Seite 1
Mehr als 1000 Menschen besetzen Gleise auf Castor-Strecke

Mehr als 1000 Menschen besetzen Gleise auf Castor-Strecke

Gorleben (dpa) - Mehr als 1000 Atomkraftgegner haben am Samstag vor der Ankunft des Castor-Zugs mit Atommüll die Bahnstrecke im Wendland blockiert. Die Demonstranten setzten sich auf die Schienen, ein großes Polizeiaufgebot postierte sich an der Strecke. Die Blockierer wollen den Castor-Zug mit den elf Atommüll-Behältern so lange wie möglich aufhalten.Die Anti-Atom-Initiative "Widersetzen" sprach ...

Unten links

Vier von fünf Deutschen, ergab eine Umfrage, sind gegen die Einführung von Eurobonds. Na gut. Die Sensation aber ist dies: Nur sechs Prozent der Befragten trauten sich kein Urteil zu. Alle anderen waren sich sicher. Die Hälfte wusste genau, dass »Die Euro-Bonds« eine neue Krimiserie ist, die »Tatort«, »Polizeiruf« und alle anderen TV-Kommissare ablösen soll. Ein Viertel der Befragten war überzeugt...

Kritik an Kommission zu Naziterror

Nachdem am Donnerstag ein weiterer Beschuldigter in Zusammenhang mit der rechtsterroristischen Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« verhaftet wurde, gingen am Freitag die Diskussionen um die Aufarbeitung der Verfassungsschutzpatzer und Ermittlungsfehler weiter.

Castorgegner im Polizeikessel
ndPlusReimar Paul

Castorgegner im Polizeikessel

Der Castor mit Atommüll für das Zwischenlager Gorleben hat sich am Freitag nach einem Halt wieder in Gang gesetzt. In Niedersachsen gab es erste Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Antiatom-Aktivisten.

ndPlusRebecca Harms

Staatsgewalt statt Partizipation

In Deutschland hat nach Fukushima der Ausstieg aus der Atomkraft neu begonnen. Fast die Hälfte der Reaktoren ging vom Netz. Neubewertung des atomaren Risikos war die Begründung. Eine neue Bewertung steht für das Millionen-Jahre-Risiko Atommüll noch aus. Auch deshalb versammeln sich in meiner wendländischen Heimat und an der Castorstrecke wieder einmal viele Tausend Menschen. Anlässlich der Atomtra...

Seite 2

Die Polizei rüstet auf

Bei der Polizei rechnet man offenbar damit, dass die Bahn nach der morgigen Volksabstimmung zu Stuttgart 21 weiterbauen kann. Sie rüstet auf. Vor allem geht es um den Schlossgarten, jenen Park am Stuttgarter Hauptbahnhof, in dem am 30. September 2010, dem »schwarzen Donnerstag«, brutal gegen Demonstranten mit Wasserwerfern, Knüppeln und Pfefferspray vorgegangen worden war, um Bäume für die S21-Bau...

»Das Leben in der Gemeinschaft wiedergewinnen«
ndPlusAlejandra Castro de Klede

»Das Leben in der Gemeinschaft wiedergewinnen«

Die indigenen Völker der Kolla und der Guarani leben seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Doch ihr Land wird ihnen streitig gemacht, weil sie keine modernen Landtitel besitzen - so auch in der Andenprovinz Jujuy in Argentinien.

ndPlusGesa von Leesen, Stuttgart

Ja für Nein zu Stuttgart 21

Stuttgart 21 weiter mitfinanzieren oder aus dem Projekt aussteigen: Darüber wird am Sonntag in Baden-Württemberg abgestimmt.

Seite 3
ndPlusReimar Paul,
 Breese in der Marsch

Thermodrucker im Schuppen

Der Redaktionsraum befindet sich in einer engen Dachkammer über der Scheune und ist nur über eine brüchige Stiege zu erreichen. Ein kleiner Schuppen im Nachbargebäude beherbergt die Druckerei. Vier Thermodrucker summen, in dem Raum ist es unerträglich heiß. Zwei Jugendliche tackern die von den Maschinen ausgespuckten Blätter zu achtseitigen Zeitungen zusammen.Auf dem kleinen Hof im kleinen Wendlan...

Wasserwerferschau in Metzingen
Ines Wallrodt, Metzingen

Wasserwerferschau in Metzingen

Wir können zu unserer Pommesbude gehen, wann uns es passt, begehrt ein junger Mann Durchlass. Er steht an der Bundesstraße 216. Vor ihm eine Kette Polizisten. Auf der anderen Seite ein Parkplatz und »Rolly's Imbiss«. Wo sonst die Fernfahrer mit ihren Großlastern einen Zwischenstopp für die Truckerplatte einlegen, sollen an diesem Abend Bauern mit ihren Trekkern vorfahren, »Landmaschinenschau« heiß...

Seite 4

Boykottruf aus Israel

Nach der Annäherung der beiden großen Palästinenser-Organisationen Fatah und Hamas wird aus Jerusalem von wütenden Politikerauftritten berichtet. Vizepremier Shalom konterkariert die mit seinem Namen verbundene Botschaft und ruft die ganze Welt zum Boykott einer künftigen Palästinenser-Regierung mit Hamas-Beteiligung auf. Die Wut lässt sich erklären. Zweimal schon hatte Israel in diesem Jahr p...

Nicht der beste Weg

Expertenkommission oder Bund-Länder-Expertenkommission oder Untersuchungsausschuss: Es gibt Alternativen, wie das eklatante Versagen der Ermittlungsbehörden der letzten Jahre und Jahrzehnte aufgeklärt werden kann. Die Expertenkommission, die der Bundesinnenminister eingesetzt hat, besteht teilweise aus ehemaligen Leitern genau der Behörden, die Gegenstand der Untersuchung sein dürften. Der beste W...

Vogel-Strauß-Etat

Euroland steckt in seiner tiefsten Krise - und die Bundesregierung macht in der Haushaltspolitik weiter, als wäre nichts geschehen. Der jetzt verabschiedete Etat 2012 ist das beste Beispiel: Während viele Euro-Regierungen in den letzten Monaten massive Ad-hoc-Sparpakete schnürten - oft auf massivem Druck aus Berlin hin -, scheint Schwarz-Gelb auf einer Wolke der finanzpolitischen Normalität dahinz...

ndPlusDagobert Kohlmeyer

Schachkönigin

Hou Yifans Freude war übergroß, ihre Mandelaugen strahlten: Die Chinesin hatte in Tirana soeben ihren Weltmeistertitel im Schach souverän verteidigt. Ein Remis in der 8. Partie gegen Koneru Humpy (Indien) genügte der 17-jährigen Ausnahmekönnerin am Donnerstag, um das WM-Match vorzeitig mit 5,5:2,5 für sich zu entscheiden. In dem auf zehn Partien angesetzten, einseitigen Duell gewann Hou Yifan drei...

Keine Entschuldigung?

Keine Entschuldigung?

ND: Was fordern die deutschen Conterganopfer 50 Jahre, nachdem das Medikament vom Markt genommen wurde?Seifert: Sie fordern eine Entschuldigung der Familie Wirtz, in dessen Besitz die Firma Grünenthal ist. Die hat 1961 das Schlafmittel Contergan aus Profitgier am Markt gelassen, obwohl seine gesundheitsschädigende Wirkung schon klar war. 10 000 Kinder kamen weltweit missgebildet zur Welt, zahlreic...

Seite 5

Protest gegen Nazi-Terror

Berlin (nd). Die von Neonazis verübte Mordserie bewegt Deutschland. Am Samstag soll in mehreren Städten gegen Neonazismus demons-triert werden. So hat die antifaschistische Kampagne »Fence Off« zu einer Demonstration gegen eine Veranstaltung im NPD-Büro Leipzig aufgerufen. Dort soll am heutigen Sonnabend ein Vortrag des Neonazis Karl-Heinz Hoffmann stattfinden, der Begründer der verbotenen rechten...

Jörg Meyer

»Eine mittlere Katastrophe«

Der Bundesrat gedachte am Freitag der von den Rechtsterroristen ermordeten Menschen. Die Diskussion um die Aufklärung der Rolle der Ermittlungsbehörden und mögliche Folgen ging weiter.

Der Fluch der Kameraden
Velten Schäfer

Der Fluch der Kameraden

Ihren relativen Erfolg im Osten verdankt die NPD der Öffnung zu den Nazi-Kameradschaften. Nun wird dieses Bündnis ein Problem für die rechtsextreme Partei. Laut Antifa soll ein NPD-Landtagsabgeordneter, der wegen Volksverhetzung angezeigt wurde, als Kameradschaftsführer auch Kontakte ins Milieu des »Thüringer Heimatschutzes« gehabt haben.

Seite 6

Länderkammer sagte Ja und Nein

Der Bundesrat hat auf seiner Sitzung am Freitag für eine Reihe wichtiger Gesetzesvorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung den Weg freigemacht. Die Länderkammer billigte unter anderem die Einführung einer Familienpflegezeit und das Gesetz zur Stärkung der Kommunalfinanzen. Andere wichtige Gesetzesvorhaben wurden vorläufig auf Eis gelegt.

ndPlusDieter Hanisch, Lübeck

Gefährliche Fracht aus Niedersachsen

Die Asbesttransporte aus dem niedersächsischen Wunstorf haben grünes Licht von der Gewerbeaufsichtsbehörde Hannover bekommen. Damit rollen die ersten Lkw womöglich am Montag in Richtung Mecklenburg-Vorpommern. Die geplanten Lieferungen nach Schleswig-Holstein finden dagegen vorerst nicht statt.

Seite 7

Damaskus ignoriert Ultimaten

Damaskus (AFP/nd). Die syrische Führung hat auch ein zweites Ultimatum der Arabischen Liga zu einem Ende der Gewalt verstreichen lassen. »Bis jetzt haben wir noch immer keine Antwort der syrischen Regierung«, sagte ein Diplomat der Arabischen Liga am Freitag in Kairo. Das Ultimatum lief am Freitagmittag 13 Uhr (Ortszeit; 12 Uhr MEZ) aus. Syriens Staatschef Baschar al-Assad hatte bereits am Sonntag...

Israel fordert Boykott

Israel hat zu einem weltweiten Boykott jeder palästinensischen Regierung aufgerufen, an der die islamistische Hamas beteiligt ist.

Giftgas gegen Demonstranten?

Kurz vor den Parlamentswahlen in Ägypten gibt es ungeheuerliche Vorwürfe. Haben die Sicherheitskräfte friedliche Demonstranten mit einem Giftgasgemisch attackiert?

Thomas Berger

John Key ist siegessicher

Am heutigen Sonnabend sind die Kiwis zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Der gegenwärtige konservative Premier John Key hat dabei beste Chancen, Neuseeland auch in den nächsten drei Jahren zu führen.

Seite 8
Hannes Hofbauer, Wien

Österreich debattiert »Schuldenbremse«

Mitte der Woche hat die Hauptversammlung der Arbeiterkammer - der gesetzlichen Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Österreich - einhellig dagegen gestimmt, eine »Schuldenbremse« in die Verfassung zu schreiben. Damit fielen den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP ihre eigenen Arbeitervertreter in den Rücken.

Syriens Opposition ist noch ohne Führung

Syriens Opposition ist noch ohne Führung

Der Journalist und Schriftsteller Louay Hussein gehört seit vielen Jahren zu den politischen Gegnern der Assads. 1984 verhaftet, kam er erst 1991 frei. Im Juni dieses Jahres gehörte Hussein zu den Organisatoren der ersten Oppositionskonferenz in Syrien. Anfang Oktober war er Mitbegründer der Gruppe »Aufbau des syrischen Staates«. Sie versteht sich als nationale Opposition, lehnt bewaffnete Aktionen aber ab. Mit Louay Hussein sprach in Damaskus Karin Leukefeld.

Seite 9

Bionade will sich von Oetker freikaufen

Ostheim (dpa/nd). Der Brausehersteller Bionade will eine Genossenschaft gründen und sich so vom Lebensmittelkonzern Oetker lösen. Bionade-Chef Peter Kowals-ky wolle Oetker damit die Mehrheitsanteile am Bio-Sprudel aus der Rhön abkaufen, schreibt die Tageszeitung »taz«. Seit 2009 ist Dr. Oetker über die Radeberger Gruppe mit 70 Prozent an Bionade beteiligt. Die restlichen 30 Prozent halten die Kowa...

Moody's stuft Ungarn auf Ramschniveau herunter

Washington/Budapest (Agenturen/nd). Die US-Ratingagentur Moody's hat Ungarns Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau herabgestuft. Ungarische Staatsanleihen wurden von der Note Baa3 um eine Stufe auf Ba1 herabgesetzt, teilte Moody's am Donnerstag mit. Die Agentur begründete den Schritt mit anhaltenden Zweifeln an der Fähigkeit des Landes, seine Finanzen nachhaltig in Ordnung zu bringen. Der Ausblick ble...

Manroland stellt Insolvenzantrag

Seit Jahren ringt der Druckmaschinenhersteller Manroland um eine Zukunftsperspektive. Kurz vor Weihnachten scheint der Kampf vorerst verloren: Der Konzern ist insolvent. Wie es weitergeht, ist noch unklar.

ndPlusVelten Schäfer

Operation Achselzucken

Es mangelt nicht an gute Ideen für eine Einhegung der Krise - sondern an Personal, das diese wirklich umsetzen würde. So lautet das Fazit des diesjährigen Herbstforums des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Seite 12

Präsident Ritter: Affront gegen Dynamo

Das historische Urteil des Deutschen Fußball-Bundes zum Ausschluss von Dynamo Dresden aus dem DFB-Pokal hat kontroverse Diskussionen ausgelöst. Der Richterspruch ist hart, aber nach Faktenlage wohl überlegt. 28 Verurteilungen vor dem DFB-Sportgericht seit 2002, drei Teilausschlüsse der Fans 2005, 2009, 2010 sowie allein 16 Abmahnungen gegen den Club hatten das Fass zum Überlaufen gebracht. »Ma...

Jörg Soldwisch, SID

Pechstein fordert Sablikova heraus

Claudia Pechstein präsentierte stolz ihre Silbermedaille und lächelte breit in die Kameras: Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin hat ihre starke Frühform auch beim zweiten Weltcup der Saison in Astana/Kasachstan eindrucksvoll bestätigt und ihren ersten Weltcupsieg seit drei Jahren nur knapp verpasst. Die 39-Jährige musste sich über 3000 m nur um 0,31 Sekunden Olympiasiegerin Martina Sa...

Alexander Ludewig

Ruhrpott unter Strom

Nach großem Fußball klingt es eigentlich nicht: Lüdenscheid-Nord trifft heute auf Herne-West. Tatsächlich elektrisiert das Duell den ganzen Ruhrpott und sorgt für weltweite Aufmerksamkeit als die Mutter aller Derbys in Deutschland. Heute empfängt Borussia Dortmund den FC Schalke 04 - vor dem 139. Pflichtspiel beider Klubs gegeneinander ist von der frühen Freundschaft nichts mehr übrig. Die 80 0...

Seite 13

Berlin so groß wie zuletzt im Jahr 1994

(epd). Der Trend bei der Bevölkerungsentwicklung in Berlin und Brandenburg setzt sich fort. Während Berlin im ersten Halbjahr dieses Jahres 17 000 Einwohner dazugewann, verlor die Mark 5000 ihrer Bewohner, teilte das Amt für Statistik für beide Bundesländer am Freitag in Potsdam mit. Demnach leben in Brandenburg derzeit rund 2 498 400 Menschen, in der Bundeshauptstadt etwa 3 477 800. Berlin erreic...

Messehalle wird gesprengt

(dpa). Sang- und klanglos verschwindet die Deutschlandhalle nach 76 Jahren aus dem Berliner Stadtbild. Die Messegesellschaft kündigte am Freitag an, das Dach des maroden Baus in Charlottenburg am 3. Dezember zu sprengen. Eine Abschiedsfeier sei nicht geplant, sagte ein Sprecher. »Für die Messe ist das der Startschuss in die Zukunft.« Der Landesbetrieb will an der Stelle bis 2013 für 65 Millionen E...

Sarah Liebigt

Von Brause und Garderobe

Die einen machen mit internen Streitereien auf sich aufmerksam, andere mit Kopftüchern und Schiebermützen, andere geben den stillen Dritten. Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung scheint nicht für Reibung zu sorgen, so liegt während der Regierungsneubildung der Fokus auf den Neulingen im Berliner Abgeordnetenhaus. Regelmäßig ist zu beobachten, wie die Kameras von der Pressetribüne aus orangefa...

ndPlusBernd Kammer

Gesucht werden Frauen

Wer der Chef ist, ist seit Donnerstag endgültig klar, nach der Wahl von Klaus Wowereit (SPD) zum Regierenden Bürgermeister kann er jetzt endlich das Geheimnis um seine Senatoren lüften. Am Montag wollen SPD und CDU auf getrennten Zusammenkünften ihre Regierungsmannschaft bekanntgeben. Beide Parteien stellen künftig jeweils vier Senatoren. Sie werden zum ersten Mal getrennt von der Wahl des Regieru...

ndPlusNicolas Šustr

»Strotzend vor Kontinuität«

Obwohl die Koalitionsvereinbarung des rot-schwarzen Bündnisses bereits einige Tage vorliegt, spürt man bei Doro Zinke, der Vorsitzenden des DGB in Berlin-Brandenburg, immer noch so etwas wie freudige Überraschung. Denn wie der fast zehn Jahre lang amtierende Wirtschaftssenator Harald Wolf (LINKE) bereits feststellte, wird seine Wirtschaftspolitik fortgesetzt. »Es wird immer an etwas angeknüpft, wa...

Seite 14

Jebsen weist RBB-Vorwürfe zurück

(epd). In der Antisemitismus-Debatte um die RBB-Radiosendung »KenFM« hat der inzwischen gekündigte Moderator Ken Jebsen Vorwürfe des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) zurückgewiesen. »Ich habe mich an alle Vereinbarungen gehalten«, sagte Jebsen einer Tageszeitung. Die Programmdirektorin des RBB, Claudia Nothelle, hatte am Mittwoch die Zusammenarbeit mit dem 45-jährigen »KenFM«-Moderator für b...

Sebastian Blottner

Das Weiße Haus ist schwarz

Bescheuerte Mützen und alberne T-Shirts, sexy Rollschuhoutfits und neonleuchtende Kapuzenjacken, Fellhosen, Stirnbänder, Lederbasecaps - wie kriegen sie nur hin, dass das nicht albern wirkt? Diesen Witz hat kein Jan Delay, diese Coolness kein noch so abgebrühter Imitator aus der Hip-Hop-Ecke. Das größte Geheimnis von George Clinton & Parliament/Funkadelic ist wohl ihr Humor: unaufgesetzt un...

»Es war einmal« ohne Zuckerguss
Lucía Tirado

»Es war einmal« ohne Zuckerguss

Diesmal spielt sich alles auf höchster Ebene im Monbijoupark in Mitte ab. Zur großen Märchenhütte mit 99 und der Blauen Hütte mit 78 Plätzen wurden das Refugio di Napoli für die heiße Holzofenpizza und die Krippe aus Neapel auf das Bunkerdach gewuchtet. Hier gibt es außerdem ein Modell des Schlosses Monbijou zu sehen. Die zwei Logen des im Winter demontierten Amphitheaters sind zur weihnachtlichen...

Seite 15

Entschädigung für Bergbau-Anwohner

Saarbrücken (dpa/nd). Anwohner von Bergwerken können darauf hoffen, Geld als Ausgleich für bergbaubedingte Beben zu bekommen. Das Landgericht Saarbrücken verurteilte am Freitag den Bergbaukonzern RAG zu einer Zahlung von 1140 Euro an einen Hauseigentümer. Nach Einschätzung der Richter waren Erschütterungen in insgesamt sechs Monaten zwischen Januar 2005 und April 2006 für den Kläger aus dem saarlä...

René Heilig

Der Löwe bleibt hier!

Der Braunschweiger Löwe ist seit jeher ein Wahrzeichen des Harzortes Blankenburg. Doch nun soll er verschleppt werden. Die Bevölkerung wehrt sich und mancher droht bereits mit Montagsdemonstrationen.

Berliner Tauschbox breitet sich aus
ndPlusMiriam Bunjes (epd)

Berliner Tauschbox breitet sich aus

Elisabeth Pape-Kunyapa schaut durch die Bücherreihen: Agatha-Christie-Krimis, Strickanleitungen, Malbücher. »Das ist sicher spannend«, sagt die 67-Jährige und verstaut das Buch »Jan Philipp Reemtsma: Im Keller« in ihrer Handtasche. Ein Portemonnaie muss die Rentnerin nicht herausholen: Es ist ein Geschenk an sie, von jemandem, der es nicht mehr braucht. Auch sie hat etwas zu geben: ein Salz-und-Pf...

ndPlusCharlotte Morgenthal, epd

Therapie auf Türkisch

Hatice Yazemin hatte schwere Depressionen. Psychische Erkrankungen sind ein Tabu in ihrer Kultur. In einer bundesweit einzigartigen Tagesklinik wird Yazemin jetzt geholfen. Dort spricht ihr Therapeut ihre Muttersprache: Türkisch.

Seite 16

Lagerung statt Erzeugung von Tiefkühlkost

Manschnow (dpa). Das belgische Unternehmen NV De Buitenakkers hat das Betriebsgelände des insolventen Tiefkühlkost-Herstellers Frenzel Oderland GmbH im ostbrandenburgischen Manschnow gekauft. Das teilte Insolvenzverwalter Dirk Herzig am Freitag mit. Der Investor habe ihm versichert, das Gelände auch künftig gewerblich nutzen zu wollen. Es soll zum Logistikzentrum ausgebaut werden. Das Amtsgericht ...

76 Kommunen klagen

Wismar/Greifswald (dpa/nd). Das Landesverfassungsgericht in Greifswald verhandelt in der kommenden Woche über die Frage, ob die Speckgürtel-Dörfer rund um die sechs größten Städte des Landes eine Abgabe an die jeweilige Stadt zahlen müssen. Acht Gemeinden um Wismar haben gegen die Regelung im Finanzausgleichsgesetz des Landes geklagt, wie das Gericht mitteilte. Sie sehen ihr Recht auf kommunal...

ndPlusAndreas Fritsche

Der Großflughafen muss zum TÜV

Funktionieren die Aufzüge und die Rauchmelder? Fließt bei einer Störung der Energieversorgung der Notstrom? Ob alles klappt auf dem Großflughafen »Willy Brandt« in Schönefeld, das untersucht vor der Eröffnung am 3. Juni der TÜV Rheinland. Acht Sachverständige sind vor Ort. Seit Freitag haben sie ein eigenes Büro auf der Baustelle. Mit der TÜV-Abnahme werde der Airport »auf Herz und Nieren« geprüft...

Sozialbranche kurbelt Wirtschaft an

Dass Sozialeinrichtungen nur Geld kosten, ist ein oft gehörtes Argument. Aber sie kurbeln auch die Wirtschaft an - wie eine Studie im Auftrag der Landesregierung Thüringens belegt.

ndPlusRomina Kempt, dpa

Geburtstag in Käthes Puppenstube

Seit 100 Jahren werden in Bad Kösen (Sachsen-Anhalt) Spielzeuge hergestellt - die Ursprünge gehen auf die Puppenmacherin Käthe Kruse zurück. Heute stellt die Kösener Spielzeug Manufaktur jährlich 80 000 Plüschtiere und Puppen her.

Sozialisten in Presse und Fernsehen
Andreas Fritsche

Sozialisten in Presse und Fernsehen

Bei Interviews redet mancher Sozialist zunächst Klartext. Bekommt er seine Antworten aber vor der Veröffentlichung vorgelegt, so streicht er alles halbwegs Interessante raus. Dann gibt es noch welche, die denken, sie kommen zu kurz. Eifersüchtig zählen sie die Zeilen. Die Behauptung, die LINKE werde von Journalisten benachteiligt, verfängt bei Genossen zuweilen. Aber ist es wirklich so? Wie wir...

Hendrik Lasch, Leipzig

Das Haus des toten Befreiers

Als die US-Armee im April 1945 Leipzig befreite, entstand ein berühmtes Bild, in dem der Kriegsfotograf Robert Capa den Tod eines GI festhielt. Dem Haus, in dem es entstand, droht jetzt der Abriss. Doch es gibt Widerstand.

Seite 17
Elfmal Sibirien und zurück
Gert Lange

Elfmal Sibirien und zurück

Jakutsk steht nicht auf der elektronischen Ankunftstafel des Airports in Berlin. Die Hauptstadt der autonomen russischen Republik Jakutien. Aber Moskau, etwas verspäteter Anflug. Wir erwarten die Wissenschaftlergruppe, die es für viele Wochen weit in den Osten Sibiriens verschlagen hat. Die Tür geht auf. Zwei Rollis, vollgepackt mit Seesäcken, prallen Reisetaschen, Kraxen. Hallo und Hey! Umarmu...

Seite 18
Stoppt den Tanz des Geldes
ndPlusBurga Kalinowski

Stoppt den Tanz des Geldes

Vor genau zehn Wochen besetzten Demonstranten den Zuccotti-Park im Finanzdistrikt von Manhattan in New York City. Sie bezogen sich dabei auf die Versammlungen am Tahrir-Platz in Kairo. Ihr Beispiel machte Schule: In vielen nordamerikanischen und europäischen Städten protestierten Menschen gegen soziale Ungleichheit und die Macht der Banken, für Demokratie und Mitbestimmung. Mitte November wurde die Zeltstadt im Zuccotti-Park, wo die Initiative ihren Anfang nahm, von der Polizei gewaltsam geräumt. Ist damit das Ende der Occupy-Bewegung gekommen? Oder gibt es jetzt neuen Auftrieb? nd-Autoren berichten u.A. aus Berlin über den Stand der Bewegung.

Seite 19
Empörte im Hotel Madrid
ndPlusRalf Streck

Empörte im Hotel Madrid

Am 15. Mai 2011 gingen in über 50 spanischen Städten Menschen gegen die sozialen und politischen Missstände auf die Straße, in den darauf folgenden Tagen weiteten sich die Proteste aus. Die »Bewegung des 15. Mai« war geboren.

US-amerikanischer Herbst
Lea Hartung

US-amerikanischer Herbst

Eine Woche nach der gewaltsamen Räumung des Occupy-Wall-Street-Camps in New York sind die Spuren der Besetzung immer noch zu finden. Wenn man der Trinity-Straße in Lower Manhattan von Nord nach Süd folgt, passiert man rechter Hand zuerst die riesige Baustelle des wieder zu erbauenden »One World Trade Center«, lässt dann links Shopping-Mall »Century 21« liegen und erreicht schließlich einen kleinen...

Seite 20
Gefälle
ndPlusBernd Zeller

Gefälle

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt ein geografisches Gefälle bei der Schulbildung; der Süden ist schwach, der Norden noch schwächer. Daher ist zu fragen, wie sich die Nördlichkeit auf Schule, Lehrer und Schüler auswirkt. Im Norden sind die Tage kürzer. Man kann annehmen, dass der Mangel an Tageslicht den Eifer lähmt und Leistungsbereitschaft hemmt. Wer früh aufstehen muss, wenn es noch ...

In Halbschuhen und Gehrock durch die Wildnis

In Halbschuhen und Gehrock durch die Wildnis

Der Sohn eines Offiziers machte in seiner Kindheit den Eindruck eines wenig begabten und lernunwilligen Jungen. Zudem war er häufig krank, da ihm das Klima in der Mark Brandenburg, wo er mit seinen Eltern lebte, nicht gut bekam. Musste er wegen einer Grippe das Bett hüten, träumte er jedes Mal von den sonnenwarmen Ländern, die ihm sein Geografielehrer so bildhaft nahe gebracht hatte. Nach de...

Magnus Heier

Ihr Vorschlag bitte, Doktor Watson

Der häufigste Fehler in deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern: Es wird zu viel diagnostiziert. Zu viel verschrieben. Zu viel operiert. »In Deutschland wird fast doppelt so oft am Bewegungsapparat operiert wie in den Nachbarländern. Zwei- bis dreimal häufiger an den Kreuzbändern im Knie, siebenmal häufiger an den Bandscheiben«, sagt der Chirurg Hans Pässler. Für Eingriffe an Gebärmutter und Pr...

Seite 21
Vom Besitzen einer Seele
Martin Hatzius

Vom Besitzen einer Seele

Am 9. November, jenem Tag, der in deutschen Geschichtsbüchern insbesondere die Reichspogromnacht 1938 und die Maueröffnung 1989 markiert, am 9. November 2011 veröffentlichte die »junge Welt« unter dem Titel »Ästhetische Abgründe« einen Essay der Literaturwissenschaftlerin Heidi Urbahn de Jauregui. Das Datum wird nicht zufällig gewählt sein. Es soll darauf hinweisen, dass die »Abgründe«, von denen ...

Seite 22
Der Kampf ums Internet
ndPlusLutz Pohle, Peking

Der Kampf ums Internet

China entdeckt seine eigene Geschichte als »Reich der Mitte« im 21. Jahrhundert wieder: Während die westliche Welt unter der Finanzkrise leidet, entwickelt Peking spürbar außenpolitisches Machtbewusstsein. Zugleich muss das Land jedoch für eine Vielzahl von Problemen Lösungen finden. In einer vierteiligen nd-Serie schildern vier Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln ihre Sicht auf verschiedene Lebensbereiche Chinas.

Seite 23

WOCHENCHRONIK

27. November 1961: Die Firma Chemie Grünwald in Stolberg bei Aachen nimmt das gesundheitsschädigende Schlafmittel Contergan vom Markt. 28. November 1886: Als erste Stadt in Europa weiht Budapest eine U-Bahn ein. 29. November 1896: Der italienische Arzt Scipione Riva-Rocci stellt seinen Entwurf für das erste Blutdruckmessgerät vor. 1. Dezember 1876: In Berlin geht das erste städtische Rohr...

Anita Prestes
Ronald Friedmann

Anita Prestes

Sie wurde am 27. November 1936 im Frauengefängnis in der Berliner Barnimstraße geboren. 14 Monate, während der gesamten Stillzeit, durfte ihre Mutter sie in ihrer Zelle behalten. Dann aber wurde sie ihr im wahrsten Sinne des Wortes entrissen. Erst nach langen bangevollen Monaten erfuhr die Mutter, dass ihr Kind bei der Großmutter in Paris und damit in Sicherheit war. Im April 1942 wurde die Mutter...

Ermutigung zum Selbstdenken
ndPlusMartin Koch

Ermutigung zum Selbstdenken

Er sprach fließend Französisch und schätzte den Existenzialisten Jean-Paul Sartre, der ihm wiederum ein Buch mit freundlicher Widmung übersandte. Er war ein überzeugter Marxist, wenngleich keiner, der sich »von oben« vorschreiben ließ, was darunter zu verstehen sei. Er konsumierte Unmengen an Kaffee und Zigaretten und nutzte, wie ich als Hörer selbst erleben durfte, eine Vorlesung zur Philosophie ...

Buntes Treiben auf dem Götterberg
Ronald Sprafke

Buntes Treiben auf dem Götterberg

»Solch ein Gewimmel möcht ich sehn ...« Dies möchte man mit Goethe ausrufen angesichts des auferstandenen, zum Leben erweckten antiken Pergamon. Der Berliner Künstler und Architekt Yadegar Asisi hat ein farbenprächtiges Panoramagemälde geschaffen, das derzeit im stählernen Rundbau im Ehrenhof des Pergamonmuseums zu bewundern ist. Auf knapp 2500 Quadratmeter Stoff bannte er eine Szene, die sich am ...

Seite 24

Fürths jüdisches Erbe

Noch immer erinnern viele Gebäude in Fürth an das einst ausgeprägte jüdische Stiftungswesen - jetzt erhofft sich die Stadt damit einen Platz auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Als Partner will sie dabei die Stadt Halberstadt in Sachsen-Anhalt ins Boot holen, wie Fürths Baureferent Joachim Krauße am Freitag auf Anfrage sagte. »Auch in Halberstadt ist ein ausgeprägtes Stiftungswesen aus der Neuzeit...

ndPlusKai Agthe

Geist aus der Flasche

Kaum zu überblicken sind die Literarisierungen zu Nietzsches Leben. Hier sind es vor allem die tragikomischen Annäherungen wie Einar Schleefs Dramolett-Folge »Nietzsche-Trilogie« (2003) und Otto A. Böhmers Roman »Der Hammer des Herrn« (1994), die überzeugen. Letzterer hat sich nun auch Hegels angenommen. Hegel? Wie lässt sich das Dasein dieses Philosophen, der zwar ein großer Geist, aber sonst, wi...

Spende für das Leben

Der Schriftsteller Peter Härtling hat 77 Zettel geschrieben, Kommentare zum Tage, aus Selbstanlass seines 77. Lebensjahres. Wehe Gedanken gegen »Geld, Macht und Erfolg«, seit jeher Vehikel, längst aber: drei Monströsitäten eines Kapitalismus, darin sich Leute »zynisch im Haben festsetzen«. Trauriges Sinnen über zerbaute »Gegenden, die keine mehr sein können«. Noch traurigere Skizzen etwa über eine...

Mit Glitzeraugen gegen finstere Mächte

Mit Glitzeraugen gegen finstere Mächte

Wie sie dasteht. Ganz selbstverständlich, als wäre nichts Besonderes an ihrem abgedrehten Outfit. Dem Mini-Rüschenrock, der Zopfperücke in Pink, den niedlichen Löffelohren. Ohne eine Miene zu verziehen, posiert das putzige Hasenfräulein im engen Jungmädchenzimmer. Mit Karneval hat das wohl nichts zu tun. Viel eher ist die Maskerade Teil eines Paralleluniversums, wo sich neben der zuckersüßen »Sail...

Seite 25

30 Liter Nackenheimer Wein

Der Autor Uwe Timm (71) wird für seine Verdienste um die deutsche Sprache mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Mainz mit. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) erklärte, Timm sei im besten Sinne des Wortes ein Bestseller-Autor, weil seine Bücher kontinuierlich höchste Qualität hätten und trotzdem hundert...

Picassos Muse

Die Stadt Chemnitz ehrt die Picasso-Muse Françoise Gilot zu ihrem 90. Geburtstag mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen. Von Sonntag an sind 40 Arbeiten der letzten noch lebenden Partnerin von Pablo Picasso (1881-1973) zu sehen, teilten die Sammlungen am Freitag mit. Die schwarz-weißen und farbigen Zeichnungen aus den Jahren 1941 bis 2010 sollen einen Eindruck vom umfangreichen Werk der fran...

PLATTENBAU
ndPlusMichael Saager

PLATTENBAU

Es fühlt sich an wie sanft aufkommender Wind an einem milden Abend. Einem Abend eher nachdenklicher Gefühle und zerbrechlich-zärtlicher Gedanken. Aus dem Hintergrund »nähert« sich perkussives Rascheln, wird rasch eine Prise lauter. Eine melancholische, leicht komplizierte Gitar-ren-Melodie erklingt, begleitet von einem sacht bespielten Xylophon. Dann die behutsame Verdichtung durch subtile Keyboar...

ndPlusErik Baron

Alles schmeckt nach Abschied, alles nach Ankunft

Für Heiner Müller war die Berliner Mauer vor allem eine Zeitmauer, die zwei unterschiedliche (soziale) Geschwindigkeiten voneinander trennt. Als 1989 diese Zeitmauer fiel, kam es zu Verwirbelungen der Zeitschichten. Wer wie Müller das Privileg besaß, die Zeitmauer vor ihrem Fall zu durchqueren, konnte diese Verwirbelungen am eigenen Leib spüren. Irina Liebmann verließ 1988 mit einem Dauervisum...

Die Wärme ist es

Die Wärme ist es

Zwei Interview-Termine mit der Brandenburger Sozialministerin, in den neunziger Jahren. Das eine Gespräch findet im Volkswagen-Bus der Familie statt, es ist Abend, Jörg Hildebrandt fährt seine Frau nach Potsdam, wo sie in den Wagen von Manfred Stolpe umsteigen und mit ihm zu einer SPD-Klausur ins Hessische fahren wird. Ankunft am Hause Stolpes. Stolpe lehnt am Gartenzaun, das Jackett hat er bereit...

Seite 26

DOKfilm: David gegen Goliath

Percy und Louse Schmeiser leben in Kanada. Eines Tages fegte ein Sturm über ihren Garten und mit dem Wind wurden genmanipulierte Samen angeweht. Wenige Tage später tauchte ein Vertreter eines Konzerns auf, forderte die Herausgabe des Gartengemüses und kündigte an, Strafanzeige gegen das Ehepaar wegen widerrechtlicher Nutzung patentierter genmanipulierter Samen zu stellen. Die Schmeisers wehrten si...

Schlagende Argumente

Schlagende Argumente

Vom Chefredakteur der »Bild«-Zeitung Kai Diekmann stammt die bedenkenswerte Bemerkung, Journalismus sei »Komplexitätsreduktion«. Das muss interpretiert werden. Die Lehre von der Aussagenlogik sagt uns, dass ein Argument entweder wahr oder falsch sein kann. Setzt man voraus, dass auch »Bild«-Schlagzeilen ein Argument sind, klingt das einfacher als es in der »Bild«-Wirklichkeit ist. Auf der »Bild«-k...

OUT of SPACE: Journalismus und PR

PR-Menschen rangieren ganz unten in der Medien-Hierarchie, besteht ihr Geschäft doch darin, Propaganda als Information zu verkaufen. Gerecht ist das nicht. Peter Illetschko, Redakteur der österreichischen Tageszeitung »Standard«, berichtete jetzt im Weblog des »Standard« von einer Tagung für Wissenschaftsjournalisten in Bremen. Dort habe, so Illetschko, ein PR-Mann seine Erfahrungen mit einem Jour...

ndPlusPeter Richter

BLOGwoche: Minsker Bilder aus New York

Bisher kannte man solche Bilder aus Weißrusslands Hauptstadt Minsk, aus Chinas Großstädten, gelegentlich aus Moskau. Jüngst auch aus Syrien und anderen arabischen Ländern. Demonstrationen in Europa jedoch sahen lange friedlich aus - und in den USA erst recht. Damit ist es vorbei. Brutal prügelnde Polizisten sieht man inzwischen in Athen, in Madrid, in Rom, dieser Tage vor allem in New York, von de...

Karin Leukefeld, Damaskus

Dichtung und Wahrheit

Wenn dieser Tage in den deutschen Medien über die Lage in Syrien berichtet wird, heißt es oft, man könne den Wahrheitsgehalt der Informationen und Bilder nicht überprüfen, da die syrische Regierung keine ausländischen Berichterstatter zulasse. Das entspricht ebenso wenig der Wahrheit wie so manche Meldung, die dieser Tage über die Lage in dem arabischen Land verbreitet wird. Ein Bekannter in Da...

ndPlusRalf Hutter

Sicherheitssoftware für Geheimnisverrat

Der 28. November 2010 ging in die Geschichte ein. An diesem Tag veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks geheime Depeschen von US-Botschaften auf dem ganzen Globus. Die wurden zwar in Europa vor allem bezüglich eher nebensächlicher Einschätzungen des hiesigen politischen Spitzenpersonals ausgeschlachtet, sorgten andernorts aber etwa für die Aufdeckung gravierender Korruptionsfälle. Es...

Seite 27

Streitfrage: Ein neuer Anlauf für ein NPD-Verbotsverfahren?

Die Thüringer Terrorzelle ist fest im braunen Milieu verwurzelt. Ganz offensichtlich wurden ihre Opfer gezielt ausgesucht, weil sie einen Migrationshintergrund hatten. Auch wird den Tätern Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nachgesagt, dass sie Verbindungen zur neofaschistischen NPD hatten. Erneut tummeln sich militante Nazis im Umfeld dieser Partei. Aus diesem Grund wird...

Seite 28
Mit dem Auto zum Mars

Mit dem Auto zum Mars

Noch ist unklar, ob der Marsmond Phobos den geplanten russischen Besuch überhaupt bekommt, da machen sich die USA schon auf, das nächste Roboter-Auto auf den roten Planeten zu schicken. Am heutigen Sonnabend soll der Mars-Rover »Curiosity« vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral starten. Nach einer etwa 570 Millionen Kilometer langen Reise wird »Curiosity« im August 2012 am Ziel sein. »Curiosity« h...

Martin Koch

Freispruch für Hubble

Hubblesches Gesetz, Hubble-Konstante, Hubble-Weltraumteleskop. Mit diesen Namen wird heute das Werk eines Astronomen geehrt, dem man üblicherweise das Verdienst zuschreibt, die Expansion des Kosmos entdeckt zu haben. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn noch vor Edwin Hubble hatte der belgische Priester und Physiker Georges Lemaître die Idee des expandierenden Weltalls 1927 in einer weni...

Das Umwelt-Schaf
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Das Umwelt-Schaf

Beim Klima wird meist vom CO2 geredet. Doch was ist mit Treibhausgasen wie Methan, Stickoxiden und - nicht zu vergessen - Ozon? Nehmen wir das Methan. Ich frage meine chinesischen Studenten in der letzten Bankreihe, die gerade heimlich Hamburger vertilgen: »Liebe essende Studenten, warum ist Eure Leidenschaft für McDonald’s nicht nur schädlich für Eure Gesundheit, sondern fördert auch die globa...

ndPlusDieter B. Herrmann

Lebens-Moleküle aus dem Kosmos?

Kaum eine Frage der Astronomie interessiert die Öffentlichkeit so, wie die berühmte »Sind wir allein im All?«. Seitdem die Zahl der uns bekannten Exoplaneten geradezu explosionsartig zunimmt, ist das Problem wieder ins Rampenlicht gerückt. Meist geht es um »Search for Extraterrestrial Intelligence« (SETI) die Suche nach Signalen vermeintlicher Aliens. Ganz anders gehen aber jene Forscher an die...

Seite 29
Umkämpfte Bundesliga
ndPlusCarlos García Hernández

Umkämpfte Bundesliga

Zum ersten Mal in sechs Jahren befindet sich die OSG Baden-Baden nicht an der Spitze der Bundesliga. Nach vier Runden ist der S. V. Wattenscheid 1930 in Führung, und die Badener, die schon eine Runde verloren haben, sind Dritter hinter Werder Bremen. Elf Runden müssen noch gespielt werden, aber es sieht so aus, als ob der Titel in dieser Saison härter umkämpft sein wird als in den vorherigen. H...

Bluff und Glück
Heiko Frings

Bluff und Glück

Mal als Edler, mal als Räuber sind wir auf den Straßen Italiens unterwegs. Sind wir selbst am Zug, ziehen wir als Edler, einer Auftragskarte vom Stapel folgend, mit unserem Spielstein von Stadt zu Stadt. Erreichen wir das Ziel, gibt es dafür Punkte. Als Räuber jedoch wollen wir verhindern, dass es uns der Mitspieler, der nun am Zug ist, gleich tut. Auf einem »Überfallkompass« stellen wir deshalb i...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Lösungen der je...

Ein i-Tüpfel für Tee, Süßes, Käse und Butterbrot
ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Ein i-Tüpfel für Tee, Süßes, Käse und Butterbrot

Während Rosen, Phlox und Mutterkraut sich mit einzelnen Blüten langsam in die Winterpause verabschieden, prahlt Würztagetes noch mit üppiger Blüte, grünem Laub und vielen Knospen. Sie hat sogar einen Reifhauch, obwohl nicht winterhart, unbeschadet überstanden. Nun ja, da die Art ihren Namen einem etruskischen Halbgott verdanken soll, will sie offensichtlich zeigen, dass sie über ähnliche Kräfte ve...

Kleines kosmisches Schattenspiel
Hans-Ulrich Keller, dpa

Kleines kosmisches Schattenspiel

Zum Jahresausklang bietet uns der Himmel ein kosmisches Schattenspiel. Der Mond taucht am 10. Dezember vollständig in den Kernschatten der Erde ein. Der zweite Teil der totalen Mondfinsternis ist von Mitteleuropa aus beobachtbar. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten erfolgt um 12.32 Uhr, in den Kernschatten taucht er gut eine Stunde später (13.45 Uhr). Von 15.06 bis 15.58 Uhr steht er volls...

Seite 30
Zwischen Strittmatter und Urknall
ndPlusMichael Müller

Zwischen Strittmatter und Urknall

Herbstzeit, Reisezeit. Das ist sie jedenfalls für den aktiven Kern derer, die übers Jahr zu Tausenden unter dem Motto »Mit LINKS durch die Welt« ohnehin mit »neues deutschland« unterwegs waren und sind. Und die freuen sich im November immer auf das traditionelle nd-Leserreisetreffen. Das angenehme Gefühl, zusammen mit Gleichgesinnten Neues zu erleben und zu entdecken, bekommt bei dieser Gelegenhei...

Seite 31
ndPlusHeidi Diehl

Alle Farben hat die Welt

Vor 40 Jahren dudelte aus jedem Radio Drafi Deutschers gesungene Frage, welche Farbe die Welt habe. Dabei ist sie doch so einfach zu beantworten: Alle! Sie ist zwischen Arktis und Antarktis so farbenfroh, dass man immer wieder nur staunen kann, was die Natur so zustande bringt. Wer sich die »Farben der Welt« das ganze kommende Jahr über ins Wohnzimmer holen will, dem sei der gleichnamige Kalender ...

Tage der offenen Türen
Heidi Diehl

Tage der offenen Türen

Am Donnerstag beginnen die schönsten »Tage der offenen Türen« des Jahres: Bis zum Heiligen Abend wird jeden Tag ein Türchen am Adventskalender geöffnet, und hinter jeder steckt eine Überraschung. Etwas ganz Besonderes hat sich die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH in diesem Jahr einfallen lassen. Wer im Internet www.winterliches-brandenburg.de anklickt, kann täglich ein winterlich-kulin...

Zutaten gab's früher nur in der Apotheke
André Micklitza

Zutaten gab's früher nur in der Apotheke

In Pulsnitz duftet es das ganze Jahr über nach edlen Gewürzen. Die Kleinstadt zwischen Bautzen und Dresden ist die einzig verbliebene Hochburg des Pfefferkuchens in Deutschland. Die Tradition reicht über 400 Jahre zurück und hat alle Stürme der Zeit überdauert. Es sind nur zwölf Pfefferküchlermeister, die das Privileg genießen, dem seltensten Handwerk im Land nachzugehen. Nach dem Ende der DD...

Seite 32
Wassermärchen

Wassermärchen

Die Fotos sind echt, aber herrlich unwirklich. Hier schweben Körper wie in Trance durch eine Welt, in der Wasser, Land und Luft eins sind. Susanna Majuris Bilder sind vom Wasser beherrscht, diesem willigen Element, das Körper trägt und jede Farbe akzeptiert. Symbol für alles Unbewusste und Gefühlvolle. Es ist das Mittel, mit dem sie ihre Geschichten »malt«.Ihre Figuren haben sich dem Wasser nach u...

Seite 33
Irmtraud Gutschke

Vita brevis

Zu diesem Buch passt ein altertümlicher Begriff: Zu Herzen gehend. Geradezu archaisch in ihrer Wucht wirken die Geschichten, die Erwin Koch erzählt, obwohl einige von ihnen fast in unserer unmittelbaren Gegenwart spielen. Warum scheinen sie uns so außergewöhnlich? Ist in der eigenen Umgebung denn noch nie Ähnliches passiert? Vielleicht haben wir da nur die Achseln gezuckt: Schlimm. Wollten uns nic...

ndPlusMonika Melchert

Magie heimlicher Orte

Liebespaare brauchen ein Refugium. Einen Raum für sich allein, wo sie – verborgen vor der Welt – nur zu zweit sein können. Solch ein Liebesnest kann ein prachtvolles Schlafgemach in einem Palast sein, es kann eine Gartenlaube, das schwarze Zelt eines Beduinenstammes, es kann eine venezianische Gondel, ein russisches Zugabteil oder selbst eine Klosterzelle sein. An solch verwegene und verheißungsvo...

Seite 34
ndPlusLilian-Astrid Geese

Eine Gattin in Paris

Hadley (»Hash«) Richardson ist 29, als sie 1920 den aufstrebenden 21-jährigen Ernest Hemingway in Chicago kennenlernt. Das »Mädchen« aus den Südstaaten ist alles andere als eine »Southern Belle«: zu konservativ, um das Engagement ihrer Mutter in der Wahlrechtsbewegung der Suffragetten zu befürworten, von Mann, Kind und Häuschen im Grünen träumend, zieht sie unförmige Röcke und lasche Blusen der gl...

Klaus Bellin

Das ungleiche Paar

Auf einer Party in Beverly Hills sahen sie sich im Frühjahr 1930 zum ersten Mal: Greta Garbo, die 24-jährige schöne, umschwärmte Diva aus Schweden, und Salka Viertel, beinahe 41 Jahre alt, Schauspielerin und Filmautorin, geboren in einem österreichisch-ungarischen Garnisonsstädtchen, groß geworden in behüteten Verhältnissen mit Dienstmädchen, Hauslehrern und Chauffeur, verheiratet mit dem Schrifts...

Seite 35
ndPlusGunnar Decker

Im Widerspruch gefangen

Im Jahr 1952 findet der »Wiener Völkerkongreß für den Frieden« statt. Anna Seghers reist in die Schweiz zu Hermann Hesse, der 1931 ihr Buch »Auf dem Weg zur amerikanischen Botschaft« besprochen hatte. Hesse ist den Deutschen und ihrem Nationalismus gegenüber tief misstrauisch – wie jeder Ideologie gegenüber. Und auch Anna Seghers, 1947 aus dem Exil in Mexiko nach Deutschland zurückgekehrt, fühlt s...

Seite 36
ndPlusChristina Matte

Generalpermiss von »friech«

Honoré Langustier ist zurück! Eigentlich schien Tom Wolfs Krimiserie um den Zweiten Hofküchenmeister und Chefermittler Friedrichs II. mit dem zehnten Band abgeschlossen – der Preußenkönig segnete darin das Zeitliche. Doch nun, pünktlich zum bevorstehenden 300. Geburtstag des Monarchen im kommenden Jahr, ermittelt der dicke Franzose wieder. Ausgestattet mit einem Generalpermiss des Königs, der ihn ...

Uli Gellermann

Verschwörungen, Verrat

Bald kommen sie wieder, die dunklen Tage und die vereisten Straßen, die Abende, an denen Kerzen offene Feuer imaginieren und die Rettung der persönlichen Welt in einem Glühwein liegt – und einem Buch. Das Buch zum Winter 2011 hat Umberto Eco für den Leser an der Heizung bereitgelegt: »Der Friedhof von Prag« heißt es. Um Verschwörungen geht es, um Geheimnisse und Verrat und auch um die »Protokolle ...

Seite 37
ndPlusDetlef Pries

Held, Lebenskünstler, Mitläufer?

Auf dem Dach einer Belgrader Ruine erwacht der neun Jahre zuvor auf dem Appellplatz von Buchenwald verstorbene Siegfried Wahrlich – und versteht nichts. Doch da ist noch der »Aschenmensch von Buchenwald«, eine Art Gespenst, das Wahrlich hilft, sich seines Lebens zu erinnern – und zu verstehen. »Roman eines Mitläufers« nennt der Verlag das jüngste Buch Ivan Ivanjis, der Lesern dieser Zeitung als...

Hans-Dieter Schütt

Tugendalles, Taugenichts

Essays sind, oft genug, Schriftstellers Trainingslager. Die so entstehenden Texte gleichen deshalb nicht gleich Abfallprodukten, aber es bleiben doch: Nebenschöpfungen. Und dennoch: Es gibt kaum eine wirklich gute, wirksame Essayistik außerhalb der Poetengilde. Die Analytiker weisen nach, die Dichter fühlen vor. Der Artikler benutzt Sprache, der Essayist gibt sich ihr hin; alles Wissen ist ihm Ein...

Seite 38
Christel Berger

Mehr als ein Muskel

Anthologie« = Sammlung ausgewählter literarischer Texte, bedeutet wörtlich »Blütenlese«. In meinem Fremdwörterbuch steht gleich darunter »Anthologion«, und das ist ein Messbuch der griechisch-katholischen Kirche. Vorliegende Anthologie »Auch Dein Herz« (angeregt von der Losung des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden »... da wird auch dein Herz sein«), wurde herausgegeben von Kerstin ...

Antje Stiebitz

Mut und Hoffnung

Gerade an kalten Wintertagen kann dieser Roman stärken und wärmen, obwohl er vom Zweiten Weltkrieg handelt. Denn die zwei Heldinnen schaffen es in einer desolaten Situation, so viel Innigkeit zu verströmen, dass dem Leser das Herz aufgeht. Und ganz nebenbei erfährt er interessante Details und Fakten über einen Nebenschauplatz des Krieges. Ein Buch, das zu Lebensfreude, Widerspenstigkeit und Courag...

ndPlusWerner Jung

»Wir werden anders leben«

In einem kleinen Dorf im Rheinland, in der Nähe von Erkelenz und Mönchengladbach, erhält eine Frau 2010 den Anruf eines Justizangestellten: Das Verfahren sei eröffnet, ihren Bruder 18 Jahre nach dessen spurlosem Verschwinden für tot zu erklären. Die Frau weiß es besser, kennt die Wahrheit, die sie als Erzählerin dieses Romans vor den Augen des Lesers aufrollt. – Ihr älterer Bruder Simon ist eines ...

Seite 39
Kai Agthe

»Viel besser als die Pershing II«

Fünfzig Gedichte aus einem halben Jahrhundert hat Anton G. Leitner aus Anlass des 50. Geburtstages des Deutschen Taschenbuch Verlags ausgewählt und herausgegeben. Er ist selbst Jahrgang 1961 und dem Münchener Verlag durch die Edition von einem Dutzend Gedicht-Anthologien, so u.a. mit »SMS-Lyrik«, seit Langem verbunden. Müßig daran zu erinnern, dass auch die vorliegende Auswahl eine subjektive i...

ndPlusSabine Neubert

Die Sache mit dem Regenbogenquilt

Man liebt ein Kind nicht für das, was es tut oder nicht, man liebt es für das, was es ist.« Ein wunderschöner Satz, so einfach wie selbstverständlich. Die Autorin lässt ihn einmal im Roman Emma, die alleinerziehende Mutter von Jacob und Theo Hunt, sagen. Aber so einfach und selbstverständlich, wie das zunächst klingen mag, ist es eben doch nicht immer im Leben, vor allem nicht im Leben Emmas. Dere...

Lilian-Astrid Geese

Der »ganz normale« atomare Wahnsinn

In der Ukraine, wie anderswo … an diesem letzten Sonntag im April.« Mindestens eine Generation wird, wenn sie diese Worte liest, die gleichen Gedanken im Kopf haben. 25. April 1986, Tschernobyl, der GAU, der, wie kaum eine andere Katastrophe in der Geschichte zeigt, dass es keine sichere (Atom-)Technologie geben kann, solange Menschen ihre Finger im Spiel haben. Und dass somit Technik nie sicher i...

Seite 40
ndPlusWerner Liersch

Männer und Meere

Die Größe ist beeindruckend, die Ausdehnung der Meere und das Volumen dieses Romans. Vielleicht steht beides in Zusammenhang. Die Meere bedecken 71 % der Erdoberfläche. Volker Harry Altwasser hat (Verlagstext) einen »epischen Abgesang auf eine Welt der Meere, die allmählich unterzugehen droht«, von mehr als 500 Seiten geschrieben. Wer hier einsteigt, hat keine Kreuzfahrt auf einem weißen Schiff ge...

Elaine Sandels

Richard Heydrich auf Abwegen

Im Hafenviertel von Oslo begegnet der junge Kriminalreporter Erik Erfjord 1934 zum ersten Mal einem dämonisch wirkenden Deutschen, den er wegen seines Aussehens »Spinnenmann« nennt. Sein Schulfreund Lennart Winther, der sich als Nachwuchsschauspieler in den Babelsberger UFA-Studios einen Namen gemacht hat, behauptet, es handele sich um einen deutschen Regisseur, der Knut Hamsuns Roman »Hunger« ver...

ndPlusCarmen Bossenz

Schmierige Geschäfte

Noch bevor er sie sah, hatte er sich in den Klang ihrer Stimme verliebt. Vom Balkon seines Apartments war sie zu hören, cool und melancholisch wie brasilianischer Jazz. Vor zwei Jahren während eines Griechenlandurlaubs begegneten sie sich – Thomas Nyström, der Neuropsychologe aus München, und Helen Jonas, Wirtschaftsredakteurin einer Hamburger Zeitung. Und obgleich aus dem Urlaubsflirt mehr wur...

Seite 41
Sabine Neubert

Weiber – holdselige Gesellen

Das Weib ist ein freundlicher, holdseliger und kurzweiliger Geselle ... Weiber tragen Kinder und ziehen sie auf ...« Trotz solcher Zuneigung ist auch Luther wie all seine Zeitgenossen der Meinung gewesen, Frauen hätten weniger Verstand als Männer. Immerhin erfuhren die Frauen, gerade die verheirateten, durch die Reformation größere Anerkennung als zuvor. Der Reformator selbst soll es mit dem Heira...

ndPlusAntje Rößler

Komponieren und Kochen

Er hat bereits mehrere Künstlerromane geschrieben – über Hölderlin, Schubert, E.T.A. Hoffmann. Nun widmet er sich Fanny Mendelssohn. Einfühlsam schildert Peter Härtling das Schicksal einer ganz besonderen Frau, die gleichwohl ein Leben im goldenen Käfig führen musste. Fannys Großvater Moses Mendelssohn gilt als Wegbereiter der Aufklärung. Dessen weltoffene Toleranz färbte auch auf seinen Sohn A...

Martin Hatzius

Papa pomponiert

Die kleine Chouchou ist nicht gerade das, was man ein Wunschkind nennt. Als der Komponist Claude Debussy bei Tisch erfährt, dass er Vater wird, kann er sein Unglück nicht fassen: »Claude legte seine Serviette sehr langsam auf den Tisch, schob sich hoch, schob den Stuhl zurück, ging steif aus dem Raum und sagte leise: ›Entschuldigt bitte, ich muss arbeiten.‹« Auch Emma reagiert nicht eben euphorisc...

Seite 42
ndPlusSilvia Becker

Hirzelschnurz aus Quackersdorf

Zugegeben, ein Schulkind wird heute kaum noch ABC-Schütze genannt, und Müsli mischt man meistens nicht aus Haferflocken, Zucker und geriebenem Apfel, sondern man schüttet es fertig aus der Tüte in die Milch. Abgesehen von diesen wirklich unerheblichen Kleinigkeiten dürften Kinder wie Erwachsene zu allen Zeiten über den wunderbaren Humor des Kinderbuchautors Hannes Hüttner lachen und die ebenso wit...

Silvia Ottow

Kuchen mit Sternen

Als das Sandmännchen des Dichters Nils Werner noch ein Kind war, hatte es eine Sandmännchenmutter und einen Sandmännchenvater. Was für ein Überangebot interessanter Figuren! Die Geschichte aus dem Jahr 1964 konzentriert sich aber auf den verspielten Nachkommen des Schlafsandstreuers, der aus dem Rohstoff für schöne Träume lieber Kuchen bäckt als ihn seiner Bestimmung zuzuführen. Heinz Behling setz...

ndPlusChristin Odoj

Der Traum vom Erwachsenwerden

Nirgends ist der Mensch so verwundbar und stark zugleich wie im Schlaf. Die Entschlossenheit des Träumers ist wohl deshalb auch durch keine Realität zu besiegen. Genau aus dieser Macht schöpft Sayo, der entschieden hat, erwachsen zu werden, immer wieder die Kraft auf seinem Weg. Tapfer verteidigt er seinen Entschluss, gegen seinen Vater, seine Mutter und die eigene kindliche Vernunft. Sayo leb...

Seite 43
Dieter B. Herrmann, Präsident der Leibniz-Sozietät

Ganz weit und ganz nah

Schon der Titel des neuen Werkes von John D. Barrow klingt paradox: »Das Buch der Universen«. Dabei verstehen wir doch landläufig unter »Universum« das Allumfassende, Einzige, Weltganze. Ein Plural ist gar nicht vorgesehen. Müssen wir diese Definition jetzt aufgeben? Der Autor überzeugt uns davon in doppelter Hinsicht: Zum einen streift er kenntnisreich und mit zahlreichen erhellenden Anekdoten...

ndPlusHerbert Hörz, Ehrenpräsident der Leibniz-Sozietät

Was die Welt zusammenhält

Wenn man als Philosoph ein Buch mit dem Titel »Leibniz war kein Butterkeks« in die Hand bekommt, weiß man: Es geht um den deutschen Theologen, Mathematiker, Philosophen, Historiker und Diplomaten, den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). Er initiierte 1700 die Einrichtung der Brandenburgischen Societät der Wissenschaften, der späteren Preußischen und Deutschen Akademie der Wis...

Seite 44
ndPlusChristian Klemm

Schwesterpartei

Westberlin war zur Zeit des Kalten Krieges die Frontstadt der sogenannten Freien Welt. Als US-Präsident John F. Kennedy seine berühmte Rede vor dem Schöneberger Rathaus mit den Worten »Ich bin ein Berliner« beendete, machte er die Verteidigung Westberlins zu seiner persönlichen Angelegenheit. Die Regierungen in der vom »bolschewistischen Feind eingekreisten« Stadt haben sich in der Wirtschafts- un...

Heidi Diehl

Das Meißner Schwanenservice lag bei uns im Keller

Manchmal bedarf es eines Anstoßes von außen, dass einer sein Leben zu Papier bringt. Bei Wolfgang Richter – jahrzehntelang Sportredakteur beim »nd« – war es ein Dokumentarfilm über das verschollene Meißner Schwanenservice, das in seiner Bedeutung dem ebenso in den Kriegswirren verschwundenen Bernsteinzimmer gleichkommt. Wolfgang Richter hat es gesehen, nicht nur einmal. Als Junge im Keller von Sch...

Susanne Statkowa

Russlands Großtaten

Sein erstes Buch, ein Rückblick auf 30 Jahre Dienst im DDR-Innenministerium, legte der ehemalige stellvertretende Minister des Innern unter dem Titel »Innenansichten« (Helios Verlag) vor zwei Jahren, fast zeitgleich mit seinem 80. Geburtstag, vor. Nun folgte ein zweiter Band. Er zeichnet sich wie der erste durch eine sachliche, klare Sprache aus, die dennoch nicht emotionslos ist. Während im er...

Seite 45
Klaus Höpcke

Schlag nach bei Elm

Die Stichworte, unter denen Ludwig Elm seine Auskünfte zur Zeitgeschichte versammelt hat, reichen von Aberglaube bis Zypern. Man springt, alphabetisch geordnet, wie es sich für ein ordentliches Nachschlagewerk allgemeiner oder fachlicher Art gehört, von einem zum anderen Wort. Bei den Worterklärungen aber weicht Elm von üblichen Mustern ab. Was er zu einem der von ihm gewählten Stichworte sagt ode...

ndPlusKurt Wernicke

Mythos und Mythen entblättert

Der »große König« wirft seinen Schatten voraus. Sein 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 lässt den üblichen Hype erwarten, den die Mediengesellschaft anlässlich von historischen Jahrestagen bereit hält. Das Wissen um Geschichte wird zunehmend nicht mehr durch Bücher geprägt, sondern durch das Feuilleton. Und es ist schon jetzt abzusehen, dass der Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich II. und die 1...

Seite 46
ndPlusKarlen Vesper

Ein Who is Who der Linken

Wie ein Who is Who linker Bewegung liest sich dieses Erinnerungskaleidoskop von Theodor Bergmann. Er hat Begegnungen mit Lehrern, Freunden, Kollegen und Vorbildern niedergeschrieben. Entstanden ist ein sattes Panorama des »Jahrhunderts der Extreme«. Viele der hier porträtierten klugen Köpfe und beeindruckenden Gestalten weilen schon lange nicht mehr unter den Lebenden. Nun, der Mann, der ihnen sei...

Klaus Müller

Die Gegenmacht

Die Welt leidet an Überfluss. Automatisierung und Rationalisierung verdrängen den Menschen aus Fabrik und Büro. Immer weniger Menschen werden benötigt, um zu erzeugen, was alle brauchen. Unternehmen vernichten Produkte, damit die Preise hoch bleiben. Inmitten der Überschüsse darben Menschen. Riesig ist der Reichtum der wenigen, bitter die Not der vielen. Banken verspielen Milliarden. Steuergelder ...

ndPlusJörg Roesler

Von Schlangen und Aufholjagden

Dem Leser ist er als einer der vier Wirtschaftskolumnisten des »neuen deutschland« wohlbekannt. Nun lässt Harry Nick in einem Buch die Wirtschaftsprobleme, über die er mit seinen Berufskollegen in den 60er bis 80er Jahren in der DDR stritt, noch einmal Revue passieren. Er versäumt es nicht, seine damaligen Auffassungen mit seinen heutigen zu vergleichen. Das geht nicht ab ohne Selbstkritik. Es ist...

Seite 47
Jürgen Hofmann

Diktatorischer Zeitgeist

In der Masse der »Mauerliteratur« bildet dieses Büchlein eine Ausnahme. Hier geht es nicht um Fluchthelfer, Tunnelbauten oder um Rechtfertigung der großen Politik. Hier werden Initiativen vorgestellt, die vor dem Mauerfall Brücken über die Systemgrenze schlugen. Dabei zeigt sich, für die Rekonstruktion deutscher Zeitgeschichte ist nicht nur relevant, was sich in den Akten des MfS findet, wie Diete...

Hans Rehfeldt

Ein New Yorker in der DDR

An der Harvard-University hatte er einer kommunistischen Studentengruppe angehört. Im August 1952 bekam der 24-jährige US-Besatzungssoldat in Österreich, Steve Wechsler, ein Einschreiben vom Pentagon, in dem die Anschuldigung erhoben wurde, er habe gegen seinen Treueeid verstoßen. Er hatte sich nicht entsprechend einem McCarthy-Gesetz von 1950 bei der Einberufung zur Armee als Linker geoutet. Nun ...

ndPlusKurt Finker

Enormer Wissenszuwachs

Wüstensöhne unterwegs« sollte ursprünglich der Titel des Bandes lauten, in Anspielung auf jenen westdeutschen Missionar, der seinerzeit die an die BRD angeschlossene DDR als »Wissenschaftswüste« bezeichnet hatte. Verschiedene Gründe sprachen jedoch dagegen, so auch der, dass mit dieser Formulierung die »Wüstentöchter« ausgeschlossen geblieben wären. Kurt Pätzold, ein international bekannter His...

Seite 48
ndPlusMichaela Karl

Im Dienst der Revolution

Sie war die Jeanne d'Arc der 30er Jahre: Tina Modotti, geboren 1896 in Italien, vor dem Elend Europas in die USA geflüchtet und im revolutionären Mexiko zur Revolutionärin geworden. Ihre Waffe war die Kamera. Das Foto »Frau mit anarchosyndikalistischer schwarzer Fahne« ist ihr berühmtestes und bis heute millionenfach nachgedrucktes Postkartenmotiv. Ihre bevorzugten Modelle waren proletarische M...

ndPlusMarga Voigt

Eine Wolgadeutsche

Der 28. August 1941 besiegelte das Schicksal der Russlanddeutschen in der Sowjetunion. Mit dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets wurde, zwei Monate nach dem heimtückischen Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR, die Umsiedlung der Deutschen in Gebiete östlich des Urals angeordnet. Unter Kontrolle russisch sprechender Aufseher musste auch die Großfamilie Hermann Anfang September für imm...

Martin Hundt

Unerschütterliche Liebe

Eigentlich bin ich zu alt, um beim Lesen eines Buches zu Tränen ergriffen zu sein; eigentlich kannte ich längst sämtliche der angeführten Zitate und Briefstellen. Aber was heißt »eigentlich«? Wen das Leben dieser Frau, ihre unerschütterliche Liebe, ihr tiefes Verständnis für das komplizierte wissenschaftlich-revolutionäre Werk ihres Mannes, wen das entsetzliche Leid und Elend, das sie durchleben m...

Seite 49
Helge Buttkereit

Die Kraft des Mythos

Es kann keine Biografie über Simón Bolívar, den Mann, der schon zu Lebzeiten den Titel des »Befreiers« (Libertador) Lateinamerikas erhalten hat, geschrieben werden, ohne gleichzeitig seine Rezeption zu thematisieren. Denn die historische Gestalt ist, insbesondere in Venezuela, durch quasi religiöse Verehrung, verdeckt. Dass sich Michael Zeuske sowohl mit dem Mann und seiner Zeit als auch mit desse...

ndPlusKarlen Vesper

Von Anbeginn an gegen Hitler

Dies ist ein sehr verdienstvolles Buch. Es erinnert an einen vergessenen, oder besser gesagt: jetzt wieder verschwiegenen Widerstand gegen das barbarische Hitlerregime. In unmittelbarer Nachkriegszeit war er sehr wohl präsent, und in der Zeit der deutschen Zweistaatlichkeit wurde er östlich der Elbe intensiv erforscht und mittels Monografien und Biografien, durch Filme und Ausstellungen gedacht un...

Sabine Neubert

»Machen Sie die Herzen weich!«

Als im Juni 1985 durch die Presse bekannt wurde, dass in Freiberg in Sachsen ein Tempel der Mormonen gebaut und geweiht worden war, galt das als eine Sensation. Nicht nur die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, besser bekannt als Mormonen, kamen geströmt, auch einige tausend Neugierige wollten sich dieses nach US-amerikanischen Plänen realisierte Bauwerk ansehen. Der ...

Seite 50
Antje Stiebitz

Nostratisch

Wussten Sie, dass es Pfeifsprachen gibt? Dass das sibirische Evenki 50 Dialekte, aber nur 5000 Sprecher hat? Oder dass wir 70 Muskeln an zehn verschiedenen Köperstellen koordinieren müssen, um eine einzige Silbe zu bilden? Der Sachbuch- und Romanautor Frank Schweizer entführt in die komplexe Welt der Sprachen. Er gräbt bis an die Wurzel der menschlichen Artikulationsfähigkeit, wandelt auf den Spur...

ndPlusMartin Koch

Freud und die Folgen

Mit seinem 2008 erschienenen Buch »Revolution in Mind« hat der Psychiater und Historiker George J. Makari in den USA viele Bewunderer gefunden. Das Werk sei »von unschätzbarem Wert, unbedingt empfehlenswert«, schwärmte das »American Journal of Psychotherapy«. Und der Schriftsteller Paul Auster wagte sogar die Behauptung, Makari habe »nichts Geringeres geschrieben als eine Geschichte des modernen G...

Seite 51
Armin Jähne

Archilochos Lebensfreude

Die antike Geisteswelt bleibt ein unerschöpflicher Born, aus dem jenes Urwasser fließt, das den Grundstoff der europäischen Kultur bildet – und nicht nur der europäischen. Kunst in Wort und Figur, Tragödie und Komödie, Wettstreit jeder Art, ob sportlich, musisch oder sozial, Philosophie, politische Traditionen, Fairness und Verrat, Kriegskunst und Antikriegsdenken, die Geschichtsschreibung, zu Her...

ndPlusFrank-Rainer Schurich

Mörder – mit und ohne Gesicht

Der Rechtsanwalt und Gerichtsreporter Wolfgang Schüler hat wieder einen neuen Band auf den Markt gebracht. Dieser ist diesmal ausschließlich dem Strafrecht gewidmet. Über 13 Kriminalfälle, fast alle aus seiner Kanzlei, berichtet der Autor. Er bringt das große Kunststück fertig, selbst bei grausamen Verbrechen in würdevoller Distanz zum Geschehen und zu den Missetätern zu bleiben. Schüler analysier...

Seite 52
Franziska Klein

Die Schatzflotte von Zheng He

China ist nicht nur stark und mächtig. China, auch das »Reich der Mitte« genannt, war stark und mächtig. Über Jahrtausende. Chinesen bauten die größte Flotte aller Zeiten, nur aus Holz. Sie umfasste 317 Schiffe. Die US-Kriegsmarine von heute zählt 279 Schiffe. Diese Superdschunken, für die ganze Wälder gerodet wurden, hatten je fünf Maste, neun Segel und eine 200-köpfige Besatzung. Die Laderäume w...

ndPlusKai Agthe

Genial und engagiert

Er hat ein überschaubares literarisches Werk hinterlassen. Aber jede Dichtung, ob vollendet oder fragmentarisch überliefert, hat Gewicht. Silvia Frank, promovierte Pädagogin und Seminarleiterin in Erfurt und Weimar, hat in der von Wolfgang Brekle herausgegebenen Kinderbuchreihe »Kennst du ...?« einen Band über Georg Büchner vorgelegt, einen genialen Dichter und politisch engagierten Menschen. A...

ndPlusMarlene Schielmann

Marx und die Besitzlosen

Mit der Tatsache, dass ein Arbeiter, der 2000 Mal einen Hebel an einer Maschine niederdrückt, wöchentlich einen Lohn ausgezahlt bekommt,. der gerade mal ausreicht, damit er nicht verhungert wie seine unglücklicheren Gefährten, die keine Arbeitsstelle gefunden haben, wollte sich Karl Marx nicht abfinden. Der Gelehrte aus Trier, einer Stadt in Deutschland, wusste aber auch, dass es keinen Sinn macht...