Seite 1

Unten links

Grabungen fördern häufig Unerwartetes zutage: Im Greifswalder Dom wurde bei Bauarbeiten eine mehr als 500 Jahre alte Handschrift entdeckt. Sie schlummerte im Fußboden der Dombibliothek. Warum sie im Fußboden versteckt wurde, ist unklar, sie enthält die »Revelationes« (Offenbarungen) der Brigitta von Schweden, Gründerin des Erlöserordens. Solche Funde lassen für künftige Generationen hoffen. Wir gr...

Ausgangssperre in Ägypten verhängt

Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in mehreren ägyptischen Städten hat Präsident Husni Mubarak eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

»Laa Nuridukom«
Aktham Suliman

»Laa Nuridukom«

Nicht nur das Bild war ungewohnt, auch der Ton. Hunderttausende Männer und Frauen erstürmen seit Ende Dezember die Straßen Tunesiens und singen das Gedicht eines 1934 mit 25 Jahren verstorbenen Dichters namens Abu Al-Qassem Al-Shabbi: »Wenn das Volk zum Leben erwacht, beugt sich sogar das Schicksal.« Es war tatsächlich eine Ironie des Schicksals, dass ein anderer tunesischer junger Mann 76 Jahre nach dem Tod des Dichters die lang ersehnte Veränderung in der arabischen Welt einleiten würde. Moha...

Seite 2
Antje Stiebitz

Ein anderes Afghanistan

Nur wenige Stunden nach der Bundestagsabstimmung über den deutschen Einsatz am Hindukusch eröffnete die LINKE in Berlin ihre Konferenz »Das andere Afghanistan«. Anliegen ist es, authentische Stimmen zu hören und vorhandene demokratische Prozesse sichtbar zu machen. In der Auftaktrunde sollten u.a. der LINKE-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Gregor Gysi, und die international bekannte Frauenrechtl...

Drei-Punkte-Friedensplan der LINKEN: Der Abzug ist sofort möglich!

»Militärisch ist der Konflikt in Afghanistan nicht zu lösen.« So heißt es im aktuellen »Fortschrittsbericht Afghanistan« der Regierung. Doch das vom Parlament beschlossene Mandat »leitet keinen Abzug ein, sondern fördert eine Intensivierung der Kampfhandlungen«, kritisiert die LINKE und legte einen Drei-Punkte-Friedensplan vor, den ND (leicht gekürzt) dokumentiert.

Seite 3
Felix Werdermann

Der späte Verweigerer

Die Autos parken in entgegengesetzter Richtung. Die beiden Fahrer lassen ihre Fenster runter. Sie könnten miteinander reden ohne auszusteigen, aber sie schweigen sich an. Und essen ihre Burger von McDonalds. Jan und Thomas* sind befreundet. Der Parkplatz ist leer, aus zehn Metern Entfernung leuchtet eine Laterne, das Autoradio ist so leise, dass es vom Rauschen der Hauptstraße übertönt wird. Dann muss Jan los. »Ich drücke dir die Daumen«, sagt Thomas. Sein Freund hat am heutigen Abend einen sch...

Seite 4

Anklage gegen rechtsextreme Radiomacher

Koblenz (dpa/ND). Wegen Volksverhetzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen 18 Mitglieder eines rechtsextremistischen Internetradios erhoben. Die Männer im Alter zwischen 20 und 37 Jahren sollen über das »Widerstand Radio« rechtsextremistische Parolen und fremdenfeindliche Äußerungen verbreitet haben, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitt...

Digitale Programmdebatte
ndPlusVelten Schäfer

Digitale Programmdebatte

Die LINKE setzt in der Programmdebatte verstärkt auf das Internet: Dort kann man nun Unterstützer suchen für den persönlichen Lieblings-Änderungsantrag.

Ulrike Henning

Rationierung ohne Geheimnis

Mit dem Titel »Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen« ist eine neue Stellungsnahme des Deutschen Ethikrates überschrieben. Darin wird eine Debatte über die Verteilung begrenzter Mittel im Gesundheitssystem gefordert.

Seite 5

Gesetzentwurf zur PID präsentiert

Berlin (epd/ND). Bundestagsabgeordnete mehrerer Fraktionen haben zur Regelung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) einen neuen Vorschlag gemacht. René Röspel (SPD), Priska Hinz (Grüne) und Patrick Meinhardt (FDP) präsentierten am Freitag in Berlin einen Gesetzentwurf, der eine sehr eng begrenzte Zulassung der Gentests an Embryonen ermöglicht. Sie werden von Bundestagspräsident Norbert...

Hendrik Lasch, Dresden

Kohl stürzt sich selbst vom Sockel

Zur Erinnerung an einen Auftritt von Helmut Kohl im Dezember 1989 wollte die Dresdner CDU dem Ex-Kanzler ein Denkmal errichten. Das Problem: Der Geehrte selbst ist gar nicht begeistert – und stoppte das Vorhaben.

Schlaglöcher und Haushaltslöcher
ndPlusHans-Gerd Öfinger, Erfurt

Schlaglöcher und Haushaltslöcher

Der Frost hat in Thüringen viele Straßen beschädigt. Geld, um sie zu reparieren, ist keins da. Durch Änderungen im Steuerrecht fehlen den Kommunen rund 250 Millionen Euro – pro Jahr.

ndPlusMarian Krüger

Warten bis der Papst kommt

Der katholischen Kirche laufen ihre Schäfchen scharenweise davon. Doch die Kirchenoberen sträuben sich gegen Reformen.

Seite 6

Mediengesetz: Ungarn geben keine Ruhe

Budapest (AFP/ND). In Ungarns Hauptstadt Budapest haben erneut Tausende gegen das umstrittene neue Mediengesetz demonstriert. Einem über das Internet-Netzwerk Facebook verbreiteten Aufruf folgten nach Schätzungen der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend rund 7000 Menschen. Auch in vier anderen Städten des Landes forderten Demonstranten die Rücknahme des zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Ges...

START klar in Moskau

Moskau (dpa/ND). Russlands Präsident Dmitri Medwedjew hat am Freitag den neuen START-Vertrag über die atomare Abrüstung mit den USA unterzeichnet. Das seit 20 Jahren wichtigste Abkommen zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen tritt in Kraft, wenn die Außenminister beider Länder bei ihrem nächsten Treffen die Ratifizierungsurkunden austauschen. Das sagte Medwedjew nach Angaben der Agentur Inte...

Mandela aus Krankenhaus entlassen

Johannesburg (AFP/ND). Nach zwei Tagen ist der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 92-jährige Friedensnobelpreisträger leide an einer akuten Atemwegsinfektion, werde aber fortan zu Hause weiter gepflegt, sagte der Chefmediziner der südafrikanischen Armee, Vejaynand Ramlaken, am Freitag vor Journalisten in Johannesburg. Wie ein AFP-Reporter b...

Davos: Streit um Kurs für Wachstum

Davos (AFP/ND). Die USA und Großbritannien haben sich beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos uneins über ihre künftige Wachstums- und Schuldenpolitik gezeigt. Während der britische Premier David Cameron am Freitag für den strikten Sparkurs seiner Regierung warb, verteidigte US-Finanzminister Timothy Geithner die geplante deutliche Neuverschuldung für das laufende Jahr. Angesichts der v...

Seite 7

Deutsche Distanz zu Mubarak

Während sich Demonstranten und Sicherheitskräfte in Ägypten auch am Freitag heftige Auseinandersetzungen lieferten, stellt sich die deutsche Politik auf einen möglichen Regimewechsel in dem Land am Nil ein.

ndPlusHans-Ulrich Dillmann, Santo Domingo

Inité ebnet den Weg für Stichwahl in Haiti

Die regierende haitianische Partei Inité (Einheit) will ihren Präsidentschaftskandidaten Jude Célestin nicht mehr zur entscheidenden Stichwahl antreten lassen. Von Célestin selbst gibt es aber keine öffentliche Stellungnahme.

Max Böhnel, New York

Das Weiße Haus in der Zwickmühle

US-Präsident Obama gerät angesichts der Lage in Ägypten zusehends in ein Dilemma. Er sieht sich einerseits genötigt, die Reformbewegung zu unterstützen, will aber das für die USA-Politik strategisch wichtige Land nicht destabilisieren.

Seite 8
ndPlusSteffen Schmidt

Einstieg in die Auslese?

Selbst der jetzt von einer Abgeordnetengruppe um René Röspel (SPD) und Priska Hinz (Grüne) vorgeschlagene, sehr restriktive Kompromiss zur sogenannten Präimplantationsdiagnostik (PID) geht manchen viel zu weit. Insbesondere Vertreter der katholischen Kirche und evangelikaler Gruppen, aber auch Behindertenverbände sehen in jeglicher noch so begrenzter Freigabe einer genetischen Diagnostik an durch ...

Tschüss, Mubarak

Präsident Mubarak ist sehr hilfreich bei einer Reihe von schwierigen Angelegenheiten im Nahen Osten gewesen«, »er war ein enger Verbündeter in einer Menge von bedeutenden Fragen und ein Partner im arabisch-israelischen Friedensprozess«. Hehre Worte von Obama, die er da am Donnerstagabend in einem Interview für seinen Amtskollegen fand. Wenn da die Wörtchen »gewesen« und »war« nicht gefallen wären....

Kurt Stenger

Euphorie und Hysterie

Rund zwei Wochen ist es erst her, da wurden an den Devisenmärkten noch Abgesänge auf den Euro angestimmt. Im Gefolge der Irland-Krise sowie der Spekulationen um Portugal und Spanien ging es mit der EU-Gemeinschaftswährung steil bergab. Wie schon vor einem guten halben Jahr, als die drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands den Euro sogar auf ein Mehrjahres-Tief gegenüber dem Dollar prügelte. Zule...

ndPlusAndreas Fritsche

Seitenwechsel

Durch ein Personalkarussell gelangt Sabine Kunst ins rot-rote Kabinett des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Plat-zeck (SPD). Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) hat sich wegen einer Dienstwagenaffäre zurückgezogen. An seine Stelle tritt die bisherige Kultur- und Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD). Ihren Posten wiederum übernimmt dann Sabine Kunst. Beide sollen am 23. Feb...

Braver als die Linkspartei?

Braver als die Linkspartei?

ND: An diesem Wochenende findet in Bielefeld die Winterakademie 2011 der Linksjugend statt. Motto: »Für eine gerechtere Welt«. Ist die Linksjugend braver als die Linkspartei, die über Kommunismus diskutiert? Prigge: Ganz bestimmt nicht! Natürlich diskutieren wir auch über Kommunismus, das wird ein Thema der Winterakademie sein. Was die aktuelle Kommunismus-Debatte der Partei betrifft, so wird sie ...

Seite 9

Wirtschaft in den USA erholt sich

Washington (dpa/ND). Die Erholung der US-Wirtschaft hat sich zum Ende des vergangenen Jahres erheblich beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist einer ersten Schätzung zufolge von Oktober bis Dezember 2010 auf das Jahr hochgerechnet um 3,2 Prozent gestiegen, wie das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Damit legte es gegenüber dem Vorquartal mit 2,6 Prozent deutlich zu....

Schuldenrückkauf wird in der EU diskutiert

Brüssel (AFP/ND). Die EU-Staaten diskutieren die Vergabe von Finanzhilfen, damit das hochverschuldete Griechenland einen Teil seiner Schulden zurückkaufen kann. Dies sei eine von mehreren Möglichkeiten, die »auf dem Tisch« lägen und diskutiert würden, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel. Entsprechende »Arbeitspapiere« seien an die Euro-Staaten übergeben word...

Wie das Kapital es will
ndPlusRegina Stötzel

Wie das Kapital es will

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat gestern in Berlin ihre Vorstellungen von der »Tarifpolitik 2011« präsentiert.

ndPlusRalf Streck, San Sebastian

Angriff auf die Sparkassen

Dass einige spanische Sparkassen über die Immobilienblase gestolpert sind, nimmt die Regierung nun zum Vorwand, das lukrative Geschäftsfeld für das Privatkapital zu öffnen.

Ulrich Glauber

Das Loblied aufs Auto wird leiser

Keine technische Errungenschaft vor dem Anbruch des IT-Zeitalters hat das Leben so vieler Menschen verändert wie das Automobil. Doch gerade der Erfolg des Autos macht das Nachdenken über seine Zukunft im »postfossilen Zeitalter« erforderlich.

Seite 12
Manfred Hönel

Rekordtempo statt Jetlag beim Sechstagerennen

Das 100. Berliner Sechstagerennen hat schon in den ersten beiden Nächten erstklassigen Sport geboten. Über 20 000 Zuschauer drängten am Donnerstag und Freitag in das Velodrom, und die Lokalmatadore Olympiasieger Robert Bartko aus Potsdam und Roger Kluge (Cottbus) zeigten gleich am Starttag, wo sie in diesem Jahr hin wollen. Auf die höchste Stufe des Siegerpodestes. »Wir haben uns gut vorbereitet u...

ndPlusBritta Körber, dpa

Olympiabronze überwunden

Aljona Sawtschenko schrie ihre Freude heraus, Robin Szolkowy durchlebte die schlimmsten fünf Minuten seines Lebens und Ingo Steuer wählte große Worte: »Wir haben das Wunder von Bern geschafft.« Der vierte Titel bei Europameisterschaften war aus mehreren Gründen etwas ganz Besonderes, so dass der erleichterte Trainer den Vergleich mit dem historischen WM-Titel der Fußballer 1954 suchte. Es war nich...

ndPlusOliver Händler

Ab zurück nach vorn!

Der Ball war im Korb. Ein wenig Freude und dann wollten Julius Jenkins und Hollis Price von Alba Berlin wie gewohnt zurück in Richtung eigene Hälfte rennen. »No! No!« gestikulierte ihr neuer Trainer Muli Katzurin und beorderte die beiden sofort wieder nach vorn. Die Zuschauer in der Halle am Ostbahnhof wunderten sich, Price und Jenkins offenbar auch. »Das ist seine Philosophie. Er will, dass wir s...

Mark Wolter, Kristianstad

Junge gute Handballer gesucht

Der Abschied aus Schweden fiel nicht schwer. Nach zwei erfolglosen Wochen bei der WM freuten sich die deutschen Handballer gestern auf die Heimreise. »Das zu verarbeiten, wird sicher eine Weile dauern«, sagte Abwehrspezialist Oliver Roggisch. »Jeder muss sich hinterfragen, und wenn die EM-Qualifikationsspiele gegen Island losgehen, müssen wir uns als andere Mannschaft präsentieren.« Ob in gut fünf...

Seite 13
Sarah Liebigt

In den Kulissen

Manche Dinge verfolgen einen bis in den Schlaf. Vor allem, wenn am Arbeitsplatz viel zu tun ist, wälzt der Verstand so manche Aufgabe auch bis spät in die Nacht hinein. Die neue BVG-Chefin Sigrid Nikutta pendelt derzeit noch zwischen Mainz und Berlin hin und her. Sie denke Tag und Nacht an die BVG, ließ Nikutta Journalisten kürzlich am Rande eines Pressegespräches wissen. Sie träume sogar davon. A...

Erster offener Sonntag 2011

(dpa). Anlässlich der Internationalen Grünen Woche ist an diesem Wochenende ein erstes Sonntagsshopping möglich. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg rechnet damit, dass bis zu 3000 Läden zwischen 13 und 20 Uhr offen haben werden. »Das ist mittlerweile ein gut eingeführter Starttermin, der sich bewährt hat«, sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen am Freitag. Viele würden den ersten Sonnta...

Regierender schreibt Buch über Integration

(dpa). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will ein Buch zur Debatte über Einwanderung und Integration schreiben. Es soll unter dem Titel »Mut zur Integration: Für ein neues Miteinander« im Mai 2011 erscheinen, berichtete »Der Tagesspiegel«. Wowereit will sich auf 120 Seiten damit auseinandersetzen, wie es »mit Hilfe einer klaren politischen Prioritätensetzung auf Bildung, Quali...

Mieten steigen erheblich

(ND/dpa). Eine aktuelle Erhebung der Mietpreise in Berlin des Instituts F+B zeigt eine deutliche Erhöhung in den vergangenen drei Jahren. Dabei geht die Entwicklung in den einzelnen Bezirken weit auseinander. Nach Medienberichten sind die Mieten bei Neuverträgen zwischen 2007 und 2010 durchschnittlich um 12 Prozent auf 6,10 Euro pro Quadratmeter gestiegen, bei laufenden Verträgen um 5,5 Prozent au...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Die Stadt wird nicht preiswert bleiben

Die »Perspektiven des Wirtschaftsstandortes Berlin«, zu denen die Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) gestern den Regierenden Bürgermeister in ihre Zentrale eingeladen hatten, bargen ernste Themen. So die steigenden Mieten. Die ordnete Klaus Wowereit (SPD) ein als Zeichen wachsenden Wohlstandes. Es gehe um den Reflex auf eine bessere wirtsc...

S-Bahn knausert bei Entschädigung
ndPlusBernd Kammer

S-Bahn knausert bei Entschädigung

Die S-Bahn enttäuscht ihre Fahrgäste jetzt auch mit ihrer »Entschuldigungsleistung«. Trotz anhaltender Krise wird diese um etwa die Hälfte geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Da ließ sich das Unternehmen das Entschädigungspaket noch 70 Millionen Euro kosten, diesmal will es nur 38,5 Millionen locker machen. Es ignoriert damit auch die Forderungen von Politikern und Fahrgastverbänden, die e...

Seite 14
Tobias Riegel

Pressestelle

Die Dienstwagenaffäre des zurückgetretenen Bildungsministers Brandenburgs, Holger Rupprecht (SPD), drängte diese Woche den Berliner Redakteuren die Bildsprache aus der Automobilwelt geradezu auf. Schließlich habe »Allrad-Holger« kräftig die »Bodenhaftung« verloren und sei vollkommen verdient »ins Schleudern geraten«. Man kann es den Kollegen nicht verdenken – die naheliegende Sprache nicht, ...

ndPlusKira Taszman

Dramen und Dämonen

Wer den Mann mit dem charmanten Lächeln auf Werkfotos geborgen im Kreise seiner Schauspieler sitzen sieht, mag sich kaum vorstellen, welch dunkle Dämonen eben diesen Ingmar Bergman (1918-2007) umgetrieben haben. Als Vierjähriger wollte der Pfarrerssohn seine neugeborene Schwester umbringen, verließ als Mann etliche Frauen samt gemeinsamen Kindern und litt Zeit seines Lebens unter Schüchternheit. D...

Seite 15

Erneut Waffenlager gefunden

Kaiserslautern (dpa/ND). Die Polizei hat in der Pfalz erneut ein größeres Waffenlager entdeckt. Bei der Durchsuchung zweier Häuser in Kaiserslautern seien 21 Gewehre, Pistolen und Revolver gefunden worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Außerdem wurden rund 2000 Schuss Munition und ein Kilogramm Schwarzpulver entdeckt. Die beiden 84 und 73 Jahre alten Besitzer der Waffen und ein 40-Jähriger, d...

Schlichtungsrunde mit seltsamen Blüten
Stefan Otto

Schlichtungsrunde mit seltsamen Blüten

Im Restaurant »Pasta & Passione« hängt ein großes Poster. Es zeigt eine Momentaufnahme aus einer lauen Sommernacht in der Kastanienallee: Flaneure lungern auf der Baustelle der Straßenbahntrasse herum und haben die noch unverlegten Gleise als Sitzbank in Beschlag genommen. Die Szene strahlt eine Gemächlichkeit aus, die seit Jahrzehnten das Flair der Kastanienallee ausmacht. Skeptiker der geplanten Straßensanierung befürchten, dass dieser Charakter verloren geht. Ihr Misstrauen gegen eine Veränderung sitzt tief und erschwert das Finden eines Kompromisses.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Rätselraten um Brunsbüttel

Ist die Genehmigung für das AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) wegen dessen dreijähriger Auszeit erloschen? Die Grünen sehen das so.Schleswig-Holsteins parteiloser Justizminister Emil Schmalfuß, der auch für die Atomaufsicht zuständig ist, schließt nicht aus, dass der seit dem 18. Juli 2007 stillstehende Reaktor in Brunsbüttel möglicherweise gar nicht mehr ans Netz gehen wird. Im Kieler Landtag ...

ndPlusMartin Kröger

Solidarität mit der Liebig 14

Hausbesetzungen, Konzerte, Flyeraktionen und Mobilisierungsvideos im Internet. Farbbeutelattacken auf das Büro des Gerichtsvollziehers. Die Auseinandersetzung um das alternative Wohnprojekt »Liebigstraße 14« in Friedrichshain, das wahrscheinlich am 2. Februar geräumt werden soll, tritt in die heiße Phase ein. »Unterstützer unseres Projekts haben heute erneut ein Haus besetzt, dieses Mal ein leeres...

ndPlusHagen Jung

Ganztagsschule zum Billigtarif

Hat Niedersachsens Kultusministerium rechtswidrig die Sozialabgaben für Honorarkräfte an Ganztagsschulen eingespart? Die Staatsanwaltschaft sieht Anlass zu Ermittlungen.

Holger Spierig, epd

50 Millionen aus heiterem Himmel

Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall eines jetzt bekannt gewordenen Sondervermögens des Kirchenkreises Herford. Es geht um fast 50 Millionen Euro. An diesem Wochenende befasst sich die Kreissynode Herford mit dem ominösen Geld.

Seite 16
Peter Jähnel, dpa

Betriebsplan für CO2-Erkundung zugelassen

Die heftig umstrittenen Pläne zur unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid in Ostbrandenburg nehmen Gestalt an. Das Landesbergamt hat den Hauptbetriebsplan für die Region Birkholz-Beeskow zugelassen. Bis zur CO2-Speicherung ist es aber noch weit.Wie das Bergamt am Freitag mitteilte, ist das Bundesberggesetz Grundlage der Genehmigung für die VE Carbon Storage GmbH & Co. KG, eine Tochterfirma...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Zum Üben: Für vier Tage linke Landrätin in Sachsen

Man muss nur Geduld haben. Seit 21 Jahren nahmen zunächst die PDS und später die LINKE in Sachsen die Landratsämter ins Visier; nie gelang es den Genossen, eines zu erobern, im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern. Die Regionalfürsten kamen von der CDU, manchmal von den freien Wählern, einmal sogar von der SPD – nur den Dunkelroten verwehrten Sachsens Wähler einen solchen prestigeträchtigen Erfolg.

ndPlusWilfried Neiße

Als der »Unrechtsstaat« einmal Recht hatte

Es habe nach 1945 mehr ehemalige NSDAP-Mitglieder im Auswärtigen Amt gegeben als davor; da waren weniger NSDAP-Mitglieder im Auswärtigen Amt beschäftigt, berichtete Moshe Zimmermann. Der Professor von der Hebräischen Universität Jerusalem gehört zu den vier Autoren von »Das Amt«. Er präsentierte das Buch jetzt bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg in Potsdam.»Das Amt« beh...

Keine Auferstehung der Friedhofsbahn
ndPlusYvonne Jennerjahn, epd

Keine Auferstehung der Friedhofsbahn

Die Deutsche Bahn muss die 1961 stillgelegte Stahnsdorfer Friedhofsbahn nicht wieder in Betrieb nehmen und auch keinen Schadenersatz für den Verlust der Strecke leisten. Die Evangelische Kirche hat eine Klage auf Wiederherstellung der rund vier Kilometer langen S-Bahnlinie von Berlin-Wannsee zum Südwestkirchhof in Stahnsdorf verloren, teilte das Berliner Verwaltungsgericht am Freitag mit.Die in de...

Wo sich Kunst und Business begegnen
Michael Scheuermann, Freiburg

Wo sich Kunst und Business begegnen

In der kommenden Woche heißt es wieder »Bühne frei« und »Messestände auf«, wenn in der Messe Freiburg die Internationale Kulturbörse Freiburg zum 23. Mal stattfindet. Die Internationale Fachmesse für Bühnenproduktionen und Musik gehört zu den ältesten und renommiertesten Fachveranstaltungen im Kultur- und Eventbereich und lockt jedes Jahr Tausende von Besuchern in die Breisgaumetropole.

Altenburger Kartenspiele

Altenburger Kartenspiele

Soll sich das Altenburger Land von Thüringen trennen und nach Sachsen gehen? Mit diesem Gedankenspiel hat Landrat Rydzewski eine Debatte losgetreten. Doch die Erfolgsaussichten wären gering.

Seite 17
Wir leben noch!
ndPlusChristina Matte

Wir leben noch!

Im Dezember vergangenen Jahres kehrte Wieland Jagodzinski von seinem achten Afghanis- tan-»Einsatz« zurück. In einer alten ND-Ausgabe, die in Berlin auf ihn wartete, entdeckte er eine Glosse über einen Esel namens Hermann, angeblich ein Freund der Bundeswehrsoldaten. Die Glosse endete mit der Frage: »Welcher Esel würde freiwillig nach Afghanistan gehen?« Jagodzinski schrieb: »Liebe Redakteure, gut, dann oute ich mich als Esel, da ich gern in diesem Land arbeite. Seit 2007 habe ich es lieben gel...

Seite 18

Ich sehe mich als grünen Roten

Wie das Fleisch auf den Teller kommt: Wieder einmal ist krebserregendes Dioxin in Lebensmitteln entdeckt worden. Nun soll es mehr Kontrollen geben. Aber liegt der Fehler nicht auch im System? Wolfgang Methling und Sonja Moor haben unterschiedliche Antworten. Während die Biobäuerin ihr Vieh nur auf der Weide hält, plädiert der frühere Schweriner Umweltminister für »konventionelle« Tierhaltung – allerdings nicht in jeder Größenordnung. Schon in der DDR, so Methling, waren die Viehställe oft überdimensioniert.

Seite 19
Leben wie in Glennkill
Stefan Otto

Leben wie in Glennkill

Sonja Moor hat vieles von ihren Schafen gelernt. Sie lebt mit ihren Tieren und beobachtet, wie sie sich in der Herde verhalten. Schafe seien klug und hätten einen siebten Sinn, erzählt sie. »Die Tiere können unsere Körpersprache interpretieren. Bevor du weißt, wie du drauf bist, wissen sie es. Für sie ist das überlebenswichtig.« Die 52-Jährige glaubt daran, dass man seine eigenen Stimmungen auf die der Tiere übertragen könne.Mit einem Dutzend Schafen fing Sonja Moor vor sechs Jahren im brandenb...

Seite 20
ndPlusKlaus Haupt

Bücher im Brunnen

In Sanary-sur Mer, diesem beschaulichen Ort an der Côte d'Azur, in einer kleinen Bucht zwischen den Hafenstädten Marseille und Toulon gelegen, sind noch immer Spuren zu finden von Meistern der Feder, die einst hier Asyl, Refugium, auch zeitweise zweite Heimat gefunden hatten, nachdem am 30. Januar 1933 zum großen Morden in Deutschland geblasen worden war. Weltberühmte und heutzutage weniger Bekann...

Seite 21
Umweltschutz – ein Luxusproblem?
Thomas Klatt

Umweltschutz – ein Luxusproblem?

Ein Winterabend in Berlin-Kreuzberg, Statthaus Böcklerpark. Kinder, Mütter und Mitarbeiter des türkisch-deutschen Umweltzentrums wärmen sich am Lagerfeuer und machen sich Stockbrot. Viele von ihnen sprechen abwechselnd Deutsch oder Türkisch, manche Frauen und Mädchen tragen ein Kopftuch. »Natur als Zweitsprache« heißt das Lern- und Erlebnisprogramm der binationalen Ökogruppe. Draußen im Park sein, ein erster Schritt, um mitten in der Stadt unter freiem Himmel eine Ahnung von der menschl...

Seite 22
Die würdevolle Tänzerin
ndPlusWolf-Dieter Vogel

Die würdevolle Tänzerin

Es waren nur ein paar Augenblicke. Drei, vier, fünf Sekunden vielleicht, in denen das Kind auf dem Weg in diese Welt keine Luft bekam. Sauerstoffarmut. Infantile Zerebralparese nennen das die Mediziner. Eine kurze Lähmung des Gehirns, die zu Problemen bei den Bewegungsabläufen und beim Sprechen führt. Doch Yanel Barbeito hat ihre eigene Interpretation von dem, was damals geschehen ist: »Ich wollte...

Seite 23

Wochen-Chronik

1. Februar 1881: Südafrikas Präsident Frederik Willem de Klerk kündigt vor dem Parlament an, innerhalb von fünf Monaten die wichtigsten Gesetze der Rassentrennung aufzuheben – Anfang vom Ende der Apartheid. 2. Februar 1536: Der spanische Eroberer Pedro de Mendoza landet mit 16 Schiffen und 1600 Mann am Rio de la Plata und gründet Buenos Aires 3. Februar 1966: Der sowjetischen Raumsonde Luna ...

Dorothy Thompson
Martin Stolzenau

Dorothy Thompson

Sie sorgte weltweit für Schlagzeilen. Sie bewirkte bei Adolf Hitler einen Wutanfall. Und sie nannte in einer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat den US-Präsidenten Harry Truman, den britischen Premier Winston Churchill sowie den sowjetischen »Generalissimus« Josef W. Stalin Lügner.Die couragierte Frau wurde 1894 in Lancaster bei New York geboren. Ihr Vater, ein Methodistenprediger, ermöglichte ihr eine...

Der Dritte im berühmten Dreigestirn
ndPlusWerner Ruch

Der Dritte im berühmten Dreigestirn

Gemeinsam mit August Bebel war er 1892 auf dem Berliner Parteitag zum Vorsitzenden der SPD gewählt worden. Auf dem Parteitag hatte er zu der dem Reichstag vorliegenden Militärvorlage erklärt: »Das herrschende Militärsystem bildet eine fortwährende Bedrohung des Völkerfriedens und dient der kapitalistischen Klassenherrschaft.«Paul Singer war ein waschechter Berliner, geboren am 16. Januar 1844 als ...

»Wir wollten Einheit und Frieden ...«
Hans Schoenecker

»Wir wollten Einheit und Frieden ...«

Vor 60 Jahren, am 29. und 30. Januar 1951, fand in Berlin ein außergewöhnliches Treffen statt – zwischen Vertretern der Freien Deutschen Jugend der DDR und einer Gruppe ehemaliger Führer der Hitlerjugend. In zeitgeschichtlichen Darstellungen der DDR fand es so gut wie keine Erwähnung. Nach 1989 wurde es von übereifrigen Aufarbeitern der DDR-Geschichte als Kungelei von Kommunisten mit Faschisten und Verrat an dem von der SED verkündeten Antifaschismus diskreditiert. Unser Autor hatte als Mitarbeiter des Zentralrates der FDJ an jener Zusammenkunft teilgenommen. Hans Schoenecker ist mit der in Chile lebenden Margot Honecker, geborene Feist, der einzige noch lebende Zeuge von diesem bemerkenswerten Treffen.

Seite 24

Leben mit YouTube

Der erste Film, der komplett aus Beiträgen von Nutzern der Videoplattform YouTube besteht, hatte jetzt Premiere. Der Dokumentarfilm »Life in a Day« zeigt Szenen aus dem Leben verschiedenster Menschen an einem einzelnen Tag, dem 24. Juli 2010. Die YouTube-Nutzer waren aufgerufen, für das Projekt aufregende bis ganz gewöhnliche Szenen aus ihrem Leben hochzuladen. Rund 80 000 Menschen folgten der Auf...

PLATTENBAU
ndPlusSebastian Blottner

PLATTENBAU

Was könnten unsere heimischen Multikultimusikanten nicht alles zur laufenden Integrationsdebatte beitragen. Multiethnisch, multilingual und friedlich-integriert sind sie – wie ihr Publikum durch die Nacht tanzend – Teil unserer Gesellschaft, dass es eine wahre Freude ist. Doch im Musikbusiness ticken die Uhren anders und um Gestalten wie Thilo Sarrazin schert sich dort glücklicherweise...

»Es gibt immer wieder wunderbare Momente«

ND: Herr Dr. de Bruyn, am 4. März wird, gleichsam auf der Achse Frankfurt an der Oder-Berlin, das Kleist-Jahr 2011 offiziell eröffnet. Kleist wurde in Frankfurt geboren, sein Todestag jährt sich im November zum 200. Mal. Ist dieses Jahr für Sie als Direktor des Kleist-Museums wirklich ein besonderes?de Bruyn: Ja, es gibt einen Unterschied zu anderen Feier- und Gedenkanlässen, obwohl ich die einschlägigen Jubeljahre nicht so mag … Gestatten Sie die Unterbrechung: Warum nicht?Sie haben's ja alle...

Seite 25

Genesis- Genie

Ein Mann aus der zweiten Reihe, Schlagzeuger von Beruf, war Phil Collins zu Beginn seiner Karriere. 1975 löste er Peter Gabriel als Genesis-Sänger ab – der erste Schritt ganz nach vorne. Von nun an arbeitete sich der kleine, bald kahlköpfige Mann mit dem Allerweltsgesicht zum Pop-Star empor: ein Triumph der Musik in der Diktatur des Visuellen. Die Massentauglichkeit dieser Musik ist Collins ...

Pitti, der Liebe

Dieses Wesen nannte sich selber – »der Liebe«. Er war von einschmeichelnder, putzig-polternder Eitelkeit und von geradezu purzliger Lust auf Streiche, Unart und Vorwitzigkeiten: Pittiplatsch. Er ließ die Grenzen zwischen Tiergestalt und Kunstfigur weit hinter sich, er war seit 1965 via Adlershofer Kinderfernsehen der Begleiter vieler Kindergenerationen – ein Kobold aber auch, der Erwac...

War's Herzog?

Veronika Fischer sang dereinst vom »Klavier im Fluss«. Das Klavier grinste, so hieß es im Text. Dies geschah tief im Osten, die weite Welt lag fern im Westen. Also mochte der Song viele Gründe dafür anführen, warum sich das Instrument in die real fließende Welt des Forellenquintetts begeben haben könnte – den wahren Grund musste der Schlager wohlweislich verschweigen: Sehnsucht nach Amerika....

ndPlusKarlen Vesper

Es war nur eine winzige Minderheit

Am 27. September 1936 vermerkte Victor Klemperer in seinem Tagebuch, die NSDAP habe die Stimmung im deutschen Volk wohl richtig eingeschätzt. Die Mehrheit der Deutschen scheine zufrieden über die Ausgrenzung der Juden zu sein. Niemand empöre sich. Der in seiner Jugend national-patriotisch eingestellte Literaturwissenschaftler resignierte: Naiv sei wohl der einstige Traum vom deutschen Judentum gew...

Seite 26

DOKfilm: Spur der Mauersteine

1988 hat die damals in West-Berlin lebende britische Filmemacherin Cynthia Beatt zusammen mit der noch unbekannten Schauspielerin Tilda Swinton eine filmische Fahrradtour entlang der Berliner Mauer unternommen. »Cycling the Frame« ist bis heute ein ungewöhnliches historisches Dokument. 21 Jahre später hat Beatt mit der mittlerweile oscarprämierten Swinton die Orte von damals erneut aufgesucht. In ...

OUT of SPACE: Die Schönen, Reichen, Guten

Was wir schon immer geahnt haben, gibt es jetzt Schwarz auf Weiß. Thilo Sarrazin spricht mit seinen kruden Thesen über die Vererbung sozialen Verhaltens und der hysterischen Warnung vor einer angeblichen islamischen Unterwanderung Deutschlands vor allem die gut verdienende Mittelschicht sowie die Oberklasse an. 34 Prozent der Leser seines Buches »Deutschland schafft sich ab« verdienen über 3000 Eu...

Jürgen Amendt

Schleichwerbung?

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die Discounterketten Aldi und Lidl aufgefordert, künftig auch Benzin zu verkaufen. Doch hat er wirklich? Die Meldung ist in der Welt und nicht mehr aus ihr zu entfernen. Auch die ZDF-Satire-Sendung »heute-show« hat es vor Wochenfrist verkündet. Andere Medien meldeten es schon vorher, schrieben Kommentare, Hintergrundberichte über die Möglichkeiten zur ...

ndPlusEnno Park

BLOGwoche: Das Ende einer Zeitung

Die personalisierte Tageszeitung »Niiu«, die man seit ein paar Monaten in Berlin beziehen konnte, wird nicht mehr produziert. Auch wenn es eine Produktionspause sein könnte: der Fortbestand der individualisierten Tageszeitung ist ausgesprochen unwahrscheinlich. Ehrlich gesagt: Mich überrascht das nicht. Es gibt im Grunde zwei Arten des »Zeitunglesens« – die gute alte Zeitung, die von einer R...

Jörg Becker

Medienfreiheit nicht nur für Ungarn

Da wartet also nun die EU-Kommission bis zum 4. Februar auf einen Bericht aus Budapest zum neuen ungarischen Mediengesetz. Die Ungarn mögen der EU-Kommission folgende drei Punkte erläutern: Stimmt es, dass sich auch Blogs bei der Medienaufsicht registrieren lassen müssen? Trifft es zu, dass dieses Gesetz auch für ungarischsprachige Medien im Ausland gelten soll? Und verlangt das neue Gesetz auch bei den sogenannten on-demand-Medien eine »Ausgewogenheit«?

Seite 27
Streitfrage: Wie kann die Berliner S-Bahn wieder flottgemacht werden?

Streitfrage: Wie kann die Berliner S-Bahn wieder flottgemacht werden?

Die S-Bahn sorgt in Berlin weiter für Aufregung. Seit etwa zwei Jahren hat sie mit technischen Problemen zu kämpfen. Zur Zeit gilt der Winterfahrplan mit einem Tempolimit von höchstens 60 Kilometern pro Stunde. Daraus ergeben sich für viele Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs Anschlussschwierigkeiten. Diese Woche war das Berliner S-Bahn-Chaos Thema im Verkehrsausschuss des Bundestages. Offen ist, wer die S-Bahn zukünftig betreiben wird.

Seite 28

Runder Ersatz für Ur-Kilogramm

Die Maßeinheit für die Masse ist inzwischen die einzige Grundeinheit des internationalen Maßsystems SI, die nicht über eine Naturkonstante definiert wird, sondern mit Hilfe eines Metallzylinders, der seit 1889 in einem Tresor des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (BIPM) in Sèvres bei Paris aufbewahrt wird. Dummerweise zeigte sich, dass die gleichzeitig angefertigten Kopien bei einem Vergle...

Auf Humboldts Spuren

Sein Name ist gleich mit zwei Superlativen verbunden. Er war der bekannteste Verhaltensforscher der DDR und das dienstälteste Mitglied der Berliner Humboldt-Universität: der Zoologe Günter Tembrock, der am Mittwoch im Alter von 92 Jahren nach längerer Krankheit verstorben ist.Am 7. Juni 1918 wurde Tembrock in Berlin geboren. Er studierte ab 1937 an der Friedrich-Wilhelms-Universität unter anderem ...

Martin Koch

Was schluckt ein Schwarzes Loch?

In der Astrophysik geht es weithin finster zu: Schwarze Löcher, Dunkle Materie, Dunkle Energie. Von Anfang an war umstritten, ob all diese Gebilde, die Forscher eingeführt hatten, um unter anderem Widersprüche zwischen Theorie und Beobachtung zu aufzulösen, auch real existieren. Bei den Schwarzen Löchern zweifelt daran inzwischen niemand mehr, obgleich es noch immer nicht gelungen ist, direkte Bel...

Jacqueline Myrrhe

Der Traum eines Generalsekretärs

»Ihr seid dabei, meinen Traum zu verwirklichen«, rief der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain vor zwei Wochen dem Publikum einer Pressekonferenz am Europäischen Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt zu, dem zweitgrößten Standort der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA: »Ich träumte, dass einmal Houston das amerikanische ESOC genannt wird.« Übertrieben? Vielleicht, doch wenn 2014 die um...

Seite 29
Blitzrevanche
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Blitzrevanche

Jüngst berichteten wir, dass Jan Nepomnjaschtschi (20) per Armageddon-Finale gegen Sergei Karjakin (21) Russischer Meister geworden ist. Eine Revanche entschied nun Karjakin nach dem gleichen Armageddon-Reglement (ND, 22./23.1.) für sich. In der dritten Blitzpartie reichte ihm mit Schwarz ein Remis. Nepomnjaschtschi, Jan (ELO: 2733) - Karjakin, Sergei (2776) [C45- Schottische Partie], Moskau, 9.01...

Wissen, punkten, gewinnen!

An vier Wochenenden hintereinander stellen wir jeweils drei Fragen. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird gelost. Lösungen der jeweiligen Wochenendrunde bis Donnerstag an: zeitgenuss@nd-online.de oder Fax: (0...

Sirius tief im Süden, Regulus weit im Osten
ndPlusHans-Ulrich Keller, dpa

Sirius tief im Süden, Regulus weit im Osten

Bereits in der Abenddämmerung leuchtet im Februar als erstes Gestirn hoch am Westhimmel Jupiter auf. Noch beherrscht der Riesenplanet die ersten Nachtstunden. Allerdings verkürzt er seine Sichtbarkeit drastisch. Geht er am Monatsanfang noch gegen 21.45 Uhr unter, so erfolgt sein Untergang Ende Februar schon um 20.30 Uhr. Hinzu kommt, dass die Dämmerung nun immer später eintritt.Die strahlende Venu...

15 Millionen Mal verkauft

15 Millionen Mal verkauft

Als »Die Siedler von Catan« 1995 bei Franckh Kosmos erschien, konnte niemand den Erfolg vorhersehen. Zuvor hatten zwei große Verlage eine Veröffentlichung abgelehnt. Heute zählt »Catan« mit mehr als fünfzehn Millionen verkauften Spielen und Erweiterungen zu den Brettspielklassikern. Die »Siedler« wurden in 29 Sprachen übersetzt und gewannen fast sämtliche Spieleauszeichnungen. Beim diesjährigen »Festival International des Jeux« in Cannes erhielt Autor Klaus Teuber (58; Foto: privat) nun sogar eine Ehrung für sein Lebenswerk.

Manchmal mausert sich Melde mächtig

Manchmal mausert sich Melde mächtig

Ob seiner weißen Schönheit ist er arg beschimpft worden, viele haben ihn schon nach kurzer Zeit zum Teufel gewünscht, schoben ihre Unfähigkeit, damit entspannt umzugehen, ihm in die Schuhe – dem Winter. Jetzt zeigt er uns seine graue und nasse Seite; wird auch wieder nicht recht sein …Passionierte Gärtner hält es nicht in der Stube, sie ziehen sich warm an und räumen schon mal grob von...

Seite 30
Hier spielt sich was ab
Heidi Diehl

Hier spielt sich was ab

Es gibt immer noch ein Spiele-Leben neben dem Computer. Das wollen zahlreiche familienfreundliche Hotels und Veranstaltungsorte in der Sächsischen Schweiz den ganzen Februar über beweisen. Unter dem Motto: »Hier spielt sich was ab!« (Foto: epd) können die Gäste freitags bis sonntags etwa 200 Brett-, Würfel- und Strategiespiel ausprobieren. Besondere Höhepunkte gibt es an den Sonntagen. Kurzweilig ...

Schönheit, aus bitterer Armut geboren
ndPlusHeidi Diehl

Schönheit, aus bitterer Armut geboren

Über Jahrhunderte galt: Wer in Sóller lebt, muss sich um seine Zukunft keine Sorgen machen. Der Ortsname – »im Tal des Goldes« – war gewissermaßen Programm. Den Grundstein dazu hatten die Mauren gelegt, die in der von mildem Klima bevorzugten Region im Norden Mallorcas ein raffiniertes Bewässerungssystem anlegten und sie dadurch in einen paradiesischen Obstgarten verwandelten. Insbesondere Orangen und Zitronen gediehen prächtig und wurden schon bald in alle Welt verschifft. In Deutschland stand...

Seite 31
Archipel voller Widersprüche
ndPlusTom Mustroph

Archipel voller Widersprüche

Am Ende der Welt liegt Feuerland nicht mehr. Zwar vermerken die Einwohner von Ushuaia, der auf argentinischem Territorium gelegenen Hauptstadt der Inselgruppe an der Südspitze Amerikas, mit Stolz, dass es zur Antarktis näher ist als nach Buenos Aires. Aber wer durch die Straßen der vor 140 Jahren von britischen Missionaren angelegten Stadt schlendert, bemerkt, dass sie sich keinesfalls an den leer...

Seite 32

Der Winter soll mein Frühling sein!

Sie kommen aus dem Wasser, als entstiegen sie einem Grab. Mystisch das Licht und das Gegenlicht. Die Welt dampft eisig lauter Neugeburten aus ... Kürzlich im Kolomenskoje-Park in Moskau: eine Szenerie wie in ganz Russland – Frieren im Zeichen des Kreuzes, das in den Marmor der Kälte geschlagen wurde. Am traditionellen »Tag der Taufe« findet alljährlich ein religiöses Eisbad statt – dre...