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Unten links

Wenn es einst hieß, ein Mensch gehe auf Empfang, dann war das ein Bescheid für Feinfühligkeit. Heute geht der Mensch auf Empfänge. Mancher leidet dort, umzingelt von Selbstbewusstsein, am Hemmungs-Los - wo Empfänge doch nur etwas für Hemmungslose sind. Also gibt es (boomende!) Seminare zur Erhöhung des »Sympathie-Mobilisierungs-Potenzials«. Zur Eingemeindung ins Heer der Wichtigtuer, so die Betrei...

Politisches Geld

Links zu sein ist anrüchig, umstürzlerisch und verfassungsfeindlich. So in etwa mag es in der Gedankenwelt vieler deutscher Amtsstuben zugehen. Das sitzt tief. Amtsstuben haben mitunter viel Macht. Sie können entscheiden, wohin Gelder fließen. Sie können Jugendeinrichtungen auszehren, Projekte kleinhalten, Vereine ohne Verbot abschaffen. Ob der sozialistische Jugendverband Solid als förderungswürd...

Etappensieg für Linksjugend [’solid]

Vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wurde am Mittwoch die Klage des linksparteinahen Jugendverbandes Linksjugend [’solid] gegen die Verweigerung von Zuwendungen durch das Bundesfamilienministerium verhandelt.

Aert van Riel

Keine Linke für die LINKE

Beate Klarsfeld gilt gegen Joachim Gauck in der Bundespräsidentenwahl als chancenlos. Wenn sie nicht gewählt werden sollte, hofft die Linkspartei, dass ihr wenigstens das Bundesverdienstkreuz verliehen wird. Dass Klarsfeld den Konservativen Nicolas Sarkozy im französischen Wahlkampf unterstützt, kann den Enthusiasmus der LINKEN nicht trüben.

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Kay Wagner, Brüssel

Sehnsucht nach Normalität

Die Zeiten des hektischen Treibens vor EU-Gipfeln scheinen fürs Erste vorbei. Fast gespenstisch ruhig ging es vor dem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel zu. In EU-Kreisen zieht die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit Serbien noch die größte Aufmerksamkeit auf sich.

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ndPlusOliver Hilt

»Nadelstiche« am europäischen Aktionstag

Keine Großdemonstration, sondern eine kleine Aktion: An der deutsch-französischen Grenze warnen Gewerkschafter vor neuen Nationalismen und kritisieren die Krisen- und Sparpolitik der EU.

Ein Versuch der Versöhnung

Drei Zielen folgte Beate Klarsfeld in ihrem politischen Kampf: 1. verhindern, dass Nazis auf einflussreichen Posten sitzen, 2. Nazi-Verbrecher in Deutschland und im Ausland aufspüren und bestrafen, 3. Solidarität mit Israel. Im »nd«-Interview sprach Uwe Kalbe mit ihr über Zeiten in der DDR und das Verhältnis zur Linkspartei.

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Wer sucht, kann staunen

Dies ist eine von jenen Geschichten, die belegt: Erstens hängt alles mit allem zusammen. Und zweitens kann manches, das schlecht beginnt, gut enden. In und bei Eisenach soll ein Windpark entstehen. Super! 50 Millionen Euro wollen verbaut werden. Wenn man da an den richtigen Stellen gut schmiert, dreht sich mancher leichter. Christian Köckert soll sich gut gedreht haben. Als thüringischer Ex-Innenm...

Wahlspeck für Serbien

Serbien stehen Wahlen bevor. Voraussichtlich im Mai wird die Belgrader Regierung ihre Politik vom Wähler beurteilen lassen müssen. Erfolge kann sie kaum vorweisen. Die wirtschaftliche und soziale Lage hat sich im Gegenteil deutlich verschlechtert. Und das lauthals verkündete Ziel, Kosovo zurückzugewinnen und sich zugleich dem EU-Beitritt zu nähern, hat sich als Seifenblase erwiesen. Die großen EU-...

Das Imperium schlägt zurück

Streikverbot! Nachdem die kleine aber wirkmächtige Gewerkschaft der Flugsicherung zwei Wochen lang den Arbeitgebern am Frankfurter Flughafen die Stirn bot, gab das Frankfurter Arbeitsgericht einem gemeinsamen Eilantrag der Betreiber-AG Fraport und der Lufthansa gestern statt. Den Unterstützungsstreik der Fluglotsen hatte das Gericht ebenso verboten. Der wäre zu wirkungsvoll gewesen und deshalb meh...

Fußgängerzone »Linden«?
Andreas Heinz

Fußgängerzone »Linden«?

nd: FUSS e.V., der Fachverband Fußverkehr Deutschland, will, dass der Berliner Boulevard Unter den Linden umgebaut wird. Was schlagen Sie vor?Herzog-Schlagk: Wir möchten den Mittelstreifen in geschlossener Form für die Fußgänger haben. Die müssen ja jetzt ständig Straßen überqueren, was teilweise sehr gefährlich ist. Da schlagen wir vor, in Gehweghöhe niveaugleich herüber zu führen, damit die Auto...

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Fehlerhafte Forderung

Frankfurt (nd-Meyer). Nach fast zwei Wochen Streik ist Schluss: Das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main gab gestern einem Eilantrag der Flughafenbetreiberin Fraport AG und der Lufthansa statt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) verstoße mit zwei Forderungen in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen gegen die Friedenspflicht. Konkret geht es um Arbeitsschutzregelungen und Nachtschichtver...

Sachsen, Argentinien der Neonazis

Nun wird es auch in Sachsen bald einen Untersuchungsausschuss geben. Gestern legten LINKE, SPD und Grüne einen gemeinsam erarbeiteten Beschluss vor; die Einsetzung auf der Landtagssitzung nächste Woche ist Formsache. Ihrem Unmut über den beschwerlichen Weg zur Aufklärung machte die Opposition gestern noch einmal Luft. Die Blockade von CDU und FDP zeige, dass diese »nichts verstanden haben«, sag...

ndPlusRené Heilig

Vorratssüppchen kocht auf NSU-Flamme

Heute treffen sich die Mitglieder des Bundestagsuntersuchungsausschusses mit den Mitgliedern des in Thüringen gebildeten Gremiums. Ziel ist eine effektive Zusammenarbeit bei der parlamentarischen Aufklärung der NSU-Verbrechen sowie des Versagens der Sicherheitsbehörden.

Jedes siebente Kind lebt von Hartz IV
Fabian Lambeck

Jedes siebente Kind lebt von Hartz IV

Arm trotz Aufschwungs: Eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands belegt, dass die Zahl von Kindern in Hartz IV auf hohem Niveau verharrt. Bundesweit ist demnach jedes siebente, im Osten gar jedes vierte Kind auf Sozialgeld angewiesen.

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Susann Witt-Stahl, Hamburg

Alles von allen gut geplant

Geständiger Angeklagter nennt Einzelheiten zur Planung und Durchführung der Entführung.

ndPlusGrit Gernhardt

Kein Rauch um Nichts

Laut einer Anfrage der Linkspartei birgt die E-Zigarette Gesundheitsgefahren. Einen kleinen Skandal gab's gratis dazu.

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Anschlag auf ISAF-Konvoi

Kandahar (dpa/nd). Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der internationalen ISAF-Streitkräfte in der südafghanischen Stadt Laschkarga ist der Attentäter getötet worden. Sechs afghanische Zivilisten und ein Polizist seien bei der Explosion in der Hauptstadt der Unruheprovinz Helmand am Mittwoch verletzt worden, teilte das Innenministerium in Kabul mit. Unter den Verletzten seien zwei Kinde...

Minsk sieht »nervöse Reaktion«

Minsk (AFP/dpa/nd). Die belarussische Regierung hat sich unbeeindruckt von der Entscheidung der Europäischen Union gezeigt, ihre Botschafter aus Minsk abzuziehen. Die »nervöse Reaktion« der EU zeige, dass Brüssel »den Weg einer Eskalation der Spannungen gewählt« habe, sagte der Sprecher des belarussischen Außenministeriums, Andrej Sawinich, am Mittwoch. Dieser Weg führe in die Sackgasse. »Brüssel ...

Rückenwind für Romney

Doppelschlag zur rechten Zeit: US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney hat eine Woche vor dem »Super Tuesday« bewiesen, wichtige Wahlen gewinnen zu können. Doch das Rennen bleibt offen.

ndPlusThomas Brey (dpa), Sarajevo

Eine Geschichte der Misserfolge

Am heutigen 1. März gedenkt Bosnien seiner Unabhängigkeit von Jugoslawien vor 20 Jahren. Doch zwei Jahrzehnte haben nicht gereicht, um den Staat der Muslime, Serben und Kroaten lebensfähig zu machen.

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ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Verfassungsrat zeigt Sarkozy die Rote Karte

Der französische Verfassungsrat hat das kürzlich vom Parlament verabschiedete Gesetz, das die Leugnung jedes anerkannten Völkermords unter Strafe stellt, als nicht konform mit dem Grundgesetz beurteilt. Es verstoße gegen das Recht auf freie Meinungsbildung.

Verdammte oder Verfluchte
Julian Bartosz, Wroclaw

Verdammte oder Verfluchte

Heute, am 1. März, wird in Polen der »Nationale Gedenktag für die verdammten Soldaten« begangen. Es ist ein Staatsfeiertag.

Assad hat viele Gelegenheiten verpasst

Der Nahostexperte Udo Steinbach war seit 1991 Honorarprofessor an der Universität Hamburg und lehrt gegenwärtig am Centrum für Nah- und Mitteloststudien der Philipps-Universität Marburg. Für »nd« befragte ihn Roland Etzel.

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Wenn Risiken nicht beachtet werden

Berlin (dpa/nd). Rund ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima weist eine Greenpeace-Studie auf Details hin, denen zufolge schwere Unfälle in Atomkraftwerken wahrscheinlicher sind als angenommen. Die Untersuchung, die das Beraterbüro cervus nuclear consult für Greenpeace anstellte, beschreibt diverse Faktoren, die in der gängigen Risikoanalyse unberücksichtigt bleiben. »Weder komplexes me...

Anleitung zum Mobbing

Hamburg (nd). Führungskräfte der Deutschen Post haben eine Art Leitfaden zum Umgang mit unmotivierten Arbeitskräften entwickelt. Das Papier heißt »Umgang mit auffälligen Kräften in der Ist-Zeit«, wie das Magazin »Stern« berichtet. Postmanager teilen in dem Papier ihre langsamen Boten in vier »Typen« ein. Typ eins arbeitet »zuverlässig«, aber »extrem langsam«; Typ zwei sei »uneinsichtig« und »berat...

Solarförderung wird gekappt

Berlin (dpa/nd). Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Einschnitte bei der milliardenschweren Solarförderung von 20 bis knapp 30 Prozent beschlossen. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Neuregelungen für Dachanlagen und Solarparks sollen bereits ab 9. März gelten, damit es bei Solaranlagen keine »Schlusskäufe« zu alten, höheren Fördersätzen gibt. In den Fraktionen von Union und ...

Bundesagentur sieht Job-Boom nicht gefährdet

Der harte Winter hat auch auf dem Arbeitsmarkt seine Spuren hinterlassen. Obwohl die Zahl der Jobsucher im Februar leicht anstieg, sieht die Bundesagentur keinen Grund zur Sorge: Der Arbeitsmarkt präsentiere sich auch in den kommenden Monaten robust.

ndPlusKurt Stenger

Harte Einschnitte bei Schlecker

Die Pläne des Schlecker-Insolvenzverwalters sehen harte Einschnitte vor. Nun beginnen die Verhandlungen mit Gewerkschaft und Betriebsrat.

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R.B.

STARporträt: Tom Hardy

Als Geheimagent in »Dame, König, As, Spion« ist der englische Schauspieler zurzeit noch im Kino zu sehen, jetzt startet sein nächster Film, »Das gibt Ärger«, in dem er ebenfalls einen Agenten (CIA) spielt. Allerdings kämpft er hier um eine Frau, die sein Kollege ebenfalls begehrt.

ndPlusMarion Pietrzok

Ringen und Romane

Als ginge es um das Porträt eines Leistungssportlers: Die erste Szene ist ganz dem Geräusch, dem Flirrton des sausenden Sprungseils, kurzen Schnaufern und den Steps der Turnschuhe auf der Fitnessmatte, gewidmet. Fast zwanzig Bücher voller turbulenten Lebens zu schreiben in gut vier Jahrzehnten, für die akribisch bis ins Kleinste gehenden und ins tief Menschliche schauenden Recherchen dazu um die h...

Verführt

Frostblau das seidene Betttuch. Es bedeckt einen männlichen Körper von den Füßen bis zur Hand, die unterhalb des nackten Nabels liegt. Der Faltenwurf der kühlen Seide wirkt edel, so, als habe sie ein Renaissance-Maler drapiert. Man ahnt die Lendengegend unter der Decke und was der Mann getan haben könnte. Oder doch nicht: Ist der Mann, dem die Kamera sich interessiert nähert, tot? Nac...

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40 Babys am 29. Februar

(dpa). In Berlin haben am Mittwoch mehr als 40 Schaltjahr-Babys das Licht der Welt erblickt: Ihr Geburtsdatum ist der 29. Februar. An diesem Tag können sie erst wieder in vier Jahren Geburtstag feiern - im nächsten Schaltjahr 2016. In den Vivantes-Kliniken wurden bis zum Nachmittag 17 Kinder geboren, Ärzte rechneten bis zum Abend mit mindestens zehn weiteren. In den Charité-Geburtskliniken hatten ...

Schlechte Noten für Schulpolitik

(dpa). Die Berliner geben der Schulpolitik des Senats schlechte Noten. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa lehnen sie mehrheitlich die »Schullotterie« und das »Turboabitur« ab, heißt es in einem Zeitungsbericht. Die Mehrheit der rund 1000 repräsentativ Befragten sei dagegen, dass 30 Prozent der Plätze für Schülerinnen und Schülergen an Sekundarschulen und Gymnasien durch das L...

S-Bahn-Vertrag wird veröffentlicht

(dpa). Der Senat wird den S-Bahn-Vertrag vollständig mit allen Änderungen und Nebenabsprachen im Internet veröffentlichen. Das kündigte Verkehrssenator Michael Müller (SPD) gestern im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses an, wie seine Sprecherin mitteilte. In Gesprächen mit der S-Bahn sei es dem Senator gelungen, das Einverständnis des Unternehmens dazu zu bekommen. Das Vertragswerk soll in de...

Mehr Druck auf Kassenärzte

(dpa/nd). Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) macht jetzt im Streit um üppige Ärzteprämien Ernst. Seine Verwaltung verpflichtete die Kassenärztliche Vereinigung (KV), von ihren drei Vorständen die umstrittenen Übergangsgelder in Höhe von zusammen rund 550 000 Euro zurückzufordern. Dieser sogenannte verbindliche Verpflichtungsbescheid sei der KV am Montag zugestellt worden, sagte Czajas Sprech...

Strafe für Kritik

Die von ReachOut vorgestellten Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht der Bundesregierung. Sie zeigen, dass rechte Gewalt zunimmt und ein dringender Handlungsbedarf besteht. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) setzte auf ihrem Feldzug gegen Links jedoch ein Verfassungsbekenntnis zum Zweck der Gesinnungsschnüffelei bei Kooperationspartnern durch. Ohne diese Vorbedingung werden Projekte gegen Rec...

Einigung im BVG-Tarifstreit

(ND-Kammer). Gute Nachrichten für Fahrgäste der BVG: Bei Bussen, U- und Straßenbahnen wird es keine Streiks mehr geben. Im Streit um höhere Löhne und Gehälter für die 12 600 Beschäftigten der BVG und deren Tochter Berlin Transport gab es gestern eine Einigung zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband, der die Verhandlungen für die BVG führte. Demnach erhalten die B...

Kein Mängel-Protokoll

(dpa/nd). Ständige Partys, Lärm und Müll von Touristen können Grund für eine Mietminderung sein. Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in einem gestern verkündeten Urteil. Mieter aus der Berliner Wilhelmstraße hatten die Miete um 20 Prozent gemindert, nachdem die Hausverwaltung einen größeren Teil der Wohnanlage als Ferienwohnungen an Touristen vermietet hatte. Der Vermieter hatte ihnen...

Klaus Joachim Herrmann

Soziales vor Sparen

Gegen »immer ehrgeizigere Konsolidierungsziele« will die Fraktion der LINKEN im Abgeordnetenhaus die Lösung drängender Probleme der Stadt setzen. So formuliert sie ihre Schwerpunkte nicht zuerst beim Sparen, sondern bei sozialer Wohnungspolitik, besserer Bildung sowie sozialem Zusammenhalt und Beschäftigung. Das erläuterten Fraktionschef Udo Wolf und Haushaltsexpertin Manuela Schmidt gestern Journ...

Kai Schubert

Feindbild: links, »homo«, Muslim

Die Bilder an den Wänden des ver.di-Kieztreffs in Kreuzberg sprechen Bände. Sie sind Teil der Ausstellung »Tatorte« von ReachOut, der Beratungsstelle für Opfer rassistischer und rechter Gewalt. Sie zeigen öffentliche Plätze, an denen sich entsprechende Übergriffe ereignet haben. Gestern stellte das Projekt zusammen mit den Registerstellen aus den Bezirken, die rechte Gewalt dokumentieren, hier sei...

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Neues Festival statt Loveparade

(dpa). Die Berliner Straßenparty B-parade will im Juli einen neuen Anlauf nehmen. Trotz derselben Strecke über die Straße des 17. Juni nahe dem Brandenburger Tor soll es keine Neuauflage der Loveparade werden, sondern eine »neue, unvergleichliche Parade der elektronischen Musik mit Festivalcharakter«, heißt es auf der Internetseite, auf der auch das Sicherheitskonzept erläutert wird. Seit dem tödl...

Schmuck der Wikinger

(epd). Der Wikinger-Goldschmuck von Hiddensee wird ab heute in Berlin gezeigt. Die Ausstellung im Neuen Museum informiere auch über die wichtigsten Forschungsergebnisse hierzu, teilte das Museum mit. Der aus 16 Teilen bestehende Schmuck zählt zu den berühmtesten archäologischen Funden Norddeutschlands und gilt als herausragendes Beispiel der Goldschmiedekunst der Wikinger. In Stralsund und in ...

Schweden wollen Berlin Verlag kaufen

(dpa/nd). Der schwedische Bonnier-Konzern, zu dem der Münchner Piper Verlag gehört, will den Berlin Verlag/Bloomsbury Berlin kaufen. Das teilte der Piper Verlag am Mittwoch in München mit. Das Kartellamt müsse dem Kauf noch zustimmen, betonte eine Piper-Sprecherin. Zwischen Bloomsbury und dem Piper Verlag soll es künftig eine »strategische Partnerschaft« geben. Der Sitz des Bloomsbury Verlages sol...

Naturkundler wird Weltmeister

(nd). Der jüngste Präparator des Museums für Naturkunde, Robert Stein, wurde bei der am Mittwoch zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft der Präparatoren (World Taxidermy Championship) in Salzburg wiederholt Weltmeister. »Seine beeindruckend naturgetreuen, handwerklich herausragenden Präparationen von Sperbergeier und Kea überzeugten die internationale Jury«, so das Museum. So hätten sie ihm nicht nu...

Meisterhaft lakonisch
ndPlusAnouk Meyer

Meisterhaft lakonisch

Zu Anfang werden Krabben angeboten und Zuckerwatte, »frisch aus Marokko«. Die Häppchen bleiben das einzige, das an diesem Theaterabend im Heimathafen Neukölln leicht verdaulich ist: Als eher schwere Kost erweist sich das Schicksal des titelgebenden »Hassan Leklichee«, eines jungen Marokkaners, der fast ohne eigenes Zutun von einem Unglück ins nächste schlittert. Autor Jaouad Essounani verknüpft in...

Geschichte vom gemeinen Leben
ndPlusVolkmar Draeger

Geschichte vom gemeinen Leben

Eine Schauspielerin, zwei rote Stühle, 90 Minuten solo. Damit wagt sich Volker Eisenach auf die kleine Szene des Theaters im Schokohof. Er erzählt dort die Geschichte von Linda, eigentlich so etwas wie eine Allerweltstory. Und inszeniert daraus eines der berührendsten Theatererlebnisse der letzten Zeit. Um einen einzigen abfälligen Satz eines Manns über seine Frau und die gemeinsamen Kinder, am St...

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Architekt zweifelt am Stadtschloss

(dpa). Der britische Architekt David Chipperfield zweifelt am lange beschlossenen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. »Das mag vor zehn Jahren ja vielleicht berechtigt gewesen sein«, sagte Chipperfield der Wochenzeitung »Die Zeit«. Aber heute sei Berlin viel zufriedener, viel glücklicher als damals. »Die Stadt ist mehr mit sich im Reinen. Das Schloss hat sich, so könnte man es wohl sagen, er...

Ex-OB warnt Genossen

Wiesbaden (nd-Öfinger). In ihrem Engagement gegen die von einer örtlichen CDU-SPD-Koalition beschlossene Teilprivatisierung der kommunalen Wiesbadener Dr. Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) freuen sich die Initiatoren eines Bürgerbegehrens jetzt auch über die Unterstützung eines prominenten SPD-Manns. So solidarisierte sich Wiesbadens Ex-Oberbürgermeister Achim Exner in einem Schreiben an das örtliche B...

Arbeitsmarkt trotzte Frost

(nd-Kammer/dpa). Der strenge Frost habe dem Arbeitsmarkt in Berlin im Februar nichts anhaben können, konstatierte gestern die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenzahl sei nahezu gleich geblieben. 228 137 Berliner waren arbeitslos gemeldet und damit 51 weniger als im Januar und 12 178 weniger als ein Jahr zuvor. Die Quote lag unverändert bei 13,2 Prozent und damit um ...

Flughäfen bereiten sich auf Streik vor

(dpa). Die Flughäfen in Tegel und Schönefeld bereiten sich auf den angekündigten spontanen Warnstreik beim Bodenpersonal vor. Wann es zu den Arbeitsniederlegungen kommt, sagte die Gewerkschaft ver.di auch bis gestern Nachmittag nicht. Die Organisation will den Warnstreik beim Flughafendienstleister Globeground, der für die Passagier- und Gepäckabfertigung zuständig ist, erst unmittelbar zuvor beka...

Sandra Trauner, dpa

Das Erbe Anne Franks kehrt heim

Seit Jahrhunderten lebte die Familie Frank in Frankfurt am Main, dann kamen die Nazis und trieben sie ins Exil und in den Tod. Jetzt kehrt das Erbe von Anne Frank zurück. Bevor der Nachlass aus Basel nach Frankfurt umziehen kann, muss das Jüdische Museum erweitert werden.

ndPlusAndreas Fritsche

Braunkohle als Brücke

Brandenburgs rot-rote Landesregierung hat am Dienstag die Energiestrategie des Landes bis 2030 verabschiedet. Opposition und Umweltverbände melden Bedenken an und vermissen Verlässlichkeit.

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Juristisches Nachspiel

Chemnitz (dpa/nd). Der Polizeieinsatz bei Gegenveranstaltungen zu einem Neonazi-Aufmarsch vor einem Jahr in Chemnitz hat ein juristisches Nachspiel: Das Bündnis »Chemnitz Nazifrei« teilte am Mittwoch mit, dass seit dem 22. Februar drei Klagen beim Verwaltungsgericht Chemnitz eingereicht worden seien. Ziel sei, dass das Vorgehen der Polizei als unverhältnismäßig rechtswidrig eingestuft werde. Auch ...

Verhöhnung als Polizeijargon

München (dpa/nd). Um einen Kalender der Deutschen Polizeigewerkschaft ist in Bayern ein heftiger Streit entbrannt. Der Grund: Einige Karikaturen darin sollen geschmacklos oder sogar latent rassistisch sein. Der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer hat seine Dienststellen angewiesen, den Kalender nicht mehr aufzuhängen, sagte ein Polizeisprecher und bestätigte damit Medienberichte. Kon...

Kreise dürfen nicht beseitigt werden

Von der Idee, in Brandenburg die Landkreise abzuschaffen, hält die LINKE nichts. Mehr noch, sie hält den Vorschlag für undurchführbar. SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Holzschuher hatte laut darüber nachgedacht, die Aufgaben der Kreisverwaltungen in den großen Städte erledigen zu lassen. »Herr Holzschuher befindet sich mit seinem Vorschlag auf dem Holzweg«, meinen jetzt Sascha Krämer und Sebastia...

ndPlusGrit Büttner, dpa

Wetterfest und stapelbar

Die ersten Sonnenstrahlen locken die Deutschen bald in ihre Gärten. Und Norddeutschlands einziger Freizeitmöbelhersteller im mecklenburgischen Brüel weitet die Produktion aus - immer auf der Suche nach neuen Trends.

ndPlusWilfried Neiße

Agnes fährt heute Auto

Wenn Schwester Andrea heute dienstlich unterwegs ist, dann nicht mit dem Moped der Marke »Schwalbe«. Die »Agnes« von heute fährt Auto und rechnet die Kilometer bei der Ärztin ab, die ihre Arbeitgeberin ist. Andrea Granat erinnert zwar an die aus dem DDR-Fernsehen bekannte Gemeindeschwester Agnes. Aber ihre Berufsbezeichnung lautet Fallmanagerin. Gestern saß Schwester Andrea neben Gesundheitsmi...

ndPlusLeticia Witte, dpa

Iron Hut City

Wer über Eisenhüttenstadt redet, kommt derzeit an einem Namen nicht vorbei: Tom Hanks. Der überraschende private Besuch des Oscarpreisträgers in der einstigen sozialistischen Musterstadt ist zwar schon fast drei Monate her. Die Erinnerung daran ist aber noch immer sehr präsent. Eisenhüttenstadt scheint zumindest in Brandenburg in aller Munde zu sein, ob bei Politikern oder Menschen auf der Straße....

Stolpern auf dem Roten Felsen
ndPlusWolfgang Frotscher

Stolpern auf dem Roten Felsen

Die Helgoländer feiern heute den 60. Jahrestag der Wiederfreigabe ihrer Insel nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 2010 erinnern vor Ort Stolpersteine an ein lange unterbelichtetes Kapitel der Inselgeschichte: das Wirken einer antifaschistischen Widerstandsgruppe auf der Roten Insel.

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Baracke aus Birkenau

Das Museum des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hat vom Holocaustmuseum in Washington die Rückgabe einer Baracke aus dem Vernichtungslager der Nazis verlangt. Es handle sich um die Hälfte einer Originalbaracke, die vor mehr als 20 Jahren an das Museum in den USA ausgeliehen worden sei, sagte ein Museumssprecher. Laut polnischen Medienberichten will das US-Museum das 1989 ausgelie...

Warum die Deutschen?

Der Schriftsteller und Essayist Götz Aly wird mit dem Ludwig Börne-Preis 2012 geehrt. Der 64-Jährige habe in seinen Werken mit besonderer Unerschrockenheit auf die wirtschaftlichen und finanziellen Motive der deutschen Antisemiten aufmerksam gemacht, teilte der Preisrichter, »Zeit«-Feuilletonchef Jens Jessen, am Mittwoch in Frankfurt mit. Aly (»Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Nei...

Entenhausen in Bayern

Die Übersetzerin Erika Fuchs, erste Chefredakteurin der deutschsprachigen »Micky Maus«-Hefte, bekommt in der nordbayerischen Stadt Schwarzenbach a.d. Saale ein eigenes Museum. Fuchs, 2005 gestorben, lebte viele Jahre in dem Ort im Landkreis Hof. Am Dienstagabend gab der Stadtrat nun grünes Licht. Im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Auch einen Förderverein gibt es bereits. Er soll eine A...

»Licht im Geheimnis«

Was jahrhundertelang im Geheimarchiv des Vatikans unter Verschluss gehalten wurde, wird in den kommenden Monaten in Rom den interessierten Besuchern erstmals öffentlich gemacht: Von der Bannbulle mit der Exkommunizierung des Reformators Martin Luther bis hin zum Dokument über das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis zeigt der Vatikan von Donnerstag an 100 ausgewählte Archivalien. Es geht um Papst...

Insolvenzverwalter: Schlecker hat eine Zukunft

Der Insolvenzverwalter der Drogeriekette Schlecker hält eine Sanierung der Drogeriekette für möglich. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und Verdi-Chef Frank Bsirske fordern Unterstützung für die fast 12.000 von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter.

Er bleibt immer der "Calypso-King"

Eigentlich wäre Harry Belafonte gerne der erste schwarze Hamlet geworden - stattdessen feierte er als "Calypso-King" Triumphe. Und ist bis heute ein engagierter Aktivist.

Ungezügelt sinnlicher Tanz
Volkmar Draeger

Ungezügelt sinnlicher Tanz

Klassisch beginnt der Abend im Admiralspalast. Eine Tänzerin auf Spitze wird von vier Männern gehoben und in Ballettmanier präsentiert. Doch kaum ist der Nebel unter den Lichtbündeln der Scheinwerfer verflogen, legt die Compagnie richtig los. »Ballet Revolución« heißt sie, existiert erst seit dem Sommer 2011 und verzaubert schon die Welt. Australien, wo auch die Uraufführung stattfand, gibt das Ge...

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Irmtraud Gutschke

Traum, Tod

Beinahe schlafwandlerisch nach einem Buch gegriffen, nur weil der Umschlag an William-Morris-Design - und, andersfarbig, an das Tuch erinnert, das momentan so angenehm wärmt? Die Lektüre des Romans »Schlafsonate« von Dórdís Björnsdóttir passt dazu. Die Autorin, geboren 1978 in Reykjavik, zeigt ein freundlich-nachdenkliches, klares Gesicht. Aber sie muss wohl in sehr träumerischer Stimmung gewesen ...

ndPlusFokke Joel

Vatersuche

Mein Bild von Vater an jenem Abend 1976 ist mit anderen Worten eine Doppelbelichtung: Einerseits sehe ich ihn, wie ich ihn damals sah, mit den Augen des Achtjährigen, unberechenbar und beängstigend, andererseits sehe ich ihn als einen Gleichaltrigen, durch dessen Leben die Zeit weht und unablässig größere Stücke Sinn mit sich reißt.« In dieser Spannung, dem Blick des ängstlichen Kindes und dem Gef...

Kai Agthe

Leben auf Island: eine Kunst

Wer Musik mag, die abseits der Hitparaden auf Entdeckung wartet, wird über kurz oder lang auch auf Island fündig. Björk und Sigur Rós stehen ebenso für avantgardistische Klangkultur wie die hierzulande ebenfalls geschätzten Ólafur Arnalds und »We made God«, deren jüngstes Album den beredten Titel »It's Getting Colder« (Es wird kälter) trägt. Musik ist ein existenzieller Bestandteil isländischen Le...

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Sandra Degenhardt und Volker Gundrum, dpa

Bezahlte Schlechtmacherei

Die Brisanz seiner Worte ging fast unter. Russlands Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler sprach leise, in den hinteren Reihen des Presseraumes war er kaum zu verstehen. »Die russischen Medien sind unrealistisch und hart«, sagte der gebürtige Ruhpoldinger und schickte seiner unerwarteten Aussage ein freundliches Lächeln hinterher. Sofort nach dem Ende der Team-Pressekonferenz stürmten die deutschen Jo...

Auswüchse des Abstiegskampfes
ndPlusMatthias Koch, Jena

Auswüchse des Abstiegskampfes

Mehrere Wachleute sicherten am Dienstagabend nach dem 0:0 in der Fußball-Drittligapartie zwischen Carl Zeiss Jena und dem 1. FC Heidenheim den Presseraum im Ernst-Abbe-Sportfeld. Das ist in Jena durchaus üblich, wenn die Volksseele kocht. »Wessischweine« und »Halt die Fresse«, skandierten rund 50 Anhänger, während drinnen die Trainer sprachen. Eine Gelb-Rote Karte für Jenas Torjäger Nils Pichinot ...

ndPlusManfred Hönel

Neuer Kurs und eigenes Frauenrennen

Berlin fährt wieder Rad! Den 9. und 10. Juni sollten sich die Radsportfans deshalb dick im Kalender anstreichen. An dem Wochenende steigt in der Hauptstadt zum fünften Mal das Jedermann-Rennen des Velothon in Berlin. Bereits jetzt liegen für die beliebte Veranstaltung über 9000 Meldungen vor. »Wir rechnen mit 14 000 Startern«, sagte Renndirektor Erik Zabel am Mittwoch, dann verriet der ehemals...

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Erneut tote Frühchen

Was wurde übersehen? Das fragen sich die Ärzte in einem Bremer Klinikum, nachdem dort erneut zwei Frühchen gestorben sind. Bereits 2011 kamen dort drei Babys durch multiresistente Keime ums Leben. Nun wird die Station geschlossen.

ndPlusAnna Maldini

Coca Cola meidet Orangen aus Rosarno

In Rosarno, im Süden Italiens, ist die Orangenernte im vollem Gange. Nur ein kleiner Teil der Früchte kommt so auf den Markt - das meiste wird noch vor Ort zu Konzentrat verarbeitet, das dann von großen Getränkefirmen wie Coca Cola aufgekauft wird. Doch jetzt will der multinationale Konzern offenbar die Verträge mit Kalabrien kündigen, weil die verheerenden Lebensbedingungen der afrikanischen Ernt...