktionsspitzen aus Landtagen in Straßburg. Zurück sollte es per Fahrgemeinschaft im Auto einer Kollegin gehen. Als man vor dem Europaparlament darauf wartete, zog in der Nähe eine große Schülerdemo vorbei. Plötzlich rasten me...

Nissrine Messaoudi

Zahl der Obdachlosen steigt

Sonnige und milde Tage, wie es gestern einer war, werden demnächst wohl seltener. Schon jetzt sinken die Temperaturen in der Nacht erheblich. Ein Problem, mit dem besonders Obdachlose zu kämpfen haben. Ab kommenden Montag bieten die Berliner Kältehilfe-Einrichtungen Wohnungslosen daher wieder ein Dach über dem Kopf. Zwischen 300 und 400 Betten stehen in diesem Winter in Notübernachtungen und Nachtcafés zur Verfügung. Hinzu kommen Wärmestuben, Suppenküchen und andere Anlaufstellen.Insgesamt gibt...

ndPlusPeter Kirschey

Gangsterstück oder Justizskandal?

Am 7. Februar 2005 wurde in Berlin die Deutschkurdin Hatun Sürücü von ihrem jüngsten Bruder auf offener Straße erschossen. Die Begriffe Ehrenmord und Zwangsheirat erschütterten das Land. Die Familie, das brachte der Prozess gegen den Mörder ans Tageslicht, konnte es nicht ertragen, dass die junge Frau ein selbstbestimmtes Leben führte, das Kopftuch ablegte, sich von ihrem zwangsverheirateten kurdi...

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Am seidenen Faden nach La Mancha
ndPlusLucía Tirado

Am seidenen Faden nach La Mancha

Es geht wieder um Leben und Tod. Darunter machen es die Puppenspieler nicht in ihren Inszenierungen für Erwachsene. Silvia Brendenal, künstlerische Chefin des Theaters Schaubude Berlin, sagt, das ergebe sich folgerichtig aus dem Zusammenspiel von Lebendigem und dem leblosem Material. Deshalb wird der schwarze Humor wieder triumphieren beim Festival der Puppenspieler »Kreationen 2010« vom 30.10. bi...

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SPD vermisst Proteste

Dresden (dpa/ND). Die sächsische SPD vermisst trotz massiver Sozialkürzungen eine Proteststimmung in Sachsen. Für die meisten Menschen seien die drohenden Einschnitte offenbar noch kein Thema, sagte SPD-Fraktionschef Martin Dulig am Freitag in Dresden. Dulig hält das eher für ein psychologisches Problem: Es sei noch keine Betroffenheit zu sehen, weil die Kürzungen sich erst im kommenden Jahr bemer...

ndPlusSarah Liebigt

Kinder ohne Betreuung

In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Kinder im Alter bis zu drei Jahren in Berlin um 12 000 erhöht. Daraus ergibt sich bereits ein höherer Platz- und Personalbedarf, so Martin Hoyer, Referent Kindertagesstätten und Schule beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Parallel zu diesem Wachstum zeichne sich bei den Kindertagesstätten jedoch schon jetzt ein Erziehermangel ab, sagte Antje...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Capri und kein Ende

Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) gerät immer mehr unter Druck. Nachdem das Amtsgericht Mainz einen Strafbefehl wegen Untreue gegen den OB erlassen hatte, sucht die CDU nach Unterstützung, um ein Abwahlverfahren gegen Beutel einleiten zu können.

Ausflugsdampfer am Rundfunkgelände
Steffi Bey

Ausflugsdampfer am Rundfunkgelände

Auf dem skandalumwitterten Gelände des DDR-Rundfunks tut sich etwas: Im Frühjahr 2011 will die Reederei Riedel an der Nalepastraße ihren neuen Firmensitz eröffnen. Derzeit wird auf einem Teil des 41 000 Quadratmeter großen Areals der kontaminierte Boden ausgetauscht.Wo einmal das Hafenbecken sein wird, flattert ein rotes Absperrband. Lastwagen rollen an und transportieren den mit Mineralölen und K...

Hendrik Lasch, Dresden

Hausverkauf als Minusgeschäft

Die Untersuchung geht weiter: Ein zweites Aufklärungsgremium im Dresdner Landtag versucht, Licht in die Vorgänge um den »Sachsen-Sumpf« zu bringen. Die Vorgänger waren am Zeitspiel der einzelner Akteure und an der Fülle der offenen Fragen gescheitert.

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Babelsberger Sportfunktionär war MfS-Mann

Potsdam (dpa). Einen Stasi-Fall hat der Fußball-Drittligist SV Babelsberg 03. Der stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführer Ralf Hechel räumte ein, als Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit tätig gewesen zu sein. Zuletzt hatte Hechel den Rang eines Oberfeldwebels. »Die, die es wissen müssen, sind informiert«, sagte Hechel. Er sei aber mit der Vergangenheit nicht hausieren ge...

Kirche debattiert über Kohlendioxidspeicher

Berlin (epd/ND). In der Debatte über die umstrittene CCS-Technologie hat der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge die Politik aufgerufen, keine unumkehrbaren Entscheidungen zu treffen. Bei CCS geht es um die Abscheidung und unterirdische Einlagerung des bei der Braunkohleverstromung entstehenden klimaschädlichen Kohlendioxids. Fragen der dauerhaften Sicherheit und der Kosten von unterirdisch...

Andreas Fritsche

Berliner Ring besser meiden

Für Autofahrer wird der südliche Berliner Ring A 10 bis Sonntagnachmittag in der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam voll gesperrt. Es ist mit kilometerlangen Staus zu rechnen.

ndPlusChristine Cornelius, dpa

»Ich kann keinen Fehler riechen«

Käse ist nicht gleich Käse. Im Oberlausitzer Großhartau nahmen Spezialisten knapp 200 Sorten unter die Lupe. Acht Bundesländer sind vertreten. Nicht nur der Geschmack zählt.

ndPlusPetra Albers, dpa

Kerzen auf dem Rasenplatz

Der Anteil der Urnenbestattungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Bestatter, Friedhofsgärtner und Steinmetze suchen nach Wegen, darauf zu reagieren.

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Drüber wegsehen!

Drüber wegsehen!

ND: Welche Jahreszeit finden Sie auf Hiddensee am schönsten?ROMANOWSKI: Den Winter, mittlerweile. Man kriegt, wenn die Insel menschenleerer wird, endlich den Kopf wieder etwas hoch. Sie waren erst Saisonkraft, blieben dann für immer. Begonnen hat alles in Gotha, Thüringen.Ich wollte Tierpfleger werden oder ins Botanikerwesen. Ich komme aus einer Gärtnerfamilie. Aber dann wurde ich Baufacharbeiterlehrling. Irgendwann bin ich einfach nicht mehr in die Berufsschule gegangen. Eine Rippenfellentz...

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ndPlusKnut Henkel

Anhaltend nachhaltig

Der Geruch nach faulen Eiern hängt schwer in der Luft. Immer dann, wenn eine kleine Wolke aus dem nahen Krater des Miravalles aufsteigt, trägt der Wind den beißenden Geruch nach Schwefel mit sich. Ingenieur Sergio Zúñiga Castro nimmt den Gestank kaum mehr wahr. Lächelnd steht er am Eingang zum Kraftwerk Miravalles, deutet auf den nahen Vulkan, der von einigen Schäfchenwolken umgeben majestätisch i...

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Gegen die Arroganz der Macht

Gegen die Arroganz der Macht

ND: Wann seit Ihr zu Ökostromanbietern gewechselt?Matthes: Mein Wohnprojekt ist 2005 auf Ökostrom umgestiegen, aber seit 2008 haben wir ein Blockheizkraftwerk, das mit Gas befeuert wird. Damit erzeugen wir unseren eigenen Strom.Müller: Ich bin vor zwei Monaten umgezogen und muss ganz ehrlich sagen, ich weiß noch nicht, wer unser Stromanbieter ist. Ansonsten heizen wir zu meinem großen Bedauern mit Kohleöfen. Das meine ich gar nicht so sehr ökologisch; ich finde Kohleöfen total nervig. Ich bin e...

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Halloween
ndPlusBernd Zeller

Halloween

Sollte der Bundespräsident heute eine Rede halten, käme er nicht umhin, zur allgemeinen Überraschung die simple Tatsache festzustellen, dass auch Halloween inzwischen unbestreitbar zu Deutschland gehört. In dem, was wir bisher unseren Kulturkreis nannten, hatten wir dafür Karneval. Die bürokratischen und verfilzten Karnevalsstrukturen sind jedoch zu sehr mit dem eigenen Erhalt beschäftigt. Vielero...

Martin Koch

Der Mangel im Überfluss

Kaum ein anderes Fernsehformat in Deutschland erfreut sich derzeit so großer Beliebtheit wie die Kochshow. Auf fast allen Kanälen, ob öffentlich-rechtlich oder privat, präsentieren sogenannte Starköche ihren Zuschauern mehrmals in der Woche die erlesensten Speisen: Kräuterbrathendl mit Fenchel-Gewürz-Füllung, Aprikotiertes Lammfilet an Rotwein-Honig-Sauce, Dorade in der Salzkruste auf Avocado-Kart...

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ndPlusMartin Hatzius

Ein Riss geht durch die Welt

Wäre der Mann ein Repräsentant seiner Partei, man wüsste nach der Lektüre seines Buches wieder genauer, wofür die SPD eigentlich steht. Man kann Peer Steinbrück einiges vorwerfen; aber gewiss nicht die Verschleierung seiner politischen Position. Dieser Standpunkt heißt Mitte. Das Programm heißt Sowohl-als-auch, der Weg Reform. Der Anspruch heißt Gestaltung. Ich glaube, das Wort Opposition kommt auf den 480 Seiten dieses Buches nicht ein einziges Mal vor. Die Vermutung liegt nahe, dass d...

Seite 22
Rechte »Tea Party« bringt Präsident Obama in Bedrängnis
Max Böhnel, New York

Rechte »Tea Party« bringt Präsident Obama in Bedrängnis

Für die Demokratische Partei in den USA, die seit vier Jahren den Kongress und mit der Wahl Barack Obamas seit 2009 auch das Weiße Haus kontrolliert, wird es bei den Zwischenwahlen am 2. November eng. Ein Grund: die Mobilisierungserfolge der ultrarechten »Tea Party«-Bewegung, die die Republikaner kapert und die Demokraten unter Druck setzt. Oder haben die Obama-Hasser ihren Zenit bereits überschritten? Eine bloße »Teekannen-Bewegung« (Tea Kettle Movement) sei diese »Tea Party«, weniger bedeuten...

Seite 23

Wochen-Chronik

30. Oktober 1905: In Reaktion auf die Unruhen seit dem Petersburger Blutsonntag verkündet Zar Nikolaus bürgerliche Grundrechte und verspricht ein Parlament, die Duma. 1. November 1755: Lissabon wird von schweren Erdstößen heimgesucht, die eine Flutwelle und Brände auslösen; 32 000 von den 110 000 Einwohnern sterben. Das Ereignis prägte stark das Denken der Aufklärer. 1. November 1895: Die Brüder M...

ndPlusGerd Fesser

Gneisenau

Der Knabe wuchs in bitterer Armut bei Pflegeeltern auf. Seine Mutter war ein Jahr nach seiner Geburt (27. Oktober 1760) gestorben, der Vater war im Krieg. Doch 1767 nahm den Jungen aus Schilda bei Torgau sein Großvater mütterlicherseits, Obrist und Festungsbaumeister in Würzburg, zu sich und schickte ihn auf eine Jesuitenschule. 1771 wandte sich der junge August Neidhardt von Gneisenau nach Erfurt...

Horst Diere

England erwartete Pflichterfüllung

»Zwo gewalt'ge Nationen ringen um der Welt alleinigen Besitz ... «, dichtete Friedrich Schiller bei »Antritt des neuen Jahrhunderts« mit Blick auf die weltweit geführten Auseinandersetzungen zwischen Großbritannien und Frankreich. Nur für kurze Zeit hatte im Frühjahr 1802 der Frieden von Amiens diesen Krieg unterbrochen. Als der Kampf erneut entbrannte, wollte ihn Napoleon mit einer Landung auf de...

ndPlusFelix Stolo

Wenn der Respekt vor Menschen schwindet

Als Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes und Urheber der Genfer Konvention (1864) am Abend des 30. Oktober 1910 in einem Heidener Krankenhaus in der Schweiz starb, war er eine Berühmtheit. Noch im Jahr zuvor hatte er zu seinem 80. Geburtstag aus aller Welt Telegramme und Glückwünsche erhalten. Man sah in ihm einen »Wohltäter der Menschheit«. Um so erstaunlicher, dass sein Leben bislang kein grö...

Seite 24

Geschichte verstehen

Der Schriftsteller Peter Handke soll laut einer neuen Biografie den bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic kurz vor dessen knapp zwölfjähriger Flucht im Dezember 1996 getroffen haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag bereits Haftbefehl gegen Karadzic erlassen. Das schreibt der Germanist Malte Herwig in seiner Biografie »Meister der Dämmerung« (Deutsche Ve...

ndPlusAngelika Nguyen

Von Nordafrika ins vermeintliche Eldorado

Das erste Arabische Filmfestival 2009 in Berlin war ein Erfolg. Nach dem geglückten Debüt werden bei ALFILM 10 auch in diesem Jahr, vom 3. bis 11. November, Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus arabischen Ländern oder mit arabischem Thema gezeigt.So ist der erschütternde Dokumentarfilm »To Shoot An Elephant« über den jüngsten Gazakrieg zu sehen. Was unter dem israelischen Codewort »Gegossenes Ble...

Reiner Oschmann

Obamas Mission impossible

Der verfrühten Prahlerei von George W. Bush über den Sieg im Irak-Krieg (»Mission accomplished«) steht heute die Mission impossible seines Nachfolgers gegenüber. Eine Mission ohne Erfolg, in Kriegen draußen ebenso wenig wie an der Heimatfront. Die Wut vieler US-Amerikaner auf Barack Obama (49) ist mehr und mehr ihr Frust über Amerika. Frust über das, was schief läuft »in America«, wie sie die USA ...

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PLATTENBAU
ndPlusAntje Rößler

PLATTENBAU

Nur wenige Komponisten haben sich an die Vertonung von Rainer Maria Rilke gewagt. Derart verdichtet und selbst geradezu musikalisch sind dessen Verse, dass die Gefahr besteht, sie durch eine Begleitung nur zu entzaubern. Dass der Club der toten Dichter Rilke nun mit Rockmusik kombiniert, mag man für anmaßend und größenwahnsinnig halten. Aber warum eigentlich soll man den Dichter immer nur ehrfürchtig mit den Fingerspitzen anfassen? Das variabel besetzte Bandprojekt um Reinhardt Repke macht jede...

Jürgen Amendt

Kein Ende, ein Anfang

Menschen, die keine Brüche in ihrer (politischen) Biografie kennen, keine Erschütterung im Glauben an feste Gewissheiten, werden es kaum verstehen können, was derzeit zaghaft im westdeutschen Bürgertum an Erkenntnis zu reifen beginnt: Die, von denen man glaubte, sie hätten in dunkler Zeit wenigstens im Eigenen das Licht der Zivilisation am Glimmen gehalten, sich bemüht, während der NS-Zeit ein ric...

Seite 26

Rededunst

Wer in diesen Zeiten noch raucht, muss spätestens seit dieser Woche mit dem Vorwurf leben, damit dazu beizutragen, die Amtszeit von Schwarz-Gelb zu verlängern. Soweit ist es schon gekommen! Früher war alles besser. Früher, da entwich den Politikerköpfen der Rededunst noch für alle sichtbar. Der Tabakqualm gehörte zum guten Ton nicht nur der Bourgeoisie, sondern auch der Arbeiterklasse. Zwischen zwei Pfeifenzügen paffte der Ex-Kommunist Herbert Wehner seine Sätze ins Mikrofon. Längst versteckt si...

Unterlassene Berichterstattung

Harald Schumann ist Redakteur beim Berliner »Tagesspiegel«. Vom Deutschlandfunk wurde er kürzlich zur problematischen Nähe zwischen Journalisten und politischer Macht befragt. Schumann antwortete mit einem Beispiel aus der Zeit, als die Bundesregierung mit den Privatbanken über deren Beteiligung an der Rettung der Hypo Real Estate verhandelte. »In den großen Medien dieses Landes, wurde immer nur b...

Breakdance in Leipzig

Deutschland in den 1980er Jahren: Sie nennen sich »Simo«, »Beatschmidt« oder »Magic Mayer« und Breakdance ist ihre Heimat, Hip Hop ihr Leben. Soweit, so gewöhnlich für eine Jugend vor 25 Jahren. Doch ein Umstand macht die Leidenschaft der Jungs zu einer besonderen: Sie leben nicht in Hamburg, West-Berlin oder Köln, sondern in Dessau, Leipzig, Dresden oder Ost-Berlin. Trotz ständiger Repression dur...

ndPlusAnne Roth

Domäne der Männer

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Wissen wir alle, steht ja auch im Grundgesetz, und bis auf ein paar ewig mäkelnde Männerhasserinnen haben es inzwischen die meisten begriffen. Bleiben noch ein paar, die zu viel (oder zu wenig, je nachdem) Judith Butler gelesen haben, und zu zucken beginnen, wenn überhaupt Wörter wie »Frauen« und »Männer« vorkommen. Geblieben ist so Kleinkram, wie ich gerad...

ndPlusJürgen Amendt

Nötigenfalls ein Interview

So ganz verschweigen konnte »Bild« die Meldung nicht, aber ein bisschen an der Wahrheit drehen, das ging dann doch. Im Prozess gegen eine Gruppe von Kriminellen, die den Schauspieler Ottfried Fischer mit einem heimlich aufgenommenen Sex-Video erpressten, wurde auch ein ehemaliger Reporter der »Bild«-Zeitung wegen Nötigung in erster Instanz verurteilt (der Reporter hat mittlerweile Berufung gegen d...

ndPlusJan Freitag

Der Aufstieg des Alexander Duszats

Nein, früher war natürlich nicht alles besser. Früher, da war die Luft voller Blei, das Denken voller Blockaden, der Esstisch voll ungesunder Sachen und in Zahncreme Zucker. Selbst das Fernsehen öffentlich-rechtlicher Monopolzeiten hatte keinesfalls mehr Niveau als heute, wie gern behauptet wird – nur eben weniger Kanäle zum Vollmüllen. Eines aber bleibt für alle Ewigkeit ungeschlagen: das K...

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Streitfrage: Mit Riesen-Brummis auf die Autobahn?

Streitfrage: Mit Riesen-Brummis auf die Autobahn?

Seit Jahren wird über die sogenannten Gigaliner gestritten. Die Lang-Lkw messen bis zu 25,25 Meter und sind 6,5 Meter länger als die bisher in Deutschland zugelassenen Lastkraftwagen. Das unionsgeführte Bundesverkehrsministerium plant, die EuroCombis im kommenden Jahr auf ausgewählten Autobahnen zu testen, zum Beispiel zwischen Hamburg und Wolfsburg oder zwischen Leipzig und Nürnberg. Doch der Feldversuch ist bei den politisch Verantwortlichen umstritten: Acht der 16 Bundesländer stellen sich quer und lehnen die Testfahrten ab.

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Startbahn für Weltraum-Touristen

Startbahn für Weltraum-Touristen

Die ersten Touristenflüge ins All sollen bereits in rund zwei Jahren starten: Im US-Bundesstaat New Mexico wurde unlängst die Startbahn für die ersten geplanten Privatflüge in den Weltraum eröffnet.Die für 29 Millionen US-Dollar (20 Millionen Euro) gebaute Startbahn ist Teil des Weltraumbahnhofs »Spaceport America«. Mitte 2011 sollen die Arbeiten an dem Hangarkomplex abgeschlossen sein (links unte...

Scharfe Steinzeitmesser

Washington (dpa/ND). Steinzeitmenschen konnten vermutlich schon viel früher scharfe Steinmesser und Speerspitzen herstellen als bisher angenommen. Darauf deuten archäologische Funde aus einer Höhle in Südafrika hin. Die Technik, bei der die Kanten der Steine mit Druck kontrolliert bearbeitet werden, entstand demnach bereits vor 75 000 Jahren – rund 55 000 Jahre früher als gedacht. Ein intern...

Ein Chemiker macht blau
Martin Koch

Ein Chemiker macht blau

Die Farbe aller »echten« Jeans ist blau. Genauer gesagt: indigoblau. Ursprünglich wurde dieser bereits im Altertum bekannte Farbstoff in Europa aus dem hier wachsenden Färberwaid (Isatis tinctoria L.) gewonnen. Erst im 16. Jahrhundert trat an dessen Stelle die indische Indigopflanze (Indigofera tinctoria), die einen reineren Blauton und 30mal mehr Farbstoff lieferte als die Waidpflanze.Dennoch war...

Walter Willems

»Glänzende« Aussicht für Mondstation

Seit Jahrtausenden beflügelt der Mond nicht nur die Fantasie des Menschen, er weckt auch ihre wissenschaftliche Neugier. Schon im zweiten Jahrhundert v. u. Z. kalkulierte der griechische Astronom Hipparchos die Entfernung zu dem Erdbegleiter erstaunlich genau, nach der Erfindung des Fernrohrs entstanden im 17. Jahrhundert die ersten Mondkarten, und 1969 Jahren betraten die ersten Menschen den Erdt...

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»Vielleicht doch ein bisschen zu schwer ...«

»Vielleicht doch ein bisschen zu schwer ...«

Zusammen mit der ND-Wochenendbeilage haben wir ab Anfang Oktober auch unser traditionelles Testspiel-Rätsel (früher auf der »Kurzweilseite«) renoviert. Die Spielregeln sind modifiziert, man kann wöchentlich Punkte sammeln und am Monatsende gibt es drei Preisträger. Seit gestern stehen die der Oktoberrunde fest.

Wissen, punkten, gewinnen!

An vier Wochenenden hintereinander stellen wir jeweils drei Fragen. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird gelost. Lösungen der jeweiligen Wochenendrunde bis Donnerstag an: zeitgenuss@nd-online.de oder Fax: (0...

Starkes Team
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Starkes Team

Der diesjährige Europapokal wurde vom Team »Economist-SGSEU-1« aus Saratow gewonnen. Das russische Team gewann bereits 2009 und ist zurzeit die stärkste Mannschaft der Welt. Das beste Team Deutschlands, »Baden-Baden OSG«, teilte den zweiten Platz mit drei Mannschaften. Der erfolgreichste Spieler war Levon Aronian (Armenien, 28), der 4,5 von 7 möglichen Punkten (drei Siege und drei Remis) erreichte...

Schnuppen am Morgen
ndPlusHans-Ulrich Keller, dpa

Schnuppen am Morgen

Nach Einbruch der nun früh einsetzenden Abenddämmerung leuchtet als erstes Gestirn hoch am Osthimmel der Riesenplanet Jupiter auf. Er hält sich im Sternbild Fische auf. Schon mit einem guten Fernglas sind seine vier großen Monde als Lichtpunkte zu sehen. Sie heißen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich Jupiter allmählich zurück.Zu Monatsbeginn zeigt sich der abne...

Herbstzeit, wunderschöne Laubzeit
Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Herbstzeit, wunderschöne Laubzeit

Der November hat es wirklich nicht leicht, wenn die Menschen ihn apriori für den Bluesmonat halten. Viele sagen ihm Tristesse nach – dabei gibt auch er sich immer Mühe, Farbe und Licht in den Tag zu bringen. Der Leuchtkraft des Laubes im Herbstlicht an den Gehölzen oder schon am Boden liegend können wir uns eigentlich kaum entziehen. Außer, wir gucken nach unten, nur um zu stöhnen, wie wenig...

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ndPlusHeidi Diehl

Ein Monat als Walflüsterer

Das Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik hat einen tollen Job zu vergeben. Gesucht wird ein Walflüsterer, der vier Wochen lang in der Bucht von Samana die imposanten Tiere (Foto: AFP) beobachtet und über seine Erlebnisse bloggt.Die Touristiker arbeiten dabei eng mit der CEBSE, dem »Zentrum für Schutz und nachhaltige ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und ihrer Umgebung« zusamm...

Ekkehart Eichler

»Mann, dit war janz jroßet Kino«

Berlin-Alexanderplatz, kurz vor 19 Uhr an einem Freitag. Auf Gleis 4 der U-Bahn-Linie 5 steht ein seltsames Zug-Gebilde zur Abfahrt bereit. Vorn eine kantige knallrote Lokomotive. Dann drei ebenfalls rot lackierte offene Plattformwagen mit jeweils zwei Sitzreihen über die gesamte Länge. Und zum Abschluss komplettiert ein Steuerwagen das ungewöhnliche Ensemble.Die drei Wagen sind mit 150 Leuten rappelvoll besetzt. Ausgerüstet mit gelben Helmen und kleinen Empfängern für den Erzähler im Ohr hocke...

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ndPlusHeidi Diehl

Voll passiv

Hotels gibt es wie Sand am Meer – schöne historische, hypermoderne, schräge, bäuerlich kuschelige und vor allem 0815-Bauten. Von all dem hat das Hotel »Explorer«, das am 17. Dezember in Fischen im Allgäu eröffnet, gar nichts. Es fällt – wenn auch nicht gerade optisch – so doch auf jeden Fall durch seine inneren Werte total aus dem Rahmen. Das »Explorer« ist das erste zertifiziert...

»Springende« Räder und fliegende Fische
Gabi Kotlenko

»Springende« Räder und fliegende Fische

Mit 800 Kilometer Wander- und 1246 Kilometer Radwegen ist die Region um den Klopeiner See in Südkärnten genau das Richtige für alle, die Erholung mit Bewegung und Kultur verbinden wollen.Kiki Kogelnik? – Nie gehört? Andy Warhol, Roy Lichtenstein aber schon. Kiki Kogelnik gilt sozusagen als ihre österreichische Schwester im Geiste. Sie lebte viele Jahre in den USA und gehörte auch zur Künstlergruppe um Andy Warhol. Die 1997 im Alter von 62 Jahren verstorbene Pop-Art Künstlerin ist in ihrer Heima...

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Eine Woche dauert 503 Jahre

Eine Woche dauert 503 Jahre

Nachrichtenfotos dieser Woche. Schönes und Scheußliches, wie jede Woche. Das jeweils Neue beunruhigt, es erschüttert, es ist einmalig, weil einzig und unaustauschbar an die Daten der jüngsten Tage gebunden – man fühlt sich, die Bilder betrachtend, unmittelbar ans Aktuelle und Akute angeschlossen. Auch in dieser Woche also war Weltgeschehen unverwechselbar, betörend und aufstörend original, e...