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Unten links

Die schwäbische Hausfrau verfolgt derzeit gespannt die Nachrichten aus Washington. Legendär ist ihre Fähigkeit, den Gürtel noch enger zu schnallen, wenn es eng wird, weshalb sie in Bundestagsdebatten immer wieder gelobt wird. Eine Woche noch, dann steht der Gerichtsvollzieher vor dem Weißen Haus und klebt überall seinen Kuckuck hin. Die Hausfrau wartet seit Tagen gespannt, dass jemand in Washingto...

Markus Drescher

Auffällig

Terroranschläge in westlichen Ländern haben auf manche Politiker und sogenannte Sicherheitsexperten eine ähnliche Wirkung wie Licht für Motten. Die einen fliegen scheinbar sinnlos immer wieder gegen Glühbirnen. Bei den anderen ist es offensichtlich eine magische Anziehungskraft für sinnfreie Äußerungen. So forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, eine Datei für »au...

Norwegen trauert um seine Ermordeten

Mit einer Schweigeminute hat Norwegen am Montag der Toten der beiden Terroranschläge gedacht, deren Zahl die Polizei von insgesamt 93 auf 76 nach unten korrigierte. Seinen ersten Auftritt vor einem Richter konnte der Attentäter Anders Behring Breivik nicht wie gewünscht für eine publizitätswirksame Erklärung nutzen. Der Termin fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

»Schnelles Handeln« gegen den Hunger

Eindringliche Appelle und neue Zusagen: UN-Vertreter und Politiker haben bei einer Krisenkonferenz am Montag in Rom zu schneller Hilfe für die Hungernden in Ostafrika aufgerufen.

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Ingolf Bossenz

Oslo und die Matrix der Apokalypse

Aufrufe zum Mord und deren Vollstreckung gehören seit jeher zum Kriegsarsenal religiöser Fundamentalisten. Auch im Christentum dient dieses Wahnpotenzial der ideologischen Aufrüstung von Fanatikern und Feinden der offenen Gesellschaft. Einer von ihnen ist der Massenmörder von Oslo.

»Es scheint, als wolle Breivik einen Bürgerkrieg in Europa entfachen«

»Es scheint, als wolle Breivik einen Bürgerkrieg in Europa entfachen«

Auch am dritten Tag nach den mörderischen Anschlägen in Oslo und auf der Fjordinsel Utøya dauerten die Debatten an: über den ideologischen Hintergrund und die Motive des Täters, über die verborgenen Mängel einer vermeintlich heilen Welt, über Fehler und Versäumnisse von Politik und Polizei.Debatten, die weit über Norwegens Grenzen hinaus geführt werden.

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André Anwar, Stockholm

Vorwurf des Versagens an Polizei

Noch am Sonntag hatte Regierungschef Jens Stoltenberg indirekt vor einer voreiligen Verurteilung der Polizei gewarnt. Schon da wunderten sich viele Norweger, warum die Polizei 90 Minuten gebraucht hatte, um die 40 Kilometer von Oslo entfernt gelegene Insel Utöya zu erreichen.

ndPlusAert van Riel

Ein Anlass zum Datenspeichern

CSU-Politiker haben erneut die Forderung erhoben, die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland wieder einzuführen. Die Bundesministerien für Inneres und Justiz lehnen jedoch das Wiederaufflammen der Debatte zum jetzigen Zeitpunkt ab.

»Es ist unglaublich ...«
ndPlusHans-Gerd Öfinger, Bergen

»Es ist unglaublich ...«

Am dritten Tag nach dem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und dem Massaker auf der Insel Utøya kann in Norwegen von einer Rückkehr zur Normalität nicht die Rede sein. Auch in der Hafenstadt Bergen gedachte man der Opfer und diskutierte, welche Konsequenzen aus der Bluttat zu ziehen sind.

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Rechter Terror in Deutschland

Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen haben sich vor allem die Anschläge der Rote Armee Fraktion (RAF) festgesetzt. Doch der blutigste Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik ging auf das Konto eines Rechtsradikalen: Am 26. September 1980 zündete der Student Gundolf Köhler eine Rohrbombe auf dem Münchener Oktoberfest. 13 Menschen starben, 211 wurden teilweise schwer verletzt als der Spreng...

Robert D. Meyer

Hauptsache, wir haben die Story zuerst!

Die Berichterstattung über das Massaker eines Rechtsradikalen in Norwegen entlarvt den deutschen Journalismus. Auch öffentlich-rechtliche Sender bilden keine Ausnahme.

Uwe Kalbe

Breivik baut auf Schläfer für seinen Kreuzzug

Der Attentäter von Norwegen hat über Jahre ein 1500 Seiten umfassendes »Manifest« erarbeitet, das ihm zur ideologischen Nachbereitung seiner Bluttat dienen sollte. Denn er gibt ausdrücklich an, eine Mission gehabt zu haben. Die Mission, Westeuropa von »multikulturellen», vor allem islamischen Einflüssen zu reinigen.

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ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Haseloffs fataler Nummern-Vergleich

Aus einem Streit darüber, ob Polizisten im Einsatz erkennbar sein sollen, ist in Sachsen-Anhalt eine Debatte über das Geschichtsverständnis des Regierungschefs erwachsen. Kritiker lesen dessen Kommentar zum Thema als völlig missglückten NS-Vergleich.

Gesa von Leesen, Stuttgart

Nun doch: S21-Gegner gehen zur Schlichtung

Auf Druck der Basis hat das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sich nun doch für die weitere Teilnahme an der Schlichtung entschieden. Es habe viele Zuschriften gegeben, die das Bündnis aufgefordert haben, die mediale Aufmerksamkeit für ihre Argumente gegen den Tiefbahnhof zu nutzen, erklärte Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND und Bündnissprecherin.

ndPlusMarcus Meier, Köln

Erst die Biedermänner, dann die Brandstifter

Bisher unbekannte Täter haben auf ein Mehrfamilienhaus in Leverkusen einen Brandanschlag mit möglicherweise rechtsextremem Hintergrund verübt. In dem Haus im Stadtteil Wiesdorf wohnen nach Polizeiangaben überwiegend Roma. Die Täter hätten in der Nacht zum Montag mehrere Brandsätze in die Erdgeschosswohnung geschleudert, sagte ein Polizeisprecher. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie retten und blieben unverletzt.

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USA: Weiter keine Lösung in Schuldenstreit

Washington (AFP/ND). Das Treffen von US-Präsident Barack Obama mit den Demokraten im Kongress hat keinen Durchbruch im US-Schuldenstreit gebracht. Bei dem Treffen im Weißen Haus mit dem demokratischen Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, und der Führerin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, sei der Präsident über die Verhandlungen mit den Republikanern informiert worden, sagte ein ...

23 Jahre Haft für Mörder von Hrant Dink

Istanbul (AFP/ND). Ein Gericht in Istanbul hat den Mörder des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink zu fast 23 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Tribunal befand Ogun Samast für schuldig, Dink am 19. Januar 2007 vor dem Gebäude der zweisprachigen türkisch-armenischen Wochenzeitung »Agos« erschossen zu haben. Der damals minderjährige Täter, der der rechtsradikalen Szene zugerechnet wird, bekam...

Tarifkonflikt bei Easyjet beigelegt

Berlin (dpa/ND). Der Tarifkonflikt um die deutschen Beschäftigten der britischen Fluggesellschaft Easyjet ist beigelegt. In einer Urabstimmung votierten 94 Prozent der teilnehmenden Piloten und 96 Prozent der Flugbegleiter für die Annahme einer in der Vorwoche ausgehandelten Vereinbarung, wie ver.di am Montag mitteilte. »Im Interesse aller sind wir froh, dass letztendlich ein langwieriger Arbeitsk...

USA haben keine Eile beim Afghanistan-Abzug

Kabul (dpa/ND). Der neue US-Botschafter in Afghanistan hat zu Besonnenheit beim geplanten Rückzug der internationalen Truppen vom Hindukusch gemahnt. »Es wird keine Eile beim Abzug geben«, sagte Ryan Crocker am Montag bei seiner Amtseinführung in Kabul. Denn die Art und Weise, wie der Prozess des Übergangs in den kommenden Monaten ablaufe, werde langfristige Auswirkungen haben, »die weit über Afgh...

Israel stellt Verträge in Frage

Jerusalem/Tel Aviv (AFP/ND). Im Fall des Antrags auf Anerkennung eines Palästinenserstaates bei der UNO erwägt Israel einem Pressebericht zufolge die Aufhebung der Osloer Verträge. Der Leiter des nationalen Sicherheitsrates, Jaakov Amidror, prüfe diese Möglichkeit, berichtete die israelische Tageszeitung »Haaretz« am Montag unter Berufung auf Beamte. Eine einseitige Staatsausrufung durch die Paläs...

Schengen-Reform im Schongang

Mehr als drei Monate nach dem Grenzstreit zwischen Italien und Frankreich über nordafrikanische Flüchtlinge hat die EU-Kommission beiden Ländern ein rechtmäßiges Verhalten bescheinigt.

ndPlusJuliane Schumacher, Kairo

Schlag-Lichter aus Kairo

Die Lage in Ägypten spitzt sich zu: Seit vor drei Wochen die Protestbewegung auf die Straßen und Plätze zurückgekehrt ist, haben Regierung und das herrschende Militär zunächst auf Schweigen und moderate Zugeständnisse gesetzt.

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Australien schiebt nach Malaysia ab

Kuala Lumpur (dpa/ND). Asylsuchenden in Australien droht demnächst die Abschiebung nach Malaysia. Beide Staaten unterzeichneten am Montag in Kuala Lumpur eine entsprechende Vereinbarung. Danach nimmt Malaysia in den nächsten vier Jahren 800 Personen auf, die illegal nach Australien gelangt sind und dort Asyl beantragt haben. Im Gegenzug lässt Australien 4000 ausländische Flüchtlinge einreisen, die...

Henri Rudolph, Delhi

Tamilen erobern Gemeinderäte

Erstmals seit einem Vierteljahrhundert haben im tamilischen Norden Sri Lankas Kommunalwahlen stattgefunden. Die Tamilische Nationale Allianz, politischer Arm der geschlagenen Befreiungstiger, war erfolgreich. Die Bereitschaft der Regierung, mit ihr zusammenzuarbeiten, ist jedoch gering.

Ian King, London

Murdoch und die Wirkungen

Premierminister luden ihn heimlich nach Downing Street Nr. 10 ein, um seinen Rat zu holen. Sein Medienreich, das über drei Kontinente reicht, wollte er bald der Familie vererben. Doch nun ist der 80-jährige Rupert Murdoch eine arg gestutzte Figur. Dabei haben wohl auch Reporter anderer Zeitungen Abhörsünden begangen.

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Brüssel erleichtert Schuldeneintreiben

Brüssel (AFP/ND). Verbraucher und Unternehmen sollen Schulden innerhalb der EU leichter eintreiben können. Die EU-Kommission legte am Montag einen Gesetzesvorschlag vor, der eine EU-weite Regelung für eine vorläufige Kontenpfändung vorsieht. Dadurch soll der ausstehende Forderungsbetrag bis zu einem Gerichtsbeschluss blockiert werden können.Brüssel will Verbraucher unterstützen, die über das Inter...

Grüne wollen bessere Information

Berlin/Paris (dpa/AFP/ND). Die Grünen-Bundestagsfraktion will vor dem Bundesverfassungsgericht Klage wegen der Informationspolitik der Regierung beim ab 2013 geplanten permanenten EU-Rettungsfonds für angeschlagene Staaten einreichen. Die Bundesregierung habe das Parlament nicht ausreichend über die Verhandlungen zum »Europäischen Stabilitätsmechanismus« (ESM) informiert und damit dessen Rechte ve...

Wasserkraft von RWE für die Bahn

Der größte Stromverbraucher Deutschlands, die Deutsche Bahn, erhöht seinen Anteil an erneuerbaren Energieträgern. Liefern wird ausgerechnet der größte Kohlekraftwerksbetreiber, RWE.

ndPlusGeorg Ackermann, Singapur

Auf Kosten der Sicherheit

Unter staatlichem Zeitdruck wurde beim Ausbau des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes offenbar geschlampt. Das Unglück vom Wochenende war womöglich nicht das letzte.

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Protus Onyango, Juba (IPS)

Südsudan sucht Lehrer

Während des Bürgerkriegs waren die Schulen im Südsudan völlig überfüllt. Und drei Generationen von Kindern im Südsudan haben nie einen Klassenraum von innen gesehen. Bildungsminister Michael Hussein zufolge wurde der Schulsektor durch den Bürgerkrieg besonders stark geschädigt. »Niemand kümmerte sich um die Lehrer. Sie wurden nicht regelmäßig bezahlt und nicht fortgebildet«, erklärte der Minister....

Martin Ling

Klimawandel bedroht den Weltfrieden

»Wenn es um das Klima auf unserem Planeten geht, gibt es keine Zuschauer«, meint UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Die Zahl der Klima-Flüchtlinge werde in dem Maße zunehmen, in dem Wüsten sich ausbreiteten und die Meeresspiegel anstiegen, geht Ban konform mit den Prognosen vieler Studien zu den Folgen des Klimawandels. Auf Initiative des derzeitigen Vorsitzenden Deutschland hat nun auch d...

ndPlusBenjamin Beutler

Linksregierungen im Visier

Die Wellen der Auswirkungen des US-Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern haben Lateinamerika erreicht. Auf Antrag der Republikaner hat der Ausschuss für Auswärtiges im US-Kongress vergangene Woche einen Stopp der Auslandshilfe für die linksregierten Länder Argentinien, Ecuador, Venezuela, Bolivien und Nicaragua beantragt.

Ja zu Kuba
ndPlusHarald Neuber

Ja zu Kuba

Die alljährliche, traditionelle »Fiesta de Solidaridad« in der Lichtenberger Parkaue am 23. Juli stand dieses Jahr unter einem ganz besonderen Motto: »20 Jahre Cuba Sí – 20 Jahre gelebte Solidarität«.

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ndPlusKatja Herzberg

Grenzen der Uniform

Während das Land Berlin in dieser Woche endlich die Kennzeichnung von Polizeibeamten wahlweise mit Namen oder Nummer einführen wird, bleibt die Gegenwehr in anderen Teilen der Bundesrepublik bestehen – mit mehr als verqueren Argumenten. So erklärte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), eine Kennzeichnungspflicht »für Menschen« sei aufgrund der deutschen Geschichte nic...

ndPlusKurt Stenger

Kommentiert

Die Probleme infolge der Dürre in Ostafrika kann man in zahlreichen ländlichen Regionen wohl nur noch als existenziell bezeichnen. Nach zwei ausgebliebenen Regenzeiten haben die Bauern, die die Masse der Bevölkerung stellen, nichts mehr zu ernten und ihr Vieh verendet. Und das Wenige, das es in Läden noch zu kaufen gibt, ist unerschwinglich geworden. Millionen haben buchstäblich nichts zu essen, w...

Roland Etzel

Kündigungsdrohung

Die Warnungen aus dem Westen an die Palästinenser-Führung, auf keinen Fall einen eigenen Staat auszurufen – auch nicht symbolisch –, sind in den vergangenen Wochen massiver geworden. Was Israel betrifft, sind sie jetzt in das Stadium der Drohung übergegangen. Die Aufkündigung aller mit den Palästinensern geschlossenen Verträge für den Fall der Staatsproklamation, wie es Israels nationaler Sicherhe...

Der Kräftige

»Interpretationstheaterlösung« ist wahrlich kein schönes Wort. Sebastian Baumgarten hat es in einem Interview verwendet. Er will sie nicht, diese Inter ... und so weiter. Er will, indem er sich in einen Stoff begibt, keine Intelligenz der assoziativen Herumstreunerei nachweisen. Er will die Kernbohrung. Er will den jeweiligen Meister treffen, ohne dass der aufjault. Wenn diese Zeilen erscheinen...

Rettung in höchster Not

Rettung in höchster Not

»Hätten Sie das unserer Frau Doktor Merkel zugetraut, Sabitzke?« Wie ein Derwisch, der Durchfall hat, fegte Dr. Knoll am Morgen ins Büro. Frau Sabitzke, die bei ihm im Vorzimmer sitzt, überlegte einen Moment, was sie der Kanzlerin zutrauen würde – hysterische Schwangerschaft, Vertrauensfrage im Bundestag, Adoption von Phillip Rösler, Bruderkuss mit Gregor Gysi, lila Leggins mit Ballettröc...

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Sechs Leichen aufgefunden

(dpa). In einer Wohnung in Berlin-Köpenick sind am Montag sechs Tote gefunden worden. Es handelt sich nach ersten Informationen der Polizei um zwei Erwachsene – eine Frau und einen Mann – sowie vier Kinder. Die Kinder sind nach Polizeiangaben im Alter von einem, vier, fünf und sechs Jahren. Die Frau soll 27 Jahre alt sein, der Mann 40. Ob ein Gewaltverbrechen vorliegt oder es sich um e...

Nach Attentat: Körting warnt vor überreaktion

(dpa). Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat nach dem Massaker in Norwegen vor überhasteten staatlichen Reaktionen gewarnt. »Ich halte nichts davon, aus der schrecklichen Tat in Norwegen jetzt Schnellschüsse herzuleiten«, sagte Körting am Montag. Wie immer kämen nach schrecklichen Ereignissen die Leute mit Patentrezepten.Er reagierte auf eine Forderung seines bayerischen Amtskollegen Joachim Herm...

Propaganda

Sie wedelten mit kleinen norwegischen und großen deutschen Fahnen und hielten Schilder hoch, die vor einer »Hauptstadt der Angst« warnen sollten. Während ein paar Meter weiter Menschen Blumen und Kondolenzbotschaften vor der norwegischen Botschaft niederlegten, hatten sich Anhänger der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland zu einer »Mahnwache« versammelt. Wer diese Vereinigung ein bissche...

Kritik an Mahnwache von Rechtspopulisten

(dpa). Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat eine Mahnwache der islamfeindlichen Vereinigung »Pro Deutschland« vor der norwegischen Botschaft in Berlin verurteilt. Viele Berliner hätten nach den schrecklichen Mordanschlägen in Norwegen in den vergangenen Tagen ihre Anteilnahme und Solidarität mit Blumen, Kerzen und Einträgen in das Kondolenzbuch gezeigt, erklärte Wowereit am Montag...

Kennzeichnung von Polizisten beginnt

(ND/dpa). Nach jahrelangen Debatten und Streitereien soll es in dieser Woche so weit sein: Die Berliner Polizisten müssen an ihrer Uniform Schilder mit ihrem Namen oder einer Nummer tragen. Berlin ist damit das erste Bundesland, das die sogenannte Kennzeichnungspflicht einführt und auch umsetzt. »Es geht los«, sagte Polizeisprecher Frank Millert und bestätigte einen Bericht des »Tagesspiegel«. Die...

Andreas Rabenstein, dpa

Der Irrweg der türkischen Familie Sürücü

Zu freizügig, zu offen, was den Umgang mit Männern betreffe, war der Vorwurf, den Ayhan Sürücü seiner Schwester Hatun machte. Sie hatte sich von ihrem Mann getrennt und von der Familie emanzipiert, sie führte mit ihrem Sohn ein eigenes Leben. Bei einem Streit habe seine Schwester ihm gesagt, sie schlafe mit den Männern, mit denen sie wolle, berichtet Ayhan nun erstmals in einem ARD-Film. »Da habe ...

Geldmangel folgt Bildungsarmut
ndPlusAndreas Heinz

Geldmangel folgt Bildungsarmut

Nachdenklich liest Barbara John die Zahlenreihen in den Tabellen der Bundesagentur für Arbeit. John vergleicht als Sprecherin der Berliner Landesarmutskonferenz (LAK) die Angaben über Kinderarmut in der Hauptstadt. Hat sich im Vergleich zu 2011 im vergangenen Jahr etwas Gravierendes verändert, eventuell gar verbessert? »Nun ja«, meint John. »2010 wurden etwa 170 000 arme Kinder in Berlin gezählt, ...

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Jazz in der Neuen Nationalgalerie

(dpa). Er gilt als eine Legende des Bossa Nova: Sergio Mendes hat mit seinem Song »Mais que Nada« in den 60er Jahren einen Welthit gelandet. Der 70-Jährige kommt jetzt zu einem Konzert nach Berlin – in die Neue Nationalgalerie. Am heutigen Dienstag wird Mendes, der auch dank seiner Zusammenarbeit mit dem Trompeter Herb Alpert bekannt wurde, im Museumsgarten auftreten, wie die Veranstalter mi...

Bereits 30 000 verkaufte Tickets für Seefestspiele

(ND). Vom 11. bis zum 28. August 2011 finden am Strandbad Wannsee erstmals die Seefestspiele Berlin statt, 30 000 Tickets seien bereits verkauft. Wie die Veranstalter mitteilten, sollen mit der Opernaufführung von Mozarts Zauberflöte Tausende Besucher vor atemberaubenden Kulisse bei einem der Kulturhighlights dieses Jahres verzaubert werden. Das Ensemble um Regisseurin Katharina Thalbach, die Moza...

Pergamon in der Rotunde

Pergamon in der Rotunde

(ND-Brost). Am Montagvormittag wurde in Anwesenheit des ausführenden Architekten Anuschah Behzadi im Pergamonmuseum das Richtfest für eine Panorama-Rotunde begangen. Die 28 Meter hohe Gerüstkonstruktion im Ehrenhof des Museums ist ein Gemeinschaftsprojekt der Generaldirektion der staatlichen Museen zu Berlin und des in Wien geborenen Panoramakünstlers Yadegar Asisi. Ab dem 30. September wird im In...

Internationale Zirkuswerkstatt der Clowns

(ND). Junge Artisten aus Deutschland, Israel, Palästina, Italien, Spanien, Frankreich, Finnland und erstmalig auch aus Marokko und Ägypten nehmen am internationalen Clownsworkshop Comedy Shake 2 teil. Gemeinsam wollten sie in der internationalen Zirkuswerkstatt – vom 25. Juli bis 7. August 2011 im »shake! das Zelt am Ostbahnhof« – Friedensarbeit leisten und zeigen, was alle Nationen ve...

Filmreihe rund ums Essen in der MoMA

(dpa). Dieter Kosslicks Lieblingsfilme rund um das Thema Essen werden im August im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) gezeigt. Das US-Museum widmet dem Direktor der Berliner Filmfestspiele zu seinem zehnten Berlinale-Jubiläum eine eigene Filmreihe, wie das Festival am Montag mitteilte. Unter dem Titel »Carte Blanche: Dieter Kosslick, the Culinary Cineaste« werden vom 22. bis 30. August elf vom...

Kurt Wernicke

Ein Juwel Köpenicker Geschichte

Ein Ergebnis jahrelanger Forschungsarbeit liegt jetzt mit dem »Häuserbuch der Altstadt Köpenick. Besitz- und Baugeschichte der Grundstücke eines Berliner Ortsteils vom 17. bis 19. Jahrhundert« vor: Es liefert für den historischen Kern Köpenicks, die Altstadtinsel, den akribischen Nachweis über die Besitzer und das Baugeschehen auf den einzelnen Grundstücken zwischen der Mitte des 17. und dem Ende ...

Happy End für Kleinod im Zentrum Berlins
Anouk Meyer

Happy End für Kleinod im Zentrum Berlins

Für eines der ältesten Wohnhäuser der Stadt, architektonisch wie geschichtlich ein echtes Kleinod, zeichnet sich ein Happy End ab: Das Nicolaihaus in der Brüderstraße in Mitte ist seit gestern offiziell im Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die voraussichtlich Ende 2012 das neue Domizil beziehen wird. Erst muss das Gebäude jedoch saniert werden.Mit der symbolischen Schlüsselübergabe im w...

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Schulabbrecher-Quote bleibt hoch

Magdeburg (dpa/ND). Die Schulabbrecher-Quote in Sachsen-Anhalt ist mit rund zwölf Prozent trotz eines millionenschweren Förderprogrammes weiter sehr hoch. »Einen raschen Erfolg hatten wir auch nicht erwartet«, sagte Thomas Olk von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der das Programm wissenschaftlich begleitet, am Montag zur Halbzeitbilanz. So musste zunächst ein Netz von Schulsozialarb...

Ermittlungen zum Tod eines Häftlings

Erfurt (dpa/ND). Die Staatsanwaltschaft Erfurt untersucht den Tod eines 43 Jahre alten Häftlings, der nach einer medizinischen Operation im Hufeland-Klinikum gestorben ist. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt.Untersuchungen des Leichnams dauerten an, mit Ergebnissen werde frühestens in einem Monat gerechnet, hieß es von der Staatsanwaltschaft in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt am Wochene...

Robert Luchs, Mainz

Becks Problem mit der Justiz

Der Streit um die geplante Justizreform in Rheinland-Pfalz nimmt immer größere Dimensionen an. Die rot-grüne Landesregierung unter SPD-Regierungschef Kurt Beck will das Oberlandesgericht Koblenz mit dem in Zweibrücken zusammenlegen und den Sitz dorthin verlegen – was nicht nur in Koblenz auf Kritik stößt.

Gudrun Janicke, dpa

Chance für Dorfkerne

Wer sich auf dem Land wohlfühlt, zieht ungern weg. Es kann in Brandenburg gute Gründe zum Bleiben geben: ein Restaurant in einem ehemaligen Kolonistenhaus, ein reetgedecktes Museum oder eine historische Gutsscheune als Wohnzimmer für eine Dorfgemeinschaft.

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Nazi-Überfall auf Festival

Schwerin (epd/ND). In Mecklenburg-Vorpommern ist es nach Angaben der Kampagne »Wake Up Stand Up! Keine Stimme den Nazis in MV« am vergangenen Wochenende zu zwei rechten Übergriffen auf Jugendliche gekommen. Im vorpommerschen Stralsund hätten Neonazis am Freitagabend eine Gruppe »nicht-rechter Jugendlicher« bedroht und unter Ausrufen rechter Parolen angegriffen, teilte die Kampagne am Montag in Sch...

Jürgen Ruf, dpa

Schwer verkäufliches Kultobjekt

Professor Brinkmann und Oberschwester Hildegard haben das markante Jugendstil-Gebäude in Baden-Württemberg berühmt gemacht. Mit der westdeutschen Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« ist das Sanatorium im Glottertal zur weltweit bekannten TV-Kulisse geworden. Bis heute wirkt die Reihe nach.

Andrea Hentschel, AFP

Laubenpieper dringend gesucht

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung liegt das Durchschnittsalter der Kleingärtner heute bei rund 60 Jahren. Und durch den Wegzug junger Leute fehlen potenzielle neue Pächter.

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Sorbas

Der Regisseur des Kultfilms »Alexis Sorbas«, Michael Kakoyannis, ist tot. Der auf Zypern geborene Filmemacher starb am Montag in Athen im Alter von 89 Jahren. Der Regisseur wurde mehrere Male für einen Oscar nominiert und gewann die begehrte Filmtrophäe im Jahr 1964 für die Sorbas-Adaption des Romans von Nikos Kazantzakis – mit Anthony Quinn in der Hauptrolle.Weitere Nominierungen bekam Mich...

Das Orchester

Das Orchester

Das Israel Chamber Orchestra (ICO) wurde 1965 von Gary Bertini gegründet. Neben dem Israel Philharmonic Orchestra (Dirigent: Zubin Mehta) ist es das bedeutendste Orchester Israels.Das Repertoire unter Paternostro (Foto: Lannoni) reicht von barocker bis zu zeitgenössischer Musik mit Schwerpunkt auf Werken der Wiener Klassik, Romantik sowie israelischen Kompositionen. Konzerttourneen in mitteleuropä...

Aus der Chronik

1876 Mit der ersten Gesamtaufführung des »Ring des Nibelungen« starten die Festspiele. 1883 Nach dem Tode Richard Wagners übernimmt Witwe Cosima, Tochter von Franz Liszt, die Leitung. 1914 Wegen des Kriegsausbruchs wird die Saison unterbrochen. 1924 Neustart der Festspiele. Im Publikum sitzen General Ludendorff und Anhänger, die dem Spiel eine nationalistische Aura verschaffen. 1929 Si...

Die direkte Linie – unzulässig

Von Wagners Antisemitismus eine direkte Linie zum Antisemitismus der Nationalsozialisten ziehen zu wollen, ist so unzulässig, als wollte man Nietzsches Philosophie zur Grundlage der Rassenlehren erklären, Goethes Faust zum Urbild nationalsozialistischen Sendungsbewusstseins und Expansionsdranges abstempeln. Oder Liszts sinfonische Dichtung »Les Préludes« als nazistische Sieges-Musik, Bru...

ndPlusPeter H. Feist

Ungeläufig, abstrakt

Vor zwei Monaten würdigte Klaus Hammer in dieser Zeitung das Schaffen F. B. Henkels anlässlich einer Ausstellung in Berlin. Deshalb soll das nicht wiederholt werden. Aber der heutige 75. Geburtstag des Bildhauers, Zeichners und Grafikers darf nicht vorübergehen, ohne dass wieder auf Lebensweg und Leistung des eher zurückhaltenden, klugen Künstlers hingewiesen wird, der sich mit ganz besonderen Ges...

Noch immer Wagnis: Wagner
Hans-Dieter Schütt

Noch immer Wagnis: Wagner

Und Musik sagt mehr als tausend Worte ? weiß sogar der Schlager. Und das Kammerorchester Tel Aviv weiß das auch. Es hat Wochen über das geschwiegen, was am Dienstag in Bayreuth stattfindet: Erstmalig spielt ein israelisches Orchester Wagner in Bayreuth.

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Liszt 2011

Der 30-jährige mexikanische Komponist Alejandro Montes de Oca Torres ist mit dem Franz Liszt Stipendium 2011 ausgezeichnet worden. Er ist aus dem dreitägigen Kompositionsworkshop als Sieger hervorgegangen, teilte die Hochschule für Musik »Franz Liszt« am Montag in Weimar mit.Erstmals ist das alljährlich im Rahmen der Weimarer Meisterkurse vergebene Stipendium für akusmatische Musik – Musik f...

Der Fund einer Rarität

Eine kunsthistorische Rarität hat lange Zeit unbemerkt im Depot des Dresdner Kupferstich-Kabinetts gelegen. Bei der Aufarbeitung des umfangreichen Bestandes niederländischer Zeichnungen des 16. Jahrhunderts stießen Wissenschaftler auf eine sogenannte Fischleimpause. Davon gebe es sonst weltweit nur ein erhaltenes Exemplar in Basel, sagte Kunsthistoriker Tobias Pfeifer-Helke der dpa. Das dem heutig...

Die Idylle umflort

Die skandinavische Idylle ist umflort. Aber schon jetzt darf der Eindruck geäußert werden: Der Täter von Oslo dient in den einschlägigen Kommentaren vor allem der Munitionierung des handelsüblichen Politkampf-Vokabulars: erst Islamhass, dann christlicher Fundamentalismus, dann Rechtsextremismus, Linkenfeindlichkeit, dazu die national-soziale Schieflage – die Begriffe umschwirren eine for...

Ehe? Eine großherzige Verbindung
ndPlusKlaus Bellin

Ehe? Eine großherzige Verbindung

Als sie im März 1829 starb, blieb ein einsamer, leidender Wilhelm von Humboldt zurück. Nun lagere sich die Öde über das Haus, den Familienkreis, das Dasein, schrieb er, gefangen in Trauer, an Caroline von Wolzogen, und diese Öde weiche nie wieder. Jeden Abend, auch bei Wind und Wetter, pilgerte er nun durch den Park von Schloss Tegel zum Grab seiner Frau, er las ihre Briefe und ordnete sie, und we...

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Die Rezension

Angst lernt jeder Mensch im Leben kennen. Wissenschaftler sehen in der Angst eine »biologisch sinnvolle Reaktion mit hohem Überlebenswert«, die der Signalisierung und Vermeidung von Gefahr dient.Doch aus Angst kann sich auch eine psychische Störung entwickeln, begleitet von Abhängigkeitsproblemen und Depressionen und einem hohen Verlust an Lebensqualität. Um dieses Phänomen geht es in dem Buch des...

Millionen Bakterien auf Maus und Tastatur

Die Ehec-Erkrankungen haben das Thema Hygiene wieder in den Vordergrund gerückt. Doch ob Schreibtisch oder Toilettenbrille – Keime lauern überall, nur wenige sind wirklich gefährlich. Allein auf den täglichen Arbeitsgeräten Tastatur, Maus und Telefonhörer tummeln sich bis zu zehn Millionen Bakterien. Die Toilettenbrille ist dagegen ein sauberes Örtchen.

ndPlusAngela Stoll

Unterschätztes Risiko

Man kann sie nicht fühlen, nicht riechen, nicht schmecken: Gerade deshalb hat radioaktive Strahlung für viele Menschen etwas Unheimliches. Ein großer Teil der jährlichen Stahlenbelastung geht auf das Edelgas Radon zurück, das in Böden, Gesteinen, Gewässern und in der Luft vorkommt. Studien zufolge ist es nach dem Rauchen die zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs in Deutschland.

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Heiner Gerhardts, SID

Die neuen Könige

Uruguay feiert die Wiedergeburt seiner Fußball-Nationalmannschaft. Nach Platz vier bei der WM im vergangenen Jahr krönten sich Diego Forlán und Co. am Sonntag bei der Copa America zu den neuen Königen des südamerikanischen Kontinents.

ndPlusJürgen Holz

Mäßige WM-Generalprobe

»Regen und Wind gehören zur Leichtathletik.« Mit dieser lapidaren Feststellung bemühte sich DLV-Cheftrainer Herbert Czingon, die unterm Strich mäßige WM-Generalprobe bei den 111. deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Kassel zu erklären. Allerdings konstatierte er hinsichtlich nur weniger WM-Normleistungen und weitgehend ausgebliebener Steigerungen ohne Umschweife: »Der Verband hatte sich meh...

ndPlusMarc Zeilhofer und Christian Kunz, dpa

Lust auf mehr

Bei der Siegerehrung war Alexander Dale Oen ein wenig vom Leid Norwegens in diesen Tagen anzumerken. Mit feuchten Augen behielt der Weltmeister über 100 Meter Brust mühsam die Fassung, die er tags zuvor noch bei Fragen nach den Attentaten von Oslo verloren hatte. »Die Hymne, die Flagge, ich habe an alle zu Hause gedacht und dann kam alles wieder hoch«, sagte der 26-Jährige. Wie in den Vorläufen ti...

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»Wir sind am Boden zerstört«

»Wir sind am Boden zerstört«

Die Eltern der gestorbenen Sängerin Amy Winehouse haben in London trauernde Fans besucht und sich für die Anteilnahme aus aller Welt bedankt. »Wir sind am Boden zerstört und ich bin sprachlos – aber Danke, dass Ihr da seid«, sagte Amys Vater Mitch Winehouse gestern vor dem Haus seiner Tochter, in dem die 27-Jährige (Foto: AFP/Stansall) am Samstag tot aufgefunden worden war. Seit der Todesnac...

Er wirkte wie ein Verrückter

Er wirkte wie ein Verrückter

Nach mehr als zwei Monaten völliger Anonymität hat das angeblich von Dominique Strauss-Kahn angegriffene Zimmermädchen sein Schweigen gebrochen. In langen Interviews für »Newsweek« und ABC ging Nafissatou Diallo am Sonntag in die Offensive und berichtete ihre Version der Geschichte. Dabei bleibt die 32-Jährige dabei, dass der Ex-Währungsfondschef sie zum Oralsex gezwungen habe. Er habe »wie ein ve...

Irina Wolkowa, Moskau

40 Meter bis zur rettenden Sandbank

Neben den letzten acht Leichen bargen Rettungsmannschaften aus der »Bulgaria«, die vor zwei Wochen auf dem Kuibyschewer Meer – einem Wolga-Stausee – mit 201 Menschen an Bord gesunken war, gestern auch das Logbuch. Die letzte Eintragung nahm der Kapitän offenbar vor, als ihm das Wasser im Wortsinn bereits bis zum Hals stand. Demzufolge versuchte die Besatzung, eine Sandbank zu erreichen...