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Unten links

Die erste Weihnachtsansprache von Bundespräsident Christian Wulff ist von Werk- und Untätigen in Stadt und Land, Kulturschaffenden sowie anderen fortschrittlichen gesellschaftlichen Kräften als herausragendes Festtagsereignis gewürdigt worden. Besonders beeindruckte, dass Wulff die gesamte Rede im Stehen hielt und nicht ein einziges Mal umfiel. Der neben dem Staatsoberhaupt platzierte Weihnachtsba...

Tausende Ivorer auf der Flucht

Genf/Abidjan (Agenturen/ND). Die Unruhen seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküste haben in den vergangenen Wochen Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Wie die UNO am Wochenende in Genf mitteilte, flohen seit Ende November rund 14 000 Ivorer ins Nachbarland Liberia. Die Flüchtlinge hätten zum Teil tagelange Fußmärsche auf sich genommen, teilte das Flüchtlingshilfswerk ...

Regina Stötzel

Teilen ist nicht

Es fällt auf: Der Ton, mit dem über Einwanderer und ihre Herkunftsländer gesprochen und geurteilt wird, hat sich insbesondere in Deutschland verschärft. Und das ist genau zu einer Zeit geschehen, in der sich die Politiker hierzulande brüsteten, die große Krise souverän gemeistert zu haben, während viele andere Länder an deren Folgen laborierten. Teilen ist eben nicht jedermanns Sache. Für den Mens...

Menschenrechte im Sog der Krise

Menschenrechte im Sog der Krise

In Deutschland werden Einwanderer schlecht behandelt und sind die Menschenrechte ausbaufähig, ganz Europa rückt nach rechts. Die ökonomische Krise zeitigt politische Folgen.

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Hintergrund

Joseph Deiss, seit September Präsident der UNO-Vollversammlung, will die immer wieder angemahnte Reform der Weltorganisation voranbringen. Der ehemalige Schweizer Bundesrat hält es für unabdingbar, dass die Vereinten Nationen ihre Glaubwürdigkeit stärken, um der zentrale Ort der »Weltregierung« zu bleiben. In der UNO sei man sich einig, dass der Sicherheitsrat nicht mehr den heutigen Gegebenheiten...

In der Favela werden Geschenke organisiert
Lutz Taufer, Rio de Janeiro

In der Favela werden Geschenke organisiert

Auch wenn unter Präsident Lula die Rolle des Staates in Brasilien wieder gestärkt wurde, machen viele Brasilianer aus der Not fehlender öffentlicher Angebote die Tugend der Selbstorganisation.

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Eine Quelle europäischer Identität
ndPlusArmin Jähne

Eine Quelle europäischer Identität

Wer sich zu Jahresende noch einen besonderen kulturellen Genuss gönnen möchte, der ist gut beraten, in die neue Ausstelung im Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel zu gehen.

Die Stadt der Toten im Herzen des Molochs
Karin Leukefeld, Kairo

Die Stadt der Toten im Herzen des Molochs

Wie viele Menschen leben in der Hauptstadt Ägyptens? Unvorstellbare 20 Millionen sollen es sein. Kairo ist ein brüllender Moloch mit wenigen Orten der Stille, der nie zu schlafen scheint und in dem Glanz und Elend dicht beieinander wohnen.

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Unterm Schein-Werfer

Seit geraumer Zeit wird die ARD einer Programmreform unterzogen. Reformen in Deutschland stehen in keinem guten Licht. Es sind, obwohl sie sich lange hinziehen, letztlich doch nur hektisch organisierte Kopflosigkeiten unter Vorspiegelung wirklicher Ideen. So war es ein Reformgedanke des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, künftig an fünf aufeinander folgenden Abenden eine Talkshow anzusetzen. Die R...

Krieg in Pakistan

Es war eine junge Frau in einer Burka, die sich am Wochenende in einem Zentrum für internationale Nahrungsmittelhilfe in Khar in die Luft sprengte – und fast 50 Unschuldige mit in den Tod riss. Selbstmordanschläge durch Frauen sind selten in Pakistan. Der am Wochenende soll erst der dritte gewesen sein. Doch war das Attentat nur eines von vielen im ablaufenden Jahr. Islamistischer Terror ers...

Kompromiss?

Der Vermittlungsausschuss zu den Neuregelungen bei Hartz IV tagt erst wieder am 7. Januar. Bis dahin werden wir so manche Erwartung aus der Politik zu lesen bekommen. Schon jetzt wurde verlautbart: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will nicht feilschen. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier stellt Bedingungen zur Bildung, zum Mindestlohn und zur Transparenz der Regelsätze. Die Parla...

Schachkönigin
ndPlusDagobert Kohlmeyer

Schachkönigin

Vom Schach weiß Hou Yifan alles: Wie man Figuren optimal aufstellt, geschickt laviert, einen Angriff erfolgreich abschließt. Wie gut sie das alles kann, hat die erst 16-jährige Chinesin bei der Schach-WM der Frauen im türkischen Antakya gezeigt, die Heiligabend zu Ende ging. Dort kürte sich Hou Yifan im Finale gegen ihre Landsfrau Ruan Lufei zur jüngsten Weltmeisterin aller Zeiten. Schon 2008 hatt...

Euro-Krise – wie weiter?

Euro-Krise – wie weiter?

Mit der Vereinigung Deutschlands nahm dessen wirtschaftliches Gewicht in Europa zu. Damit befürchtete Frankreich eine Verschiebung der politischen Kräftebalance. Es verlangte eine Art Kompensation, den Verzicht auf die Deutsche Mark – mit der faktischen Rolle als Leitwährung – zugunsten eines europäischen Gemeinschaftsgeldes. Der damalige Bundeskanzler Kohl sah darin die unumkehrbare E...

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Beschränkter Zugang?

Berlin (AFP/ND). Angesichts der Terrorgefahr soll der Zugang zum Deutschen Bundestag deutlich eingeschränkt werden. Geplant sei ein neues Besucher-Kontrollzentrum, sagte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Er regte am Weihnachtswochenende zudem an, die Zahl der Hausausweise zu verringern, von denen laut »Morgenpost« derzeit zehntausende vergeben sind.Thierse sagte, das Parlament solle...

Von der Leyen bleibt knauserig

Berlin (dpa/ND). Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hält einen Nachschlag bei den Harz-IV-Sätzen von mehr als fünf Euro für unwahrscheinlich. »Feilschen werde ich nicht, denn das Bundesverfassungsgericht hat von uns transparente, nachvollziehbare Berechnungen verlangt. Die haben wir vorgelegt«, sagte die CDU-Politikerin der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. »Wer mehr möchte, mus...

Zu weiße Weihnacht

Zu weiße Weihnacht

Deutschland ächzt nicht mehr ganz so unter dem Schnee. Zwar war nicht jede Fahrt mit Bahn oder Auto ein Vergnügen, doch der zweite Feiertag verlief zumindest viel reibungsloser als die beiden Vortage.

Ines Wallrodt

Alter Name, neue Mitglieder

Nach jahrelanger Diskussion wollte sich die älteste deutsche Bürgerrechtsvereinigung einen neuen Namen geben. Doch der Vorschlag fand nicht die nötige Mehrheit. Halb so wild, in vielleicht zwei Jahren wird es einen neuen Anlauf geben und dann vielleicht auch einen knackigeren Vorschlag als »Gesellschaft für Bürgerrechte«.

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Früherer DDR-Planchef Gerhard Schürer tot

Früherer DDR-Planchef Gerhard Schürer tot

Berlin (dpa/ND). Gerhard Schürer, mehr als zwei Jahrzehnte oberster DDR-Wirtschaftsplaner, ist tot. Der Wirtschaftsexperte, der im Herbst 1989 einen baldigen Staatsbankrott der DDR prophezeite, starb bereits am 22. Dezember mit 89 Jahren in einem Berliner Pflegeheim, wie der Verlag Edition Ost am Samstag in Berlin unter Berufung auf Schürers Witwe mitteilte. Schürer war von 1965 bis 1989 Vorsitzen...

Der Albtraum vom Atomklo
Velten Schäfer

Der Albtraum vom Atomklo

Gerade erst sind die Castorproteste um das Zwischenlager Nord bei Lubmin über die Bühne, da scheinen sich die düstersten Visionen der Atomkraftgegner zu bewahrheiten. Der Bund bereitet offenbar eine langfristige Nutzung des Zwischenlagers vor – im Geheimen.

ndPlusRegina Stötzel

Kein heißer Draht bei Hotline »Hatif«

Auch in der Weihnachtszeit hat es keine Entwarnung in Sachen Terrorgefahr gegeben. Und das, obwohl es seit einem halben Jahr das Aussteigerprogramm für Islamisten »Hatif« und in der Regierungskoalition einen »antitotalitären Konsens« gibt.

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»Nicht gestürzt – gewachsen«

In einem eineinhalbstündigen Interview hat Kremlchef Medwedjew auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres zurückgeblickt. Dabei übte er leise Kritik an Vorgänger Putin. Die Fragesteller waren ungewohnt direkt – die Frage nach dem künftigen Präsidenten vermieden sie jedoch.

Russlands Duma startete nicht durch
ndPlusOlaf Standke

Russlands Duma startete nicht durch

Das neue atomare Abrüstungsabkommen zwischen den USA und Russland kann frühestens im Januar 2011 in Kraft treten. Die Staatsduma in Moskau verschob die Abstimmung über den START-Vertrag auf nächstes Jahr.

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Ralf Klingsieck, Paris

Liefert Frankreich seine Staatsbürgerin aus?

Die 31-jährige Aurore Martin aus dem südwestfranzösischen Bayonne hat dieser Tage in einem Brief an die Presse angekündigt, dass sie sich verstecken und damit der drohenden Auslieferung an die spanische Justiz entziehen wird.

Die »lahme Ente« läuft wieder
Max Böhnel, New York

Die »lahme Ente« läuft wieder

Bevor Barack Obama (Foto: AFP) am Mittwoch zu einem zehntägigen Jahresendurlaub nach Hawaii aufbrach, rührte er rückblickend für sich und seine Politik lautstark die Werbetrommel und sprach auf einer Pressekonferenz von einer »Saison des Fortschritts«, die beiden Washingtoner Parteien zu verdanken sei. Auch er selbst habe sein Bestes gegeben, denn »ich bin hartnäckig«. Lob und Selbstlob kamen nich...

Traurige Bilanz im Nahen Osten
ndPlusKarin Leukefeld

Traurige Bilanz im Nahen Osten

Die Lösung des langwierigsten internationalen Konflikts der Gegenwart – des Streits im Nahen Osten – ist 2010 keinen einzigen Schritt vorangebracht worden.

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Arbeit für Ältere

Berlin (dpa/ND). Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) strebt bei der Deutschen Bahn eine Beschäftigungssicherung unter neuen Vorzeichen an. In dem neuen Tarifvertrag werde es »weniger um Arbeitsplatzverlust durch Rationalisierung gehen«, sagte EVG-Vorsitzender Alexander Kirchner. Vielmehr müssten Lösungen für eine älter werdende Arbeitnehmerschaft gefunden werden, also für lebenslanges Le...

China will weitere Anleihen kaufen

Peking (AFP/ND). Wo liegt die Bank der Vereinigten Staaten von Amerika? In China. Die Volksrepublik hat hunderte Milliarden Dollar in Staatsanleihen der USA gesteckt. Nun hat die Regierung in Peking angekündigt, auch den hoch verschuldeten Eurostaaten zur Seite springen und Anleihen der europäischen Länder kaufen zu wollen. Das Interesse dürfte aber nicht nur in einem guten Geschäft liegen. Die Mo...

ndPlusJohanna Treblin und Felix Werdermann

Bürgerinitiative legt Entwurf zu CCS-Technik vor

Bürgerinitiativen wollen, dass die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid in Deutschland komplett verboten wird. Sie präsentieren nun einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Die Bundesregierung ist in der Frage weiterhin zerstritten.

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Das Naturjahr 2010

Januar: Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet in Berlin offiziell das internationale UN-Jahr der Biologischen Vielfalt.In Sotschi werden in Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 rund 14 000 Hektar Wald abgeholzt. Februar: In Italien fließen Tausende Kubikmeter Altöl in den Lambro, einen Zufluss des Pos. März: Die 15. Washingtoner Artenschutzkonferenz in Katar endet ohne Handelsverbot für...

Walter Willems

Waldelefant als eigene Art

Entgegen der früheren Einteilung leben in Afrika zwei grundverschiedene Arten von Elefanten: Der Waldelefant ist keine Unterart des Afrikanischen Elefanten, sondern eine eigene Spezies, die schon vor etlichen Jahrmillionen entstand. Das jedenfalls schließt ein internationales Forscherteam in der Onlinezeitschrift »PLoS Biology« (Bd. 8, e1000564) aus Genanalysen.

Wenn die Natur zurückschlägt
ndPlusVeronika Wengert

Wenn die Natur zurückschlägt

Der Sewan-See im armenischen Hochland gilt als bedeutendstes Süßwasserreservoir im Kaukasus. Zu Sowjetzeiten sank sein Wasserspiegel aufgrund exzessiver Bewässerung rapide, ein gigantischer Zuflusstunnel wurde errichtet. Nun hat sich die Situation gewandelt: Der Wasserspiegel steigt.

Biologische Vielfalt bleibt kritisch

Biologische Vielfalt bleibt kritisch

Am Freitag geht das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Biologischen Vielfalt zu Ende. Im Oktober gab es auch eine von der UNO veranstaltete Konferenz dazu im japanischen Nagoya. Mit dem Agrarökologen Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle sprach Benjamin Haerdle über die Bilanz des UNO-Jahres. Settele ist hauptverantwortlicher Herausgeber des Nachschlagewerks »Atlas der Biodiversitätsrisiken«.

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ndPlusStefan Otto

Massensterben in Fröbels Festsälen

Weihnachten 1911 war die Festtagsstimmung bei vielen Berlinern betrübt, als sie von der Katastrophe in der Fröbelstraße erfuhren: 70 Bedürftige starben in dem städtischen Obdach in Prenzlauer Berg an einer Lebensmittelvergiftung. Faule Bücklinge hätten sie gegessen, hieß es offiziell, doch es hielt sich das Gerücht, dass sie an giftigem Schnaps gestorben seien. Dem Mitgefühl der Berliner tat das k...

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Eintritt frei oder freiwillig?

(ND). Der Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums in Berlin, Hans Ottomeyer, hat freien Eintritt für alle Museen gefordert. »Ohne Eintritt kann die Kunst von allen Bevölkerungsgruppen genossen werden«, sagte Ottomeyer. So könnte auch die Zahl der Museumsbesuche bis zu 150 Prozent gesteigert werden. Die Besucher hätten dann Geld übrig, im Museumsshop etwas einzukaufen. Davon würden auch ...

Nachts allein mit Nofretete

Nachts allein mit Nofretete

(ND). Sieben Tage in der Woche hat das Neue Museum geöffnet, viermal sogar zehn Stunden lang. Aber irgendwann ist Schluss. Wenn dann aus allen 52 Räumen die bis zu 4000 täglichen Besucher das Haus verlassen, kehrt um die prominenteste Bewohnerin, die ägyptischen Königin Nofretete, noch lange keine Ruhe ein. Techniker prüfen Lichtanlagen, Heizung und Sicherheitstechnik, Restauratoren untersuchen mö...

Es war einmal und wird auch wieder
Lucía Tirado

Es war einmal und wird auch wieder

Es war einmal ein Montag im Winter. Er brachte eine große Überraschung: Schnee. Das hatte es ja noch nie gegeben. Er war einfach so vom Himmel gefallen. Überall lag er herum und deckte den öffentlichen Nahverkehr zu. Überall versammelten sich die Menschen und beratschlagten, wie sie zur Arbeit, zum Arzt oder an andere Orte kommen sollten. Sie mussten improvisieren.So ging es fast den ganzen langen...

Krimis um Kunstwerke
ndPlusVolkmar Draeger

Krimis um Kunstwerke

Sie gingen um die Welt, die Bilder der weinenden Direktorin im leergeplünderten Nationalmuseum von Bagdad. Die Hälfte seiner Bestände, darunter wertvolle Relikte aus mesopotamischer und babylonischer Historie, soll es im Zuge des Angriffskrieges der USA eingebüßt haben.Was sich 2003 im Irak ereignete, spielte sich so ähnlich 58 Jahre zuvor hauptsächlich in Berlin ab. Weit über 800 Werke hat dabei ...

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250 Millionen für Tempelhof

(dpa). Die Anschubkosten für die Erschließung und Bebauung des Tempelhofer Feldes werden in den kommenden 15 Jahren bei rund 250 Millionen Euro liegen. Wie der Chef der Tempelhof Projekt GmbH, Gerhard Steindorf, sagte, sollen auf dem 380 Hektar großen Areal des einstigen Flughafens unter anderem Straßen und eine Brücke über die S-Bahn-Trasse errichtet werden.In dem Betrag seien weder die Bebauung ...

Rückkauf nach Kassenlage

(dpa). Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) hat sich zurückhaltend über Wünsche nach mehr öffentlichem Einfluss bei Versorgungs- und Verkehrsunternehmen geäußert. »Das Thema Rekommunalisierung ist ein ganz wichtiges«, sagte Nußbaum. »Es muss aber abgeglichen werden mit den Möglichkeiten, die ein Land hat.« Reiche Länder könnten sich mehr erlauben als das hoch verschuldete Berlin, sagte Nußbaum...

Mainz verteidigt Neun-Jahre-Abitur

Mainz (dpa/ND). Die rheinland-pfälzische SPD-Landesregierung sieht sich bestätigt: »Das zeigt nur noch mehr, dass unser Weg ausgesprochen klug ist«, kommentiert Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) in Mainz Bestrebungen mehrerer Länder, vom verkürzten »G 8-Abitur« wegzukommen.Ale Länder bis auf Rheinland-Pfalz hatten das Gymnasium von neun auf acht Jahre verkürzt: Deutsche Abiturienten seien zu al...

Weiße Weihnacht zum Genießen
Bernd Kammer

Weiße Weihnacht zum Genießen

Zumindest dieser Wunsch ging am Wochenende in Erfüllung: Weiße Weihnacht. Auf eine solch großzügige Gabe der Natur mussten die Berliner auch lange warten, 2001 hatte das Fest letztmals einen derart freundlichen Anstrich. Damals allerdings wurde die Flockenpracht lediglich auf zehn Zentimeter angehäufelt, ein Klacks gegen das, was diesmal ausgeschüttet wurde – bis zu 40 Zentimeter vermeldeten...

ndPlusHendrik Lasch

Alle drei Beine sind eingeknickt

Das Antidiskriminierungsbüro in Leipzig, die einzige Einrichtung dieser Art in Sachsen, muss ab Januar seine Beratungstätigkeit einstellen, weil die Stadt die Zuschüsse drastisch kürzt.

ndPlusKirsten Baukhage, dpa

SPD für alle Bündnisse offen

Die Berliner SPD geht nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit offen für alle Bündnisse in den Wahlkampf 2011. »Die SPD macht keine Koalitionsaussage. Es ist hinlänglich bekannt, dass die SPD mit mehreren Parteien Bündnisse bilden kann«, sagte der SPD-Spitzenkandidat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Dazu gehöre theoretisch auch die CDU. Wahlziel sei, dass die SPD...

ndPlusRainer Kreuzer, Hamburg

Halb Hamburg ist unbewohnt

Es ist in Hamburg strafbar, dauerhaft Wohnraum leerstehen zu lassen. Dennoch sind zahlreiche Immobilien in der Elbmetropole derzeit ungenutzt – gerade in den begehrtesten Stadtteilen wie St. Pauli, Ottensen oder an der Sternschanze. Etliche der so aufgespürten Leerstandsimmobilien gehören sogar der Stadt selbst.

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Außenheizung für die Tiefgarage des Landtags
ndPlusHaiko Prengel, dpa

Außenheizung für die Tiefgarage des Landtags

In Brandenburg ist nach Meinung des Bundes der Steuerzahler in diesem Jahr viel Geld verschwendet worden. »Es wurden wieder ordentlich Mittel in den Sand gesetzt«, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Thomas Lilienthal. Vom Konjunkturpaket des Bundes seien nach vorläufigen Schätzungen bis zu 90 Prozent der Gelder in Brandenburg nicht dort angekommen, wo sie hätten ankommen sollen. »Mit den...

Kürzungen und Preisverfall
Martina Rathke, dpa

Kürzungen und Preisverfall

Anhaltende Quotenkürzungen beim Hering und der Preisverfall beim Dorsch haben den Kutter- und Küstenfischern in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr zugesetzt.

Haltelinien sind Landessache

Haltelinien sind Landessache

ND: Im Programmentwurf der Linkspartei steht die Forderung, die Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich auf zunächst 35 Stunden in der Woche, später 30 Stunden zu verkürzen. Das hört sich zwar gut an. Aber in Brandenburg ist die Erwerbslosenquote jetzt schon unter zehn Prozent gesunken und ein Fachkräftemangel zeichnet sich ab. Ist da die genannte Forderung überhaupt noch zeitgemäß? Kaiser: Ja, nat...

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Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

In einem Kaffeehaus sah Herr Mosekund einen Bekannten, dem er geistig noch nie viel zugetraut hatte. Diesmal aber war der Mann beeindruckend tief in Gedanken versunken: das Haupthaar wirr, die Stirn tief in Falten, die Augen geschlossen, die Hand an der Schläfe. Zu gern hätte Herr Mosekund gewussst, was in diesem Gehirn gerade vorging. Er tippte den Bekannten an die Schulter, woraufhin dieser leic...

Teiresias, Taschen und eine tolle Renaissance

Der moderne Tierschutz ist eine humane, zurückhaltende, ja geradezu fürsorgliche Angelegenheit. Denn: Sogenannte Damen, die in der Öffentlichkeit ihre Robbenfelle spazierenführen, werden nicht automatisch mit dem Spaten erschlagen. Sehet also: Die Welt ist ein gar mildtätiges Unternehmen.

Gegen die Wand
ndPlusRoberto Becker

Gegen die Wand

Was hat es nicht schon alles auf der Bühne gegeben, um Beethovens einzige Oper szenisch möglichst nah an den Lobpreis von Freiheit und Gattenliebe heranzuführen. Das Singspielhafte in all das Pathos einzufügen, ist dabei nur eine der Klippen. Sich nicht zu sehr aus der Balance bringen zu lassen, wenn sich die Sänger der angestaubten Sprechtexte annehmen, eine andere. Hinzu kommt die immer etwas he...

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Amerika – Dresden

Die USA wollen einen Teil des legendären Meissner Schwanenservice an die Staatliche Kunstsammlung in Dresden zurückgeben. Dabei, so der MDR, geht es um eine seit 1945 verschwundene Porzellanfigur im Wert von etwa 800 000 Euro. Eine mehrmonatige Prüfung habe ergeben, dass sich die Figur »Nereide mit Konfektschale« unrechtmäßig im Besitz des Kunstmuseums in Toledo im US-Bundesstaat Ohio befinde. Die...

Von ...

Die LINKEN-Politikerin Katja Kipping forderte in einer Talkshow die Abschaffung der Adelstitel, sie erinnerte daran, dass Österreich dies schon 1919 beschloss und folgert laut »Süddeutscher Zeitung«, wir bräuchten »endlich österreichische Verhältnisse«.Österreichische Verhältnisse. Wo die apfelstrudelsüße Unterwürfigkeit jeden Dahergelaufenen zum »Herrn Geheimrat« erhebt. Wo selbst jeder sozialist...

Ruf mich an!

Weihnachten war das Fest der Nächstenliebe. Nächstenliebe, das ist Erreichbarkeit. Was oder wer sollte uns erreichen dürfen? Die guten Nächsten. Der fernste gute Gedanke. Die fast schon verloren geglaubte Hoffnung. Die Freude der Anderen. Das Leid der Anderen. Das Leben der Anderen. Der aufmunternde Brief. Die kaum mehr erwartete Stille. Das Wort, das einen Streit zurücknimmt, eine Verlassenheit b...

Geblättert

Frau Merkel fragt immer, ob sie nicht stört. Sie war in vier Jahren nur viermal in der Kabine.OLIVER BIERHOFFNationalelf-ManagerMein Vater arbeitete hart und sagte immer: Im Bett sterben die Menschen, also steh auf, tu was!JAMIE OLIVERbritischer StarkochDer weltweite Sicherheitswahn ist völlig sinnlos ... Wenn man alle zu Verdächtigen macht, erscheint der Drang, Menschen in die Luft zu sprengen, a...

Jeder kann jeden sehen
ndPlusAlexander U. Martens

Jeder kann jeden sehen

Dass Prophezeien besonders schwer sei, zumal wenn es sich um die Zukunft handele, das wusste schon Karl Valentin. Diese grundstürzende Erkenntnis bewahrheitet sich selbst heute, da sich der vermeintlich wissenschaftlich fundierte, auf riesige Datenmengen gestützte Blick in die nähere Zukunft – leider oder Gott sei Dank – nicht selten als falsch erweist. Um wie viel größer war also das ...

Im Unglück doch glücklich
Hans-Dieter Schütt

Im Unglück doch glücklich

Im vergangenen Jahr spielte Michel Piccoli in Paris die Titelrolle in Thomas Bernhards Theaterstück »Minetti«. Porträt eines Künstlers an den Pforten zur immerwährenden Verrücktheit. Verrückt-Heit: Abgerücktheit von den Gemäßigten. Piccoli spielte den Wahnsinn wie eine milde Gabe des Schicksals. Minetti? Thomas Bernhard hatte an den großen Bernhard Minetti gedacht, und Piccoli stand vor fünfundfün...

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ndPlusDagobert Kohlmeyer

Mit 16 Jahren auf dem Thron

Die Schachwelt hat eine neue Königin. Am Heiligabend krönte sich die erst 16-jährige Chinesin Hou Yifan zur jüngsten Weltmeisterin der Geschichte. Im Finale des WM-Turniers in Antakya (Türkei) bezwang die Großmeisterin aus dem Reich der Mitte ihre Landsfrau Ruan Lufei mit 5:3. Dabei musste sie harten Widerstand brechen. Nach vier Partien mit normaler Bedenkzeit stand es 2:2. In den Tiebreak-Spiele...

Bauern-Aufstand in Garmisch

Der Bauern-Aufstand in Garmisch-Partenkirchen sorgt bei den Münchner Bewerbern um die Winterspiele 2018 weiter für Ärger. DOSB-Präsident Bach kritisiert das Vorgehen der Grundstücksbesitzer und hält Enteignungen für nichts Ungewöhnliches.

Morgenstern gilt als »Vorspringer«

Morgenstern gilt als »Vorspringer«

Für Sportwetter ist der Ausgang der 59. Vierschanzentournee bereits klar: Turin-Olympiasieger Thomas Morgenstern gewinnt vor Titelverteidiger Andreas Kofler. Für Simon Ammann, 2002 und 2010 insgesamt viermal Olympiasieger, wird es demnach wieder nichts mit dem Tourneesieg. Beim Anbieter bwin wird für Morgenstern eine Quote von 2,6 zu 1 gezahlt, im Falle eines Kofler-Triumphs erhält man für einen E...

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Löw will Ballack als Kapitän

Ein Versprechen für den angestammten Kapitän: Bundestrainer Joachim Löw will im kommenden Jahr gemeinsam mit Michael Ballack die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der Nationalmannschaft stellen. Mit der Rückgabe der Kapitänsbinde an Ballack bei dessen Comeback im deutschen Team sowie der Integration der hoffnungsvollen Nachwuchsstars sollen große Schritte in Richtung der anvisierten Titel 2012...

Eisbären können noch beißen

Eisbären können noch beißen

Die Berliner Eisbären haben einen Befreiungsschlag gelandet und mit einem 6:0-Kantersieg bei Schlusslicht Hamburg Freezers gezeigt, dass sie doch noch beißen können. Unterstützt von 700 Fans unter den fast 10 000 Besuchern ließen die Hauptstädter dem Anschutz-Sponsorenbruder keine Chance. Für Hamburgs neuen Trainer Benoit Laporte war es nach dem 1:3 gegen Nürnberg bereits die zweite Heimniederlage...

Hamburg glückt die Revanche

Hamburg glückt die Revanche

Der HSV Hamburg ist erfolgreich in die Rückrunde der Handball-Bundesliga gestartet und hat seine Spitzenposition weiter gefestigt. Das Team von Trainer Martin Schwalb setzte sich am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages mit 30:25 (14:12) gegen Frisch Auf Göppingen durch und nahm damit erfolgreich Revanche für das 30:32 zu Saisonbeginn, die bisher einzige Saisonniederlage. Mit dem 17. Sieg in Serie und...

Nur Kurzurlaub für die Bundesliga
ndPlusMorten Ritter, dpa

Nur Kurzurlaub für die Bundesliga

Die Winterpause der Fußball-Bundesliga ist in dieser Saison nicht mehr als ein Kurzurlaub. Vier von 18 Klubs nehmen noch in diesem Jahr die Vorbereitung auf die Rückrunde auf. Trotz der wenigen spielfreien Tage bis zur zweiten Saisonhälfte, die am 14. Januar startet, reisen 15 Bundesligisten ins Trainingslager. Auch drei Hallenturniere stehen für sieben Vereine auf dem Programm.

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Die wichtigsten Sportereignisse im kommenden Jahr

Die wichtigsten Sportereignisse im kommenden Jahr

Januar 1. Skispringen: Vierschanzentournee, Garmisch-Partenkirchen 1.-15. Motorsport: Rallye Dakar in Argentinien und Chile 1.-9. Skilanglauf: Tour de Ski u.a. in Oberhof und Oberstdorf 2. Ski alpin: Weltcup, Parallelslalom in München 3. Skispringen: Vierschanzentournee in Innsbruck 5.-6. Rennrodeln: Weltcup in Königssee 5.-9. Biathlon: Weltcup in Oberhof 6. Skispringen: Abschluss Vierschanzentour...