Trompete und Waschbrett im Wettstreit mit dem Sound der Zahnradbahn
Christoph Nitz, Montreux

Trompete und Waschbrett im Wettstreit mit dem Sound der Zahnradbahn

Neben den großen und kleinen Bühnen gibt es beim Montreux Jazz Festival auch Zugfahrten mit Jazzbands an Bord. Am 7. Juli kletterte die GoldenPass Zahnradbahn auf das 2042 Meter hohe Bergmassiv Rochers-de-Naye. Für Stimmung sorgten die New Orleans Jazzbands "Les Jazztronomes" und "New Orleans Swingers".

Können Linke googeln?

Können Linke googeln?

Die gehetzt wirkende Brieftaube stürzte um sieben Minuten nach Mitternacht durchs offene Fenster und schlug unsanft auf meinem Schreibtisch auf. »Viele Menschen können nicht richtig Informationen via Internet beschaffen«, stand in dem Briefchen, das das brave Tier mir geliefert hatte. »Das gilt insbesondere für eine enorme Anzahl politisch links Verorteter!«, las ich.

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Unten links

Eine unbekannte Anzahl an Militärfahrzeugen der Bundeswehr streifte jüngst scheinbar ziellos durch die Lande. Fahndungsobjekt des Spähtrupps waren achtlos fallengelassene Cent-Stücke, verlorene Portmonees und die Sammelhüte dösender Schnorrer. Die Truppe braucht Geld, wenn sie weiter in aller Welt schweres Geschütz auffahren will, denn die Sparwut der Bundesregierung schont nicht mal den so genann...

ndPlusHendrik Lasch, Leipzig

Gericht sieht Kamals Tod als Nazi-Mord

Die Tötung von Kamal K. im Oktober 2010 war ein rassistischer Mord. Zu diesem Urteil kam das Landgericht Leipzig, das den Haupttäter für 13 Jahre hinter Gitter und danach in Sicherungsverwahrung schickt.

Aufrüstung im Pulverfass
ndPlusManfred Stenner

Aufrüstung im Pulverfass

Gut, dass das jetzt passiert. Und die Lieferung eventuell durch öffentlichen Druck noch verhindert werden kann. Mit dem Beschluss zur Genehmigung der Lieferung von 200 Leopardpanzern der neuesten Generation »2A7 plus« an das wahabitische Königshaus in Riad hat sich die Bundesregierung einen Aufschrei der Empörung eingefangen. Die Lieferung der mit Räumschaufeln bestens zur Aufstandsbekämpfung g...

Panzerschlacht im Parlament
René Heilig

Panzerschlacht im Parlament

»Die Bundesregierung wird aufgefordert, keine Genehmigung für die Lieferung von Kampfpanzern an Saudi-Arabien zu erteilen. Sollte eine Genehmigung bereits erteilt worden sein, ist sie zu widerrufen«, forderte die LINKE gestern im Bundestag. Auch SPD und Grüne beantragten für ihre ähnlichen Anträge namentliche Abstimmungen. Insbesondere die Abgeordneten der Regierungskoalition mussten Farbe bekennen – und hielten mit Mehrheit zu Merkel.

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ndPlusJan van Aken

Zum Geburtstag gibt es deutsche Soldaten

Am 9. Juli feiert Südsudan seine Unabhängigkeit. Noch bevor es diesen Staat überhaupt gibt, beschloss der Bundestag deutsche Soldaten dorthin zu schicken – ohne völkerrechtliche Grundlage.

»Die Scharmützel sind extrem gefährlich«

»Die Scharmützel sind extrem gefährlich«

Am Samstag erlangt Südsudan offiziell seine Unabhängigkeit. Dann wird die halbautonome Regierung von Präsident Salva Kiir, die aus der Rebellenarmee SPLA hervorging, die Amtsgeschäfte voll übernehmen. Der 54. Staat Afrikas wird eine Ausdehnung von 619 745 Quadratkilometern haben und ist damit etwa so groß wie Spanien und Portugal zusammen.

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Peter Sonntag

Wer will die Korporierten?

Sie wollen die »Ostgebiete« jenseits der Oder und Neiße wiederhaben, und manche wollen nur »Volksdeutsche« in ihren Reihen. Aber wer will die Deutschen Burschenschafter, wenn selbst die Münchner Sudetendeutsche Landsmannschaft sie nicht will?

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ndPlusPaul Alexander

Klare Worte für Belastung der Mieter

Wer der Debattenkultur des Deutschen Bundestages einen Mangel an Klarheit unterstellt, sah sich am vergangenen Donnerstag eines Besseren belehrt. Beim Thema Mietrecht ließen es gerade die Redner von CDU und FDP nicht an Deutlichkeit fehlen. »Für die christliche liberale Koalition ist ein ausgewogenes Mietrecht eine wahre Selbstverständlichkeit«, so der CDU-Abgeordnete Jan-Marco Luczak. Deswegen dü...

Länder uneins über Energiewende
ndPlusMarian Krüger

Länder uneins über Energiewende

Der Bundesrat billigt den Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Aber nicht das gesamte schwarz-gelbe Gesetzespaket wurde von der Länderkammer durchgewunken. Das umstrittene Gesetz zur Gebäudesanierung scheiterte.

Uwe Kalbe

Kulturtreffen mit Strategieanspruch

Rund 200 Funktionäre aller Landesverbände der Linkspartei kommen am heutigen Sonnabend in Potsdam zu einer bundesweiten Strategiekonferenz der Partei zusammen. Damit wird der bereits regional gepflegte Austausch zwischen den Landesverbänden erstmals auf eine so breite Basis gestellt, wie die Veranstalter betonen.

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USA drohen Palästinensern

Das US-Repräsentantenhaus hat die Palästinenserführung davor gewarnt, ihre Pläne zur Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die Vereinten Nationen weiter zu verfolgen.

»Die Proteste sind hier geringer als anderswo«

»Die Proteste sind hier geringer als anderswo«

Unter dem Motto »Wo bleibt mein Aufschwung?« organisieren die Gewerkschaft ver.di und das Bündnis »Wir zahlen nicht für Eure Krise« an diesem Wochenende in Stuttgart einen Kongress. Für ND sprach PETER NOWAK mit dem Vorsitzenden von ver.di- Stuttgart, BERND RIEXINGER.

Hendrik Lasch, Leipzig

Kamal passte ins Feindbild

Die Staatsanwaltschaft sah eine zufällige Gewalttat von Betrunkenen; das Landgericht Leipzig aber sprach eine deutliche Sprache: Der Iraker Kamal K. fiel im Oktober 2010 einem rassistischen Mord zum Opfer.

Martin Lejeune

Weiter auf dem Weg nach Gaza

Zwei Schiffe der der stark dezimierten Gaza-Flotte 2011 versuchen weiterhin, den Gaza-Streifen zu erreichen: das schwedisch-griechisch-norwegische Schiff »Juliano« und das französische Schiff »Al-Karama«.

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Anna Maldini, Rom

Berlusconi will zum »Übervater« werden

Silvio Berlusconi hat in einem Zeitungsinterview erklärt, dass er bei der Wahl 2013 nicht mehr für das Amt als Ministerpräsident zur Verfügung stehen wird. Das hat er allerdings schon mehrmals gesagt – das genaue Gegenteil aber ebenfalls.

Der Unmut breitet sich aus
Juliane Schumacher, Kairo

Der Unmut breitet sich aus

Fünf Monate nach dem Sturz von Ägyptens Präsident Husni Mubarak haben am Freitag tausende Menschen in Kairo für weitere Reformen demonstriert. »Unsere Revolution geht weiter«, hieß es auf Transparenten.

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Call-Center bleiben ohne Mindestlohn

Berlin (dpa/ND). Für die knapp 100 000 Mitarbeiter in den Call-Centern gibt es weiterhin keinen Mindestlohn. Der für die Prüfung zuständige autonome Hauptausschuss beim Bundesarbeitsministerium lehnte einen entsprechenden Antrag der dbb tarifunion ab. Die für die Einführung eines Mindestlohns im Gesetz verlangten »sozialen Verwerfungen« ließen sich in der Branche nicht feststellen, teilte der Auss...

New Yorker Aktionäre stimmen für Fusion

New York/Frankfurt (dpa/ND). Deutsche Börse und New York Stock Exchange sind sich einen großen Schritt nähergekommen. Am Donnerstag haben die Aktionäre der US-amerikanischen Seite mit breiter Mehrheit für die Fusion gestimmt. Wenn jetzt auch noch die Aktionäre der Deutschen Börse sowie die Behörden mitziehen, entsteht bis zum Jahresende der weltgrößte Börsenbetreiber mit starken Standbeinen sowohl...

Bunte Plaketten für CO2-Ausstoß

Bunte Plaketten für CO2-Ausstoß

Berlin (dpa/ND). Der Bundesrat hat den Plänen der Bundesregierung für die Einführung einer Farbskala zum Energieverbrauch von Neuwagen mit Änderungen zugestimmt. Die Länderkammer votierte am Freitag unter anderem dafür, für die Berechnung der CO2-Effizienz von Pkw nach spätestens drei Jahren auch andere Grundlagen als das Gewicht zu prüfen. Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums sieht vor, Aut...

Hermannus Pfeiffer

Jeder zehnte Versicherer versagt

Sind unsere Versicherungsverträge sicher? Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa wollte es genauer wissen und hat Europas Assekuranz einem Stresstest unterzogen.

»Wichtig ist das Vertrauen«

»Wichtig ist das Vertrauen«

Immer größer sollen die Höfe sein und immer spezialisierter die Produktion – das steht dem Grundgedanken der Gemeinschaftshöfe völlig entgegen. In Kassel trafen sich in dieser Woche Gemeinschaftshöfe zur offiziellen Gründung des bundesweiten »Netzwerkes Solidarische Landwirtschaft«. Jürgen Weber sprach mit Christina Eiling (re.) und Petra Walter vom Netzwerk über die Ziele der Initiative und darüber, wie Hofgemeinschaften mit solidarischer Landwirtschaft funktionieren.

Seite 8

Murdoch, Medien, Mafia

Rupert Murdoch ist einer der gefährlichsten Männer der Welt. Die drastische Maßnahme des Medientycoons, in Folge eines Abhörskandals eine seiner zahllosen Zeitungen aufzulösen, ist dafür nur weiteres Indiz. Welch ungeheure Marktmacht wird hier belegt: Der erzkonservative Verleger kann es sich leisten, die meistverkaufte Sonntagszeitung Englands zu schließen – weil ihm auch die größte Tageszeitung ...

Lange Lufthansa-Listen

Sieg für Netanjahu auf der ganzen Linie. Nicht ein einziger Ausländer hat es geschafft, gestern im Rahmen der Aktion »Willkommen in Palästina!« in Tel Aviv einzureisen. Damit durfte freilich gerechnet werden. Der israelische Regierungschef hatte angekündigt, die Palästina-Freunde mit gewohnter Kompromisslosigkeit zu behandeln. Für seine »Dienste« war es folglich nur eine leichte Übung, diverse Kan...

Kein Signal

Es war Mord, ein rassistischer Mord. Kamal K. wurde umgebracht, weil er nicht dem Menschenbild entsprach, dem Nazis eine Daseinsberechtigung in Deutschland zubilligen. Und mögen sich Parlamentnazis auch noch so harmlos und bürgerlich geben, dieser Mord offenbart ein trauriges Mal mehr, dass der Kern völkisch-nazistischer Ideologie die Einteilung in »wertes« und »unwertes« Leben ist und in tödliche...

Haidy Damm

Gockel Nr. 2

Die einen sprechen von »Kinderkram«, andere vom »Krieg der Alphatiere«. In der Deutschen Bank tobt ein Machtkampf. Gockel Nr. 1: Josef Ackermann. Gockel Nr. 2: Clemens Börsig. Der Vorsitzende des Aufsichtrates ist eigentlich zuständig für die Suche nach einem Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Ackermann. Nur, bei dieser Aufgabe hat der Bankmanager bisher versagt. Schon 2009 war Börsigs Suche so ...

Zusatzzahlungen für Abgeordnete?

ND: Die Linksfraktion im Bundestag hat kürzlich fast alle Funktionszulagen abgeschafft. Eine späte Reaktion auf die Debatte um Parteichef Klaus Ernst?Sitte: Das würde ich nicht sagen. Die Bestrebungen gab es schon seit längerem. Auch in der vorigen Legislaturperiode hat das eine Rolle gespielt. Es kann sein, dass es durch die Debatte jetzt mehrheitsfähig geworden ist, aber die Sache ist schon älte...

Seite 11
Was noch fehlt

Was noch fehlt

Zwei Wochen bereise ich nun schon dieses Land von Süd nach Nord, von Ost nach West. Wenig Schlaf bleibt beim selbst auferlegten Ziel, möglichst alles zu sehen. Und doch kommt nun die bittere Erkenntnis, bei all dem auch eine Menge verpasst zu haben. Eine Geschichte über Äquatorial-Guinea hatte ich mir fest vorgenommen, doch nie tauchten die Afrikanerinnen in den Stadien oder auf den Trainingspl...

Besser kann es gar nicht kommen

Die 36-jährige Abwehrspielerin CHRISTIE RAMPONE spielt zum vierten Mal für die USA bei einer WM. Sie war auch bei der 0:4-Halbfinalniederlage gegen Brasilien vor vier Jahren dabei. OLIVER HÄNDLER erzählte sie, dass sie sich trotzdem auf das Viertelfinale am Sonntag gegen denselben Gegner freue.

Probleme mit dem Körperkontakt
ndPlusMark Wolter, Wolfsburg

Probleme mit dem Körperkontakt

Das große Theater blieb aus, die lähmende Debatte war früh beendet. Nachdem Birgit Prinz selbst die breitgetretene Frage um ihre Rolle in der Nationalmannschaft beantwortet hatte, war rechtzeitig vor dem heutigen Viertelfinale gegen Japan wieder Ruhe in das Quartier der deutschen Fußballerinnen eingekehrt. »Ich war immer Teamplayer. Wenn ich nicht mehr spiele, werde ich andere Eigenschaften einbri...

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Nochmal München? Oder gar Berlin?

Kaum hat München vom IOC seine Olympia-Abfuhr bekommen, träumen die Funktionäre schon von der nächsten deutschen Bewerbung. »Deutschland sollte in Ruhe abwägen, ob nicht eine Bewerbung für Sommerspiele Sinn macht«, meldete sich Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) über die Deutsche Presseagentur dpa zu Wort. »Deshalb erlaube ich mir, Berlin ins Gespräch zu bringen...

Kleine Rolle für die Cadets
ndPlusTom Mustroph, Châteauroux

Kleine Rolle für die Cadets

Sie sind klein und doch schon groß. Acht Nachwuchsfahrer der Altersgruppen 15/16 und 17/18 Jahre dürfen jeweils für einen Tag an der Tour de France teilnehmen. Sie klettern aufs gelblackierte Podium und werden von Toursprecher Daniel Mangeas dem Publikum vorgestellt. Dann eröffnen sie jede Etappe und legen die ersten 30 km unter den Augen der links und rechts am Straßenrand aufgereihten Zuschauer ...

Freudenfeuer am Berg

Freudenfeuer am Berg

Für die Olympiagegner ist er das, was Kati Witt für die Bewerbungsgesellschaft war: Die Vorzeigefigur. AXEL DOERING ist Kreisvorsitzender beim Bund Naturschutz Garmisch-Partenkirchen und Wortführer der NOlympia-Aktivisten. JIRKA GRAHL sprach gestern mit dem Förster aus Garmisch-Partenkirchen über das Münchner Olympia-Aus.

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CDU fischt am rechten Rand

(ND). Als »unerträglich« hat Linksfraktionschef Udo Wolf gestern Äußerungen von zwei CDU-Politikern verurteilt. So habe der innenpolitische Fraktionssprecher Robbin Juhnke in einem Interview für die rechtspopulistische »Junge Freiheit« zum besten gegeben, dass »die meisten Fälle von Rassismus in Deutschland von Ausländern begangen« würden. Sein Fraktionskollege Kurt Wansner hätte mit dem Hinweis n...

Treberhilfe will Gespräche

(dpa). Die Berliner Treberhilfe will ein Ende der Auseinandersetzungen mit der Senatsverwaltung für Soziales. Der vor eineinhalb Jahren durch die »Maserati-Affäre« in die Schlagzeilen geratene soziale Träger für Obdachlosenhilfe wolle die über Jahre gut funktionierende Zusammenarbeit erneuern, teilte die Treberhilfe am Freitag mit.Das Berliner Sozialgericht habe zu Vertragsverhandlungen aufgeforde...

Volksbegehren startet

(dpa). Mehr Personal, bessere Fortbildung, mehr Hortplätze und Mittagessen für alle Kinder: Mit vier zentralen Forderungen geht das Berliner Volksbegehren Grundschule an diesem Montag in die zweite Phase. Vier Monate haben die Initiatoren dann Zeit, rund 173 000 Unterschriften für ihr Anliegen zu sammeln, teilte Landesabstimmungsleiterin Petra Michaelis-Merzbach am Freitag mit. Kommt die erforderl...

ndPlusBernd Kammer

Neid, Hohn und Antike

Manchmal können auch Politiker ehrlich sein. Zum Beispiel Gernot Klemm von der Linkspartei und deren Direktkandidat im Wahlkreis Weißensee-Nord/Blankenburg. Er sei neidisch auf die Grünen wegen deren Umfragehoch, gesteht er auf seiner Internetseite beim Landesverband. Aber natürlich ist das mit dem Neid noch nicht alles, denn Klemm ist auch froh, kein Grüner zu sein. Denn »selbstgerecht und immer ...

Requiem für verstorbenen Kardinal

(dpa). Die katholische Kirche nimmt am Samstag mit einer Totenmesse in der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale Abschied von ihrem verstorbenen Kardinal Georg Sterzinsky. Nach dem Requiem, an dem auch hochrangige Vertreter der Politik teilnehmen, soll der frühere Erzbischof in der Unterkirche der Kathedrale beigesetzt werden. Dort befindet sich auch die sogenannte Grablege oder Gruft der Berliner Bisch...

Andreas Fritsche

Mauertour mit Dampfer und Matjes

In der Arena sind heute Konzerte zu erleben. Früher befanden sich hier Werkstätten der (Ost-)Berliner Verkehrsbetriebe. Das alte Gebäude steht in Treptow am Ufer der Spree. Neben dem Haus verläuft ein Kanal, der in die Spree mündet. Dieser Kanal gehört schon zu Kreuzberg. Nach dem Mauerbau 1961 sind allein an dieser Stelle 30 Menschen in den Westen geflohen, darunter fünf Grenzsoldaten und 18 Betr...

Seite 14

Parade gegen Ausverkauf

(ND). Eine »Tacheles Parade« genannte Demonstration zum Roten Rathaus veranstaltet an diesem Samstag das Kunsthaus Tacheles in Zusammenarbeit mit electrocult e.V. und Unterstützung von Radio multicult sowie anderer Berliner Kunst- und Kulturschaffender.Die Demonstration richtet sich laut Veranstaltern gegen eine Politik, »die öffentliche Räume und Gebäude nur als potenzielle Verkaufsobjekte sieht«...

Anouk Meyer

Mode für alle

Bummeln und an den vielen Ständen stöbern, zwischendurch Espresso oder ein kühles Bier schlürfen, dabei einer Live-Band zusehen – und alles umsonst und draußen: Wenn an diesem Wochenende zum 6. Mal das »Wedding Dress-Festival« stattfindet, verwandelt sich die Brunnenstraße zwischen den U-Bahnstationen Bernauer Straße und Voltastraße in eine bunte, turbulente Meile.Während die meisten Veranst...

Karin Schmidt-Feister

Wand an Wand

2004 gründete der Israeli Nir De Volff in Berlin seine eigene Kompanie Total Brutal. Der Name ist Programm für einen radikalen Zugriff der tanzenden Körper, die in den Performances auf soziale Codes begrenzt sind und in immer neue emotionale Apokalypsen münden. Nir De Volff profiliert sich mit Konzept und Choreografie von »Komot« weiter als eigenständig schräger Geschichtenerzähler. Das neue Tanzs...

Seite 15

Angriffe auf Parteibüros im Nordosten

Güstrow/Rostock (dpa/ND). In Mecklenburg-Vorpommern häufen sich wieder Angriffe auf Büros demokratischer Parteien. In der Nacht zu Freitag warfen Unbekannte in Güstrow eine Fensterscheibe im Wahlkreisbüro des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Norbert Nieszery, ein. Das teilte das Polizeipräsidium Rostock mit. Die Beamten schließen einen politischen Hintergrund nicht aus. Parteibüros sind im No...

ndPlusMarina Mai

Kein Platz für Neonazi-Laden

Am Freitag abend demonstrierten etwa 500 Berliner gegen den rechten Laden »Hexogen« in der Brückenstraße in Schöneweide, der kurz vor der Eröffnung steht. Da die Teilnehmer einzeln durch eine Polizeischleuse treten mussten, begann die Kundgebung erst mit Verspätung. Zu Redaktionsschluss hielt die Demonstration noch an, am Bahnhofsvorplatz gab es Musik und Redebeiträge – zum Beispiel von der ...

Meister der Aufschiebung
ndPlusHagen Jung

Meister der Aufschiebung

Nicht nur Anerkennung erfährt Niedersachsens Agrarminister Lindemann (CDU) für seine Initiative, den Einsatz von Antibiotika bei Geflügel künftig transparenter zu machen (ND berichtete). Von »Aufschieben« des Themas bis zu »Einflüssen der starken Geflügellobby« lauten die Vorwürfe.

ndPlusSandra Trauner, dpa

Bilder aus einer zerstörten Welt

Viele alte Fotos kommen von weit her. Zum Beispiel aus den USA und Israel. Sie erzählen von einem besonderen Teil der Geschichte: vom früheren jüdischen Leben in Hessen. Seit April sind sie online.

Feste Feiern, sauber bleiben
Sonja Vogel

Feste Feiern, sauber bleiben

Berliner kennen den Anblick: Überquellende Abfallbehälter, Becher und Plastikgeschirr am Straßenrand. Nach großen Festen bleiben große Mengen an Müll zurück. Und in der Hauptstadt wird viel gefeiert. Etwa 150 Straßenfeste und 50 Großveranstaltungen mit jeweils über 100 000 Besuchern finden jährlich statt. Das bedeutet 1600 Tonnen Abfall pro Jahr.»Berlin ist die Hauptstadt der Großveranstaltungen«,...

Seite 16

Finanzspritze für 100 fusionsbereite Kommunen

Erfurt (dpa/ND). Fast 100 Thüringer Kommunen wollen sich mit anderen zusammentun. Geplant sei unter anderem die Bildung von sechs neuen Landgemeinden und einer Einheitsgemeinde, an denen allein 33 Orte beteiligt sind, sowie die Erweiterung von drei Verwaltungsgemeinschaften, sagte Innenminister Jörg Geibert (CDU) am Donnerstag im Landtag. Geibert legte ein Gesetz der Landesregierung zur freiwillig...

Opferperspektive kritisiert Alltagsrassismus

Schwedt/Potsdam (epd). Rassismus und rechtsextreme Übergriffe gehören in Brandenburg nach Einschätzung des Vereins Opferperspektive weiter zum Alltag. So seien wiederholte rassistische Attacken Hauptgrund des Wegzugs des bisherigen Ausländerbeauftragten von Schwedt, Ibraimo Alberto. Auch in der Region Rheinsberg seien wieder verstärkt rechtsextreme Aktivitäten zu beobachten.Alberto, der 1981 aus M...

ndPlusHans-Joachim Schlichtholz

Wannen sprudeln, Häuser versinken

»Panta Rhei« – »Alles fließt« lautet das Motto der aktuellen Wasserkunst-Ausstellung im brandenburgischen Lübben. Seit 2005 findet in der Spreewald-Stadt die Aquamediale als Bestandteil des brandenburgischen Kultursommers statt. Mehr als 100 000 Besucher erleben pro Jahr die Begegnung mit Werken bildender Künstler aus zahlreichen Ländern.

ndPlusKathrin Zeilmann, dpa

Narrenstreit im Spessart

Um kalendarische Vorgaben scheren sich die Fastnachtfans in der Spessartgemeinde Frammersbach nicht. Sie organisieren mitten im Sommer einen Faschingsumzug – zum Unmut traditionsbewusster Narren.

Vom Sinn des Parlaments

Vom Sinn des Parlaments

Hat Sachsen-Anhalts Landtag ausreichend Mitsprache bei der Aufstellung des neuen Doppelhaushaltes? Mit dieser Frage und einem Kulturkonvent befassten sich die Abgeordneten des Länderparlaments auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause.

CO2 soll nicht unter die Erde
ndPlusBernd Kammer

CO2 soll nicht unter die Erde

Nachdem der Bundestag die Speicherung von Kohlendioxid erlaubt hat, ist in Brandenburg die Diskussion um die sogenannte CCS-Technologie neu entbrannt. Die Gegner der in Beeskow und Neutrebbin geplanten Erprobung der unterirdischen CO2-Verpressung forderten die Landesregierung gestern auf, die Ausstiegsklausel zu nutzen und die Pläne aufzugeben.»Wir verlangen von Christoffers und Platzeck, dass sie...

Seite 17
Mit und ohne Hausbesuch
Christina Matte

Mit und ohne Hausbesuch

Wenn der Vorstand des Fachverbandes für weltliche Bestattungs- und Trauerkultur zu einer Sitzung zusammentritt, dann gibt es eine Tagesordnung. Dann wird Protokoll geführt! Das zeigt, dass es sich bei der Profession um eine ernste Sache handelt, die sich selbst gebührend ernst nimmt. Die sie ausüben, sind die, die die Sache zu Ende bringen – ernsthaft wie auch ordentlich. Das erwartet man von ihne...

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Der Regenwald Thailands
ndPlusBarbara Martin

Der Regenwald Thailands

Pia lächelt. Die Zehnjährige liegt in ihrem hohen Pflegebett und freut sich still vor sich hin. Peter Reichert vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) ist gekommen, um ihr zu gratulieren. Denn Pia ist eines von 13 Kindern, die im Malwettbewerb »Kleine Galerie 2012« gewonnen haben und so wird ihr Bild das Deckblatt des nächsten BSK-Kalenders schmücken. Ihr brausender Wasserfall im sat...

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Make Art, Not War!
Tim Zülch

Make Art, Not War!

Veso Sovilj ist Künstler und Professor an der Kunstakademie in Banja Luka. Er sitzt in seinem Stammlokal in einer Nebenstraße der Hauptstadt des serbischen Teils von Bosnien und Herzegowina. Spitzer Bart, die Augen vom vielen Alkohol glasig. Er trinkt sein erstes Bier. Plötzlich springt die Tür auf und ein Sondereinsatzkommando der bosnischen Polizei stürmt das Lokal und nimmt ihn fest. Maschineng...

Seite 20
Renate Hoffmann

»Ich verstand nichts von Physik«

Der Physiker Albert Einstein (1879-1955) besaß nicht nur den genialen Tiefblick in das Universum; er bewies auch Weitblick in irdischen Kreisen. Vertrat er doch die Meinung: »Die Beschränkung der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf eine kleine Gruppe von Menschen schwächt den philosophischen Geist eines Volkes und führt zu dessen geistiger Verarmung.« Sprach's und gab am 26. Oktober 1931 im überfü...

ndPlusMoritz Reininghaus

Nachruf auf eine Badeanstalt

Kafkas knappe Botschaft ist schlicht unverfroren. Sie solle doch bitte, so schrieb der Schriftsteller im September 1909 vom Gardasee aus an seine Schwester Ottilie, »fleißig im Geschäft« der Eltern mithelfen. Er selbst wollte es sich derweil hier, so fügte er an, »gut gehen lassen«. Nicht selten enthalten Kafkas Postkarten solcherlei Anweisungen oder Belehrungen. So riet er ihr, als er vier Jahre ...

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Vier Stunden täglich läuft die Glotze

Vier Stunden täglich läuft die Glotze

Regelmäßig untersucht Media Control GfK International, ein Mediendienstleister und Marktforschungsunternehmen, das Fernsehverhalten deutscher Konsumenten. Die Studie für das Jahr 2010 ergab einen »gigantischen Anstieg der TV-Sehdauer«.

Anästhesie des Daseins
Franz Schandl

Anästhesie des Daseins

Im Fernsehen wird jede Darstellung von Wirklichkeit zur Vorstellung. Realität und Fiktion geraten nicht nur aneinander, sondern durcheinander, und sie werden von den Zuschauern kaum auseinanderzuhalten sein. Ob etwas »echt« oder »wahr« oder »wirklich« ist, wie soll man das beim Televisionieren wissen? Da es sein könnte, wird es schon sein. Die Dichte der Meldungen und Nachrichten lässt uns Wahrscheinliches – aber auch Unwahrscheinliches – gleich Wahrem erscheinen.

Seite 22
Die Staatsmacht ist ein enges Hemd am Körper geblieben

Die Staatsmacht ist ein enges Hemd am Körper geblieben

Michel Kilo (71) stammt aus Latakia und ist Christ. Er studierte Geschichte, Publizistik und Volkswirtschaft in der BRD. Danach war er als Journalist für verschiedene libanesische Zeitungen tätig, zum Beispiel für die Beiruter Blätter Al Nahar und Al Safir. In Publikationen setzte sich Kilo mehrfach mit der Entwicklung des syrischen Staates unter Hafez al-Assad, Präsident von 1970 bis 2000, auseinander. Dafür wurde er 1979 ohne Gerichtsverfahren für zwei Jahre inhaftiert. Kilo warf Assad die Unterdrückung demokratischen Gedankengutes und insgeheime Kollaboration mit den USA vor.

Auch unter dem nächsten Präsidenten Assads Sohn Baschar, war Kilo von 2006 bis 2009 im Gefängnis. Unter den rund 150 Oppositionellen, die sich am 27. Juni in einem Damaszener Hotel trafen, um ein Ende der Gewalt zu fordern und für einen demokratischen Neuanfang zu werben, war auch Kilo. In dieser Woche hatte Karin Leukefeld in Damaskus Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.

Seite 23

WOCHEN-CHRONIK

8. Juli 1846: König Christian VIII. von Dänemark erklärt in einem offenen Brief, auch Schleswig gehöre zu Dänemark; zwei Jahre darauf bricht der Deutsch-Dänische Krieg aus. 10. Juli 1976: Eine Explosion in einem Chemiewerk im oberitalienischen Seveso löst eine der größten Chemiekatastrophen des Jahrhunderts aus. 11. Juli 1911: Der französische Hauptmann Alfred Dreyfus, der 1894 wegen angebli...

Blitzgesetz
Hans Canjé

Blitzgesetz

Hält man sich an ein Wort des CDU-Bundestagsabgeordneten Horst Hassler, dann war der damals noch in Bonn ansässige Bundestag am 9. und 11. Juli 1951 eine Art Waffenschmiede. Mit dem vor 60 Jahren in zweiter und dritter Lesung über die Parlamentsbühne gejagten »1. Strafrechtsänderungsgesetz« (Blitzgesetz) sei, so sagte er am 8. Februar 1957 im Parlament, eine Waffe geschmiedet wurden, »um im Kalten...

Sozialismus braucht Mehrheiten

Mit Beginn dieses Jahres ist die nicht enden wollende Erinnerungsschlacht um den Bau und den Fall der Berliner Mauer neu entfacht worden. Das einstige Symbol der Spaltung Deutschlands und Europas, ja der Welt schlechthin, wird gern und oft im politischen Tagesgeschäft gegen die Linken in der Bundesrepublik instrumentalisiert. Zum 50. Jahrestag hat die Historische Kommission beim Parteivorstand der LINKEN erneut eine Erklärung erarbeitet, die ND hier im vollen Wortlaut veröffentlicht.

Seite 24
»Caravaggio der Jetztzeit«

»Caravaggio der Jetztzeit«

Gerhard Haderer in Frankfurt am Main – seit Donnerstag zeigt das »caricatura museum frankfurt« ausgewählte Zeichnungen des österreichischen Karikaturisten (dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr, mittwochs, bis 21 Uhr, bis 27. November; Internet: www.caricatura-museum.de). Im Zentrum der Ausstellung »Haderer!« stehen die Arbeiten, die der in Linz lebende Künstler seit 1991 für das Hamburger Magazin...

PLATTENBAU
Sebastian Blottner

PLATTENBAU

Das ist doch mal was. Zwei komplett tätowierte Typen, Schiebermütze, Latzhose, Baumwollhemd, setzen sich als überaus passende Staffage in eine museumstaugliche Altberliner Schankwirtschaft, vor ihnen Bier- und Schnapsgläser: Fotoshooting für Haudegen. Hier meldet sich die »Unterschicht« zu Wort. Vielleicht in einer altbacken-romantisierenden Variante, aber seien wir ehrlich, was nicht zum Klisc...

Eigensinn – wider des Staates Raison

Am kommenden Montag jährt sich zum zehnten Mal der Todestag des Regisseurs Adolf Dresen. Ein großer Theatermensch des 20. Jahrhunderts. Einer der klügsten, ich denke vor allem: menschlichsten und freundlichsten Regisseure des Deutschen Theaters. Bestimmt dazu, ein Fremder immer dort zu werden, wo er hingehören wollte. Wenn man über Dresen redet, muss man über unverzeihliche Verluste reden, die sich die Bühnenkunst durch Entfernung von ihm selbst zufügte. Erst der Bühnenbetrieb der DDR, dann der im Westen. Sein Antrieb für die Kunstausübung war das Vertrauen in einen gemeinsamen Sinn, Theater zu betreiben – stets suchte er diesen Sinn in der Welt, nicht im Theater.

Seite 25

Keine Geisel

Der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu hat sich nach Deutschland abgesetzt. Grund ist der massive Druck in seiner Heimat, ein neues Buch über seine Haft in chinesischen Gefängnissen nicht zu veröffentlichen. In einem Interview mit »Spiegel Online« machte erdeutlich, dass er nicht damit rechnet, unter der gegenwärtigen Führung wieder nach China gelassen zu werden. Um ausreisen zu dürfen, habe er ...

Ein Virtuose

Der französische Akkordeonist und Komponist Jean Pacalet ist am 7. Juli nach schwerer Krankheit in Berlin verstorben. In Deutschland bekannt wurde der Akkordeon-Virtuose vor allem durch die Zusammenarbeit mit der Liedermacherin Barbara Thalheim. Als »Dream-Team des literarischen Chansons« (Märkische Allgemeine) erhielt das Duo zwei Mal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.Pacalet komponiert...

Antifaschismus

im »Alten Rathaus« von Wien begingen Anfang Juli über 130 Delegierte und Gäste aus 16 Ländern den 60. Jahrestag der Gründung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten. In der Erklärung zum Jubiläum wurde als Anliegen postuliert, im Bündnis mit anderen ziviligesellschaftlichen Kräften gegen Neofaschismus und extreme Rechte, Fremdenfeindlichkeit und ...

Christel Berger

Die Sehnsucht, ein Anderer zu sein

Die Begeisterung für seinen Bestseller »Die Abenteuer des Werner Holt« (1960) lebt im Gedächtnis seiner Leser. Für andere ist Dieter Noll (1927-2008) schmählich in Erinnerung durch seinen in dieser Zeitung 1979 veröffentlichten Brief an Erich Honecker, in dem der Schriftsteller den Generalsekretär der SED im »harten Kurs« der Partei bestärkte und seine gerade aus dem Schriftstellerverband ausgesch...

Vulkan unterm Teppich
ndPlusHans-Dieter Schütt

Vulkan unterm Teppich

Welch Tragik! Das Theater hatte es doch fast geschafft! Gefestigt im Erbverständnis für den erhabenen griechischen Ursprung. Beseelt von Aufklärung und Klassik. Gehärtet im Pathos des politischen Dramas. Glühend sinnbegabt. Sittsam wie sattsam durchtränkt von den poetischen Realismen der Jahrhunderte. Das Theater war doch wer. Mann! Peymann sogar! In niederreißender Welt unverwundbar wie Nibelunge...

Seite 26

DOKfilm: Billige Pullis

Die Angebote in den Regalen sind verlockend: Ein Kaschmir-Pulli für 60 Euro? Her damit, so billig wird's nie wieder! Doch die Ramschmentalität vieler Verbraucher auch in Deutschland hat Konsequenzen – z.B. für die Umwelt und die Menschen in der Mongolei, wo Kaschmir-Pullover als Massenware produziert werden. In »Der Kampf um die Goldwolle« (2006) zeigt Wolfgang Luck, welche Narben die Massenproduk...

OUT of SPACE: Obamas Tod auf Twitter

Im Zeitalter von Internet und Twitter sollte ein alter Ratschlag mehr denn je befolgt werden: Glaube nicht alles, was du liest, selbst wenn die Quelle glaubhaft ist! Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter des US-Senders Fox-News taten zu Beginn dieser Woche gut daran, diesem Ratschlag zu folgen. Hacker hatten das Konto des Senders geknackt und über den Internetdienst den angeblichen Tod von US...

ndPlusHeiko Hilker

BLOGwoche: Schweigen der Mitarbeiter

Am Morgen der Urteilsverkündung wurde auf »MDR Figaro« der Chef des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, zum Betrugsskandal beim Kinderkanal und den nötigen Konsequenzen interviewt. Und so fasste dann der MDR in seiner Berichterstattung das Urteil zusammen: »Wegen Millionbetrugs zum Schaden des Kinderkanals KI.KA ist ein ehemaliger Herstellungsleiter des Senders vom Landgericht Erfurt zu fünf Jahren und...

ndPlusBritta Gürke, dpa

Das Ende der Welt

Ist das Ende der »News of the World« nur der Beginn einer neuen Boulevardzeitung mit anderem Namen aber gleichem Inhalt? So oder so ähnlich jedenfalls sieht das der britische Justizminister Kenneth Clarke. Er kann in dem wohl beispiellosen Schritt von Rupert Murdochs Sohn James, die traditionsreiche britische Sonntagszeitung »News of the World« einzustellen, keinesfalls Reue für den Abhörskandal e...

Katharina Dockhorn

Millionen für die Männer-Liga

Das Kaffeeservice ist längst im Museum, mit dem die deutschen Fußballerinnen nach dem ersten EM-Titel 1989 vom DFB geehrt wurden. Heute winken den Spielerinnen 60 000 Euro für den Gewinn der Weltmeisterschaft – ein minimaler Bruchteil dessen, was die Männer für die gleiche Leistung im Vorjahr bekommen hätten. Bei der Suche nach den Gründen verweist ihr Arbeitgeber auf den Weltfußballverband und da...

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Fehmarnbeltquerung – Milliardengrab, Umweltsünde oder Chance für die Ostsee-Region?

Fehmarnbeltquerung – Milliardengrab, Umweltsünde oder Chance für die Ostsee-Region?

Eine Brücke über den Fehmarnbelt, der etwa 18 Kilometer breiten Wasserstraße zwischen der Südküste von Lolland und Fehmarn in der westlichen Ostsee, ist schon seit vielen Jahren Traum der einen, wie sie Albtraum der anderen ist. Seit der Anbindung der Insel Fehmarn an das deutsche Festland mittels der Fehmarnsundbrücke 1963 wird die Strecke über den Fehmarnbelt als »Vogelfluglinie« von Fähren für ...

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Schrauben und Muttern

Schrauben und Muttern

Ein bislang im Tierreich unbekannter Bewegungsapparat wurde jetzt bei Rüsselkäfern entdeckt. Die Hüfte von Trigonopterus oblongus besitzt nicht wie gewöhnlich Scharniergelenke, sondern Gelenke, deren Teile wie Schraube und Mutter ineinander greifen. Dieses erste biologische Schraubengewinde ist rund einen halben Millimeter groß. Die Entdecker um Thomas van de Kamp vom Karlsruher Institut für Techn...

Der Sprit der Zukunft?

Erlangen/Stuttgart (dpa/ND). Carbazol – mit diesem Begriff elektrisieren zwei deutsche Forscher derzeit die Autobranche. So mancher sieht in der giftigen Chemikalie schon den Sprit der Zukunft. Doch die Forschung von Wolfgang Arlt und Peter Wasserscheid an der Uni Erlangen-Nürnberg steht noch ganz am Anfang.Worum geht es überhaupt? N-Ethylcarbazol (kurz: Carbazol) ist flüssig und kann wie he...

Rinderpest? Ausgerottet!
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Rinderpest? Ausgerottet!

Als ausgebildeter DDR-Rinderzüchter lernte ich in der Berufsschule die Schrecken der Rinderpest kennen, theoretisch jedenfalls. Eine wesentlich realere Bedrohung für die LPG-Großvieh-Anlagen war die Maul- und Klauenseuche (MKS). Den letzten europäischen Ausbruch der Rinderpest gab es 1954 in Italien. Und nun meldet die Welternährungsorganisation FAO, dass diese Seuche ausgerottet ist. Sie ist die ...

Martin Koch

Wege zur großen Vereinigung

Mitten während einer Vorlesung machte der dänische Physiker Hans Christian Ørsted 1820 eine folgenreiche Entdeckung: Als er einen stromdurchflossenen Draht unbeabsichtigt in die Nähe einer Kompassnadel brachte, fing diese plötzlich an sich zu bewegen. Ørsted schloss daraus, dass strömende Elektrizität eine magnetische Kraft erzeugt und prägte für dieses Phänomen den Begriff »Elektromagnetismus«.Di...

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ndPlusUdo Bartsch

Kein Thema, viel Spaß

Das dürfte sich so schnell nicht jeder Verlag trauen: ein Wettrennspiel ohne jedes Thema und dies in einer knallbunten Arena aus Pappe auf den dicht besetzten Spielemarkt zu bringen. »Snapshot« weicht somit deutlich vom Muster anderer Gesellschaftsspiele ab. Es bietet aber jede Menge Turbulenz sowie einen schnellen Einstieg ohne langes Regelstudium. Besonders Jugendliche fühlen sich von dieser ...

Wissen, punkten, gewinnen!

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Lösungen de...

Junger Veteran
Carlos G. Hernández, Schachlehrer

Junger Veteran

Ruslan Ponomariow (Ukraine) ist erst 27 Jahre alt, doch schon ein alter Hase: 2002 errang er den FIDE-Weltmeistertitel und wurde mit 18 jüngster Weltmeister der Geschichte. Doch sein Titel ging im Streit der zwei Weltverbände unter. Ponomariow fand viel zu wenig Beachtung. Hier sein Sieg in der letzten Runde der Landesmeisterschaft. Moiseenko, Alexander (ELO: 2679)- Ponomariow, Ruslan (2754) [D...

»Beim Küssen pikst er längst nicht mehr«

»Beim Küssen pikst er längst nicht mehr«

Die ganze Sache ist höchst kurzweilig, hat aber dennoch einen langen Bart. Und der brachte dieser Republik sogar einen WM-Titel mehr ein: Dieter Besuch (54) aus Olpe ist weltbester Kinn- und Backenbartträger 2011 (Foto: dpa). Im norwegischen Trondheim setzte sich der Diplom-Ingenieur in seiner Spezialdisziplin »Freestyle« gegen 22 Konkurrenten durch. Zur globalen Leistungsschau der Antirasurfraktion waren insgesamt 160 Kandidaten aus 15 Nationen in Europas Norden gereist.

Alles Bohne – knackige Vielfalt

Alles Bohne – knackige Vielfalt

Wer nicht viel Platz hat, aber trotzdem gern Gemüse aus dem eigenen Garten isst, der wird sich bei Sorten, die in die Höhe wachsen, umsehen. Kletterer erobern sich spielend den Raum und ersparen uns so manches Bücken bei der Pflege und natürlich erst recht bei der Ernte, was doppelt angenehm ist. Außerdem sind sie nicht nur nützlich, sondern oft auch eine Zierde. Stangenbohnen zum Beispiel (Foto: ...

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MARKTFRISCH

MARKTFRISCH

Lieblingsplätze gesuchtSchon mehr als 200 Fotos sind beim Fotowettbewerb »Meine Lieblingsplätze – die schönsten Orte Thüringens« auf der Website fotos.thueringen-tourismus.de hochgeladen worden. Noch bis zum 30. September läuft der Wettbewerb der Tourist Information Thüringen. Die 52 besten Aufnahmen werden im Jahrestaschenkalender 2013 gedruckt. Und tolle Preise gibt's natürlich auch zu gewinnen....

Heidi Diehl

Liebenswerte Heimatkunde

Es war eine Sternstunde des Schönig Verlags, als ihm die Idee zu den Deutschland-Reisebüchern kam. Und Franz Lerchenmüller als Autor zu gewinnen, eine weitere. Nach »Kurs Küste – Erlebnistouren in Schleswig-Holstein« nimmt er uns jetzt mit in die Heimat seiner Kindheit, ins Allgäu. In 29 Geschichten zeigt er den Lesern eine Region, die viele wohl kennen, sie aber so, wie Lerchenmüller sie zeigt, s...

Mit knirschenden Knien am Eiger hinab
Gabi Kotlenko

Mit knirschenden Knien am Eiger hinab

Schnee im Sommer – herrlich knirscht er unter den Füßen und weckt Vorfreude auf den nächsten Winter. Hier oben auf dem 3471 Meter hohen Jungfraujoch ist fast immer Winter. Hier steht man der alpinen Dreifaltigkeit Eiger, Mönch und Jungfrau ehrfürchtig gegenüber. Das Jungfraujoch ist wie eine große Theaterbühne, auf der das Wetter seinen großen Auftritt hat und manchmal ganz schön verrückt spielt –...

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Schmückt sich Uta mit fremden Federn?
ndPlusHeidi Diehl

Schmückt sich Uta mit fremden Federn?

Ach Uta, seit Jahrhunderten verdrehst du der Männerwelt den Kopf und viele Frauen blicken – ob deiner Schönheit – ein wenig neidisch zu dir auf. Gemeinsam mit Nofretete und Mona Lisa führst du die ewige Hitliste der schönsten Frauen der Kunstgeschichte an, bist Namensgeberin für kleine Mädchen, und alljährlich pilgern rund 150 000 Fans aus aller Welt in den Naumburger Dom, um dich und die anderen ...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Glück im Hinterhof

Sommer ist die Zeit, in der wir aus handfesten meteorologischen Gründen an allen möglichen Orten zum Erliegen kommen. Und wenn Raum in der kleinsten Hütte ist, wird wohl auch Platz sein im hässlichsten Hinterhof. Die Stadt gebiert seltsame Formen, sich Wärme zu holen. Wie man sieht, kann man sie just dort finden, wo man sie eigentlich fliehen möchte. Der Mensch, ein Tropfen auf dem heißen Stein. D...