Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 1

Wall Street wieder belagert

New York (Agenturen/nd). Belagerungszustand in Manhattan: Bei Protesten der »Occupy Wall Street«-Bewegung kam es in New York zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Laut US-Medien wurden über 250 Personen festgenommen. Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen in der Nähe der Börse verletzt. Tausende Menschen waren nach Aufrufen über Netzwerke wie Faceboo...

Unten links

Die Eurokrise brodelt vor sich hin und in Deutschland wird bereits heimlich über Alternativwährungen nachgedacht. Dabei geht es beileibe nicht nur um die D-Mark, sondern beispielsweise auch um die Mark Brandenburg. Allerdings stößt die Idee ihrer bundesweiten Einführung besonders in Süddeutschland und Berlin auf Widerstand. Auch der Kreuzer hat bislang nur in Fachministerien Sympathien, so als Pan...

Ja zu Beobachtern

Damaskus / Kairo (Agenturen/ nd). Präsident Baschar al-Assad hat die von der Arabischen Liga vorgeschlagene Entsendung von Beobachtern nach Syrien grundsätzlich gebilligt. Assad fordert jedoch Änderungen in dem von der Liga dafür formulierten Protokoll, das die Einzelheiten dieser Beobachtermission regeln soll. Das teilte der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, am Freitag mit. »Diese Änderun...

Peter Sonntag

Terrorzelle wächst zur Gruppe

Am Freitag gab die Bundesanwaltschaft bekannt, nun zwei weitere Nazis des Rechtsterrors zu verdächtigen. Spuren führen nach Thüringen und Sachsen. Die Justiz- und Innenminister verabreden ein »Abwehrzentrum Rechts«.

ndPlusMicha Brumlik

Der Staat muss politisch antworten

Im Unterschied zu allen europäischen Nachbarländern scheint in Deutschland eine rechtspopulistische Partei (noch?) keine parlamentarischen Chancen zu haben. Und das dem Umstand zum Trotz, dass sich ein entsprechendes Potenzial bis weit in die Mitte der Gesellschaft und in das Bildungsbürgertum hinein erstreckt; das hat etwa der fulminante Verkaufserfolg der wissenschaftlich verbrämten Hetzschrift ...

Seite 2

»Lebensträume fördern«

Es ist ein freudiges Jubiläum. Zum zehnten Mal ruft das »nd« gemeinsam mit SODI, INKOTA und Weltfriedensdienst zur Weihnachtsspendenaktion auf. Die diesjährige Solidaritätskampagne »Lebensträume fördern« soll Menschen in Argentinien, Laos und Guatemala stellvertretend helfen, ihre grundlegenden Menschenrechte zu stärken.

ndPlusWilli Volks, INKOTA

Goldrausch zerstört Lebensraum

Gold erzielt auf dem Weltmarkt Spitzenpreise. Das veranlasst transnationale Konzerne, auch im guatemaltekischen Hochland Gold abzubauen. Aber was für die Konzerne ein äußerst lukratives Geschäft darstellt, ist für die arme, vorwiegend indigene Bevölkerung ein Desaster.

Martin Zint, WFD

Campesinos kämpfen um ihr Land

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Völker der Kolla und der Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen.

Kriegsfolgen beseitigen und Armut überwinden
Dörte Lüneburg, SODI

Kriegsfolgen beseitigen und Armut überwinden

Seit Ende 2009 befreit SODI in seinem Integrierten Programm im Distrikt Khamkeut (Zentrallaos) Dörfer und Felder von explosiven Blindgängern, klärt die Menschen über die Gefahren auf und führt Entwicklungsprojekte zur Überwindung der Armut durch.

Seite 3
Thomas Ruttig, Kabul

Afghanistans Präsident auf Zickzackkurs

Seit Mittwoch tagen in Kabul die 2030 Delegierten einer »Traditionellen Loja Dschirga«, einer Ratsversammlung, die laut Verfassung nur in nationalen Ausnahmesituationen einberufen werden kann.

Seite 4

Neuer Neoliberalismus

Über die Köpfe der Bürger hinweg haben die politischen Eliten in Griechenland und Italien in dieser Woche den Weg für Jahre der Konsolidierung und Privatisierung eingeleitet. Da können noch so viele Zehntausende auf die Straßen ziehen - ihre Banner, Parolen und das bisschen Militanz halten die Staatsführungen nicht auf. Die neuen Regierungschefs Lucas Papademos und Mario Monti versprechen ihr...

Verhärtete Fronten

Die Rechnung scheint doch nicht so reibungslos aufzugehen wie gedacht. Denn die Räumungen der Occupy-Camps in den vergangenen Tagen, vor allem jene des Flaggschiffs im New Yorker Zuccotti-Park, hat offensichtlich nicht das damit erhoffte Ende der Bewegung eingeläutet - auch wenn die Lage der Protestierenden nicht einfacher geworden ist. Doch es waren wieder Tausende, die dem Aufruf zur Demonstrati...

Blinder Aktionismus

Da wird fast zufällig eine neonazistische »Terrorzelle« entdeckt, die im Laufe der Ermittlungen langsam, aber stetig auf Mannschaftsstärke anwächst. Es war doch klar: Drei Menschen, die mordend und Banken überfallend quer durch die Republik ziehen, können das nicht jahrelang unentdeckt tun, ohne Mittäter(innen) und ein gut aufgestelltes Unterstützungsnetzwerk zu haben. Die These von den wenigen od...

Anspruchsvoll
ndPlusGabriele Oertel

Anspruchsvoll

Nein, ein bequemer Partner ist Joachim Bischoff nicht. Mit hohem Anspruch - an sich wie an andere. Das konnten wir Mitte der 90er Jahre im »nd« erfahren, als der heute 67-Jährige als Kolumnist an der sozialistischen Tageszeitung mitbastelte und unseren zumeist ostdeutschen Lesern ökonomische wie politische Zusammenhänge vermittelte. Qualitativ wie quantitativ stellte er manchen Kollegen in Sachen ...

Warum keine Einsicht?

Warum keine Einsicht?

ND: Der Streit zwischen Greenpeace und dem Niedersächsischen Umweltministerium um die Strahlenmessungen am Zwischenlager Gorleben ist weiter eskaliert.Wir werfen dem Umweltministerium vor, dass es uns Einsicht in wichtige Akten zu dem Strahlenskandal verweigert. Greenpeace hat die Anträge nach dem Umweltinformationsgesetz gestellt. Drei Institutionen haben in Gorleben unterschiedliche Strahlenwert...

Seite 5
ndPlusHans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main

Auswege aus der Misere

Europa und die Krise: Über Ursachen und Konsequenzen debattierten in Frankfurt am Main bei einer Konferenz der Linksfraktion im Bundestag Abgeordnete, Aktivisten und Interessierte.

Das Kreuz am Sautrog
René Heilig

Das Kreuz am Sautrog

Diesen Sonntag ist Totensonntag. Menschen richten Gräber ihrer Anverwandten her, decken sie mit Tannengrün. Friedhöfe sind ein Ort der Erinnerung, der Besinnung, sagt Pfarrer Oliver Meißner. Menschen denken an Menschen und über Menschen nach.

Seite 6

Wo kommen Sie denn her?

Schwerin (ND-Schäfer). Am Donnerstag beschäftigte sich auch der Schweriner Landtag auf gemeinsamen Antrag der demokratischen Parteien mit der rechtsextremen Mordserie um den sogenannten NSU. Auch die NPD distanzierte sich - doch wie gereizt die Braunen tatsächlich sind, zeigte sich in den Abendstunden. Da brachte Hikmat Al-Sabty, Abgeordneter der Linksfraktion, einen Antrag ein, Asylbewerber dezen...

Robert D. Meyer, Leipzig

Politik versagte auf ganzer Linie

Die Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrundes« ist nur die Spitze des Eisberges, so die Einschätzung von Beratungsprojekten gegen Rechtsextremismus aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sie fordern gesellschaftliche statt sicherheitspolitischer Antworten.

ndPlusHendrik Lasch, Zwickau

Zwickau will Abstand

War es Zufall, dass sich drei rechte Terroristen in Zwickau niederließen? Ja, sagt die Stadt und will ihr Image aufpolieren. Zugleich wird eingeräumt, dass die rechte Szene gut etabliert ist.

Seite 7

Massenprotest und »nationaler Neubeginn«

Aus Protest gegen die Sparpläne der neuen griechischen Regierung sind in Athen und Thessaloniki Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen. Ein Schuldenschnitt für das Land wird im Januar erwartet.

Karin Leukefeld, Damaskus

»Nachts will jeder zu Hause sein«

Eine Gruppe ausländischer Journalisten hat in Begleitung von Vertretern des syrischen Informationsministeriums die Stadt Hama besucht.

Wall Street frei geknüppelt

Bei den Protesten der Occupy-Bewegung in New York ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Seite 8
ndPlusOlaf Standke

EU-Parlament für Verbot von Streubomben

Das Europäische Parlament hat jetzt mit großer Mehrheit eine Resolution gegen die Aufweichung des Osloer Abkommens zum Verbot von Streumunition (Convention on Cluster Munitions CCM) beschlossen.

Thomas Berger

Myanmar erhält eine Chance

Einen dreifachen Ritterschlag hat Myanmars (Burmas) neue Regierung diese Woche erhalten. Die ASEAN entschied bei ihrem Gipfeltreffen, dass Myanmar 2014 den Vorsitz des südostasiatischen Staatenbundes übernehmen darf. Die Oppositionspartei NLD will sich künftig an Wahlen beteiligen, und sogar eine Lockerung westlicher Sanktionen ist vorstellbar.

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Daimler muss sich verantworten

Der Daimler AG wird der Prozess gemacht. Der Konzern muss sich in den USA dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit der Militärdiktatur in Argentinien in den 70er Jahren stellen.

Seite 9

Debatte um die Rolle der EZB

Frankfurt am Main (dpa/nd). EZB und Bundesbank stemmen sich gegen den wachsenden Druck zu einer Lösung der Eurokrise mithilfe der Notenpresse. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, mahnte, die Ende Oktober gefassten Beschlüsse zur Euro-Stabilisierung rasch umzusetzen. Nachdem mit Italien Europas drittgrößte Volkswirtschaft in den Sog der Krise geriet, wird fast täglic...

Merkel will Änderungen für Eurozone

Berlin (AFP/nd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für Änderungen an den EU-Verträgen ausgesprochen, die ausschließlich die Eurozone betreffen sollen. Angesichts der Schuldenkrise brauche es »mehr Bindekraft und mehr Durchsetzungsmöglichkeiten für die europäischen Institutionen«, sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron in Berlin. D...

Elefanten auf See

Hamburg (dpa/nd). Die deutschen Reedereien sind alarmiert: Ein Preisverfall in der Schifffahrtsbranche setzt vor allem die Mittelständler unter Druck. Ausgelöst wird der Verfall der Frachtraten durch einen erheblichen Kapazitätszuwachs der Schiffe, wie der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Ralf Nagel, der dpa berichtete. Große internationale Linienreedereien drängten mit Transpo...

ndPlusBenjamin Beutler

Heuschrecken fressen nachhaltig

Wegen strengerer staatlicher Regulierung und schlechtem Image setzt die Branche der Beteiligungsgesellschaften verstärkt auf den Nachhaltigkeits-Stempel. Laut einer aktuellen Studie könnten durch einen solchen Investmentansatz auch höhere Erträge generiert werden.

Folke Havekost

Energiepolitik auf dem Prüfstein

In Hamburg wurde gestern die Energiepolitik der Hansestadt verhandelt. Zuerst im Erörterungsverfahren zu den Einwendungen gegen eine geplante Fernwärmetrasse durch die Elbe, dann bei der Anhörung eines Volksbegehrens zur Rekommunalisierung der Energieversorgung vor der Hamburgischen Bürgerschaft.

Seite 12

Nichts zu erwarten

Die Altmeister Tobias Angerer und Axel Teichmann sind topfit, Nicole Fessel steht vor dem Durchbruch, doch Jochen Behle dämpft die Erwartungen. Nach einer »nicht ganz einfachen« Vorbereitung gibt sich der Bundestrainer vor dem Weltcupstart der Skilangläufer am Samstag im norwegischen Sjusjöen bewusst zurückhaltend. »Uns fehlt die Wettkampfpraxis, und es ist noch früh. Daher rechne ich mir nicht al...

Zurück auf dem Podest

Claudia Pechstein strahlte vom Siegerpodest: Mit Platz drei beim Auftakt des Eisschnelllaufweltcups im russischen Tscheljabinsk ist die fünfmalige Olympiasiegerin auch im Alter von 39 Jahren wieder Weltspitze. Über 3000 Meter hängte sie auch die nationale Konkurrenz klar ab, Rivalin Stephanie Beckert kam nach Rückenproblemen am Freitag auf Platz acht. Bei der Weltcup-Premiere im Ural fühlte si...

Klaus Bergmann und Heinz Büse, dpa

Knaller ohne Vorgeplänkel

Bei Uli Hoeneß löst jener desaströse Fußballabend auch neun Monate später immer noch Bauchschmerzen aus. Mit 3:1 düpierte das junge Dortmunder Meister-Ensemble am 26. Februar »seinen« FC Bayern in der eigenen Arena - und der auf der Tribüne fürchterlich leidende Vereinspräsident konnte nach der sportlichen Demütigung den seinerzeit um 16 Punkte enteilten BVB anschließend nur noch mit dem Fernglas ...

ndPlusAlexander Ludewig

Alarmstimmung in Rostock

»Ausnahmezustand« in Rostock. So ungern Bernd Hofmann den Begriff benutzt, am heutigen Sonnabend spricht auch der Vorstandsvorsitzende des FC Hansa davon. »Da brauchen wir erst gar nicht drum herum reden.« In der Vorbereitung auf die brisante Zweitligapartie gegen den FC St. Pauli ging es für die Rostocker daher auch mehr um höchste Sicherheitsvorkehrungen als um die sportliche Herausforderung. ...

Seite 13

Uni-Raum besetzt

(dpa). Protestierende Studenten halten seit Donnerstagabend einen Raum der Humboldt-Universität besetzt. Sie fordern unter anderem mehr Selbstbestimmung im Studium, einen hürdenfreien Zugang zur Hochschule und mehr Geld für Bildung. Im Anschluss an eine Demonstration am Mittag hatte sich eine Gruppe von rund 150 Studenten erst im Grimmzentrum versammelt, war dann aber in den Kinosaal im HU-Hauptge...

Woelki gegen Asyl-Knast

(epd). Die Kritik an der geplanten Flüchtlingseinrichtung auf dem künftigen Großflughafen in Berlin-Schönefeld reißt nicht ab. Berlins Erzbischof Rainer Maria Woelki appellierte am Donnerstag an die Verantwortlichen, aus humanitären Gründen auf Bau und Betrieb einer Haftanstalt für Asylbewerber zu verzichten. Das sogenannte Flughafenverfahren bedeute für die Flüchtlinge einen Verlust an Rechtsstaa...

Strom wird teurer

(dpa). Bei seiner Preiserhöhung zum Jahreswechsel verlangt der Energiekonzern Vattenfall von seinen Online-Kunden den größten Aufschlag. Im Tarif Berlin Easy Privatstrom steigt der Verbrauchspreis um 8,8 Prozent auf 23,36 Cent pro Kilowattstunde, wie Vattenfall Europe am Freitag mitteilte. Im Grundversorgungstarif fällt die Anhebung geringer aus, hier sind es 7,4 Prozent auf 24,23 Cent. Weil de...

Bernd Kammer

Geburtstage mit Otto

Der 16. November ist für Frank Henkel immer ein ganz besonderer Tag. Logisch, da hat er Geburtstag. Der 16. November 2011 dürfte für den CDU-Chef aber so etwas wie Kindergeburtstag und Weihnachten zusammen gewesen sein. Da gab's von der SPD pünktlich um null Uhr einen Korb mit 48 Muffins und obendrein den Koalitionsvertrag. Von der CDU gab's Sekt - Rotkäppchen! * Der 16. November ist für Car...

Kopflose Grüne

(dpa). Auch in der dritten Krisensitzung am Freitag fand sich niemand in der 29-köpfigen Berliner Grünen-Fraktion bereit, als Fraktionschef/in an der Doppelspitze zu kandidieren. Deshalb musste sich die Fraktion erneut bis Montag vertagen, wie die Co-Vorsitzende Ramona Pop am Freitag in der Hauptstadt mitteilte. Seit drei Wochen tobt ein Machtkampf in der Fraktion. Der nach der Wahl gestärkte l...

Gegen S-Bahn-Pläne

(dpa). Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lehnt eine Teilausschreibung des Berliner S-Bahnbetriebes ab und hat für Montag zu einer Protestkundgebung vor dem SPD-Landesparteitag aufgerufen. Das Motto lautet »Rettet unsere S-Bahn«. »Eine Teilausschreibung würde zwangsläufig zur Trennung von Infrastruktur und Betrieb und damit zur Zerschlagung der S-Bahn führen«, erklärte am Freitag der EV...

ndPlusSonja Vogel

LINKE prüft Verfassungsklage

»Der Koalitionsvertrag wird den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Er ist ein Dokument des Stillstands.« Die Worte, die der Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Udo Wolf, gestern für das nur wenige Stunden zuvor veröffentlichte Regelwerk der rot-schwarzen Regierung fand, waren deutlich. Ganz offensichtlich fühlte Wolf sich wohl in seiner Rolle als Sprachrohr der Opposition - nach zehn Jahren Regierungs...

Seite 14

»Unnötige Schnittstelle«

(dpa). Die angekündigte Trennung zwischen Wissenschaft und Forschung im neuen Berliner Senat stößt bei den drei großen Universitäten der Hauptstadt auf Unverständnis und Kritik. »Wissenschaftsstrategisch ist das genau das Gegenteil von dem, was wir brauchen«, sagte Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Humboldt-Universität am Freitag. Kein anderes Bundesland verfahre so. Nach den Vorstellungen vo...

Komische Oper will mehr Unterhaltung

(dpa). Schrill, risikofreudig, originell - der künftige Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, will den anderen beiden großen Musiktheatern der Hauptstadt nicht nachlaufen. »Es macht keinen Sinn, wenn die Komische Oper versucht, die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper zu spiegeln«, sagte Kosky vor Journalisten. »Wir müssen ein Risiko-Haus werden«, betonte der Australier, ...

Traurige Talkshow

Es ist schön, dass sich das Theater der Finanzkrise annimmt. Es stellt zudem ein wichtiges programmatisches Zeichen dar, wenn ein Theater, das gerade neu eröffnet, sich als Einstiegsproduktion das Stück einer freien Gruppe zu diesem Thema wählt. Und wenn dann dieses Theater auch noch mit Geldern bestritten wird, die hauptsächlich am sogenannten freien Markt erwirtschaftet werden, dann lässt sich e...

Füttern verboten
ndPlusSigrid Hoff, epd

Füttern verboten

Ein Falke nistet auf dem Fernsehturm, Enten brüten auf dem Hochhausbalkon. Eine Ausstellung des Berliner Naturkundemuseums zeigt, wie sich mitten in der Großstadt Mensch und Tier begegnen. Doch das Zusammenleben bringt auch Konflikte mit sich. Die Bache mit ihren Frischlingen weckt Sympathien - außer, wenn die Wildschweine den eigenen Vorgarten zerwühlen. Auch der Fuchs, der Mülltonnen nach Es...

Seite 15

Glühwein und »Stille Nacht«

(dpa). Seit Tagen wird fleißig gehämmert und geschraubt, der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln liegt hier und da schon in der Luft: An diesem Montag öffnen die ersten Weihnachtsmärkte, traditionell einen Tag nach dem Totensonntag. Ob nostalgisch am Opernpalais, alternativ in Prenzlauer Berg oder lieber bunt und ausgelassen am Alexa, die langen Winterabende muss jedenfalls keiner auf dem...

Bernd Kammer

S-Bahn bremst sich aus

Es ist immer noch ziemlich viel Sand im Getriebe der S-Bahn - oder besser zu wenig. Weil im Herbst die Fahrzeuge mehr Bremssand verbrauchen, sind viele mit fast leeren Sandbehältern unterwegs. Folge: Sie können automatisch statt 80 nur noch Tempo 60 fahren. In den vergangenen Tagen hat das die Fahrpläne ziemlich durcheinander gewirbelt. Hinzu kommt ein Mangel an Fahrern, der immer wieder zu Zugaus...

Leere Kanzeln

Die evangelischen Kirchen in Deutschland reagieren auf Mitgliederschwund und demografischen Wandel - mit Reduzierung der Pfarrstellen. Zugleich ist bereits jetzt ein Nachwuchsproblem unübersehbar.

Volker Stahl, Hamburg

Wenn es um 4.20 Uhr an der Tür klopft

In Hamburg leben derzeit 1500 Roma mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Ihnen droht die Abschiebung - auch Schwerkranken wie dem dreifachen Familienvater Boban Racipovic (41). Er hofft auf eine Aussetzung der Abschiebung in den Wintermonaten.

Seite 16

Ermittlungen gegen Neonazi Wiese

Hof (dpa/nd). Gegen den vorbestraften Neonazi Martin Wiese wird erneut ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Hof hat nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet. »Ihm wird zur Last gelegt, am Sonntag in Wunsiedel gegen ein Kontaktverbot verstoßen zu haben«, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt am Freitag in Hof. Wiese war vor sechs Jahren in München in einem T...

Bei Einkauf in Polen auf Beleg achten

Frankfurt (Oder) (dpa). Bei Einkäufen in Polen sollten Kunden um eine Quittung bitten, um später reklamieren zu können. Ein Umtausch von Waren sei auch im Nachbarland Kulanzsache. Soll etwas wegen Mängeln zurückgegeben werden, ist eine Quittung erforderlich, erläuterte die Verbraucherzentrale Brandenburg am Freitag in Frankfurt (Oder). Fehlerhafte Ware könne in Polen grundsätzlich reklamiert werde...

Märkische Wanderungen

Potsdam (dpa/nd). Die Bevölkerungsentwicklung in Brandenburger Orten wird vor allem durch Zuzüge und Abgänge und weniger durch Geburten und Todesfälle bestimmt. Das ist ein Ergebnis einer Wanderungsanalyse für die Jahre 2000 bis 2009, die das Infrastrukturministerium am Freitag in Potsdam veröffentlichte. Danach ging die Einwohnerzahl in den 46 sogenannten Zentralen Orten des Landes mit Versorgung...

Christstollen aus der Krypta
Robert Luchs, Mainz

Christstollen aus der Krypta

In diesen Tagen öffnen vielerorts die Weihnachtsmärkte, an den Standorten wird gehämmert und geschraubt. In Mainz gibt es eine besondere Art der Vorbereitung auf die Adventszeit.

ndPlusWilfried Neiße

Noch kein Bürgerbus ausgefallen

Der Spruch »Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott« soll auf den Straßen Brandenburgs eine weitere Bestätigung finden. Weil hier und da schon ehrenamtlich gesteuerte Kleinst-Linienbusse den öffentlichen Nahverkehr aufrecht erhalten, sponsort die Landesregierung jetzt für die uneigennützigen Kraftfahrer ein Sicherheitstraining. Aus Lottomitteln wird das Fahrsicherheitstraining für 59 Bürgerbusfahr...

ndPlusJörg Schurig, dpa

Kafkaeske Heimkehr

51 Jahre lang hat das Kraszewski-Museum in Dresden ein Kapitel deutsch-polnischer Kultur gepflegt. Jetzt müssen fast alle Exponate nach Polen zurück - weil das Parlament in Warschau es so will. Ab 19. Dezember rollen die Lastkraftwagen vor. Der Direktor der Städtischen Museen Dresden bedauert dieses »Lehrstück der Staatsbürokratie«.

Seite 17
Die Theaterfabrik
Christina Matte

Die Theaterfabrik

Es sieht aus wie in der Werkhalle einer Maschinenbaufabrik. Elektrische Laufkatzen unter der Decke, Betonfußboden, Schweißblenden, Abkantbänke, Metallbandsägen, Plasmaschneider, Bohrmaschinen, Schlagscheren und Rohrbieger. Doch hier entstehen weder Krananlagen noch Werkzeugmaschinen, sondern Treppen, Bettgestelle und sogar - Uhren. Je nachdem, was gebraucht wird. Die drei Berliner Opernhäuser, das...

Seite 18
Entschärfung von Eigentum
ndPlusRalf Hutter

Entschärfung von Eigentum

Alternative Nahrungsmittelversorgung: Gesunde Lebensmittel für alle. Diesen Anspruch versuchen kleine Initiativen auf verschiedene Art und Weise umzusetzen. Die vor allem in Brandenburg beheimatete »Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit« unterstützt nichtkommerzielle Landwirtschaft, bei der die Produkte kostenfrei abgegeben werden.

Seite 19
»Respektiere den Barsch!«
ndPlusRudolf Stumberger

»Respektiere den Barsch!«

»Geld - das ist es, was ich will«, sang 1960 Barret Strong und begründete damit den ersten Hit des später berühmt gewordenen Motown-Labels. Das war die Zeit, als in Detroit chromblitzende Straßenkreuzer von den Bändern der Automobilfirmen Ford, General Motors und Chrysler rollten. Die Stadt mit Schiffsanbindung zu den Großen Seen war eine blühende Metropole und die Industrie benötigte Tausende von...

Seite 20
Rainer Klis. Abspann zur Freiheit des Westens

Rainer Klis. Abspann zur Freiheit des Westens

In die kleine Stadt eines großen Kollegen zu ziehen, egal, wann er den Schirm zugemacht hat, kann einen vielversprechenden Schriftsteller schneller um seine Zukunft bringen, als er sich vom Umzug erholt. Eine Erkenntnis, die ich gern ungefragt weitergebe, ohne damit gleich mein Recht auf gesunde Missgunst abzutreten. Ich wäre dankbar gewesen, wenn mich einer gewarnt hätte - ich landete, wo ein Kar...

Seite 21
Erweiterter Raubbau am Menschen
ndPlusHerbert Schwenk

Erweiterter Raubbau am Menschen

In jüngster Zeit hat die massenhafte Zunahme psychischer Erkrankungen die Medien stark beschäftigt. Unter Bezugnahme auf die prominenten Burnout-Fallbeispiele Sven Hannawald, Robert Enke, Tim Mälzer und Ralf Rangnick rückten gleich mehrere Talk-Shows das Thema ins Rampenlicht. Maybrit Illner titelte am 6. Oktober: »Burnout - müssen wir bald alle auf die Couch?« und Frank Plasberg am 14. November »...

Seite 22
Die Legende vom genügsamen chinesischen Arbeiter
Dr. Rolf Geffken

Die Legende vom genügsamen chinesischen Arbeiter

China entdeckt seine eigene Geschichte als »Reich der Mitte« im 21. Jahrhundert wieder: Während die westliche Welt unter der Finanzkrise leidet, entwickelt Peking deutlich spürbar außenpolitisches Machtbewusstsein. Zugleich muss das Land jedoch für eine Vielzahl von Problemen Lösungen finden. In einer vierteiligen nd-Serie schildern vier Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln ihre Sicht auf verschiedene Lebensbereiche Chinas.

Seite 23

WOCHEN-CHRONIK

18. November 1901: Die USA und Großbritannien schließen in Washington einen Vertrag, der den USA das Alleinrecht für den Bau und die Verwaltung des Panamakanals einräumt. 20. November 1811: Friedrich Krupp gründet in Essen ein Gusseisenwerk, Keimzelle des späteren Krupp-Konzerns. 21. November 1806: Napoleon verfügt gegen Großbritannien eine Kontinentalsperre; alle französischen Häfen werden ...

Gabriele Reuter
ndPlusMartin Stolzenau

Gabriele Reuter

Sie kam »Aus guter Familie«, wie dann auch ihr erster Bestseller hieß. Die Schriftstellerin Gabriele Elise Karoline Alexandrine Reuter (Foto: Archiv) wurde am 8. Februar 1859 in Alexandria in Ägypten geboren. Ihr Vater kam aus Pommern und war als Großkaufmann am Nil zu Reichtum gelangt. Ihre Mutter entstammte der Familie Behmer, die einige Künstler hervorbrachte. Nach ersten Kindheitsjahren in Ägy...

Demagogie der Nazis entlarvt
ndPlusKurt Finker

Demagogie der Nazis entlarvt

Uns, die wir Aufstieg und Niedergang der SED, der »Partei neuen Typus«, miterlebt haben, können manche kritischen Äußerungen des Sozialdemokraten Julius Leber heute noch Anstoß zum Nachdenken geben. Etwa folgende: »Das politisch-ökonomische Gesamtgebäude der marxistischen Ideologie ist bekannt genug: in der kapitalistischen Weiterentwicklung liege zugleich der Todeskeim für den Kapitalismus selbst...

Sektierer, Lernender und Märtyrer
Mario Keßler

Sektierer, Lernender und Märtyrer

In der DDR galt er als Renegat des Kommunismus, im Westen wurde er, wenn überhaupt, nur in Verbindung mit seiner Lebensgefährtin Ruth Fischer (1895-1961) genannt: Arkadij Maximowitsch Maslow, geboren als Isaak Jefimowitsch Tschemerinskij am 9. (21.) März 1891 in Jelisawetgrad im Zentrum der Ukraine. Die Familie war 1899 vor den antisemitischen Pogromen nach Dresden geflohen, wo Maslow aufwuch...

Seite 24
PLATTENBAU
ndPlusAndré de Vos

PLATTENBAU

Nachdem Deutschlands exaltierteste Band, Knorkator, 2010 beschlossen hatte, »mit dem Aufhören aufzuhören«, stellte sich für die Musiker die Frage, wie es weitergehen könnte. Ihre letzte Scheibe von 2008, »Das nächste Album aller Zeiten«, hatte, was die Symbiose von Metal, Trash, klassischen Adaptionen und inhaltlichen Aussagen angeht, die Messlatte auf ziemliche Höhen gebracht. Der neue Weg, d...

Chaos als Endzustand der Welt
ndPlusVolkmar Draeger

Chaos als Endzustand der Welt

Tonstörung, das diesjährige Motto der euro-scene Leipzig, meine nicht allein Missklänge in der Musik, sagt Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff: Allgemeiner gehe es darum, Störungen in der Gesellschaft in der ästhetischen Form von Kunst aufzuzeigen. Mit zwölf Gastspielen aus zwölf Ländern in 25 Vorstellungen auf den Bühnen von zehn Spielstätten war die 21. Ausgabe des Festivals für Theater,...

Peter Gosse

Vom harmvollen Los der Abgehängten

Drei Begriffe sind es, die von altersher die bemerkenswürdige Kunstleistung verstehen helfen: ars - ingenium -- doctrina. Diese Dreigestalt, oder Dreifaltigkeit, müsse sich im Werk als beherzigt auffinden lassen. Ars meint dabei nicht Kunst in Bausch und Bogen, sondern das Hand- oder vielmehr Mundwerk; ingenium -- wir hören es ja - jene von Natur gegebene besondere geistig-seelische Prägung; doctr...

Seite 25

Der 404.

Der Schweizer Komponist Thomas Kessler ist neu in die Akademie der Künste in Berlin aufgenommen worden. Damit hat die internationale Künstlergemeinschaft derzeit 404 Mitglieder. Kessler, 1937 in Zürich geboren, lebt in Basel und Toronto. Nach Germanistik- und Romanistikstudien in Zürich und Paris absolvierte er eine Kompositionsausbildung in Berlin unter anderem bei Boris Blacher. Er unterricht...

Nackt - Au weia!

Gegen den bekannten chinesischen Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei wird nach dessen Angaben nun auch wegen des Vorwurfs der Pornografie ermittelt. Sein Assistent sei am Vortag auf eine Polizeistation gebracht worden, sagte Ai am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat. »Sie haben ihm ganz klar gesagt, dass sie jetzt gegen mich wegen Pornografie ermitteln.« Die Behörden hätten...

Neu aufgerollt

Der mysteriöse Tod der US-Filmlegende Natalie Wood wird neu untersucht. Es gebe neue Informationen zu den Todesumständen des Stars aus »West Side Story« und »Denn sie wissen nicht, was sie tun«, erklärte die Polizei in Los Angeles am Donnerstag (Ortszeit). Wood war 1981 im Alter von 43 Jahren beim Segeln vor Catalina Island nahe Los Angeles ums Leben gekommen. Damals waren die Ermittler zu dem Sch...

O schönes Übermaß!

O schönes Übermaß!

Seit Januar veröffentlichte »nd« in loser Folge diese Marginalien. Dies hier ist das letzte, das Abschiedsblättchen der Reihe, die uns ein wenig ins Wesen wuchs. Puzzleteile eines unendlich verzweigten, grenzenlos scheinenden Bildes, zu dem Kleist immer wieder anregte und weiter anregt - Künstler und Kritiker, Essayisten und Wissenschaftler. Wir haben Interviews mit Kleist-Leidenschaftlichen gefüh...

Nur die Eine
Marion Pietrzok

Nur die Eine

Bad Mergentheim ist unscheinbar, als Stadt wohl kaum der Rede wert. Mehr von sich her machen das nahegelegene Würzburg oder Rothenburg ob der Tauber. Aber zur Deutschordenstadt, als die wenigstens Bad Mergentheim sich rühmt, gehört das hohenlohisch-fränkische Dorf Stuppach. Ein mit Einfamilienhäusern besetzter klitzekleiner Ort, von dem scheinbar ebenfalls nicht viel zu sagen ist. Jedoch, er behei...

Seite 26

DOKfilm: Erfinder, Playboy, SS-Offizier

Paul Maria Hafner starb 2010 im hohen Alter von 87 Jahren. Zuletzt lebte der gebürtige Südtiroler in Spanien, davor war er als Erfinder und Schweinezüchter tätig und pflegte als Playboy einen verschwenderischen Lebensstil. Das allein wäre kaum Wert, darüber einen Film zu drehen. Hafner war aber auch im Krieg Angehöriger der Waffen-SS. Bis zuletzt träumte der Nazi vom kommenden Vierten Reich. 20...

ndPlusHeiko Hilker

OUT of SPACE: Quotierte Redezeit

Während in Deutschland vor allem die Linkspartei darüber klagt, zu wenig Beachtung in TV und Rundfunk zu finden, hat unser westlicher Nachbar Frankreich eine elegante, wenn auch bürokratische Lösung zur Regelung des Redeflusses von Politikern in der Öffentlichkeit gefunden. In Frankreich gibt es eine Behörde, die die Redezeiten der Politiker in den elektronischen Medien kontrolliert, sehr zum Ärge...

ndPlusEnno Park

BLOGwoche: Mit Twittern Geld verdienen

Das Problem ist bekannt: Wir v verbringen den ganzen Tag auf Twitter, haben Tausende liebevoll gehegte Follower, die uns in Form kleiner Sternchen auf Favstar applaudieren, aber all das ändert nichts daran, dass das Jobcenter nur 364 € und die halbe Miete unserer überteuerten Gentri-Wohnung im Szene-Kiez überweist, so dass wir gezwungen sind, das dritte Zimmer illegal an BWL-Studenten zu vermieten...

ndPlusUwe Sievers

Gefahr im Netz

Facebook, Onlinebanking und E-Commerce - die gesellschaftliche Bedeutung des Internets wächst beständig. Aber diese Entwicklung birgt Risiken: »Die Sache wird gerade lebensgefährlich«, meinen die beiden Autoren Thomas Fischermann und Götz Hamann in ihrem Buch »Zeitbombe Internet« zu aktuellen Sicherheitsproblemen des Netzes. Das reißerisch geschriebene Sachbuch behandelt unter anderem den Kampf ge...

Robert Meyer

»Döner-Morde« und »Bratwurst-Nazi«

Kennen Sie die »Weißwurst-Morde« aus den 90er Jahren? Damals wurden acht deutschstämmige und ein österreichischer Kleinunternehmer in der Türkei eiskalt durch den Gebrauch einer gestohlenen Schusswaffe aus Polizeibesitz regelrecht hingerichtet. Zwei der neun Opfer betrieben in der Türkei einen Biergarten nach deutscher Tradition. Als Mörder stellten sich Jahre später drei ultrarechte türkische Nat...

Seite 27

Streitfrage: Kann man mit der Marktwirtschaft die Umwelt schützen?

Als die »soziale Marktwirtschaft« noch »Kapitalismus« hieß, waren die Illusionen eher gering. Spätestens aber seit die moderne Ökologie-Bewegung die »Nachhaltigkeit« entdeckte, versucht sie, Marktgesetze und Profitinteressen in Einklang zu bringen mit romantischen Vorstellungen von einer heilen, idyllischen Natur. Gelingt es einer solchen »ökologischen Marktwirtschaft«, den Kapitalinteressen der K...

Seite 28
Molekül mit Allradantrieb

Molekül mit Allradantrieb

Das kleinste Auto der Welt besteht aus einem einzigen Molekül. Es ist nur rund einen milliardstel Meter (Nanometer) lang und wird elektrisch angetrieben, wie die Entwickler um Ben Feringa von der Universität Groningen (Niederlande) im britischen Fachblatt »Nature« berichten. Das Nano-Elektroauto besitzt sogar einen Allradantrieb. Es sei zwar nicht das erste künstlich angetriebene Molekül, aber...

Ur-Kilo ist nur fast ein Kilo

Paris (AFP/nd). Über ein Jahrhundert galt ein Metallzylinder, der unter strengen Sicherheitsvorkehrungen nahe Paris aufbewahrt wird, als internationale Messeinheit für ein Kilogramm. An diesem Ur-Kilo messen Metrologie-Institute in aller Welt bisher ihre nationalen Kilo-Prototypen. Doch seit Jahren bereitet der 1889 in Großbritannien hergestellte Zylinder aus 90 Prozent Platin und zehn Prozent Iri...

ndPlusMartin Koch

Nachtschicht im Gehirn

Jeder Mensch träumt, auch wenn sich nicht jeder am folgenden Morgen daran erinnert. Denn Träume werden nicht ins Langzeitgedächtnis übertragen. Daher können wir einen Traum nur behalten, wenn wir mittendrin oder kurz danach aufwachen. Es gibt jedoch Menschen, sogenannte luzide Träumer (von lat. lux = Licht), die sich bewusst darüber sind, dass sie träumen, und die das Traumgeschehen sogar will...

ndPlusPeter Hoffmann

Venusatmosphäre und (k)ein Erhaltungssatz

Für den 10. Juli 1762 war in der Petersburger Akademie der Wissenschaften eine öffentliche Sitzung angesetzt, zu der wie üblich Vertreter des Hofes eingeladen waren. Als Vortrag war eine Rede Michail Wassiljewitsch Lomonossows vorgesehen »Über die Verbesserung von Spiegelteleskopen«. Diese Akademiesitzung fand jedoch nicht statt: Am Vorabend hatten sich die Garderegimenter gegen Kaiser Peter III. ...

Seite 29
Rennen zum Mount Drago
Heiko Frings

Rennen zum Mount Drago

Auf einem sich windenden Pfad führen wir zehn mächtige Drachen zum flammenden Gipfel des »Mount Drago«. Dort anzukommen ist das Ziel, doch mit welchem Drachen? Mit jedem, der uns gefällt! So trügerisch wie ein Chamäleon ziehen wir durch Ausspielen farblich passender, nummerierter Karten mit immer wieder wechselnden Drachen voran. Dabei sammeln wir Punkte, denn auf bestimmten Feldern werden groß...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Lösungen der je...

Gold-Wunder
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Gold-Wunder

Nach der vorletzten Runde der Mannschafts-EM war es die große Sensation: Deutschland schlägt Aserbaidshan und wird um Gold spielen! Zuvor hatte das deutsche Team in der 4. Runde schon gegen die ebenfalls stärker eingestuften Ukrainer gewonnen. In der letzten Runde ging es gegen den großen Favoriten - Weltmeister Armenien. Ein deutscher Sieg wäre einem Wunder gleichgekommen. Und es gab eines. Entsc...

Sympathische Schleimer
Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Sympathische Schleimer

Immer diese blöden Telefonumfragen. Aber etwas hat noch niemand gefragt: »Lieben Sie Nacktschnecken?« Mag sein, dass ich zu früh aufgelegt habe, vielleicht schien aber auch eine negative Antwort außer Frage. Sicher, die meisten Nacktschnecken sind ekelig und gefräßig, vor allem die vor einigen Jahren aus Südeuropa eingeschleppten rotbraunen. Aber man sollte sich vor Pauschalurteilen hüten. Mir sin...

Immer locker gegen Wind und Eiseskälte
ndPlusHeidi Diehl

Immer locker gegen Wind und Eiseskälte

Wer hoch hinaus will, sollte sich früh auf den Weg machen. Das tun wir, denn das Ziel, der Hochfelln im Chiemgau liegt nicht nur rund 25 Kilometer von unserem Startpunkt entfernt, sondern auch ziemlich hoch - 1674 m NN. Es ist kalt an diesem Morgen, und wir woll'n mit 'nem Rad'l fahrn. Nicht mit irgendeinem, sondern mit einem E-Bike. Die meisten von uns sind so ein Teil noch nie gefahren. Diese E-...

Seite 30
...Rätsel unter Leinwänden
Gabi Kotlenko

...Rätsel unter Leinwänden

In der Stadt wimmelt es nur so vor Promis. Freiherr von Knigge ist hier begraben. Die vier Stadtmusikanten sind seit Jahrhunderten da und einfach unsterblich. Wer den Esel an den Beinen berührt, hat einen Wunsch frei, sagt die Legende. Doch die Berührung will gelernt sein. Mit beiden Händen müssen die Beine des Graurocks leicht gerieben werden, sonst ist der Wunsch für die Katz'. Mit nur einer bed...

Seite 31
Echt Sacher!
Heidi Diehl

Echt Sacher!

Wien lässt nichts unversucht, um Touristen in die Stadt an der Donau zu locken. Und da Wien und Cafés zusammengehören wie Berlin und Boulette, wirbt die Donaumetropole derzeit in Berlin mit einem riesigen Stück Sachertorte um Gäste. Noch bis Ende November ist schon der Anblick des Hauses Kantstraße 30 im Stadtteil Charlottenburg ein einziger Angriff auf die schlanke Linie. Man möchte glatt reinbei...

»Wir haben fast alles, außer Eile«
ndPlusKlaus Weidt

»Wir haben fast alles, außer Eile«

Wie viele Inseln gehören zu den Seychellen? Vanessa lacht: »115, aber es können auch zwei mehr oder weniger sein.« Die Augen im braunen Gesicht der zierlichen Kreolin blinken verschmitzt und scheinen zu sagen: Was machen schon ein paar Inseln bei uns Seychellois aus? Gerade vor ein paar Monaten seien zwei neue Inseln im Seychellen-Archipel des Indischen Ozeans aufgetaucht. Auf »Insel der Sonne« un...

Seite 32

Zum Totensonntag. Unsterblich ...

Ingeborg Bachmann: Fall ab, Herz Fall ab, Herz vom Baum der Zeit,fallt, ihr Blätter, aus den erkalteten Ästen,die einst die Sonne umarmt',fallt, wie Tränen fallen aus dem geweiteten Aug!Fliegt noch die Locke taglang im Windum des Landgotts gebräunte Stirn,unter dem Hemd presst die Faustschon die klaffende Wunde.Drum sei hart, wenn der zarte Rücken der Wolkensich dir einmal noch beugt,nimm es für ...