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Unten links

Die Besucherzahl für die Reichstagskuppel hat sich seit 2010 von jährlich über zwei Millionen mehr als halbiert. Anlass war damals eine Terrorwarnung, Kontrollen wurden verschärft, Anmeldepflichten eingeführt, anfangs war ein Besuch der Glaskuppel gar an die Teilnahme an einer anderen Veranstaltung des Hohen Hauses, etwa einer Plenarsitzung, geknüpft. Der Versuch, die Leute vom Reichstag gänzlich ...

Deutsch!

Wahrheit siegt nicht, sie formuliert nur um. Von Zeitenwechsel zu Zeitenwechsel. Das ist das deutsche Perpetuum mobile der Geschichtsschreibung: Ohne Unterlass und wie von selbst entledigt sich der öffentliche Raum aller unliebsamen Erinnerungsstützen. Und unliebsam ist, was vom Widerspruch in den Geschichtsläufen berichtet und also nicht nur die momentane Herrschaft singt. Daher soll nun auch den...

ndPlusAert van Riel

Grüne wollen Endlager ab 2042

Die Grünen haben als erste Bundestagsfraktion ein Konzept für die Suche nach einem Standort für 29 000 Kubikmeter Atommüll vorgelegt. Als ersten Schritt fordert die Partei einen sofortigen Baustopp in Gorleben und einen Stopp weiterer Castortransporte dorthin.

ndPlusBernd Kammer

Marx und Engels droht Abschiebung

Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hat ein Problem mit Karl Marx und Friedrich Engels. Deshalb will er ihr Denkmal aus dem Zentrum Berlins verbannen.

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Der Skandal als Routine
Velten Schäfer

Der Skandal als Routine

Nach dem Skandal um Dioxin in Eiern hatte Agrar- und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) vor Jahresfrist eine Großoffensive für Lebensmittelsicherheit angekündigt. Inzwischen ist die Republik schon zwei Skandale weiter - und Aigner laviert zwischen kurzzeitigem Medienauftrieb und langfristigem Interesse der mächtigen Nahrungsindustrie.

ndPlusHaidy Damm

Schulterklopfen am Funkturm

Heute wird die 77. Internationale Grüne Woche in Berlin offiziell eröffnet. Bis zum 29. Januar zeigen 1624 Aussteller aus 59 Ländern ihre Produkte aus Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Gartenbau. Das Motto in diesem Jahr: Regionalität ist Trumpf. Die Veranstalter erwarten mehr als 440 000 Gäste.

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Neugier aufs Leben
Wolfgang Hübner

Neugier aufs Leben

Immer wieder sonntags empfängt Gregor Gysi Gäste aus Kultur und Kunst, aus Politik und Gesellschaft zum Gespräch. Seine Rolle: fragen und zuhören. Jetzt sind ausgewählte Gespräche als Buch erschienen. Am Dienstagabend war im nd-Gebäude Buchvorstellung.

ndPlusJirka Grahl, Innsbruck

Ein Teil sein ist alles

Gestern war Halbzeit bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck. In der Tiroler Landeshauptstadt begegnen sich 1059 Sportler aus 70 Ländern - zum sportlichen Wettkampf wie auch zum gegenseitigen Kennenlernen. Ob Sportler, Betreuer oder IOC-Mitglieder, alle Beteiligten sind begeistert von Mini-Olympias Winterpremiere.

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Praxis Eisenbart

Das Kabinett hat die Einrichtung einer Datei gegen Rechtsextremismus beschlossen. Inhaltlich ist die wahrlich kein großer Wurf. Doch nicht deshalb erinnert der Obrigkeitsaktionismus an Dr. Eisenbart. Der, so weiß man seit Kindertagen, kuriert die Leut' nach seiner Art. Kann machen, dass die Blinden gehn und dass die Lahmen wieder sehn. Wer - wie die für's genaue Hinsehen gegründete Behörden s...

Der glückselige Herr Rösler

Herr Rösler hat nach dem Ende des XXL-Aufschwungs eine kleine, winterliche »Wachstumsdelle« ausgemacht. Alles halb so schlimm, sagt der Wirtschaftsminister, danach wird es schon wieder aufwärts gehen. Die deutsche Wirtschaft sei robust, und schon im nächsten Jahr werde der Konjunkturmotor sogar vernehmbar brummen. Herr Rösler wähnt sich auf einer Insel der Glückseligen, während um ihn herum im...

Pulverfass Pakistan

Zwischen Washington und Islamabad herrscht weiter Funkstille. War unlängst schon dem US-amerikanischen Generalstabschef Martin Dempsey von einer Visite in der pakistanischen Hauptstadt abgeraten worden, lehnte die Regierung dort am Mittwoch den Besuch von Präsident Barack Obamas Sondergesandtem Marc Grossman ab. Gründe nannte man gestern nicht, doch dürfte die Wiederaufnahme der Drohneneinsätze im...

Goethekenner
Thomas Blum

Goethekenner

Wen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) nicht leiden kann, der kann kein ganz schlechter Mensch sein, so muss man mutmaßen. Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat demnach vorerst unsere Sympathie verdient. Bereits im Jahr 2008 hatte die Politikerin, die gern Linke auf eine Stufe mit Neonazis stellt und gelegentlich eine »Deutschenfeindlichkeit« herbeifantasiert, ...

Steigt die Deutsche Bank aus?

nd: Ende Januar will die Deutsche Bank über ihren Anteil an Spekulationen mit Nahrungsmitteln entscheiden. Foodwatch hat dazu die Kampagne »Hände weg vom Acker, Mann!« gestartet. Was ist das Ziel der Kampagne?Bode: Wir wollen, dass die Deutsche Bank als wesentlicher Akteur aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen aussteigt, weil der dringende Verdacht vorliegt, dass diese Wetten an den Rohstoffbörsen ...

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Hagen Jung

Persilschein vom Finanzminister

Hat Bundespräsident Christian Wulff in seiner Amtszeit als Niedersachsens Regierungschef gegen das Ministergesetz verstoßen? Viele Fragen wurden dazu gestellt, die Antworten fallen bescheiden aus.

ndPlusInes Wallrodt

Nicht nur Beamte dürfen einsperren

Zwang gegen Bürger darf nur von Beamten ausgeübt werden. Ausnahmen sind aber zulässig, segneten die Karlsruher Richter die Privatisierung des Maßregelvollzugs ab.

ndPlusRené Heilig

Höchster Grad von Frechheit erreicht

Gestern beschloss die Regierung den Aufbau einer Datei zur Bekämpfung des Rechtsextremismus. Darin sollen Informationen des Verfassungsschutzes, der Polizei und des militärischen Abschirmdienstes zusammengefasst werden. Die Merkel-Runde erwartete Lob für rasche Reaktionen auf den Terror des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU).

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Neue Iran-Gespräche?

Neue Gespräche über das iranische Atomprogramm stehen möglicherweise bevor. Zugleich warnt Teheran die EU vor einem Ölembargo.

Fabian Lambeck

Männliche Monokulturen

Führungsetagen bleiben eine Männerdomäne: Aktuelle Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegen, dass in neun von zehn Vorständen nicht eine Frau zu finden ist.

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Pakistan brüskiert USA

Islamabad (nd/AFP). Pakistan lehnt einen Besuch des US-Sondergesandten Marc Grossman im Land ab. Grossmans Aufenthalt sei derzeit nicht möglich, teilte ein führender Vertreter der Regierung in Islamabad am Mittwoch mit. Einen Grund nannte er nicht. Beobachter sehen den Grund indes in den Spannungen zwischen beiden Staaten. Derweil ist der politisch geschwächte pakistanische Regierungschef ...

Mitsprache verlangt

Straßburg (dpa/nd). Das EU-Parlament pocht auf Mitsprache bei der Ausgestaltung des Fiskalpaktes zur Schuldenbegrenzung und Haushaltsdisziplin. Das europäische und die nationalen Parlamente sollten stärker in das Krisenmanagement eingebunden werden, heißt es in einer gemeinsamen Entschließung von Christ- und Sozialdemokraten sowie Liberalen und Grünen, die am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrh...

Zögern bedeutet Tod

Wegen des späten Eingreifens der internationale Gemeinschaft sind Hilfswerken zufolge Tausende Menschen in Ostafrika verhungert.

ndPlusZsuzsanna Horváth, Budapest

Präsident in Nöten

Der ungarische Staatspräsident von Viktor Orbáns Gnaden, Pál Schmitt, ist in Bedrängnis. Die Zeitschrift »Heti Világgazdaság« (Weltwirtschaftswoche) hat Schmitts Doktorarbeit untersucht.

Astrid Schäfers

In Algerien blieb der Frühling aus

Der arabische Frühling ist an Algerien nicht spurlos vorbeigezogen. Vermehrt kommt es zu Protesten, die von Sicherheitskräften niedergeschlagen werden. Bisher haben sie jedoch nicht ein Ausmaß angenommen wie in den östlichen Nachbarländern. Dennoch gibt es Anzeichen einer Schwächung der Regierung vor den vorgezogenen Parlamentswahlen im Februar.

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STARporträt: Nathalie Baye
ndPlusR.B.

STARporträt: Nathalie Baye

Die französische Schauspielerin (Foto: AFP/ Valery Hache) gehört zu den bedeutendsten ihrer Generation, hat mit vielen berühmten Regisseuren ihres Landes gearbeitet und bekam bisher vier Césars. Auch Steven Spielberg besetzte sie - als Mutter des Hochstaplers in »Catch me if you can« (2002). Jetzt ist sie als deprimierte Mutter in »Bezaubernde Lügen« zu sehen. Bereits ihr Filmdebüt war ein Rie...

Caroline M. Buck

Eine etwas andere Freiheit

Was Taiwan nie erreicht hat und Korsika schon gar nicht, die allseits anerkannte Unabhängigkeit vom Festland, haben sich die Orte, Gruppen, Gemeinden einfach herausgenommen, die der österreichische »Veteran alternativer Netzwerke und sozialer Experimente« Paul Poet für seinen Film »Empire Me - Der Staat bin ich!« besucht hat. Utopien nach eigenen Bauplänen, einen Ausstieg aus der Welt der anderen ...

ndPlusCaroline M. Buck

Kermit allein zu Haus

In den Siebzigern gehörten die Muppets zu den Pflichtterminen im samstagnachmittäglichen Fernsehprogramm jedes bundesdeutschen Haushaltes mit etwas Humor. Die Puppen von Puppenspieler Jim Henson, allen voran Kermit der Frosch, der die halbstündigen Episoden der »Muppet Show« einführte, und Schweinedame Piggy, die blondgelockte Diva, die auch mal handgreiflich wurde, wenn der »Frosch ihres Lebens« ...

Alexandra Exter

Der Mann, der das FBI erdachte: eine Katastrophe für andere – eine Katastrophe für sich selbst

Der Held dieses Films ist seit Jahrzehnten das personifizierte Feindbild jedes linken und liberalen Denker in den USA und weit darüber hinaus. Der Regisseur dieses Films ist als konservativer Liberaler bekannt, sein Drehbuchautor als aktiver Verfechter eines umfassenden Rechts zur emotionalen und politischen Selbstbestimmung und die schwullesbische Gleichberechtigung. Beide sind Oscar-Preisträger,...

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ndPlusSebastian Raabe und Stefan Bauer, dpa

Druckindustrie schwer unter Druck

Während wenigstens ein Teil der Beschäftigten von Manroland auf Rettung hoffen darf, bleiben die Probleme in der Druckindustrie. Die traditionsreiche Branche steckt seit Jahren tief in der Krise.

Blackout bei Wikipedia & Co.
John Dyer, Boston

Blackout bei Wikipedia & Co.

In den USA wird heftig über Gesetzesinitiativen gegen Netzpiraterie gestritten. Anhänger des freien Internets sehen darin Zensurmaßnahmen.

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2500 Euro für Gedenkstätte

(nd). Die Landesschatzmeisterin der Partei DIE LINKE.Berlin, Sylvia Müller, teilt gestern das Ergebnis der Sammlung im Rahmen der Liebknecht-Luxemburg-Ehrung mit. Sie erbrachte 2468,94 Euro für den Erhalt und die Pflege der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. Außerdem seien in den Spendenbüchsen gefunden worden: 2,86 Deutsche Mark, 40 Israelische Schekel, 10,50 Ungarische Fo...

Mehr Beamte trotz Notplans

(dpa). Innensenator Frank Henkel (CDU) will knapp 370 Anwärter bei Polizei und Feuerwehr trotz des derzeit gültigen Haushaltsnotplans verbeamten. Er habe diese Entscheidung nach Maßgabe der Verfassung in eigener Verantwortung getroffen, um Berlins Sicherheit zu gewährleisten, teilte die Innenverwaltung am Dienstag mit. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) hatte noch am vergangenen Donnerst...

Rekord bei Jugendhilfe

(dpa). Berlins Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe sind auf Rekordniveau gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, lagen die Ausgaben im Jahr 2010 bei 1,66 Milliarden Euro. Das waren 7,4 Prozent mehr als 2009. Den größten Teil - etwas mehr als eine Milliarde Euro - gab die öffentliche Hand für Kindertagesbetreuung aus, neun Prozent mehr als im Vorjahr. In sogen...

Alle zurück

Zurück nach Bonn! Das wäre eine Marschrichtung. Politisch und praktisch. Berlin war ein Irrweg. Vielleicht gab es bei der legendären Abstimmung einen Fehler? Oder gar einen eklatanten Rechtsbruch? Haben gar Stasi-IM heimlich mitgestimmt, meuchlings die Voten gefälscht? Führte Reue zum massenhaften Widerruf? Was immer es sei, die Verwaltung ist dem auf der Spur. Rheinische Whistleblower haben es ih...

Letzte Landung Tempelhof
ndPlusPaul Alexander

Letzte Landung Tempelhof

Die LINKE hat in einem Antrag, der am Freitag im Bundestag behandelt wird, gefordert, dass das Bundeskanzleramt bis 2013 vollständig nach Berlin umziehen soll und der Rest der Ministerien mit zusammen immerhin mehr als 9000 Stellen bis 2017. Dies soll in einem »Beendigungsgesetz« zum Berlin/Bonn-Gesetz geregelt werden. Verbunden wird dies mit der Auflage, teure Neubauten zu vermeiden. Dafür solle ...

ndPlusMartin Kröger

Verfassungsschutz über »NW-Berlin« ahnungslos

Der Verfassungsschutz tappt im Dunkeln. »Eine beweisbare Zuordnung zu einzelnen Verantwortlichen der rechtsextremistischen Internetseite ›Nationaler Widerstand Berlin‹ (NW-Berlin) ist schwierig«, erklärte gestern die Chefin des Berliner Nachrichtendienstes, Claudia Schmid, im Abgeordnetenhaus. Auch der Dienstherr der Behörde, Innensenator Frank Henkel (CDU), betonte: »Wir können nicht belegen, wel...

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Kuppel wird gemieden

(epd). Die Zahl der Besucher in der Berliner Reichstagskuppel hat im vergangenen Jahr drastisch abgenommen. Nach Angaben des Bundestag-Besucherdienstes ging die Gästezahl in dem Berliner Wahrzeichen von rund zwei Millionen auf nur noch 730 300 zurück, berichtete eine Tageszeitung am Mittwoch. Grund seien die verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Der eklatante Besucherschwund stehe in direktem ...

Berlinale zeigt »Oktober«

(dpa). Die restaurierte Fassung des legendären russischen Revolutionsfilms »Oktober« feiert am 10. Februar bei der Berlinale Premiere. Das Meisterwerk von Sergej M. Eisenstein war nach seiner Uraufführung 1928 in Moskau zensiert und aus den Kinos verbannt worden. In Berlin läuft es im Rahmen der Retrospektive »Die rote Traumfabrik«, teilten die Festspiele am Dienstag mit. Die große Wiederentde...

Ullman entwirft Mendelssohn- Denkmal

(dpa). Der israelische Künstler Micha Ullman entwirft ein Denkmal für die legendäre Familie Mendelssohn. 250 Jahre nach der Heirat des Philosophen und Seidenfabrikanten Moses Mendelssohn (1729-1786) und der Hamburger Kaufmannstochter Fromet Guggenheim (1737-1812) soll das Denkmal an der Spandauer Straße 68 in der Nähe des Alexanderplatzes an diese bedeutende Familie erinnern. Das Projekt Ullmans, ...

Tausch mal um

Mit dem Geschenk weiß der Mann nichts anzufangen. Richtig angesehen hatte er es sich nicht, nur versucht, eine elektrische Steckverbindung zu finden. Nichts. Nun will er es umtauschen. Das ist der Ausgangspunkt für eins von mehreren Spielen beim Improvisationstheaterabend von »Turbine William wie die Birne« in der Märchenhütte. Bei dieser Umtauschszene weiß das Publikum mehr als der Schauspiele...

Karge Kartographie
ndPlusTobias Riegel

Karge Kartographie

Ist es ein Gemälde? Eine Installation? Eine moderne Plastik? Nichts von alldem, es ist eine schlichte Zimmerwand. Die allerdings wurde vom amerikanisch-japanischen Fotografen Ishimoto Yasuhiro so kunstvoll und abstrakt in Szene gesetzt, dass sich die Abbildung vom Objekt emanzipiert. Das Bauhaus-Archiv präsentiert bis 12. März wegweisende Aufnahmen Ishimotos, auf denen er in den 50er und 80er Jahr...

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Vorlesung vorm Bahnhof

Dresden/Leipzig (dpa/nd). Mit zahlreichen Aktionen haben Studenten in Dresden und Leipzig am Mittwoch gegen den geplanten Stellenabbau an den Universitäten protestiert. Mehr als 100 Studierende der Fakultät Verkehrswissenschaften versammelten sich am Mittag vor dem Dresdner Hauptbahnhof zu einer Vorlesung unter freiem Himmel. Die Studenten kritisieren die »überproportional großen Einschnitte« - de...

S-Bahn fehlen 50 Lokführer

(dpa/nd). Nach vielen Technikproblemen ringt die Berliner S-Bahn nun vor allem mit einem Personalmangel bei den Lokführern. Geschäftsführer Peter Buchner räumte am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses ein, dass momentan rund 50 Triebwagenführer fehlen. Bei einem hohen Krankenstand wie zuletzt im Dezember müssen deshalb Fahrten ausfallen. »Wir hätten das vielleicht etwas früher merk...

Dieter Hanisch, Lübeck

»Die Stadt hat einen Brandfleck«

In der Nacht zum 18. Januar vor 16 Jahren brannte das Asylbewerberheim in der Lübecker Hafenstraße, zehn Menschen starben, 38 wurden verletzt. Die Tat wurde bis heute nicht aufgeklärt. In Lübeck wird die Wiederaufnahme des damaligen Verfahrens gefordert.

ndPlusHendrik Lasch, Dessau

Eskalation in Dessau

Kurz nach dem umstrittenen Polizeieinsatz bei einer Gedenkdemo für Oury Jalloh ist in Dessau ein Brandsatz auf eine Polizeiwache geworfen worden. Derweil schüren Nazis nach einer Messerstecherei Ausländerhass.

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Abfall aus aller Welt

Schwerin (dpa/nd) Zwischen 1993 und 2010 wurden nach Angaben der Landesregierung in Schwerin knapp 40 000 Tonnen Asbestmüll auf die landeseigene Sondermülldeponie Ihlenberg in Selmsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) geliefert, darunter fast 13 600 Tonnen aus dem europäischen Ausland. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervorgeht, stammen ...

Beratung über den Bürgermeister

Guben (dpa). Der Fall des unter Korruptionsverdacht stehenden Gubener Bürgermeisters Klaus Dieter Hübner (FDP) soll am Dienstag erneut beraten werden. Dazu kommen auf Antrag von drei Fraktionen die Stadtverordneten zu einer Sondersitzung zusammen, sagte Vorsteher Klaus-Dieter Fuhrmann gestern. Es gehe darum, ob Rechtsmittel gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus zu Hübner eingelegt ...

Rhinluch kommt unter Naturschutz

Potsdam (dpa). Die Landesregierung hält trotz Protesten von Landwirten an Plänen fest, ein Naturschutzgebiet im Oberen Rhinluch bei Fehrbellin einzurichten. Wie Umweltministerin Anita Tack (LINKE) nach einem Gespräch mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) mitteilte, sei man übereingekommen, den Bauern ein Stück entgegenzukommen, prinzipiell aber mit dem Verfahren zur Ausweisung des Sch...

Anna Schürmann, dpa

Die Teufelsaustreiber

Manchmal fehlen nur ein paar Buchstaben, manchmal fehlt das Inhaltsverzeichnis. Seit mehr als 30 Jahren hat sich die Firma Kapp in Baden-Württemberg der Jagd auf den Druckfehlerteufel verschrieben.

ndPlusRalf Isermann, AFP

Gespenster in Wildbad Kreuth

Genau vor fünf Jahren besiegelte die CSU in Wildbad Kreuth das Schicksal Edmund Stoibers. Am 18. Januar 2007 kündigte der damalige Parteichef und bayerische Ministerpräsident seinen Rücktritt an. Das Ereignis beschäftigt die CSU bis heute, wie auch die derzeitige Winterklausur der Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth zeigt.

ndPlusWilfried Neiße

Sozialgerichte klagen wegen Hartz

Obwohl sich die Arbeitslosenquote halbierte, liegen bei den brandenburgischen Sozialgerichten immer mehr Hartz-IV-Klagen. Die Präsidentin des Landessozialgerichtes Berlin-Brandenburg, Monika Paulat, mahnte gestern dringend die Besetzung von mehr Richterstellen an. Die Lage sei »kritischer als vor einem Jahr«. Um 13,2 Prozent auf 21 370 steigerte sich im vergangenen Jahr die Zahl der neuen Verfa...

Andreas Fritsche

Sozialist meutert und heuert bei Piraten an

Kein Kuddelmuddel mehr in Teltows Stadtverordnetenversammlung! Dort tummelten sich zwischenzeitlich zwei rot-grüne Fraktionen, weil man sich wegen persönlicher Differenzen getrennt hatte. Der Stadtverordnete Wolfgang Köhn wechselt nun von der Linkspartei zur Piratenpartei. Damit ist die kleinere rot-grüne Fraktion mit nur je einem Sozialisten und einem Grünen Geschichte. Es bleibt die andere ro...

ndPlusOliver Hilt, Saarbrücken

Ende eines Experiments

Nach dem Bruch der Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen im Saarland hat der Landtag am Mittwoch die Entlassung der vier Minister von FDP und Grünen bestätigt. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer verteidigte die Aufkündigung der Koaliton.

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Dresdens Ehre

Volker Braun wird in diesem Jahr mit dem Kunstpreis der Stadt Dresden geehrt. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 17. März im Festspielhaus Hellerau verliehen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Der Förderpreis, ebenfalls mit 5000 Euro dotiert, geht an den Medienkünstler Jakob Korn. Die sächsische Landeshauptstadt ehrt seit 1993 Künstler der Stadt mit einem Preis. Zu dessen Trägern gehö...

It's Just Begun

Der Funk- und Hip-Hop-Musiker Jimmy Castor ist tot. Der Saxofonist sei am Montag im Alter von 71 Jahren an Herzversagen in einem Krankenhaus in der Nähe von Las Vegas gestorben, berichtete die »New York Times« am Mittwoch unter Berufung auf Castors Sohn. Einer der bekanntesten Hits des Musikers war »It's Just Begun«. Die Musik von Castor gilt als Inspiration für Hip-Hop-Künstler wie Kanye West, Ic...

Thomas Bruhn

Mama, ungekämmt

Vom Büchertisch des Museums der bildenden Künste Leipzig fragte mich ein Titelbild: »Wie siehst du denn aus? Eine Göre mit widerspenstigen Haaren linst durchs Schlüsselloch. Ich wollte auch wissen, was hinter der Tür zu sehen ist, nahm das Buch in die Hand, blätterte, war hingerissen. Die ersten Zeilen lauten: »Ich habe ein Geheimnis, meine Mutter ist in Wahrheit ein Stachelschwein.« Besucher dreh...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Satzball? Spielball

»Ein Durchzucken manchmal, kurz nur: Die Balance dieses Planeten im Universum ist bloß eine vermeintliche Gewissheit. Wer spielt mit uns? Welche Erschütterung wird uns treffen, womöglich fortschleudern?« Fragte Marcel Proust in einem Brief. »Was für Fliegen böse Buben, das sind den Göttern wir: Sie töten uns aus Spaß.« Gloster in Shakespeares »König Lear«. Es gibt eine Ahnung der existenzielle...

Harald Kretzschmar

Böse Akten, gute Bilder

Man wird ja noch fragen dürfen. Wofür ist unser aller gutes Geld eigentlich da? Um immer neue Unsummen in die pedantische Bewahrung von Aktenbeständen zu stecken? Damit längst bekannte Verfehlungen immer wieder neu aufgeklärt werden? Brauchen wir Vormunde für Nachweise, was einmal Verderbliches im Verborgenen geschah? Was erinnert dagegen an all die Bildwerke von hohem Wert, die in aller ...

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ndPlusHarald Loch

Mit Witz und Welterkenntnis

Was bleibt von einem Autor, der die Hälfte seines Lebens nicht schreiben kann? Henry Roth war 89, als er 1985 in Albuquerque (New Mexico) starb. Er war als kleines Kind mit seiner jüdischen Familie aus Galizien nach New York eingewandert. 1934 hatte er den Roman über seine Kindheit »Nenn es Schlaf« veröffentlicht, der heute als Klassiker gilt. Es folgten 45 Jahre Schreibblockade, die sich erst nac...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Wer hat Mr. Stone erdolcht?

Festspiele vor der traumhaften Kulisse des Heidelberger Schlosses: Warum reisen alljährlich Zehntausende Besucher an? Weil sie teilhaben möchten an höherer Geistigkeit, weil sie für einige Tage einen Traum leben wollen, der auch später noch ihren Alltag überstrahlt. Sich wohlfühlen in Harmonie - haben sie nicht ein Recht darauf? Auch machen viele in der Stadt damit ihr Geschäft. Ein Mord auf d...

Uwe Stolzmann

Die Guten, die Bösen

Eine Exekution unter Birken: Schneewehen in russischer Weite, ein Mann, kniend, der weiß, dass er jetzt sterben wird, »und dafür war er dankbar«; endlich der Schuss, dann Stille über einem namenlosen Grab. So beginnt »Der Oligarch« von Daniel Silva, ein Hollywood-Reißer auf Papier. Daniel Silva, geboren 1960 in Michigan, war Journalist bei CNN, Korrespondent in Nahost, berichtete vom ersten G...

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Leseprobe

Leseprobe

Die heutige Zeit steht den »Sentimentalitäten und Schwärmereien« des 18. Jahrhunderts augenscheinlich näher als die auf »hart gehämmerte« Heldencharaktere abonnierten Wilhelminer am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Man interessiert sich wieder für Gefühle, Stimmungen und Empfindlichkeiten, noch dazu für zerrissene und widersprüchliche ... Der aktuelle emotional turn in den Kultur- und Lebenswis...

»... um des Ruhmes willen«
Gerd Fesser

»... um des Ruhmes willen«

In den Monaten vor Beginn des vielberufenen »Friedrichjahres« sind etliche Bücher über den Preußenkönig erschienen. Auf die Idee, kritische Fridericus-Biografien wie die von Veit Valentin, Ludwig Reiners oder Ingrid Mittenzwei neu aufzulegen, ist offenbar niemand gekommen. Unter den Neuerscheinungen ragt das Buch von Jürgen Luh hervor. Luh ist ausgewiesener Historiker und wissenschaftlicher Lei...

Die trügerische Rheinsberger Idylle
ndPlusKurt Wernicke

Die trügerische Rheinsberger Idylle

Der 300. Jahrestag der Begründung des Königreichs Preußen bewirkte 2001 ein Rauschen auf dem deutschen Buchmarkt, und der bevorstehende 300. Geburtstag des dritten Preußenkönigs - des einzigen aus der Reihe, der als »der Große« figuriert - ließ eine Wiederholung erwarten. Doch was sich schon 2001 zeigte, wiederholt sich nun: Die Publikationen zum Thema schöpfen allesamt nicht aus neu erschlossenen...

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Elmar Dreher und Uwe Rogowski, dpa

Wer trifft für Cissé?

Nach dem mit Abstand teuersten Verkauf in der Vereinsgeschichte schwimmt der SC Freiburg im Geld. Aber ohne Tor-Garant Papiss Demba Cissé ist der Kampf um den Klassenerhalt für das Bundesliga-Schlusslicht noch schwieriger geworden. »Papiss ist sicherlich ein Spieler, den Freiburg nicht 1:1 ersetzen kann«, räumte der neue Trainer Christian Streich nach dem spektakulären Transfer des senegalesischen...

ndPlusUlrike Weinrich, SID

Die letzten Ziele des Tommy Haas

Der Abgang von der Stätte seiner größten Erfolge glich einem Triumphzug: Noch einmal ins jubelnde Publikum winkend lief Tommy Haas aus der sonnenüberfluteten Rod-Laver-Arena und stellte sogar den Sieger Rafael Nadal in den Schatten. Ausgerechnet der spanische Superstar hatte zuvor die stimmungsvolle Abschiedszeremonie für Haas bei den Australian Open eingeleitet. Nadal applaudierte nach dem Ma...

Erik Eggers, Niš

Zwei für die Big Points

Carsten Lichtlein hatte sein Ritual wie immer abgespult. Der Torwart der deutschen Handball-Nationalmannschaft hatte 45 Minuten lang Musik gehört, Songs der schwedischen Popbarden ABBA und »Eine Kleine Nachtmusik« von Wolfgang Amadeus Mozart. Und dann war er hinausgegangen in die Hölle von Niš - empfangen von einem Pfeifkonzert von 4500 fanatischen mazedonischen Fans. Aber Carsten Lichtlein ließ s...

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Suche im Wrack vor Giglio unterbrochen

Die Suche nach Eingeschlossenen im Kreuzfahrtschiff »Costa Concordia« ist ins Stocken geraten. Aus Sicherheitsgründen wurde der Einsatz am Mittwoch unterbrochen, weil das Wrack vor der toskanischen Insel Giglio weiter abgesunken war. Höherer Wellengang droht die Rettungsarbeiten zusätzlich zu behindern. Unter den noch 28 Vermissten aus sieben Ländern sind auch noch mehr als ein Dutzend Deutsche. B...

Hanns-Jochen Kaffsack, dpa

»Geh' an Bord, verdammt«

Die dramatischen Bilder der gekenterten »Costa Concordia« gehen um die Welt. Und Italien hat einen neuen Helden gefunden: Fregattenkapitän Gregorio De Falco. Der 46-Jährige hatte im Hafenamt in Livorno Dienst, als die »Costa Concordia« vor der toskanischen Insel Giglio kenterte. Entrüstet redete er in der Unglücksnacht auf den Kapitän ein: »Geh' an Bord zurück, verdammt!« Seine eindringlichen Ford...

ndPlusPhilipp Hedemann, Addis Abeba

Brutaler Überfall auf Touristen in Äthiopien

Im schwelenden äthiopisch-eritreischen Konflikt sind erstmals Touristen Opfer der Auseinandersetzungen geworden: Bei einem Überfall auf eine Touristengruppe in der Danakil-Wüste im Nordosten Äthiopien kamen nach Angaben der äthiopischen Regierung fünf Menschen ums Leben.